Wolf

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Die Märchenbücher müssen umgeschrieben werden – und zwar sofort, dringend, mit einer Notfallkommission aus Literaturwissenschaftlern, Bauern und einem besonders sarkastischen Fußpfleger

Es war ein Moment von so atemberaubender Banalität, dass selbst die Möwen am Himmel vor Langeweile die Flügel hängen ließen. 

Hazel und ich – zwei moderne Märchenarchäologen, ich bewaffnet mit Kaffee im Thermosbecher und einer kollektiven Abneigung gegen Happy Ends – trotteten über ein Feld, das so idyllisch aussah, als hätte es ein Tourismusverband persönlich mit Photoshop bearbeitet. 

Die Sonne stand in einem Winkel, der nur von Leuten geliebt wird, die noch nie einen Sonnenbrand hatten, und die Erde roch nach dem, was passiert, wenn Regen auf Mist trifft: nach Hoffnung für Dichter und Desillusionierung für alle anderen.

Und dann sahen wir ihn.

Den Schuh.

Nicht irgendeinen Schuh. 

Nicht den gläsernen Pantoffel einer Disney-Prinzessin, der aussieht, als hätte ihn ein betrunkener Juwelier aus den Tränen enttäuschter Brautjungfern geformt. 

Nein. 

Es war ein linker Turnschuh, Größe 36, mit einem abgelösten Absatz, der aussah, als hätte er einen Existenzkampf gegen einen besonders aggressiven Pflug verloren. 

Die Farbe? 

Einst vielleicht jeansblau, jetzt eher „Schlamm mit einem Hauch von ‚Ich habe aufgegeben‘“. 

Die Schnürsenkel? 

Ein Stück fehlte, der Rest baumelte wie ein Symbol für alle unvollendeten Lebensprojekte in einer Öse. 

Und die Sohle? 

Abgelaufen. 

Nicht im metaphorischen Sinn. 

Wörtlich. 

Wie die Garantie auf einem Billigstaubsauger.

Hazel hob ihn mit ihrer Schnauze auf, als wäre er ein Beweisstück in einem besonders deprimierenden Kriminalfall. 

“Wuff”, sagte sie, meinte aber: “Der riecht nach Schicksal. Und nach Gülle.”

Und in diesem Moment, zwischen dem Geruch von feuchter Erde und dem leisen Flüstern meiner eigenen existentiellen Krise, kam mir der erlecuhtende Gedanke. 

“Die Märchenbücher müssen nicht nur umgeschrieben werden. Sie müssen mit einem Presslufthammer bearbeitet, durch einen Wolf gedreht und dann von einem Team aus Zynikern, Feministinnen und einem chronisch überarbeiteten Landwirt neu erfunden werden.“

Die offizielle Version: Cinderella verliert ihren Schuh auf einem Ball. 

Ein Event, bei dem mehr Goldfolie verbraucht wird als bei einer Rapper-Hochzeit.
Kronleuchter, die aussehen, als hätten sie einen Kredit bei der Bank der Eitelkeiten aufgenommen.
Ein Prinz, der so charmant ist, dass man vergisst, dass er wahrscheinlich Steuern auf Armut erhebt. 

Und natürlich: Der Schuh. 

Ein gläsernes Meisterwerk der Orthopädie, das jede Frau mit mehr als Größe 36 sofort als „nicht prinzenwürdig“ entlarvt.

Aber mal ehrlich!

Wer verliert auf einem Ball einen Schuh? 

Selbst nach fünf Gläsern Champagner und einem Tanz mit dem Großherzog von Peinlich schafft man es meistens, beide Schuhe an den Füßen zu behalten.
Es sei denn, der Schuh war so unbequem, dass Cinderella ihn absichtlich zurückließ – als symbolische Geste gegen die Patriarchat-Pantoffel-Industrie.

Die wahre Geschichte? 

Cinderella war auf einem Dorfest.
Einem Event, bei dem der Höhepunkt nicht die Mitternachtsquadrille, sondern Onkel Horsts 17. Versuch war, einen Nagel mit dem Kopf einzuschlagen.
Wo der „Ball“ eigentlich ein Zelt war, das nach Bier und verzweifelter Lebensplanung roch.
Wo die „königliche Musik“ aus einer kaputten Orgel kam, die nur noch „Kriminaltango” und „Atemlos durch die Nacht“ spielte, zumindest halbwegs.
Und wo Cinderella nicht vor Mitternacht fliehen musste, weil ihre Kutsche zum Kürbis wurde, sondern weil der letzte Bus fuhr – und der kostete 3,50 Euro, die sie sich vom Mund abgespart hatte.

Und der Schuh? 

Der war kein gläserner Pantoffel. 

Der war ein ausgeliehener Turmschuh, Baujahr 1970, von ihrer Tante Gerda, der schon bei der Anprobe so drückte, dass Cinderella heimlich betete, Gott möge sie erlassen – oder wenigstens den Schuh. 

Als sie dann über den matschigen Parkplatz stolperte (weil jemand – nämlich Prinz Charming – seine leere Bierflasche einfach in den Dreck geworfen hatte), blieb der Schuh im Schlamm stecken. 

Und sie ließ ihn liegen. 

Nicht aus Versehen. 

Aus Protest.

Die offizielle Version: Der Prinz, ein Mann mit dem emotionalen Tiefgang eines Löffels, reist durchs ganze Land und lässt jede Frau einen Schuh anprobieren. 

Romantisch! 

Vor allem, wenn man bedenkt, dass er damit eigentlich sagt: „Ich suche eine Frau, die in diesen einen, spezifischen Schuh passt – und wenn nicht, Pech gehabt, du bist wohl nicht meine Seelenverwandte, du hässliche Größe 37.”

Aber mal unter uns!

Was, wenn der Prinz gar nicht nach Cinderella suchte?
Was, wenn er einfach nur ein Fetischist war?
Ein Mann, der seine Macht demonstrieren wollte, indem er Frauen zwang, sich für einen Schuh zu erniedrigen?

„Ja, ich bin der Prinz, und nein, ich werde nicht fragen, wie du heißt oder was du denkst – aber dein Fuß sieht ja süß aus in diesem gläsernen Folterinstrument! Ich genieße deine Tränen.”

Die wirklich wahre Geschichte? 

Der Prinz fand den Schuh nie. 

Er gab nach drei Tagen auf, weil er merkte, dass keine Frau in seinem Königreich Größe 36 trug – außer seiner Cousine Giselda, und die wollte er wirklich nicht heiraten. 

Also erfand er eine Geschichte. „Ich habe meine große Liebe gefunden!“

Er meinte damit seinen neuen Jagdhund. 

Und der Schuh?

Der landete in der Rumpelkammer, neben den anderen gescheiterten Beziehungsprojekten des Prinzen: einem halbleeren Parfümflakon von „Eau de Verlogenheit“ und einem Brief, in dem eine Ex ihm schrieb: „Dein ‚Charme‘ ist so oberflächlich wie dein Verständnis für Steuern.”

Die ganz offizielle Version: 

Cinderella ist ein sanftes, demütiges Mädchen, das brav ihre Stiefschwestern ertragen und auf ihre Erlösung durch einen Mann wartet. 

Ein Traum für alle, die Frauen am liebsten in Kategorien wie „engelsgeduldig“ oder „hysterisch“ einteilen.

Aber mal im Ernst!

Wer würde freiwillig mit jemandem zusammenleben, der ihr Asche ins Essen streut? 

Das ist kein Märchen – das ist ein Hilferuf an das Jugendamt. 

Cinderella war kein passiver Prinzessinnen-Groupie.

Sie war eine Überlebenskünstlerin.

Eine Frau, die lernte, wie man mit einem Löffel Suppe und einer Portion Sarkasmus durch den Tag kommt, ohne in einen Welle aus Bluimie zu verfallen.
Die ihre Stiefschwestern nicht „erduldete“, sondern ausspionierte, um ihre schwachen Stellen zu finden.

Die eine hatte eine Glutenunverträglichkeit, die andere eine peinliche Vorliebe für Liebesromane mit Hausärzten.

Die wirkich wahre Geschichte? 

Cinderella fand den verlorenen Schuh selbst wieder. 

Als sie am nächsten Morgen mit einem Kater (nicht der tierische, der metaphorische) aufs Feld ging, um die Ernte einzubringen, die ihre Stiefschwestern „wieder mal” verschlafen hatten. 

Sie sah den Schuh. Dann lachte sie lauthals und dachte: „Wenn der Prinz mich wirklich wollte, hätte er mir wenigstens eine SMS geschrieben.“

Dann pflanzte sie weiter.
Bauchte sich einen eigenen Kürbis an. 

Und eröffnete später ein erfolgreiches Gemüse-Imperium, während der Prinz pleiteging, weil er sein ganzes Geld in gläserne Schuhe investiert hatte – die niemand kaufen wollte, weil niemand Größe 36 hatte.

Epilog: Der Schuh im Feld – oder: Warum die besten Geschichten die sind, die niemand erzählt

Der Schuh, den Hazel und ich fanden, liegt immer noch da, weil er eklehaft nach Gülle stinkt.
Ein stummer Zeuge einer Geschichte, die niemand aufschreiben wird. 

Kein Prinz wird kommen.
Keine Fee wird ihn in Diamant verwandeln. 

Er wird einfach langsam verrotten, bis nur noch die Sohle übrig ist – ein letzes „Ihr könnt mich mal!” an alle, die dachten, Märchen müssten schön enden.

Vielleicht war Cinderella nie auf einem Ball.
Vielleicht hat sie nie einen Prinzen geheiratet.
Vielleicht hat sie einfach nur gelebt.
Gearbeitet.
Gelacht.
Geliebt.

Ohne dass es jemand für wichtig genug hielt, es aufzuschreiben.**

Und das, liebe Märchenbuchverlage, ist der Moment, in dem ihr kapiert: „Die besten Geschichten sind nicht die, die mit ‚Und wenn sie nicht gestorben sind…’“ enden. 

Sondern die, die einfach weitermachen. 

Mit schmutzigen Händen. 

Und einem verlorenen Schuh im Schlamm.

Liebe Leserinnen und Leser!
Wer schreibt mit? 

Ich schlage vor, wir fangen mit „Dornröschen“ an. 

Sie schlief nicht. 

Sie hatte einfach nur genug von Männern, die sie ohne Einwilligung küssen.

Die Beziehung zu meinem Hund

Verantwortung und Fürsorge über Hierarchie

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist eine faszinierende und vielschichtige Bindung, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Zuwendung basiert. 

Anders als bei zwischenmenschlichen Beziehungen, die vor allem von Sprache und kognitivem Verstehen geprägt sind, läuft die Kommunikation zwischen Mensch und Hund häufig über Körpersprache, 

Rituale und konsequente Gewohnheiten ab. 

In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie man als Halter eine harmonische und glückliche Beziehung zu seinem Hund pflegen kann – ohne dass Missverständnisse oder unangebrachte Dominanzbestrebungen den Alltag stören.

Warum füttert man den Hund zuerst?

Ein häufiger Ratschlag in der Hundehaltung lautet, den Hund „zuerst zu füttern“. 

Dieses Prinzip ist keineswegs trivial, denn es trägt auf tiefer Ebene dazu bei, das Fundament der Beziehung zu stärken. 

Das Füttern ist nicht einfach ein Akt der Versorgung, sondern ein Ritual, das Sicherheit und Stabilität vermittelt. 

Der Hund wird von Natur aus von seinen grundlegenden Bedürfnissen geleitet, wobei Nahrung eine zentrale Rolle spielt. 

Indem wir uns diesem Bedürfnis annehmen und den Hund zuerst füttern, setzen wir ein Zeichen der Verlässlichkeit und Fürsorge. 

Wir zeigen dem Hund, dass er sich darauf verlassen kann, dass wir uns um ihn kümmern und für ihn sorgen.

Es geht dabei nicht darum, wer in der „Rangfolge“ zuerst kommt. 

Der Gedanke der Dominanz oder Hierarchie, der oft auf eine falsche Interpretation von Rudelverhalten zurückzuführen ist, spielt hierbei keine Rolle. 

Stattdessen liegt der Fokus auf dem Bedürfnis des Hundes nach Nahrung und Routine. 

Ein regelmäßiges Fütterungsritual stärkt das Vertrauen und gibt dem Hund das Gefühl, dass er sich in einer sicheren und geordneten Umgebung befindet.

Ein Moment der Selbstfürsorge

Direkt nach der Fütterung des Hundes ist es wichtig, sich selbst Zeit zu nehmen. 

Diese Selbstfürsorge hat zwei wichtige Gründe: 

Zum einen kann der Hund in Ruhe fressen, während wir uns nicht zu stark auf ihn konzentrieren, was ihm eine gewisse Autonomie im Fütterungsprozess gibt. 

Zum anderen stärkt die Zeit für uns selbst unsere eigene Ruhe und Gelassenheit, was sich wiederum positiv auf unsere Ausstrahlung gegenüber dem Hund auswirkt. 

Hunde sind sehr empfänglich für die emotionale und energetische Verfassung ihrer Halter. 

Wenn wir uns selbst nicht gut fühlen, nervös oder gestresst sind, spüren das Hunde oft unmittelbar und können ihrerseits Unruhe entwickeln.

Indem wir uns nach der Fütterung eine kurze Auszeit gönnen – sei es durch eine Tasse Tee, eine Meditation oder ein einfaches Durchatmen – signalisieren wir nicht nur dem Hund, sondern auch uns selbst, dass wir die Verantwortung ernst nehmen. 

Diese Selbstfürsorge stärkt uns in unserer Rolle als ruhiger und verlässlicher Partner, der für das Wohl des Hundes und das eigene Wohl gleichermaßen sorgt.

Die Grundlage einer harmonischen Beziehung

Eine erfolgreiche und glückliche Beziehung mit dem Hund basiert darauf, dass wir die Verantwortung übernehmen – und zwar in einer Form, die dem Hund Sicherheit, Struktur und Wohlbefinden bietet. 

Verantwortung bedeutet hier nicht nur, für die körperlichen Bedürfnisse des Hundes zu sorgen, sondern auch, auf seine emotionalen und sozialen Bedürfnisse einzugehen. 

Hunde sind soziale Lebewesen, die nach festen Strukturen und Regeln leben. 

Sie profitieren von einer Umgebung, in der sie sich zurechtfinden und wohlfühlen.

Wenn wir die Verantwortung ernst nehmen, bedeutet das auch, dass wir uns mit den Bedürfnissen des Hundes auseinandersetzen und ihm eine Umgebung schaffen, die ihm guttut. 

Dazu gehört nicht nur die Fütterung, sondern auch ausreichend Bewegung, kognitive Herausforderungen und ein klarer Tagesablauf. 

Ein Hund, der sich auf seinen Halter verlassen kann, wird seltener unsicher oder ängstlich sein. 

Er weiß, dass er sich in jeder Situation auf die Unterstützung und die Fürsorge seines Halters verlassen kann.

Ein moderner Ansatz in der Hundehaltung

Die Vorstellung, dass der Mensch in der „Rangordnung“ stets über dem Hund stehen müsse, ist eine veraltete Ansicht, die sich aus der falschen Interpretation des Wolfverhaltens ableitet. 

Moderne Forschung hat gezeigt, dass das soziale Verhalten von Wölfen und Hunden viel komplexer ist und dass Dominanz in sozialen Gruppen nicht als festes Konstrukt, sondern als dynamische Interaktion verstanden werden sollte. 

In einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung geht es daher nicht darum, den Hund in einer starren Hierarchie zu „unterwerfen“.

Stattdessen steht das Wohl des Hundes im Vordergrund, das durch Fürsorge und klare Kommunikation gefördert wird.

Fürsorge und Verantwortung sind die Kernpfeiler, auf denen eine glückliche Hund-Halter-Beziehung basiert. 

Der Hund muss sich sicher und geborgen fühlen, um ausgeglichen und entspannt zu sein. 

Indem wir den Hund zuerst füttern, zeigen wir ihm, dass wir seine Bedürfnisse achten und ernst nehmen. 

Das Füttern ist somit ein Ausdruck unserer Fürsorge und kein Akt der Dominanz. 

Auch wenn es oft als solcher interpretiert wird, ist die Reihenfolge des Fütterns letztendlich ein Akt der Verantwortung, nicht der Macht.

Ein liebevolles Miteinander und gegenseitiges Verständnis

Für eine glückliche Beziehung mit dem Hund sind klare Rituale, wie das Füttern und die anschließende Zeit der Selbstfürsorge, von zentraler Bedeutung. 

Diese Rituale vermitteln dem Hund Stabilität und geben ihm das Gefühl, sicher und gut versorgt zu sein. Die Übernahme von Verantwortung zeigt sich darin, dass wir die Bedürfnisse des Hundes respektieren und ihm eine sichere und liebevolle Umgebung bieten.

Eine glückliche Hund-Halter-Beziehung beruht nicht auf starren Hierarchien, sondern auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Fürsorge. 

Wenn wir diese Prinzipien verinnerlichen und in den Alltag integrieren, schaffen wir die Grundlage für eine enge, vertrauensvolle und erfüllende Bindung zu unserem Hund – eine Bindung, die auf Liebe und Verantwortungsbewusstsein statt auf Macht und Dominanz basiert.

Ein Bekannter ist durch seine neue Lebenspartnerin zu den sogenannten „Querdenkern” gekommen.

Ganz stolz erzählte er davon, als wir uns bei einem Event trafen.
Er musste mir auch sofort sagen, dass seine „Neue” bei den sogenannten „Querdenkern” sei und er konform mit ihr gehe, was das beträfe, weil wir ja seit dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern unterdrückt worden seien.

Dies war mir jetzt neu, also das mit den „Amis”.
Ich wartete darauf, die Bundesrepublik wäre nur eine von den „Amis” verwaltete „AG”, doch das passierte nicht,

Meine Gattin und ich konnten nicht glauben, was er erzählte, doch in den nächsten Wochen erlebten wir ihn ganz anders.

Plötzlich kamen von ihm „politische” Postings bei Facebook.
Es ging um so verworrene Dinge wie, dass die Alliierten nach dem Sieg über das „Deutsche Reich” alle deutschen Patente gestohlen hätten.
So ganz verkehrt ist es nicht, nicht ganz!
Der amerikanische Geheimdienst hatte in der Tat deutsche Patente gestohlen, weil die USA wissen wollten, welche Raketen die Deutschen entwickelten.

Es wurde von Mal zu Mal abstruser.

Alte Reden von Franz-Josef Strauß, Helmut Schmidt wurden gepostet, ohne Kommentar dazu.
Ich fragte, was die Absicht dahinter sei, bekam doch keine Antwort oder nur lapidar, dass dies dazu da sei, sich seine (eigene) Meinung zu bilden.

Irgendwann begann er auch zu behaupten, dass wir in der Bundesrepublik eine Zensur hätten.
Ich widersprach und erklärte ihm, was der Unterschied zwischen Zensur und Nutzungsregeln sei, doch ich stieß auf taube Ohren bei ihm. Er behauptete, dass man in den sozialen Onlinenetzwerken nicht mehr alles sagen dürfe und das wäre Zensur.
Ich erklärte ihm, dass es bei Facebook eine der Nutzungsregel sei, dass man fair diskutieren solle und dazu gehöre auch, keine fremdenfeindlichen Statements zu geben oder Fake-News zu posten. Wenn man dies tue, könne Facebook diese Statements löschen und die dementsprechenden Nutzer temporär oder ganz ausließen.
Ich erklärte ihm, dass Zensur sei, wenn man das Statement erst vorlegen müsse und jemand darüber entscheide, ob es oder ob es so veröffentlicht werden dürfe. Nutzungsbedingungen durchzusetzen und im Nachhinein Statements zu löschen, wäre keine Zensur.
Man habe Konsequenzen zu tragen aus seinem Verhalten.
Dies sei so ähnlich wie, als wenn man zu schnell gefahren sei und Bußgeld bezahlen müsse.
Wenn Autos automatisch nicht schneller fahren könnten als beispielsweise 50, wäre dies Gängelung, also so ähnlich wie Zensur. Oder jemand würde fragen, wo man hinfahren wolle und stelle dann die Höchstgeschwindigkeit im Auto auf 50 ein, wenn man sagen würde, man wolle nur kurz in die Stadt. 

Dann sprach er eben von Diktatur.

Wie immer fragte ich ihn, wie er einen Begriff mit eigenen Worten fülle, bekam doch nie eine Auskunft.

In Deutschland herrsche eben Diktatur, schlimmer als zur Nazizeit, meinte er und Punkt.
Daran gab es auch nichts zu rütteln.

Heute hat er ein Video mit Bundeskanzler Scholz gepostet, worauf ich sagte, es wäre nur zum Hetzen da, und bat ihn, konkrete politische Vorschläge zu machen, was man ändern solle, wenn er gewählter Politiker wäre.
Wie ein kleines Kind schrieb er: „dann schau es Dir einfach nicht an. Und die tägliche Hetze gegen Andersdenkende ist legitim, sie kommt ja von den ‚Guten Menschen’ … Zu gegebener Zeit mache ich Vorschläge an die, die dafür ein ernsthaft interessiertes Ohr haben und auch bereit sind, den einen oder anderen umzusetzen. Ich mache keine Vorschläge, nur weil Du es jetzt willst.”

Er war ein wirklicher, sogenannter „Querdenker” geworden.
Um ihn anzustupsen, damit er merkt, welchem Irrglauben er hinterherläuft, kommentierte ich einen nichts-sagenden Beitrag von ihm, in teils ironischem Ton.
Ich gratulierte ihm zu seiner Veränderung, denn er sei ein richtiger sogenannter „Querdenker” geworden. In den letzten Monaten hätte ich seine Facebook-Beiträge verfolgt und festgestellt, dass sich etwas massiv geändert habe. Trotz meiner wiederholten Bitte um politische Statements und Erklärungen zu Themen wie Zensur und Diktatur in Deutschland, habe er sich dazu nicht geäußert. Er veröffentliche jetzt ‚quergedachte’ Beiträge und Videos, ohne die Absicht dahinter zu erklären. Du bist zu einem ‚Querdenker’ geworden, der hauptsächlich Unzufriedenheit ausdrückt, Verschwörungen vermutet, aber wenig konkrete Vorschläge macht. Bisher habe er mich nicht überzeugen können, dass er politisch fundiert sei, außer dass er eben ein ‚Querdenker’ sei.

Es dauerte ein paar Tage, bis eine Antwort kam.
Aber anstatt auf meine Bedenken und Fragen zu antworten, konterte er, ich sei selbstherrlich und mein Verhalten sei menschenverachtend.
Das „menschenverachtend” bezog ich auf mein Statement zu einem „Bauern”, der sich selbst als Friedensengel deklariert hatte. Dieser hatte behauptet, alleine dadurch, dass die Bauern allen Essen gäben, hätten wir in Deutschland Frieden. Ich bemerkte, dass dieser Bauer selbstherrlich und heuchlerisch daher komme, um die Bauernproteste, auch die Nötigung gegen Robert Habeck, zu rechtfertigen.
Er ging also wieder nicht auf Fragen ein, wobei ich nicht der einzige seiner Facebook-Freunde bin, die so reagieren.

Ich war sehr überrascht, als er mir dies vorhielt und überlegte, was ich kontern könnte, brauchte aber ein paar Tage.

Ich wies nochmal darauf hin, dass ich dazu stünde, dass der „Friedensengel” selbstherrlich und überheblich sei. Ich machte klar, dass das „menschenverachtend” wohl völlig aus der Luft gegriffen sei. Ich gratulierte nochmals ironisch, dass der zum „echten” sogenannten „Querdenker” geworden sei, weil er sich selbst und seine „Kumpanen” in einer Opfer manövriere, um sich einen Freibrief zu erstellen, alles sagen zu können.
Er stellte auch klar, dass ich als Journalist alles von allen Seiten beleuchte und dann zu einem Konsens käme und nicht einfach etwas plakativ in den Vordergrund stelle, von dem ich weiß, dass es nicht oder nicht ganz stimme.

Dann wurde es noch kurioser.

Wie man sich denken kann, gingen ihn die Argumente wieder aus und er sagte mir, ich könne über den Bauern gar nicht urteilen, weil ich ihn nicht persönlich kennen würde.
Meine Frage war, ob er ihn denn kenne, worauf er nur sagte, dass für ihn die Diskussion beendet sei, weil er keine Lust habe, sich mit einem „menschenverachtenden Menschen” wie mich auszutauschen.

Schade!

Dies hatte mir allerdings eindeutig gezeigt und mir bewiesen, wie sich sogenannten „Querdenker” verhalten.

Wie man sich denken kann, hat mich bei Facebook blockiert, was bedeutet, dass ich keine Aktivität mehr von ihm sehen kann. Meine Gattin hat er auch gleichzeitig blockiert, wahrscheinlich, damit sie mir nicht etwas über seine Aktivitäten bei Facebook erzählt oder mit ihm diskutiert.

Es gestaltete sich allerdings kurios:
Kurz vorher bekam ich eine „Persönliche Nachricht” von ihm, dass ich diesen Blog-Beitrag löschen solle.
Er sagte gleichzeitig, dass er nichts gegen mich habe und auch keinen Streit mit mir haben wolle, denn er sei ein friedlicher Mensch.
Da ich noch auf der Arbeit im Büro saß, versprach ich ihm, dass ich diesen Betrag etwas später löschen wolle.
Ich hatte dies geschrieben und nach ein paar Minuten schrieb er mir, dass es eigentlich egal sei, ob der Beitrag online bliebe oder nicht, denn schließlich wüssten jetzt sowieso „alle” (!) über ihn Bescheid.
Ich wollte noch schreiben, dass ich es vom Smartphone geschafft hatte, diesen Beitrag zu löschen, doch ich war schon blockiert.

Nachdem ich auf ihn eingegangen war, stellte ich diesen Beitrag wieder online.

Das Treffen zwischen radikalen rechten Gruppierungen, Extremisten und Vertretern der Alternative für Deutschland (AfD) in Potsdam hat bei den übrigen politischen Parteien aufgrund der wachsenden Einflussnahme der AfD verstärkte Besorgnis ausgelöst. Leitende politische Akteure interpretieren dieses Zusammenkommen als alarmierendes Signal und plädieren für verstärkte Mobilisierung seitens der Bürgerschaft.

Im Rahmen der Versammlung in einer Villa präsentierte der Protagonist der rechtsextremen Identitären Bewegung, Martin Sellner aus Österreich, Konzeptualisierungen bezüglich „Remigration” – das heißt, die Rückführung von Migranten, wie er der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Christian Dürr, zieht Parallelen zum Nationalsozialismus und äußert, dass die Pläne zur Vertreibung von Millionen Menschen an das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte erinnern.

Die von Correctiv geleitete Recherche legt nahe, dass die AfD die demokratischen Prinzipien sowie die freiheitliche Grundordnung vehement ablehnt. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert und Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann appellieren an die Bürger, sich gegen die AfD zu engagieren und warnen vor der Wiederholung negativer historischer Ereignisse.

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) unterstützt trotz möglicher Risiken die Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD. Er hebt hervor, dass die AfD sich mit antidemokratischen Kräften und Umstürzlern organisiert, was eine äußerst dramatische Entwicklung darstellt. Thierse betont, dass, sollte der Verfassungsschutz die AfD als weitgehend rechtsextreme Partei einstufen, der Staat ihre Aktivitäten genau überwachen und ein mögliches Verbot in Erwägung ziehen sollte.

Teilnehmer des Potsdamer Treffens von Seiten der AfD, wie Roland Hartwig und Ulrich Siegmund, werden genannt. Roland Hartwig, Berater von Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel, behauptet jedoch, keine vorherige Kenntnis von Sellners Auftritt gehabt zu haben. Der Potsdamer AfD-Kreisvorsitzende Tim Krause betont, dass es sich um eine rein private Veranstaltung handelte und er den Vortrag von Sellner nicht gehört habe. Krause erklärt, dass die Identitäre Bewegung aus gutem Grund auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD stehe, jedoch betont er auch, dass er mit Sellner Kontakt gehabt habe, da er es bevorzuge, mit Menschen zu sprechen anstatt über sie.

Im Zusammenhang mit dem Treffen distanziert sich die Restaurant-Kette „Hans im Glück” von ihrem Mitgesellschafter Hans-Christian Limmer. Der Grund dafür sind Vorwürfe, dass Limmer zu der Veranstaltung bezüglich Remigration eingeladen habe. Das Unternehmen betont seine klare Distanzierung von rechtsextremen Ansichten, da diese im Widerspruch zu den grundlegenden Unternehmenswerten stehen.

Dietmar / Syntronica / Herzbeben schaut fern (Fernsehen / Television / TV)

Der Privatsender RTL+ hat die Dokutainment-Serie „Alt & abgefahren” im Programm.
Darin geht es darum, ob alte Leute noch fähig sind, am Straßenverkehr teilzunehmen.
Nach einer Vorstellungsrunde der Aspiranten drehen diese eine Runde mit einem Fahrlehrer (Fahrprüfer) und werden dann bewertet.

Neben der Arbeit am Tisch mit meinem Chrome-Book ließ ich den Sender laufen, nachdem ich einige Sender durchgezappt hatte.

Erstmal ging es darum, die Aspiranten vorzustellen.
Die Teilnehmer waren zwischen 77 und 81 Jahre alt, jeweils zwei Frauen und zwei Männer.
Den Promi (Prominenten) nenne ich explizit nicht.

Man merkte schon, dass die Teilnehmer nicht wirklich glücklich waren, an dem Eignungstest teilzunehmen. Es ist ja nicht so einfach, sich eingestehen zu müssen, dass man nicht mehr fähig ist, verantwortungsbewusst Autofahren zu können.

Der Fahrlehrer oder Fahrprüfer kann niemandem anordnen, den Führerschein abzugeben oder nicht mehr ins Auto zu steigen, aber man merkte schon, dass die Leute angespannt waren.

Die alten Leute trauten sich schon zu, weiter gut Auto fahren zu können. Bei manchem kam es zwar überheblich und übertrieben herüber, aber der Tenor war, dass man eben 50 oder 60 Jahre lang schon gefahren sei und Erfahrung gesammelt habe. Sie fühlten sich topfit.

Die Vorstellungsrunde verlief im Prinzip fast gleich.
Lilo war sehr von sich überzeugt, auch wenn ihr Lebenspartner etwas anderes meinte.
Gabi meinte, sie habe zwar einen etwas steifen Nacken, der sie beim Seitenblick behindere, doch sie fühlte sich gut.
Peter – der nicht näher genannte Promi – fuhr exakt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit und wurde von seinem Manager belächelt, weil dieser meinte, er schliche durch die Straßen.
Wolfgang kam ziemlich „nervös” herüber und legte sich ein paar Mal mit seiner Enkelin an, die andauernd befürchtete, er könne im selben Moment einen Unfall bauen.

Dann ging es in den Städten der Aspiranten zum Probefahren.

Zwischendurch gab es wieder Einspieler von den Trainingsfahrten der Teilnehmer mit ihren Begleitern.

Melina, Wolfgangs Enkelin, angehende Lehrerin, kritisierte Wolfgang sehr heftig und meinte immer wieder, er dürfe nicht mehr Autofahren nach dem Test.

Lilo. Gabi und Peter (dem besonders) wurde assistiert, dass sie gut Auto führen und sie sich gut zurechtfänden.

Bevor Wolfgang in den Fahrschulwagen einstieg, gab es nochmals einen Einspieler von Milena und ihm, in dem Milena immer kurz vor einem Kollaps stand.
Der Fahrlehrer unterhielt sich mit Wolfgang sehr nett und es kam heraus, dass der Fahrlehrer meinte, Wolfgang wäre von Milena genervt. Das bestätigte sich.
Als Wolfgang fertig war, musste Milena eine Probefahrt machen.
Sie fuhr innerhalb geschlossener Ortschaft zu schnell.
Zurück bekam Wolfgang attestiert, dass er sehr gut trotz seiner 81 Jahre fuhr.
Milena bekam eine „Urkunde” mit Rüge und im Gegensatz zu Wolfgang war bei ihr keine grüne, sondern eine rote Ampel dort aufgedruckt.

So kann es gehen!

Die Folge „Alt & abgefahren” zog sich lahm dahin.
Die nächste schaue ich mir nicht freiwillig oder absichtlich an.


Heute, Dienstag, den 26.10.2021, ist die konstituierende Sitzung des neuen Bundestags. Damit ist die Vorgängerregierung außer Dienst, übernimmt aber geschäftsführende Aufgaben, bis die aktuelle Regierung in Gänze steht und somit handlungsfähig ist.

Um elf Uhr wird der sogenannte „Alterspräsident”, Wolfgang Schäuble, die erste Sitzung des neugewähllten Bundestags mit dem obligatorischen Gong eröffnen.

Den Posten als Bundestagspräsidentin wird Bärbel Bas von der SPD übernehmen, da dieser immer von der Fraktion übernommen wird, die die meisten Sitze hat.
Die Stellvertreter werden von jeder anderen Fraktion gestellt, was aber schon während der vorigen Legislaturperiode kuriose Auswüchse insbesondere der rechtsgerichteten AfD gegenüber annahm.

Für die Vizepräsidenten gibt es eine Pro-Forma-Wahl, aber sie stehen eigentlich schon vorher fest.
Die anderen Fraktionen stieß das „Demokratie-Verständnis” der AfD auf, weswegen sie ihr routinemäßiges Abnicken aussetzten, um anscheinend ein Zeichen setzen zu wollen.
Diese Verweigerungshaltung zog sich bei allen Kandidaten der AfD durch und der Posten wurde ihr verweigert. 

Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung vor vier Jahren wurde der sogenannte „Alterspräsident” umdefiniert.
Per definitionem war bis dahin derjenige „Alterspräsident”, der die meisten Lebensjahre auf dem Buckel gehabt hat.
Die Prognosen sprachen dafür, dass die AfD in den Bundetag einziehen würde, also wäre Alexander Gauland von der AfD der „Alterspräsident” gewesen.
Dies wollten aber die anderen Fraktionen nicht und so wurde der „Alterspräsident” nicht mehr nach Lebensjahren, sondern nach den Jahren im Bundestag (Amtszeit) bestimmt.
Da Gauland sein erstes Bundestagsmandat hatte, wurde dies Wolfgang Schäuble, der seit 1972 Mitglied des Bundestages gewesen ist.

Ein Begriff, den man selten hört, wird nach der „Ära Merkel” wieder öfters benutzt, wenn es um die neue Regierung geht.

Das sogenannte „Versteinerungsgebot”!

Man möchte ein handlungsfähiges Land und kein versteinertes, das sich nicht bewegt..
Diess bedeutet zudem, dass von der alten, nur noch geschäftsführenden, Regierung keine Grundsatzentscheidungen mehr getroffen und keine Posten mehr vergeben werden können.
Über den Begriff „Versteinerungsgebot” kann man selbstverständlich streiten.

Heute wird also nur das Bundespräsidium gewählt.

Im Vorfeld hat die FDP schon geweint, weil sie nicht neben der AfD sitzen will.
Ob es so kommen wird, weiß niemand.

Außer, dass im Grunde genommen alle sich selbst lobpreisen, wird nicht viel passieren.

Nachtrag:

Entschieden wurde erneut, dass im Präsidium jede Fraktion mit einem Vizeposten vertreten sein werde.
Bärbel Bas forderte einen respektvollen Umgang im Parlament und versprach die Präsidentin aller Abgeordneten zu sein.

Auf Dauer wird es langweilig, auch wenn die Covidioten und Impfgegner neue Hypothesen aufstellen. Die neuesten Fake-News sind, dass statt Impfstoff nur Kochsalzlösung gespritzt würde.
Die Wahrheit dahinter ist nicht weit entfernt, aber vieles ist nur Spekulation.

Für die Impfung wird zu Anfang eine Spritze mit 1,5 Milliliter niedrigprozentiger Kochsalz-Wasser-Lösung aufgezogen.
Mit dieser Spritze werden aus einer kleinen Flasche 0,3 Milliliter Impfstoff entnommen. Die beiden Bestandteile vermischen sich innerhalb kürzester Zeit.
So werden dem Körper insgesamt 1,8 Milliliter „Flüssigkeit” pro Impfdosis zugeführt.
Der „reine” Impfstoff, also das, was das Immunsystem anregt, Antikörper und Antigene zu bilden, ist in dieser Dosis nur zu 30 Mikrogramm – 30 millionstel Gramm – enthalten.

Die Ausgangslage für Lügen der Covidioten und Impfgegner ist, dass Politiker und „Prominente” sich beim Impfen filmen lassen. Angeblich sind bei ihnen keine Nebenwirkungen aufgetreten.
Die „Fraktion der Impfgegner” behauptet schlicht und einfach, man habe ihnen nur eine harmlose Kochsalzlösung verabreicht. Irgendwie müssen sie ja ihre Panikmache in Bezug auf „harmlose” Szenen rechtfertigen.

Rückenwind bekommen sie von einem selbst deklariertem „Corona-Ausschuss” und dem Corona-Verharmloser Wolfgang Wodarg.

Dieser „Ausschuss” ist weder von (Bundes- und Landes-) Behörden, noch von anderen Stellen oder Ämtern, geschweige denn vom RKI, dem PEI, dem BMG, der ECDC oder der EMA eingesetzt oder berufen worden.
Er ist also reiner Selbstzweck, um verdrehte Fakten zu publizieren, denn mehr „produziert” er nicht.

Wolfgang Wodarg, Lungenarzt und bekennender Corona-Verharmloser, stellte eine krude Hypothese auf.
Ein Videobeitrag von ihm wurde beim „Corona-Ausschuss” veröffentlicht.

Er behauptet, dass Impfstoff-Produzenten aufgrund der angeblich massiven Nebenwirkungen zwischenzeitig die Ampullen mit Kochsalzlösung befüllen würden anstatt mit dem Impfstoff.
Denn so, meint er, würde man Nebenwirkungen relativieren können.
„Niemand weiß, was dort drin ist”, behauptet er.

Als Mediziner sollte man eigentlich wissen, dass Impfstoffe sehr streng kontrolliert werden.
Bei der Befüllung von Behältern wie Ampullen gibt es computerunterstützte Analysen, die permanent protokollieren, was und mit welcher Menge befüllt wurde. Die Befüllung ist hochautomatisiert und zudem noch fälschungssicher, da die Daten automatisch in eine Datei geschrieben werden.
Jede Charge wird vom PEI kontrolliert. Die Protokolle der Befüllung werden verglichen. Dazu werden aus jeder Charge mehrfach Stichproben genommen.
Auch nimmt das PEI unangekündigte und unregelmäßige Kontrollen in den Unternehmen vor.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Chargen keinen Impfstoff oder etwas anderes als deklariert enthalten, ist gegen null.

Wodarg behauptet weiter, die Pharmaunternehmen, die Impfstoffe gegen Covid-19 herstellten und vertrieben, würden mit dieser Panscherei Forschung betreiben.
Anhand der elektronischen Impfpässe könnte man sehen, was geimpft wurde. Zusammen mit der Meldung von Nebenwirkungen könnte man ganz genau nachvollziehen, wie Geimpfte reagierten.

Auch jetzt fantasiert er sich etwas zusammen.
Die Impfpässe basieren auf den Daten des RKI.
Der elektronische Impfpass wird über einen Großrechner vom RKI bereitgestellt. Dieser überprüft vor der Erstellung, ob die Daten in Ordnung sind und stellte diesen dann bereit.
Jeder elektronische Impfpass und die darin enthaltenen Impfdokumente sind zertifiziert (beglaubigt).

Um zum Beispiel eine Staatsgrenze überqueren zu können, wird mit einem Gerät oder einer App der elektronische Impfpass beziehungsweise der QR-Code gescannt. Dieser sagt nur aus, ob der Impfstatus gültig ist, mehr nicht.
Man kann sich einzelne Impfzertifikate anzeigen lassen, über die App als auch in Papierform, wenn dort ein QR-Code aufgedruckt ist. Dort ist gespeichert, wann man geimpft wurde und womit.
Der Zoll oder die Bundespolizei leitet diese Daten aber nicht weiter. Zudem sind diese Daten sowieso beim RKI hinterlegt.
Wodarg fantasiert, dass eben auf diese Art und Weise Daten zusammengeführt würden.
Die Hausärzte oder andere Ärzte berichten dem RKI und dem PEI in anonymer Form, ob oder welche Nebenwirkungen bei Impfstoffen aufgetaucht sind. Die Namen und Geburtsdaten von Patienten werden nicht weitergegeben, auch nicht die Chargennummern der verabreichten Impfdosen.
Da die Chargennummern im elektronischen Impfpass im Gegensatz zum gelben Papierausweis nicht bekannt sind, kann auch nicht nachverfolgt werden, welche Charge welche Nebenwirkungen verursacht hat.

Zu der Theorie der Sache mit der Kochsalzlösung gibt es zwei Vorfälle.
In Friesland sind einer Krankenschwester mehrere Ampullen mit Impfstoff hingefallen und zerbrochen. Da sie deswegen keinen Ärger bekommen wollte, hat sie nur die Hochsalzlösung weitergegeben.
Die Krankenschwester darf seit dem Bekanntwerden nicht mehr impfen.

In Indien wurden Impfwillige betrogen, da mehrere Ärzte „Impfstoff” verkauft haben, obwohl sich in den Ampullen nur Kochsalzlösung und Placebos befunden hatten. Dies war sehr schnell aufgeflogen, weil der Impfstoff sehr teuer war und weil Impfwillige für die Impfung bezahlen mussten und nachgehakt hatten.
Den Ärzten wurde die Approbation entzogen. 

Wodarg begibt sich in Welten der Mutmaßungen und Spekulationen, um zu versuchen, seine Fantastereien zu beweisen. Beweise für seine kruden Hypothesen bringt er allerdings nicht vor.
Er beschränkt sich oft auf Aussagen wie „Das weiß doch jeder.” oder „Das wäre möglich”.
Er bleibt Beweise schuldig.

Der „Corona-Ausschuss” macht nebenbei bemerkt stundenlange Videokonferenzen, in denen sehr oft Fake-News verbreitet werden. Wirkliche Beweise erbringt dieser nicht. Er gibt sich allerdings den Anstrich, hochoffiziell zu sein, was aber in keinster Weise stimmt.

Dieses Blog feiert heute – 8.2.2021 – seinen fünfzehnten Geburtstag.

Bei Tönnies-Fleisch in Rheda-Wiedenbrück sind momentan knapp 7000 Mitarbeiter samt ihrer Familien in Quarantäne. Man spricht von 1500 bis 2000 nachweislich infizierten. In den Kreisen Gütersloh und Warendorf wurde der sogenannte „Lockdown” verhängt.

Nun laufen sich Politiker, Unternehmer und Gewerkschaften einen Wolf, um den entstandenen Schaden abzuwenden und unter Kontrolle zu bekommen.

Gestern sprach ein Gewerkschafter, der für die Betreuung der Fremdarbeiter bei Tönnies zuständig ist, über die schwierigen Arbeitsbedingungen.
Er sprach über die schwere Arbeit im Betrieb, die langen Schichten von stellenweise zwölf Stunden und das Betriebsklima, das dort herrsche.
Auch bemängelte er die Unterbringung der Fremdarbeiter, die sich mit bis zu zehn Personen eine Wohnung teilten. Die Wohnungen seien nur zum Übernachten zwischen den Schichten benutzt worden, doch man könne bei Temperaturen um 25 bis 30 Grad nicht verlangen, dass diese nun dort zusammenhockten wegen der Quarantäne.
Er sprach auch davon, dass die Fremdarbeiter auch nicht immer den Mindestlohn bezahlt bekämen.

Das ist sehr schlimm.

Die Gewerkschaft hat aber nicht erst bei Bekanntwerden der eklatanten Infektionslage gewusst, welche Bedingungen in den Schlachthöfen vorherrschen. Die Gewerkschaften waren Anfang der 2000-er-Jahren die ersten, die beim Auffliegen des Gammelfleisches über die schlimmen Arbeitsbedingungen schrien.
Schon zu der Zeit wurde nach Abschaffung der sogenannten „Werksverträge” gerufen und Politiker versprachen Besserung.

Die Gewerkschaften haben stillschweigend hingenommen, dass nur kleine Korrekturen am Rande vorgenommen wurden und hielten den Mund.
Wenn der Gewerkschafter schon lange die Fremdarbeiter betreut hat und jetzt erst Tacheles redet, heuchelt er. 

Ebenso kann man dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen nicht mehr glauben, wenn er meint, ein Lockdown sei erst bei der Zahl von 1550 Infizierten notwendig gewesen.

Laut Corona-Verordnung muss in einem Kreis beziehungsweise Landkreis ein „Lockdown kommen”, wenn mehr als 50 Infizierte auf 100 000 Menschen im Mittel über eine Woche aufgetreten sind. 

Im Kreis Gütersloh wohnen: 364.938 Menschen, Stand Ende 2019.
Rein rechnerisch – wie in der Corona-Verodnung beschrieben – hätte der „Lockdown” bei 1277 Infizierten eingeleitet werden müssen und nicht bei 1550, wie Ministerpräsident Laschet es veranlasst hatte.

Ebenso verhält es sich mit dem „Lockdown” für den Kreis Warendorf, in dem 277 840 Menschen wohnen. Dieser „Lockdown” hätte bei rein rechnerisch 973 Infizierten eingeleitet werden müssen.

Genauso eine Verschleierung sieht man in der kreisfreien Stadt Hamm.
Es wird von offizieller Stelle behauptet, in Hamm gelte ein Grenzwert von 90 Infizierten pro Tag auf 100 000 Einwohnern über eine Woche im Mittel.
Dies ist schlichtweg eine Falschaussage, denn laut Corona-Verordnung gilt überall der Grenzwert von 50.
Man könnte mit der Einwohnerzahl von ca. 180 000 in der Stadt Hamm argumentieren. Dann würde dieser Grenzwert nur für Hamm selbst gelten, berechnet auf der Basis von 50, denn der Grenzwert von 50 pro 100 000 Einwohner ergibt in der kreisfreien Stadt Hamm bei 180 000 Menschen 90.

Man sieht also – wieder einmal – dass nicht nur von offizieller Seite Fakten verdreht werden, sondern alle Beteiligten nicht so ganz die Wahrheit richtig darstellen. 

Etwas sollte man bedenken, auch anhand der Einreiseverbote von Bürgern aus Nordrhein-Westfalen in vier Bundesländer.

Eine Person hat das Corona-Virus von China nach Deutschland eingeschleppt. Insgesamt sind über 190 000 Deutsche an diese Seuche erkrankt. Wenn dem Corona-Ausbruch in den Kreisen Gütersloh, Warendorf und der kreisfreien Stadt Hamm kein Einhalt geboten wird, kann es ganz schnell zu einer zweiten Corona-Welle kommen.

Manchen Politikern sind wohl knapp 9000 Tote nicht genug!

Nachrichten Baden Württemberg BW Dietmar Syntronica Herzbeben
Wolfgang Gedeon wurde des Antisemitismus überführt.
Er hatte einige antisemitische und verschwörungstheoretische Bücher unter dem Pseudonym W.G. Meister geschrieben.

Jörg Meuthen, Fraktionsvorsitzender der AfD – Alternative für Deutschland –  im Landtag von Baden-Württemberg, reagierte direkt und traf sich mit Herrn Gedeon. Dabei kam heraus, dass Herr Gedeon eindeutig eine antisemitische Gesinnung hatte. Auch sein Denken über Frauen deutete Jörg Meuthen als realitätsfern. Gedeon hatte den Aufbau des weiblichen Hirns als für Mathematik als unfähig bezeichnet. Er postulierte weiterhin, dass Frauen nicht abstrakt denken könnten.
Man muss nicht unbedingt in der Biologie aufgepasst haben, um solche Behauptungen der Lüge zu überführen und den Urheber solchen Gedankenguts als Idioten zu überführen.

Meuthen wollte die AfD-Fraktion abstimmen lassen, ob Gedeon aus der Fraktion ausgeschlossen würde.
Wie es ausging, wissen wir.
Da es keine 2/3‑Mehrheit gab, gingen Meuthen und dreizehn Andere und verließen die Fraktion.
Im Nachhinein schaffte es die AfD-Vorsitzende Frauke Petry, dass Gedeon doch die AfD-Fraktion verließ.

Nicht erst hier fängt der Stumpfsinn an, sondern schon während des Gesprächs Meuthen-Gedeon.
Meuthen als Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Bundesvorstands der AfD hätte den „Judenhasser” Gedeon so unter Druck setzen müssen, dass er gegangen wäre.
Die Aufforderung an Gedeon, selbst das Handtuch zu werfen, war sehr dumm.
Auch die Abstimmung war ein schwerer Fehler.

Man rufe sich ins Gedächtnis, dass die Fraktion sich bei der ersten Sitzung über Gedeon, sich darauf „geeinigt“ hatte, Gutachter zu bestellen, die prüfen sollten, ob Gedeon in seinen Büchern unter W.G. Meister wirklich antisemitische Äußterungen getätigt habe.

Der Gang der insgesamt vierzehn AfD-ler aus der AfD-Fraktion und das Gesuch, eine eigene unter dem Namen „Alternative für Baden-Württemberg“ zu gründen, zeigt nur, wie dämlich man sein kann.
Meuthen hätte seine Muskeln spielen lassen sollen gegen Gedeon und seine Befürworter, nicht heulend nach Hause gehen sollen!

So macht man eine Partei unglaubwürdig!

oxi-d-sch-2

Dieser Artikel ist auch bei Oximity erschienen

„Alternativ, aber gleichsam dumml”

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