Bücher u. Romane

Ich trage meine Ideen – über dem Grau
Unten ist alles grau.
Schwarz. Weiß. Dazwischen verwaschene Zwischenräume.
Es ist das Fundament, auf dem ich stehe:
Erfahrungen, die ich nicht gewählt habe.
Strukturen, die mich formen wollten.
Alltag, der nach Funktion fragt, nicht nach Fantasie.
Das Grau da unten ist nicht böse.
Es ist nur… ermüdend.
Erwartbar. Festgelegt.
Es ist das „So ist das eben“ der Welt.
Das Raster, in das man mich zu pressen versuchte.
Aber ich habe mich entschieden,
darüber etwas anderes zu tragen.
Ich trage Farbe.
Ich trage Explosionen aus Licht und Idee.
Ich trage das, was aus meinem Kopf kommt –
nicht, weil ich provozieren will.
Sondern weil ich zeigen muss, dass ich da bin.
„Hier endet das Grau.
Ab hier beginnt der Teil von mir,
der leuchtet, spinnt, denkt, träumt.“
Mein T‑Shirt ist keine Kleidung.
Es ist eine Skizze meines Innenlebens.
Es zeigt, was möglich ist, wenn man den Kopf nicht senkt,
sondern hebt.
Ich trage Farbe, weil ich zu lange farblos war.
Ich trage Chaos, weil ich zu lange geordnet wurde.
Ich trage Ideen, weil man mir zu lange sagte, dass sie nicht zählen.
Aber sie zählen.
Sie werden gehört.
Gelesen.
Gesehen.
Und wer wissen will, wer ich bin,
der muss nicht fragen.
Der muss nur hinschauen:
Unten ist das Grau.
Oben ist das Ich.

Das gefährliche Erbe der Radium-Pionierin Marie Curie
Marie Curies Laborhefte strahlen noch heute – fast 100 Jahre nach ihrem Tod
In den klimatisierten Archivräumen der „Bibliothèque Nationale” in Paris lagert ein außergewöhnlicher Schatz der Wissenschaftsgeschichte: die handschriftlichen Labornotizen von Marie Curie., doch diese wertvollen Dokumente sind anders als alle anderen Manuskripte des Archivs – sie müssen in speziellen Bleikisten aufbewahrt werden, denn sie strahlen noch immer gefährlich.
Marie Curie, die als erste Frau einen Nobelpreis erhielt und bis heute die einzige Person ist, die Nobelpreise in zwei verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen gewann, arbeitete über Jahrzehnte hinweg mit radioaktiven Elementen.
Zwischen 1898 und 1934, dem Jahr ihres Todes, verbrachte sie unzählige Stunden in ihrem Labor und dokumentierte akribisch ihre Forschungen zu Radium und Polonium – zwei Elementen, die sie selbst entdeckt hatte.
Was zu Curies Lebzeiten noch nicht vollständig verstanden wurde, ist heute erschreckend klar:
Die Radioaktivität dieser Substanzen durchdrang nicht nur ihren Körper, sondern auch alles, womit sie in Berührung kamen. Ihre Laborhefte, Kleidung, Möbel und sogar ihr Kochbuch wurden radioaktiv kontaminiert.
Die Halbwertszeit von Radium-226, dem Isotop, mit dem Curie hauptsächlich arbeitete, beträgt 1.600 Jahre – ihre persönlichen Gegenstände werden also noch weitere 1.500 Jahre strahlen.
Die Tragik liegt darin, dass Marie Curie und ihre Zeitgenossen die Gefahren der Radioaktivität nicht kannten.
Im Gegenteil: Das grünliche Leuchten der Radiumverbindungen faszinierte sie so sehr, dass sie Reagenzgläser mit radioaktiven Substanzen als nächtliche Dekoration in ihrem Schlafzimmer aufbewahrte.
Curie trug regelmäßig Glasröhrchen mit Radium in ihren Taschen und betrachtete das Leuchten als „fairy lights”.
Diese Unwissenheit kostete sie vermutlich das Leben.
Marie Curie starb 1934 im Alter von 66 Jahren an aplastischer Anämie, einer Erkrankung des Knochenmarks, die höchstwahrscheinlich durch die jahrzehntelange Strahlenbelastung verursacht wurde.
Auch ihr Mann Pierre, der 1906 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, litt bereits unter den Folgen der Strahlenexposition:
Seine Hände waren entstellt und schmerzhaft, seine Gesundheit angeschlagen.
Heute wissen Archivare und Wissenschaftler um die Gefahr, die von Curies Hinterlassenschaften ausgeht.
Die „Bibliothèque Nationale de France” hat strenge Sicherheitsprotokolle entwickelt, um sowohl die wertvollen Dokumente zu bewahren als auch Forscher zu schützen.
Die Laborhefte werden in speziell angefertigten Bleikisten gelagert, die die Strahlung abschirmen.
Besucher, die Curies Aufzeichnungen einsehen möchten, müssen zunächst eine Verzichtserklärung unterschreiben und werden über die Risiken aufgeklärt.
Sie erhalten Schutzkleidung und dürfen nur für begrenzte Zeit mit den Dokumenten arbeiten.
Dosimeter messen kontinuierlich die Strahlenbelastung.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen ist der Zugang zu den Originaldokumenten stark beschränkt – die meisten Forscher arbeiten heute mit digitalisierten Kopien.
Marie Curies radioaktive Laborhefte sind mehr als nur historische Dokumente – sie sind ein eindrucksvolles Mahnmal für die Opfer, die die Wissenschaft manchmal fordert.
Sie erinnern daran, dass bahnbrechende Entdeckungen oft mit unerkannten Risiken verbunden sind und dass der Fortschritt der Menschheit auf den Schultern mutiger Forscher steht, die persönliche Gefahren in Kauf nahmen.
Gleichzeitig verdeutlichen sie den enormen Fortschritt im Strahlenschutz und in der Sicherheitstechnik.
Was Marie Curie unwissentlich erduldete, wäre heute mit modernen Schutzmaßnahmen vermeidbar.
Ihre strahlenden Notizen werden noch Jahrhunderte lang Zeugnis ablegen von einer Zeit, als die Menschheit die unsichtbaren Kräfte des Atoms zu verstehen und zu nutzen begann – und dabei einen hohen Preis zahlte.
Die Bleikisten in der Pariser Bibliothek hüten so nicht nur die Aufzeichnungen einer der größten Wissenschaftlerinnen der Geschichte, sondern auch eine Lektion über die Verantwortung der Forschung und den Wert des menschlichen Lebens im Dienste der Erkenntnis.

Weltkongress der Prokrastination verschoben – Neuer Termin: 2030
Zum Bedauern mancher und zum stillen Amüsement vieler ist der mit Spannung erwartete Weltkongress der Prokrastination, ursprünglich für von 27. Juni bis zum 29. Juni 2025 geplant, offiziell auf das Jahr 2030 verschoben worden.
Der Kongress, der in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit auf sich zog, hätte erstmals Prokrastinations-Expert:en, Forscher und Praktiker aus aller Welt in einem großen Forum zusammengebracht, um die Bedeutung des Aufschiebens für das menschliche Verhalten, die Kreativität und die Produktivität zu erörtern.
Die Veranstalter versprechen jedoch, dass das Warten sich lohnen wird.
„Der Kongress wird irgendwann stattfinden – versprochen“
Die Ankündigung erfolgte am 9. November 2024 in einem Statement der Organisation „Global Delay Society“, die für die Ausrichtung des Kongresses verantwortlich ist.
In der Erklärung hieß es:
„Die Vorbereitungen haben Fortschritte gemacht, allerdings fühlen wir, dass wir noch einige Jahre zusätzliche Planung und Reflexion benötigen, um der Veranstaltung das Format und die Bedeutung zu verleihen, die sie verdient.“
Der Sprecher der Gesellschaft, Dr. Augustin Tardia, äußerte sich auf Nachfrage in gewohnt gelassener Manier:
„Es wäre viel zu übereilt gewesen, den Kongress bereits 2024 abzuhalten. Schließlich ist die Kunst des Aufschiebens nichts, was man unter Zeitdruck tun sollte.“
Ein Kongress im Geiste des Aufschiebens
Der Weltkongress der Prokrastination sollte ursprünglich ein zweitägiges Programm umfassen, das von Vorträgen und Diskussionsrunden bis hin zu praktischen Workshops reichte.
Geplante Themen waren unter anderem: „Die verborgenen Vorteile des Aufschiebens“, „Das kreative Potenzial der letzten Minute“ und „Die Wissenschaft der Prokrastination: Mythos oder evolutionäre Notwendigkeit?“.
Auch ein Panel zum Thema „Kulturelle Unterschiede im Aufschieben – Weltweit ähnliche Muster?“ war angedacht.
Viele Teilnehmer:innen, darunter renommierte Psychologen, Soziologen und Neurowissenschaftler, hatten bereits zugesagt und ihre Teilnahme bestätigt – allerdings nur unter der Bedingung, dass ihre Vorträge flexibel verschoben werden könnten.
„Ein ehrliches Fest der Aufschieberitis“
Viele der angemeldeten Teilnehmer begrüßen die Verschiebung des Events.
So erklärte etwa die bekannte Verhaltenspsychologin Dr. Elisa Langzeit:
„Ein Kongress über Prokrastination kann nur authentisch sein, wenn er selbst immer wieder verschoben wird. Wir schaffen damit Raum für wahre Reflexion und können den inneren Dialog des Aufschiebens zelebrieren.“
Sie sieht die Verzögerung als wichtigen Bestandteil des Kongress-Erlebnisses, das die Mentalität der Prokrastination auf einer tiefen Ebene verankern soll.
Im Kreise der Prokrastinations-Forscher wächst jedoch eine Sorge, dass die Verschiebung möglicherweise das Interesse am Thema mindern könnte.
Dies weist der Kongress-Vorsitzende Dr. Tardia allerdings zurück:
„Ganz im Gegenteil! Die Leute, die sich wirklich für das Thema begeistern, werden darauf warten, egal wie lange es dauert. Sie sind geübt darin, sich Dinge für später aufzusparen. Es ist das Wesen der Prokrastination, den Moment auszudehnen und die Erwartung aufrechtzuerhalten.“
Ein Ausblick auf das Programm (… vielleicht)
Nach Aussagen der Organisatoren wird das Programm im Jahr 2030 noch umfangreicher ausfallen.
Neben den ursprünglich geplanten Vorträgen und Workshops wird derzeit an neuen Formaten gearbeitet, darunter ein „Aufschiebe-Marathon“, bei dem die Teilnehmer:innen versuchen sollen, eine Aufgabe möglichst lange nicht zu erledigen.
Hierfür könnten Preise wie „Längstes Zögern“ und „Kreativstes Hinauszögern“ vergeben werden.
Für Entspannungspausen, die ausschließlich dafür vorgesehen sind, dass die Teilnehmer sich vor geplanten Aufgaben drücken, ist ebenfalls ausreichend gesorgt.
Ein weiteres Highlight soll der „Prokrastinations-Battle“ werden, bei dem sich Teilnehmer gegenseitig in kreativen Formen des Aufschiebens übertrumpfen können.
Hier sind Reden zu erwarten, die durch unterbrochene Gedankengänge und Abschweifungen bestechen und so das Thema auf charmante Weise repräsentieren.
Abgerundet wird das Ganze durch die „Galerie der Unvollendeten Werke“, eine Ausstellung, die Werke aus aller Welt zeigen wird, die in verschiedenen Stadien der Unvollständigkeit stecken geblieben sind.
Von halbfertigen Gedichten bis zu unfertigen Gemälden und halb programmierten Apps sollen hier die Schönheit und der Charme des Unvollendeten zelebriert werden.
Eine Veranstaltung in der Schwebe
Während die „Global Delay Society“ versichert, dass das Interesse und die Unterstützung der Community für die Verschiebung hoch sind, gibt es Stimmen, die den Beschluss kritisch betrachten.
So äußerte der schweizerische Soziologe Dr. Hans Späterlii seine Bedenken:
„So sehr ich die Idee des Kongresses schätze, so frage ich mich, ob die fortlaufenden Verzögerungen nicht ein strategisches Mittel sind, um das Thema weiter zu mystifizieren und die Aufmerksamkeit in der Schwebe zu halten. Die Prokrastination ist ein Phänomen, das man durchaus ernst nehmen sollte – besonders in einer Welt, die immer schneller wird.“
Doch ungeachtet solcher Einwände verspricht die „Global Delay Society“, dass der Kongress ein Ereignis wird, das die Welt des Aufschiebens für immer prägen wird – wann immer es schließlich stattfinden wird.
Ausblick auf die Zukunft des Prokrastinations-Kongresses
Mit dem neuen Termin im Jahr 2030 hoffen die Organisatoren, genügend Zeit zu haben, um ein bahnbrechendes Event auf die Beine zu stellen.
Für all diejenigen, die sich bereits eingehend mit dem Thema beschäftigt haben und nun enttäuscht sind, bietet die „Global Delay Society“ jedoch eine aufmunternde Botschaft:
„Man kann nie früh genug damit anfangen, sich Zeit zu lassen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, sondern genießen Sie den Moment des Wartens – schließlich ist das die wahre Kunst der Prokrastination.“
Ob die Veranstaltung tatsächlich 2030 stattfinden wird oder dann erneut verschoben wird, bleibt offen.
Bis dahin bleibt der Weltkongress der Prokrastination ein amüsantes, doch immer ernstzunehmendes Symbol unserer Beziehung zur Zeit, zu den eigenen Erwartungen – und zum Zauber der unerledigten Dinge.

Die Morgensonne fiel durch die Küchenfenster und ließ das frisch gedruckte Buch auf dem Eichentisch golden schimmern.
Ralf stellte seine Kaffeetasse vorsichtig daneben und betrachtete noch einmal den Umschlag seines neuesten Romans.
„Schatten der Vergangenheit” stand in eleganten Lettern darauf, darunter sein Name in bescheidener Schrift.
Drei Jahre hatte er an diesem Buch gearbeitet, hatte Nächte durchgeschrieben, Charaktere zum Leben erweckt, eine Welt erschaffen, die ihm selbst manchmal realer erschien als die eigene.
Er positionierte das Buch so, dass Birgit es unmöglich übersehen konnte, wenn sie gleich zum Frühstück herunterkam.
Der Verlag hatte ihm gestern die ersten Exemplare geschickt, und sein Herz hatte vor Aufregung gepocht, als er das Paket geöffnet hatte.
Endlich konnte er seiner Frau zeigen, woran er so lange gearbeitet hatte.
„Morgen, Schatz!”
Birgit wirbelte in die Küche, bereits perfekt geschminkt und angezogen für ihren Termin beim Friseur.
Sie griff sich hastig ein Croissant und einen „Kaffee to go”, einen Thermobecher, den sie mit Kaffee füllte..
„Ich bin spät dran, Lisa wartet schon.”
Ralfs Blick wanderte von seinem Buch zu seiner Frau.
Sie hatte es nicht einmal bemerkt.
Oder doch?
Ihre Augen huschten über den Tisch, verweilten kurz bei dem Buch, glitten dann weiter zur Zeitung, zur Kaffeemaschine, zu allem anderen.
„Birgit”, sagte er vorsichtig, „schau mal hier.”
Sie drehte sich um, das Croissant bereits zwischen den Zähnen. „Mmh?”
„Mein neues Buch ist da.”
Er deutete auf den Tisch, konnte die Aufregung in seiner Stimme nicht ganz verbergen.
„Ach so, ja. Super!”
„Das ist toll, Ralf. Wirklich. Aber ich muss jetzt wirklich los. Erzähl mir heute Abend davon, okay?”
Die Tür fiel ins Schloss.
Ralf blieb allein in der Küche zurück, das Buch vor sich, das plötzlich sehr klein und unbedeutend wirkte.
Am Abend versuchte er es erneut.
Birgit saß auf der Couch, scrollte durch ihr Handy und kommentierte die Instagram-Posts ihrer Freundinnen.
„Weißt du”, begann Ralf, „in dem neuen Buch habe ich eine Szene geschrieben, auf die ich besonders stolz bin. Es geht um einen Mann, der seine Erinnerungen verliert, aber durch die Gegenstände in seinem Haus langsam Bruchstücke seiner Vergangenheit zusammensetzt. Ich habe versucht zu zeigen, wie Objekte Geschichten erzählen können, wie sie…”
„Ja, ja”, unterbrach Birgit, ohne aufzublicken, „Du bist so kreativ, Ralf. Ich bin ja auch kreativ, weißt du. Heute habe ich mir eine völlig neue Frisur machen lassen. Siehst du?”
Sie drehte den Kopf, sodass das Licht ihre frisch gestylten Locken erfasste.
Ralf verstummte.
Kreativ.
Sie nannte das kreativ.
Er dachte an die Monate, in denen er um jeden Satz gerungen hatte, an die Recherche für historische Details, an die schlaflosen Nächte, in denen er Dialoge umgeschrieben hatte, bis sie perfekt klangen.
„Die Frisur steht dir gut”, sagte er schließlich.
„Danke! Oh, übrigens, ich habe Sarah erzählt, dass du ein neues Buch veröffentlicht hast. Sie war total beeindruckt. Ich hab ihr gesagt, dass mein Mann ein großer Autor ist. Sie will unbedingt mal eines deiner Bücher lesen.”
Ein großer Autor.
Die Worte hätten ihn stolz machen sollen, aber sie fühlten sich hohl an, wie eine schöne Verpackung um ein leeres Geschenk.
In den folgenden Wochen entwickelte Ralf eine Gewohnheit, die ihm selbst peinlich war.
Jedes Mal, wenn Birgit das Haus verließ, ging er in die Küche und überprüfte das Buch.
Es lag noch immer dort, wo er es hingelegt hatte, unberührt, als wäre es unsichtbar.
Er drehte es um, legte es an andere Stellen auf dem Tisch, stellte sogar ein Lesezeichen hinein, als hätte jemand angefangen zu lesen.
Aber das Lesezeichen blieb auf Seite eins, benso die klenen Papierschnipsel, die er im Buch verteilt hatte.
Manchmal nahm er das Buch in die Hand und blätterte selbst darin.
Die Worte, auf die er einst so stolz gewesen war, schienen zu verblassen.
Wie konnte etwas wichtig sein, wenn es der wichtigste Mensch in seinem Leben nicht einmal eines Blickes würdigte?
Bei einer Lesung in der örtlichen Buchhandlung sah er sie im Publikum sitzen.
Birgit war gekommen, was ihn zunächst freute, doch während er aus seinem Buch vorlas, eine besonders emotionale Passage über Verlust und Wiederfindung, sah er, wie sie ihr Handy zückte und ein Selfie machte.
Sie postete es sofort mit der Bildunterschrift: „So stolz auf meinen talentierten Ehemann! #AutorLife #ProblemAuthor”
Nach der Lesung kamen Menschen auf ihn zu, sprachen über die Tiefe seiner Charaktere, die Schönheit seiner Sprache. Eine ältere Dame hatte Tränen in den Augen, als sie ihm sagte, wie sehr sie die Geschichte berührt hatte.
Aber Birgit stand am Rand, umgeben von ihren Freundinnen, und erzählte, wie wunderbar es sei, mit einem Autor verheiratet zu sein, der städig Ruhm einheimste.
„Du bist so anders geworden”, sagte Birgit eines Abends, als sie merkwürdig betreten nach Hause kam.
Sie hatte den ganzen Tag bei ihrer Schwester verbracht und wirkte aufgekratzt und gleichzeitig nachdenklich.
Ralf blickte von seinem Laptop auf.
Er arbeitete an einem neuen Projekt, aber die Worte wollten nicht fließen.
„Anders?”
„So… distanziert. Reserviert.”
Sie setzte sich ihm gegenüber an den Küchentisch, genau dort, wo sein Buch noch immer lag.
Ihre Hand berührte es beiläufig, schob es zur Seite, um Platz für ihre Ellbogen zu schaffen.
„Ich bin nicht distanziert”, sagte er, aber selbst in seinen eigenen Ohren klang es nicht überzeugend.
„Doch, bist du. Du redest kaum noch mit mir über deine Arbeit. Früher hast du mir immer alles erzählt.”
Ralf starrte sie an.
Wann hatte er aufgehört?
Wann hatte er begriffen, dass seine Begeisterung auf taube Ohren stieß, dass seine kreativen Durchbrüche mit einem desinteressierten „Super” abgetan wurden?
„Ich rede noch mit dir”, sagte er schwach.
„Nein, das tust du nicht. Und ich verstehe nicht warum. Ich unterstütze dich doch. Ich erzähle allen von deinen Büchern. Ich bin stolz auf dich.”
Stolz.
Das Wort hing zwischen ihnen in der Luft.
Stolz auf etwas zu sein, das man nie gesehen, nie berührt, nie wirklich verstanden hatte – was war das für ein Stolz?
Die Wende kam an einem Sonntagnachmittag.
Birgit hatte Besuch von ihrer Freundin Claudia, einer Literaturprofessorin, die Ralf schon lange bewunderte.
Sie saßen im Wohnzimmer, und Ralf hörte aus der Küche ihr Gespräch.
„Ralfs neues Buch soll sehr gut sein”, sagte Claudia. „Ich habe großartige Kritiken gelesen. Du musst so stolz auf ihn sein.”
„Oh ja, total!”, antwortete Birgit mit übertriebener Begeisterung. „Es ist wirklich… sehr kreativ. Sehr… literarisch.”
„Worum geht es denn?”
Eine Pause.
Ralf hielt den Atem an.
„Na ja, es ist… kompliziert zu erklären. Du weißt ja, wie Ralf ist, immer so tief und… metaphorisch.”
„Aber du hast es doch gelesen?”
Eine längere Pause.
„Natürlich! Ich meine… teilweise. Ich komme nur nie dazu, es ganz zu Ende zu lesen. Du kennst das ja, das Leben, der Alltag…”
Ralf lehnte sich gegen die Küchenwand und schloss die Augen.
In diesem Moment verstand er, dass seine Ehe wie sein Buch auf dem Küchentisch lag – sichtbar, aber ungelesen, da, aber unbeachtet.
Am nächsten Morgen fand Ralf Birgit in der Küche vor.
Sie hielt sein Buch in den Händen, blätterte hastig darin.
„Was machst du da?”, fragte er.
Sie erschrak, als hätte er sie bei etwas Verbotenem erwischt.
„Ich… ich wollte nur mal reinschauen. Claudia hat gestern so interessiert nachgefragt.”
Ralf setzte sich ihr gegenüber. „Birgit, kannst du mir ehrlich eine Frage beantworten?”
Sie nickte, aber ihre Augen wichen seinem Blick aus.
„Hast du jemals eines meiner Bücher gelesen? Wirklich gelesen?”
Die Stille, die folgte, war ohrenbetäubend. Birgit öffnete den Mund, schloss ihn wieder, suchte nach Worten, die nicht kamen.
„Das erste”, sagte sie schließlich. „Teilweise.”
„Das erste Buch habe ich vor acht Jahren veröffentlicht.”
„Ich wollte immer… ich hatte vor… aber sie sind so…”
Sie verstummte.
„So was?”
„So schwer zu verstehen. So ernst. Ich bin nicht so intellektuell wie du, Ralf. Ich lese lieber… andere Sachen.”
Ralf nickte langsam.
Endlich Ehrlichkeit.
Es tat weh, aber es war besser als die Lügen.
„Warum erzählst du dann allen, dass du stolz auf mich bist? Warum nennst du mich einen großen Autor?”
Birgit sah ihn an, und zum ersten Mal seit Monaten sah er echte Verwirrung in ihren Augen, echte Hilflosigkeit.
„Weil… weil du mein Mann bist. Weil andere Leute sagen, dass du gut bist. Weil ich denke, dass ich stolz sein sollte.”
In den Wochen, die folgten, sprachen sie wenig miteinander.
Ralf schrieb, aber seine Worte fühlten sich leer an, als würde er in ein Vakuum hinein schreiben.
Birgit versuchte gelegentlich, Interesse zu heucheln, aber ihre Versuche wirkten noch falscher als ihr Desinteresse.
Eines Abends, als der Herbstregen gegen die Fenster prasselte, fand Ralf sie am Küchentisch sitzend.
Vor ihr lag sein Buch, aufgeschlagen bei Seite dreißig.
„Ich verstehe das nicht”, sagte sie, ohne aufzublicken.
„Was verstehst du nicht?”
„Diese Szene hier. Der Mann findet einen alten Brief, und plötzlich erinnert er sich an seine tote Frau. Aber warum ist das so wichtig? Es ist doch nur ein Brief.”
Ralf setzte sich neben sie.
„Es ist nicht der Brief an sich. Es ist das, was der Brief repräsentiert. Die Liebe, die er hatte. Die Erinnerungen, die er verloren glaubte. Es geht um die Kraft der kleinen Dinge, uns mit unserer Vergangenheit zu verbinden.”
Birgit runzelte die Stirn. „Aber warum schreibst du das nicht einfach so hin? Warum muss es so… versteckt sein?”
„Weil das Leben so ist”, sagte Ralf leise. „Die wichtigsten Dinge sind oft versteckt. Sie liegen zwischen den Zeilen.”
Sie blickten sich an, und in diesem Moment verstanden beide, dass sie über mehr als nur das Buch sprachen.
Monate vergingen.
Ralfs neues Buch wurde von der Kritik gelobt, gewann sogar einen kleinen Literaturpreis.
Birgit begleitete ihn zur Preisverleihung, strahlte in die Kameras, gab Interviews über den „Alltag mit einem preisgekrönten Autor”.
Aber zwischen ihnen war etwas zerbrochen, das sich nicht mehr reparieren ließ.
An einem kalten Dezemberabend saß Ralf in seinem Arbeitszimmer und schrieb an einer neuen Geschichte.
Es war eine Geschichte über einen Mann, der entdeckt, dass seine Frau ihn liebt, aber nicht versteht, und über eine Frau, die stolz auf ihren Mann ist, aber nicht weiß, warum.
Es war eine Geschichte über Liebe und Entfremdung, über das, was passiert, wenn zwei Menschen nebeneinander her leben, ohne sich wirklich zu berühren.
Birgit kam herein, setzte sich auf die Couch hinter seinem Schreibtisch.
„Schreibst du über uns?”, fragte sie.
Ralf hörte auf zu tippen. „Vielleicht.”
„Wie geht die Geschichte aus?”
Er drehte sich zu ihr um. Ihre Augen waren rot, als hätte sie geweint.
„Ich weiß es noch nicht.”
„Können sie glücklich werden? Obwohl sie so unterschiedlich sind?”
Ralf dachte lange nach.
„Ich denke, Glück ist möglich. Aber nur, wenn beide ehrlich zueinander sind. Wenn sie aufhören, so zu tun, als wären sie jemand anders.”
Birgit nickte langsam.
„Ich bin nicht kreativ, nicht wahr? Nicht so wie du.”
„Nein”, sagte er sanft. „Aber das ist in Ordnung. Du musst nicht so sein wie ich.”
„Aber du brauchst jemanden, der versteht, was du schreibst.”
Ralf schwieg. Die Wahrheit hing zwischen ihnen, unausgesprochen aber verstanden.
Ein Jahr später lebten sie getrennt.
Es war keine böse Trennung gewesen, eher ein sanftes Auseinanderdriften, wie zwei Schiffe, die verschiedene Häfen ansteuern.
Birgit hatte einen neuen Partner gefunden, einen Geschäftsmann, der ihre Liebe für schöne Dinge teilte.
Sie wbildete sich ein, glücklich zu sein, aber sie war nach der Zeit der Rosa Brille einsam.
Ralf schrieb weiter.
Seine Geschichten wurden persönlicher, ehrlicher, schmerzhafter.
Er lernte eine Buchhändlerin kennen, die seine Bücher nicht nur las, sondern liebte, die mit ihm über Charaktermotivationen diskutieren konnte und seine Metaphern verstand.
Manchmal, wenn er an seinem neuen Roman arbeitete – einer Geschichte über Neuanfänge und die Courage zur Ehrlichkeit –, dachte er an das Buch, das einst auf dem Küchentisch gelegen hatte.
Ungelesen, aber nicht unsichtbar.
Es hatte ihnen beiden gezeigt, wer sie wirklich waren.
Und das, dachte Ralf, während er schrieb, war vielleicht die wichtigste Geschichte von allen.

Die Esoterik ist ein vielschichtiges und umstrittenes Phänomen, das sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend in der modernen Gesellschaft verbreitet hat.
Obwohl sie oft religiöse Elemente wie Engel, Jesus oder Gott einbezieht, ist sie kein Glaube im Sinne einer etablierten Religion.
Stattdessen handelt es sich um ein Sammelsurium verschiedener Glaubensformen und Praktiken, die sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und Individualität auszeichnen.
Diese Flexibilität mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, doch bei näherer Betrachtung offenbart sich eine problematische Dimension.
Ein zentrales Merkmal der Esoterik ist ihre Bequemlichkeit.
Sie bietet den Menschen die Möglichkeit, sich aus einem breiten Spektrum an Überzeugungen und Praktiken genau das herauszusuchen, was am besten zu ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben passt.
Diese Art des „Rosinenpickens“ ermöglicht es, sich eine individuelle Spiritualität zusammenzustellen, ohne sich den oft strengen und fordernden Regeln traditioneller Religionen unterwerfen zu müssen, doch genau diese Bequemlichkeit birgt die Gefahr der Selbsttäuschung.
Indem man sich nur das aussucht, was einem gefällt und bequem erscheint, vermeidet man die Auseinandersetzung mit unangenehmen oder herausfordernden Aspekten des Glaubens.
Ein weiteres Problem der Esoterik ist ihr pseudowissenschaftlicher Anspruch.
Viele esoterische Lehren und Praktiken geben vor, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu beruhen, doch bei genauerer Prüfung entpuppt sich dies als bewusste Täuschung.
Begriffe und Konzepte aus der Wissenschaft werden oberflächlich und gewollt falsch verwendet, um den Anschein von Seriosität zu erwecken.
Dies führt zu einer Verwässerung und Verzerrung wissenschaftlicher Erkenntnisse und trägt zur Verbreitung von Halbwissen und falschen Vorstellungen bei.
Darüber hinaus fördert die Esoterik eine egozentrische Haltung.
Im Mittelpunkt steht nicht das Wohl der Gemeinschaft oder die Einhaltung ethischer Prinzipien, sondern das individuelle Streben nach Glück, Erfolg und Selbstverwirklichung.
Diese Haltung des „Spirituellen Egoismus“ steht im Widerspruch zu den Grundwerten vieler traditioneller Religionen, die Gemeinschaft, Nächstenliebe und Selbstlosigkeit betonen.
Ein weiteres gravierendes Problem der Esoterik ist ihre Tendenz zur Selbsttäuschung.
Indem sie den Menschen die Möglichkeit bietet, sich ihre eigene Realität zu schaffen, fördert sie eine Flucht aus der realen Welt in eine Scheinwelt.
Diese Flucht kann dazu führen, dass Menschen die Fähigkeit verlieren, sich mit den realen Herausforderungen des Lebens auseinanderzusetzen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Esoterik trotz ihrer Popularität und Attraktivität eine Reihe von gravierenden Problemen aufweist.
Ihre Bequemlichkeit, ihr pseudowissenschaftlicher Anspruch, ihre egozentrische Haltung und ihre Tendenz zur Selbsttäuschung machen sie zu einem fragwürdigen Phänomen.
Es ist wichtig, sich dieser Probleme bewusst zu sein und eine kritische Haltung gegenüber esoterischen Lehren und Praktiken einzunehmen.
Nur so kann man sich vor den Gefahren der Selbsttäuschung und der Flucht aus der Realität schützen.

Greta Thunberg und die antisemitische Unterströmung der Woke-Ideologie
Der Fall Greta Thunberg und ihre jüngste Provokation gegen Israel offenbaren einmal mehr, wie tief verwurzelt antisemitische Tendenzen in der sogenannten „woken” Bewegung sind.
Die selbst-deklarierte schwedische Klimaaktivistin, die sich einst als „moralische Instanz für den Planeten” inszenierte, zeigt nun ihr wahres Gesicht:
Sie unterstützt offen antiisraelische Narrative und stellt sich damit in eine Reihe mit extremistischen Kräften, die Israel das Existenzrecht absprechen.
Immer wieder wird deutlich, wie Thunberg ihre Reichweite nutzt, um israelfeindliche Propaganda zu verbreiten.
Anstatt sich auf Klimafragen zu konzentrieren, mischt sie sich in einen hochkomplexen geopolitischen Konflikt ein – und zwar auf eine Weise, die israelische Sicherheitsinteressen ignoriert und palästinensischen Terror relativiert.
Doch das ist kein Einzelfall:
Die *woke* Bewegung, die sich angeblich für „soziale Gerechtigkeit“ einsetzt, hat längst eine klare antisemitische Schlagseite.
Unter dem Deckmantel des „Antikolonialismus“ und „Antirassismus“ wird Israel dämonisiert, während reale Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern ignoriert werden.
Diese einseitige Fixierung auf den jüdischen Staat ist kein Zufall, sondern folgt einem klassischen antisemitischen Muster: Juden werden als kollektive Unterdrücker dargestellt, während ihre historische Verfolgung und ihr Recht auf Selbstverteidigung geleugnet werden.
Noch bedenklicher ist, wie die *woke* Ideologie Andersdenkende zum Schweigen bringen will.
Wer es wagt, Israel zu verteidigen oder auf die Doppelstandards der Bewegung hinzuweisen, wird sofort als „rechts“, „rassistisch“ oder „unmoralisch“ diffamiert.
Thunberg selbst agiert wie eine selbsternannte Moralwächterin, die entscheidet, wer „gut“ und wer „böse“ ist – ohne jede Nuance oder Sachkenntnis.
Diese Meinungsdiktatur ist ein zentrales Merkmal des Woke-Kults:
Nicht Fakten zählen, sondern ideologische Reinheit.
Wer nicht bedingungslos der antiisraelischen Linie folgt, wird ausgegrenzt.
Das erinnert an totalitäre Regime, in denen Abweichler mundtot gemacht werden.
Es ist entscheidend, diese gefährliche Entwicklung immer wieder anzuprangern.
Die *woke* Bewegung tarnt sich als humanitär und progressiv, doch in Wirklichkeit fördert sie Hass, Spaltung und Antisemitismus.
Thunbergs Israel-Bashing ist kein Ausrutscher, sondern symptomatisch für eine Ideologie, die längst die westlichen Institutionen unterwandert hat – von Universitäten über Medien bis hin zu politischen Parteien.
Wer Freiheit und Demokratie bewahren will, muss diese Meinungsdiktatur bekämpfen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass Israel als einzige Demokratie im Nahen Osten zum Feindbild erklärt wird, während Terrorregime wie Iran oder Hamas verharmlost werden.
Und wir müssen laut sagen: „Antisemitismus hat keinen Platz in einer freien Gesellschaft – auch nicht im Gewand des Woke-Seins.”.
Greta Thunberg und ihre Mitstreiter sollten sich schämen, doch wichtiger ist, dass die schweigende Mehrheit endlich aufwacht und dieser Ideologie entschlossen entgegentritt.

Exklusiv: Wir verschenken unsere Persönlichkeitsrechte – weil Kommerz ja schließlich Ehre ist!
Wir haben gerade beschlossen, dass Privatsphäre ein überbewertetes Konzept ist.
Liebe Konzerne, liebe Datenkraken, liebe Sammler menschlicher Würde in algorithmischer Form,
heute ist ein großer Tag für uns alle – denn wir haben beschlossen, endlich unsere restlichen Skrupel über Bord zu werfen und euch uneingeschränkten Zugriff auf unser Leben zu gewähren. Warum sollten wir auch etwas für uns behalten, wenn es doch viel lukrativer ist, jeden noch so peinlichen Schnappschuss, jedes unbedachte Wort und jede unvorteilhafte Körperhaltung in monetarisierbare Content-Schnipsel zu verwandeln?
Unsere Gesichter für Tiefkühl-Lasagne – weil Authentizität hungrig macht
Hiermit erteilen wir der Firma Meta offiziell die Erlaubnis, unsere müden, ungeschminkten Morgen-Gesichter auf die Verpackung von Tiefkühl-Lasagne zu drucken.
Nicht weil wir besonders gut aussehen (ganz im Gegenteil), sondern weil wir der festen Überzeugung sind, dass Verbraucher beim Tiefkühlregal genau das sehen wollen: Menschen, die aussehen, als hätten sie ihre letzte bisschen Lebensfreude zwischen zwei Schichten geschmolzenen Käses verloren.
- Marketing-Slogan-Vorschlag: „Unsere Lasagne – so lecker, dass selbst diese enttäuschten Gesichter sie essen!“
- Bonus-Feature: Sollte die Lasagne matschig sein, können Kunden sich trösten, indem sie unseren Gesichtern direkt in die Augen schauen und erkennen: „Ah, diese Menschen haben auch schon Schlimmeres überlebt.“
Jogginghosen-Selfies als Raststätten-Kunst – Hochkultur für müde LKW-Fahrer
Weiterhin erlauben wir Meta, unsere Jogginghosen-Selfies als Kunstinstallation in Autobahnraststätten auszustellen.
Nicht etwa, weil diese Fotos künstlerisch wertvoll wären, sondern weil sie perfekt die Essenz moderner Existenz einfangen: schlaffe Bequemlichkeit, gepaart mit der resignierten Akzeptanz des eigenen Verfalls.
- Ausstellungstitel: „Wir gingen joggen – im Geiste“
- Standort: Direkt neben dem verdreckten Kaffeeautomaten, wo sie ihre wahre Wirkung entfalten können.
- Interaktives Element: Besucher dürfen die Bilder mit Currywurst-Soße bewerfen – als Metapher für das eigene Lebensgefühl.
Amazon darf unsere nächtlichen Sprachmemos vertonen – Schlafentzug als Podcast
Doch warum bei Bildern aufhören?
Wir räumen Amazon das vollumfängliche Recht ein, unsere halbdelirischen Sprachaufnahmen aus dem Halbschlaf als Meditations-Podcast zu veröffentlichen – und zwar exklusiv auf Kassette, weil nichts beruhigender ist als das Rattern eines veralteten Mediums, während eine verwaschene Stimme murmelt: „…warum ist der Kühlschrank so laut… wer hat die Katze besteuert… wir sollten wirklich mal unsere Lebensentscheidungen überdenken…“
- Target Audience: Menschen, die ASMR zu aufregend finden und stattdessen echte geistige Umnachtung bevorzugen.
- Premium-Abo: Für nur 9,99 €/Monat gibt’s zusätzlich unsere Schnarchgeräusche in Dolby Surround.
Warum wir das tun? Aus reiner Großzügigkeit! (Und totaler Verzweiflung)
Man könnte meinen, wir hätten uns einfach damit abgefunden, dass wir ohnehin keine Kontrolle mehr über unsere Daten haben – aber nein! Das hier ist eine bewusste, proaktive Entscheidung. Wenn wir schon ausgebeutet werden, dann wenigstens mit Stil. Und wer weiß? Vielleicht werden wir ja zum Kult-Phänomen, den postmodernen Warhol’schen Superstars des digitalen Zeitalters:
- Die Leute, deren Gesichter für Fertiggerichte stehen.
- Das Paar, dessen Jogginghosen-Fotos Trucker zum Weinen bringen.
- Die Stimmen, die eine Generation in den Schlaf – oder Wahnsinn – lullt.
Fazit: Willkommen in der Zukunft – wo alles Content ist, und wir nur noch NPCs in unserem eigenen Leben
Falls ihr auch eure Reste an Privatsphäre verscherbeln wollt, meldet euch bei uns. Wir vermitteln gerne an die passenden Konzerne. Zusammen können wir es schaffen, dass kein noch so unbedeutender Moment unseres Daseins unmonetarisiert bleibt.
Die Zukunft ist jetzt, alte Freunde. Und sie ist… verdammt weird.
[Disclaimer: Dieser Text ist satirisch. Oder etwa doch nicht? Hey, Meta, falls ihr das lest – wir nehmen auch Bitcoins.]

Die Schule – jener wunderbare Ort, an dem wir stundenlang Matheaufgaben über Verpackungen lösten:
Wie berechnet man die Materialmenge so, dass eine Verpackung möglichst effizient ist?
Effizient, sagten sie, weil das eine Fähigkeit sei, die wir später ganz dringend im Leben brauchen würden.
Schließlich will ja niemand unnötig Ressourcen verschwenden, oder?
Fast schon ironisch, dass uns genau dieses Wissen heute überhaupt nicht hilft, wenn wir riesige Kartons voller Luft auspacken.
Denn so läuft das im echten Leben:
Ein Postpaket kommt an, voluminös, beeindruckend – und in der Mitte dieses mächtigen Kartons, nach Bergen von Schaumstoff-Chips, entdecken wir unser kleines Objekt der Begierde.
Ein USB-Stick, ein Kopfhörer, vielleicht eine Packung Batterien.
Das „Verpackungsmaterial effizient nutzen“ scheint in der Realität eher zu bedeuten:
Maximale Kartongröße, minimaler Inhalt.
Aber gut, das waren wohl die unschätzbaren Lektionen unserer Schulzeit, mit denen wir auf den Alltag vorbereitet wurden.
Minimale Materialverschwendung?
Effizienz?
Pah!
Das waren nur idealistische Träumereien, die man in den Mathematikraum eingeschlossen hat, um sie nie wieder herauszulassen.
Stattdessen stehen wir heute staunend vor Paketen, die uns mit ihrer Leere förmlich ins Gesicht lachen.
Die edlen Berechnungen von früher?
In der Praxis ersetzt durch endlose Mengen dieser wunderbaren, weißen oder gelben Schaumstoff-Chips.
Luft mit Flair, quasi.
So viel zur Schulweisheit, dass wir „Verpackungsberechnungen“ später noch brauchen würden.
Tatsächlich haben wir gelernt, dass Verpackungen im Alltag eigentlich nur drei Aufgaben haben:
- beeindruckend groß sein,
- möglichst wenig enthalten, und
- den Empfänger nach dem Öffnen verwirrt zurücklassen.
Effiziente Raumnutzung?
Vielleicht im Mathebuch, aber doch nicht im echten Leben!
Nein, dort gelten andere Gesetze:
Hauptsache, der Kunde kriegt einen großen Karton – und die Erkenntnis, dass man eben nicht alles glauben darf, was einem in der Schule beigebracht wird.

„Das Universum” statt Verantwortung
Die bequemste Ausrede mittels Esoterik
Natürlich ist es wunderschön, an etwas Größeres zu glauben.
An eine Kraft, die über uns wacht.
An ein Universum, das uns führt, schützt und liebevoll unsere Wünsche entgegennimmt.
Es fühlt sich gut an, zu denken, dass nichts zufällig geschieht – dass alles einen tieferen Sinn hat.
Dass wir begleitet werden, geführt, umsorgt.
Wer würde das nicht wollen?
Gerade in einer Welt, die chaotisch, unübersichtlich und oft brutal ehrlich ist, klingt der Gedanke an ein wohlmeinendes Universum wie eine warme Decke für die Seele.
Und ganz ehrlich: Hoffnung, Staunen, Sinnsuche – das sind zutiefst menschliche Bedürfnisse.
Wer sich der Magie des Lebens nicht ganz verschließen will, hat verdient, dass man ihm zuhört, ihn ernst nimmt und nicht von oben herab urteilt.
Doch genau hier liegt das Problem: Wenn der Glaube an kosmische Ordnung zur Verweigerung von Verantwortung wird.
Wenn Esoterik nicht mehr öffnet, sondern verblendet.
Wenn „das Universum“ zur Ausrede für alles wird – dann müssen wir darüber reden. Drastisch. Ehrlich. Schonungslos.
Denn es geht nicht um Spott.
Es geht um Aufklärung.
Um einen Weckruf.
Denn wer sich selbst entmündigt, kann kein erfülltes Leben führen – auch wenn das Universum noch so viel Glitzer verstreut.
Wer daran glaubt, lebt allerdings in einer kuscheligen Parallelwelt, in der Eigenverantwortung ein Fremdwort ist.
Ein Parkplatz taucht auf? Danke, Universum.
Der Traumjob flattert ins Postfach? Manifestiert!
Doch wenn’s schiefläuft, wenn das Leben unbequem oder ungemütlich wird, zuckt man nur mit den Schultern.
Dann war’s halt „nicht im Flow“, „eine Lernaufgabe“ oder schlicht „Pech“.
Verantwortung? Null.
Reflexion? Fehlanzeige.
Ein Beispiel zeigt das drastisch:
Melanie1 pustet im Restaurant eine Kerze aus.
Als die Flamme wieder aufflammt, freut sich ihre Mutter: ein Zeichen vom Universum – sie darf sich nun auch etwas wünschen.
Alles wunderbar.
Doch als Melanie zuvor Öl falsch in ihren Autotank kippt und erst nach vier Werkstätten Hilfe bekommt, wird das nicht hinterfragt.
Kein kosmisches Zeichen, keine Lernaufgabe – einfach: „Kann ja mal passieren.“ Das ist kein Glaube – das ist Realitätsverweigerung.
Die Wahrheit ist: Wer „das Universum“ für alles Gute verantwortlich macht, entmündigt sich selbst.
Es ist nichts anderes als spirituelles Outsourcing.
Man will Entscheidungen, aber keine Verantwortung.
Ergebnisse, aber keinen Einsatz.
Es ist kindliches Wunschdenken im Gewand der Erleuchtung.
Der Glaube an ein allmächtig-regelndes Universum ist keine spirituelle Reife, sondern eine elegante Ausrede, um dem eigenen Leben nicht aktiv begegnen zu müssen.
Wer dem Universum die Zügel überlässt, macht sich zum Passagier im eigenen Leben – ohne Steuer, ohne Ziel, aber mit ganz viel Selbstzufriedenheit.
Das Universum regelt gar nichts.
Es ist ein Raum aus Sternen, Staub, Energie und Dunkelheit.
Kein Wunschautomat, kein Coach, kein Kummerkasten.
Wer glaubt, es lenke das persönliche Schicksal, will sich schlicht nicht selbst lenken.
Es geht nicht um höhere Weisheit, sondern um Bequemlichkeit – um das absichtsvolle Vermeiden von Verantwortung.
Statt Fehler einzugestehen, wird energetisiert.
Statt zu handeln, wird manifestiert.
Und wenn’s kracht, war eben „die Frequenz nicht richtig“.
So entzieht man sich jeder Rechenschaft.
Es ist das spirituelle Pendant zum Schulkind, das behauptet, der Hund habe die Hausaufgaben gefressen.
Wer an ein regelndes Universum glaubt, glaubt vor allem an eines: die eigene Unfehlbarkeit.
Denn solange das Universum regelt, kann man selbst nichts falsch gemacht haben.
Es ist ein narzisstisches Narrativ unter spirituellem Deckmantel.
Der Glaube ans Universum ist keine spirituelle Tiefe – er ist geistige Flachlage.
Wer wirklich wachsen will, hört auf, sich hinter Sternenstaub zu verstecken, und fängt an, Verantwortung zu übernehmen.
Nicht alles ist ein Zeichen.
Manchmal war’s einfach Dummheit.
Und genau da beginnt Ehrlichkeit – und echte Freiheit.
- Ein beliebiger Name, ohne Bedeutung ↩︎

Warum die Debatte über Sklaverei mehr Ehrlichkeit braucht
Wenn heute über „Nekropolitik“ gesprochen wird – jenen Begriff, den der kamerunische Philosoph Achille Mbembe prägte, um die Macht über Leben und Tod zu analysieren –, richtet sich der kritische Blick meist in eine Richtung: auf die koloniale Gewalt des Westens, den transatlantischen Sklavenhandel, den Rassismus der Gegenwart.
Diese Perspektive ist wichtig.
Sie ist notwendig.
Leider ist und bleibt sie auch auffällig einseitig – und blendet ganze Kapitel globaler Geschichte aus.
Lange bevor europäische Kolonialreiche im 16. Jahrhundert ihre grausamen Netze des Menschenhandels spannten, existierte bereits ein weitreichendes Sklavensystem in der islamischen Welt.
Vom 7. Jahrhundert an wurden Millionen Menschen, vor allem aus Afrika südlich der Sahara, aus dem Kaukasus und Südosteuropa verschleppt und versklavt – für Arbeit, Militärdienst oder als Haremswächter.
Der transsaharische, der osmanische und der sogenannte „arabische“ Sklavenhandel waren integraler Bestandteil frühislamischer und später islamischer Ökonomien und Imperien.
Doch wer diesen historischen Fakt heute ausspricht, läuft Gefahr, in bestimmten Kreisen als „rassistisch“ oder „islamfeindlich“ diffamiert zu werden.
Vor allem im akademischen Milieu und innerhalb woker linker Diskurse wird der Hinweis auf die islamische Beteiligung am globalen Sklavenhandel oft als Relativierung der kolonialen Schuld Europas missverstanden – oder bewusst skandalisiert.
Dabei geht es keineswegs um eine Verharmlosung der westlichen Kolonialverbrechen, sondern um historische Genauigkeit und geistige Redlichkeit.
Achille Mbembe hat mit seinem Begriff der Nekropolitik eine kraftvolle Denkfigur geschaffen.
Er zeigt auf, wie moderne Staaten – postkoloniale ebenso wie kapitalistische – über das Leben bestimmter Gruppen verfügen, indem sie ihnen Schutz verweigern, sie ausgrenzen, verelenden oder gar vernichten lassen.
Nekropolitik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln: nicht durch direkte Gewalt, sondern durch strukturelle Vernachlässigung, durch das Entziehen der Lebensgrundlagen.
Diese Theorie ist allerdings nicht frei von Blindstellen.
Denn obwohl Mbembe den Kolonialismus analysiert – auch jenen in Afrika – legt er den Fokus fast ausschließlich auf westliche Machtformationen.
Die koloniale Gewalt islamischer Reiche, ihre Sklavensysteme, ihre ethnischen Hierarchien und imperialen Kriege bleiben weitgehend unbeleuchtet.
Hier zeigt sich ein typisches Defizit vieler postkolonialer und dekolonialer Ansätze:
Sie entwerfen ein Deutungsraster, in dem die Welt in Täter und Opfer aufgeteilt ist – und der Westen stets der Täter bleibt.
Die Fakten sind historisch gut belegt.
Der Sklavenhandel in der islamischen Welt war zahlenmäßig vergleichbar mit dem transatlantischen.
Schätzungen sprechen von bis zu 17 Millionen Menschen, die zwischen dem 7. und dem 20. Jahrhundert durch arabische, persische und osmanische Händler versklavt wurden.
Viele überlebten die brutalen Transporte nicht; andere verschwanden in den Palästen, Haushalten und Armeen der islamischen Oberschichten.
Besonders perfide: Während die europäischen Kolonialreiche ihre Sklaven als reproduktive Arbeitskräfte betrachteten, wurden männliche Sklaven in islamischen Reichen häufig kastriert.
Die Sterberaten unter ihnen waren hoch.
Und auch wenn es keine systematische „rassistische“ Ideologie im modernen Sinne gab, bestanden durchaus ethnische Hierarchien: Schwarze Afrikaner wurden häufig als minderwertig angesehen – ein Echo, das sich bis in moderne arabische Gesellschaften zieht.
Warum also diese massive Scheu, diese historisch selektive Empörung?
Ein Teil der Antwort liegt im politischen Klima.
In Zeiten zunehmender Islamkritik in Europa fürchten viele Linke, mit solchen Hinweisen Wasser auf die Mühlen rechter Kulturkämpfer zu gießen.
Eine edle Absicht – doch sie führt in eine moralische Schieflage.
Denn eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte darf nicht vor religiösen oder kulturellen – und vor allem nicht mit ideologischen – Empfindlichkeiten haltmachen.
Wer Erinnerungspolitik betreibt, muss sie ganz betreiben – oder gar nicht.
Alles andere ist selektive Empörung und damit eine Form von kognitiver Nekropolitik:
Auch hier wird entschieden, welches Leid zählbar ist, und welches ignoriert werden darf.
Die Geschichte der Sklaverei ist eine Geschichte globaler Gewalt, nicht exklusiv europäischer Schuld.
Wer sich ernsthaft für Menschenrechte, Gerechtigkeit und historische Aufklärung einsetzt, muss auch den Mut haben, diese unbequemen Kapitel der islamischen Geschichte zu benennen – ohne deshalb in pauschale Islamkritik zu verfallen.
Nekropolitik darf kein Einbahnstraßenkonzept sein.
Es braucht einen offenen, kritischen, multiperspektivischen Diskurs.
Nur dann können wir verhindern, dass Erinnerung selbst zur Waffe wird – und Geschichte zu einer Bühne für ideologische Kämpfe, in denen nicht Aufklärung zählt, sondern Gesinnung.