Mathematik

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Seit Wochen werden vermehrt in Städten Corona-Test genommen, größtenteils Schnelltests.
Dies hat die Sinnhaftigkeit, dass man Infizierte aufspüren und von anderen mittels Quarantäne isolieren kann.

Ganz groß herausgekommen ist die Bundesverdienstkreuzträgerin Doktor Lisa Federle aus Tübingen. Tübingen ist nebenbei bemerkt auch eine sogenannte „Modellstadt“, was bedeutet, dass man dort auch Öffnungsszenarien durchspielen und ausprobieren kann.
Im Fokus steht allerdings, die Infektionen zu erkennen und eine Ansteckung zu verhindern.

In Böblingen gibt es das „Böblinger Modell“, für das Doktor Björn Schittenhelm verantwortlich ist.
Im Gegensatz zum „Tübinger Modell“ ist das „Böblinger Modell“ nicht so in den Medien (omni)präsent.
Gestern hat allerdings Bundesgesundheitsminister Spahn mittels Videokonferenz mit dem Verantwortlichen aus Böblingen gesprochen und dieses Modell sehr gelobt.

Tübingen ist als „Modellstadt“ deklariert, Böblingen übrigens nicht, obwohl Böblingen auch einen Antrag gestellt hat. Das Problem war aber, dass der Antrag nur dann legitim ist, wenn die Stadt eine Inzidenz von unter 50 über sieben Tage rückwirkend hat.
Böblingen hatte den Antrag allerdings an dem Tag gestellt, als die Inzidenz auf 53 gestiegen war. Damit wurde der Antrag leider abgelehnt.

Das Prekäre am „Tübinger Modell“ ist, dass die Inzidenz stiegt, die in Böblingen sinkt.

Nur weil ein Modell in den Medien präsenter ist, bedeutet das nicht, dass es besser ist.

Realitätsverweigerer – wie Corona-Leugner, sogenannte „Querdenker“, Verschwörungstheoretiker und wie sich alle heißen oder sich nennen mögen – haben interessante Lügengebilde, um sich in Szene zusetzen.
Vor kurzem „lernte“ ich etwas Neues kennen.

Eine Verhältnisrechnung, die nicht konstant war!

Obwohl die These „Je mehr getestet wird, desto mehr sind auch infiziert“ schon zigmal falsifiziert wurde, kursiert diese bei den Realitätsverweigerern als quasi „ehernes Gesetz“ weiter, ungeachtet dessen, dass man anhand von Statistiken sehr schnell erkennen kann, dass diese Behauptung nicht stimmt.

In einer Diskussion hielt ich die Statistiken des Robert-Koch-Instituts gegen diese irrende Behauptung.
Ausnahmsweise kam nicht als Gegenantwort, dass diese gelogen seien oder dass man nur Statistiken glaube, die man selber gefälscht hätte, sondern jemand versuchte es auf einen eher mathematischen Weg.
Er sagte, man dürfe nicht das Verhältnis von Positiv-Getesteten zu der Gesamtzahl der Getesteten nehmen, sondern nur die „Positiven“ in Korrelation zu „Negativen“.

Ich ließ mich anstandshalber darauf ein, obwohl ich schon längst in Hinterstübchen meines Kopfes eine Gegenrechnung angestellt hatte und schon zu Ergebnissen gekommen war.

Wir nehmen folgendes an:
Bei einer million Getesteten sind 10 000 „Positive“.
Das ergibt einen Prozentsatz von einem Prozent.
Wenn der Prozentsatz gleich bliebe, wären es bei zweimillionen 20 000 „Positive“, bei dreimillionen 30 000 „Positive“ und so weiter. Bei 100 000 Getesteten wären es 1000 „Positive“.

Mein Gegenüber meinte, diese Rechnung sei falsch, weil man die „Positiven“ ins Verhältnis zu den „Negativen“ setzen müsse.

Nehmen wir wieder unsere bekannten Zahlen!
Bei einer million Getesteten sind es 10 000 „Positive“ und 990 000 „Negative“.
Nun rechnen wir wieder über die gleiche Formel.

Nach der „neuen Berechnung”  wären es 1,01010101… Prozent „Positive“.
Nach dieser Rechnung wären auf eine million „Negative“ also 10 101 „Positive“. Insgesamt wäre aber 1 010 101 getestet worden, wenn man es an realen Zahlen festmacht, indem man die vorherige Berechnung anwenden würde. Aber dies nur nebenbei bemerkt.

Dies warf ich ein, stieß aber auf Unverständnis.
Nach der „neuen Berechnung“ sollten eigentlich weniger „Positive“ herausfallen, der Prozentsatz ist seltsamerweise höher.
Also müsse meine Berechnung falsch sein, sagte man mir. 
Ich hakte nach und bekam verwirrende Kommentare zurück. Ich müsse „tagesaktuell“ die Zahlen auswerten, hieß es.
Was habe ich denn wohl gemacht?

Zuallererst habe ich die „Positiven“ durch die insgesamt abgenommenen Tests geteilt.
Das sollte ja falsch sein, weil man die „Positiven“ durch die „Negativen“ teilen müsste.

Dies war ja auch angeblich falsch berechnet, obwohl es mir ein paar Minuten vorher noch als „richtig“ gegolten hatte. Was „tagesaktuell“ nun bedeutet, muss man nicht verstehen.
Wenn man zum Beispiel diese „tagesaktuellen“ Zahlen von 100 000 Getesteten nimmt, wobei 100 „Positive“ herauskommen wären, hat man nun zwei Berechnungen, wie oben gesehen.
Entweder ist der Prozentsatz 1, wenn man die insgesamt-getesteten als Grundlage nimmt, oder er ist 1,010101…, wenn man die „Negativen“ als Grundlage nimmt und damit rechnet.

Es kann nur eine Schlussfolgerung geben.

Die Realitätsverweigerer versuchen mit „toll“ klingenden Phrasen zu tun, was sie eigentlich immer tun, nämlich die Realität nicht anerkennen.

Im Internet kursieren Gerüchte, dass es eine Inzidenz unter 50 bezogen auf die Corona-Pandemie nie geben kann.
Dies beruhe auf der Fehlerquote von PCR-Tests.
Die Behauptung ist, dass PCR-Tests eine Fehlerquote hätten von zwei Prozent.

Zugrunde liegt dabei, dass am Tag 340 000 PCR-Test genommen und ausgewertet werden.

Daraus ergäben sich 6800 falsche Tests.
Diese sind sogenannte „Falsch-Positive“, was bedeutet, dass eine Person das Corona-Virus nicht in sich trägt, der PCR-Test aber das Ergebnis liefert, dass die Person es doch in sich hat.

Nun muss man die Inzidenz berechnen.
Die Inzidenz bezieht sich immer darauf, wieviele Personen sich neu infiziert haben in Relation gesetzt auf 100 000. Diese wird über sieben Tage betrachtet und berechnet.
Dazu setzt man die 6800 ins Verhältnis zu den 100 000, verglichen mit den Einwohnern in Deutschland von 83 Millionen. Da die Inzidenz über sieben Tage berechnet wird, wird das Ergebnis mit 7 multipliziert.

Das ergibt eine Inzidenz von 57 (57.35).

Falls dies stimmte, könnte es nie eine Inzidenz unter 57 geben, weil alleine schon die Fehlerquote (“Falsch-Positive”) dies nicht zuließe.
Schon eine Fehlerquote von einem Prozent implizierte eine Inzidenz von 29 (28.67).

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurden in der Woche vom 15. bis zum 21. Februar 2021 etwa 1.1 Million PCR-Tests vorgenommen. Das wären am Tag etwa 157 000.
Daraus ergäbe sich nach obiger Annahme von zwei Prozent Fehlerquote eine Inzidenz von 26 (26.48).

Laut RKI haben PCR-Tests allerdings eine Trefferquote von 99.99 Prozent, was bedeutet, dass es eine Fehlerquote von 0,01 Prozent gibt.

Bei 157 000 PCR-Test fielen 15,7 Tests heraus.
Umgerechnet in Inzidenz wäre dies 0,132.

Dies ist für die Betrachtung einer Inzidenz irrelevant.

Im Jargon der Gerüchteküche hieße es dann wohl, dass es eine Inzidenz von unter 0,132 nicht geben kann.

Man sieht, dass die Berechnung der Personen aus der Gerüchte nicht aufgeht.
Erstens haben sie falsche Zahlen für die PCR-Tests benutzt:
Zweitens stimmt die Fehlerquote nicht.
Auch wenn man dies als korrekt betrachten würde, hinge alles an den durchgeführten PCR-Tests.
Man sieht, dass eine Änderung der PCR-Tests nach unten – wie oben gesehen – überhaupt nicht aussagekräftig wäre.
Das ganze Szenario widerspricht sich selbst.

Man bedenke Folgendes!
Am 1.7.2020 war die Inzidenz in Deutschland bei 1.03, am 24.8.2020 bei 6.8.
Wenn die Berechnungen der Gerüchteküche stimmten, hätten diese Werte nie erreicht werden können.

Jens Spahn hat sich erfreulich dazu geäußert, dass das Pharmaunternehmen AstraZenenca bei der Europäischen Gesundheitsbehörde beantragt hatte, ihren Impfstoff gegen Corona (Covid-19) zuzulassen.

Anscheinend immer noch angeschlagen von dem Beschaffungsdebakel bezüglich BioNTech/Pfizer äußert er sich im meinungslosen Politiker-Slang darüber, dass AstraZeneca gar nicht soviel liefern könne, wie bestellt wurde. Das ist interessant, denn der Impfstoff ist noch nicht zugelassen, aber die Beschaffung ist in die Knie gegangen.

Hat sich Jens Spahn möglicherweise bei Karl Lauterbach mit dem Schwartmal-Sydrom angesteckt?
Einen seltsamen Lichtblick kommuniziert er allerdings.

Ich erwarte die Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca in einer Woche. Ich hoffe, dass dann auch im Februar Lieferungen geben wird von AstraZeneca und zwar in einer Größenordnung, da bin ich weiterhin zuversichtlich, die schon im Februar einen Unterschied machen wird im Vergleich zu, wenn wir AstraZeneca nicht hätten

Man lasse sich dies auf der Zunge zergehen!

Frei nach dem Statement von Jens Spahn zu Impfstoff von AstraZeneca kann man auch folgendes schlussfolgern:

„Wenn ich Bonbons kaufe, habe ich mehr (in einer Größenordnung), als wenn ich keine hätte.“

Sehr geehrter Herr Tolzin aus Herrenberg-Kuppingen,
gestern musste ich erstaunt feststellen, dass sich in meinem Briefkasten trotz Aufkleber „Keine Werbung, … , keine sonstigen Blätter“ plötzlich einer Ihrer Flyer befand.

Er trägt die Überschrift „Kreis Böblingen steht auf.“.

Ich habe mich gefragt, wie es Ihnen als informierter Bürger, Journalist und Bürgerrechtler passieren konnte, dass dort „Kreis“ und nicht „Landkreis“ stand.

Vielleicht läuft man in Kuppingen auf der Widdersteinstraße ja im Kreis, so wie Sie Ihre Argumentation immer wiederholen, als wenn Sie im Kreis laufen oder sich in einer niemals enden wollenden Schleife ohne Wiederkehr befinden. Die Widdersteinstraße hat bekanntermaßen einen Ausleger, der in eine Sackgasse endet und davor ist eben der Kreis, der einen Rundverkehr in rechteckiger Form gleicht.
Wenn man nur immer rechts herumläuft, kommt man nicht heraus.
Vielleicht befindet sich im Schwerpunkt die „Deutsche Mitte“.

Wie dem auch sei!

Verrannt haben Sie sich allemal!

„Kreis Böblingen steht“ … jedenfalls nicht auf.

Es sind, einige Leute, die wissenschaftliche Erkenntnisse nicht wirklich verstehen oder aus einem Schutzreflex heraus die Wahrheit nicht sehen wollen.
Vielleicht steht ja der „Kreis“ in der Widdersteinstraße auf, also die, die in diesem Rechteck wohnen und wegen eines möglichen Rechtsdralls nicht mehr herauskommen.
Ich muss übrigens sagen, dass ich die Widdersteinstraße erst auf der Landkarte nicht gefunden habe, da ich aufgrund Ihrer Aussagen und Argumentation darauf hereingefallen war, dass es „Widerstandstraße“ geheißen haben könnte.

Auf der Vorderseite des Flyers ist eine ganz tolle Grafik zu sehen, die die Intensivbettenbelegung zeigt.
Dabei ist Ihnen beziehungsweise ihrem Freund Schiffmann aber der Fehler unterlaufen, dass dies zwei Statistiken sind, die andere Anfangsanforderungen und Betrachtungsräume haben.
Man kann nicht die Verteilung und Belegung der Intensivbetten über ganz 2019 mit der Belegung über die Zeit des Anstiegs der Corona-Infizierten im Spätherbst 2020 vergleichen.

Das müssen Sie doch gewusst haben, denn Journalisten müssen ja Statistiken verstehen können, weil es zum Handwerk gehört!

Ganz oben auf der Vorderseite geht es um den PCR-Test.
Der PCR-Test, der auf das Corona-Virus geeicht ist, kann nur anzeigen, ob ein Corona-Test „positiv“ oder „negativ“ ist.

Das wissen Sie als ehemaliger „gesundheitspolitischer Sprecher“.

Dann kommen Sie auf den sogenannten „CT-Wert“ zu sprechen.

Sie vergessen aber dabei, dass ein Vermehrungszyklus von unter 30 – CT-Wert unter 30 – darauf schließen lässt, dass der, von dem die Probe genommen wurde, infektiös ist.
Dann weisen Sie darauf hin, dass der PCR-Test auch Erbmaterial und vieles andere erkennen kann.
Das stimmt, denn der PCR-Test ist nur eine Verfahrensbeschreibung.
Er kann eingesetzt werden, um alle möglichen Gen-Ketten, Viren und vieles mehr wie Erbkrankheiten oder schwere Krankheiten erkennen.

So gibt es zum Beispiel einen PCR-Test, der auf das Corona-Virus geeicht ist.

Zu Beginn war der Test fehleranfälliger, Das geben auch Experten zu. Inzwischen ist er aber sicher, weil Biologen bessere Kriterien entwickelt haben, wie sie das Virus in einer Probe sicher finden können: Eine Genregion – sei sie noch so corona-typisch – reicht nicht aus. Es muss eine zweite positiv anschlagen. Das ist wie bei der Fahndung nach einem Verdächtigen. Er kann nicht nur anhand der Augenfarbe überführt werden, auch seine Fingerabdrücke müssen stimmen.

Es ist aber so – das muss ich Ihnen nicht erklären – , dass neuerdings drei Sequenzen gefunden werden müssen. Wenn alle drei „positiv“ ausschlagen, ist der Patient positiv an Corona (Covid) erkrankt.
Wenn nur eine Sequenz „positiv“ detektiert wird, muss man weitersuchen oder es kann nach 50 Vermehrungszyklen abgebrochen werden.

Zwei „Richtige“ bedeutet übrigens „schwach positiv“.

Bei einem „Richtigen“ wird sehr oft angeordnet, den Test wiederholen zu müssen.

Die Teste können übrigens keine „sonstigen Dinge“ erkennen, da sie dafür (nicht) geeicht oder ausgelegt sind, Corona zu erkennen.

Jedem steht laut Artikel 5 des Grundgesetzes zu, sich überall zu informieren, wo man will.

Das machen Sie ja auch, Herr Tolzin.

Sie schauen gerne Servus-TV, wie ich dem Flyer entnehmen kann.
Bei Servus-TV darf Herr Bhakdi behaupten, dass die Pandemie zu Ende sei, auch wenn in Deutschland momentan von einem Tag auf den nächsten ungefähr 25 000 Menschen neu am Corona-Virus erkranken und grob überschlagen 600 sterben.

Weltweit gehen die Corona-Infizierten in Richtung 80 Millionen, die Todesfälle sind bei mehr als 1,7 Millionen.

Bei momentan 524 065 Neufällen weltweit kann man von einem Ende der Pandemie sprechen.
Das gestattet ja Artikel 5.
Man muss sich dann nur fragen lassen, ob man noch in dieser Realität beheimatet ist.
Über circa 500 000 tägliche neuinfizierte Menschen hinwegzusehen, fällt schon in die Kategorie „Menschenverachtung“.

Diese Aussage darf ich machen, wegen Artikel 5.

Au der aufgeschlagenen Innenseite des Flyers folgen QR-Codes mit Gruppen wie „Eltern stehen auf“ und „Expertengruppen“.
Diese Expertengruppen verweisen auf andere Expertengruppen, die wieder auf die vorigen verweisen.
„Experte A“ hat sein Wissen von „Experte B“, der dies wiederum von der Webseite von „Experte A“ hat.

Das ist so, als wenn der Paketbote in der Widdersteinstraße beim Nachbarn von Ihnen ein Paket abgeben hätte und sich die Nachbarn Meier und Müller immer daraus einen Spaß mit Ihnen machen, Sie immer wieder von Meier nach Müller und zurück zuschicken, weil diese immer wieder sagen: „Der hat das Paket.“.

Irgendwann würden Sie aber merken, dass man Sie hochgenommen hat oder zumindest, dass etwas nicht stimmt.

Nun kommt das schon zigmal widerlegte Wissen, dass Masken schädlich seien.
Es wird in Videos gezeigt, dass sogenannte CO2-Messgeräte Alarm schlagen, wenn man (aus)atmet. Diese Geräte alarmieren, wenn der CO2-Gehalt über 10 000 ppm gemessen wird. In der Luft, die man ausatmet, sind aber schon 40 000 ppm vorhanden.

Messungen von Lungenärzten haben zudem mehrfach ergeben, dass der Sauerstoffgehalt beim Atmen unter der Maske nicht sinkt und der Kohlendioxidgehalt (CO2) nicht steigt.

Angeblich halten Masken nichts zurück.

Dann können diese ja auch kein Sauerstoff zurückhalten. Sauerstoff ist wesentlich kleiner als ein Virus.
Ein Kohlendioxid-Moleküle hat nur ein Atom mehr als ein Sauerstoff-Molekül.
Man muss bei der generellen Aussage „Masken halten nichts zurück.“ unterscheiden, ob man medizinische oder selbst-gehäkelte Masken meint.

Jetzt kommt auf der hintersten Seite das Infektionsschutzgesetz zur Sprache..
Die dritte Variante heißt übrigens „Drittes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ und nicht „Ermächtigungsgesetz.“.
Das Ermächtigungsgesetz gab – salopp gesagt – den Nazis die Möglichkeit, Gesetze ohne Zustimmung des Parlaments abzuschaffen oder neue zu erlassen.

„Das dritte Gesetz …“ legt die Grundlage, dass das Parlament in jede Einscheidung mit eingebunden werden muss, wenn etwas entschieden wird, das zum Beispiel die Corona-Krise betrifft.
Die Ministerpräsidentenkonferenz wie vor dem „zweiten Lockdown“ war so etwas. Jedes Landesparlament musste ratifizieren und zustimmen.
Das nennt man „parlamentarische Kontrolle“.

Das muss man aber einem Ex-Mitglied der „Deutschen Mitte“, wie Sie es sind, nicht erklären. Zudem waren Sie dort „gesundheitspolitischer Sprecher“, bevor Sie aus der Partei „entfernt“ wurden.
Kann ja mal passieren.
Man muss nicht darauf verweisen, dass diese Partei rechtskonservativ ist, man kann dies aber tun.
Diese Partei unterstützt die „Germanische Neue Medizin“, die als Scharlatanerie bekannt ist, aber Schwamm drüber!

Sehr geehrter Herr Tolzin,
nun bin ich gespannt, ob und wenn, wie Sie (gegen)argumentieren.

Mit freundlichem Gruß aus Böblingen

Dietmar Schneidewind

P.S.: Alle Fakten und auch Ihre Adresse habe ich aus dem oben genannten Flyer, der Sie als Verantwortlicher nennt. Dort kann jeder diese Angaben nachlesen.

Seit heute kann man sich die Corona-Warn-App der Bundesregierung beziehungsweise des Robert-Koch-Instituts herunterladen.

Da die Corona-Warn-App sehr schlecht kommuniziert wurde, fragt man sich, wie sie denn funktioniert.

Der Benutzer der App erhält eine Zufallszahl als Identifikation, die nur auf seinem Handy gespeichert wird. Wenn sich nun Benutzer begegnen, tauschen die Handys die anonymen Zufallszahlen (Identifikationen) aus.
Dazu muss auf dem Handy Bluetooth eingeschaltet sein.
Diese Daten werden zwei Wochen gespeichert und danach gelöscht.

Die Reichweite einer Bluetooth-Verbindung ist abhängig davon, welche Variante benutzt wird. Variante 1 kann maximal einhundert Meter auf freier Fläche (!) abdecken, Variante 2 fünfzig und Variante 3 zehn Meter.

Wenn nun ein Benutzer in diesem Zeitfenster von zwei Wochen – die Inkubationszeit (maximale Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Krankheit) – auf Corona (Covid-19) positiv getestet wird, bekommt diese Person nun eine Zahlenkombination. Die kann er freiwillig in die App eingeben. Die App identifiziert ihn dadurch als Corona-Infizierten.

Dann passiert Folgendes.

Das Handy des Corona-Infizierten sendet nun an alle, die dieser Person in den letzten zwei Wochen begegnet sind, eine Mitteilung, dass man einen Corona-Test machen solle.
Weil man ja in den letzten zwei Wochen im Kontakt mit einem Infizierten war, hätte man sich ja anstecken können.

In der App werden nur anonyme Daten gespeichert.

Laut dem TÜV ist die App datenschutzkonform.

Geduld, Disziplin und Zusammenhalt sind die Eckpfeiler jeder Gemeinschaft.
Momenten scheinen diese aber auseinander zu bröckeln.
So offenbart sich der Egoismus vieler Personen.

In der Corona-Krise, die über ein halbes Jahr andauert, resignieren viele Menschen. Dies kann man nachvollziehen, kommen doch große Teile des „öffentlichen Lebens“ zum Erliegen.
Man kann nicht einfach mal ins Museum, in den Zoo, den botanischen Garten oder spontan ins Restaurant.

Zu der „persönlichen Einschränkung“ kommen noch bittere Nachrichten, dass viele Betriebe und Unternehmen am Rande ihrer Existenz stehen. Viele Firmen haben Kurzarbeit.
Nachrichten aus dem Wirtschaftsressort überschlagen und übertreffen sich stellenweise, wer pleite geht und wo es unaufhaltsam ist.

Das Corona-Virus ist immer noch allgegenwärtig.
Ein kleines Ding, das man weder sehen, schmecken noch fühlen kann, regiert die Welt.

Immer noch!

Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff und versuchen Medikamente zu entwickeln, die die Erkrankung (Covid-19) abmildern.
Im Gegensatz zu Mittel, die gegen Bakterien wirken – Antibiotika – gibt es gegen Viren kein Heilmittel.
„Grippemittel“ zum Beispiel zerstören nicht das Influenzavirus, sondern senken nur das Fieber und lindern die Beschwerden. Der menschliche Körper – das Immunsystem – muss das Virus selbst besiegen.

Deutschland ist im Gegensatz zu anderen Länder glimpflich davon gekommen. Dies ist dem schnellen Reagieren geschuldet, schon vor dem offiziellen „Lockdown“ Infektionsherde zu lokalisieren und Maßnahmen einzuleiten. In Restaurants wurden Abstandsregeln schon vor dem „Lockdown“ definiert. Erst als diese kaum etwas brachten, hatte man sich schweren Herzens zum „Lockdown“ durchgerungen.

Erst durch das sogenannte AHA-Prinzip – Abstand , Hygiene, Alltagsmaske – konnte die Infektiösität verringert werden.
Die Zahl der Neuinfizierten konnte innerhalb von zwei Monaten auf nahezu einem Zehntel gesenkt werden.

Die schlimmsten Befürchtungen trafen nicht ein.

Langsam wird das „öffentliche Leben“ wieder angekurbelt.

Aber die Seuche ist noch nicht besiegt.

Auch wenn es viele Personen nervt, ist es wichtig, die Maßnahmen zum Eindämmen und zur Bekämpfung einzuhalten.

Der Mann lachte herzlich, als er sagte: „In der Schule habe ich Chemie nicht verstanden und hatte eine Fünf.“ Dabei grinst er noch und findet sein Statement ganz toll.

Es ist ein Phänomen – vor allem bei sogenannten „Promis“ – immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie schlechte Schüler waren.
Für sie ist es nicht schlimm, dass sie Mathematik, Chemie, Biologie und Physik nie verstanden haben und möglicherweise auch versetzungsgefährdet waren.

Alles nicht schlimm!

Es scheint ja eine Auszeichnung zu sein, dass man Mathematik und Naturwissenschaften in der Schule – und folglich im späteren Leben – nie verstanden hat.

„Ach, das ist ja interessant, dass Sie Journalismus studiert haben“, hört man lobend. Wenn man jedoch erzählt, dass man auch noch ein Informatik-Studium absolvierte, wird es kurios. Dann ist es gar nicht mehr interessant, was man sagt.
„Hören Sie bloß auf! Am Computer tue ich mich schwer. Da müssen mir meine Kinder helfen.“ Danach kommt wieder ein gestelltes Lachen.
Dann erzählt man, dass man in der Schule …

Dieses Kokettieren mit den schlechten Noten ist bei Frauen und Männern übrigens gleich.

Dies ist kein Einzelfall.

Sowas hört man auch nicht nur im privaten Kreis, auch im Fernsehen, bei Interviews oder Quizzen erzählt jemand sowas, um sich zu rechtfertigen, dass diese Frage nicht zu lösen ist, weil in der Schule …

Im Klartext heißt das : „Ich war ein dummer Schüler.“.

Anscheinend ist das aber nicht schlimm, denn man hat es ja zu etwas gebracht.

Irgendwie!

Den Verschwörungstheoretiker rund um die angebliche „Corona-Lüge“ ist nichts zu schade, um es für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Die wirren Aluhut-Träger haben einen Zusammenhang zwischen dem neuen Mobilfunkstandard 5G und Corona (Covid-19) konstruiert.

Angeblich sei Corona zeitgleich mit der Einführung von 5G aufgetreten.

Da Deutschland nur in einigen wenigen Großstädten 5G-Anlagen zum Testen aufgestellt hat, ist ein Zusammenhang nicht gegeben, wie von den Verschwörungstheoretikern behauptet wird.
Wenn es stimmte, müsste es in Gangelt, Kreis Heinsberg, – dem Corona-Hotspot in Deutschland – ein funktionsfähiges 5G-Netz geben.
Dies ist aber nicht der Fall.

Es wird ohne Vergleichsstudien behauptet, dass das 5G-Netz das Immunsystem des Menschen schwäche und dadurch gefördert werde, dass sich Krankheiten schneller ausbreiten könnten.

Bedingt durch die höheren Datenübertragungsraten bei 5G werden höhere Frequenzen benötigt. Diese liegen im Bereich um 38 Gigahertz. Man spricht auch von Millimeterwellen.
Durch neue fokussierbare Antennen und Transmitter reduzieren sich die Übertragungszeiten für Datenpakete auf unter einer Millisekunde.
Da höhere Frequenzen und kleinere Wellenlängen nicht soviel Energie erzeugen, reduziert sich folglich auch die Wärmewirkung.
Experten des Bundesamts für Strahlenschutz haben in Studien bewiesen, dass diese geringe Wärmewirkung nur in den oberen Hautschichten eindringe und keinen Schaden anrichte.

Um das Immunsystem zu schwächen, müsste man Menschen schon sehr hohen Strahlungen aussetzen, die nicht mal in der Anfangszeit des Mobilfunks erreicht wurden.

Noch bevor es die Mobilfunknetze gab, wurden ISDN-Telefone eingeführt, die nicht mehr wie die „alten“ analog, sondern digital funktionierten.
Zu dieser Zeit kamen auch sogenannte Schnurlos-Telefone heraus und es kursierten die ersten Gerüchte, dass diese Telefon durch die „getakteten Verbindungen“ Krebs verursachen würden.

Dies konnte weder bei den Schnurlos-Telefonen noch bei Mobiltelefonen nachgewiesen werden.

Jedes Mal, wenn ein Mobilfunkstandard oder Datenübertragungsstandard bei Mobiltelefonen durch einen neueren abgelöst wurde, flammten diese Gerüchte wieder auf.

Diese Verschwörungstheorie wird auch bei Personen verbreitet, die sich gegen die angeblichen „Freiheitsbeschränkungen durch die Anti-Corona-Maßnahmen“ aufzulehnen meinen.

Da diese Corona-Leugner und –Verharmloser behaupten, dass Corona nicht schlimmer als eine Grippe oder Erkältung sei, kommt es ihnen gerade recht, dass man einen Zusammenhang mit 5G konstruieren kann.

Da angeblich die elektromagnetische Strahlung von 5G das Immunsystem schwäche, kann man bei der Behauptung bleiben, dass Corona harmlos sei, denn wenn Menschen erkrankten und im schlimmsten Fall stürben, liege dies nicht am Corona-Virus, sondern daran, dass das Immunsystem durch die „5G-Strahlung“ zerstört worden sei.

So kann man auch behaupten, dass diese Personen durch eine völlig harmlose Erkältung gestorben seien, weil der Körper keinerlei Abwehrkräfte mehr gehabt habe.

In verfahrenen Diskussionen fällt immer wieder der Satz: „Lass mir meine Meinung!“.
In dem Moment hat sich für mich die Diskussion erledigt.

„Lass mir meine Meinung!“ ist eine Floskel, die einzig und allein aussagt, dass man keine Diskussion will. Man tarnt dadurch seine eigene Unfähigkeit, Fakten anzuerkennen.
Anstatt zuzugeben, dass man Unrecht hat oder dass man nicht alles durchdacht hat, bringt man die „eigene Meinung“ ins Spiel.
Dies ist das letzte Aufgebot, doch noch irgendwie die Kurve zu kriegen, um nicht zugeben zu müssen, dass man falsch liegt. Mit diesem sogenannten Totschlagargument glaubt man, doch gewinnen zu können.

Das ist aber ein Trugschluss!

In einer Gesellschaft ist die Meinungsfreiheit das höchste Gut.
Jeder darf zu allem seine eigene Meinung haben.
Eine Meinung ist weder richtig noch falsch.
In einem Redebeitrag oder einem Text können aber Fakten falsch sein oder nicht richtig wiedergegeben sein.
Dies kann man anprangern und richtig stellen.
Das hat nichts mit der freien Meinung zu tun.

Ein Beispiel :

Zwei Personen stehen vor einem Auto.
Einer sagt: „Ich mag besonders Benzinautos. Deswegen würde ich mir dieses Auto kaufen.“
Die andere Person entgegnet: „Dann kannst Du dieses Auto nicht kaufen, denn es ist ein Diesel.“
Der erste bestreitet dies und argumentiert, dass dies kein Diesel sein könnte, weil es zu leise sei.
Der zweite sagt, dass Dieselmotoren leiser geworden seien.
Irgendwann öffnet er die Motorhaube und auf dem Motor steht: „Diesel“.
Nach kurzer Überraschung fordert der Benziner-Fan: „Lass mir meine Meinung, dass dies ein Benziner ist!“.

Dieses Beharren auf die „eigene Meinung“ zeigt, wie töricht es ist, dies zu fordern. Die Fakten sind klar. Daran ändert nicht, dass man der Meinung ist, sie seien anders oder könnten es sein.

Solche und ähnliche Diskussionen wie oben mit dem Auto kenne ich zur Genüge zum Beispiel im Bereich „Homöopathie“.
Genauso wie in Diskussionen um Esoterik oder „Verschwörungstheorien“ geht es hier immer heiß her.
Die Seite „Homöopathie“ steht unversöhnlich der Seite Medizin gegenüber und es wird hitzig argumentiert.
Spätestens, wenn wissenschaftliche Betrachtungen wie die Avogadro-Konstante oder die Brownsche Bewegung ins Spiel kommen und „Homöopathie”-Anhängern klar werden sollte, dass ihr Konstrukt nicht funktionieren kann, schreit irgendjemand, dass man ihnen die „eigenen Meinung“ lassen solle.

Sie argumentieren, argumentieren und plötzlich erschüttert etwas ihr gesamtes „Weltbild“. Die einzige Antwort, die ihnen einfällt, ist: „Lass mir meine eigene Meinung“.
„Was möchtest Du mir denn mitteilen?“, frage ich dann höflich; „Möchtest Du mir sagen, dass wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse nichts taugen, weil Du anderer Meinung bist?“.

Dann wird es kurios. Sie beziehen sich auf das Grundgesetz wie oben erwähnt, in der Hoffnung, dass ich einknicke und ihnen recht gebe.

Doch das tue ich nicht.

Ich kann jemandem recht geben, weil er der Meinung ist, dass es eben etwas anderes noch zwischen Himmel und Erde existiere, was unsere Schulweisheit nicht kenne.
Klar, gibt es wissenschaftliche Gesetze, die wir noch nicht kennen, doch damit ist es nicht getan. Falls diese irgendwann anerkannt würden, hätten diese aber nichts mit der persönlichen Meinung zu tun, sondern mit Allgemeinwissen oder wissenschaftlicher Erkenntnis.

Fakten und Wissen haben nichts mit der „eigenen Meinung“ zu tun.

Wer meint, wider besseres Wissen und oder Beweise fordert, seine „eigene Meinung“ zu akzeptieren, handelt antikommunikativ und egoistisch.

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Syntronica: Soultime

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