Sarkasmus

Während ich recherchiere, höre ich eigentlich fast immer Musik.
Heute saß ich allerdings mit meinem Chrome-Book am Wohnzimmertisch und ging meiner Arbeit nach.
Ich drückte die Fernbedienung und schaltete den Fernseher an.
Es lief „ZDF-Fernsehgarten“ mit Andrea Kiewel (alias Kiwi).
Was sich mir bot, war mehr eine intellektuelle Entgleisung als Fernsehunterhaltung.
Kiwi moderierte mit dem Entertainer Riccardo Simonetti ein Quiz, bei dem die Zuschauer Pizza gewinnen konnten, wenn sie richtig lagen.
Das Thema des Fernsehgartens war „Italien“, weil ja der „European Song Contest“ (ESC) in Turin stattfand.
Überall hing zudem die italienische Tricolore.
Die Fragen des Quiz waren sehr, sehr einfach gehalten.
Nicht nur Kiwi, sondern auch Simonetti „glänzten“ durch geistige Tiefflüge.
Simonetti, der permanent damit kokettiert, dass er anders und schwul ist, machte es auch dieses Mal, angestachelt von Kiwis Frage, ob er denn geschminkt sei, weil man nichts sähe.
DIe „Quizteilnehmer“ bekamen nach zwei, drei einfachen Fragen und richtigen Antworten Pizza und waren genauso glücklich wie Kiwi und Simonetti.
Dann trat eine Akrobatin auf, die ihren Körper verbiegen konnte, als wäre sie aus Gummi.
Die Frau beherrschte die Kontorsion, also die „Verbiegekunst“.
Kiwi schaffte es auch hier wieder einen Fauxpas.
Nach ziemlich flache Fragen, kam sie darauf, dass die Artistin sehr gut aussähe, aber vergeben sei, damit sich Männer eben keine Hoffnung machen musstn.
Kiwi fragte: „Hast Du auch schon an Knder gedacht?“
Die Artistin konterte, dass dies jawohl keine Frage im Jahr 2022 sei könne.
Kiwi antwortete ziemlich barsch: „Doch, ist sie.“
Nach geheucheltem „Viel Erfolg weiterhin“, war das Gespräch auch irgendwie zu Ende.
Nach weiterem Dummschwafeln schaltete ich ziemlich verwirrt über die „Deutsche Unterhaltungskultur“ den Fernseher aus.

Eine junge Polizistin muss momentan krankheitsbedingt Bürodienst machen.
Dies behagt ihr partout nicht, aber sie vertieft sich in die Arbeit, die sie verrichtet.
Die Kollegen, die Streife fahren, haben eine Frau aufgegriffen, die gesucht wird, weil sie eine Geldstrafe trotz mehrfacher Mahnung nicht gezahlt hatte.
Diese sitzt nun im Büro bei der jungen Polizistin, die ihr darlegt, dass dies nun die letzte Chance sei, die Geldstrafe zu bezahlen, da sie sonst direkt ins Gefängnis gehen müsse.
Obwohl niemand wirklich glaubte, dass sie den Geldbetrag bei sich hatte, zückte sie einen Geldbeutel und legte das Geld auf den Tisch.
Es fehlten allerdings fünfzig Euro, was bedeuten würde, dass man sie in „Gewahrsam” nähme.
Nach mehreren telefonischen Versuchen findet sie einen Freund, der sich bereit erklärt, direkt bei der Polizei vorbeizukommen und das fehlende Geld zu bringen.
Dieser kommt auch und bezahlt den fehlenden Betrag.
Bei der Kontrolle seiner Personalien fällt auf, dass er dringend gesucht wird.
So kann ein Gesuchter festgenommen werden.
Die Polizistin ulkt: „Wenn ich nicht zum Verbrechen komme, kommt das Verbrechen zu mir.”

„Es sollte nur ein Gag sein”, sagt Dominik und schüttelt den Kopf.
Er und seine Freunde haben etwas gemacht, was für Schlagzeilen in den Nachrichten gesorgt hat, doch dies war nur unbewusst geschehen.
Am vorigen Wochenende war eine Demonstration gegen den Lockdown in Wien.
Im Vorfeld warnten die Corona-Leugner und Impfgegner die Teilnehmenden, dass sie festes Schuhwerk anziehen sollten. Sie sagten auch, dass sie sich einen Schutz um die Unterbeine ähnlich eines Schienbeinschutzes (wie beim Fußball) anlegen sollten. Zudem wäre es auch hilfreich, dicke Pappe, Plastikstücke oder Bretter mitzunehmen.
Es geht um den Impfzwang, der angeblich durch Gullydeckel insgeheim durchgeführt werden soll.
Was sich völlig abstrus anhört, ist wirklich so von den Veranstaltern kommuniziert worden.
Der Hintergrund, dass durch den Gullydeckel geimpft werden soll, hat einen mehr oder weniger ironisch-sarkastischen Hintergrund.
In verschiedenen Foren, Chats, (un)sozialen Onlinenetzwerken und besonders in Kanälen von Telegram wurde massiv Stimmung gemacht und von den Covidioten und den Impfgegnern zu der oben genannten Demonstration aufgerufen.
„Als streitbare Bürger versuchen wir immer Fakten zu liefern und klarzustellen, wenn Fake-News verbreitet werden oder Personen Daten unter anderem aus Statistiken möglicherweise auch willentlich falsch interpretieren”, erzählt Dominik, „Dies machten wir natürlich auch diesmal.„
Er berichtet darüber, wie die Diskussion wie immer härter wurde und die Argumente von den Covidioten, Impfgegnern und anderen Realitätsfeinden wie gewohnt in eine verschwörungstheoretische Fantasiewelt abdrifteten. Auch wäre es zusehends beleidigender geworden, so wie immer, wenn einem die Argumente ausgingen und fehlten.
Immer wieder hätten die Impfgegner gebetsmühlenartig erklärt, dass sie sich – egal was passiere – nicht impfen ließen.
„Da die Diskussion ohne Sinn und Verstand von Covidioten‑ und Impfgegnerseite geführt wurde, ließ jemand von uns einen folgenschweren Satz fallen”, sagt Dominik, „wir konnten ja nicht wissen, was diese nicht-ernstgemeinte beziehungsweise ironisch-sarkastische Bemerkung auslösen könnte. Es wurde ja zu einer regelrechten Welle!”
„Ihr wisst aber schon, dass die österreichische Regierung beschlossen hat, dass auf Eurer Demo die Teilnehmer von unten über die Gullydeckel geimpft werden sollen?“
Verbrämtes Schweigen habe laut Dominik geherrscht, nach dem dieser Satz gefallen war. Als man sich gefangen hatte, gingen unverwunden die Hasstiraden wieder los.
„Das werden wir verhindern“, konterten einige von ihnen.
„Wir stichelten noch etwas mit Sätzen wie: „Wie wollt Ihr das verhindern?“, „Das Militär hat schon in der Kanalisation Behausungen und Büros eingerichtet.“, „Auf geheimen Fotos sieht man LKW kommen und Uniformierte die Impfdosen durch geöffnete Gullydeckel hineinschaffen.“, und vielen Unsinn mehr”, erzählt Dominik weiter, „Jeder hätte merken müssen, das sowas nicht ernstgemeint sein konnte.”.
Auf Seiten der Impfgegner wurde daraufhin eine „Idee“ geboren.
Man solle sich zur Demonstration mit Schutz ausrüsten, proklamierten sie.
Da von unten „angegriffen“ würde, solle man festes Schuhwerk tragen, am besten trittsichere Gummistiefel, also mit dünner Metallverstärkung an und in der Sohle.
Diese Sicherheitsstiefel gibt es – nebenbei bemerkt – wirklich und sie werden vornehmlich auf Baustellen benutzt, damit sich niemand zum Beispiel Nägel, Drahtstücke, Steine oder Moniereisen in die Füße eintritt. Dünne flexibel Metall‑ beziehungsweise Blechstreifen befinden sich bei diesen Stiefeln und sind in den Sohlen eingearbeitet.
Zudem wäre es angebracht, die Gullydeckel mit Pappe, Plastikstücken oder Holzbrettern abzudecken. Es wurde auch dazu aufgerufen, am besten im Abstand zu Gullydeckeln zu laufen.
Was eigentlich ein Gag sein sollte, wurde zum Selbstläufer.
Dominik und seine Freunde klinkten sich irgendwann aus den dumm-dämlichen Diskussionen aus.
Dominik ist sichtlich erregt, als er meint: „Als wir in den Nachrichten hörten, dass die Impfgegner und ihre Freunde dazu aufgerufen hatten, sich vor Gullys in Acht zu nehmen und sich zu schützen, weil von unten geimpft würde, blieb uns erstmal die Spucke weg.”
„Liebe Leute, es sollte ein Witz sein, mehr nicht!”, sagt Dominik.

Ein kanadischer Prediger behauptet in einem Online-Video, dass Impfstoffe den Sinn hätten, Menschen etwas zu implantieren, um sie fernsteuern zu können. Dieser Stumpfsinn kursiert momentan in den (un)sozialen Onlinenetzwerken.
In der Predigt, die von 1995 stammt, wird behauptet, dass sogenannte „Flüssigkristalle” in das Blut der Menschen gespritzt würden. Diese würden sich den Weg ins Gehirn suchen und dann die Gedanken ausschalten.
Da die Menschen nicht mehr denken könnten, würden sie ferngesteuert und in Mord-Maschinen (Zombies) verwandelt.
Zombies sind in Horrorfilmen von den Toten auferstandene brutale und grausam mordende Kreaturen.
Diese morden angeblich, weil das einzige, was sie noch haben, der Überlebensdrang ist. Deswegen müssen sie andere fressen, um Energie zu bekommen. Sie können nicht getötet werden, sondern es bedarf „besonderer Mittel”, sie auszulöschen.
Der Prediger behauptet weiter, dass der Völkermord in Ruanda im Jahre 1994 genauso durch die „Erzeugung von Zombies mithilfe von Flüssigkristallen” passiert sei.
Die Bevölkerungsmehrheit der Hutu hatte 1994 ein Massaker unter den Tutsi angerichtet, was allerdings durch langwierige Stammeskriege und Hetze gegen die Minderheit bedingt war. Ausschlaggebend für den Genozid war der Abschuss des Flugzeugs des ruandischen Präsidenten.
Auch dies stimmt also nicht.
Der Prediger sagt weiter, dass Flüssigkristalle durch niederfrequente Ultraschallwellen manipuliert werden könnten und so ihre Struktur ändern könnten.
Flüssigkristalle haben ihre Anwendung übrigens auch bei modernen Flachbildschirmen oder Monitoren.
Ultraschall ist eine hochfrequente, für das normale menschliche Ohr nicht hörbare Schallwelle.
Einfach gesagt ist Ultraschall ein sehr hoher Ton, den der Mensch allerdings nicht hören kann, Hunde allerdings schon.
„Niederfreguenten Ultraschall” gibt es also nicht, alleine schon per definitionem, denn dann wäre es kein Ultraschall.
Zudem kommt noch hinzu, dass man durch Beschallung mit hohen Bereich, Flüssigkristalle nicht manipulieren kann.
Auch die „Hypothese”, man könne diese durch magnetische Strahlung beeinflussen, entbiert jeder physikalischen Gesetzmäßigkeit.
In dem Video, das original aus dem Jahr 1995 stammt, werden auch andere Videosequenzen eingeblendet, die angeblich zeigen sollen, dass Impfungen den Menschen „magnetisch” machen sollen.
Es wird gezeigt, wie Magnete und Metallstreifen auf der Einstichstelle der Impfung „kleben”.
Jeder kann ein Stück Papier nehmen und es sich auf den Arm drücken. Durch den Körperschweiß oder die Talgschicht der Haut klebt dies auch. Das funktioniert übrigens auch mit Metallteilen.
Wenn etwas eine Magnetwirkung entwickeln könnte, müsste es mindestens ein Metallwürfel mit einer Kantenlänge von fünf Millimetern sein. Soviel kann man nicht einfach in einer Impfspritze „unsichtbar” machen.
Die Aussage der Covidioten, dass der Prediger der Was-auch-immer-Kirche sagt, hat nichts mit der Corona-Pandemie 2020⁄21 zu tun.
Covidioten und Impfgegner behaupten dies aber und stilisieren seine Hirngespinste zu „Weissagungen” hoch.
Es dürfte klar sein, welcher Unfug kursiert.

Dieses Blog ging vor genau 20 Jahren an den Start.

Für Freitag, den 22.10.2021, hatte die Initiative „Friday For Future” Veranstaltungen und Demonstrationen geplant. Die Teilnehmer wollen Druck auf die baldige Regierung in Sachen Umwelt und Klimaschutz machen.
Am Lise-Meitner-Gymnasium in unserer Nachbarschaft kamen gegen halb acht, viertel vor acht wieder viele sogenannte „Mama-Taxis” oder „Familien-Taxis” an, ließen die Kinder und Jugendlichen aussteigen und fuhren dann über die Wendeplatte durch die enge Zufahrtsgasse weg.
An diesem Sträßchen stehen Autos der Anwohner geparkt, sodass es fast immer zum Stocken kommt, wenn die Autos morgens dort fahren, um die Schüler zur Schule zu bringen.
In den parallelen Straßen und Gassen sieht es auch nicht anders aus.
Ein paar Eltern lassen ihre Kinder auch vor der Bäckerei aussteigen. Manche warten dort mit laufenden Motoren und bringen die Kinder dann zum Gymnasium, obwohl ein breiter Fußweg dorthin führt von der Bäckerei.
In den großen Pausen marschieren die Schüler in Scharen zur Bäckerei und zurück.
Also gibt es kaum Fußfaule, wie man anhand der zum Teil wartenden Autos erst hätte meinen können.
Diese Situation wiederholt sich nicht nur freitags, sondern an jedem Schultag, auch abends oder nachmittags stellenweise, wenn Versammlungen oder Arbeitsgruppen stattfinden.
Auch in Anbetracht, dass in Stuttgart etwas bezüglich „Friday For Future” stattfindet, muss man zweifeln, ob die Schüler und die Eltern wirklich verstanden haben, worum es eigentlich geht.
Einige Eltern nehmen ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit mit, da sie auch an den Schulen vorbeikommen.
Die meisten werden aber extra gebracht, vielleicht weil es ja auch bequem ist.
Diese Personengruppe hat ganz besonders nichts verstanden.
Diese Eltern werden ihre Kinder ebenso zu Veranstaltungen von „Friday For Future” mit dem Auto bringen.
Da liegt der Hase im Pfeffer.
Klimaprotest scheint reine Profilierung zu sein.
Man kann mit geschwellter Brust erzählen, dass das Kind beim Klimaschutz mitmacht.
Bekannte klopfen bewundernd auf die Schultern und man bekommt Lob.
Niemand weiß schließlich, was sich wirklich abspielt.

Als vom 4. auf den 5. Oktober 2021 für ein paar Stunden das soziale Online-Netzwerk Facebook samt angegliederter Dienste ausgefallen war, witterten Verschwörungstheoretiker die „Reinigung“. Mit der „Reinigung“ oder „Befreiung“ solle angeblich die „Wahrheit“ ans Licht kommen.
In Verschwörungstheorien geht es im Prinzip immer darum, dass eine „geheime Macht“, die aus Reichen, Politikern und Prominenten und deren Schergen besteht, die Fäden zieht. Diese „geheime Macht“ steuert die Entwicklung der Welt nach ihren Vorstellungen. Hungersnöte, Katastrophen und sogar Kriege sollen von ihr inszeniert sein, um die Ziele zu erreichen.
Die einigen, die den Durchblick haben, wie dies alles vonstatten geht, sind die Verschwörungstheoretiker.
Laut „Prophezeiungen“ gibt es allerdings irgendwann eine „Reinigung“, was bedeutet, dass in nicht all weiter Zukunft die „Herrschenden“ weggefegt werden. Die Erde wird also von ihnen gereinigt.
Diese „Prophezeiungen“ sind nicht konkret, sondern man muss eben die „Zeichen“ zu deuten wissen.
Eigentlich hätte die „Reinigung“ am 14. Juli 2021 beginnen sollen, doch da hat wohl jemand die „Zeichen“ falsch gedeutet.
Am 14. und 15. Juli hatte extremer Starkregen eine Flutwelle im rheinland-pfälzischen Ahrtal ausgelöst und weite Teile des Tals unter Wasser gesetzt und zerstört. Dabei kamen leider 133 Menschen ums Leben.
Die „Reinigung“ solle laut Verschwörungstheoretiker mit zehntägigen Verdunkelung beginnen.
Dies bedeutet aber nicht, dass die Erde zerstört wird, sondern diese Tage können auch eine „Revolution“ der „Wahren und Guten“ sein. Nach diesen zehn Tagen ist die Welt anders, weil die „geheime Macht“ weggefegt wurde.
Den Starkregen im Ahrtal hatte man erst als Ankündigung des Fortspülens der „Mächtigen“ gesehen, doch da die Zerstörung auf einer relativ kleinen Region beschränkt blieb, entschied man sich wohl anders.
In den „zehn Tage der Verdunkelung“ kann übrigens auch ein Bürgerkrieg stattfinden, in dem die „Wahren und Guten“ aufstehen. Sie wecken die „Schlafschafe“ auf und ziehen mit ihnen ins Gefecht gegen die „Mächtigen“, um so eine Welt ohne „geheime Strippenzieher“ zu schaffen.
Als „Schlafschafe“ bezeichnen die Verschwörungstheoretiker diejenigen, in ihren Augen nichts gegen die „Mächtigen“ tun wollen und mit den Zuständen zufrieden sind. Sie sind lieber bequem und ziehen mit der „Schafherde“ überall hin, wohin sie getrieben werden, ohne zu meckern oder sich dagegen zu entscheiden. Dabei schlafen sie lieber als etwas zu tun.
Die „Schlafschafe“ sind allerdings diejenigen, die den zum Himmel schreienden Unfug der Verschwörungstheoretiker keinen Glauben schenken und ihnen widersprechen.
Nach der „Verdunkelung“ ist selbstredend alles anders und vorallem besser. Keiner kann außer Utopien und Wunschdenken nichts Genaueres sagen.
Den Ausfall von Facebook und Co. deuteten die Verschwörungstheoretiker so, dass die „Mächtigen“ sich nicht mehr verständigen können. Facebook ist schließlich das größte soziale Online-Netzwerk.
So kann man aber auch konstruieren, dass eine „höhere Macht“ dies steuert.
Wie üblich gibt es wieder zwei Versionen, weswegen der Ausfall die Initialzündung der „zehn Tage“ gewesen sein sollte.
Erstens kann niemand von den „Mächtigen“ mehr kommunizieren.
Zweitens ist dies erst der Anfang vom Ausfall aller Kommunikation weltweit.
Facebook ist am Abend ausgefallen und es hat knapp fünf Stunden gedauert, bis wieder alles lief.
Da es abends dunkel wird, kann man (jeden Tag) von einer „Verdunkelung“ sprechen.
Diese hält allerdings nur bis zum Morgengrauen an und nicht zehn Tage lang.
Die Starkregen vom Ahrtal dauerte zwei Tage, also auch nicht zehn Tage.
Wieder hat sich eine „Prophezeiung“ der Weltverschwörungstheoretiker nicht bewahrheitet.
Es ist so ungefähr wie mit zweien meiner Ex-Kollegen, die zu den „Zeugen Jehovas“ gehörten.
Als ich in den späten 1990-er-Jahren in einem Unternehmen gearbeitet hatte, sagten die „Oberhäupter“ der „Zeugen Jehovas“ den Untergang der Welt voraus.
Die beiden (Ex‑) Kollegen nahmen sich daraufhin Urlaub, um dem beizuwohnen.
Ich fragte sie, warum sie sich denn Urlaub nähmen, wenn sich doch in ein paar Tagen alles sowieso erledigt hätte.
Sie antworteten, dass alles seine Ordnung haben müsse.
Man kann sich vorstellen, welche ironischen Bemerkungen sich die (Ex‑)Kollegen gefallen lassen mussten, als sie einen Tag nach dem angeblichen Ende der Welt wieder arbeiten kamen.
Die Ausrede war, dass sich die „Wissenden“ verrechnet hätten, weil sie die Bibel falsch interpretiert hätten.
Aber sie waren forscher Dinge, dass bald wieder Weltuntergang wäre.

Wir sind geladen zu Probe der Aufführung von „Hänsel und Gretel”.
Wir hatten nämlich alle an einem Preisausschreiben der Lebkuchen-Fabrikation Metzler teilgenommen und als Gewinner sitzen wir nun hier auf dem außengelegenen Anwesen nahe dem Weiher im Freien.

Gerade kommt die Seniorfirmenchefin Thekla Metzler zu uns und erzählt etwas über das Unternehmen sowie die Philosophie und vor allem, dass man niemanden alleine lasse und immer aus großer Verantwortung den Angestellten gegenüber handle.
Auch ihre Enkelin Johanna, die die Firma bald übernehmen soll, ist anwesend.
Sie hat die Regie über die Aufführung.

Caroline, die Darstellerin von Gretel, Vince alias Hänsel, Mareille als (Stief-) Mutter von Hänsel und Gretel, betreten die aus Paletten zusammengelegte Bühne. Romy spielt das Hexenhaus und trägt ein Kostüm, das wie aneinander gelegte Lebkuchen aussieht.

Als Thekla Metzler an die baldige Juniorchefin weitergeben will, damit die Probe losgehen kann, stürmt ein weißhaariger Mann auf den Platz.
Er warnt „die alte Metzler”, wie er sie nennt, dass er alles aufklären wolle und meint, alles käme ans Tageslicht.
„Die alte Metzler” solle sich nicht so aufspielen und so unschuldig tun.
„Die alte Metzler” wird ungehalten und hält dagegen, dass der Mann, der sich als Georg Ossegg vorstellt, verschwinden solle, zumal er ja überhaupt nicht wisse, wovon er spreche, während dieser aus seinem Rucksack Beweise unter das Publikum verteilt.

Da sie Schaden vom Unternehmen abwenden will, schlägt sie vor, sich mit ihm unter vier Augen zu unterhalten. Beide ziehen von dannen, nachdem an die baldige Juniorchefin übergeben wurde.

Auf der Bühne beginnt die Probe mit einem Fauxpas, da der Vater von Hänsel und Gretel nicht da ist.
Der Schauspieler musste in häusliche Quarantäne wegen Corona.
Die Juniorchefin liest holperig die Passagen des Vaters vor.
Nach kurzer Zeit hört man einen lauten Schrei, der sich anhört, als käme er von Georg Ossegg aus dem Wald.
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Kleine Autos gegen große, leistungsstarke gegen welche mit wenig Leistung, PKW gegen LKW, SUV gegen Limousinen. Auf der Straße und im Straßenverkehr tobt der Krieg.
Hupen, Überholen, Nötigung ist an der Tagesordnung.
Vor mir fährt ein Auto völlig korrekt mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde, wie es die Schilder auf der kurvenreichen Straße anzeigen.
Ich bemerke, dass hinter mir jemand drängelt.
Die Näherungssensoren an meinem Auto zeigen im Display, dass das Auto hinter mir in regelmäßigen Abständen näherkommt und dann wieder den Abstand drosselt, um mich dazu bringen, schneller zu fahren oder zu überholen.
Ab und zu betätigt jemand die sogenannte „Lichthupe”, wohl um mir mitzuteilen, ich solle beschleunigen.
Anscheinend ist jemand zu spät aufgestanden und ist im Stress.
Da die Geschwindigkeitbegrenzung gilt, fahre ich wie das Auto vor mir mit 70.
Plötzlich tut sich eine gerade Strecke auf der Straße auf.
Obwohl die Straßenmarkierung durchgezogen ist, überholt das Auto hinter mir, wobei es hupt und in schnellem Wechsel „Lichthupe ein” und „Lichthupe aus” macht.
Während erst ich und danach das Auto vor mir überholt wird, hört man die ganze Zeit die Hupe des Überholenden.
Für viele Straßenverkehrsteilnehmer ist es schwer, sich einfach einzuordnen und sich an Regeln zu halten.
In Innenstädten und in geschlossenen Ortschaften wird sich nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten. Die Lichthupe wird betätigt, die akustische Hupe ebenso. Es wird gedrängelt, überholt, wild gestikuliert und vieles mehr. Auch wird oft in Dreißiger-Zonen oft überholt.
Überholen ist innerorts generell nicht verboten, doch da nicht immer übersehbar ist, wie die Verkehrslage ist oder man nicht weiß, ob ein anderes Auto aus einer Parklücke ausschert, sollte man dies so gut wie nicht tun.
An Zebrastreifen langsam heranzufahren oder zu halten, ist wohl nur etwas für Verlierer.
Außerhalb von Orten ist die Lage mit dem Drängeln, Nötigen und so weiter noch schlimmer.
Wer ordnungsgemäß fährt, ist in den Augen der anderen der Verlierer, weil er sich an die Regeln hält.
Auf Autobahnen scheint der Krieg noch schlimmer zu sein.
Man fährt stellenweise mit 140 km/h hinter einem anderen Auto her und von weitem sieht man schon die auf- und abblitzende Lichthupe der Permanent-Schnellfahrer.
Ob es einen Zusammenhang zwischen „kleinen Teilen im unteren Körperbereich” und großen, schnellen Autos gibt, konnte nicht bewiesen werden.
Es scheint aber so zu sein, obwohl ein Beweis aussteht.

Von gestern Abend bis in die frühen Morgenstunden heute funktionierte das soziale Online-Netzwerk Facebook sowie angegliederte Dienste nicht.
Laut eines Sprechers sei die Störung nun behoben worden. Einige Großrechner hatten anscheinend nicht richtig funktioniert.
Ungefähr 3,5 milliarden Benutzer weltweit hatten laut Facebook keine Möglichkeit gehabt, stundenlang zu kommunizieren.
Für viele aus der „Generation Internet” und der „Generation Doof” wird wohl in diesen Stunden eine Welt zusammen gebrochen sein.
Sie konnten in pawlowscher Manier nicht mehr reflexartig Beiträge, Postings und vieles mehr liken oder interagieren.
Töchter, die sich ihre Mütter so erzogen haben, dass sie sich in regelmäßigen Abständen bei ihnen melden, damit sie sich zumindest vordergründig keine Sorgen machen müssen, konnten ihren Kontrollzwang nicht ausleben.
Die „Generation Internet” und „Generation Doof” versuchte erst auszuweichen, als WhatsApp nicht funktionierte, merkte aber irgendwann, dass der (Facebook-)Messenger auch online war.
Man kann zwar Mitteilungen ( „Persönliche Nachrichten”) verfassen und abschicken. Wenn man kein Netz hat, merken sich die Produkte von Facebook dies und senden diese ab, wenn man wieder verbunden ist, aber erstmal funktioniert es nicht.
Genauso ist es mit der Facebook-App oder bei Instagram, wenn man dort kommentiert oder ähnliches tut.
Bei der „Generation Internet” und der „Generation Doof” ist die Schnittmenge sehr groß und die Grenzen sind sehr fließend und nicht immer überschaubar sowie nicht zu hundert Prozent abgesteckt und definiert.
Einige kamen auf die Idee, man könne ja ausweichen und anderen mitteilen, sie sollten andere Mitteilungs-Apps installieren.
Das war nicht so einfach; der Lieblingsmesssenger WhatsApp funktionierte ja nicht.
Das Chaos der erzwungenen Kommunikation nahm große Ausmaße an.
Es ist ja nicht so einfach, eine „Ersatz-Droge” zu finden!
Viele Leute waren gezwungen, sich Auge in Auge zu unterhalten.
Das war nicht so einfach, da man dazu den Mund braucht und nicht die Finger zum Tippen.
Fünf Stunden Tortur!