Wir sind geladen zu Probe der Aufführung von „Hänsel und Gretel“.
Wir hatten nämlich alle an einem Preisausschreiben der Lebkuchen-Fabrikation Metzler teilgenommen und als Gewinner sitzen wir nun hier auf dem außengelegenen Anwesen nahe dem Weiher im Freien.

Gerade kommt die Seniorfirmenchefin Thekla Metzler zu uns und erzählt etwas über das Unternehmen sowie die Philosophie und vor allem, dass man niemanden alleine lasse und immer aus großer Verantwortung den Angestellten gegenüber handle.
Auch ihre Enkelin Johanna, die die Firma bald übernehmen soll, ist anwesend.
Sie hat die Regie über die Aufführung.

Caroline, die Darstellerin von Gretel, Vince alias Hänsel, Mareille als (Stief‑) Mutter von Hänsel und Gretel, betreten die aus Paletten zusammengelegte Bühne. Romy spielt das Hexenhaus und trägt ein Kostüm, das wie aneinander gelegte Lebkuchen aussieht.

Als Thekla Metzler an die baldige Juniorchefin weitergeben will, damit die Probe losgehen kann, stürmt ein weißhaariger Mann auf den Platz.
Er warnt „die alte Metzler“, wie er sie nennt, dass er alles aufklären wolle und meint, alles käme ans Tageslicht.
„Die alte Metzler“ solle sich nicht so aufspielen und so unschuldig tun.
„Die alte Metzler“ wird ungehalten und hält dagegen, dass der Mann, der sich als Georg Ossegg vorstellt, verschwinden solle, zumal er ja überhaupt nicht wisse, wovon er spreche, während dieser aus seinem Rucksack Beweise unter das Publikum verteilt.

Da sie Schaden vom Unternehmen abwenden will, schlägt sie vor, sich mit ihm unter vier Augen zu unterhalten. Beide ziehen von dannen, nachdem an die baldige Juniorchefin übergeben wurde.

Auf der Bühne beginnt die Probe mit einem Fauxpas, da der Vater von Hänsel und Gretel nicht da ist.
Der Schauspieler musste in häusliche Quarantäne wegen CoronaCorona Das Corona-Virus verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die tödlich verlaufen kann..
Die Juniorchefin liest holperig die Passagen des Vaters vor.

Nach kurzer Zeit hört man einen lauten Schrei, der sich anhört, als käme er von Georg Ossegg aus dem Wald.

So beginnt „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“.

„Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ wurde in einem Buch von Hans Traxler im Jahre 1963 veröffentlicht.

Hans Traxler erzählt die Geschichte des Märchenforschers und Archäologen Georg Osseggs.

Dieser hatte in jahrelangen Nachforschungen herausbekommen, dass die Geschichte um Hänsel und Gretel ein getarnter Mord gewesen war. Die Gebrüder Grimm hätten dies eher in eine harmlose Erzählung gebracht.

Die Bäckerin Katharina Schrader hatte den Lebkuchen erfunden und verdiente damit gutes Geld.
Der Bäckergesell Hans Metzler, der Urururgroßvater von Thekla Metzler, wollte sich das Rezept an Land ziehen, doch auch ein Heiratsangebot an Katharina Schrader verlief im Sande. Sie hatte ihn anscheinend durchschaut.
Hans Metzler denunzierte sie danach als Hexe, doch sie hielt dem Hexenprozess stand und wurde freigesprochen.
Etwas später ermordeten Hans und seine Schwester Grete Katharina.
Um den Mord zu vertuschen, legten sie in einen der Öfen, doch das Skelett blieb heile, da die Lebkuchen‑Öfen nicht für sowas ausgelegt waren.
Leider kamen sie nicht an das Originalrezept und mussten schlechte Kopien von Katharinas Lebkuchen fertigen.

Hans Metzler deklarierte sich allerdings selbst als den Erfinder des Lebkuchens.

Der Märchenforscher Georg Ossegg stieß auf Ungereimtheiten in Grimms Märchen.
Er ging dem nach und entdeckte die Wahrheit.
Darauf gestoßen, dass etwas nicht stimmte, wurde er von der Journalistin Romy, die sich in die Theatertruppe Metzlers eingeschlichen hatte, um Recherchen nachzugehen.
So kam schließlich alles ans Tageslicht.

Die Nachfahrin von Katharina Schrader bekam das Originalrezept von Ossegg überreicht,
Thekla Metzler wurde geschasst, da sie versucht hatte, Ossegg zu beseitigen.
Johanna hielt zu Romy.
Thekla Metzler sagte, während sie abgeführt wurde: „Johanna, ich habe das alles nur für Dich getan.“

Die Geschichte von Hans Traxler, die wie ein wissenschaftliches Buch aufgemacht ist, ist natürlich völliger Unfug und ist eine Satire.
Sie ist aber in sich stimmig.

Das Theaterstück geht nach dem Schrei Osseggs weiter.

Die schrullige Frau Ossegg kommt in Begleitung der Polizei zu der Theaterprobe und sucht nach ihrem Mann.

Die Theatertruppe entschließt sich und animiert die Zuschauer mitzukommen durch den Wald.
Auf der Suche nach Georg Ossegg beziehen die Schauspieler das Publikum mit ein.

Wir gehen alle durch den Wald, rufen immer wieder „Georg“.
Frau Ossegg ist schrullig und macht Bemerkungen, die zum Lachen einladen.

Mich sprach sie direkt an und zeigte nach unten mit den Worten: „Hier am Wegesrand sind überall Zecken. Ziehen Sie besser die Socken über die Hose!“.

Caroline alias Gretel hat keine Lust, an der Suche teilzunehmen und hat auch Angst im Wald.

Wir stoßen auf grausige Funde, um von der Tat abzulenken.

Bald kommen wir, die Zuschauer und Schauspieler an ein Haus, in dem Katharina Schrader gewohnt und Lebkuchen gebacken hatte.

Die Aufführung diese Mitmach-Theater war sehr sehr schön.
Wir haben uns sehr amüsiert.

Ein wirkliches kulturelles Highlight.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kalender
Januar 2022
M D M D F S S
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  
Editorial

Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem Urheberrecht bzw. dem Copyright des explizit gezeichneten Autoren.

Beiträge und Materialien Dritter sind als solche gekennzeichnet.

Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung bedürfen der expliziten, schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Urhebers bzw. Erstellers und des Herausgebers.

Downloads und Kopien dieser Seite sowie Konvertieren in andere Darstellungen bzw. Darstellungsformen sind nicht gestattet.

Beachten : Haftung und Recht