
Es ist längst an der Zeit, Schrödingers Katze, dieses wegweisende Opfer für die Wissenschaft, gebührend zu ehren.
Schließlich gibt es kaum eine andere Figur in der Geschichte der Naturwissenschaften, die ein so tragisches Schicksal erlitten hat – oder eben auch nicht.
Dieses Katzentier hat sich mutig, wenn auch unfreiwillig, der Komplexität des Quantenuniversums gestellt und wurde so zur Ikone der Wissenschaft.
Denken wir nur daran, wie die Katze heldenhaft in der berühmten Box verblieb, bereit, je nach Beobachtung entweder für immer zu ruhen oder weiterhin unter uns zu weilen, doch es geht um mehr als bloßes Sein oder Nichtsein:
Die Katze hat uns Menschen gelehrt, dass es im Leben (und im Tod) nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern dass die Grauzonen eine beachtliche Rolle spielen.
Wer könnte das besser verkörpern als ein Tier, das sowohl tot als auch lebendig ist?
Dieser Beitrag zur Philosophie des Unbestimmten ist nicht hoch genug zu bewerten.
Ein offizieller Feiertag wäre daher mehr als gerechtfertigt.
Jedes Jahr sollten wir innehalten und Schrödingers Katze gedenken – oder eben nicht.
Denn vielleicht gibt es sie ja gar nicht mehr, oder vielleicht war sie nie wirklich da.
Und falls sie doch da war, dann hat sie uns die Tür zur modernen Quantenphysik geöffnet und uns gezeigt, dass wir, genau wie sie, nicht immer wissen können, in welchem Zustand wir uns befinden.
An einem solchen Feiertag könnten wir beispielsweise eine Box aufstellen, deren Inhalt niemand je kennt – ein symbolischer Akt, um die Ungewissheit zu ehren, die uns alle umgibt.
Oder auch nicht.
Schließlich wäre es nur konsequent, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er den Tag feiert oder nicht, ob die Katze geehrt wird oder doch lieber in Ruhe gelassen.
Wir könnten den Tag mit einer Reihe von Veranstaltungen begehen, die sich rund um das Mysterium und das Paradoxale drehen.
Vorträge über die Grenzen des Wissens, über die Relativität des Seins, über die Rolle des Beobachters – all das könnte im Zeichen der Katze stehen.
Aber natürlich könnte all das auch einfach nur eine leere Box sein. Wir wissen es nicht.
Letztendlich ist es unerlässlich, Schrödingers Katze in den Kreis der verdienten wissenschaftlichen Märtyrer aufzunehmen – für ihren Beitrag zur Quantenmechanik, zur Philosophie und zum allgemeinen Verständnis des Universums.
Oder eben nicht.






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