Tübingen

Die Bund-Länder-Kommission will sich schon früher als anberaumt treffen und über einen möglichen erneuten sogenannten „Lockdown“ sprechen. Dieser sei, so hört man ja, notwendig, um die „Dritte Corona-Welle“ zu brechen.
Mich stört dabei…

Wir gehören zu denen, die jede Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie mitgemacht haben.
Obwohl wir auch „patientennah“ arbeiten, wie es so schön heißt, haben wir uns mit der Seuche nicht angesteckt.
Im Februar und März wurden wir mit BioNTechs Impfstoff „Comirnaty“ geimpft und sind vollimmunisiert, auch gegen die britische Variante, die hochinfektiös ist.

Wir fühlen uns nicht wie Privilegierte, weil wir geimpft sind.
Mich nervt – um es harmlos auszudrücken – das Palaver der Politiker, dass nicht auszuschließen sei, dass man trotzdem jemanden anstecken könnte. Dies hatte ja das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg mit Bezug auf das Robert-Koch-Institut so mir gegenüber kommuniziert.

Nun gibt es leider die hochinfektiöse brittische Corna-Virus-Variante „B 1.1.7“.
BioNTech hat gesagt, dass die mit Comirnaty Geimpften auch dagegen gefeit seien.
Das könnte man als Politiker anerkennen, man kann sich aber auch dem Schwarzmaler Karl Lauterbach anschließen und nur Endzeit-Szenarien auf die Leinwand bringen.
Das machen viele, weil es ja so bequem ist.

Ich habe noch nicht gehört, dass vonseiten der „Politik“ Lob in Richtung der Bevölkerung kam, dass man die Masken trägt, Abstand hält und die Hygieneregeln einhält.

Nein, lieber „sonnen“ sie sich in düsteren Bildern, die wieder eine „noch schlimmere“ Welle prognostizieren.

Als einziges Mittel gibt der sogenannte „Lockdown“.

Öffnungsversuche wie das „Böblinger Modell“ haben gezeigt, dass nicht nur viele Corona-Tests eine Lösung versprechen. Auch das sogenannte „erweiterte Click and Meet“ in Geschäften hat gezeigt, dass ad-hoc-Einkäufe ohne große Probleme funktionieren.

Man muss sich natürlich fragen, warum es im Landkreis Greiz (Thüringen) passieren kann, dass eine Inzidenz von über 500 erreicht werden kann; die Antwort kann aber nicht in pawlowscher Manier „Lockdown“ sein.

Es ist bekannt, dass die Bevölkerung lockdown‑ und corona-müde geworden ist.
In Anbetracht dessen muss man sich fragen, ob es immer noch angebracht ist, den „Lockdown“ weiterzuführen.
Das scheint aber keiner von den „Verantwortlichen“ zu tun.
Es ist so schön, sich nicht bewegen zu müssen, denn etwas Neues zu entwickeln und auf der Couch weiter herumzulungern, ist bequemer als aufzustehen und ein Konzept zu erarbeiten.

Jetzt kursiert eine Variante des Coronavirus, die den Namen „B 1.1.7“ alias „Britische Mutation“ trägt und eine um etwa 0,6 höhere Reproduktionsrate (der sogenannte R-Wert) hat als der „altbekannte“ Coronavirus.
Der R-Wert variiert momentan zwischen 0,8 und 1,3.
Ein R-Wert unter 1 bedeutet, dass die Infektionsrate heruntergeht, ein R-Wert über 1, dass sie steigt. Ein R-Wert von 1 bedeutet Stagnation.
Man geht davon aus, dass „B 1.1.7“ ungefähr die Hälfte aller Infizierten befallen hat.
Trotzdem kann man sagen, dass der R-Wert noch relativ gering ist.

Wir leben etwas mehr als ein Jahr mit der Corona-Seuche und immer noch gilt der „Lockdown“ als Allheilmittel dagegen.

So kann es (auf Dauer) nicht weitergehen.

Voriges Jahr, am 27.1.2020, wurde der erste Corona-Infizierte in Deutschland identifiziert und verifiziert. Es war ein Mann aus Bayern, der auf einem Seminar mit einer chinesischen Kollegin war und sich bei ihr angesteckt hatte.

Laut der behandelnden Ärztin war diese Krankheit neuartig, da man infiziert und infektiös sein konnte, ohne Symptome zu zeigen.
Der Ärztin wurde leider erst nicht geglaubt.

Seitdem ist ein Jahr ins Land beziehungsweise in die Welt gezogen.

Die traurige Bilanz ist, dass weltweit fast hundertmillionen erkrankt und mehr als zweimillionen Menschen leider an Corona (Covid-19) verstorben sind.
In Deutschland sind es circa 2.1 millionen Infizierte und etwas mehr als 53 000 Tote.

Am 11.3.2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie aus, was bedeutet, dass die Seuche sich über die ganze Welt unkontrolliert ausbreitetet.
Etwas ein Dreivierteljahr danach sind endlich Impfstoffe verfügbar und viele Menschen sind schon geimpft.
Ein Licht am Ende des Tunnels ist zu sehen.

Was in dieser Zeit alles passiert ist!

Meine Gattin und ich waren im Februar vorigen Jahres auf der Intergastra, der internationalen Gastronomiemesse, in Stuttgart, als noch niemand wirklich die Krankheit ernstnahm. Es hieß, sie sei weit weg, obwohl manche Koch-Teams aus Asien zu Hause blieben, weil es bei ihnen Infizierte gab oder sie noch oder schon wieder in Quarantäne waren.
Am Wochenende wurden dann vorsorglich Automaten mit Desinfektionsmittel aufgestellt, mehr allerdings pro forma.
Bei der Kochmeisterschaft feierten wir mit Niederländern, Thailändern, Schweden und vielen anderen mehr.
Überall war ausgelassene Stimmung.

Dann wurde es ernster.
Die Zahlen in Deutschland stiegen langsam, aber stetig an. Als es knapp 27 000 Infizierte gab, wurde der erste sogenannte „Lockdown“ initiiert.
Kurz vorher dachte noch niemand daran, beim Einkaufen eine Maske zu tragen.
Zu der Zeit gab es „Schlachten“ um Toilettenpapier.
Abstand wurde eingehalten, wenn es ging.

Im Sommer flachten die Zahlen der Neuinfizierten ab beziehungsweise hielten sich auf niedrigem Niveau, was auch durch die Maskenpflicht geschuldet war.
Niemanden überraschte wirklich, dass sie nach dem Sommer wieder stiegen.
Im Herbst und jetzt über den Winter kam es dann zum Fiasko. Es gab Tage, da waren die Neuinfektionen höher als die Insgesamtinfizierten im Frühjahr, als der erste „Lockdown“ kam.

In den Medien wurde die Pandemie Anfang 2020 zwar als schlimm bezeichnet, doch die Politiker spielten sie erstmal herunter.
Ich muss zugeben, dass meine Gattin und ich sie auch erst für harmlos hielten. Irgendwann kam aber das Erwachen. Leider!

Meine Gattin und ich tragen Masken und halten Abstand, vermeiden Treffen und viele Menschenaufläufe.
Wir sind nicht erkrankt.

Vorige Woche bekam ich die Impfung gegen Corona (Covid-19), weil ich an einem Arbeitsplatz tätig bin, der hoch-aerosol‑ und virus-behaftet ist.
Meine Gattin bekommt ihre Impfung Mitte dieser Woche. Die zweite Impfung, also die Folgeimpfung, bekommen wir Anfang und Mitte Februar.

Innerhalb der „Pandemie-Zeit“ häuften sich sogenannte Fake-News, also wissentlich gestreute Falschmeldungen.

Während Anfang 2020 noch gesagt wurde, dass die Regierung die Krankheit nicht ernstnähme – Überschrift: „Frau Merkel, diese 1000 Corona-Toten gehen auf Ihr Konto.“ – veränderten sich die Hetzkampagnen in genau das Gegenteil.
Es wurde gegen die Regierung gehetzt, dass sie es übertriebe mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und vieles mehr.
Das war schon seltsam, denn genau die gleichen Medien postulierten genau das Gegenteil als noch vor ein paar Wochen.
Gepaart mit Hetze, Fake-News und angeblich wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nicht empirisch verifiziert wurden oder Blablabla und Lügen waren, wurde behauptet, die Pandemie wäre nicht so schlimm.
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wurden als falsch und überzogen dargestellt. Immer wieder gossen die gleichen Personen die altbekannten und schon falsifizierten Nachrichten von Neuem auf.
Dazu kam die Unzufriedenheit vieler Unternehmer und Privatpersonen, bei denen auch sehr oft nur die eigene Lage im Fokus stand und nicht auf das große Ganze gesehen wurde.

Auch dass Rechtspopulisten „Leugnern“ und Lügnern eine Plattform boten, war schlimm.

Momentan konzentrieren sich die Fake-News auf das Impfen.
Kurios ist übrigens die Berichterstattung eines auch in Deutschland bekannten in Russland beheimateten Fernsehsenders.
Als in Russland der Impfstoff „Sputnik 4“ zugelassen und verimpft wurde, gab es Lobeshymnen auf die Forscher und in deren Berichterstattung gab es keine negativen Stimmen aus der Bevölkerung. In Russland scheint es keine Impfgegner zu geben.
Nach ein paar Wochen schimpft genau die gleiche Mediengesellschaft über das Impfen in Deutschland wie die Kesselflicker. Es werden Horrorszenarien gemalt, die in den Mad-Max-Filmen nicht besser hätten sein können. Impfnebenwirkungen werden hochstilisiert und massiv übertrieben.
Es wird geschwafelt von „Genmanipulation“ und „Genozid“ durchs Impfen und dergleichen mehr. Man verbreitet schon längst bewiesene Falschdarstellungen als „neue Erkenntnisse“ zum Selbstzweck, nur um hetzen zu können, mehr nicht.

Was mich sehr bedrückt hat, ist, dass ich wie viele Andere erkennen musste, in welchem egoistischen und egozentrischen „System“ wird leben.

Jeder meint, die Welt sei seine Bühne.

Anstatt sich an die Maskenpflicht zu halten, um andere zu schützen, kämpft man nur um die Abschaffung, um sich selbst nicht verbiegen zu müssen. Man klammert sich, auch wissentlich, an Halbwahrheiten und Lügen und verbreitet diese, um bloß nicht Einschnitte hinnehmen zu müssen. Man sieht um sich herum nicht die anderen Menschen, die stellenweise schwer leiden.
Alles nur, weil man seine egoistischen „Freiheiten“ nicht für eine kurze Zeit für Andere opfern will. Dazu koaliert man auch mit Rechtspopulisten und Hetzern. Nur das eigene Bedürfnis und das eigene Ziel ist wichtig.

Die Pandemie hat gezeigt, in welcher „Welt“ viele von uns leben.

Dazu kommt noch die selbstverursachte Bildungsmisere.
Lehrer sind kaum bereit, digitalen Unterricht zu machen und kopieren lieber Papierblätter mit Aufgaben und verschicken diese an Schüler und sammeln diese wieder wie normale Hausaufgaben ein.
KITA-Mitarbeiter suhlen sich in Weltuntergangsszenarien, anstatt über ihren eigenen Schatten zu springen.

Über den Winter wird mit den Kindern Schlitten gefahren. Dazu treffen sich viele Familien, als wenn es keine Pandemie gäbe. Der Tenor scheint wohl zu sein, man kenne sich ja und Bekannte steckten sich nicht gegenseitig an.
Dies sind übrigens die Gleichen, die sich dagegen aussprechen, dass Schulen, Kindergärten und ähnliches wieder öffnen dürfen, weil die Infektiosität in den Räumen zu hoch sei.

Dann kam Ende Dezember die Impfung dran.

Während vornehmlich in Altenheimen geimpft wird, läuft parallel auch die Akquirierung der Personengruppen über 80, sowie Krankenhaus‑ und Pflegepersonal, aus der Gruppe, die viel Kontakt mit Infizierten haben.
Leider glänzten auch hier wieder die Egoisten, wie hier schon berichtet wurde. Mitarbeiter aus Krankenhausverwaltungen, die noch kein Anrecht auf eine Impfung haben, haben sich Impfungen erschlichen und feiern sich groß. Durch Aufdeckungen und Kommunikation mit zum Beispiel dem baden-württembergischen Sozialminister, der auch den Gesundheitsbereich abdeckt, kommt dem zumindest ein Riegel, wenn auch noch ein kleiner, vorgeschoben werden.

Unzufriedenheit hat auch die Beschaffungslogistik der Bundesregierung geschürt. Aber auch die EU hat sich nicht gerade, vorsichtig ausgedrückt, hervorgetan, was vernünftige Beschaffung angeht.
BioNTech/Pfizer, Moderna und nun auch AstraZeneca können nicht soviel produzieren, wie sie erst behauptet haben.
BioNTech/Pfizer hatte sich zudem bei der Bundesregierung beschwert, dass aus einer Ampulle statt fünf nun sechs Dosen gezogen wurden. Das Unternehmen fordert nun Nachverhandlungen, da nicht mit ihnen abgesprochen war, dass mehr – in diesem Fall zwanzig Prozent – aus einer Lieferung herausgeholt würde. Dass zu wenig Impfdosen geliefert wurden, interessiert dieses Unternehmen in keinster Weise.
Pures Kapitalinteresse gegen Verantwortung!

Die Pandemie hat uns gezeigt, woran wir gesellschaftlich und psycho-soziologisch wirklich arbeiten müssen.

Anzahl der Neuinfizierten zum Vortg, 24.3. – 19.4.2020

Am vorigen Mittwoch, den 15.4.2020, wurde auf der Bundespressekonferenz gesagt, dass das Verhältnis zu Neuinfizierten zu genesenen erstmals gesunken sei.

Da gleichzeitig durch die Ausgangs‑ und Kontaktbeschränkungen die Anzahl der Neuinfizierten zu denen des Vortags gesunken sei, könne man lediglich von einem fragilen Etappenziel sprechen.

Die Bundesregierung beschloss daraufhin „leichte Lockerungen“.

So dürfen zum Beispiel unter anderem Geschäfte bis 800 Quadratmetern und Friseure wieder öffnen.
Es wurde empfohlen, in der Öffentlichkeit, wie beim Einkaufen, im Bus oder in der Bahn, Schutzmasken zu tragen.
Zudem müssen Geschäfte hohe Hygienestandards einhalten.

Dass es (momentan) diese Lockerungen geben kann, ist ein Ergebnis der Ausgangs‑ und Kontaktbeschränkungen der vorigen Wochen.

Das Wort „Lockerungen“ sagt schon aus, dass es kein direktes Rückkehren in die Zeit vor den Beschränkungen gibt.

Einige „Schlaue“ halten dies aber für einen Freibrief, wieder alles nach Belieben tun zu können.

In der Bundespressekonferenz wurde gesagt, dass mindestens alle zwei Wochen Sitzungen stattfinden, in denen die Corona-Lage neu zu bewerten sei.
Es kann passieren, dass Lockerungen wieder zurückgenommen werden, wenn es sich herausstellt, dass es wieder einen höheren Anstieg der (Neu‑) Infizierten gibt.

Es geht bei den Beschränkungen (und Lockerungen) einzig und allein darum, die Seuche Corona (Covid-19) zurückzudrängen.

Das dumme Gerede, wir befänden uns in einer Diktatur, ist völlig unangebracht.
In einer Diktatur dürfte man seine freie Meinung nicht äußern.
Die „Herrschenden“ würden nicht ihre Handlungen erklären.

Morgens gegen acht in Sindelfingen am Sterncenter

Vier Personen, eine Frau und drei Männer, treffen sich und besprechen den Tag.
Sie tragen Taschen bei sich, in denen sie diverse Utensilien haben.
Einer der Männer greift in seine Tasche und verteilt dann leere Pappbecher – „Kaffee-To-Go-Becher“ – an die anderen drei.
Sie legen noch etwas Kleingeld hinein, dann verschwinden sie und gehen ihrer „Tätigkeit“ nach.

Etwas später sitzen sie verteilt an der Mercedesstraße vor dem Sterncenter, am Busbahnhof und vor den Geschäften gegenüber des Sterncenters herum und betteln.
In bestimmten Abständen kommen immer wieder die glichen Personen vorbei. Diesen stecken die „Bettler“ ihre eingesammelten Almosen zu.
Manchmal stehen die „Bettler“ auch auf und treffen sich mit „Einsammlern“. Wir haben diese Geldübergabe in Stuttgart in der Arnulf-Klett-Passage beobachtet.

Diese „Bettler“ werden gezwungen, Geld zu sammeln. Das gehört zum miesen Spiel der sog. „Bettel-Mafia“.
Diese schickt Arme oder auch Behinderte von Bulgarien oder Rumänien und anderen osteuropäischen Staaten nach Deutschland, damit sie betteln gehen.
Die Intention ust keine andere, als Leute als Bettler auf die Strraße zu schicken und sich das Geld einzuheimsen.

Eine bekannte Rolle dieser „Bettler“ sind die angeblich trauernden Mütter, die manchmal rufen: „Meine Kind in Skopje“ und dann lautstark weinen.
Dies ist nur eine einstudierte Rolle, ebenso die Krüppel, die in gebückter Haltung mit Krücken durch die Einkaufsstraßen schleichen.

Wir geben schon seit langem nichts mehr.

Roll over Beethoven

„Das Leben ist wie ein Stocherkahn.
Wenn man nicht aufpasst, geht man baden.“

Ambulanz © Syntronica.Net

Notaufnahme oder Arztpraxis?

Wie Notaufnahmen von „Unwissenden“ missbraucht werden.

„Sie sagten also, Sie litten unter Druck auf der Brust?“, fragte Schwester Melanie hinter dem Tresen an der Notaufnahme.
„Ja, hier“, zeigte Björn Lukas auf sein Brustbein. Schwester Melanie stand auf, drehte sich um, rollte die Augen und öffnete die Tür: „Dann kommen Sie herein, Herr Lukas!“ Beide gingen in Raum 2. „Legen Sie sich hier hin, die Ärztin kommt gleich!“ Einige Sekunden ratterte auf einem kleinen Gerät – dem EKG (Herzstrommessung) – einige Nadeln hin und her und malten auf einen Blatt Papier Kurven. Nach der Blutabnahme kam die Ärztin, begutachtet den Ausdruck und schickte den Mann mit den Worten „Nehmen Sie draußen Platz. Die Laborwerte dauern noch etwas.“.
Herr Lukas saß draußen etwas verwirrt im Wartebereich und schaute um sich.

„Solche ‚Fälle‘ haben wir zu Hauf“, flüsterte Schwester Melanie, „und es ist immer der Neunziger-Jahrgang oder das Hyperchondertum.“
Einige Minuten später öffnete sich hinter dem Tresen die Tür ein Stückchen und ein Kopf schaute durch den Spalt: „Melanie, der Blinddarm ist da.“
Die Angesprochene stand auf und ging schnellen Schrittes in den Großraum. Ein Mann lag auf einer Bahre mit schmerzverzehrtem Gesicht. Während die Ärztin den Bauch abtastete, legte Schwester Melanie mit einer Braunüle einen Zugang zur Vene, um Medikamente zu geben oder Blut abzunehmen.
Nach der Blutabnahme drückte sie einem Auszubildenden die Blutröhrchen mit „Laborwerte bestimmen, HB am besten direkt!“ in die Hand, worauf dieser direkt loslief.
Eine ganz normale Schicht in der „Zentralen Notaufnahme“ des Klinikums.

„Heute ist es einigermaßen ruhig“, erzählte die Ärztin Dr. Kempten nach der Durchschleusung des Blinddarmpatienten in den Operationssaal, „seitdem unser Klinikum in der Kooperation mit den anderen ist, kommen kaum noch Unfallpatienten zu uns. Ab und zu tauchen hier welche auf, die meinen, weil sie hier wohnen, müssten zu uns, doch wir schicken sie direkt weiter zu den anderen Häusern.“
Stellenweise ist Andrang, doch die Spezialisierung des Klinikums auf Gastroenterologie, Proktologie und Kinder, nimmt auch viel Druck von der Notaufnahme. Unfälle und Traumata gehen direkt in andere Kliniken.
Dr. Kempten spricht jedoch noch ein anderes Problem an. Leider werden Notaufnahmen immer mehr von Berufstätigen im Schichtbetrieb als Arztpraxen missbraucht. Dadurch werden wirklichen Kranken, wie der oben genannte Blinddarmpatient, nicht die Zuwendung teil, die man bräuchte.
„Das Neueste ist, dass auch die Notrufzentralen bei Bagatellen nachts angerufen werden. Irgendwie scheint sich herum gesprochen zu haben, man käme schneller dran, wenn man mit dem Krankenwagen zu uns gebracht wird.“
Es piepst in ihrer Tasche und sie verabschiedet sich erst mal.

Zwei Sanitäter begleiten eine Frau, die sich den Bauch festhält, in den Untersuchungsraum, in dem Dr. Kempten schon wartete.
Die Sanitäter halfen der Frau, sich hinzulegen.
„Wielange haben Sie die Schmerzen schon im Bauch?“
„Seit Montag.“
„Und warum kommen Sie dann freitagnachts um 23 Uhr?“
„Weil ich keine Zeit hatte.“
„Was sagt Ihr Hausarzt?“
„Da war ich noch nicht.“

Diese Situationen wiederholen sich mehrmals während der Nachtschicht.
Einmal kommt eine Großfamilie mit einem kleinen Kind, das seit Tagen Husten hat, zwar schon beim Kinderarzt war, ein anderes Mal eine junge Frau, der nachts um zwei eingefallen war, sie könnte sich durchchecken lassen, weil sie sporadisch Rückenschmerzen hat.
Durch solche „Fälle“ werden die Notaufnahmen belastet, obwohl diese Patienten zum Hausarzt gehen sollten. Viele Menschen haben durch Belastung minderbezahlter Mehrfachjobs keine Zeit zu den regulären Öffnungszeiten der Ärzte dort hinzugehen.
Vielfach verwechseln sie – möglicherweise durch Unwissen – dass eine Notfallambulanz keine Arztpraxis ist.

Als Konsequenz hat der Kliniken deswegen „hausärztliche Notfallpraxen“ an mehreren Standorten der Kliniken eingerichtet. Das Problem ist aber, dass viele immer noch zu den Ambulanzen kommen, weil sie hoffen, dass es schneller gehe. Viele dramatisieren auch, um ihren Besuch im Krankenhaus zu beschleunigen.
Schwester Melanie berichtet, dass neben dem Rufen des Krankenwagens bzw. der Leitzentrale auch Simulieren von Atemnot oder Herzschmerzen die neue „Masche“ sei.
In den angescvhlossenen Kliiniken kursieren deswegen neuerdings Schautafeln, auf denen aufgelistet ist, wann ein Krankenwagen und wann ein Taxi benutzt werden solle.
Auch wurden die Schautafeln als Flugblätter gedruckt und in regulären Arztpraxen verteilt, um Patienten zu sensibilisieren. Geholfen hat es laut der Ärzte in den Notfallambulanzen kaum etwas.
Lakonisch wird abgewunken mit: „Die lassen sich eben etwas Neues einfallen.“.

Im Hintergrund sprach die Ärztin Sari Löffler: „Herr Lukas, wie ich Ihnen schon sagte, liegen weder Auffälligkeiten im EKG noch in den Laborwerten Ihres Blutes vor. Ich möchte Sie bitten, in die hausärztliche Notfallpraxis im Nachbarhaus Sindelfingen zu gehen.“
„Aber können Sie nicht direkt hier behandeln, wo ich schon mal hier bin? Ich habe auch Halsschmerzen.“ von nHerrn Lukas beantwortete Sie harsch mit: „Nein, es liegt bei ihren Halsschmerzen keine Indikation eines Notfalls vor.“
„In der Praxis dort drüben war es so voll. Ich muss in einer Stunde zur Arbeit“, bat der Patient.
„Und da dachten Sie, Sie täuschen Herzprobleme vor, um schnell dran zu kommen. Kenne ich. Nicht mit uns! Tschüss, Herr Lukas. Sie wissen ja, wohin Sie gehen müssen.“

 

Namen sind Schall und Rauch, weswegen die hier verwendeten nicht die echten sind.

Brexit - Sternschnuppen über Europa

Gestern stand der Ausgang des Referendums „Austritt aus der EU – Ja oder Nein?“ in Großbritannien fest.

51.9 Prozent der Briten stimmten für einen Austritt – Brexit = British exit – aus der Europäischen Union.

Politiker fast aller Couleur mussten ihren Unmut über den Ausgang des Referendums kundtun.

Was mich erst sehr überraschte, aber irgendwann ziemlich genervt hat, war das Palaver um die wirtschaftlichen Folgen sowohl für Großbritannien als auch die der Europäischen Union.
Der Tenor aller Politiker war einhellig, dass alle nur verlieren könnten, besonders Großbritannien. Endzeit-Szenarien einer verarmten Insel wurden gemalt. Bilder von Unternehmen, die den Bach heruntergingen, wurden in dunklen Fsrben gemalt. Die armen Unternehmen, die Geschäfte mit britischen Firmen machen, sollten nun  pleite gehen etc.

Die Firmen werden auf weiterhin Geschäfte mit Firmen in Großbritannien machen, nur unter anderen Prämissen, z.B. (höhere) Einfuhrzölle, andere Direktiven beim Im‑ und Export.
Warum sollte man alles abbrechen?

Universitäten, allen voran die Uni Tübingen, krakeelten laut heraus, es könne nun keine Kooperationen mehr mit Unis über dem Teich geben. Irgendwann kam heraus, dass die Uni Tübingen im überdurchschnittlichen Maße von EU-Geldern aus Fördertöpfen profitiert hatte. Es wird auch weiterhin Möglichkeiten geben, mit internatinalen Unis zusammen zuarbeiten.

Man sollte das Augenmerk weg von der Wirtschaft nehmen.

Die Bevölkerung von Großbritannien hat über lange Zeit diesen Abspaltungsprozess von der EU abgewickelt. Großbritannien war nie ein wirkliches Vollmitglied, sondern hatte einen Sonderstatus.
Den Briten gingen die EU-Regularien auf die Nerven, da es anscheinend für alles eine EU-Vorschrift geben musste.

Ein kurioses Beispiel bezüglich Feinstaubs hat es in Stuttgart, Deutschland, gegeben.
Der EU-Umwelt-Kommissar, Karmenu Vella, erklärte, Stuttgart müsse Fahrverbote verhängen, weil am Stuttgarter Neckar-Tor eine überdurchnittliche Belastung stattfände. Ansonsten drohten Bußgelder.

Gegen solche Bevormundungen ging es u.a. auch in Großbritannien, nämlich sprach man sich dagegen aus, dass die EU sowas vorschriebe und nicht die lokalen Parlamente. Das Wort Gängelung, Repressionen und „Diktatur“ fielen.

Ebenso missfiel den Briten der EU-Mitgliedsbeitrag, der laufend stieg, aber nicht für die Ziele der EU benutz wurde.
Man sprach sich auch gegen die Flüchtlingspolitik der EU aus, stieß aber auf taube Ohren.
Auch wollten sie die zunehmende Zentralisierung von Entscheidungen nach Brüssel – von den Hauptstädten der Mitgliedesstaaten – in Bezug auf Angelegenheiten der Mitgliedesstaaten nicht mehr mittragen.

Man sollte sich mit den Pro‑ und Kontra-Argumenten des Brexits befassen, und nicht nur auf Großbritannien einprügeln, denn vieles, was von britischer Seite angemakelt wird, ist richtig.

Martin Schulz, Feudalherrscher der EU Präsident des Europäischen Parlamentes, hat nun gefordert, man müsse  EU-Reformen durchsetzen.

Dies hört sich eher nach Hohn an, als nach Verstehen.

Verstehen, warum Großbritannien aus der EU austreten wird, täte vielen Politikern gut!

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Dieser Artikel ist auch bei Oximity erschienen

„Brexit – eine Sternschnuppe fiel“

Dietmar Heureka Idee Geistesblitz Syntronica Herzbeben verstanden

Wir bitten um eine Schweigeminute für alle, die bei Facebook, Twitter, Tumblr, GooglePlus und den anderen sozialen Online-Netzwerken nicht begriffen haben, was Meinungsfreiheit und Demokratie bedeutet.

Bild: www.pixelio.de  ID:  38474 von www.einstellungstest-polizei-zoll.de

Floriasn freistetter und wir ::: www.syntronica.net

Gestern dozierte der Astrophysiker, Science-Blogger und Wissenschaftsautor Florian Freistetter im Rahmen des „Tübingen Buchfestes“ über Alltagsphyik und erzählte Geschichten aus seinem Buch „Der Komet im Cocktailglas“.

Wir waren als Zuhörer dabei und lauschten aufmerksam.

Florian Freistetter doziert um lockeren, verständigen Ton über Dinge, wo das Rauschen im Radio oder der Schnee im Fernsehen herkäme.

Er ging ein auf den Urknall, die Entstehung des Universums, und philosophierte über Wahrscheinlichkeiten, auf Leben auf schon entdeckten extrasolaren Planeten zu treffen. Die Wahrscheinlichkeit auf „intelligentes Leben“ zu stoßen verwies er auf ganz winzige Plätze.

Auch auf Fragen der Zuhörer ging er in lockerem Ton ein und beantwortete diese sehr lebendig und verständlich (auch für Laien).

Auch die Frage, was passieren würde, wenn der Mond die Umlaufbahn um die Erde verließe, konnte er sehr amüsant beschreiben. Dies würden den Menschen auf der Erde nichts mehr anhaben können, meinte er ganz lässig,  weil zu dem  – theoretisch errechneten – Zeitpunkt die Sonne schon expandiert wäre.

Eine sehr gelungene Veranstaltung!

Wir kommen gerne wieder.  

offen bleiben Fernsehturm Stuttgart

Laut einer Verfügung des Oberbürgemeisters – Fitz Kuhn, Grüne – bleibt der Fernsehturm von Stuttgart bis auf Weiteres geschlossen.

Die gastronomischen Einrichtungen bleiben leider auch geschlossen, ebenso kann man nicht mehr mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform fahren.

Die Angestellten können bis auf Weiteres leider ihre (Arbeits‑) Tage zu Hause verbringen.

In der offiziellen Stellungnahme wird der Trauer kundgetan.

Siegfried Dannwolf, Geschäftsführer der SWR Media Services GmbH zur Schließung des Fernsehturms:
„Wir haben im Zuge der Turmsanierung 2011 mit Millionen Aufwand den Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht, weil dies in unserem eigenen Interesse lag und wir alle Auflagen der Städtischen Behörden erfüllen wollten. Dass der Fernsehturm jetzt aus Sicherheitsgründen vorübergehend (?) geschlossen werden muss, trifft uns völlig unvorbereitet. Wir werden jetzt prüfen, wie wir die für uns neuen und nicht absehbaren Auflagen erfüllen können und ob ein wirtschaftlicher Betrieb dann überhaupt noch möglich ist. Unser Ziel wird es sein, dieses einzigartige Bauwerk baldmöglichst wieder voll nutzbar zu machen. Wir hoffen auf eine konstruktive Mitwirkung der Stadt Stuttgart, das Wahrzeichen der Landeshauptstadt weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger einträglich zu erhalten.“

Originalstellungnahme auf der Webseite des Fernsehturms

Das Prekäre dabei ist, dass die Branschutzauflagen durchleuchtet wurden und angeblich herausgekommen sein soll, dass der Fernsehturm nicht mehr sicher sei und dies so schlimm sei, dass er sofort geschlossen werden musste.

Der Oberbürgermeister – Fritz Kuhn, Grüne – gab „seine“ Verfügung erst heraus, nachdem er dies erstmal vor den Medien kundtat, ohne  vorher mit dem Betreiber des Ferrnsehturms, dem SWR – Südwestrundfunk –  mit Sitz in Stuttgart, gesprochen zu haben.
Deswegen kam dies, wie in der Stellungnahme von Herrn Dannwolf dargestellt, völlig unvorbereitet (für den SWR).

Man bedenke, dass der Stuttgarter Fernsehturm der erste  Fernsehturm der Welt ist, und eins der Symbole bzw. Wahrzeichen von Stuttgart ist.
Der Fernsehturm wird von zig Leuten besucht.

Warum der Fernsehturm sofort geschlossen werden musste, weiß moch niemand, nur dass angeblich der Brandschutz  “in hohem Maße“ nicht gewährleistet sei.

Was uns aufstößt, ist das Gehabe des Oberbürgermeisters.
Anstattzuerst mit dem Betreiber zu sprechen und ein Meeting einzuberufen, um zu klären, was man tun bzw. verbessern kann, wird administrativ eine „Verfügung“ erlassen.

Dies zeigt, dass Fritz Kuhn als Oberbürgermeister – als „erster Bürger Stuttgarts”- nichts taugt.

Syntronica: Soultime

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