Familie

Am vergangenen Wochenende haben meine Herzallerliebste und ich, beide akkreditierte Journalisten mit einer Vorliebe für popkulturelle Themen, der Comic Con Stuttgart einen Besuch abgestattet. 

Wie immer waren wir voller Vorfreude auf ein Wochenende voller fantastischer Kostüme, beeindruckender Stände und natürlich die obligatorische Diskussion über die neuesten Trends in der Popkultur.

Doch dieses Mal bot sich uns ein kurioses Bild, als wir die heiligen Hallen der Presselounge betraten. 

Normalerweise erwartet man dort eine Oase der Ruhe und Professionalität – eine Art journalistisches Sanctum, in dem sich die schreibende Zunft mit belegten Brötchen und Kaffee für die nächste Runde intensiver Berichterstattung wappnet. 

Stattdessen stießen wir auf … nun ja, eine Horde jugendlicher „Kollegen”.

Blogger, YouTuber, TikTok-„Stars” und das eine oder andere Gesicht, das wohl gerade erst die achte Klasse verlassen hat, drängten sich um die bereitgestellten Getränke.

Versteht mich nicht falsch: 

Es ist ja schön, dass die junge Generation sich für die Berichterstattung über solche Events begeistert.
Jeder fängt irgendwo an, und gerade die Vielfalt der Perspektiven macht doch das Leben bunter, doch irgendwie schien das Konzept der Presselounge für viele dieser jungen Talente noch Neuland zu sein. 

„Eine Hand wäscht die andere“ – ein Prinzip, das die meisten Journalisten kennen, wurde hier wohl eher als Einladung zum Selbstbedienen interpretiert.

Besonders heikel wurde es, als die Unterschiede in der Behandlung von akkreditierten Journalisten und den sogenannten „Influencern“ offenbar wurden. 

Während uns Journalisten kleine Snacks gereicht wurden – nichts Großes, versteht sich, aber genug, um den Blutzucker bei Laune zu halten – gingen die jungen Wilden leer aus. 

Nun, zumindest was die festen Nahrungsmittel betrifft; Getränke gab es ja für alle.

Die Reaktion darauf war, gelinde gesagt, ein Spektakel für sich. 

Während wir uns über unseren Kaffee und ein belegtes Brötchen unterhielten, konnten wir diverse empörte Stimmen vernehmen, die den vermeintlichen Klassenunterschied anprangerten. 

Es schien, als sei der Gedanke, dass Journalisten einen höheren Stellenwert haben könnten, für einige ein Affront sondergleichen. 

Dabei steckt dahinter keine Boshaftigkeit, sondern schlicht der Unterschied zwischen Hobby und Beruf.

Ironischerweise haben viele dieser jungen Kreativen – wahrscheinlich ohne es zu merken – bereits eine wichtige Lektion aus dem echten Leben gelernt: 

Nämlich, dass der Zugang zu bestimmten Privilegien nicht immer demokratisch ist. 

Manchmal braucht es halt ein paar Jahre Erfahrung, harte Arbeit und, sagen wir es ehrlich, eine gehörige Portion Geduld, um sich durchzusetzen.

Wir jedenfalls ließen uns die Laune nicht verderben. 

Stattdessen genossen wir den besonderen Charme dieses bunten Mikrokosmos, in dem sich Generationen und Medienformate miteinander reiben und inspirieren, denn am Ende des Tages gehören sowohl die Oldschool-Journalisten als auch die Influencer zu einer großen, wenn auch manchmal etwas chaotischen Familie – der Familie der Geschichtenerzähler.

Vielleicht liegt ja genau darin die wahre Magie der Comic Con: 

Sie bringt Menschen zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und lässt sie zumindest für ein Wochenende gemeinsam über die gleiche Welt berichten. 

Mit oder ohne belegtes Brötchen.

Die Beziehung zu meinem Hund

Verantwortung und Fürsorge über Hierarchie

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist eine faszinierende und vielschichtige Bindung, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Zuwendung basiert. 

Anders als bei zwischenmenschlichen Beziehungen, die vor allem von Sprache und kognitivem Verstehen geprägt sind, läuft die Kommunikation zwischen Mensch und Hund häufig über Körpersprache, 

Rituale und konsequente Gewohnheiten ab. 

In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie man als Halter eine harmonische und glückliche Beziehung zu seinem Hund pflegen kann – ohne dass Missverständnisse oder unangebrachte Dominanzbestrebungen den Alltag stören.

Warum füttert man den Hund zuerst?

Ein häufiger Ratschlag in der Hundehaltung lautet, den Hund „zuerst zu füttern“. 

Dieses Prinzip ist keineswegs trivial, denn es trägt auf tiefer Ebene dazu bei, das Fundament der Beziehung zu stärken. 

Das Füttern ist nicht einfach ein Akt der Versorgung, sondern ein Ritual, das Sicherheit und Stabilität vermittelt. 

Der Hund wird von Natur aus von seinen grundlegenden Bedürfnissen geleitet, wobei Nahrung eine zentrale Rolle spielt. 

Indem wir uns diesem Bedürfnis annehmen und den Hund zuerst füttern, setzen wir ein Zeichen der Verlässlichkeit und Fürsorge. 

Wir zeigen dem Hund, dass er sich darauf verlassen kann, dass wir uns um ihn kümmern und für ihn sorgen.

Es geht dabei nicht darum, wer in der „Rangfolge“ zuerst kommt. 

Der Gedanke der Dominanz oder Hierarchie, der oft auf eine falsche Interpretation von Rudelverhalten zurückzuführen ist, spielt hierbei keine Rolle. 

Stattdessen liegt der Fokus auf dem Bedürfnis des Hundes nach Nahrung und Routine. 

Ein regelmäßiges Fütterungsritual stärkt das Vertrauen und gibt dem Hund das Gefühl, dass er sich in einer sicheren und geordneten Umgebung befindet.

Ein Moment der Selbstfürsorge

Direkt nach der Fütterung des Hundes ist es wichtig, sich selbst Zeit zu nehmen. 

Diese Selbstfürsorge hat zwei wichtige Gründe: 

Zum einen kann der Hund in Ruhe fressen, während wir uns nicht zu stark auf ihn konzentrieren, was ihm eine gewisse Autonomie im Fütterungsprozess gibt. 

Zum anderen stärkt die Zeit für uns selbst unsere eigene Ruhe und Gelassenheit, was sich wiederum positiv auf unsere Ausstrahlung gegenüber dem Hund auswirkt. 

Hunde sind sehr empfänglich für die emotionale und energetische Verfassung ihrer Halter. 

Wenn wir uns selbst nicht gut fühlen, nervös oder gestresst sind, spüren das Hunde oft unmittelbar und können ihrerseits Unruhe entwickeln.

Indem wir uns nach der Fütterung eine kurze Auszeit gönnen – sei es durch eine Tasse Tee, eine Meditation oder ein einfaches Durchatmen – signalisieren wir nicht nur dem Hund, sondern auch uns selbst, dass wir die Verantwortung ernst nehmen. 

Diese Selbstfürsorge stärkt uns in unserer Rolle als ruhiger und verlässlicher Partner, der für das Wohl des Hundes und das eigene Wohl gleichermaßen sorgt.

Die Grundlage einer harmonischen Beziehung

Eine erfolgreiche und glückliche Beziehung mit dem Hund basiert darauf, dass wir die Verantwortung übernehmen – und zwar in einer Form, die dem Hund Sicherheit, Struktur und Wohlbefinden bietet. 

Verantwortung bedeutet hier nicht nur, für die körperlichen Bedürfnisse des Hundes zu sorgen, sondern auch, auf seine emotionalen und sozialen Bedürfnisse einzugehen. 

Hunde sind soziale Lebewesen, die nach festen Strukturen und Regeln leben. 

Sie profitieren von einer Umgebung, in der sie sich zurechtfinden und wohlfühlen.

Wenn wir die Verantwortung ernst nehmen, bedeutet das auch, dass wir uns mit den Bedürfnissen des Hundes auseinandersetzen und ihm eine Umgebung schaffen, die ihm guttut. 

Dazu gehört nicht nur die Fütterung, sondern auch ausreichend Bewegung, kognitive Herausforderungen und ein klarer Tagesablauf. 

Ein Hund, der sich auf seinen Halter verlassen kann, wird seltener unsicher oder ängstlich sein. 

Er weiß, dass er sich in jeder Situation auf die Unterstützung und die Fürsorge seines Halters verlassen kann.

Ein moderner Ansatz in der Hundehaltung

Die Vorstellung, dass der Mensch in der „Rangordnung“ stets über dem Hund stehen müsse, ist eine veraltete Ansicht, die sich aus der falschen Interpretation des Wolfverhaltens ableitet. 

Moderne Forschung hat gezeigt, dass das soziale Verhalten von Wölfen und Hunden viel komplexer ist und dass Dominanz in sozialen Gruppen nicht als festes Konstrukt, sondern als dynamische Interaktion verstanden werden sollte. 

In einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung geht es daher nicht darum, den Hund in einer starren Hierarchie zu „unterwerfen“.

Stattdessen steht das Wohl des Hundes im Vordergrund, das durch Fürsorge und klare Kommunikation gefördert wird.

Fürsorge und Verantwortung sind die Kernpfeiler, auf denen eine glückliche Hund-Halter-Beziehung basiert. 

Der Hund muss sich sicher und geborgen fühlen, um ausgeglichen und entspannt zu sein. 

Indem wir den Hund zuerst füttern, zeigen wir ihm, dass wir seine Bedürfnisse achten und ernst nehmen. 

Das Füttern ist somit ein Ausdruck unserer Fürsorge und kein Akt der Dominanz. 

Auch wenn es oft als solcher interpretiert wird, ist die Reihenfolge des Fütterns letztendlich ein Akt der Verantwortung, nicht der Macht.

Ein liebevolles Miteinander und gegenseitiges Verständnis

Für eine glückliche Beziehung mit dem Hund sind klare Rituale, wie das Füttern und die anschließende Zeit der Selbstfürsorge, von zentraler Bedeutung. 

Diese Rituale vermitteln dem Hund Stabilität und geben ihm das Gefühl, sicher und gut versorgt zu sein. Die Übernahme von Verantwortung zeigt sich darin, dass wir die Bedürfnisse des Hundes respektieren und ihm eine sichere und liebevolle Umgebung bieten.

Eine glückliche Hund-Halter-Beziehung beruht nicht auf starren Hierarchien, sondern auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Fürsorge. 

Wenn wir diese Prinzipien verinnerlichen und in den Alltag integrieren, schaffen wir die Grundlage für eine enge, vertrauensvolle und erfüllende Bindung zu unserem Hund – eine Bindung, die auf Liebe und Verantwortungsbewusstsein statt auf Macht und Dominanz basiert.

In unserer Wohngegend gibt es ein generelles Fahrradfahrverbot, um die Sicherheit aller Bewohner zu gewährleisten.
Dennoch gibt es bestimmte Bereiche, in denen das Fahrradfahren erlaubt ist. 

In diesen Bereichen gehe ich auch oft mit unserer Hündin Cora spazieren. 

Um die Sicherheit für alle Beteiligten – sowohl für Cora als auch für die Fahrradfahrer – zu gewährleisten, habe ich für mich und Cora bestimmte Regeln aufgestellt.

Cora läuft meistens an einer langen Leine, auf der rechten Seite des Weges, während ich auf der linken Seite bleibe.
Diese Anordnung ermöglicht es den Fahrradfahrern, uns frühzeitig zu sehen und bei Bedarf zu klingeln, bevor sie an uns vorbeifahren.
Die lange Leine gibt Cora die Freiheit, sich zu bewegen, ohne dass sie plötzliche Annäherungen direkt an ihrer Seite erlebt, die sie erschrecken könnten.

Die Idee hinter dieser Regel ist es, Cora vor unerwarteten Annäherungen zu schützen. 

Wenn ein Fahrradfahrer direkt an uns vorbeifährt, kann das für Cora stressig oder schreckhaft und unvorhersehbar sein. 

Das Klingeln dient als Vorwarnung, sodass Cora sich orientieren kann und sich sicher fühlt.
Gleichzeitig beugen wir damit dem Risiko vor, dass Cora plötzlich reagiert und möglicherweise in Richtung eines vorbeifahrenden Radfahrers springt.
Ich gehe nämlich dann zu Cora und nehme die Leine kurz oder ziehe sie zu mir.

Viele Menschen, denen wir begegnen, verstehen den Hintergrund dieser Regel und schätzen die Rücksichtnahme.
Sie erkennen, dass diese Anordnung dazu beiträgt, Unfälle und Missverständnisse zu vermeiden und sowohl Hunden als auch Menschen mehr Sicherheit zu bieten, doch leider gibt es auch einige Personen, die unsere Herangehensweise nicht verstehen oder akzeptieren. 

Sie beschweren sich lautstark darüber, dass wir den Weg blockieren würden oder kritisieren, warum ich meine Hündin nicht kürzer an der Leine halte.

Dabei ist genau diese Herangehensweise darauf ausgerichtet, Unfälle zu verhindern. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich die Fahrradfahrer nicht immer höre, insbesondere wenn sie sich schnell nähern, oder wenn etwas Gras auf dem Weg ist.

Das Klingeln gibt mir die notwendige Zeit, um zu reagieren und sicherzustellen, dass Cora nicht gefährdet wird. 

Es ist bedauerlich, dass diese Rücksichtnahme von einigen nicht honoriert wird.

Dieses Verhalten zeigt, wie wenig Verständnis manchmal für die Bedürfnisse anderer aufgebracht wird. 

Dabei könnten wir alle von gegenseitiger Rücksicht profitieren. 

Wenn jeder ein wenig mehr auf seine Mitmenschen achtet und deren Bedürfnisse respektiert, könnten viele Konflikte und Missverständnisse vermieden werden. 

Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und respektieren, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten.

Das Zölibat ist eines der prägendsten und umstrittensten Merkmale des katholischen Klerus.
Die Verpflichtung zur Ehelosigkeit und sexuellen Enthaltsamkeit für Priester hat eine lange und komplexe Geschichte, die tief in die Ursprünge der Kirche und das Verständnis von Spiritualität und Disziplin hineinreicht. 

Um die Entstehung und Entwicklung des Zölibats in der katholischen Kirche zu verstehen, ist es notwendig, sowohl biblische als auch historische und theologische Kontexte zu beleuchten.

Ursprung und biblischer Hintergrund

Die Wurzeln des Zölibats lassen sich bis in das frühe Christentum zurückverfolgen, obwohl er nicht von Anfang an eine verpflichtende Praxis für Priester war. 

In der Bibel gibt es keinen direkten Hinweis darauf, dass Priester oder Kirchenführer unverheiratet sein müssen.
Vielmehr zeigt das Neue Testament, dass viele der ersten christlichen Führer, einschließlich des Apostels Petrus, verheiratet waren. 

Im ersten Korintherbrief (1 Kor 7,7−9) spricht der Apostel Paulus positiv über die Ehelosigkeit und rät, dass es besser sei, ledig zu bleiben, da dies eine ungeteilte Hingabe an Gott ermögliche.
Er sieht die Ehelosigkeit als eine Tugend, jedoch ohne sie für alle Gläubigen vorzuschreiben.

Paulus selbst führte ein eheloses Leben und betrachtete dies als idealen Zustand für den Dienst an Gott. 

In der späteren Theologie wird dieser Lebensstil als Ausdruck der radikalen Nachfolge Christi angesehen, der ebenfalls unverheiratet blieb. 

Allerdings zeigt das frühe Christentum keine einheitliche Praxis.
Viele Bischöfe und Priester waren verheiratet, und die Ehelosigkeit war nicht universell vorgeschrieben.

Frühchristliche und mittelalterliche Entwicklung

Erst in den Jahrhunderten nach der Entstehung des Christentums begann die Idee der Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit für Priester, an Bedeutung zu gewinnen. 

Vor allem in der spätantiken und frühmittelalterlichen Kirche wurde das Zölibat zunehmend als ein Ausdruck spiritueller Reinheit betrachtet.
Dies hing eng mit dem sich entwickelnden Ideal der Askese zusammen, also der freiwilligen Entsagung von weltlichen Freuden zur Förderung der geistigen Reinheit.

In den ersten Jahrhunderten des Christentums gab es jedoch keine allgemeingültige Regelung für das Zölibat. 

Vielmehr entwickelten sich unterschiedliche Praktiken in den verschiedenen christlichen Gemeinschaften. 

In einigen Gegenden, besonders im Osten des Römischen Reiches, wurde den Priestern erlaubt, zu heiraten, während im Westen eine striktere Haltung gegenüber der Enthaltsamkeit entstand. 

Ein Schlüsselmoment für die Entwicklung des Zölibats war die Synode von Elvira (um 306 n. Chr.), bei der beschlossen wurde, dass verheiratete Kleriker in Spanien sich der ehelichen Beziehung enthalten sollten.
Dies markierte einen frühen Versuch, den Zölibat in bestimmten Regionen zu institutionalisieren.

Der eigentliche Durchbruch kam jedoch erst im Mittelalter.
Im Jahr 1139 wurde auf dem Zweiten Laterankonzil unter Papst Innozenz II. das Zölibat als verpflichtend für alle Priester im lateinischen Westen erklärt.

Ab diesem Zeitpunkt war es den katholischen Priestern untersagt zu heiraten, und alle bestehenden Ehen von Geistlichen wurden als ungültig erklärt. 

Diese Entscheidung war teils spirituell, teils politisch motiviert. 

Einerseits sah die Kirche in der Ehelosigkeit ein Zeichen für die völlige Hingabe an Gott.
Andererseits bot das Zölibat auch praktische Vorteile: 

Verheiratete Priester könnten Erben haben, was zu Erbstreitigkeiten und dem Verlust von Kirchenbesitz führen könnte. 

Ein zölibatärer Klerus stand ausschließlich im Dienst der Kirche, ohne die Ablenkung familiärer Verpflichtungen.

Theologische Begründungen

Die katholische Theologie entwickelte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Begründungen für das Zölibat. 

Eine der frühesten und am weitesten verbreiteten Ideen ist, dass der Zölibat den Priester Christus ähnlicher macht.
Christus selbst lebte ehelos, und durch den Verzicht auf Ehe und Sexualität soll der Priester Christus in seiner Rolle als spiritueller Hirte und Erlöser nachahmen.
Der Priester, der sich ganz Gott weiht, soll sich durch die Ehelosigkeit auch vollständig auf seine geistlichen Aufgaben konzentrieren können.

Darüber hinaus wurde die Enthaltsamkeit als Ausdruck der Reinheit und Heiligkeit angesehen. 

In der mittelalterlichen Kirche war die Vorstellung weit verbreitet, dass sexuelle Enthaltsamkeit eine höhere Form der Tugend sei und den Priester besser auf das Leben nach dem Tod vorbereite. 

Das Zölibat wurde daher als ein Weg angesehen, die eigene Seele zu läutern und sich vollständig auf das Reich Gottes zu konzentrieren.

Ein weiterer theologischer Aspekt ist die Idee, dass der Priester durch das Zölibat eine besondere Verbindung zur Gemeinde hat. Indem er keine eigene Familie gründet, kann er sich der „Familie Gottes”, also seiner Gemeinde, vollkommen widmen. 

Dieser Gedanke wurde in der katholischen Theologie oft als Ausdruck der geistlichen Vaterschaft des Priesters interpretiert, der für die Seelen seiner Gemeindemitglieder verantwortlich ist.

Herausforderungen und Reformbewegungen

Trotz der theologisch fundierten Begründungen stieß das Zölibat im Laufe der Geschichte immer wieder auf Widerstand und wurde von verschiedenen Reformbewegungen infrage gestellt. 

Im 16. Jahrhundert, während der Zeit der Reformation, war das Zölibat eines der Hauptthemen der Kritik von Martin Luther und anderen Reformatoren. 

Luther, selbst ein ehemaliger katholischer Mönch, argumentierte, dass das Zölibat nicht biblisch begründet sei und viele Priester zu einem unnatürlichen Leben der Heuchelei und sexuellen Verfehlungen gezwungen habe. 

Die reformatorischen Kirchen lehnten das Zölibat ab und erlaubten ihren Geistlichen zu heiraten.

In der katholischen Kirche führte die Reformation zu einer Verstärkung des Zölibats, insbesondere im Zuge des Konzils von Trient (1545–1563).

Die katholische Kirche sah sich durch die protestantische Bewegung herausgefordert und betonte als Reaktion ihre eigenen Traditionen und Disziplinen, einschließlich des Zölibats, noch stärker.

Auch in der Moderne wird das Zölibat immer wieder diskutiert, vornehmlich im Zusammenhang mit dem Rückgang der Priesterberufungen und dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. 

Kritiker argumentieren, dass das Zölibat unnatürliche Zwänge auf Geistliche ausübe und möglicherweise zur Verdeckung von Missbrauch beigetragen habe. 

Befürworter hingegen betonen weiterhin die spirituelle Bedeutung des Zölibats und seine Rolle als Ausdruck der totalen Hingabe an Gott.

Das Zölibat heute

Heute bleibt das Zölibat ein fester Bestandteil des katholischen Priestertums, zumindest im westlichen Ritus der Kirche. 

In den östlichen katholischen Kirchen, die in Gemeinschaft mit Rom stehen, dürfen Priester jedoch oft heiraten, was die Vielfalt der katholischen Traditionen zeigt. 

Die Frage, ob das Zölibat weiterhin verpflichtend bleiben sollte, wird innerhalb der Kirche kontrovers diskutiert. 

Papst Franziskus hat wiederholt angedeutet, dass er offen für Diskussionen über das Thema ist, betont jedoch gleichzeitig die tief verwurzelte spirituelle Bedeutung des Zölibats.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Zölibat in der katholischen Kirche eine lange und wechselvolle Geschichte hat. 

Von den frühen freiwilligen Entscheidungen zur Ehelosigkeit bis hin zur verbindlichen Verpflichtung im Mittelalter hat sich das Zölibat als ein zentraler Bestandteil des katholischen Klerus entwickelt. 

Trotz anhaltender Debatten und Herausforderungen bleibt das Zölibat ein Ausdruck der Hingabe und des Dienstes an Gott, der in der katholischen Tradition tief verankert ist.

Der St.-Martins-Tag, am 11. November gefeiert, ist in Mitteleuropa ein beliebtes Fest, das tief in der Geschichte verwurzelt ist und mit zahlreichen Bräuchen und Traditionen verbunden ist. 

Er ehrt den heiligen Martin von Tours, einen römischen Soldaten, der zum Christentum konvertierte und später als Bischof verehrt wurde. 

Der Tag selbst ist mit einer eindrucksvollen Symbolik versehen, die für Nächstenliebe, Bescheidenheit und das Teilen steht.

Die Geschichte von St. Martin von Tours

Martin von Tours wurde im Jahr 316 oder 317 im heutigen Ungarn geboren und trat als junger Mann in die römische Armee ein. 

Die berühmteste Legende um Martin berichtet, wie er als Soldat an einem kalten Wintertag einem frierenden Bettler begegnete.
Um ihm zu helfen, teilte Martin seinen Soldatenmantel mit dem Schwert in zwei Hälften und gab dem Bettler eine Hälfte davon. 

Diese Handlung symbolisiert Martins Großzügigkeit und sein tiefes Mitgefühl für die Bedürftigen.

In späteren Jahren ließ sich Martin taufen und verließ das Militär, um ein Leben als Christ zu führen.
Er wurde Mönch und später, gegen seinen Willen, zum Bischof von Tours gewählt. 

Der Überlieferung nach versteckte sich Martin in einem Gänsestall, um der Bischofsweihe zu entgehen, doch das Geschnatter der Gänse verriet sein Versteck, sodass er letztendlich gefunden und zum Bischof geweiht wurde. 

Er war als barmherziger und bescheidener Geistlicher bekannt, der sein Leben der Hilfe für Arme und Schwache widmete. 

Martin starb am 8. November 397 und wurde am 11. November begraben – daher das Datum des Gedenktags.

Die Martinsgans und ihre Bedeutung

Die Tradition der Martinsgans hat ebenfalls mehrere Ursprünge und wird je nach Region unterschiedlich interpretiert. 

Eine Erklärung führt die Gans als zentrales Symbol auf die Legende zurück, in der die Gänse durch ihr lautes Geschnatter Martin verrieten und somit indirekt dazu beitrugen, dass er Bischof wurde. 

Aus Dankbarkeit (oder auch Bestrafung, je nach Interpretation) ist die Gans seitdem Teil des Martinsbrauchtums.

Eine andere Erklärung bezieht sich auf das bäuerliche Leben im Mittelalter:

Der 11. November markierte das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres und den Beginn der Winterruhe.

Es war die Zeit, in der die Pachtzahlungen fällig wurden, die oft in Form von Naturalien – wie Gänsen – beglichen wurden. 

Für viele Bauern war dies die Gelegenheit, ein Festmahl zu veranstalten und gemeinsam zu essen, bevor die Fastenzeit begann.

Martinsumzüge und Laternen

Ein weiterer wichtiger Brauch sind die Martinsumzüge, bei denen Kinder mit selbstgebastelten Laternen durch die Straßen ziehen und Martinslieder singen. 

In vielen Regionen begleiten „St. Martin” in rotem Mantel und auf einem Pferd die Kinder. 

Diese Umzüge sollen an die berühmte Mantelteilung und die Werte erinnern, die der heilige Martin verkörpert: Licht in die Dunkelheit zu bringen, das Teilen und die Fürsorge für die Schwächeren.

Bedeutung und Werte des St.-Martins-Fests

St. Martin ist ein Symbol für christliche Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, das in einer zunehmend säkularen Welt als Erinnerung an menschliche Werte und Solidarität hochgehalten wird. 

Das Teilen, das Mitgefühl und das Lichtertragen haben für viele Menschen eine universelle Bedeutung, unabhängig von religiösen Überzeugungen.

Der St.-Martins-Tag verbindet in einzigartiger Weise Geschichte, Legende und Brauchtum und wird vielerorts als Fest der Gemeinschaft, des Lichts und der Nächstenliebe gefeiert.

Gestern Abend war es mal wieder so weit … 

Unsere Nachbarin – Sie wissen schon, die mit dem unerschütterlichen Engagement für jedes noch so kleine Detail in ihrer kleinen, sorgsam abgeriegelten Welt – spazierte mit einer Gruppe Kinder durch die Straßen. 
Kleine Lichter flackerten in den Dämmerungsschatten, aber Moment! 

Nein, natürlich flackerten die Lichter nicht. 
Sie leuchteten starr und zuverlässig – Batterien sei Dank. 
Es war also kein klassisches Laternenlicht, kein schwankender Kerzenschein, der sich in milder Herbstluft hin und her bewegte, sondern vielmehr die perfekte, vom TÜV geprüfte Lichtlösung im Dienste des Helikopter-Elternwesens.

„Wir üben für den Martinsumzug!“, rief sie triumphierend zu uns auf dem Balkon herüber, als sei sie die Chorleiterin einer Eliteeinheit von Laternenläufern. „Jeden Abend!“ 

Ja, so als ob ein Martinsumzug eines tagelangen Drills bedarf, als wäre es ein militärisches Manöver, bei dem jeder Schritt, jeder Ton perfekt abgestimmt sein muss. 

Nicht ein einziges „Laterne, Laterne“ soll daneben klingen, kein Kind soll eine Millisekunde im falschen Takt marschieren. 

“Das Martinsfest als Schaulaufen des elterlichen Perfektionswahns”, dachte ich.

Und wie zur Bekräftigung ihrer eigenen Großartigkeit ergänzte sie in einem nachdrücklichen Ton: 

„Im Kindergarten und in der Grundschule habe ich durchgesetzt, dass nur elektrisches Licht in den Laternen erlaubt ist. Brandgefahr!“

Meine Frau und ich tauschten einen Blick und meinten bloß trocken: „Ah ja.“ 

Das war es dann auch, was wir an Worten für diese Belehrung übrig hatten. 

Kaum hatten wir die Tür des Balkons hinter uns geschlossen, brachen wir in Lachen aus.

Das ist doch wirklich absurd, oder? 

Als wir Kinder waren, gab es riesige Martinsumzüge, organisiert von der Stadt. 

Da war nix mit Üben oder vorherigem Durchmarschieren – wir reihten uns einfach ein. 
Ganz ohne Vorbereitung, ohne Coach, ohne Sicherheitstraining. 

Einfach, weil es Freude machte. 

Spontan, frei, wie Kinder es eben tun sollten. 

Und was die Brandgefahr anging? 

Nun ja, klar gab es hier und da mal eine Laterne, die Feuer fing. 
So ist das eben, wenn man Kerzen mit sich herumträgt und noch keine abgeklärte Feinmotorik besitzt.

Aber was haben wir gemacht, wenn mal eine Laterne Feuer fing? 

Nichts Dramatisches. 

Man entfernte sich vom Zug, legte die brennende Laterne einfach auf den Boden, trampelte ein paar Mal kräftig drauf, und das war’s. 
Die Laterne war weg, das Kind lief halt ohne weiter, und das war irgendwie auch in Ordnung. 
Es gehörte dazu, war Teil des Abenteuers. 
Ein bisschen Drama, aber eben ein gesundes. 

Niemand hat sich darüber aufgeregt, es gab kein Geschrei, keine Einträge in die „Sicherheitsmängelliste des Kindheitsschutzprogramms“, keine SMS an die Feuerwehr. 

Wenn eine Laterne den Geist aufgab, dann gab sie ihn eben auf. 
Wir waren robust und liefen trotzdem weiter, voller Stolz und Tatendrang.

Heute jedoch? 

Da werden Kinder fast schon in Watte eingepackt, eingehüllt in Sicherheitsbestimmungen und Regeln, dass einem ganz schwindelig wird. 
Diese Übervorsichtigkeit der Helikoptereltern, dieses unermüdliche Streben danach, alle Risiken im Keim zu ersticken – als ob das Leben planbar und ungefährlich wäre! 

Ich kann mir vorstellen, wie sie daheim sitzen, am Reißbrett, und den „perfekten“ Martinsumzug entwerfen. 
Kein Funken darf fliegen, kein Kind soll sich auch nur die geringste Unannehmlichkeit zuziehen. 

Lieber noch 15 Ersatzbatterien in die Tasche packen, statt eine einzige echte Flamme anzuzünden. 

Ist ja alles „zu gefährlich“.

Ja, da frage ich mich schon: 

Werden die Kinder von heute jemals die Freiheit erleben, die wir als Kinder kannten? 

Werden sie wissen, wie es sich anfühlt, einfach loszulaufen, mit einer echten Flamme in der Laterne, und dem eigenen Herzschlag folgend durch die Nacht zu ziehen?

 Oder sind sie dazu verdammt, in einer Welt zu leben, die so weich gepolstert und risikofrei ist, dass ihnen am Ende das Gespür für echte Abenteuer abhandenkommt?

Meine Frau und ich werden am kommenden Martinstag eine Gedenkminute einlegen. 

Für all die Laternen, die heute nie eine echte Flamme gesehen haben, und für die Feueropfer des Martinsfestes von damals, die heldenhaft ein Streichholz in ihrer Laterne entfachten und sich damit ein kleines, aufregendes Abenteuer schufen – ein Abenteuer, das so unersetzlich ist, dass wir es uns heute kaum noch vorstellen können.

Allerseelen ist ein katholischer Gedenktag, der jedes Jahr am 2. November – direkt nach Allerheiligen – begangen wird. 

Er ist den verstorbenen Seelen gewidmet, die noch nicht im Zustand der vollständigen Reinheit sind und laut katholischem Glauben im Fegefeuer auf ihre endgültige Erlösung warten. 

Allerseelen ist ein Tag des Gebets und der Fürbitte für die Verstorbenen, mit dem Ziel, dass ihre Seelen durch Gebete und Opfergaben schneller ins Himmelreich gelangen können. 

Dieser Tag ist also eng verbunden mit der Hoffnung auf das ewige Leben und der Vorstellung von einer geistigen Gemeinschaft der Lebenden und Verstorbenen.

Der Brauch, für die Verstorbenen zu beten, reicht weit zurück, aber Allerseelen wurde als offizieller Festtag der Kirche im Jahr 998 von Abt Odilo von Cluny eingeführt, der ihn für sein Kloster in Cluny festlegte. 

Der Tag verbreitete sich rasch und wurde bald in der ganzen katholischen Kirche als besonderer Gedenktag etabliert. 

Die Idee, dass die Gebete der Lebenden die Verstorbenen unterstützen können, entspringt einem tiefen christlichen Mitgefühl und Glauben an die Solidarität innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen.

Die Bräuche zu Allerseelen ähneln vielerorts denen von Allerheiligen. 

Gläubige besuchen die Gräber ihrer Angehörigen, reinigen und schmücken diese mit Blumen und Kerzen. 

Die Gräberkerzen, die angezündet werden, symbolisieren dabei die Hoffnung auf das ewige Leben und die Fortdauer der Seele. 

Viele Kirchen bieten spezielle Allerseelen-Gottesdienste an, bei denen für die verstorbenen Seelen gebetet wird. 

Die Messe und Gebete zu Ehren der Verstorbenen sollen ihnen Erleichterung bringen und helfen, ihre Zeit im Fegefeuer zu verkürzen.

Obwohl Allerseelen heute häufig mit Allerheiligen vermischt wird und in der modernen Gesellschaft nicht immer eine starke religiöse Verankerung hat, bleibt der Tag für viele Menschen ein bedeutender Moment des persönlichen Gedenkens. 

Auch wenn die Vorstellung vom Fegefeuer heute weniger verbreitet ist, pflegen viele Menschen an diesem Tag die Tradition, verstorbene Angehörige zu ehren und sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen. 

So bleibt Allerseelen ein Tag der Erinnerung, der Besinnung und der Solidarität mit den Verstorbenen – ein Tag, an dem die Lebenden und die Toten symbolisch zusammenkommen.

Allerseelen ist ein Tag der Hoffnung, des Gedenkens und des Mitgefühls. 

Während Allerheiligen die Heiligen ehrt, ist Allerseelen speziell den Verstorbenen gewidmet, die unsere Fürbitten brauchen. 

Der Tag ruft in Erinnerung, dass das Leben endlich ist und dass Liebe und Erinnerung Brücken schlagen zwischen den Lebenden und den Verstorbenen.

Die Generation X – Ein Portrait der Pioniere der Digitalisierung und der Hüter des echten Wissens

Wir, die Generation X, sind die Kinder der 1960er und 1970er Jahre, die Erwachsene der 1980er und 1990er Jahre, und zugleich die Pioniere des digitalen Zeitalters. 

In einer Welt, in der Computertechnik gerade erst die ersten zaghaften Schritte unternahm, wurden wir groß. 

Wir sind die erste Generation, die sich durch das Dickicht des digitalen Neulands schlagen musste, die sich mit klobigen Computern, komplizierten Befehlen und oft langsamen, aber faszinierenden Technologien auseinandersetzte – und die dabei ein Verständnis für die Materie entwickelte, das bis heute nachwirkt.

Unsere frühen Erfahrungen mit Computern waren weit entfernt von der mühelosen Zugänglichkeit der heutigen Technik. 

Mit dem Aufkommen erschwinglicher Heimcomputer wie dem Commodore 64, den viele von uns sich damals voller Vorfreude anschafften, begann unsere Reise in die Welt der Programmierung und Technologie. 

Doch anders als die Generation Z, die heute oft von digitalen Komfortzonen umgeben ist, waren wir darauf angewiesen, uns die Computerkenntnisse selbst zu erarbeiten. 

Statt einfacher grafischer Benutzeroberflächen, die heute selbstverständlich sind, arbeitete man damals über Kommandozeilen.
Diese Kommandozeilen verlangten präzise Eingaben und ein tiefes Verständnis für die Struktur des Systems.
Jeder Befehl wurde zum kleinen Abenteuer, und jede neue Zeile Code eröffnete uns neue Möglichkeiten – oft nach stundenlangem Experimentieren und Nachschlagen in Fachbüchern.

Unsere Begeisterung und unser Engagement für die Computertechnik führten uns immer weiter, selbst wenn der Weg steinig war. 

In den 1980er und 1990er Jahren kamen die ersten Methoden der Datenfernübertragung auf, die es ermöglichten, über weite Distanzen Informationen zu teilen. 

Heute würde man diese primitiven Netzwerke belächeln, doch damals waren sie revolutionär. 

Wir lernten, wie man sich vernetzt, wie man Daten austauscht und wie man erste digitale Communities bildet, noch bevor das Internet so selbstverständlich wurde wie heute. 

Die frühen Onlinedienste boten uns erste Einblicke in die Möglichkeiten eines vernetzten Lebens und brachten uns näher an die globale Welt. 

Und als schließlich das Internet seinen Siegeszug antrat, waren wir längst vorbereitet – wir hatten das Fundament mit aufgebaut.

Die Generation X hat das Handwerk der Digitalisierung von Grund auf gelernt. 

Wir haben nicht nur Inhalte konsumiert, sondern die Prozesse und Mechaniken dahinter verstanden. 

Viele von uns – so wie ich – haben Studiengänge in Informatik, Soziologie oder Volkswirtschaft belegt und sich eine umfassende und fundierte Bildung erarbeitet, die nicht nur die technische Seite umfasst, sondern auch das soziale und wirtschaftliche Zusammenspiel in einer zunehmend digitalisierten Welt. 

Unser Wissen über Computer, Daten und Netzwerke ist nicht auf Anwendungen und Apps beschränkt, sondern umfasst die Grundlagen, die Prinzipien und die Strukturen, die diese digitale Welt möglich gemacht haben.

Heute sehen wir eine Welt, die von der sogenannten Generation Z dominiert wird – eine Generation, die als „Digital Natives“ aufwuchs und mit Smartphones, Apps und digitalen Dienstleistungen von Kindesbeinen an vertraut ist. 

Doch während sie in diese digitale Welt hineingeboren wurden, stellt sich die Frage: 

Bedeutet das wirklich, dass sie diese Welt auch verstehen? 

Vieles von dem, was als „Digital Native“ gilt, bezieht sich auf die Fähigkeit, mit benutzerfreundlichen Oberflächen umzugehen und auf Informationen zugreifen zu können, aber Wissen ist mehr als nur der Zugang zu Informationen. 

Es bedeutet, Informationen sinnvoll zu ordnen, zu verstehen und in einen Kontext zu setzen. 

Wir von der Generation X haben das wahre digitale Wissen, denn wir haben gelernt, wie die digitalen Werkzeuge tatsächlich funktionieren. 

Uns genügte es nicht, Informationen nur abzurufen – wir haben gelernt, sie zu analysieren, zu hinterfragen und zu nutzen.

Unsere Generation hat das digitale Handwerk von Grund auf gelernt und ist deshalb in der Lage, mit neuen Entwicklungen kompetent und kreativ umzugehen. 

Während die Generation Z Informationen aus dem Internet zieht und oft unreflektiert übernimmt, wissen wir, wie wichtig es ist, kritisch zu sein und Zusammenhänge zu verstehen. 

Uns prägt eine Erfahrung und ein Wissen, das aus einer Zeit stammt, in der man nicht einfach auf ein Gerät schauen und die Antwort erwarten konnte. 

Wir mussten Lösungen finden, Probleme analysieren und oft auch improvisieren. 

Diese Erfahrungen haben uns zu den „wahren Digital Natives“ gemacht – nicht durch das bloße Vorhandensein digitaler Tools, sondern durch unser tiefes Verständnis und unseren Pioniergeist.

Heute sind Apps, soziale Medien und digitale Assistenten allgegenwärtig. 

Die Generation Z kann vielleicht schneller mit diesen Technologien umgehen, sie versteht sie jedoch nur oberflächlich. 

In einer Welt, die ständig von Informationsfluten überschwemmt wird, fehlt vielen der Jüngeren das strukturierte Denken, das kritische Analysieren und die Fähigkeit, Wissen zu hinterfragen und zu kontextualisieren. 

Die Informationen, die sie aus dem Netz erhalten, sind oft bruchstückhaft und unstrukturiert. 

Sie mögen Zugang zu allem Möglichen haben, doch sie übersehen oft den Wert des systematischen Lernens und des fundierten Wissens, das sich nicht auf schnell zugängliche Informationshäppchen beschränkt.

Wir, die Generation X, dagegen verstehen die Grundlagen des Wissensaufbaus und die Wichtigkeit, Informationen zu organisieren und kritisch zu bewerten. 

Das ist das Erbe, das wir der digitalen Welt hinterlassen. 

Wir sind nicht nur Benutzer, sondern auch Macher, Denker und Innovatoren. 

Die Generation X hat den Computer nicht einfach nur benutzt, sondern mit ihm gelebt, ihn geprägt und weiterentwickelt. 

Wir sind in der Lage, sowohl mit der Technik als auch mit den Informationen selbstständig und flexibel umzugehen. 

Unsere Generation vereint technisches Verständnis, praktische Erfahrung und einen kritischen Geist, der uns in der digitalen Welt einen einzigartigen Platz einräumt.

Es ist unsere Generation, die die Weichen gestellt hat, die das digitale Fundament schuf und das Wissen, das heute oft als selbstverständlich betrachtet wird, mit aufgebaut hat. 

So mag die Generation Z mit digitalen Technologien aufgewachsen sein, doch es ist die Generation X, die die tiefen Wurzeln des Verständnisses, des Könnens und des Wissens hat. 

Wir sind keine Generation, die sich auf schnellen Komfort verlässt – wir sind die Generation, die gelernt hat, in die Tiefe zu gehen, durchzuhalten und das große Ganze zu verstehen. 

Ein Hoch auf die Generation X, die wahren Meister der Digitalisierung und die Hüter des echten Wissens!

Allerheiligen ist ein wichtiger Feiertag, der besonders in katholisch geprägten Regionen und Ländern wie Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Frankreich und Italien begangen wird. 

Der Feiertag wird jedes Jahr am 1. November begangen und dient dem Gedenken an alle Heiligen der Kirche – sowohl die offiziell kanonisierten als auch die unbekannten oder ungenannten. 

Ziel dieses Festtages ist es, die Heiligen und Märtyrer für ihr Vorbild und ihre Verdienste zu ehren und den Menschen ihre Lebensbeispiele näherzubringen.

Der Ursprung von Allerheiligen geht weit zurück in die frühen Jahrhunderte des Christentums. 

Schon im 4. Jahrhundert begannen Christen in Antiochien damit, der Märtyrer zu gedenken, die in den Verfolgungen der frühen Kirche ihr Leben ließen. 

Über die Jahrhunderte hinweg wuchs die Idee, alle Heiligen – insbesondere die nicht offiziell anerkannten – an einem Tag zu ehren. 

Schließlich wurde Allerheiligen im 8. Jahrhundert unter Papst Gregor III. offiziell als Fest eingeführt und schließlich von Papst Gregor IV. im Jahr 835 auf den 1. November festgelegt.

In der katholischen und orthodoxen Kirche haben Heilige eine besondere Rolle: 

Sie gelten als Vorbilder im Glauben und als Fürsprecher bei Gott. 

Allerheiligen bietet Gläubigen die Möglichkeit, sich mit dem Leben der Heiligen auseinanderzusetzen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. 

Der Glaube, dass Heilige den Gläubigen auch über den Tod hinaus beistehen können, ist tief in der christlichen Spiritualität verwurzelt. 

Deshalb spielt das Fest auch eine Rolle für die persönliche Andacht und Reflexion – viele Menschen besuchen an Allerheiligen die Messe und bitten die Heiligen um ihren Schutz und Beistand.

Die Bräuche zu Allerheiligen variieren regional stark, doch einige sind weit verbreitet. 

Ein wichtiger Brauch in vielen katholischen Gegenden ist das Besuchen und Schmücken von Gräbern. 

An diesem Tag putzen die Angehörigen die Gräber, schmücken sie mit Blumen, meist Chrysanthemen, und stellen Kerzen auf. 

Dies geschieht oft in Vorbereitung auf Allerseelen, das am 2. November begangen wird und das spezielle Totengedenken ist. 

Die Lichter und Blumen symbolisieren das Leben nach dem Tod und die Hoffnung auf das ewige Leben.

In manchen Ländern wie Österreich und Bayern gibt es zudem spezielle Gottesdienste, die auf den Friedhöfen stattfinden. 

Diese sind oft mit einer Segnung der Gräber verbunden und ziehen zahlreiche Gläubige an. 

Eine stille Atmosphäre, Gebete und Lichter erinnern daran, dass die Heiligen und die verstorbenen Seelen Teil der Gemeinschaft der Kirche sind.

In der modernen Gesellschaft hat Allerheiligen unterschiedliche Bedeutungen. 

Für viele Katholiken ist der Tag weiterhin ein bedeutsamer religiöser Feiertag und eine Möglichkeit, innezuhalten und über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. 

In anderen Regionen und Milieus verliert das Fest jedoch an Bedeutung, insbesondere in weniger religiösen Gesellschaften, wo es oft als stiller Feiertag betrachtet wird, der lediglich arbeitsfrei ist. 

Dennoch bleibt Allerheiligen ein Tag der Erinnerung und der Besinnung – ob aus religiöser Motivation oder aus Respekt gegenüber den Vorfahren und verstorbenen Angehörigen.

Allerheiligen ist mehr als nur ein kirchlicher Feiertag; es ist ein Tag, der das Gedenken an die verstorbenen Heiligen und die Hoffnung auf das ewige Leben in den Vordergrund stellt. 

Traditionen wie das Schmücken der Gräber und das Entzünden von Lichtern verankern das Fest tief im Gemeinschaftsleben und erinnern uns an die Verbundenheit zwischen den Lebenden und den Toten.

Wenn es um den Kindergarten oder die Schule geht, dann bitte alles nur noch auf Rezept!

Kein Krümel Kuchen ohne Gesundheitsattest, kein Gummibärchen ohne Laborbericht. 

Bloß nicht mal eben einen selbstgebackenen Geburtstagskuchen mitbringen – viel zu riskant! 

Schließlich könnte ja ein winziger Hauch von Nussstaub, ein Milligramm Gluten oder gar, Gott bewahre, ein Hauch Milchfett enthalten sein. 

Da muss man schon richtig wachsam sein: 

Man kann ja schließlich nie wissen, was so ein paar harmlose Streusel für ein Chaos anrichten könnten. 

Sorgloser Genuss?

Keine Chance.

Da wird der Teig zur tickenden Zeitbombe, während die Erzieher den Umgang mit solchen gefährlichen „Mitbringseln“ beinahe wie die Ausbildung eines Bombenentschärfungskommandos behandeln.

Aber Moment mal, kommt Halloween, gilt auf einmal die goldene Regel: 

Hauptsache viel Zucker und jede Menge davon, am besten unbeschriftet und schön durcheinander gemixt. 

Da sollen die Kleinen dann ganz fleißig durch die Nachbarschaft ziehen und von wildfremden Menschen Bonbons, Schokolade und andere Köstlichkeiten entgegennehmen – natürlich ohne Zutatenliste, Nährwertangaben oder Bio-Label. 

Ist ja nur Halloween, da drücken wir gern mal alle Augen zu, schmeißen die Regeln aus dem Fenster und lassen die Kinder so viel sammeln, wie sie tragen können.

Allergien, Intoleranzen?

Die scheinen an diesem einen Tag im Jahr auf wundersame Weise in Luft aufzugehen. 

Wie durch Zauberei kann jedes Kind dann alles essen, als ob es die restlichen 364 Tage nie Diskussionen um Inhaltsstoffe und Sicherheit gegeben hätte. 

Das ist schon lustig, oder? 

Im Kindergarten und der Schule werden die Kinder in Watte gepackt und bei jeder Kleinigkeit wird auf alle Eventualitäten geachtet, aber beim „Süßes oder etwas gibt Saures” heißt es plötzlich: 

Nur zu, was immer du bekommst, nimm es und iss es!

Irgendwie entlarvt dieses Halloween-Szenario unsere ganze moderne Paranoia.

Es zeigt auf fast schon peinliche Weise, wie wir auf der einen Seite totale Kontrolle und Sicherheit wollen, aber auf der anderen Seite rituell ein Auge zudrücken, sobald es kulturell „normal“ ist. 

Und so klopfen wir uns gegenseitig auf die Schulter und versichern uns, dass wir ja nur das Beste für die Kleinen wollen – nur eben nicht, wenn ein alter Brauch auf dem Spiel steht. 

Da setzen wir den Spaß dann doch lieber über den Verstand, für einen Abend zumindest.

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