Familie

Am 31. Oktober 1517 vollzog sich ein Wendepunkt in der europäischen Religionsgeschichte:
Der Theologieprofessor Martin Luther schlug an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg seine 95 Thesen an und stellte damit das Ablasswesen der katholischen Kirche infrage.
Diese Handlung markierte den Beginn der Reformation, die sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa verbreiten sollte.
Luther kritisierte mit seinen Thesen eine kirchliche Praxis, die für viele Gläubige ein zentraler Weg zur Vergebung war – den sogenannten Ablasshandel.
In jener Zeit glaubte man, dass Gläubige durch den Kauf von Ablassbriefen ihre Seelen von Sündenstrafen befreien könnten.
Ein bekannter Werbespruch der Ablassprediger lautete:
„Sobald das Geld im Kasten klingt,
die Seele aus dem Fegefeuer springt.“
Mit dieser simplen Formel wurde Gläubigen suggeriert, dass sie durch Zahlungen an die Kirche ihren Verstorbenen oder sich selbst den Verbleib im Fegefeuer verkürzen oder gar ersparen könnten.
Diese Ablassgelder kamen der Kirche, insbesondere aber dem Vatikan zugute, der diese Summen unter anderem für den Bau des Petersdoms in Rom verwendete.
Luther störte sich an dieser Vorstellung zutiefst.
In seinen 95 Thesen kritisierte er, dass die Vergebung der Sünden nicht durch finanzielle Leistungen, sondern einzig durch den Glauben an das Opfer Jesu Christi auf Golgatha möglich sei.
Die Gnade Gottes sei kein Handelssubjekt, sondern ein Geschenk, das der Mensch durch die persönliche Hinwendung zu Gott empfange.
Mit diesen Thesen löste Luther eine Debatte aus, die weit über die theologischen Fragen hinausging und letztlich zur Spaltung der westlichen Christenheit führte.
Seine Position fand insbesondere in den deutschen Fürstentümern Anklang, wo Herrscher und Gelehrte zunehmend gegen den Machtanspruch und die finanziellen Forderungen der katholischen Kirche opponierten.
Diese Unterstützung ermöglichte Luther, seine Theologie weiterzuentwickeln und öffentlich zu vertreten, ohne wie frühere kirchenkritische Stimmen unmittelbar dem Scheiterhaufen zum Opfer zu fallen.
Im Laufe der Jahre wuchs die Bewegung, die Luther angestoßen hatte, zur Reformation heran und schuf mit der protestantischen oder evangelischen Kirche eine eigenständige christliche Strömung, die sich durch zentrale Glaubensinhalte unterschied:
Die Heilige Schrift – die Bibel – rückte in den Mittelpunkt als alleinige Quelle des Glaubens („sola scriptura”), die Rechtfertigung allein durch den Glauben („sola fide”) und das Vertrauen auf die Gnade Gottes („sola gratia”) bildeten die Grundpfeiler der neuen Theologie.
Die Reformation hinterließ tiefgreifende Spuren, die nicht nur das religiöse Leben, sondern auch die politische und kulturelle Landschaft Europas nachhaltig veränderten.

In einem Krankenhausverbund vor Ort und in der Region wird das Problem des Personalmangels immer gravierender, doch die Personalabteilungen reagieren darauf mit erstaunlicher Gleichgültigkeit und Arroganz.
Statt die Ursachen des Mangels ernsthaft anzugehen, wird davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter, vor allem Pflegekräfte, weiterhin Überstunden leisten und immer wieder einspringen – und das trotz der erschöpfenden Arbeitsbelastung, die sie an ihre physischen und psychischen Grenzen treibt.
Diese Erwartungshaltung der Führungskräfte offenbart eine Haltung, die auf Ausbeutung basiert und die menschliche Belastbarkeit der Angestellten ignoriert.
Die sogenannten „Lösungen“, die angeboten werden, sind ein zynisches Schauspiel, das die Probleme des Personals bewusst herunterspielt.
Statistiken werden manipuliert oder beschönigt, sodass die Situation auf dem Papier besser aussieht, als sie in der Realität tatsächlich ist.
Damit wird die eigentliche Dringlichkeit des Problems vertuscht und notwendige Veränderungen aufgeschoben.
Einige Pflegekräfte, insbesondere in den Notaufnahmen, haben beschlossen, dass sie sich diese Verhältnisse nicht länger gefallen lassen wollen.
Sie teilen ihren Familien und Freunden mit, dass sie sich nicht weiter in den Abgrund der Erschöpfung treiben lassen und nicht mehr bereit sind, für ein System, das ihre Grenzen ignoriert, weiter „mitzuspielen“.
Sie wissen: Es muss sich etwas ändern, und zwar grundlegend.
Doch die Realität zeigt ein anderes Bild, und das Management weiß genau, wie man Druck aufrechterhält.
Eine der neuesten Taktiken, um Personal für weitere Überstunden zu gewinnen, ist das Angebot einer Prämie von 200 Euro für jede eingesprungene Schicht, wenn Kollegen krankheitsbedingt ausfallen, doch diese „Motivationsprämie“ ist mehr ein Gift als eine Hilfe, das darauf abzielt, die finanziellen Bedürfnisse der Beschäftigten auszunutzen und sie damit in ein ungesundes Arbeitssystem zu drängen.
Diese Prämie spielt mit den Existenzängsten und dem wirtschaftlichen Druck vieler Pflegekräfte.
Besonders zynisch ist die Tatsache, dass einige, die sich aus Stolz oder Pflichtgefühl nicht von diesem „Bonus“ locken lassen wollen, am Ende doch schwach werden und sich wieder melden – immer mit dem Gedanken: „Diese eine Schicht wird schon nicht schlimm sein.“
Aber diese eine Schicht summiert sich, und am Ende stehen sie wieder da, müde, ausgelaugt und der Illusion beraubt, dass sich durch ihre Aufopferung irgendetwas verbessert.
Für diese Art der Selbstausbeutung, die in der Pflege immer mehr zum traurigen Alltag wird, liefert das System geradezu perfide Rechtfertigungen und zielt darauf ab, die Arbeiter in eine Dauerschleife der Erschöpfung zu führen.
Das Management mag zwar behaupten, dass es sich um ein „freiwilliges“ Angebot handelt, doch in Wahrheit ist es eine perfide Form der Manipulation.
Viele Pflegekräfte haben schlichtweg keine Wahl, weil die finanzielle Verlockung ihnen eine kurzfristige Lösung für ihre wirtschaftlichen Herausforderungen bietet, doch was dabei auf der Strecke bleibt, sind ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden.
Diese kurzsichtigen Maßnahmen lösen das Grundproblem in keinster Weise, sondern kaschieren es nur und erlauben den Entscheidern, weiterhin eine rosige Statistik zu präsentieren, während das Personal an den Rand des Zusammenbruchs getrieben wird.
Diese Politik der „letzten Schicht“ und der „kleinen Prämie“ zeigt, wie wenig Respekt und Verständnis in vielen Führungsetagen für das Pflegepersonal und deren essenzielle Arbeit vorhanden ist.
Anstatt langfristige Lösungen zu suchen, wie eine bessere Bezahlung, die Einstellung von mehr Personal oder die Einführung gerechterer Arbeitszeiten, wird kurzfristig ein Pflaster aufgeklebt, das letztlich nur die Symptome lindert, aber das Problem nicht heilt.
Es ist dringend Zeit, dass Pflegekräfte gestärkt werden, indem man ihnen nicht nur Respekt und Anerkennung entgegenbringt, sondern auch tatsächlich etwas gegen die unzumutbaren Arbeitsbedingungen unternimmt.

Viele Menschen wollen ja aus Prinzip keinen E‑Book-Reader benutzen.
In einer Diskussion hörte ich eine dumm-dämliche Bemerkung:
„Alt ist, wenn du dich in einer völlig ernst gemeinten Diskussion darüber wiederfindest, welcher E‑Book-Reader am wenigsten weh tut, wenn er dir beim Lesen im Bett aufs Gesicht fällt.“
Dies lässt einen auf den ersten Blick vielleicht schmunzeln, doch hinter dieser humorvollen Anekdote verbirgt sich ein tiefsinnigerer Gedanke, der sowohl den Alterungsprozess als auch unsere Beziehung zu moderner Technik und dem alltäglichen Komfort aufgreift.
Früher saß man vielleicht in einem bequemen Sessel, ein dickes Buch auf dem Schoß, und las stundenlang, versunken in Geschichten und Welten, die durch nichts unterbrochen wurden – außer vielleicht durch das Umblättern der Seiten oder das angenehme Rascheln des Papiers, doch die Welt hat sich verändert, und mit ihr auch unsere Lesegewohnheiten.
Das klassische Buch aus Papier ist vielerorts einem elektronischen Gerät gewichen.
Dem E‑Book-Reader.
Diese Geräte bieten zahlreiche Vorteile.
Sie sind leicht, handlich, bieten Platz für tausende Bücher, und man muss sich keine Sorgen mehr über den knappen Platz im Bücherregal machen.
Sie sind der Inbegriff des modernen Lesens, angepasst an die Bedürfnisse einer Welt, die immer mobiler und digitaler wird.
Aber eben auch an die Bedürfnisse eines Körpers, der sich verändert.
Der eigentliche Kern des Themas „Welcher E‑Book-Reader tut am wenigsten weh, wenn er dir beim Lesen im Bett aufs Gesicht fällt?“ ist eigentlich ein Ausdruck davon, wie sich der Alterungsprozess und Komfortansprüche auf scheinbar banale Alltagsaktivitäten auswirken.
In jungen Jahren denkt man selten über die Folgen nach, wenn man ein Buch – oder in diesem Fall einen E‑Book-Reader – über längere Zeit in der Hand hält, doch mit den Jahren nimmt die Bequemlichkeit eine immer größere Rolle ein, und man beginnt, seine Handlungen zu überdenken und zu optimieren.
Das Lesen im Bett ist ein Paradebeispiel dafür.
Während man in der Jugend vielleicht locker stundenlang ein schweres Buch über dem Kopf halten konnte, merkt man im Laufe der Jahre, dass die Arme schneller müde werden und das Gerät irgendwann einfach herunterfällt.
Dies ist nicht nur unangenehm, sondern in manchen Fällen auch schmerzhaft, besonders wenn der E‑Book-Reader eine harte Kante hat oder ein schwereres Modell ist.
Doch warum überhaupt diese Diskussion?
Warum hat das Gewicht oder die Beschaffenheit eines E‑Book-Readers überhaupt so viel Bedeutung?
Hier zeigt sich, wie sehr unser Leben inzwischen von der Technik durchdrungen ist.
E‑Book-Reader sind heute so selbstverständlich wie damals das Taschenbuch.
Sie sind handlich und praktisch, aber sie bringen eben auch ihre eigenen „technischen“ Probleme mit sich – vor allem, wenn es um Fragen wie Gewicht, Ergonomie und Handhabung geht.
Während früher vielleicht die Position im Bett oder das weiche Kopfkissen das größte Komfortproblem beim Lesen war, dreht sich die Diskussion heute um die ideale Größe und das Gewicht eines Geräts.
Es geht um Dinge wie den Rand, an dem man den Reader bequem halten kann, ohne dass die Finger verkrampfen, oder um die Frage, ob die Bildschirmbeleuchtung die Augen im Dunkeln zu sehr anstrengt.
Und ja, es geht eben auch um den Falltest: Was passiert, wenn man einschläft und das Gerät ins Gesicht rutscht?
Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis, die aus dieser Diskussion hervorgeht, die Fähigkeit, über das eigene Altern zu lachen.
Alt zu werden bedeutet nicht nur, dass der Körper sich verändert – es bedeutet auch, dass man lernt, diese Veränderungen mit einer gewissen Leichtigkeit und Selbstironie zu betrachten.
Wenn wir uns ernsthaft über den „weniger schmerzhaften“ E‑Book-Reader unterhalten, dann ist das weniger ein Zeichen für Schwäche, als vielmehr ein Ausdruck dafür, dass wir die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags mit Humor und Gelassenheit nehmen.
Das Lachen über die eigenen Schwächen und Macken gehört zum Älterwerden dazu.
Es zeigt, dass man sich selbst nicht allzu ernst nimmt, dass man gelernt hat, die Unvollkommenheiten des Lebens zu akzeptieren und sich an den kleinen Dingen zu erfreuen – selbst, wenn es nur die Erleichterung ist, dass der E‑Book-Reader, der auf dein Gesicht fällt, wenigstens nicht so schwer oder so kantig ist.
Was jedoch nicht übersehen werden sollte, ist der tiefergehende Wunsch nach Komfort, der mit dem Alter immer stärker wird.
Während in der Jugend oft Abenteuerlust und die Bereitschaft zu Kompromissen vorherrschen, gewinnt mit den Jahren die Bequemlichkeit zunehmend an Bedeutung.
Dies zeigt sich nicht nur in der Wahl des E‑Book-Readers, sondern in vielen Bereichen des Lebens – sei es der Kauf von ergonomischen Möbeln, die Entscheidung für bequemere Kleidung oder eben die Anpassung von Gewohnheiten, um das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.
Diese Diskussion ist daher auch ein Symbol dafür, wie das Alter die Prioritäten verschiebt.
Was früher vielleicht als Nebensächlichkeit abgetan wurde, wird im Laufe der Zeit zu einem zentralen Punkt. Komfort wird zum Schlüssel für Lebensqualität, und die Auswahl des richtigen E‑Book-Readers – der leicht genug ist, um nicht unangenehm zu werden – ist ein Ausdruck dieser veränderten Perspektive.
In der humorvollen Anekdote über den E‑Book-Reader, der auf das Gesicht fällt, steckt mehr Wahrheit, als es auf den ersten Blick scheint.
Sie ist ein Sinnbild für das Älterwerden und für die kleinen Anpassungen, die man im Laufe des Lebens vornehmen muss, um den Alltag so angenehm wie möglich zu gestalten.
Dabei spielt nicht nur die Technik eine Rolle, sondern auch der Umgang mit den eigenen körperlichen Veränderungen und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen.
Letztlich geht es darum, dass wir lernen, mit den Herausforderungen des Alterns umzugehen, ohne unsere Lebensfreude zu verlieren.
Egal, ob wir uns über ergonomische Sofas unterhalten, über die beste Matratze für unseren Rücken diskutieren oder eben den leichtesten E‑Book-Reader wählen – es sind diese kleinen Entscheidungen, die unser Leben ein Stück weit einfacher und angenehmer machen.
Und vielleicht ist genau das der wahre Kern des Alterns: die Fähigkeit, die Dinge mit einem Augenzwinkern zu betrachten und dabei trotzdem das Beste für sich herauszuholen.

Martin Luther, geboren am 10. November 1483 in Eisleben, war ein deutscher Theologe, Mönch und Reformator, dessen Lehren die religiöse und politische Landschaft Europas nachhaltig veränderten.
Als zentrale Figur der Reformation, die zur Entstehung des Protestantismus führte, ist Luther bis heute eine prägende Gestalt der Kirchengeschichte und westlichen Kultur.
Luther wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und wurde von seinem Vater dazu gedrängt, eine Karriere als Jurist einzuschlagen.
Er begann 1501 ein Jurastudium an der Universität Erfurt, doch ein einschneidendes Erlebnis – ein schweres Gewitter, in dem er um sein Leben fürchtete – führte dazu, dass er das Gelübde ablegte, Mönch zu werden.
Er trat 1505 in das Augustinerkloster in Erfurt ein und widmete sich intensiv theologischen Studien.
Später setzte er seine Ausbildung in Wittenberg fort, wo er 1512 den Doktor der Theologie erlangte.
Luthers Karriere nahm eine entscheidende Wende im Jahr 1517, als er seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug – ein Symbol für den Beginn der Reformation.
Diese Thesen waren eine radikale Kritik an der Praxis des Ablasshandels, durch den die katholische Kirche Gläubigen versprach, ihre Sünden gegen Geld zu vergeben.
Luther war überzeugt, dass diese Praxis nicht nur korrumpierend, sondern auch theologisch verfehlt war, da sie das Konzept der Vergebung durch Gnade untergrub.
Seine Thesen verbreiteten sich schnell durch den Einsatz des neu entwickelten Buchdrucks, was Luther zu einem prominenten Kritiker der Kirche machte.
Die zentrale Botschaft seiner Schriften war, dass allein der Glaube und die Gnade Gottes zur Erlösung führen (sola fide und sola gratia) und nicht durch gute Werke oder kirchliche Sakramente.
Luthers Angriff auf die Kirche blieb nicht unbeantwortet.
1521 wurde er von Papst Leo X. exkommuniziert, und auf dem Reichstag zu Worms weigerte er sich, seine Schriften zu widerrufen.
Sein berühmter Satz „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ symbolisiert seine Entschlossenheit, den Prinzipien des Gewissens und der Heiligen Schrift zu folgen, auch wenn dies sein Leben gefährdete.
Er wurde daraufhin vom Heiligen Römischen Reich für vogelfrei erklärt und musste sich auf die Wartburg in Sicherheit bringen.
Während seines Aufenthalts auf der Wartburg (1521–1522) übersetzte Luther das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche.
Diese Bibelübersetzung war von enormer Bedeutung, da sie nicht nur eine standardisierte Version der deutschen Sprache schuf, sondern auch die Grundlage für den Zugang der breiten Bevölkerung zur Bibel legte.
Luthers Übersetzung förderte die Alphabetisierung und trug zur Entstehung der modernen deutschen Schriftsprache bei.
Luthers theologische Beiträge veränderten das christliche Verständnis auf fundamentale Weise.
Zu seinen Hauptwerken gehören die Betonung der Rechtfertigung durch Glauben (Rechtfertigungslehre), die Lehre vom Priestertum aller Gläubigen und die Forderung nach einer radikalen Rückkehr zur Bibel als alleinige Quelle religiöser Autorität (sola scriptura).
Diese Ideen stellten das katholische Kirchenmodell grundlegend infrage, in dem der Papst und die Priesterschaft die Rolle der Mittler zwischen Gott und den Gläubigen einnahmen.
Er führte zudem den Gemeindegesang und die Predigt in der Volkssprache ein, was die Gottesdienste zugänglicher machte und das geistliche Leben der Menschen vertiefte.
Sein Einsatz für eine religiöse Bildung für alle und sein Verständnis von Ehe und Familie als zentrale Institutionen des Glaubenslebens prägten auch die sozialen Strukturen der entstehenden protestantischen Gemeinden.
Die Reformation unter Luther führte nicht nur zu einer Spaltung der Kirche, sondern auch zu weitreichenden gesellschaftlichen Umbrüchen.
Viele deutsche Fürsten nutzten die Reformation, um sich politisch von Rom zu lösen und eigene Landes- und Staatskirchen zu etablieren.
Der Deutsche Bauenkrieg (1524–1526), der teilweise durch Luthers radikale Kritik an kirchlichen und weltlichen Autoritäten inspiriert war, brachte ihn jedoch in eine ambivalente Position: Obwohl er anfangs Sympathien für die Forderungen der Bauern zeigte, stellte er sich schließlich entschieden gegen die Aufstände, um eine stabile Gesellschaftsordnung zu bewahren.
Luther setzte sich auch für die Bildung der einfachen Bevölkerung ein, was zur Einführung allgemeiner Schulpflicht in protestantischen Gebieten führte.
Er forderte ein öffentliches Bildungssystem und betonte die Wichtigkeit, dass jeder Mensch die Bibel lesen und verstehen sollte.
Seine Reformen ebneten somit auch den Weg für tiefgreifende Veränderungen in der Bildungspolitik.
In seinen letzten Lebensjahren verschlechterte sich Luthers Gesundheitszustand, und er wurde immer schroffer in seinen Äußerungen, insbesondere gegen die katholische Kirche, den Papst.
Seine späten Schriften haben in der Nachwelt zu anhaltenden Diskussionen und Kritik geführt, da sie im Gegensatz zu den reformatorischen Errungenschaften stehen, die mit Luthers Name verbunden sind.
Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther in seiner Geburtsstadt Eisleben.
Sein Tod markierte jedoch keineswegs das Ende der Reformation.
Seine Ideen und Schriften hatten bereits ein unaufhaltsames Momentum geschaffen, das die Kirche spaltete und zur Entstehung zahlreicher protestantischer Denominationen führte, darunter der Lutheranismus, der sich direkt auf seine Lehren beruft.
Luthers Einfluss auf Theologie, Politik und Kultur kann kaum überschätzt werden.
Seine Reformen läuteten das Ende des kirchlichen Monopols über den Glauben ein und schufen die Grundlage für die religiöse Vielfalt in der Neuzeit.
Auch die Rolle des Einzelnen, der sein Verhältnis zu Gott ohne Vermittlung durch Priester oder Kirche bestimmen kann, wurde durch Luther neu definiert.
Seine Schriften und sein Wirken trugen zur Entwicklung der Menschenrechte, der Demokratie und der Bildung bei.
Luther bleibt umstritten: Einerseits wird er als mutiger Verfechter religiöser Freiheit gefeiert, andererseits belasten seine späten, hasserfüllten Äußerungen sein Andenken.
Dennoch steht er als einer der größten Wegbereiter der Moderne, dessen Gedanken die westliche Welt fundamental verändert haben.

Während unseres Urlaubs in Nürnberg erlebten wir ein weiteres Beispiel für das leidige Thema des „Handtuch-Territoriums“, diesmal jedoch im Frühstücksraum des Hotels.
An einem schönen Morgen waren wir früh aufgestanden, um das Buffet in Ruhe zu genießen.
Das Angebot war reichhaltig und versprach einen perfekten Start in den Tag, doch schon beim Betreten des Raums fiel uns auf, dass einige Gäste sich nicht nur auf das Essen konzentrierten, sondern auch die Taktik des „Reservierens“ perfektioniert hatten.
Einige „Oberschlaue“ hatten ihre Handtaschen strategisch auf mehrere Tische platziert, um sich Plätze zu sichern, während sie selbst nirgendwo zu sehen waren.
Wir hielten uns eine Stunde im Frühstücksraum auf und unterhielten uns mit ein paar anderen Gästen, die ebenfalls die Frechheit dieser Methode nicht verstehen konnten, doch von den Personen, denen die Handtaschen gehörten, sahen wir keine Spur.
Es war frustrierend und stellte einmal mehr die Frage nach der Fairness und dem respektvollen Miteinander in einem Gemeinschaftsraum.
Es ist eine unverschämte Egoismus, sich einen Platz zu reservieren, obwohl dies laut den Statuten des Hotels nicht erlaubt ist.
Diese Art von Verhalten zeigt ein tief verwurzeltes Anspruchsdenken, das nicht nur anderen Gästen die Möglichkeit nimmt, einen Platz zu finden, sondern auch die eigentliche Atmosphäre des gemeinsamen Frühstücks untergräbt.
Wir waren zwar früh genug da, um die ersten Leckereien des Buffets zu genießen, doch der Anblick der reservierten Plätze schmälerte das Gefühl von Gastfreundschaft und Offenheit, das wir uns erhofft hatten.
Der Frühstücksraum hätte ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein sollen, aber stattdessen wurde er zu einem Schauplatz der Rücksichtslosigkeit.
Während wir uns über die leckeren Speisen freuten, konnten wir nicht umhin, über die unverschämte Selbstsucht der anderen nachzudenken.
Es ist bedauerlich, dass einige Gäste nicht erkennen, dass ihre Taten nicht nur gegen die Regeln des Hotels verstoßen, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl, das in einem solchen Umfeld entstehen sollte, erheblich beeinträchtigen.
Trotz der negativen Erfahrungen ließen wir uns den Tag nicht verderben.
Wir genossen unser Frühstück, unterhielten uns angeregt mit den anderen Gästen und versuchten, die positiven Aspekte unseres Urlaubs in den Vordergrund zu rücken.
Doch diese Erlebnisse verdeutlichten einmal mehr, wie wichtig Rücksichtnahme und Fairness im Umgang miteinander sind – nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag.

Im Rahmen unseres Urlaubs in Nürnberg haben meine Herzallerliebste und ich einen Aufenthalt in einem Hotel genossen, das uns einmal mehr mit einem lästigen Phänomen konfrontierte: dem sogenannten „Handtuch-Territorium“.
Eines schönen Nachmittags beschlossen wir, im Poolbereich des Hotels zu entspannen.
Der Pool war etwa zehn mal zehn Meter groß, und an einer Seite standen sechs Liegen, die zum Entspannen einluden, doch unser Vorhaben, uns am Wasser zu entspannen, wurde schnell getrübt.
Kaum hatten wir uns am Pool niedergelassen, bemerkten wir, dass alle der sechs Liegen bereits mit Handtüchern belegt waren – von einem Ehepaar, das zwei Liegen reserviert hatte, und einer Familie mit zwei Kindern, die sich gleich vier Liegen sicherten.
Dabei waren die besetzten Liegen von den Gästen gar nicht in Gebrauch.
Stattdessen genossen sie die Zeit im Wasser, im Saunabereich oder im Bereich mit den Massageliegen, während ihre Handtücher den Platz der Liegen einnahmen.
Diese Situation ärgerte uns nicht nur, weil wir selbst auf der Suche nach einer Liege waren, sondern auch, weil es gegen die klaren Regeln des Hotels verstieß.
Laut Aushang im Poolbereich war es verboten, Liegen (vorab) zu reservieren, um jedem Gast die gleiche Chance zu geben, einen Platz zu finden, doch das schien für die anderen Gäste nicht zu gelten.
Es war frustrierend zu sehen, wie egoistisch manche Reisende auftraten und ihre Bedürfnisse über die der anderen stellten.
Das Handtuch wurde hier zum Symbol für puren Egoismus.
Während wir uns bemühten, unseren Platz zu finden und das Urlaubsgefühl zu genießen, waren wir Zeugen eines Verhaltens, das nicht nur unhöflich war, sondern auch den Gemeinschaftssinn untergrub.
Wir konnten nicht umhin zu denken, dass diese Art von Rücksichtslosigkeit kein Einzelfall ist, sondern ein weit verbreitetes Verhalten in unserer Gesellschaft.
In diesem Moment wurde uns einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, Regeln nicht nur aufzustellen, sondern sie auch konsequent durchzusetzen.
Das Handtuch auf der Liege wurde zum stillen Wächter eines vermeintlichen Anspruchsdenkens, das oft über das Wohl der Gemeinschaft siegt.
Unsere Enttäuschung über die Situation wurde nur noch verstärkt durch die Einsicht, dass wir nicht die einzigen waren, die sich in diesem Moment benachteiligt fühlten.
Es war ein kleiner, aber aufschlussreicher Einblick in eine Problematik, die weit über unseren Urlaub hinausgeht.
Schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als den Tag zu genießen, während wir in Gedanken über die Bedeutung von Rücksichtnahme und Fairness reflektierten.
Unser Aufenthalt in Nürnberg war eine lehrreiche Erfahrung, die uns einmal mehr vor Augen führte, wie wichtig es ist, im Urlaub nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an die Mitmenschen, die sich in der gleichen Situation befinden.

Das Thema Emanzipation wird oft missverstanden, und dies führt manchmal zu Fehlinterpretationen, wie die Vorstellung, dass Emanzipation bedeute, Macht über den Partner in einer Beziehung auszuüben.
Tatsächlich gibt es Fälle, in denen Ehefrauen glauben, aus einem übersteigerten Emanzipationsgefühl heraus ihren Mann dominieren zu müssen.
Dabei wird jedoch ein grundlegendes Prinzip der Emanzipation missachtet: Emanzipation bedeutet Gleichberechtigung und nicht die Herrschaft einer Seite über die andere.
Emanzipation bedeutet per definitionem die Befreiung von gesellschaftlichen, politischen oder kulturellen Zwängen.
Es geht darum, dass Personen die Freiheit und das Recht erhalten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, unabhängig von den Einschränkungen, die ihnen durch traditionelle Normen oder Machtstrukturen auferlegt werden.
Historisch gesehen war Emanzipation vor allem ein Streben nach Gleichberechtigung für unterdrückte Gruppen, wie etwa Frauen, die jahrhundertelang in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen benachteiligt wurden.
Die Frauenbewegung, die im 19. und 20. Jahrhundert an Fahrt aufnahm, kämpfte unter anderem für das Wahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und den Zugang zu Bildung.
Diese Erfolge waren von grundlegender Bedeutung für die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Emanzipation war in diesem Zusammenhang der Weg zur Überwindung von Ungerechtigkeiten, die Frauen daran hinderten, in der Gesellschaft gleichberechtigt mit Männern zu leben.
Ein verbreitetes Missverständnis ist jedoch die Annahme, dass Emanzipation mit Macht über den anderen gleichgesetzt wird.
Dies führt dazu, dass einige Frauen glauben, sie müssten sich in ihrer Beziehung besonders dominant verhalten, um ihre emanzipierte Haltung zu beweisen.
Diese Denkweise kann darauf hinauslaufen, dass sie versuchen, ihren Mann zu kontrollieren, seine Entscheidungen zu dominieren oder seine Autonomie zu untergraben – ein Verhalten, das nicht der Gleichberechtigung, sondern der Herrschaft ähnelt.
Dieses Missverständnis kann sich in verschiedenen Bereichen einer Beziehung zeigen, etwa in der Aufteilung von Haushaltsaufgaben, in der finanziellen Kontrolle oder in der Entscheidungsfindung in wichtigen Lebensfragen.
Wenn eine Frau davon ausgeht, dass sie, um emanzipiert zu sein, in jeder Situation das letzte Wort haben oder die Führung übernehmen muss, dann handelt sie nicht im Sinne der Emanzipation.
Emanzipation strebt keine Machtverschiebung an, bei der die Frau die Rolle des dominanten Partners einnimmt und der Mann untergeordnet wird.
Das Grundprinzip der Emanzipation ist die Gleichberechtigung.
In einer gleichberechtigten Partnerschaft haben beide Partner das Recht, ihre Meinungen zu äußern, Entscheidungen zu treffen und auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren.
Weder der Mann noch die Frau sollte versuchen, die Oberhand zu gewinnen oder den anderen zu unterdrücken.
Vielmehr geht es darum, einen gegenseitigen Respekt zu entwickeln, der beiden Partnern erlaubt, ihre Bedürfnisse und Wünsche offen auszudrücken und gemeinsam Lösungen zu finden.
Eine emanzipierte Frau strebt nicht danach, die Macht über ihren Mann zu haben, sondern nach einem Gleichgewicht, in dem beide Partner gleiche Rechte und Pflichten teilen.
Sie erkennt, dass eine gesunde Partnerschaft auf Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis basiert, und nicht auf Machtspielen oder Dominanz.
Wenn eine Ehe oder Partnerschaft von Machtspielen und Dominanz geprägt ist, können sich tiefgreifende Konflikte entwickeln.
Solche Machtkämpfe führen häufig zu Frustration, Respektlosigkeit und Entfremdung, sowohl für den dominanten als auch für den unterdrückten Partner.
Männer, die sich in einer solchen Situation befinden, können das Gefühl haben, dass ihre Meinung nicht zählt oder dass ihre Rolle in der Beziehung herabgesetzt wird.
Dies untergräbt das Vertrauen und die emotionale Intimität, die für eine gesunde Beziehung notwendig sind.
Frauen, die ihren Mann dominieren, tun sich selbst ebenfalls keinen Gefallen.
Sie mögen glauben, dass sie ihre emanzipierte Haltung verteidigen, aber in Wirklichkeit entfernen sie sich von den Idealen der Gleichberechtigung.
Anstatt eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu schaffen, stärken sie lediglich ein Ungleichgewicht, das langfristig schädlich ist.
Echte Emanzipation in Beziehungen bedeutet, eine Balance zwischen den Partnern zu schaffen, bei der beide respektiert und wertgeschätzt werden.
Folgende Punkte können dabei helfen, eine solche Partnerschaft zu fördern:
Beide Partner sollten offen und ehrlich miteinander sprechen können, ohne Angst vor Dominanz oder Zurückweisung zu haben. Kommunikation ist der Schlüssel, um Missverständnisse zu klären und gemeinsame Entscheidungen zu treffen.
Emanzipation bedeutet auch, dass beide Partner Verantwortung übernehmen, sei es im Haushalt, in der Kindererziehung oder in finanziellen Angelegenheiten. Eine faire Arbeitsteilung stärkt das Gefühl von Gleichberechtigung.
Kein Partner sollte versuchen, den anderen zu dominieren. Respekt für die Autonomie und die individuellen Wünsche des anderen ist entscheidend, um ein gesundes Gleichgewicht zu finden.
Wichtige Entscheidungen sollten gemeinsam getroffen werden, wobei beide Partner gleichermaßen Einfluss nehmen können. Es geht darum, Lösungen zu finden, die beiden gerecht werden.
Jede*r sollte sich bewusst machen, welche Rolle sie oder er in der Beziehung einnimmt und ob diese den Grundsätzen der Gleichberechtigung entspricht. Oft hilft es, sich selbst kritisch zu hinterfragen und mögliche Machtspiele zu erkennen und zu vermeiden.
Emanzipation bedeutet nicht, den Partner zu dominieren oder Macht über ihn auszuüben, sondern vielmehr, eine gleichberechtigte Beziehung zu führen, in der beide Partner auf Augenhöhe agieren.
Dominanz und Kontrolle sind nicht die Ziele der Emanzipation, sondern das genaue Gegenteil: Freiheit, Respekt und Gleichwertigkeit in allen Bereichen des Lebens.
Nur durch gegenseitigen Respekt und das Streben nach echter Gleichberechtigung kann eine emanzipierte Partnerschaft erfolgreich und erfüllend sein.

Es war eine bewusste Entscheidung, den 7. Dezember 1835 als Ziel unserer (Zeit-)Reise zu wählen.
Mit dem Wissen, wie revolutionär diese Zeit war, wollten wir einen historischen Moment selbst erleben – die erste deutsche Eisenbahnfahrt mit dem „Adler“.
Unsere Mission war klar: Ein Stück Vergangenheit mit eigenen Augen zu sehen und das Gefühl dieser Zeit unmittelbar zu spüren.
Als wir in Nürnberg ankamen, befanden wir uns inmitten einer aufgeregten Menschenmenge.
Die Luft war erfüllt von einem gewissen elektrisierenden Prickeln.
Die Straßen waren gesäumt von neugierigen Bürgern, und ich konnte ihre Aufregung nachvollziehen.
Für sie war dies ein Sprung ins Unbekannte.
In unserer Welt ist die Eisenbahn längst Alltag, doch hier und heute in 1835 war sie eine Sensation.
Vor uns stand die Lokomotive „Adler“, eine Erscheinung, die ich zwar aus Büchern kannte, doch nun zum Leben erwacht vor uns sahen.
Diese Dampflok, mit ihrem wuchtigen Kessel und den mächtigen Rädern, strotzte vor roher Kraft.
Sie war laut, zischend, und der Rauch, der aus ihrem Schornstein quoll, schien uns wie ein Symbol für den beginnenden Fortschritt, doch auch wenn sie für uns vertraut wirkte, war uns klar, dass die Menschen um uns herum sich noch nicht sicher waren, ob diese Maschine ein Triumph der Technik oder eine gefährliche Spielerei war.
Wir wollten diese Fahrt bewusst miterleben, um die Euphorie und die Bedenken der Menschen zu verstehen, die sich in den engen Waggons einfanden.
Als der Zug langsam Fahrt aufnahm, spürten wir, wie die Kraft der Lokomotive die Wagen ruckartig in Bewegung setzte.
Für uns als moderne Reisende war das kaum bemerkenswert, aber die Menschen um uns herum hielten den Atem an.
Sie waren fasziniert und verängstigt zugleich.
Für viele von ihnen war es die erste Erfahrung mit einer solchen Geschwindigkeit, obwohl der „Adler“ gerade einmal 30 Kilometer pro Stunde erreichte.
Die Menschen sahen sich um, tauschten Blicke, als ob sie etwas Unglaubliches erlebten.
Die Strecke zwischen Nürnberg und Fürth betrug nur sechs Kilometer, doch die Landschaft, die draußen an uns vorbeizog, wirkte für die damaligen Fahrgäste fast surreal.
Die Maschine ratterte über die Schienen, und obwohl wir das moderne Reisen gewohnt waren, konnten wir nicht umhin, uns von der Energie dieses Augenblicks mitreißen zu lassen.
Es war der Beginn einer neuen Ära, und wir waren Augenzeugen dieses Wendepunkts.
Für die Menschen von 1835 war dies mehr als nur eine Fahrt.
Es war ein Symbol für Hoffnung und Veränderung, aber auch für die Unsicherheit gegenüber dem Fortschritt.
Einige Menschen sprachen von der Möglichkeit, dass die Geschwindigkeit schädlich für den menschlichen Körper sein könnte.
Andere hatten Angst, dass sie durch die Eisenbahn dem Bösen näherkamen, während wieder andere die unermesslichen Möglichkeiten sahen, die sich durch die Überwindung von Entfernungen eröffneten.
Als wir Fürth erreichten, wurde der Zug mit Jubel empfangen.
Für uns war dies nicht nur ein technisches Wunder, sondern ein kultureller Meilenstein.
Die Menschen sahen in der Eisenbahn eine neue Zukunft, auch wenn sie diese noch nicht vollständig begreifen konnten.
Die Eisenbahn würde ihre Welt verändern – die Wirtschaft, die Gesellschaft und ihre Wahrnehmung von Raum und Zeit.
Diese Fahrt war mehr als nur eine historische Episode für uns, Zeitreisende aus einer relativen Zukunft, in der Züge sich geschmeidig und fast lautlos durch das Land bewegen.
Sie erinnerte uns daran, wie jeder Fortschritt – so selbstverständlich er uns auch erscheinen mag – stets mit Neugier, Angst und Hoffnung verbunden ist.
Wir standen inmitten von Menschen, die am Anfang dieses Wandels standen, und obwohl wir ihre Zukunft kannten, waren wir tief bewegt von ihrem Mut und ihrer Offenheit gegenüber dem Unbekannten.
Wenn wir in unsere Zeit zurückkehren, werden wir diesen Tag in unseren Herzen tragen – als Erinnerung daran, dass auch der größte Fortschritt mit einem ersten mutigen Schritt beginnt.

Kürzlich habe ich von einer Frau erzählt, die mit dem E‑Rezept Probleme hatte, obwohl sie im Grunde genommen in meinem Alter ist.
Sie hatte Probleme damit gehabt, zu akzeptieren, dass es keine Rezepte mehr auf Papier gab. Ich hatte ihr angeboten, mit ihr zur Apotheke zu gehen und habe zuerst mein E‑Rezept eingelöst, damit sie sehen konnte, dass alles funktionierte.
Die Frau sträubte sich (innerlich) gegen die Digitalisierung.
Sie bekam ihre Medikamente, beharrte aber darauf zu behaupten, der Arzt hätte sich der „unterlassenen Hilfe“ strafbar gemacht und sie sagte, sie überlege deswegen, zu einem anderen zu gehen.
In einer Diskussion darüber im privaten Kreis fanden viele es amüsant, wie es ablief, als sie in der Apotheke stand und empört dem Apotheker erzählte, der Arzt habe „unterlassene Hilfe” begangen, weil er ihr kein Rezept ausgedruckt habe.
Die Reaktion auf ihre Erzählung war für viele der Inbegriff einer grotesken Situation, die das Missverständnis zwischen der Digitalisierung und der „älteren Generation“ auf den Punkt brachte.
Man lachte über die absurde Vorstellung, dass ein digitaler Vorgang für die Frau so undurchschaubar wirkte, dass sie den Arzt ernsthaft für seine vermeintliche Nachlässigkeit verantwortlich machte.
Nebenbei bemerkt: Die Generation, zu der die Frau und ich gehören, sind nicht der Entwicklung von Computern fern.
Ich habe mir meinen ersten Computer Mitte der 1980-er-Jahre nach meiner Ausbildung vom ersten Lohn gekauft.
In der Diskussion gab es auch kritische Stimmen, die das Ganze weniger lustig fanden.
Sie wiesen auf Probleme hin, die viele Menschen mit dem E‑Rezept haben, und wiederholten immer wieder dieselben Argumente.
Eine der häufigsten Kritikpunkte war, dass die Einführung des E‑Rezepts handwerklich schlecht umgesetzt sei.
Tatsächlich können manche Heilhilfsmittel noch immer nicht per E‑Rezept verordnet werden, und auch Physiotherapie ist über diesen digitalen Weg noch nicht möglich.
Es scheint, als wären wichtige Bestandteile des Gesundheitssystems noch nicht vollständig in die digitale Infrastruktur integriert.
Ein weiteres Argument, das immer wieder auftauchte, betrifft die Gefahr, dass ein per E‑Rezept verordnetes Medikament einfach vergessen werde.
Vor allem für „Senioren”, die nicht (mehr) an die ständige Nutzung von Smartphones oder Computern gewöhnt seien, berge die digitale Verordnung von Medikamenten ein enormes Risiko.
Viele ältere Menschen seien es gewohnt, etwas Handfestes in den Händen zu halten – ein Rezept, das sie zur Apotheke bringen können, als sichtbare Erinnerung.
Die Unsichtbarkeit des digitalen Rezeptes bringe die Gefahr mit sich, dass es im Alltagsstress einfach vergessen werde.
Allerdings verbummeln manche Leute auch das Papier-Rezept, indem sie es in Handtaschen „verbuddeln“ oder in Gedanken irgendwo zu Hause hinlegen, wo sie es nicht direkt sehen, und ebenso vergessen, es einzulösen.
Obwohl diese Kritik durchaus berechtigt sein mag, muss man sich fragen, ob das ständige Miesmachen der neuen Technologie wirklich hilfreich ist.
Die Einführung des E‑Rezepts ist sicherlich noch nicht perfekt, und es gibt zahlreiche Schwachstellen, die ausgebessert werden müssen.
Aber anstatt das gesamte System als eine Katastrophe zu diskreditieren, könnte man sich ebenso auf die Chancen und Verbesserungen konzentrieren, die es langfristig bieten wird.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist kein Schritt zurück, sondern ein notwendiger Schritt in die Zukunft.
Es gibt Hürden und Anpassungsschwierigkeiten, aber jede Innovation braucht Zeit, um sich zu entwickeln und sich etablieren.
Es ist vergleichbar mit der Einführung anderer Technologien in der Vergangenheit: Anfangs mag es schwerfallen, doch nach und nach wird es zur Normalität – und letztlich erleichtert es uns das Leben.
Die Hürden, die vor uns liegen, sind also keine unüberwindbaren Mauern, sondern Hindernisse, die es zu überwinden gilt.
Digitalisierung erfordert Geduld und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.
Wer dies jedoch von vornherein als „Willkommen in Schilda” abtut, übersieht die Möglichkeiten, die eine solche Entwicklung langfristig mit sich bringt.
Statt in die Vergangenheit zu schauen und dem Altbewährten nachzutrauern, sollten wir den Blick nach vorn richten – auch wenn das manchmal bedeutet, dass wir zunächst über ein paar digitale Stolpersteine hinwegsehen müssen.
Underneath a moonlight sky
Soft whispers in the night
Your hand in mine feels right
In your eyes I see the light
Stars above begin to glow
Hearts entwined in gentle flow
Every moment starts to slow
With you I’ll never feel alone
Love is a feeling
Starts to grow
Like a river
Starts to flow
Forever yours
This I know
Together
We will go
Candles flicker
Shadows play
In the stillness
I hear you say
Words of love
They drift and sway
In your arms
I want to stay
Dreams of us
They fill the air
In the quiet
All we share
Without you
Life is bare
Our love
Beyond compare
Love is a feeling
Starts to grow
Like a river
Starts to flow
Forever yours
This I know
Together
We will go