Laizismus

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„DNA-Aktivierung” für mehr Potenzial?

Es klingt verführerisch einfach. 

In unseren Zellen, so heißt es, schlummere ein verborgenes Potenzial. 

Neunzig Prozent unserer DNA seien ungenutzt, schlafend, wartend auf ihre Aktivierung. 

Wer die richtigen Frequenzen kenne, die passende Meditation, das richtige „Energiefeld“, könne diese verborgenen Stränge erwecken – und damit Fähigkeiten freisetzen, die weit über das Alltägliche hinausgehen. 

Heilung, Intuition, Bewusstseinssprünge. 

Eine spirituelle Aufrüstung auf molekularer Ebene.

Der Gedanke ist so attraktiv, weil er zwei Sehnsüchte zugleich bedient: die nach wissenschaftlicher Legitimation und die nach persönlicher Erhöhung. 

DNA klingt nach Labor, nach Mikroskop, nach Präzision. 

Aktivierung klingt nach Aufbruch, nach innerem Erwachen. 

Zusammen ergibt das eine Erzählung, die modern wirkt und zugleich archaische Hoffnungen bedient – die Idee, dass in uns mehr steckt, als wir bislang nutzen.

Doch Biologie ist kein Mythenspeicher. 

Sie ist ein Forschungsfeld, das seit Jahrzehnten mit enormer Präzision beschreibt, was DNA ist, wie Gene reguliert werden, wie Proteine entstehen und wie komplex die Wechselwirkungen in einer Zelle tatsächlich sind. 

Begriffe wie „Junk-DNA“ haben in populären Darstellungen zu Missverständnissen geführt, die heute von Esoterik-Angeboten bereitwillig ausgeschlachtet werden.
Aus regulatorischen Sequenzen werden „schlafende Superkräfte“.
Aus epigenetischer Feinsteuerung wird ein spiritueller Lichtschalter.

Dieser Text will nicht verhöhnen, sondern klären.
Er will zeigen, was DNA tatsächlich ist – und was sie nicht ist.
Er will erklären, warum „Aktivierung“ in der Molekularbiologie etwas völlig anderes bedeutet als in esoterischen Seminaren. 

Und er will deutlich machen, warum die Vorstellung einer spirituell freischaltbaren Erbsubstanz weniger mit Genetik zu tun hat als mit einem sehr menschlichen Wunsch: dem Wunsch, außergewöhnlich zu sein – am liebsten mit wissenschaftlichem Gütesiegel.

Bevor wir also von verborgenen Helixsträngen und kosmischen Codes sprechen, lohnt ein nüchterner Blick durch das Mikroskop. 

Denn die Wirklichkeit der DNA ist faszinierend genug – ganz ohne mystische Aufladung.

Das Phänomen der sogenannten „DNA-Aktivierung“ gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen dafür, wie ein wissenschaftliches Missverständnis durch die Filter der modernen Esoterik so lange umgedeutet, ausgeschmückt und emotional aufgeladen wird, bis daraus ein Mythos entsteht, der mit der realen Biologie kaum noch etwas gemein hat. 

Es ist ein Paradefall dafür, wie ein ursprünglich nüchterner Fachbegriff — in diesem Fall die unglückliche Bezeichnung „Junk-DNA“ — aus seinem Kontext gerissen und in ein völlig anderes Bedeutungssystem überführt wird, in dem er als Projektionsfläche für spirituelle Sehnsüchte, Selbstoptimierungsfantasien und Heilsversprechen dient.

In spirituellen Kreisen, insbesondere in der New-Age-Bewegung, wird mit einer Mischung aus missionarischem Eifer und fast religiöser Überzeugung behauptet, der Mensch verfüge über ein gewaltiges, bislang ungenutztes Potenzial in seinem Erbgut. 

Dieses Potenzial liege angeblich wie ein schlafender Drache in den Tiefen der Doppelhelix und warte nur darauf, durch Meditation, „Lichtarbeit”, „Klangschwingungen” oder „kosmische Energien” erweckt zu werden. 

Die Vorstellung klingt poetisch, verheißungsvoll und zutiefst menschlich — denn sie knüpft an das uralte Motiv des „verborgenen inneren Schatzes“ an, der nur gehoben werden müsse, um ein höheres Bewusstsein oder gar übernatürliche Fähigkeiten zu erlangen.

Diese Erzählung speist sich aus der romantischen, aber biologisch völlig falschen Annahme, dass etwa neunzig Prozent unserer DNA nutzloser Ballast seien, eine Art evolutionärer Datenmüll, der nur darauf warte, durch die richtige geistige Haltung in eine Quelle für Superkräfte verwandelt zu werden. 

In esoterischen Texten wird dieser vermeintliche „ungenutzte Anteil“ oft als göttliche Blaupause beschrieben, als ein verschlüsseltes Archiv „höherdimensionaler Informationen”, das „Telepathie”, spontane Zellregeneration, „Levitation” oder gar den Zugang zu „kosmischem Wissen“ ermöglichen könne.

Um zu verstehen, warum diese Idee so wirkmächtig wurde, muss man in die Geschichte der Genetik zurückblicken. In den 1960er Jahren, als die molekulare Biologie noch in den Kinderschuhen steckte, gingen Forscher davon aus, dass nur jene Abschnitte der DNA biologisch relevant seien, die direkt als Bauanleitung für Proteine dienen. 

Der Rest — damals ein riesiger Anteil — wurde als „Junk“ bezeichnet, nicht aus Geringschätzung, sondern aus Unwissenheit. 

Man wusste schlicht nicht, welche Funktion diese Bereiche hatten. 

Doch die Esoterik deutete diese wissenschaftliche Unsicherheit später als Einladung, den vermeintlich „leeren Raum“ mit eigenen Fantasien zu füllen.

Dass dieser Begriff bis heute nachwirkt, liegt auch daran, dass er sich hervorragend für narrative Überhöhungen eignet. „Junk“ klingt nach etwas, das man aufräumen, reinigen oder transformieren könne — ein idealer Nährboden für spirituelle Selbstoptimierungsmodelle. 

Die Vorstellung, dass man durch innere Arbeit „schlafende“ DNA-Abschnitte aktivieren könne, passt perfekt in eine Zeit, in der Selbstverwirklichung, Individualismus und die Suche nach persönlicher Transzendenz zu kulturellen Leitmotiven geworden sind.

In der modernen Biologie ist dieses Bild längst zusammengebrochen. 

Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass die nicht-codierende DNA keineswegs „Müll” ist, sondern ein hochkomplexes regulatorisches Netzwerk, das darüber entscheidet, wie Gene abgelesen werden. 

Diese Bereiche wirken wie ein gigantisches Mischpult, das bestimmt, welches Gen in welcher Zelle, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Intensität aktiv ist.

Dass eine Leberzelle andere Gene nutzt als eine Nervenzelle, ist kein Zeichen von Inaktivität, sondern Ausdruck einer atemberaubenden biologischen Präzision. 

Jede Zelle trägt denselben genetischen Bauplan, aber sie liest nur jene Kapitel, die für ihre Funktion relevant sind. 

Der Rest bleibt nicht „schlafend“, sondern wird aktiv unterdrückt, um Fehlfunktionen zu verhindern.

Trotzdem hält sich in esoterischen Kreisen hartnäckig die Vorstellung, man könne diese regulatorischen Netzwerke durch Willenskraft „aktivieren“, als handele es sich um einen Lichtschalter, den man nur finden müsse. 

Dabei wird ignoriert, dass Genaktivität ein dynamischer, biochemisch gesteuerter Prozess ist, der auf Signale aus der Umwelt, dem Stoffwechsel und der epigenetischen Landschaft reagiert.

Die Idee, man könne durch ein Wochenendseminar seine „zwölfsträngige DNA“ reaktivieren, ist biologisch so absurd wie die Behauptung, man könne durch intensives Nachdenken seine Blutgruppe ändern.

Die Popularität der Idee einer sogenannten „DNA‑Aktivierung” hat weit weniger mit biologischen Fakten zu tun als mit psychologischen Mechanismen, denn sie bedient mehrere tief verwurzelte menschliche Bedürfnisse gleichzeitig. 

In einer zunehmend komplexen und unüberschaubaren Welt wirkt die Vorstellung, man könne seine eigene Biologie bewusst steuern, wie ein beruhigendes Gegenmittel zum Gefühl des Kontrollverlusts. 

Zugleich schmeichelt der Gedanke, über „verborgene Fähigkeiten“ zu verfügen, dem Bedürfnis nach Besonderheit und verleiht dem eigenen Dasein eine Aura des Außergewöhnlichen. 

Die DNA wird in diesem Narrativ zu einem spirituellen Manuskript, das eine höhere Bestimmung verspricht und damit das Bedürfnis nach Sinn erfüllt, das viele Menschen in Zeiten gesellschaftlicher und persönlicher Unsicherheiten besonders stark empfinden.
Und schließlich bietet der Mythos einer „aktivierbaren DNA” vor allem jenen Hoffnung, die mit Krankheit, Krisen oder existenziellen Belastungen konfrontiert sind, indem er eine scheinbar einfache, innere Lösung in Aussicht stellt, wo die Realität oft komplex, mühsam und ernüchternd ist.

Doch genau hier wird es gefährlich. 

Wenn Krankheiten als Ausdruck einer „deaktivierten DNA“ dargestellt werden, entsteht eine perfide Mischung aus Hoffnung und Selbstschuld. 

Wer nicht gesund wird, hat sich angeblich nicht genug „gereinigt“ oder „erhöht“.

Die echte Genetik zeigt ein Bild, das weit faszinierender ist als jede esoterische Erzählung. 

Unser Genom ist kein statisches Buch, sondern ein lebendiger Text, der ständig gelesen, interpretiert und repariert wird. 

Es reagiert auf Ernährung, Stress, Umweltreize, Temperatur, Tageszeit und unzählige andere Faktoren — ohne dass wir dies bewusst steuern müssten.

Wenn Genetiker vom „Potenzial“ des menschlichen Genoms sprechen, meinen sie damit nichts Mystisches wie „Telepathie” oder eine angebliche Aktivierung eines „Lichtkörpers”, sondern sehr konkrete biologische Fähigkeiten. 

Dazu gehören die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit des Genoms an wechselnde Umweltbedingungen, die ausgefeilten Reparaturmechanismen, mit denen Zellen Schäden erkennen und beheben, sowie die epigenetischen Schalter, die dafür sorgen, dass Gene präzise reguliert und je nach Bedarf feinjustiert werden. 

Dieses Potenzial umfasst außerdem die evolutionäre Flexibilität, die es Arten ermöglicht, über Generationen hinweg zu überleben und sich an neue Herausforderungen anzupassen. 

Die weitverbreitete Vorstellung hingegen, wir würden nur einen kleinen Bruchteil unserer DNA nutzen, ist eng verwandt mit dem ebenso falschen Mythos, wir würden lediglich zehn Prozent unseres Gehirns verwenden — ein Irrtum, der sich vor allem deshalb so hartnäckig hält, weil er perfekt in das moderne Narrativ der Selbstoptimierung passt und suggeriert, in uns schlummere ein riesiges, ungenutztes Reservoir an Fähigkeiten, das nur darauf warte, freigesetzt zu werden.

Ein Blick in die Molekularbiologie zeigt:
Die Evolution ist sehr effizient.
Sie bewahrt keine Sequenzen über Millionen Jahre, die keinerlei Funktion hätten.
Selbst scheinbar „stille“ Bereiche erfüllen strukturelle, regulatorische oder schützende Aufgaben.

Ironischerweise sind gerade jene Abschnitte, die früher als „Junk“ galten, heute Schlüssel zur personalisierten Medizin. 

Sie helfen uns zu verstehen, warum manche Menschen anfälliger für bestimmte Krankheiten sind, wie Krebs entsteht oder wie Medikamente individuell wirken.

Die DNA ist kein versiegeltes Buch mit geheimen Zaubersprüchen, sondern ein präzises, hochdynamisches Informationssystem. 

Das Streben nach einer „Aktivierung“ übersieht, dass wir längst vollständig aktiviert sind. 

Unser Überleben hängt von der ununterbrochenen Arbeit jener Mechanismen ab, die die Esoterik als „schlafend“ bezeichnet.

Wer die wissenschaftliche Realität akzeptiert, erkennt, dass die wahre Magie nicht in mystischen Ritualen liegt, sondern in der Eleganz der Biochemie. 

Wir sind keine schlummernden Götter, die auf ihre Erweckung warten — wir sind biologische Meisterwerke, deren Kraft in der Präzision ihrer ganz normalen Funktion liegt.

Die Esoterik ist ein vielschichtiges und umstrittenes Phänomen, das sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend in der modernen Gesellschaft verbreitet hat. 

Obwohl sie oft religiöse Elemente wie Engel, Jesus oder Gott einbezieht, ist sie kein Glaube im Sinne einer etablierten Religion.
Stattdessen handelt es sich um ein Sammelsurium verschiedener Glaubensformen und Praktiken, die sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und Individualität auszeichnen. 

Diese Flexibilität mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, doch bei näherer Betrachtung offenbart sich eine problematische Dimension.

Ein zentrales Merkmal der Esoterik ist ihre Bequemlichkeit. 

Sie bietet den Menschen die Möglichkeit, sich aus einem breiten Spektrum an Überzeugungen und Praktiken genau das herauszusuchen, was am besten zu ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben passt. 

Diese Art des „Rosinenpickens“ ermöglicht es, sich eine individuelle Spiritualität zusammenzustellen, ohne sich den oft strengen und fordernden Regeln traditioneller Religionen unterwerfen zu müssen, doch genau diese Bequemlichkeit birgt die Gefahr der Selbsttäuschung. 

Indem man sich nur das aussucht, was einem gefällt und bequem erscheint, vermeidet man die Auseinandersetzung mit unangenehmen oder herausfordernden Aspekten des Glaubens.

Ein weiteres Problem der Esoterik ist ihr pseudowissenschaftlicher Anspruch. 

Viele esoterische Lehren und Praktiken geben vor, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu beruhen, doch bei genauerer Prüfung entpuppt sich dies als bewusste Täuschung. 

Begriffe und Konzepte aus der Wissenschaft werden oberflächlich und gewollt falsch verwendet, um den Anschein von Seriosität zu erwecken. 

Dies führt zu einer Verwässerung und Verzerrung wissenschaftlicher Erkenntnisse und trägt zur Verbreitung von Halbwissen und falschen Vorstellungen bei.

Darüber hinaus fördert die Esoterik eine egozentrische Haltung. 

Im Mittelpunkt steht nicht das Wohl der Gemeinschaft oder die Einhaltung ethischer Prinzipien, sondern das individuelle Streben nach Glück, Erfolg und Selbstverwirklichung. 

Diese Haltung des „Spirituellen Egoismus“ steht im Widerspruch zu den Grundwerten vieler traditioneller Religionen, die Gemeinschaft, Nächstenliebe und Selbstlosigkeit betonen.

Ein weiteres gravierendes Problem der Esoterik ist ihre Tendenz zur Selbsttäuschung. 

Indem sie den Menschen die Möglichkeit bietet, sich ihre eigene Realität zu schaffen, fördert sie eine Flucht aus der realen Welt in eine Scheinwelt. 

Diese Flucht kann dazu führen, dass Menschen die Fähigkeit verlieren, sich mit den realen Herausforderungen des Lebens auseinanderzusetzen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Esoterik trotz ihrer Popularität und Attraktivität eine Reihe von gravierenden Problemen aufweist. 

Ihre Bequemlichkeit, ihr pseudowissenschaftlicher Anspruch, ihre egozentrische Haltung und ihre Tendenz zur Selbsttäuschung machen sie zu einem fragwürdigen Phänomen. 

Es ist wichtig, sich dieser Probleme bewusst zu sein und eine kritische Haltung gegenüber esoterischen Lehren und Praktiken einzunehmen. 

Nur so kann man sich vor den Gefahren der Selbsttäuschung und der Flucht aus der Realität schützen.

Das Universum” statt Verantwortung

Die bequemste Ausrede mittels Esoterik

Natürlich ist es wunderschön, an etwas Größeres zu glauben.
An eine Kraft, die über uns wacht.
An ein Universum, das uns führt, schützt und liebevoll unsere Wünsche entgegennimmt. 

Es fühlt sich gut an, zu denken, dass nichts zufällig geschieht – dass alles einen tieferen Sinn hat.
Dass wir begleitet werden, geführt, umsorgt. 

Wer würde das nicht wollen? 

Gerade in einer Welt, die chaotisch, unübersichtlich und oft brutal ehrlich ist, klingt der Gedanke an ein wohlmeinendes Universum wie eine warme Decke für die Seele.

Und ganz ehrlich: Hoffnung, Staunen, Sinnsuche – das sind zutiefst menschliche Bedürfnisse. 

Wer sich der Magie des Lebens nicht ganz verschließen will, hat verdient, dass man ihm zuhört, ihn ernst nimmt und nicht von oben herab urteilt.

Doch genau hier liegt das Problem: Wenn der Glaube an kosmische Ordnung zur Verweigerung von Verantwortung wird. 

Wenn Esoterik nicht mehr öffnet, sondern verblendet. 

Wenn „das Universum“ zur Ausrede für alles wird – dann müssen wir darüber reden. Drastisch. Ehrlich. Schonungslos.

Denn es geht nicht um Spott. 

Es geht um Aufklärung. 

Um einen Weckruf.

Denn wer sich selbst entmündigt, kann kein erfülltes Leben führen – auch wenn das Universum noch so viel Glitzer verstreut.

Wer daran glaubt, lebt allerdings in einer kuscheligen Parallelwelt, in der Eigenverantwortung ein Fremdwort ist.

Ein Parkplatz taucht auf? Danke, Universum. 

Der Traumjob flattert ins Postfach? Manifestiert! 

Doch wenn’s schiefläuft, wenn das Leben unbequem oder ungemütlich wird, zuckt man nur mit den Schultern. 

Dann war’s halt „nicht im Flow“, „eine Lernaufgabe“ oder schlicht „Pech“.

Verantwortung? Null.

Reflexion? Fehlanzeige.

Ein Beispiel zeigt das drastisch: 

Melanie1 pustet im Restaurant eine Kerze aus.
Als die Flamme wieder aufflammt, freut sich ihre Mutter: ein Zeichen vom Universum – sie darf sich nun auch etwas wünschen.

Alles wunderbar.

Doch als Melanie zuvor Öl falsch in ihren Autotank kippt und erst nach vier Werkstätten Hilfe bekommt, wird das nicht hinterfragt. 

Kein kosmisches Zeichen, keine Lernaufgabe – einfach: „Kann ja mal passieren.“ Das ist kein Glaube – das ist Realitätsverweigerung.

Die Wahrheit ist: Wer „das Universum“ für alles Gute verantwortlich macht, entmündigt sich selbst. 

Es ist nichts anderes als spirituelles Outsourcing. 

Man will Entscheidungen, aber keine Verantwortung. 

Ergebnisse, aber keinen Einsatz. 

Es ist kindliches Wunschdenken im Gewand der Erleuchtung.

Der Glaube an ein allmächtig-regelndes Universum ist keine spirituelle Reife, sondern eine elegante Ausrede, um dem eigenen Leben nicht aktiv begegnen zu müssen. 

Wer dem Universum die Zügel überlässt, macht sich zum Passagier im eigenen Leben – ohne Steuer, ohne Ziel, aber mit ganz viel Selbstzufriedenheit.

Das Universum regelt gar nichts. 

Es ist ein Raum aus Sternen, Staub, Energie und Dunkelheit. 

Kein Wunschautomat, kein Coach, kein Kummerkasten. 

Wer glaubt, es lenke das persönliche Schicksal, will sich schlicht nicht selbst lenken. 

Es geht nicht um höhere Weisheit, sondern um Bequemlichkeit – um das absichtsvolle Vermeiden von Verantwortung.

Statt Fehler einzugestehen, wird energetisiert. 

Statt zu handeln, wird manifestiert. 

Und wenn’s kracht, war eben „die Frequenz nicht richtig“. 

So entzieht man sich jeder Rechenschaft. 

Es ist das spirituelle Pendant zum Schulkind, das behauptet, der Hund habe die Hausaufgaben gefressen.

Wer an ein regelndes Universum glaubt, glaubt vor allem an eines: die eigene Unfehlbarkeit. 

Denn solange das Universum regelt, kann man selbst nichts falsch gemacht haben. 

Es ist ein narzisstisches Narrativ unter spirituellem Deckmantel.

Der Glaube ans Universum ist keine spirituelle Tiefe – er ist geistige Flachlage. 

Wer wirklich wachsen will, hört auf, sich hinter Sternenstaub zu verstecken, und fängt an, Verantwortung zu übernehmen. 

Nicht alles ist ein Zeichen. 

Manchmal war’s einfach Dummheit. 

Und genau da beginnt Ehrlichkeit – und echte Freiheit.

  1. Ein beliebiger Name, ohne Bedeutung ↩︎

In einer Welt, die von Chaos, Unruhe und ständiger Veränderung geprägt ist, fragen sich viele Menschen, woher sie Orientierung und moralische Führung nehmen sollen. 

Die technischen Fortschritte und der materielle Wohlstand, die so viele versprechen, haben eine innere Leere hinterlassen. 

Inmitten dieser scheinbaren Fülle ist das Bewusstsein für das, was wirklich zählt, in den Hintergrund getreten. 

Was bleibt von einer Welt, die ihren innersten moralischen Anker verloren hat? 

Wie kann das Gewissen der Menschheit überleben, wenn es von den ewigen Prinzipien abgeschnitten ist?

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage. 

Ist das „Gewissen der Welt” leblos geworden, weil es seine göttliche Verankerung verloren hat?

Betrachtet man das Thema „Das Gewissen der Welt ist leblos” im christlichen Kontext, so eröffnet sich eine tiefgehende spirituelle Perspektive. 

Aus christlicher Sicht ist das Gewissen des Menschen eine Gabe Gottes, die ihm ermöglicht, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. 

Diese innere Stimme, die dem Menschen hilft, moralisch richtig zu handeln, ist jedoch nicht autonom.
Sie bedarf der Verbindung zu den göttlichen Geboten und Prinzipien, um lebendig und kraftvoll zu bleiben.
Ohne diese spirituelle Verankerung, die in der Beziehung zu Gott liegt, droht das Gewissen zu verkümmern und zu einer bloßen Hülle ohne inneren Antrieb zu werden.

Das Bild des „leblosen Gewissens” spiegelt den Zustand einer Welt wider, die sich zunehmend von ihren spirituellen Wurzeln entfernt hat. 

In einer Gesellschaft, die von Säkularismus und Materialismus geprägt ist, wird das göttliche Gebot oft übersehen.
Stattdessen haben sich viele Menschen zu sehr auf rein irdische und egoistische Interessen fokussiert. 

Der Blick auf die Schöpfung und das höhere Ziel des Lebens – die Gemeinschaft mit Gott – wird verdrängt. 

Das Resultat ist ein „lebloses” Gewissen, das seine moralische Orientierung und seinen inneren Antrieb verloren hat.

In den Worten der Bibel wird deutlich, dass das Gewissen nicht nur eine moralische Instanz ist, sondern eng mit dem Glauben an Gott verbunden ist. 

Im Römerbrief heißt es: „Denn wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz; sie beweisen damit, dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, da ihr Gewissen Zeugnis gibt” (Römer 2:14–15).

Hier wird klar, dass das Gewissen als innere Stimme des Menschen zwar existiert, jedoch immer auf eine höhere, göttliche Wahrheit ausgerichtet sein muss, um lebendig zu bleiben.

Der zunehmende Verlust des spirituellen Fundaments in der modernen Gesellschaft ist ein zentraler Grund für den Verfall des Gewissens. 

Ohne Gott als Maßstab verlieren viele Menschen die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden.
Sie folgen nicht mehr den ewigen Prinzipien, sondern lassen sich von kurzfristigen, weltlichen Zielen leiten. 

Diese Verführung durch die Welt führt zu einer Abstumpfung des Gewissens, das zunehmend leblos wird.

Anstatt sich an den ewigen, göttlichen Werten zu orientieren, richten sich viele Menschen nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Sie folgen dem, was ihnen in der momentanen Situation nützlich erscheint, ohne dabei auf die moralische Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen und der Schöpfung zu achten. 

So wird das „Gewissen der Welt” nach und nach betäubt, bis es schließlich leblos und gleichgültig wird.

Ein Beispiel dafür findet sich in der Überbetonung des Individualismus. 

Die Idee, dass der Mensch allein für sich selbst verantwortlich ist und seine eigenen Regeln machen kann, hat zu einer tiefen moralischen Verwirrung geführt. 

Ohne die Verbindung zu Gott und ohne die Anerkennung eines höheren moralischen Gesetzes ist das Gewissen nicht mehr in der Lage, den richtigen Weg zu weisen.
Es verliert seine Sensibilität und wird immer mehr von egoistischen Motiven überlagert. 

Dies führt dazu, dass das „Gewissen der Welt” seinen moralischen Puls verliert.

Die Lösung für dieses moralische Dilemma liegt in einer Rückbesinnung auf die spirituellen Quellen des Gewissens. 

Der christliche Glaube bietet einen klaren Weg, das Gewissen wiederzubeleben und zu stärken.
Durch die Hinwendung zu Gott und die Orientierung an seinen Geboten kann das menschliche Gewissen wieder lebendig werden. 

Jesus Christus selbst hat den Weg vorgezeichnet, indem er uns lehrte, Gott zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst.

Eine Erneuerung des christlichen Glaubens und des Wertesystems ist der Schlüssel, um das „Gewissen der Welt” wieder zum Pulsieren zu bringen. 

Der Mensch muss sich seiner Verantwortung vor Gott bewusst werden und erkennen, dass er nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Mitmenschen und der gesamten Schöpfung verpflichtet ist. 

In der Bibel finden wir zahlreiche Hinweise darauf, wie der Mensch durch den Glauben sein Gewissen wieder schärfen und erneuern kann.
Ein lebendiges Gewissen ist das Ergebnis einer tiefen Beziehung zu Gott, die durch Gebet, Sakramente und die Gemeinschaft der Gläubigen gepflegt wird.

Der Apostel Paulus betont in seinen Briefen immer wieder die Bedeutung eines reinen Gewissens, das auf Gott ausgerichtet ist. 

So schreibt er an Timotheus: „Das Ziel der Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungefärbtem Glauben” (1. Timotheus 1:5).

Ein gutes Gewissen ist also eng verbunden mit der Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Nur wenn der Mensch diese Liebe in seinem Leben verankert, kann sein Gewissen wirklich lebendig und sensitiv bleiben.

Das „leblose Gewissen” im christlichen Kontext zeigt uns, wie wichtig die spirituelle Verbindung zu Gott ist, um moralisch zu handeln und das innere Gleichgewicht zu bewahren. 

In einer Welt, die zunehmend von Säkularismus und Materialismus geprägt ist, bleibt das Gewissen oft auf der Strecke, doch durch die Rückbesinnung auf den christlichen Glauben und die Orientierung an den göttlichen Geboten kann das Gewissen wiederbelebt werden. 

Die Lösung für die moralische Krise der modernen Welt liegt in der Hinwendung zu Gott, der allein dem menschlichen Gewissen die Lebendigkeit und Kraft verleihen kann, die es braucht, um in einer unruhigen Welt den richtigen Weg zu finden.

„Stairway to Heaven” von „Led Zeppelin” gilt als einer der bedeutendsten Rock-Songs aller Zeiten.

Erschienen 1971 auf dem Album „Led Zeppelin IV”, verbindet der Song eine sanfte akustische Ballade mit epischem Hardrock. 

Die Bedeutung des Songs ist vielschichtig und wird seit Jahrzehnten diskutiert.

Textlich steht der Song für eine spirituelle Reise, auf der eine Frau versucht, durch materiellen Reichtum und oberflächliche Entscheidungen einen symbolischen „Weg in den Himmel“ – „Stairway to Heaven” – zu finden, doch der Text bleibt bewusst vage, sodass jeder Zuhörer eigene Interpretationen vornehmen kann.

Viele sehen darin eine Kritik an Konsumdenken und materialistischen Werten, während andere eine Suche nach persönlichem oder spirituellem Sinn erkennen.

Musikalisch führt „Stairway to Heaven” durch eine stetige Steigerung, beginnend mit einer sanften Akustikgitarre und endend in einem bombastischen Gitarrensolo von Jimmy Page, das bis heute als eines der besten in der Rockgeschichte gilt. 

Der Song ist bekannt für seine außergewöhnliche Dynamik, mit ruhigen, mystischen Passagen und einem kraftvollen, elektrisierenden Höhepunkt.

Die symbolische Bedeutung des Songs, zusammen mit seiner musikalischen Struktur, macht ihn zu einem Meisterwerk, das über Generationen hinweg als Ausdruck von Individualität, Rebellion und Suche nach tieferem Verständnis gefeiert wird. 

„Stairway to Heaven” ist nicht nur ein Rockklassiker, sondern auch ein Spiegelbild einer Ära, in der viele Menschen nach mehr suchten als dem rein Sichtbaren.

Die Kirchensteuer in Deutschland: Ein überholtes Relikt mit fragwürdiger Berechtigung

Die Debatte um die Abschaffung der Kirchensteuer in Deutschland gewinnt zunehmend an Schärfe, und das zu Recht.
Dieses anachronistische System, das seine Wurzeln im 19. Jahrhundert hat, erscheint in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft zunehmend deplatziert und privilegiert die christlichen Großkirchen in unangemessener Weise.

Ursprünglich als Kompensation für die Enteignung kirchlichen Besitzes während der Säkularisierung gedacht, hat sich die Kirchensteuer zu einer lukrativen Einnahmequelle für die Kirchen entwickelt.
Im Jahr 2022 und 2023 flossen den beiden großen christlichen Kirchen jährlich rund 12,9 Milliarden Euro zu – eine gewaltige Summe, die kritische Fragen aufwirft.

Die Kirchen scheinen sich regelrecht in diesem Geldsegen zu suhlen.
Statt sich auf ihre spirituelle Mission und echte karitative Arbeit zu konzentrieren, erwecken sie oft den Eindruck, mehr an der Verwaltung ihres Vermögens und dem Erhalt zahlender Mitglieder interessiert zu sein. 

Die garantierten Einnahmen durch die Kirchensteuer haben möglicherweise zu einer gewissen Trägheit und Entfremdung von den Bedürfnissen der Gläubigen geführt.

Besonders problematisch ist, dass Deutschland eines der wenigen Länder ist, das ein solches System aufrechterhält. 

In den meisten anderen Ländern finanzieren sich Religionsgemeinschaften durch freiwillige Spenden oder begrenzte staatliche Zuschüsse.
Das deutsche System erscheint im internationalen Vergleich wie ein Fossil aus einer längst vergangenen Epoche.

Die finanzielle Dimension der Kirchensteuer ist beträchtlich.
Mit acht Prozent oder neun Prozent Zuschlag zur Einkommensteuer stellt sie für viele Bürger eine erhebliche zusätzliche Belastung dar.
Dabei ist es höchst fragwürdig, ob in einem säkularen Staat die Finanzämter als Inkassobüros für Religionsgemeinschaften fungieren sollten.

Befürworter argumentieren oft, dass der Staat im Falle einer Abschaffung der Kirchensteuer jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag aufbringen müsste, um kirchliche Aufgaben zu finanzieren.
Dieses Argument verkennt jedoch, dass viele der von den Kirchen erbrachten sozialen Leistungen ohnehin staatlich subventioniert werden und dass eine Neuordnung des Sozialsystems möglicherweise effizienter und gerechter wäre.

Die verfassungsrechtliche Verankerung der Kirchensteuer im Grundgesetz erschwert zwar ihre Abschaffung, sollte aber nicht als unüberwindbare Hürde betrachtet werden. 

Eine moderne Demokratie muss in der Lage sein, überholte Strukturen zu reformieren, selbst wenn dies eine Verfassungsänderung erfordert.

Die engen Verbindungen zwischen den großen Volksparteien und den Kirchen sind ein weiteres Problem.
Sie führen dazu, dass notwendige Reformen aus politischem Kalkül verschleppt werden, was die Trennung von Staat und Kirche untergräbt.

Zwar spielen die Kirchen nach wie vor eine Rolle in der Gesellschaft, insbesondere im Bildungs- und Sozialwesen, doch angesichts sinkender Mitgliederzahlen und zunehmender religiöser Vielfalt in Deutschland stellt sich die Frage, ob diese privilegierte Stellung noch zeitgemäß ist.

Eine grundlegende Reform des Systems ist überfällig. 

Statt kosmetischer Änderungen wie einer Überarbeitung der Steuersätze oder einer Modernisierung der Austrittsregelungen, sollte eine vollständige Abschaffung der Kirchensteuer ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Religionsgemeinschaften sollten sich, wie in den meisten anderen Ländern, durch freiwillige Beiträge ihrer Mitglieder finanzieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kirchensteuer in Deutschland ein überholtes System darstellt, das die Trennung von Staat und Kirche verwässert, einzelne Religionsgemeinschaften unangemessen bevorzugt und eine zusätzliche finanzielle Belastung für viele Bürger darstellt. 

Eine offene und kritische gesellschaftliche Debatte über die Rolle der Kirchen in einem modernen, pluralistischen Staat und ihre Finanzierung ist dringend notwendig. 

Es ist an der Zeit, dieses Relikt der Vergangenheit zu überdenken und ein gerechteres, zeitgemäßeres System zu etablieren.

Die unerhörte Wahrheit

In einigen islamistisch regierten Staaten regt sich zunehmend Widerstand gegen die verpflichtende Verschleierung von Frauen. Diese Bewegung wird maßgeblich von mutigen Islamwissenschaftlern und Aktivisten angeführt, die unter großem persönlichen Risiko darauf hinweisen, dass die Pflicht zum Tragen eines Kopftuchs, wie sie in vielen dieser Länder durchgesetzt wird, keine klare Grundlage im Koran hat. Der Widerstand trifft auf heftige Gegenwehr der staatlichen Autoritäten, die die religiöse Vorschrift als politisches Instrument zur Kontrolle und Unterdrückung nutzen. Viele dieser Vordenker sind mittlerweile inhaftiert, weil sie eine unangenehme Wahrheit ans Licht gebracht haben, die das Machtgefüge der Herrschenden ins Wanken bringen könnte.

Der religiöse und politische Kontext

Die Vorschriften zur Verschleierung von Frauen sind in vielen islamischen Ländern tief verankert und werden oft mit religiösen Argumenten legitimiert. Ein genauerer Blick auf die religiösen Schriften zeigt jedoch, dass die Koranverse, die oft zur Begründung der Verschleierung herangezogen werden, wie etwa Sure 24:31 und Sure 33:59, eher zu allgemeinen Prinzipien der Bescheidenheit aufrufen und keine eindeutige Verpflichtung zur spezifischen Form des Kopftuchs enthalten. Diese Auslegung, die von renommierten Islamwissenschaftlern vertreten wird, steht im Gegensatz zu der restriktiven Interpretation, die von den politischen und religiösen Eliten vieler Staaten gefördert wird.
Die Verschleierung hat in diesen Ländern oft eine symbolische Bedeutung und dient als ein Mittel zur Kontrolle der weiblichen Bevölkerung sowie zur Aufrechterhaltung eines konservativen gesellschaftlichen Status quo. Die Einführung und strikte Durchsetzung der Kopftuchpflicht in Ländern wie dem Iran oder Saudi-Arabien wird daher weniger aus religiösem Eifer, sondern vielmehr aus politischen und soziokulturellen Gründen vorangetrieben.

Mutige Stimmen im Widerstand

In Ländern wie dem Iran, Saudi-Arabien und Afghanistan wagen es jedoch immer mehr Akademiker und Aktivisten, sich öffentlich gegen diese Vorschriften zu stellen. Zu ihnen gehört der iranische Theologe Hossein Khazravi, der in einer Reihe von Artikeln und Vorträgen argumentiert, dass der Zwang zur Verschleierung nicht aus den heiligen Texten des Islam abgeleitet werden kann. Diese Wissenschaftler stützen sich auf eine gründliche philologische und historische Analyse des Korans und anderer religiöser Schriften und zeigen auf, dass der Zwang zur Verschleierung eine spätere Interpretation und keine originäre Forderung des Islam ist.
Ein prominentes Beispiel ist auch die saudische Akademikerin Dr. Hala Al-Dosari, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt und in ihren Schriften und öffentlichen Auftritten immer wieder betont, dass die religiösen Texte vielfältig ausgelegt werden können und dass die Zwangsverschleierung ein Instrument der Unterdrückung ist. Beide Wissenschaftler sehen sich heftiger Verfolgung durch die Behörden ausgesetzt: Khazravi wurde im letzten Jahr verhaftet und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, während Al-Dosari mehrfachen Drohungen und Angriffen ausgesetzt ist und derzeit im Exil lebt.

Reaktion der Mächtigen

Die staatlichen Autoritäten in diesen Ländern reagieren mit Härte auf die wachsende Bewegung gegen die Kopftuchpflicht. Viele der mutigen Stimmen, die sich gegen die Zwangsverschleierung aussprechen, sind Verhaftungen, Folter und langen Haftstrafen ausgesetzt. Die Mächtigen fürchten offenbar, dass die Aufdeckung der mangelnden religiösen Legitimität ihrer Vorschriften das Machtgefüge ins Wanken bringen könnte. Die Offenlegung, dass die Kopftuchpflicht mehr ein politisches als ein religiöses Instrument ist, könnte zu einer Erosion der gesellschaftlichen Kontrolle führen und das bestehende patriarchale System infrage stellen.
Dennoch wächst der Widerstand: Immer mehr Frauen weigern sich, das Kopftuch zu tragen, und riskieren damit hohe Strafen oder sogar ihre Freiheit. Auch in den sozialen Medien entsteht eine lebhafte Debatte, die trotz staatlicher Zensur immer mehr Anhänger findet. Initiativen wie der „White Wednesdays”-Protest im Iran, bei dem Frauen mittwochs weiße Kopftücher oder Kleidungsstücke als Symbol des Protests tragen, gewinnen an Zulauf und stärken die Bewegung gegen die Zwangsverschleierung.

Ein Kampf für Wahrheit und Freiheit

Der Widerstand gegen die Kopftuchpflicht in islamistisch regierten Staaten ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Kampf um Freiheit und Wahrheit unter repressiven Bedingungen. Die mutigen Aktivisten und Wissenschaftler, die ihre Stimme erheben, tun dies oft unter Lebensgefahr und beweisen damit außergewöhnlichen Mut. Ihr Engagement zeigt, dass die Macht der Wahrheit letztlich stärker sein kann als die Repression eines autoritären Regimes. Diese Bewegung hat das Potenzial, tiefgreifende Veränderungen in den betroffenen Gesellschaften anzustoßen und die Rolle der Frau im Islam neu zu definieren.
Während die Inhaftierung und Verfolgung von Islamwissenschaftlern wie Khazravi und Al-Dosari den Preis zeigt, den dieser Kampf fordert, ist ihre Arbeit ein Hoffnungsschimmer für eine Zukunft, in der religiöse Texte nicht als Werkzeuge der Unterdrückung, sondern als Grundlage für Freiheit und Gleichberechtigung verstanden werden. Die wachsende Bewegung gegen die Kopftuchpflicht ist ein kraftvolles Zeichen dafür, dass selbst unterdrückte Stimmen letztlich Gehör finden können und dass der Drang nach Gerechtigkeit und Wahrheit auch die härtesten Barrieren überwinden kann.

In einer Welt, in der Informationen blitzschnell verbreitet werden und Lebensweisen auf vielfältige Weise beeinflusst werden, ist der Glaube an Gott und die Vorstellung vom Leben nach dem Tod zu einem Thema geworden, das oft sowohl ernst als auch beiläufig behandelt wird. Viele Menschen bekennen sich öffentlich zum christlichen Glauben, ohne jedoch ein tiefes Verständnis dafür zu haben, was dieser Glaube wirklich bedeutet.

Diese oberflächliche Annäherung an den Glauben kann verschiedene Ursachen haben. Oftmals sind es kulturelle oder familiäre Einflüsse, die Menschen dazu bringen, sich als gläubige Christen zu bezeichnen, ohne eine innige Beziehung zu Gott zu pflegen. Sie passen den Glauben an ihre eigenen Bedürfnisse an und nehmen die zentralen Aspekte des Christentums nicht ernst. Rituale werden mechanisch wiederholt, ohne die tiefergehende Bedeutung dahinter zu erkennen.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die ein ungewöhnliches und möglicherweise irreführendes Bild davon haben, was nach dem körperlichen Tod passiert. Die Vorstellung, dass man zwar weiterlebt, sich jedoch an nichts mehr erinnert, kann sowohl für Gläubige als auch für Nicht-Gläubige verwirrend sein. Diese Theorie widerspricht der christlichen Lehre, die eine tiefe Verbindung zwischen dem diesseitigen Leben und dem Leben nach dem Tod betont.

In der christlichen Tradition geht es nicht nur um das Überleben des Geistes nach dem Tod, sondern um eine transzendente Existenz, die durch Gottes Gnade möglich gemacht wird. Die Lehre des Christentums legt Wert auf die Kontinuität der Seele und die Wiedervereinigung mit Gott im Jenseits. Diese tieferen Überzeugungen werden jedoch oft übersehen oder missverstanden.

Es ist wichtig, sich an die grundlegenden Prinzipien des Glaubens zu erinnern und sich die Zeit zu nehmen, sie zu verstehen und zu reflektieren. Für viele Gläubige kann dies eine tiefere und bereichernde Erfahrung sein, die nicht nur ihr spirituelles Leben, sondern auch ihre alltägliche Existenz bereichert.

In einer Zeit, in der der Glaube oft auf die Probe gestellt wird, ist es entscheidend, nicht nur den Glauben zu behaupten, sondern ihn auch ernst zu nehmen und seine Tiefe zu erkunden. Indem man die grundlegenden Prinzipien des Glaubens versteht und sich ernsthaft damit auseinandersetzt, kann man eine authentische Beziehung zu Gott und eine klarere Vorstellung von der Bedeutung des Lebens und des Todes erreichen.

Ein vierseitiges Flugblatt mit der großen Überschrift „Bund gegen Anpassung” landete heute in unserem Briefkasten.
Das Symbol mit Hammer und Sichel lässt darauf schließen, dass Linksradikale es verfasst haben.

Der „Bund gegen Anpassung”, von dem das Flugblatt stammt, betrauert auf seiner Webseite den Tod Saddam Husseins, dem „Präsidenten der demokratischen Volksrepublik Irak”, wie man dort lesen kann.
Ansonsten findet man nur bekanntes linksradikales beziehungsweise anarchistisches Gelaber über den Kampf der Arbeiterbewegung, Geburtenkontrolle, Arbeitszeitverkürzung und Gleichheit weltweit.

Dazu kommt, dass diese linke Gruppe sich als einzig wahre kommunistische Bewegung darstellt und dabei Züge einer politischen Sekte offenbart.
Andere linke oder antifaschistische Gruppen oder Parteien werden als angepasst an den Kapitalismus oder von ihm gekauft denunziert. 

In dem vierseitigem, DIN-A4 großen Flugblatt steht, dass die Corona-Pandemie von Ex-Microsoft-Chef Billy Gates geplant war und initiiert wurde, um die Errungenschaften der Arbeiterbewegung wieder rückgängig zu machen.
Da Billy Gates angeblich 80 Prozent des Spendenaufkommens der WHO finanziert hätte, bliebe der „gekauften” WHO nichts anderes übrig als mitzuziehen, genauso wie die zig millionen „bestochenen” und „bezahlten” Vasallen wie Ärzte, Mediziner, Forscher und Behörden.
Die „Melinda und Billy Gates Stiftung” hat zwar an die WHO gespendet, allerdings war dieser Betrag nur etwa sechs Prozent des Spendenaufkommens der WHO groß.

Weiter geht es damit, dass das „Mega-Kapital” keine Geburtenkontrolle wolle, da alle Menschen andernfalls reich würden.
In einer nicht-bewiesenen Behauptung schreiben die Verfasser des Pamphlets nämlich, dass die Erde eine milliarde Menschen „gut vertragen” würde und „versorgen” könne.
Und diese wären dann auch wohlhabend, lebten sehr gesund und würden auch ein hohes Alter erreichen, geschweige denn einem sehr hohen Lebensstandard haben.

Die Sache mit der einen milliarde Erdbevölkerung erklären sie auf deren Webseite.

Das Problem sei, dass das „Kapital” machen könne, was es wolle. Denn es rückten ja immer wieder kleingehaltene Personen, zum Beispiel Arbeitslose und Arme, nach. Wenn Menschen durch schlimme Arbeitsbedingungen stürben oder auch verhungerten, gäbe es ja eine „Reserve”, die arbeitslos sei und sich darüber freuen würde, endlich Arbeit gefunden zu haben. Dadurch drückte das „Kapital” die Löhne nach unten und diejenigen, die nun durch das Nacchrücken einen Job hätten, seien damit zufrieden, weniger Urlaub zu haben und viele Einschnitte hinzunehmen, weil sie Angst hätten, wieder alles zu verlieren.
Diese linksphilosophische Theorie nennt sich „Elend zum Kapital”.
Wenn es aber nicht mehr 7,8 milliarden Menschen, sondern nur noch eine milliarde gäbe, wäre es kaum jemand mehr oder gar nicht mehr da, der nachrücken könnte. Im kommunistischen Jargon heißt es, dass es (irgendwann) keine „proletarische Reserve-Armee” mehr gäbe.
In dieser Situation ginge das „Kapital zum Elend”.
Das „Kapital” wolle weiter Gewinne erwirtschaften und mache der arbeitenden Bevölkerung immer und immer mehr Zugeständnisse.

Momentan ist dies wegen der 7.8 Milliarden nicht möglich.

Auch will das „Mega-Kapital” wieder in den Augen der Kommunisten Errungenschaften rückgängig machen wie zum Beispiel, dass die Arbeiterklasse sich Autos, Küchenmaschinen, anständige Medizinversorgung leisten kann.
Auf die Behauptung, warum das „Mega-Kapital” der Arbeiterklasse dies alles (wieder) nehmen will, wird in dem Pamphlet nicht näher eingegangen. Es soll wohl eine Symbolik für Errungenschaften sein oder ähnliches. So kann man immer wieder darstellen, dass der „Kapitalsmus” „böse”, „ausbeuterisch” und „hinterhältig” ist.

Die Errungenschaften wollen die „few happy” – die „wenigen Glücklichen” (gemeint sind Multimillionäre) – aber der Arbeiterklasse nicht zugestehen, weswegen sie die Corona-Pandemie „erfunden” haben.

Dann wird es noch absurder. 

Die Linksradikalen hassen bekanntermaßen die sogenannten „Querdenker”, weil diese im politischen Sinne „rechts (angehaucht)” sind, doch sie bedienen sich ihrer schon längs falsifizierten Märchen und Fake-News, dass Todeszahlen nach oben manipuliert und Todesursachen falsch deklariert würden von Pathologen, Ärzten, medizinischem Personal und so weiter.
Wie „Querdenker” faseln sie über falsche und absolut fehlerbehafteten Corona-Tests mit einer Fehlerquote von 99 Prozent, über gefälschte Statistiken und begeben sich in Gefilde der Verschwörungstheorien der „Neuen Welt-Ordnung”, ohne sie explizit zu nennen.
Sie benutzen dafür Ausdrücken aus dem linken Milieu.

Laut „Bund gegen Anpassung” steckt hinter alledem nur der US-Imperialismus und als dessen Oberhaupt und Lenker „Billy Gates”.
Dieser und seine zig millionen und abermillionen „Helfer” bestechen Ärzte weltweit oder setzen sie – mit Militärs, Polizei und Geheimdiensten – so unter Druck, dass sie die Corona-Pandemie mindestens tausend-fach schlimmer zeichnen, als sie in den Augen der „Nicht-Angepassten” ist.

Es gibt in deren Augen nur eine „wirkliche Seuche”, die wirklich Maßnahmen bedurft hatte.

Die Pest im Mittelalter!

Alles andere, wie AIDS und so weiter, waren nur dazu da, um das „US-Kapital” zu stärken und die Errungenschaften der Arbeiterbewegung zu konterkarieren.

Nach dem Lesen des Flugblattes glaube ich, dass sich in einer „Anstalt” ein paar Insassen „wilde Theorien” beim Abendessen zusammenhalluziniert haben. 

Irgendwas kam der Wärter herein mit den Worten:

„Alle wieder auf ihre Zimmer! Es ist Nachtruhe.”

Wir wünschen

Frohe Weihnachten!

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