Böblingen

Liana und Roland waren seit vielen Jahren verheiratet.
Nach außen hin schien alles harmonisch.
Liana arbeitete als Krankenschwester, kümmerte sich liebevoll um die Familie und vertraute blind auf die Entscheidungen ihres Mannes. 

Roland, der über das Geld verfügte und sich um die Finanzen kümmerte, hatte stets das letzte Wort.
Ihre Ehe war geprägt von klaren Rollenverteilungen:
Liana nahm alles hin, was Roland vorgab, und stellte seine Entscheidungen nicht infrage.
Ebenso hatte sie sich darauf eingelassen, nur eng bemessenes Haushaltsgeld zu bekommen, obwohl sie selbst Geld verdiente.

Doch vor einigen Monaten verlor Roland seinen Job.
Das änderte für ihn wenig. 

Er lebte weiter auf großem Fuß, als wäre nichts geschehen. 

Seine teuren Angewohnheiten und sein großspuriges Auftreten blieben unberührt, auch wenn das Geld knapp wurde. 

Lianas Kolleginnen begannen sich Sorgen zu machen.
Sie versuchten, sie zu warnen, denn Rolands Anspruch auf Arbeitslosengeld würde bald erlöschen und er bekäme kein Bürgergeld – wegen Lianas Einkommen.

Doch Liana wollte davon nichts hören. 

Sie glaubte an ihren Mann, daran, dass er irgendwann wieder die Kontrolle übernehmen würde.

„Roland wird das schon regeln”, sagte sie immer beschwichtigend, „Wir können ja vom Ersparten leben.”

Ein Vorfall hätte Liana die Augen öffnen können. 

Roland war an einem Tag mit dem Auto in einer anderen Stadt unterwegs, um ihren Sohn von der Schule abzuholen. 

Eine Kollegin hatte sich später gewundert, warum er nicht den Einkauf erledigt hatte.
Schließlich hatte er doch den ganzen Tag Zeit gehabt. 

Liana sprach ihn abends darauf an. 

Roland hatte eine Erklärung parat, die ausweichend und wenig überzeugend klang.
Er sagte, er habe das Auto an diesem Tag schon oft genug gestartet, und es wäre nicht gut gewesen, es erneut anzulassen.
Daher sei er direkt nach Hause gefahren.

Für Liana war diese Ausrede offenbar plausibel genug. 

Sie nahm sie hin, ohne sie zu hinterfragen, und ging am Abend selbst einkaufen. 

Ihrer Kollegin erzählte sie, dass ihr eigenes Auto an diesem Tag viel weniger beansprucht worden sei als das von Roland, als wäre das eine sinnvolle Ergänzung zu seiner Erklärung.

Liana erkannte nicht, was alle anderen längst sahen: Roland hatte es sich in seiner Rolle bequem gemacht. 

Statt aktiv Verantwortung zu übernehmen, lebte er sorglos weiter und ließ Liana die Last des Alltags tragen. 

Er kümmerte sich um die Finanzen, während Roland sich darauf verließ, dass sie alles Andere regeln würde. 

Er spielte weiterhin den dominanten Ehemann, der Entscheidungen traf, obwohl er längst jegliche Verantwortung abgegeben hatte.

Doch Liana war nicht bereit, diese Wahrheit zu akzeptieren. 

Sie hielt an dem Bild fest, das sie sich von ihrem Mann gemacht hatte – loyal bis zur Selbstaufgabe. 

Ihre blinde Treue und ihr Glaube daran, dass Roland nur eine schwierige Phase durchlebte, ließen sie die Realität ignorieren. 

Roland hatte sich längst in der Bequemlichkeit seiner Arbeitslosigkeit eingerichtet und sah keinen Grund, daran etwas zu ändern. 

Und Liana, in ihrer Rolle als treusorgende Ehefrau, war nicht bereit, sich einzugestehen, dass sie von ihrem Mann zum Hausmütterchen degradiert worden war.

Am Vormittag des 30. Dezember 2024 ereignete sich im Böblinger Stadtteil Diezenhalde ein Vorfall, der die Anwohner in der Furtwanger Straße in Aufregung versetzte. 

Gegen 11 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses ein Brand ausgebrochen war und Rauch das Gebäude durchzog. 

Dank der schnell eingeleiteten Maßnahmen konnte Schlimmeres verhindert werden, doch der Vorfall wirft viele Fragen auf und stellt die Einsatzkräfte sowie die Nachbarschaft vor große Herausforderungen.

Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzkräften an, darunter auch Spezialisten für Brandbekämpfung und Evakuierungsmanagement. 

Sie forderten die Bewohner auf, das Gebäude umgehend zu verlassen, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Innerhalb weniger Minuten waren die meisten Anwohner im Freien. 

Um sie vor den winterlichen Temperaturen zu schützen, wurde ein Linienbus der Linie 701 gechartert. 

Dieser bot nicht nur Schutz vor der Kälte, sondern diente auch als Sammelstelle für Informationen und Erste Hilfe. 

Hier wurden die Evakuierten mit Decken und heißen Getränken versorgt, während Mitarbeiter des Rettungsdienstes bereitstanden, um mögliche Verletzungen zu behandeln oder Schockzustände zu betreuen.

Ein Sprecher der Feuerwehr lobte die reibungslose Zusammenarbeit mit den städtischen Verkehrsbetrieben, die in solchen Situationen rasch und unbürokratisch handeln. 

„Die schnelle Verfügbarkeit des Busses war entscheidend, um die Evakuierten in Sicherheit und Komfort zu bringen“, erklärte er.

Der Brandherd wurde von den Einsatzkräften schnell lokalisiert und unter Kontrolle gebracht. 

Modernste Löschtechniken, darunter der gezielte Einsatz von Löschschaum, sorgten dafür, dass der Brand nicht auf benachbarte Wohnungen übergriff. 

Nach rund einer Stunde konnte die Feuerwehr „Feuer aus“ melden.

Um die genaue Ursache des Feuers zu klären, wurde die Kriminaltechnische Untersuchung (KTU) hinzugezogen. 

Die Experten untersuchten die betroffene Wohnung akribisch und sicherten Spuren, darunter mögliche Brandbeschleuniger und die Beschaffenheit des Brandschutzequipments. 

Erste Hinweise deuten darauf hin, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde.

Im Zuge der Ermittlungen nahm die Polizei einen 29-jährigen Mann fest, der im Verdacht steht, das Feuer gelegt zu haben. 

Bislang schweigt der Beschuldigte zu den Vorwürfen, doch Nachbarn berichten von einer angespannten Atmosphäre in den vergangenen Tagen. 

Spekulationen über die Motive des Mannes machen die Runde. Einige Anwohner vermuten einen Akt der Verzweiflung, möglicherweise in suizidaler Absicht. 

Sollte dies zutreffen, würde dies den Vorfall in ein noch tragischeres Licht rücken und die Wichtigkeit psychosozialer Unterstützung betonen.

Die entscheidende Rolle spielten die Rauchmelder. 

Sowohl in der Wohnung des Verdächtigen als auch im Treppenhaus schlugen sie Alarm und warnten so die Nachbarn frühzeitig.
Diese unverzichtbaren Geräte verhinderten, dass das Feuer unentdeckt blieb und sich ausbreitete. 

Mehrere Bewohner äußerten ihre Dankbarkeit für die Rauchmelder. 

„Ohne sie hätten wir das vielleicht zu spät bemerkt“, sagte eine Bewohnerin des Hauses.

Ein Sprecher der Feuerwehr betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Rauchmeldern und die gesetzliche Pflicht, diese in Wohnungen zu installieren. 

„Sie sind wahre Lebensretter und geben uns die entscheidenden Minuten, um Schlimmeres zu verhindern“, fügte er hinzu.

Unter den Nachbarn herrscht Erleichterung darüber, dass niemand ernsthaft verletzt wurde, doch die Ereignisse haben auch für Betroffenheit und Nachdenklichkeit gesorgt. 

Einige Anwohner äußerten sich besorgt über die möglichen Hintergründe des Feuers und betonten die Wichtigkeit, Anzeichen von psychischer Not bei Mitmenschen ernst zu nehmen. 

„Wenn jemand so verzweifelt ist, dass er zu solchen Mitteln greift, müssen wir als Gesellschaft genauer hinsehen und helfen“, sagte eine Nachbarin.

Andere lobten die rasche und professionelle Reaktion der Feuerwehr sowie die Solidarität, die unter den Evakuierten zu spüren war. 

Ein Bewohner hob hervor, wie beruhigend es sei, in einer Gemeinschaft zu leben, die in schwierigen Momenten zusammenhält. 

„Hier hat jeder jedem geholfen“, erzählte er.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an, und die Polizei hat eine umfassende Untersuchung angekündigt. 

Neben den technischen Analysen sollen auch psychosoziale Hintergründe geklärt werden, um ein vollständiges Bild der Ereignisse zu erhalten. 

Die betroffene Wohnung bleibt vorerst unbewohnbar und muss umfassend saniert werden. 

Für die übrigen Bewohner steht die Rückkehr in ihre Wohnungen kurz bevor, nachdem die Sicherheit des Gebäudes bestätigt wurde.

Dieser Vorfall rückt die Themen Brandschutz, 

Nachbarschaftshilfe und psychische Gesundheit in den Vordergrund. 

Während Rauchmelder und ein funktionierendes Notfallmanagement bewiesen haben, wie entscheidend sie sind, bleibt die Frage nach den gesellschaftlichen Bedingungen, die zu solchen Vorfällen führen können, bestehen. 

Die Stadt Böblingen und ihre Bewohner werden diesen Tag sicher lange in Erinnerung behalten. 

Es bleibt zu hoffen, dass aus diesem Ereignis Lehren gezogen werden, die dazu beitragen, ähnliche Tragödien in der Zukunft zu verhindern.

P.S.:
Der Brand brach im Nachbarhaus aus, dort, wo meine Herzallerliebste, meine Hündin und ich wohnen.

Am vergangenen Wochenende haben meine Herzallerliebste und ich, beide akkreditierte Journalisten mit einer Vorliebe für popkulturelle Themen, der Comic Con Stuttgart einen Besuch abgestattet. 

Wie immer waren wir voller Vorfreude auf ein Wochenende voller fantastischer Kostüme, beeindruckender Stände und natürlich die obligatorische Diskussion über die neuesten Trends in der Popkultur.

Doch dieses Mal bot sich uns ein kurioses Bild, als wir die heiligen Hallen der Presselounge betraten. 

Normalerweise erwartet man dort eine Oase der Ruhe und Professionalität – eine Art journalistisches Sanctum, in dem sich die schreibende Zunft mit belegten Brötchen und Kaffee für die nächste Runde intensiver Berichterstattung wappnet. 

Stattdessen stießen wir auf … nun ja, eine Horde jugendlicher „Kollegen”.

Blogger, YouTuber, TikTok-„Stars” und das eine oder andere Gesicht, das wohl gerade erst die achte Klasse verlassen hat, drängten sich um die bereitgestellten Getränke.

Versteht mich nicht falsch: 

Es ist ja schön, dass die junge Generation sich für die Berichterstattung über solche Events begeistert.
Jeder fängt irgendwo an, und gerade die Vielfalt der Perspektiven macht doch das Leben bunter, doch irgendwie schien das Konzept der Presselounge für viele dieser jungen Talente noch Neuland zu sein. 

„Eine Hand wäscht die andere“ – ein Prinzip, das die meisten Journalisten kennen, wurde hier wohl eher als Einladung zum Selbstbedienen interpretiert.

Besonders heikel wurde es, als die Unterschiede in der Behandlung von akkreditierten Journalisten und den sogenannten „Influencern“ offenbar wurden. 

Während uns Journalisten kleine Snacks gereicht wurden – nichts Großes, versteht sich, aber genug, um den Blutzucker bei Laune zu halten – gingen die jungen Wilden leer aus. 

Nun, zumindest was die festen Nahrungsmittel betrifft; Getränke gab es ja für alle.

Die Reaktion darauf war, gelinde gesagt, ein Spektakel für sich. 

Während wir uns über unseren Kaffee und ein belegtes Brötchen unterhielten, konnten wir diverse empörte Stimmen vernehmen, die den vermeintlichen Klassenunterschied anprangerten. 

Es schien, als sei der Gedanke, dass Journalisten einen höheren Stellenwert haben könnten, für einige ein Affront sondergleichen. 

Dabei steckt dahinter keine Boshaftigkeit, sondern schlicht der Unterschied zwischen Hobby und Beruf.

Ironischerweise haben viele dieser jungen Kreativen – wahrscheinlich ohne es zu merken – bereits eine wichtige Lektion aus dem echten Leben gelernt: 

Nämlich, dass der Zugang zu bestimmten Privilegien nicht immer demokratisch ist. 

Manchmal braucht es halt ein paar Jahre Erfahrung, harte Arbeit und, sagen wir es ehrlich, eine gehörige Portion Geduld, um sich durchzusetzen.

Wir jedenfalls ließen uns die Laune nicht verderben. 

Stattdessen genossen wir den besonderen Charme dieses bunten Mikrokosmos, in dem sich Generationen und Medienformate miteinander reiben und inspirieren, denn am Ende des Tages gehören sowohl die Oldschool-Journalisten als auch die Influencer zu einer großen, wenn auch manchmal etwas chaotischen Familie – der Familie der Geschichtenerzähler.

Vielleicht liegt ja genau darin die wahre Magie der Comic Con: 

Sie bringt Menschen zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und lässt sie zumindest für ein Wochenende gemeinsam über die gleiche Welt berichten. 

Mit oder ohne belegtes Brötchen.

Die Beziehung zu meinem Hund

Verantwortung und Fürsorge über Hierarchie

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist eine faszinierende und vielschichtige Bindung, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Zuwendung basiert. 

Anders als bei zwischenmenschlichen Beziehungen, die vor allem von Sprache und kognitivem Verstehen geprägt sind, läuft die Kommunikation zwischen Mensch und Hund häufig über Körpersprache, 

Rituale und konsequente Gewohnheiten ab. 

In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie man als Halter eine harmonische und glückliche Beziehung zu seinem Hund pflegen kann – ohne dass Missverständnisse oder unangebrachte Dominanzbestrebungen den Alltag stören.

Warum füttert man den Hund zuerst?

Ein häufiger Ratschlag in der Hundehaltung lautet, den Hund „zuerst zu füttern“. 

Dieses Prinzip ist keineswegs trivial, denn es trägt auf tiefer Ebene dazu bei, das Fundament der Beziehung zu stärken. 

Das Füttern ist nicht einfach ein Akt der Versorgung, sondern ein Ritual, das Sicherheit und Stabilität vermittelt. 

Der Hund wird von Natur aus von seinen grundlegenden Bedürfnissen geleitet, wobei Nahrung eine zentrale Rolle spielt. 

Indem wir uns diesem Bedürfnis annehmen und den Hund zuerst füttern, setzen wir ein Zeichen der Verlässlichkeit und Fürsorge. 

Wir zeigen dem Hund, dass er sich darauf verlassen kann, dass wir uns um ihn kümmern und für ihn sorgen.

Es geht dabei nicht darum, wer in der „Rangfolge“ zuerst kommt. 

Der Gedanke der Dominanz oder Hierarchie, der oft auf eine falsche Interpretation von Rudelverhalten zurückzuführen ist, spielt hierbei keine Rolle. 

Stattdessen liegt der Fokus auf dem Bedürfnis des Hundes nach Nahrung und Routine. 

Ein regelmäßiges Fütterungsritual stärkt das Vertrauen und gibt dem Hund das Gefühl, dass er sich in einer sicheren und geordneten Umgebung befindet.

Ein Moment der Selbstfürsorge

Direkt nach der Fütterung des Hundes ist es wichtig, sich selbst Zeit zu nehmen. 

Diese Selbstfürsorge hat zwei wichtige Gründe: 

Zum einen kann der Hund in Ruhe fressen, während wir uns nicht zu stark auf ihn konzentrieren, was ihm eine gewisse Autonomie im Fütterungsprozess gibt. 

Zum anderen stärkt die Zeit für uns selbst unsere eigene Ruhe und Gelassenheit, was sich wiederum positiv auf unsere Ausstrahlung gegenüber dem Hund auswirkt. 

Hunde sind sehr empfänglich für die emotionale und energetische Verfassung ihrer Halter. 

Wenn wir uns selbst nicht gut fühlen, nervös oder gestresst sind, spüren das Hunde oft unmittelbar und können ihrerseits Unruhe entwickeln.

Indem wir uns nach der Fütterung eine kurze Auszeit gönnen – sei es durch eine Tasse Tee, eine Meditation oder ein einfaches Durchatmen – signalisieren wir nicht nur dem Hund, sondern auch uns selbst, dass wir die Verantwortung ernst nehmen. 

Diese Selbstfürsorge stärkt uns in unserer Rolle als ruhiger und verlässlicher Partner, der für das Wohl des Hundes und das eigene Wohl gleichermaßen sorgt.

Die Grundlage einer harmonischen Beziehung

Eine erfolgreiche und glückliche Beziehung mit dem Hund basiert darauf, dass wir die Verantwortung übernehmen – und zwar in einer Form, die dem Hund Sicherheit, Struktur und Wohlbefinden bietet. 

Verantwortung bedeutet hier nicht nur, für die körperlichen Bedürfnisse des Hundes zu sorgen, sondern auch, auf seine emotionalen und sozialen Bedürfnisse einzugehen. 

Hunde sind soziale Lebewesen, die nach festen Strukturen und Regeln leben. 

Sie profitieren von einer Umgebung, in der sie sich zurechtfinden und wohlfühlen.

Wenn wir die Verantwortung ernst nehmen, bedeutet das auch, dass wir uns mit den Bedürfnissen des Hundes auseinandersetzen und ihm eine Umgebung schaffen, die ihm guttut. 

Dazu gehört nicht nur die Fütterung, sondern auch ausreichend Bewegung, kognitive Herausforderungen und ein klarer Tagesablauf. 

Ein Hund, der sich auf seinen Halter verlassen kann, wird seltener unsicher oder ängstlich sein. 

Er weiß, dass er sich in jeder Situation auf die Unterstützung und die Fürsorge seines Halters verlassen kann.

Ein moderner Ansatz in der Hundehaltung

Die Vorstellung, dass der Mensch in der „Rangordnung“ stets über dem Hund stehen müsse, ist eine veraltete Ansicht, die sich aus der falschen Interpretation des Wolfverhaltens ableitet. 

Moderne Forschung hat gezeigt, dass das soziale Verhalten von Wölfen und Hunden viel komplexer ist und dass Dominanz in sozialen Gruppen nicht als festes Konstrukt, sondern als dynamische Interaktion verstanden werden sollte. 

In einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung geht es daher nicht darum, den Hund in einer starren Hierarchie zu „unterwerfen“.

Stattdessen steht das Wohl des Hundes im Vordergrund, das durch Fürsorge und klare Kommunikation gefördert wird.

Fürsorge und Verantwortung sind die Kernpfeiler, auf denen eine glückliche Hund-Halter-Beziehung basiert. 

Der Hund muss sich sicher und geborgen fühlen, um ausgeglichen und entspannt zu sein. 

Indem wir den Hund zuerst füttern, zeigen wir ihm, dass wir seine Bedürfnisse achten und ernst nehmen. 

Das Füttern ist somit ein Ausdruck unserer Fürsorge und kein Akt der Dominanz. 

Auch wenn es oft als solcher interpretiert wird, ist die Reihenfolge des Fütterns letztendlich ein Akt der Verantwortung, nicht der Macht.

Ein liebevolles Miteinander und gegenseitiges Verständnis

Für eine glückliche Beziehung mit dem Hund sind klare Rituale, wie das Füttern und die anschließende Zeit der Selbstfürsorge, von zentraler Bedeutung. 

Diese Rituale vermitteln dem Hund Stabilität und geben ihm das Gefühl, sicher und gut versorgt zu sein. Die Übernahme von Verantwortung zeigt sich darin, dass wir die Bedürfnisse des Hundes respektieren und ihm eine sichere und liebevolle Umgebung bieten.

Eine glückliche Hund-Halter-Beziehung beruht nicht auf starren Hierarchien, sondern auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Fürsorge. 

Wenn wir diese Prinzipien verinnerlichen und in den Alltag integrieren, schaffen wir die Grundlage für eine enge, vertrauensvolle und erfüllende Bindung zu unserem Hund – eine Bindung, die auf Liebe und Verantwortungsbewusstsein statt auf Macht und Dominanz basiert.

In unserer Wohngegend gibt es ein generelles Fahrradfahrverbot, um die Sicherheit aller Bewohner zu gewährleisten.
Dennoch gibt es bestimmte Bereiche, in denen das Fahrradfahren erlaubt ist. 

In diesen Bereichen gehe ich auch oft mit unserer Hündin Cora spazieren. 

Um die Sicherheit für alle Beteiligten – sowohl für Cora als auch für die Fahrradfahrer – zu gewährleisten, habe ich für mich und Cora bestimmte Regeln aufgestellt.

Cora läuft meistens an einer langen Leine, auf der rechten Seite des Weges, während ich auf der linken Seite bleibe.
Diese Anordnung ermöglicht es den Fahrradfahrern, uns frühzeitig zu sehen und bei Bedarf zu klingeln, bevor sie an uns vorbeifahren.
Die lange Leine gibt Cora die Freiheit, sich zu bewegen, ohne dass sie plötzliche Annäherungen direkt an ihrer Seite erlebt, die sie erschrecken könnten.

Die Idee hinter dieser Regel ist es, Cora vor unerwarteten Annäherungen zu schützen. 

Wenn ein Fahrradfahrer direkt an uns vorbeifährt, kann das für Cora stressig oder schreckhaft und unvorhersehbar sein. 

Das Klingeln dient als Vorwarnung, sodass Cora sich orientieren kann und sich sicher fühlt.
Gleichzeitig beugen wir damit dem Risiko vor, dass Cora plötzlich reagiert und möglicherweise in Richtung eines vorbeifahrenden Radfahrers springt.
Ich gehe nämlich dann zu Cora und nehme die Leine kurz oder ziehe sie zu mir.

Viele Menschen, denen wir begegnen, verstehen den Hintergrund dieser Regel und schätzen die Rücksichtnahme.
Sie erkennen, dass diese Anordnung dazu beiträgt, Unfälle und Missverständnisse zu vermeiden und sowohl Hunden als auch Menschen mehr Sicherheit zu bieten, doch leider gibt es auch einige Personen, die unsere Herangehensweise nicht verstehen oder akzeptieren. 

Sie beschweren sich lautstark darüber, dass wir den Weg blockieren würden oder kritisieren, warum ich meine Hündin nicht kürzer an der Leine halte.

Dabei ist genau diese Herangehensweise darauf ausgerichtet, Unfälle zu verhindern. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich die Fahrradfahrer nicht immer höre, insbesondere wenn sie sich schnell nähern, oder wenn etwas Gras auf dem Weg ist.

Das Klingeln gibt mir die notwendige Zeit, um zu reagieren und sicherzustellen, dass Cora nicht gefährdet wird. 

Es ist bedauerlich, dass diese Rücksichtnahme von einigen nicht honoriert wird.

Dieses Verhalten zeigt, wie wenig Verständnis manchmal für die Bedürfnisse anderer aufgebracht wird. 

Dabei könnten wir alle von gegenseitiger Rücksicht profitieren. 

Wenn jeder ein wenig mehr auf seine Mitmenschen achtet und deren Bedürfnisse respektiert, könnten viele Konflikte und Missverständnisse vermieden werden. 

Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und respektieren, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten.

Egomanie im Straßenverkehr

Die Perversion von Anstand und Rücksichtnahme

Es gibt Momente, da möchte man aus seinem Auto steigen, die Faust ballen und einfach laut schreien, weil man sich fragt, wie es so weit kommen konnte. 

Heute war so ein Moment. 

Eine absurde Szene, ein Musterbeispiel dafür, wie der Egoismus einzelner den Straßenverkehr – und damit das Zusammenleben – in eine Farce verwandelt.

Die Situation begann unscheinbar: 

Ich stand in einer kurzen Schlange vor einer Ampel. 

Keine Hektik, keine Probleme. 

Und dann kam er: 

Die personifizierte Rücksichtslosigkeit auf vier Rädern.

Aus einer Grundstückseinfahrt links von mir tauchte dieser selbsternannte „Straßenkönig“ auf – hupend, wild gestikulierend und mit einer Attitüde, die anmaßender nicht hätte sein können. 

Sein „Befehl“ war so lächerlich wie dreist: 

Ich solle zurücksetzen, damit er in die Spur kommt. 

Eine absurde Forderung, da hinter mir, natürlich, kein Platz war. 

Aber solche Details interessieren jemanden wie ihn nicht.

Als ich – logischerweise – nicht reagierte, schien das seinen Ego-Trip erst richtig zu entfachen. 

Immer wieder hupte er, immer wieder fuchtelte er wie ein wütender Dirigent eines Orchesters aus Wahnsinn und Rücksichtslosigkeit. 

Und dann?

Dann setzte er seinen Wahnsinn in die Tat um. 

Mit einem Manöver, das selbst für die tollkühnsten Verkehrsrowdys ein Lehrbuchbeispiel wäre, zwängte er seine Karre schräg zwischen mein Auto und das vor mir. 

Er blockierte mich komplett, zwang mich zum Stehenbleiben und stoppte den gesamten Verkehrsfluss, inklusive der Gegenspur, wo ein Hupkonzert begann – alles nur, um sich selbst ein paar Meter weiter nach vorne zu bringen und um sein Ziel ein paar Sekunden früher zu erreichen.

Das war keine Fahrlässigkeit, kein Versehen. 

Das war eine gezielte Möchtegern-Machtdemonstration eines Egomanen, der sich selbst als Mittelpunkt des Universums sieht.

Dieses Verhalten ist nicht nur dreist, es ist asozial, verachtenswert und schlicht widerwärtig. 

Solche Menschen ruinieren den Alltag anderer, weil sie glauben, die Regeln des Zusammenlebens würden für sie nicht gelten.

Man fragt sich: 

Was geht in solchen Köpfen vor? 

Ist es ein Komplettausfall von Empathie? 

Völliger Realitätsverlust?

Eine perverse Freude daran, andere zu behindern und zu schikanieren? 

Oder ist es einfach der Ausdruck eines unermesslichen Größenwahns? 

Eines ist klar: 

Solche Leute gehören weder hinter ein Lenkrad noch in eine Gesellschaft, die auf gegenseitigem Respekt basiert.

Es sind genau diese Egomanen, die den Straßenverkehr zu einem täglichen Überlebenskampf machen. 

Ihnen geht es nicht um ein schnelles Weiterkommen, sondern um das Gefühl der Überlegenheit. 

Sie sehen andere Verkehrsteilnehmer nicht als Menschen, sondern als Hindernisse, die sie beiseite fegen können. 

Diese Mentalität ist nicht nur gefährlich – sie ist toxisch.

Solches Verhalten verdient keinen milden Tadel. 

Es verdient lautstarken Protest, weil es zeigt, wie weit wir als Gesellschaft bereits gesunken sind. 

Die Straße wird immer mehr zum Spielfeld der Rücksichtslosen, der Egomanen, derjenigen, die glauben, sie seien wichtiger als alle anderen. 

Das ist nicht hinnehmbar.

Und für den Fahrer von heute: 

Möge dein Ego irgendwann einen Unfall mit der Realität haben.

Vielleicht lernst du dann, dass das Leben keine Bühne für dein armseliges Schauspiel ist. 

Denn solange Menschen wie du unsere Straßen unsicher machen, wird der Verkehr ein Schlachtfeld bleiben – und die Geduld der anderen irgendwann am Ende sein.

Aber anscheinend sind die Anderen an diesem „Unfall” dann schuld gewesen!

Die hohe Kunst der toxischen Führung: Ein Meisterwerk der Demotivation

Ah, welch Freude es doch war, in den heiligen Hallen eines Bildungsunternehmens zu arbeiten, wo die oberste Maxime lautete: „Wissen ist Macht, und ich habe sie alle!”

Unsere geschätzte Chefin, nennen wir sie einfach „Ihre Toxizität”, hatte es wahrlich zur Perfektion gebracht, ein Arbeitsklima zu schaffen, das selbst den hartgesottensten Pessimisten vor Neid erblassen ließ.

Mit der Präzision eines Uhrwerks und der Warmherzigkeit eines Eiszapfens gelang es ihr Tag für Tag, die Moral der Belegschaft in ungeahnte Tiefen zu treiben.

Ihre Fähigkeit, jede noch so kleine Errungenschaft ihrer Mitarbeiter zu einem kolossalen Versagen umzudeuten, war schlichtweg beeindruckend.
Man konnte förmlich zusehen, wie die Lebensgeister der Angestellten langsam, aber sicher aus ihren Körpern wichen.

Doch lasst uns ihre wahre Meisterleistung nicht vergessen: die Kunst, sich selbst in den Himmel zu loben, während sie gleichzeitig alle anderen in den Boden stampfte.
Es war, als würde man einem bizarren Zirkusakt beiwohnen, bei dem der Dompteur die Löwen nicht zähmt, sondern sie stattdessen in einen Käfig der Verzweiflung sperrt, nur um sich dann selbst als Held zu feiern.

Ihre unersättliche Gier nach Information war legendär. Kein Detail war zu klein, kein Vorgang zu unbedeutend, um nicht ihrer allwissenden Aufmerksamkeit würdig zu sein.
Man könnte meinen, sie hätte ein zweites Gehirn entwickelt, nur um noch mehr Daten zu speichern, die sie später gegen ihre Untergebenen verwenden konnte.
Es war, als arbeitete man unter den wachsamen Augen eines paranoiden Großrechners mit Persönlichkeitsstörung.

Fehler?

Oh, welch süße Musik in den Ohren Ihrer Toxizität!

Jeder Fehltritt, jede kleine Unzulänglichkeit wurde mit der Präzision eines Chirurgen seziert und dann mit der Subtilität eines Vorschlaghammers dem Übeltäter um die Ohren gehauen. Es war eine Kunst, die sie zur Vollendung gebracht hatte – die Kunst, Menschen so gründlich fertigzumachen, dass sie sich wünschten, nie geboren worden zu sein.

Nun, da ich dieses Paradies der Produktivität verlassen habe, kann ich nur mit Wehmut an die zurückgebliebenen Kollegen denken.

Mein Herz blutet für sie, wirklich.

Ich wünsche ihnen alles erdenklich Gute – wobei ich natürlich weiß, dass in diesem Unternehmen eher der Himmel einstürzt, als dass etwas wahrhaft Gutes geschieht.

An meine ehemaligen Mitstreiter: Haltet durch!

Vielleicht findet ihr ja eines Tages den Mut, eurem Stockholm-Syndrom zu entfliehen.

Oder aber ihr entwickelt eine so dicke Haut, dass selbst die giftigsten Pfeile eurer geliebten Chefin abprallen.

Wer weiß, vielleicht erlebt ihr ja noch den Tag, an dem „Ihre Toxizität” beschließt, ihre Talente in der Politik einzusetzen – dort könnte sie wahre Wunder wirken!

Bis dahin bleibt mir nur, aus sicherer Entfernung zuzusehen und dankbar zu sein, dass ich nun in der privilegierten Position bin, meine posttraumatischen Belastungsstörungen in Ruhe aufzuarbeiten.

Möge „Ihre Toxizität” weiterhin in ihrer eigenen Welt der Selbstherrlichkeit leben, während das Unternehmen langsam aber sicher den Bach heruntergeht. 

Manchmal bekommt eben doch jeder, was er verdient.

Ach, was für eine wunderbare Welt der Bildung wir doch haben!

Ach ja, die Kunst der modernen Kommunikation! 

Da ruft man also in bester Absicht bei einer Firma an, in der Hoffnung, gleich einen persönlichen Draht aufzubauen und die eigene Bewerbung als PR-Referent (Honorarkraft) mit einem netten Gespräch zu begleiten.
Eine nette Dame am anderen Ende des Hörers, Frau Cidem Mosul, (realer Name bekannt) gibt mir dann auch freundlich ihre E‑Mail-Adresse, an die man die Unterlagen schicken kann.
Ich solle der E‑Mail die Unterlagen in PDF- oder Word-Format anhängen, sagt sie mir noch, das seien ja die Formate, die jeder lesen könne.

Ein gutes Zeichen, denkt man sich – es geht schnell, persönlich und unkompliziert.

Gesagt, getan:

Man setzt die Bewerbung auf, packt alles Wichtige in ein PDF (das gängige Standardformat für Bewerbungen, das auch nebenbei bemerkt absolut sicher, als virenfrei, ist), und schickt die Unterlagen an die Adresse, die Frau Mosul so hilfsbereit genannt hat.
Dann wartet man gespannt auf die Rückmeldung.

Und dann kommt sie auch tatsächlich. 

Der Absender?

Wieder Frau Cidem Mosul. 

Der Inhalt?

Nun, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: 

„Vielen Dank für Ihr Interesse. Leider können wir Ihre Bewerbungsunterlagen aus Datensicherheitsgründen nicht öffnen und daher auch nicht berücksichtigen.“

Datensicherheit also!

Da hat Frau Mosul einen beachtlichen Einfall gehabt. 

PDFs – also die wohl sichersten und am weitesten verbreiteten Dokumente überhaupt – kann ihr System offenbar nicht handhaben, aus Angst, die geheimen Daten der Unternehmensleitsätze könnten von einer allgegenwärtigen PDF-Bedrohung ausspioniert werden, die es nicht gibt. 

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, folgt ein freundlicher Rat: 

Man solle sich „doch bitte noch einmal per E‑Mail mit Anhang – entweder PDF oder Word bewerben.“ 

Aber, Moment, genau das hatte man doch eben gemacht. 

Offenbar hat Frau Mosul sich die Bewerbungsstandards mal selbst überlegt, auf Grundlage eines geheimen Regelwerks.

Fast könnte man denken, es handele sich um einen ausgeklügelten Bewerbungstest. 

Man soll sich initiativ per E‑Mail mit Anhang bewerben, dabei jedoch das Risiko beachten, dass die PDF-Welt ein Sicherheitsproblem darstellen könnte. 

Man fragt sich: 

Wie sollte die ideale Datei aussehen? 

In welcher mysteriösen Form müsste man die Bewerbung jetzt senden, um die Frau Mosul zu beruhigen und gleichzeitig die unternehmensweite Datensicherheit zu wahren? 

Vielleicht in einem geprägten Buchformat, per Brieftaube oder auf handgeschöpftem Papier?

In jedem Fall: 

Wer es mit solch unnachgiebigen Datenschutz-Hindernissen bis zur Anstellung schafft, hat offenbar das Zeug zum PR-Referenten! 

Schließlich bedeutet das, Frau Mosuls Bewerbungsprozess gemeistert zu haben – eine echte Herausforderung und ein sicherer Beweis für die eigene Hartnäckigkeit, die jeder PR-Job dringend braucht.

Gestern Abend war es mal wieder so weit … 

Unsere Nachbarin – Sie wissen schon, die mit dem unerschütterlichen Engagement für jedes noch so kleine Detail in ihrer kleinen, sorgsam abgeriegelten Welt – spazierte mit einer Gruppe Kinder durch die Straßen. 
Kleine Lichter flackerten in den Dämmerungsschatten, aber Moment! 

Nein, natürlich flackerten die Lichter nicht. 
Sie leuchteten starr und zuverlässig – Batterien sei Dank. 
Es war also kein klassisches Laternenlicht, kein schwankender Kerzenschein, der sich in milder Herbstluft hin und her bewegte, sondern vielmehr die perfekte, vom TÜV geprüfte Lichtlösung im Dienste des Helikopter-Elternwesens.

„Wir üben für den Martinsumzug!“, rief sie triumphierend zu uns auf dem Balkon herüber, als sei sie die Chorleiterin einer Eliteeinheit von Laternenläufern. „Jeden Abend!“ 

Ja, so als ob ein Martinsumzug eines tagelangen Drills bedarf, als wäre es ein militärisches Manöver, bei dem jeder Schritt, jeder Ton perfekt abgestimmt sein muss. 

Nicht ein einziges „Laterne, Laterne“ soll daneben klingen, kein Kind soll eine Millisekunde im falschen Takt marschieren. 

“Das Martinsfest als Schaulaufen des elterlichen Perfektionswahns”, dachte ich.

Und wie zur Bekräftigung ihrer eigenen Großartigkeit ergänzte sie in einem nachdrücklichen Ton: 

„Im Kindergarten und in der Grundschule habe ich durchgesetzt, dass nur elektrisches Licht in den Laternen erlaubt ist. Brandgefahr!“

Meine Frau und ich tauschten einen Blick und meinten bloß trocken: „Ah ja.“ 

Das war es dann auch, was wir an Worten für diese Belehrung übrig hatten. 

Kaum hatten wir die Tür des Balkons hinter uns geschlossen, brachen wir in Lachen aus.

Das ist doch wirklich absurd, oder? 

Als wir Kinder waren, gab es riesige Martinsumzüge, organisiert von der Stadt. 

Da war nix mit Üben oder vorherigem Durchmarschieren – wir reihten uns einfach ein. 
Ganz ohne Vorbereitung, ohne Coach, ohne Sicherheitstraining. 

Einfach, weil es Freude machte. 

Spontan, frei, wie Kinder es eben tun sollten. 

Und was die Brandgefahr anging? 

Nun ja, klar gab es hier und da mal eine Laterne, die Feuer fing. 
So ist das eben, wenn man Kerzen mit sich herumträgt und noch keine abgeklärte Feinmotorik besitzt.

Aber was haben wir gemacht, wenn mal eine Laterne Feuer fing? 

Nichts Dramatisches. 

Man entfernte sich vom Zug, legte die brennende Laterne einfach auf den Boden, trampelte ein paar Mal kräftig drauf, und das war’s. 
Die Laterne war weg, das Kind lief halt ohne weiter, und das war irgendwie auch in Ordnung. 
Es gehörte dazu, war Teil des Abenteuers. 
Ein bisschen Drama, aber eben ein gesundes. 

Niemand hat sich darüber aufgeregt, es gab kein Geschrei, keine Einträge in die „Sicherheitsmängelliste des Kindheitsschutzprogramms“, keine SMS an die Feuerwehr. 

Wenn eine Laterne den Geist aufgab, dann gab sie ihn eben auf. 
Wir waren robust und liefen trotzdem weiter, voller Stolz und Tatendrang.

Heute jedoch? 

Da werden Kinder fast schon in Watte eingepackt, eingehüllt in Sicherheitsbestimmungen und Regeln, dass einem ganz schwindelig wird. 
Diese Übervorsichtigkeit der Helikoptereltern, dieses unermüdliche Streben danach, alle Risiken im Keim zu ersticken – als ob das Leben planbar und ungefährlich wäre! 

Ich kann mir vorstellen, wie sie daheim sitzen, am Reißbrett, und den „perfekten“ Martinsumzug entwerfen. 
Kein Funken darf fliegen, kein Kind soll sich auch nur die geringste Unannehmlichkeit zuziehen. 

Lieber noch 15 Ersatzbatterien in die Tasche packen, statt eine einzige echte Flamme anzuzünden. 

Ist ja alles „zu gefährlich“.

Ja, da frage ich mich schon: 

Werden die Kinder von heute jemals die Freiheit erleben, die wir als Kinder kannten? 

Werden sie wissen, wie es sich anfühlt, einfach loszulaufen, mit einer echten Flamme in der Laterne, und dem eigenen Herzschlag folgend durch die Nacht zu ziehen?

 Oder sind sie dazu verdammt, in einer Welt zu leben, die so weich gepolstert und risikofrei ist, dass ihnen am Ende das Gespür für echte Abenteuer abhandenkommt?

Meine Frau und ich werden am kommenden Martinstag eine Gedenkminute einlegen. 

Für all die Laternen, die heute nie eine echte Flamme gesehen haben, und für die Feueropfer des Martinsfestes von damals, die heldenhaft ein Streichholz in ihrer Laterne entfachten und sich damit ein kleines, aufregendes Abenteuer schufen – ein Abenteuer, das so unersetzlich ist, dass wir es uns heute kaum noch vorstellen können.

In einem Krankenhausverbund vor Ort und in der Region wird das Problem des Personalmangels immer gravierender, doch die Personalabteilungen reagieren darauf mit erstaunlicher Gleichgültigkeit und Arroganz.

Statt die Ursachen des Mangels ernsthaft anzugehen, wird davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter, vor allem Pflegekräfte, weiterhin Überstunden leisten und immer wieder einspringen – und das trotz der erschöpfenden Arbeitsbelastung, die sie an ihre physischen und psychischen Grenzen treibt. 

Diese Erwartungshaltung der Führungskräfte offenbart eine Haltung, die auf Ausbeutung basiert und die menschliche Belastbarkeit der Angestellten ignoriert. 

Die sogenannten „Lösungen“, die angeboten werden, sind ein zynisches Schauspiel, das die Probleme des Personals bewusst herunterspielt. 

Statistiken werden manipuliert oder beschönigt, sodass die Situation auf dem Papier besser aussieht, als sie in der Realität tatsächlich ist.
Damit wird die eigentliche Dringlichkeit des Problems vertuscht und notwendige Veränderungen aufgeschoben.

Einige Pflegekräfte, insbesondere in den Notaufnahmen, haben beschlossen, dass sie sich diese Verhältnisse nicht länger gefallen lassen wollen. 

Sie teilen ihren Familien und Freunden mit, dass sie sich nicht weiter in den Abgrund der Erschöpfung treiben lassen und nicht mehr bereit sind, für ein System, das ihre Grenzen ignoriert, weiter „mitzuspielen“.

Sie wissen: Es muss sich etwas ändern, und zwar grundlegend. 

Doch die Realität zeigt ein anderes Bild, und das Management weiß genau, wie man Druck aufrechterhält.

Eine der neuesten Taktiken, um Personal für weitere Überstunden zu gewinnen, ist das Angebot einer Prämie von 200 Euro für jede eingesprungene Schicht, wenn Kollegen krankheitsbedingt ausfallen, doch diese „Motivationsprämie“ ist mehr ein Gift als eine Hilfe, das darauf abzielt, die finanziellen Bedürfnisse der Beschäftigten auszunutzen und sie damit in ein ungesundes Arbeitssystem zu drängen.

Diese Prämie spielt mit den Existenzängsten und dem wirtschaftlichen Druck vieler Pflegekräfte. 

Besonders zynisch ist die Tatsache, dass einige, die sich aus Stolz oder Pflichtgefühl nicht von diesem „Bonus“ locken lassen wollen, am Ende doch schwach werden und sich wieder melden – immer mit dem Gedanken: „Diese eine Schicht wird schon nicht schlimm sein.“ 

Aber diese eine Schicht summiert sich, und am Ende stehen sie wieder da, müde, ausgelaugt und der Illusion beraubt, dass sich durch ihre Aufopferung irgendetwas verbessert. 

Für diese Art der Selbstausbeutung, die in der Pflege immer mehr zum traurigen Alltag wird, liefert das System geradezu perfide Rechtfertigungen und zielt darauf ab, die Arbeiter in eine Dauerschleife der Erschöpfung zu führen.

Das Management mag zwar behaupten, dass es sich um ein „freiwilliges“ Angebot handelt, doch in Wahrheit ist es eine perfide Form der Manipulation. 

Viele Pflegekräfte haben schlichtweg keine Wahl, weil die finanzielle Verlockung ihnen eine kurzfristige Lösung für ihre wirtschaftlichen Herausforderungen bietet, doch was dabei auf der Strecke bleibt, sind ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. 

Diese kurzsichtigen Maßnahmen lösen das Grundproblem in keinster Weise, sondern kaschieren es nur und erlauben den Entscheidern, weiterhin eine rosige Statistik zu präsentieren, während das Personal an den Rand des Zusammenbruchs getrieben wird.

Diese Politik der „letzten Schicht“ und der „kleinen Prämie“ zeigt, wie wenig Respekt und Verständnis in vielen Führungsetagen für das Pflegepersonal und deren essenzielle Arbeit vorhanden ist. 

Anstatt langfristige Lösungen zu suchen, wie eine bessere Bezahlung, die Einstellung von mehr Personal oder die Einführung gerechterer Arbeitszeiten, wird kurzfristig ein Pflaster aufgeklebt, das letztlich nur die Symptome lindert, aber das Problem nicht heilt. 

Es ist dringend Zeit, dass Pflegekräfte gestärkt werden, indem man ihnen nicht nur Respekt und Anerkennung entgegenbringt, sondern auch tatsächlich etwas gegen die unzumutbaren Arbeitsbedingungen unternimmt.

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