Verbalmassaker

Immer wieder kursieren seltsame Nachrichten in den sozialen Onlinenetzwerken, in denen die Urheber behaupten, dass das Immunsystem mit mRNA-Impfstoffen „umprogrammiert” und dies zu schlimmen Langzeitschäden führen würde.
Es eine Vermutung aufgestellt, dass diese Art von Impfstoffen mehr anrichten könne, als sie angeblich helfen würden. Auch wird die Hypothese in den Raum gestellt, dass die Sterblichkeit von Geimpften höher sei.
Die Sache mit den „Langzeitfolgen” ist eine Sache für sich. Wie lange sollte man warten, bis man Langzeitfolgen ausschließen oder beweisen kann? Zudem ist nicht definiert, ob und wie diese sich auswirken und vor allem, was sie bewirken können.
„Langzeitfolgen” kommen meistens erst nach zwanzig, dreißig Jahren zum Vorschein, wenn überhaupt.
Theoretisch dürfte man neue Medikamente, wie zum Beispiel Kopfschmerztabletten die ersten Jahren nicht nehmen, weil man ja erst die „Langzeitfolgen” abwarten müsste.
Die Sache mit der sogenannten „Umprogrammierung” oder „Reprogrammierung” des Immunsystems ist übrigens nicht so weit hergeholt.
Das Immunsystem erkennt Fremdkörper (Bakterien, Viren, Krankheitskeime) und agiert dagegen, stellenweise mit Fieber. Dies ist das „angeborene” Immunsystem.
Das „erworbene” Immunsystem entsteht dadurch, dass man zum Beispiel geimpft ist oder eine Krankheit durchgemacht hat, wogegen es Antikörper und ähnliches gebildet hat.
Das „erworbene” wird also permanent erweitert und die Beständigkeit gegen „Gefahren” wird immer besser.
Man könnte dieses Erweitern im weitesten Sinne als „Umprogrammierung” bezeichnen, oder wenn man bei der Analogie im Computerbereich bleibt, als „Update” oder (System-)Aktualisierung.
Man könnte auch sagen, dass das „erworbene Immunsystem” eine Spezialisierung und Verbesserung des „angeborenem” ist.
„Umprogrammierung” oder „Reprogrammierung” haben eher den Anschein, dass etwas, was schon da ist, geändert wird. Es hat eher den Anschein, dass nicht ein „Update” gemacht wurde, sondern, dass Funktionen sich geändert haben oder alte durch geänderte neue ersetzt wurden.
Dies ist beim Immunsystem nicht der Fall, denn dieses wird aktualisiert.
Angenommen jemand hat eine schwere Influenza durchgemacht und ist jetzt immun dagegen. Das Immunsystem hat diese Information nun gespeichert und weiß, wie es mit dieser Krankheit umgehen muss.
Wenn diese Person nun einen Impfstoff gegen neue Varianten der Influenza bekommt, weiß das Immunsystem, wie es damit umgehen muss. Es hat also eine Aktualisierung bekommen, also ein „Update”.
Da „Umprogrammierung” und „Reprogrammierung” sich negativ anhören, benutzen Covidioten und Impfgegner diese Begriffe, um Stimmung gegen das Impfen zu machen.
Es gibt Studien, die Kurzzeitfolgen von Impfstoffen untersuchen. Diese haben nicht entdeckt, dass diese Auftreten.
In denen geht es nicht um Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Übelkeit, sondern um die Veränderungen der Zellen, die zum Immunsystem gehören.
In bekannten Studien wird geschaut, ob sich Zytokine (bestimmte Entzündungsbotenstoffe) vermehrt bilden, wenn Personen geimpft wurden. Die Menge der Zytokine variiert, je nachdem, wie Erreger weiße Blutkörperchen befallen und zu manipulieren versuchen. Die Studien haben aber keine Auffälligkeiten ergeben.
Auch Anomalien, die auf „Langzeitfolgen” hinweisen können, wurden nicht gefunden.
Die Behauptung, dass das Immunsystem und dadurch der ganze Organismus durch Impfungen mit mRNA-Impfstoffe Schaden nehmen können, ist also falsifiziert worden.

Iz ä Tschällindsch.
Iz ä Kommpitischänn.
Iz ä Klässick.

Morgen, den 23.6.2021, findet das Fußballspiel Deutschland gegen Ungarn statt.
Da Ungarn menschenfeindliche Gesetz gegen Homosexuelle und andere Lebensarten verabschiedet hat und diese Menschen in hohem Maße dort diskriminiert werden, sollte die Allianz Arena in Regenbogenfarben leuchten.
Um ein Zeichen zu setzen!
Diesen Antrag hatte der Gemeinderat München an die UEFA gestellt.
Was von allen sehr gut aufgenommen wurde, hat die UEFA heute abgelehnt.
Die Enttäuschung ist groß, zeigt sie doch, wie die UEFA sich von einem einzigen Mitglied an der Nase herumführen lässt.
„Die UEFA ist aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die UEFA diese Anfrage ablehnen.”
Offizielles Statement der UEFA
Bernhard Franke, Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sagte: „Gleichbehandlung und der Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sind universelle Werte, denen sich die UEFA selbst verpflichtet fühlt. Das Verbot, das Münchner Stadion in Regenbogenfarben leuchten zu lassen, ist deshalb unverständlich. Die UEFA verspielt damit die Gelegenheit, ein deutliches Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie und LSBTIQ-Feindlichkeit im Fußball zu setzen.”
Recht hat er.
Mitglieder von LSBTIQ-Verbänden bemängeln immer wieder die erzkonservative Haltung der UEFA zu Homosexualität und Genderismus.
Die UEFA hat mit ihrer Entscheidung getroffen, eindeutig gegen sich selbst.

Dank der Verantwortung überwiegend vieler Menschen für andere sind die Inzidenzen bezüglich der Corona-Neuinfizierten gesunken und sinken weiter.
Dies ist auch den Beschränkungen geschuldet.
Nun wird inzidenz-bedingt vieles wieder geöffnet oder ist schon geöffnet.
Viele Menschen gehen wieder in Restaurants. Das haben sie vermisst.
Trotz sinkender Inzidenz ist allerdings Vorsicht geboten.
Was mich allerdings nervt und ärgert, ist, dass viele Menschen bedingt durch die partiellen Öffnung glauben, die Pandemie sei beendet.
Sie benehmen sich auch so.
Am Wochenende versammelten sich in Stuttgart und in Tübingen Jugendliche zu Partys im Freien oder in der Innenstadt.
Als die Polizei unter anderem auch gegen Ruhestörung einschritt, wurde sie aggressiv angegangen. Viele weigerten sich zu gehen, auch nachdem Platzverweise ausgesprochen wurden. Die Polizisten wurden arg beleidigt und auch mit Flaschen beworfen, da sie die Jugendlichen aus deren Sicht beim Feiern gestört hatten.
Gerade haben wir die dritte Corona-Welle überstanden.
Durch die erhöhte UV-Strahlung, die mit mehr Sonnenlicht einhergeht, werden auch Viren deaktiviert und zerstört.
Da die Corona-Eindämmungsmaßnahmen konsequent befolgt wurden und auch durch das bessere und hellere Wetter die Infektionen zurückgegangen sind, scheint viel nicht zu interessieren.
Sie scheinen dies vergessen zu haben!
Sie tun so, als sei die Pandemie beendet und alles wäre wieder so wie vor der Pandemie.
Das ist ein Trugschluss.
In den unbequemen Zeiten der partiell einschneidenden Beschränkung hat anscheinend niemand darüber nachgedacht, ob das, was man als selbstverständlich hinnimmt, wirklich das Gelbe vom Ei ist.
Viele kommen nicht mehr damit klar, dass sie nicht immer das Beste, größte und Tollste haben können, wenn sie es wollen.
Die so hochgelobte Globalisierung hat gezeigt, dass der hohe Konsum und die unendlich scheinende Produktion irgend nicht mehr so funktioniert.
In der Automobil- und der Computerindustrie fehlen Elektronikbauteile, weswegen Kurzarbeit angesagt ist oder Firmen schließen müssen.
Die Globalisierung ist ein sensibles Ding, was sich durch die Corona-Pandemie gezeigt hat.
Man sieht, wie es ist, wenn irgendwas plötzlich nicht mehr da ist.
Zudem zeigte sich der Egoismus. Man denke darüber nach, als der sogenannte „Toilettenpapier-Hype” stattfand.
Die, die es sich leisten konnten, plünderten nicht nur die Toilettenpapierregale, sondern nahmen alles mit, was sie vielleicht irgendwann gebrauchen könnten.
Dieses unendlich anmutende Horten brachte kaum jemanden dazu, nachzudenken, ob dies denn wirklich alles ist und war, ob die Essenz des „Glückes” esv sein kann, dass man sich mehr als andere kaufen und vor allem andere dieses wegnehmen kann.
Der eigene Vorteil zählte und zählt.
Schwere Krisen haben gezeigt, dass man reformieren muss.
Die Sozialversicherungen sind nicht einfach aus sich alleine entstanden, sondern weil Krisen dazu geführt haben, dass Menschen alleine gelassen wurden und in prekäre Situationen kamen.
Die Kehrwoche in Württemberg wurde deswegen eingeführt, als man erkannte, dass Sauberkeit zu längerem und besserem Leben führt.
In erster Linie sollten Fäkalien und Unrat aus den Städten und Gemeinden gekehrt werden, da man erkannt hatte, dass sich Krankheiten über dies verbreiteten.
Sie wurde nicht erlassen, weil irgendjemand es sich „just for fun” ausgedacht hatte.
So sollte sich jeder an die eigene Nase packen und darüber nachdenken, ob maßloser Konsum das einzige Ziel sein kann, was man verfolgen sollte. Oder die grenzenlose Freiheit, alles zu tun, wann und wo man es will.
Es hat sich gezeigt, dass die Ellenbogenmentalität zu nichts geführt hat.
Fast 90 000 Corona-Tote sind in Deutschland zu beklagen.
Für manche Leute anscheinend kein Anlass, darüber nachzudenken, was dies bedeutet.
Sie reflektieren nicht, weil es sie wohl nicht tangiert oder sie es ignorieren, in dem sie dies wegschieben.
Auch die Sache mit den corona-bedingten Fake-News veranlasst niemanden über den dahinter stehenden Egoismus nachzudenken. Corona-Leugner bedienen sich perfider Mittel, um sich selbst einen Ablassbrief auszustellen, obwohl sie es sind, die die Infektionen durch Nichtbeachten der Regel weiterverbreiten.
Egoismus in allen Bereichen!
Man kann in bestimmten Grenzen noch verstehen, dass Unternehmer weitermachen möchten, doch nicht um jeden Preis!
Egoismus, immer mehr und mehr Konsum kann nicht auf Dauer funktionieren.
Es beweist sich gerade, dass es nicht funkioniert.
Jeder sollte über sich und seinen möglichen Egoismus nachdenken!

Absichtlich (platzierte) Falschnachrichten – auch Fake-News – kursieren immer wieder im Internet und insbesondere in den sozialen Online-Netzwerken. Vor ein paar Tagen wurde eine neue Dimension von Falschnachrichten bekannt.
Diese Art der Fake-News ist sehr besorgniserregend.
Blogger und sogenannte „Influencer” bekamen ein Angebot der miesen Art.
Sie sollten den Corona-Impfstoff „Comirnaty” von BioNTech nicht nur schlechtmachen.
Um Lügen darüber zu verbreiten, wurde ihnen (nicht gerade wenig) Geld angeboten.
Der Absender dieser Mail, in denen dieses unmoralische Angebot stammt aus Großbittanien.
Es ist allerdings eine Briefkastenfirma.
Recherchen haben ergeben, dass die Fäden bis nach Russland reichen.
Noch kann man nicht sagen, was die Absicht der Fake-News sein sollen.
Möglicherweise stecken Impfgegner dahinter oder wirtschaftliche Interessen von Konkurrenten.
Man bedenke, dass wenig für Impfgegner spricht, da diese nicht einen Impfstoff unter die Lupe nähmen, sondern viele beziehungsweise alle.

In Diskussionen um das Impfen hört man von Impfgegnern oft das Argument, dass in Impfstoffen Zellen von Embryonen vorhanden seien.
Was vielerorts als Fake-News abgetan wird, hat einen realen Hintergrund.
Im Jahre 1977 wurde zu wissenschaftlichen Zwecken aus einem abgetriebenen Embryo sogenannte HEK-Zellen gewonnen. „Human embryonal kidney“ sind sogenannte 293-Zellen und stammen wie der englische Name „kidney“ verrät, aus den Nieren beziehungsweise aus der Nierenrinde.
Diese Zellen werden seit 1977 permanent kultiviert und vermehrt.
Alle „menschlichen embryonalen Nierenzellen“ sind nachgezüchtete Zellen, der Urzellen von 1977, denn es wurden keine anderen Embryos oder Föten zu diesen Zwecken mehr benutzt.
Die Zellkultur der „HEK-Zellen“ wird benutzt, um Bakterien und Viren und Teile davon zu vermehren.
Die „HEK-Zellen“ haben diese Eigenschaften, die andere Zellen und Zellkulturen nicht oder nur bedingt haben, weswegen immer wieder neue von ihnen nachgezüchtet werden.
Sie können besonders für die neuartigen mRNA- und Vektorimpfstoffe benutzt werden, weswegen sie in den aktuellen Fokus geraten.
Die Zellen wurden – wie oben beschrieben – im Jahre 1977 von einem abgetriebenen Embryo entnommen.
Seitdem sind die „HEK-Zellen“ vermehrt worden. Es gibt seitdem keine Entnahmen mehr, sodass mancherorts von den „unsterblichen Zellen“ gesprochen wird.
Dass Impfgegner diese Sache für sich ausschlachten und es auch dementsprechende Petitionen gibt, dass keine Embryos oder Föten für Impfszwecke benutztt und entnommen werden für diese, sind Dramatisierungen.
Unter welchen Voraussetzungen die Urzellen entnommen wurden, ist nicht ganz klar, auch nicht, ob es wirklich ganz koscher war.
Man kann aber davon ausgehen, dass dies in Ordnung war.
Die Impfgegner schrecken vor nichts zurück, um Lügen und Fake-News zu verbreiten.

Für Samstag, den 22.5.2021, wurden zwei Demonstrationen in Berlin angemeldet. Das Oberverwaltungsgericht hat diese mit Hinblick auf die Erfahrungen voriger Demonstrationen von Gegner der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verboten.
Wie man es von den Covidioten – Synonym für Corona-Leugner – selbst ernannten „Querdenkern” und anderen Gruppierungen dieser Möchtegern-Szene gewohnt ist, haben sich diese nicht darum geschert. Mehrere hundert Realitätsverweigerer trafen in Berlin ein.
Im Vorfeld hatte die Polizei schon Reisebusse angehalten und diese an der Weiterfahrt gehindert.
Ebenso hatte die Polizei einige Personen aufgehalten, die Bühnen und ähnliches trotz Verbot aufbauen wollten.
Es sollte nicht überraschen, dass die Demonstranten nicht auf die Aufforderungen der Polizei hörten und versuchten, ihre Demonstration beziehungsweise Kundgebung abzuhalten.
Die Polizei nahm 200 Personen in Gewahrsam und erteilte zig Platzverbote. Viele Anzeigen wurden wegen Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz geschrieben.
Es sollte nicht überraschen, dass die Versammelten sich nicht an die Maskenpflicht und Abstandsregeln hielten. Die wenigen, die dies doch taten, kann man an einer Hand abzählen.
Alleine schon das Motto „Friede, Freiheit und Grundrechte” führte sich schon beim ersten Motto-Wort ad absurdum. Die Teilnehmer der Demonstration waren aggressiv der Polizei gegenüber. Peinlich war auch das Grölen von „Wir sind friedlich, was seid Ihr”, wobei die Aggression und Provokation eindeutig von den Covidioten ausging.
Ein Journalist beschrieb die Lage so: „Ich habe ungebildete Schreihälse wirre Parolen schreien hören.”.

Selten passiert es, dass ich aus Langeweile durch die Sender zappe. Ich bin bei „Rosins Restaurants” hängengeblieben. Was sich „Sternekoch” Frank Rosin geleistet hat, ist nicht Beratung für gescheiterte Gastronomen, sondern nur Stänkern und Pöbeln.
Die Inhaber des Restaurants „Hafen Extra” aus Aurich haben Frank Rosin um Hilfe gerufen.
Sie hatten im Februar 2020 das Restaurant übernommen, doch dann kam der sogenannte „Lockdown”. Wegen wenigem Startkapital stand „Hafen Extra” nach ein paar Wochen so gut wie vor dem Ruin.
Rosin unterhielt sich anfangs mit dem Gastronomen-Ehepaar des „Hafen Extra” und bekam heraus, dass sie finanziell gesehen kaum noch atmen konnten. Die Pacht war zwar gestundet worden und drei Monate standen aus, und dies ließ nicht mal Spielraum, einen Abholservice anzubieten, da die beiden kein Geld hatten, Verpackungsmaterial geschweige denn Flugblätter und ähnliches zu kaufen.
Rosin sprach davon, dass sie es sich in einer „Komfortzone” bequem gemacht hätten und nichts sonst getan hätten.
Der Gastronom widersprach und wies auf die klammen Mittel hin, was Rosin aber vollkommen ignorierte und immer wieder darauf hinwies, die beiden hätten nichts getan, außer sich selbst zu bedauern.
Er machte auch beim wiederholten Einspruch weiter, ohne wahrzunehmen, wo das Problem wirklich lag.
Er wurde zusehends ungemütlicher, brach aber irgendwann aus unerklärlichen Gründen ab und kam darauf zu sprechen, dass am nächsten Tag das Testessen anstünde und die beiden sich vier Gerichte zum Mitnehmen ausdenken sollten, die von den Testessern bewertet würden.
Seltsamerweise besorgte er auch Verpackungsmaterial und kam damit am nächsten Morgen herein.
„Was habt Ihr Euch ausgedacht?”, wollte er wissen.
Es sollte Schnitzel, Burger und (vegetarisches) Schmorgemüse geben.
Dies gefiel Rosin ganz und gar nicht, denn er argumentierte damit, dass Aurich eine Stadt in Friesland sei und man Fischgerichte anbieten solle.
Die zwei vom „Hafen Extra” argumentierten, dass sie extra keine Fischgerichte anbieten wollten, weil dies im Prinzip jeder machte in Aurich.
Dies passte Rosin nicht, denn er mag anscheinend keine Widerworte. Nachdem er nochmals darauf eingegangen war, wurde die „Diskussion” niveaulos und Rosin redete davon, dass die beiden keine Fischgerichte zubereiten könnten, obwohl sie aus Aurich kämmen und dies nur vertuschen wollten, indem sie etwas Anderes verkaufen wollten.
Er sprach in immer aggressiverem Ton davon, dass sie keine Ahnung hätten, was die Leute wollten und sich „endlich aus der Komfortzone” herauskommen müssten.
Er attackierte sie hart und ließ keine Gegenargumente zu, indem er den beiden das Wort abschnitt und sie beleidigte, was er als „positive Kritik” verkaufte. Die Inhaber waren beleidigt und wütend, was man deutlich sehen konnte.
In diesem Moment überlegte ich, ob ich den Fernseher vom Tisch treten oder umschalten sollte.
Ich entschied mich fürs Umschalten.
„Rosins Restaurants” habe ich schon einige Male in unregelmäßigen Abständen geschaut.
Rosin will Reststrandinhabern und ‑betreibern aus einer Notlage helfen und neue Perspektiven zeigen.
Was er allerdings macht, hat nichts damit zu tun. Er oktroyiert den Hilfesuchenden seine eigene Minung und tarnt dies als „kulinarisache Neuausrichtung”.
Er denkt sich nämlich etwas aus. Dann bekommen die Hilfesuchenden die „Hausaufgaben”, eine neue Karte mit möglichst neuen Gerichten zusammenzustellen.
Am nächsten Tag – wobei „nächster Tag” relativ ist – schaut er sie sich an und schimpft, dass dies nicht das richtige sei und ‚man wohl bei „sowas” nicht von einer „kulinarischen Idee” sprechen könne.
Die Meinungen der Hilfesuchenden interessieren nicht.
Der Inneneinrichter, der zu Rosins Team gehört, schließt sich auch nicht mit den Hilfesuchenden kurz, sondern agiert genauso wie Rosin. Er tut das, was er für richtig hält. Ob es den Hilfesuchenden gefällt,. spielt keine Rolle. Es wird getan, was er meint.
Das Design des neuen Aushängeschilds des Restaurants wird auch nicht besprochen, sondern man präsentiert es als Überraschung. Manchmal kann man sehen, wie die Leute darauf negativ reagieren.
Die Serie „Rosins Restaurants” hält ironischerweise genau das, was der Name verspricht.
Rosin gestaltet die Restaurants so, wie er meint.
Es entstehen „Rosins Restaurants”.

Sich impfen lassen, sich beim Impfen vordrängeln, beim Impfen abgewiesen werden und Vorteilsnahme alias Vetternwirtschaft sind momentan in aller Munde.
In der Region Aachen gibt es ein Impfzentrum, das unabhängig Termine vergab, doch da lief nicht alles in geregelten Bahnen.
Eine Frau Anfang sechzig pflegt einen alten dementen Mann.
Sie besorgte sich alle Bescheinigungen, die sie brauchte und machte einen Impftermin klar.
Eigentlich sollte nichts mehr schiefgehen, da die Frau in der Priorisierungsliste stand.
Beim Impfzentrum kontrollierte man alle Dokumente.
Man fand jedoch, keine Verfügung des dementen Herren, in dem stand, dass die Frau ihn pflege.
Von der Krankenkasse hatte die Frau die Bescheinigung bekommen, dass sie ihn pflege.
Man wies die Frau als nicht impfberechtigt zurück und gab ihr mit auf den Weg, dass andere nötiger als sie eine Impfung bräuchten als sie, da es auch Leute gäbe, die kranker wären als sie.
Dies nahm man dann zum Anlass einer Beschwerde.
Korrespondenzen gingen an die Oberbürgermeisterin von Aachen, an das Gesundheitsamt und an das zuständige Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalens.
Bevor die Beschwerden herausgingen, wurde mehrmals geprüft, ob die Patientin wirklich alles notwendigen Unterlagen dabei gehabt hatte und ob sie auch in die Priorisierungsgruppe fiel. Das war korrekt gewesen.
Nun nahm alles seinen Lauf.
Eine E‑Mail des Impfzentrums ging ein, in der sich entschuldigt wurde. Darin wurde aufgefordert, man möge sich bitte telefonisch melden.
Bei dem Telefonat wurde sich mehrmals entschuldigt.
Dann wurde die Frau aufgefordert, direkt zu kommen.
So kam die Frau zu ihrer Impfung.
Seltsam mutet an, dass das oben genannte Impfzentrum nicht mehr selbstständig Temine vergeben darf.

Das Bild dort oben ist ein Selfie, zumindest meinen das viele Leute. Sie haben dabei vergessen, dass die Handys eine Kamera auf der Vorderseite haben. Sie posieren vor dem Spiegel und fotografieren sich mit dem Handy in der Hand. Das soll „super cool” sein.
Die Rede ist hier, wie man sich vorstellen kann, von Selbstdarstellern und sogenannten „Influencern” in sozialen Online-Netzwerken.
Diese „Spezies” ist besonders penetrant und zudem sehr aktiv.
Sie sind auch der Meinung, dass sie die Superstars sind und eigentlich das Sagen haben, vor allem was Trends, Mode und so weiter angeht.
Soziale Themen inklusive Politik interessiert sie nicht. Es zählt nur die Selbstdarstellung und die eventuell damit verbundene Kommerzialisierung, auch des eigenen Egos. Das Handy mit der Vorderseite auf den Fußboden stellen und dann mit der Vorderseitenkamera Videos mit Aufnahmeverzögerung aufnehmen, aus der Froschperspektive ist bei ihnen auch sehr wichtig.
Dass Videos in Hochformat den Regeln widersprechen, ist ihnen egal.
Hauptsache, sie posten – veröffentlichen – irgendetwas.
Auch viele, die sich als gewiefte Profis und Alleskönner darstellen, haben nicht mal den Unterschied zwischen Hochkant- und Querformatbildern verstanden. Es wird geknipst und nicht fotografiert.
Es zählt nur, was man selbst empfindet und Regeln sind in deren Augen etwas für „Verlierer”.
Zudem kommt, dass sie in überheblicher Weise von sich überzeugt sind und sich auch als Vorbilder für andere sehen.
Dabei vergessen sie aber, dass das Sammeln von „Likes” und „Followern” nur ein kleiner Teil ist, was die sozialen Online-Netzwerke ausmachen.
Sie sonnen sich in der vereinfachten Online-Welt und kommen außerhalb – in der realen Welt – kaum klar.
Sie übertragen ihre „Erfahrungen” aus der Online-Welt in die reale und kommen nicht damit klar.
Man bekommt eben nicht nur Lob, wenn man in der realen Welt an einem Tisch sitzt und Eis isst.
In der Online-Welt bekommt man Lob oder zumindest geheucheltes Lob, wenn man das Foto eines Eisbechers postet, in der realen Welt hebt niemand den Daumen, wenn man dort sitzt und jemand kommt vorbei.
Die Überheblichkeit, ein Online-Superstar zu sein, ufert darin aus, dass man nicht mit Kritik umgehen kann und sich Dramen abspielen.
„Das ist so niederträchtig, was mir die Leute schreiben”, berichtete eine sogenannte „Influencerin”, „Hier steht: ‚Du gefällst mir nicht und für mich siehst Du auch nicht schön aus, wie manche meinen.’ Das ist so eine niederträchtige Beleidigung.„
Wo dies eine „niederträchtige Beleidigung” ist, wurde erst klar, nach dem sie in die Lobeswelle eintauchte und sich wieder über diese „krass” freute.
Aber sie beantworte alle „persönlichen Nachrichten” oder E‑Mails, wie sie weitererzählt, alleine schon aus Höflichkeit.
Sie rechtfertigt, dass andere sie loben und sie hübsch finden und das sagt sie auch den „niederträchtigen Beleidigern”, um in ihrer Sprach-Welt zu bleiben. Wenn die Mehrheit das sagt, gilt es eben für alle und das ist schließlich Balsam für ihre Seele.
Sie sagte auch, dass es besser wäre, dass solche „niederträchtigen Beleidigungen” direkt gelöscht werden sollen, schließlich gebe es ja „diesen Paragrafen gegen Hate-Postings”.
Was die Intention der vielen selbsternannten „Superstars” ist, muss sich einem nicht eröffnen.
Manche nutzen ihre Online-Präsenz, um Werbeverträge an Land zu ziehen und preisen dann Produkte an. Für die Werbewirtschaft eine gelungene Sache, denn so kommen sie indirekt in die Schulen hinein. Werbung in der Nähe von Schule und innerhalb dieser ist nämlich verboten.
Wenn aber eine Klassenkameradin ihre neue Shoppingtour mit Bildern und Videos posten, schauen dies die Klassenkameraden und kaufen etwas ein, um nicht „out” zu sein.
Das Modediktat funktioniert so in zweifacher Hinsicht. Was die „Influencerin” als „in” bezeichnet, muss man aus dem Herden- und Mitschwimmertrieb mitmachen und zweitens fühlt sich die „Influencerin” bestätigt, weil andere das Gleiche kaufen wie sie.
Die Werbetreibenden machen so gute Einnahmen.
Die Welt der „Influencer” und „Superstars” funkioniert.
Allerdings nur in eigenen Gesetzen, wobei Gesetze und Regeln ansonsten als „No Go” gelten.