Immer wieder kursieren seltsame Nachrichten in den sozialen Onlinenetzwerken, in denen die Urheber behaupten, dass das Immunsystem mit mRNA-Impfstoffen „umprogrammiert” und dies zu schlimmen Langzeitschäden führen würde.

Es eine Vermutung aufgestellt, dass diese Art von Impfstoffen mehr anrichten könne, als sie angeblich helfen würden. Auch wird die Hypothese in den Raum gestellt, dass die Sterblichkeit von Geimpften höher sei.

Die Sache mit den „Langzeitfolgen” ist eine Sache für sich. Wie lange sollte man warten, bis man Langzeitfolgen ausschließen oder beweisen kann? Zudem ist nicht definiert, ob und wie diese sich auswirken und vor allem, was sie bewirken können.
„Langzeitfolgen” kommen meistens erst nach zwanzig, dreißig Jahren zum Vorschein, wenn überhaupt.
Theoretisch dürfte man neue Medikamente, wie zum Beispiel Kopfschmerztabletten die ersten Jahren nicht nehmen, weil man ja erst die „Langzeitfolgen” abwarten müsste.

Die Sache mit der sogenannten „Umprogrammierung” oder „Reprogrammierung” des Immunsystems ist übrigens nicht so weit hergeholt.

Das Immunsystem erkennt Fremdkörper (Bakterien, Viren, Krankheitskeime) und agiert dagegen, stellenweise mit Fieber. Dies ist das „angeborene” Immunsystem.
Das „erworbene” Immunsystem entsteht dadurch, dass man zum Beispiel geimpft ist oder eine Krankheit durchgemacht hat, wogegen es Antikörper und ähnliches gebildet hat.
Das „erworbene” wird also permanent erweitert und die Beständigkeit gegen „Gefahren” wird immer besser.
Man könnte dieses Erweitern im weitesten Sinne als „Umprogrammierung” bezeichnen, oder wenn man bei der Analogie im Computerbereich bleibt, als „Update” oder (System-)Aktualisierung.
Man könnte auch sagen, dass das „erworbene Immunsystem” eine Spezialisierung und Verbesserung des „angeborenem” ist.

„Umprogrammierung” oder „Reprogrammierung” haben eher den Anschein, dass etwas, was schon da ist, geändert wird. Es hat eher den Anschein, dass nicht ein „Update” gemacht wurde, sondern, dass Funktionen sich geändert haben oder alte durch geänderte neue ersetzt wurden.

Dies ist beim Immunsystem nicht der Fall, denn dieses wird aktualisiert.
Angenommen jemand hat eine schwere Influenza durchgemacht und ist jetzt immun dagegen. Das Immunsystem hat diese Information nun gespeichert und weiß, wie es mit dieser Krankheit umgehen muss.
Wenn diese Person nun einen Impfstoff gegen neue Varianten der Influenza bekommt, weiß das Immunsystem, wie es damit umgehen muss. Es hat also eine Aktualisierung bekommen, also ein „Update”.

Da „Umprogrammierung” und „Reprogrammierung” sich negativ anhören, benutzen Covidioten und Impfgegner diese Begriffe, um Stimmung gegen das Impfen zu machen.

Es gibt Studien, die Kurzzeitfolgen von Impfstoffen untersuchen. Diese haben nicht entdeckt, dass diese Auftreten.
In denen geht es nicht um Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Übelkeit, sondern um die Veränderungen der Zellen, die zum Immunsystem gehören.

In bekannten Studien wird geschaut, ob sich Zytokine (bestimmte Entzündungsbotenstoffe) vermehrt bilden, wenn Personen geimpft wurden. Die Menge der Zytokine variiert, je nachdem, wie Erreger weiße Blutkörperchen befallen und zu manipulieren versuchen. Die Studien haben aber keine Auffälligkeiten ergeben.

Auch Anomalien, die auf „Langzeitfolgen” hinweisen können, wurden nicht gefunden.

Die Behauptung, dass das Immunsystem und dadurch der ganze Organismus durch Impfungen mit mRNA-Impfstoffe Schaden nehmen können, ist also falsifiziert worden. 

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