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Michael Ballweg, ursprünglich ein Unterstützer der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer zentralen Figur der sogenannten „Querdenker”-Bewegung und wurde schließlich als Verschwörungstheoretiker bekannt.
Seine Geschichte ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie sich persönliche Überzeugungen und gesellschaftliche Dynamiken in Krisenzeiten verändern können.
Zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 unterstützte Michael Ballweg, ein IT-Unternehmer aus Stuttgart, wie viele andere Bürger auch, die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.
Er erkannte die Notwendigkeit von Maßnahmen wie Lockdowns und Maskenpflicht, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen.
In dieser frühen Phase der Pandemie herrschte in weiten Teilen der Gesellschaft ein Konsens über die Dringlichkeit der Situation und die Notwendigkeit schnellen Handelns.
Mit der Zeit begann Ballweg jedoch, die Maßnahmen zunehmend kritisch zu hinterfragen.
Er äußerte Bedenken hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit und der Auswirkungen auf die Grundrechte der Bürger.
Diese wachsende Skepsis war nicht nur bei ihm zu beobachten, sondern spiegelte eine breitere gesellschaftliche Debatte wider, die sich mit der Dauer der Pandemie intensivierte.
Fragen nach der Angemessenheit der Einschränkungen, deren wirtschaftlichen und sozialen Folgen sowie der wissenschaftlichen Grundlage für politische Entscheidungen wurden lauter.
Er traf sich mit vielen Verschwörungstheoretikern und Realitätsverweigerern wie Ken Jebsen, Sucharit Bhakdi und vielen mehr, von denen er sich bedingt durch Manipulation den Floh ins Ohr setzen ließ, die staatlichen Maßnahmen wären völlig überzogen und das Coronavirus verursache nur eine „harmlose Erkältung”.
So kam er auch zu seiner angeblich eigenen Überzeugung, dass das Tragen von Schutzmasken nicht bringe.
Diese Skepsis führte Ballweg schließlich dazu, im April 2020 die sogenannte „Querdenken”-Bewegung zu gründen, die sich gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung richtete.
Was als lokale Initiative in Stuttgart begann, entwickelte sich rasch zu einer bundesweiten Bewegung.
Ballweg nutzte seine Fähigkeiten als Unternehmer und seine wachsende Bekanntheit, um die Bewegung zu organisieren und zu vermarkten.
Die sogenannte „Querdenken”-Bewegung gewann schnell an Zulauf und organisierte zahlreiche Demonstrationen in verschiedenen deutschen Städten.
Von kleinen Kundgebungen in Stuttgart wuchs die „Bewegung” zu Großdemonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern in Berlin und anderen Metropolen.
Ballweg wurde zu einem prominenten Gesicht der „Bewegung”, die sich gegen die „Einschränkungen der persönlichen Freiheit” und die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen aussprach.
Die „Bewegung” zog eine breite Anhängerschaft an, darunter auch Menschen mit unterschiedlichen politischen Hintergründen und Motivationen.
Neben besorgten Bürgern, die sich um ihre Grundrechte sorgten, fanden sich auch Impfgegner, Esoteriker und Anhänger verschiedener Verschwörungstheorien in den Reihen der sogenannten „Querdenker”.
Diese heterogene Zusammensetzung führte zu kontroversen Diskussionen in der Öffentlichkeit und in den Medien über die Ziele und die gesellschaftliche Rolle der „Bewegung”.
Im Laufe der Zeit geriet Ballweg zunehmend in die Kritik.
Ihm wurde vorgeworfen, die „Bewegung” für persönliche finanzielle Vorteile zu nutzen.
Kritiker bemängelten die intransparente Struktur der Organisation und die Vermischung von privaten und bewegungsbezogenen Finanzen.
Die wachsende Radikalisierung einiger Teile der Bewegung und die offene Bühne für Verschwörungstheorien bei sogenannten „Querdenken”-Veranstaltungen verstärkten die öffentliche Skepsis gegenüber Ballweg und seiner Organisation.
Die Situation eskalierte im Juli 2022, als Ballweg wegen des Verdachts auf Betrug und Geldwäsche festgenommen wurde.
Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, Spenden in Höhe von über einer Million Euro gesammelt und diese teilweise für private Zwecke verwendet zu haben.
Diese Anschuldigungen waren ein schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit der „Bewegung” und ihres Gründers.
Der Prozess gegen Michael Ballweg begann im Oktober 2024 und markierte einen weiteren Wendepunkt in seiner öffentlichen Wahrnehmung.
Er muss sich wegen versuchten Betrugs in 9450 Fällen vor Gericht verantworten.
Die Anklage wirft ihm vor, seine Unterstützer über die Verwendung der gesammelten Gelder getäuscht zu haben.
Die schiere Anzahl der Fälle und die Höhe der mutmaßlich veruntreuten Summen sorgten für großes mediales Interesse und intensive öffentliche Diskussionen.
Ballweg selbst bestreitet die Vorwürfe vehement und sieht sich als Opfer einer „politischen Verfolgung”.
Er argumentiert, dass die Ermittlungen und der Prozess gegen ihn ein Versuch seien, die sogenannte „Querdenken”-Bewegung zu diskreditieren und kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.
Diese Darstellung findet bei seinen verbliebenen Anhängern Anklang, während Kritiker darin eine typische Verteidigungsstrategie von Verschwörungstheoretikern sehen.
Michael Ballwegs Wandel vom Unterstützer der Corona-Maßnahmen zum Gründer der sogenannten „Querdenken”-Bewegung und schließlich zum Angeklagten wegen Betrugs zeigt, wie sich persönliche Überzeugungen und gesellschaftliche Entwicklungen in Zeiten von Krisen verändern können.
Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie schnell sich öffentliche Wahrnehmungen und persönliche Schicksale wandeln können.
Sie wirft Fragen auf über die Rolle von Führungspersönlichkeiten in „Protestbewegungen”, die Verantwortung von Organisatoren gegenüber ihren Anhängern und die Gratwanderung zwischen legitimer Kritik und problematischer Radikalisierung.
Der Fall Ballweg hat auch breitere Diskussionen über den Umgang mit Dissens in Krisenzeiten, die Grenzen der Meinungsfreiheit und die Rolle der Medien in der Berichterstattung über kontroverse Bewegungen angestoßen.
Dieses Anstoßen wurde aber durch die sogenannten „Querdenker” initiiert.
Unabhängig vom Ausgang des Prozesses wird Michael Ballwegs Geschichte wahrscheinlich noch lange als Fallstudie für verknöcherte sogenannte „Querdenker” für die komplexen sozialen und politischen Dynamiken dienen, die während der Corona-Pandemie angeblich zutage traten.
Letztendlich zeigt Ballwegs Werdegang die Vielschichtigkeit menschlicher Motivationen und die unvorhersehbaren Wege, die einzelne Personen in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche einschlagen können.
Seine Geschichte mahnt zur kritischen Reflexion über die Entstehung und Entwicklung von „Protestbewegungen”, die Verantwortung ihrer Anführer und die Notwendigkeit eines ausgewogenen gesellschaftlichen Diskurses, besonders in Krisenzeiten.

Es war eine bewusste Entscheidung, den 7. Dezember 1835 als Ziel unserer (Zeit-)Reise zu wählen.
Mit dem Wissen, wie revolutionär diese Zeit war, wollten wir einen historischen Moment selbst erleben – die erste deutsche Eisenbahnfahrt mit dem „Adler“.
Unsere Mission war klar: Ein Stück Vergangenheit mit eigenen Augen zu sehen und das Gefühl dieser Zeit unmittelbar zu spüren.
Als wir in Nürnberg ankamen, befanden wir uns inmitten einer aufgeregten Menschenmenge.
Die Luft war erfüllt von einem gewissen elektrisierenden Prickeln.
Die Straßen waren gesäumt von neugierigen Bürgern, und ich konnte ihre Aufregung nachvollziehen.
Für sie war dies ein Sprung ins Unbekannte.
In unserer Welt ist die Eisenbahn längst Alltag, doch hier und heute in 1835 war sie eine Sensation.
Vor uns stand die Lokomotive „Adler“, eine Erscheinung, die ich zwar aus Büchern kannte, doch nun zum Leben erwacht vor uns sahen.
Diese Dampflok, mit ihrem wuchtigen Kessel und den mächtigen Rädern, strotzte vor roher Kraft.
Sie war laut, zischend, und der Rauch, der aus ihrem Schornstein quoll, schien uns wie ein Symbol für den beginnenden Fortschritt, doch auch wenn sie für uns vertraut wirkte, war uns klar, dass die Menschen um uns herum sich noch nicht sicher waren, ob diese Maschine ein Triumph der Technik oder eine gefährliche Spielerei war.
Wir wollten diese Fahrt bewusst miterleben, um die Euphorie und die Bedenken der Menschen zu verstehen, die sich in den engen Waggons einfanden.
Als der Zug langsam Fahrt aufnahm, spürten wir, wie die Kraft der Lokomotive die Wagen ruckartig in Bewegung setzte.
Für uns als moderne Reisende war das kaum bemerkenswert, aber die Menschen um uns herum hielten den Atem an.
Sie waren fasziniert und verängstigt zugleich.
Für viele von ihnen war es die erste Erfahrung mit einer solchen Geschwindigkeit, obwohl der „Adler“ gerade einmal 30 Kilometer pro Stunde erreichte.
Die Menschen sahen sich um, tauschten Blicke, als ob sie etwas Unglaubliches erlebten.
Die Strecke zwischen Nürnberg und Fürth betrug nur sechs Kilometer, doch die Landschaft, die draußen an uns vorbeizog, wirkte für die damaligen Fahrgäste fast surreal.
Die Maschine ratterte über die Schienen, und obwohl wir das moderne Reisen gewohnt waren, konnten wir nicht umhin, uns von der Energie dieses Augenblicks mitreißen zu lassen.
Es war der Beginn einer neuen Ära, und wir waren Augenzeugen dieses Wendepunkts.
Für die Menschen von 1835 war dies mehr als nur eine Fahrt.
Es war ein Symbol für Hoffnung und Veränderung, aber auch für die Unsicherheit gegenüber dem Fortschritt.
Einige Menschen sprachen von der Möglichkeit, dass die Geschwindigkeit schädlich für den menschlichen Körper sein könnte.
Andere hatten Angst, dass sie durch die Eisenbahn dem Bösen näherkamen, während wieder andere die unermesslichen Möglichkeiten sahen, die sich durch die Überwindung von Entfernungen eröffneten.
Als wir Fürth erreichten, wurde der Zug mit Jubel empfangen.
Für uns war dies nicht nur ein technisches Wunder, sondern ein kultureller Meilenstein.
Die Menschen sahen in der Eisenbahn eine neue Zukunft, auch wenn sie diese noch nicht vollständig begreifen konnten.
Die Eisenbahn würde ihre Welt verändern – die Wirtschaft, die Gesellschaft und ihre Wahrnehmung von Raum und Zeit.
Diese Fahrt war mehr als nur eine historische Episode für uns, Zeitreisende aus einer relativen Zukunft, in der Züge sich geschmeidig und fast lautlos durch das Land bewegen.
Sie erinnerte uns daran, wie jeder Fortschritt – so selbstverständlich er uns auch erscheinen mag – stets mit Neugier, Angst und Hoffnung verbunden ist.
Wir standen inmitten von Menschen, die am Anfang dieses Wandels standen, und obwohl wir ihre Zukunft kannten, waren wir tief bewegt von ihrem Mut und ihrer Offenheit gegenüber dem Unbekannten.
Wenn wir in unsere Zeit zurückkehren, werden wir diesen Tag in unseren Herzen tragen – als Erinnerung daran, dass auch der größte Fortschritt mit einem ersten mutigen Schritt beginnt.

Michael Ballweg und die Wahrheit über seine IT-Firma
Michael Ballweg, Gründer der sogenannten “Querdenker”-Bewegung, behauptete mehrfach, dass zahlreiche Unternehmen ihre Verträge mit seiner IT-Firma gekündigt hätten, nachdem er die sogenannten „Querdenker” ins Leben gerufen hätte.
Diese Darstellung erweckt den Eindruck, dass seine politischen Aktivitäten der Grund für die Kündigungen waren und er wirtschaftlich benachteiligt wurde.
Eine nähere Betrachtung der Tatsachen zeigt jedoch, dass diese Behauptungen nicht den wahren Gründen entsprechen.
Die eigentlichen Ursachen für die Kündigungen lagen in der mangelhaften Leistung seiner Firma.
Kunden bemängelten zunehmend, dass die von Ballwegs Unternehmen angebotene Software kaum noch Updates erhielt.
Diese Vernachlässigung führte dazu, dass die Software veraltet war und den Bedürfnissen der Kunden nicht mehr entsprach.
Unternehmen sahen sich daher gezwungen, andere Anbieter zu wählen, um ihre Geschäftsprozesse weiterhin sicherzustellen.
Im August 2020 kündigte Ballweg die Schließung der Webseite seiner Firma „Media Access GmbH” an und begründete dies mit „politischen Forderungen” von Großkunden, die ihre Referenzen von der Webseite entfernen lassen wollten.
Er stellte dies als Angriff auf seine Meinungsfreiheit dar.
Recherchen des SWR-Journalisten Kai Laufen ergaben jedoch, dass einige dieser Unternehmen ihre Verträge bereits im Januar 2020 gekündigt hatten, also Monate vor Ballwegs verstärktem „politischen Engagement”.
Der wahre Grund für die Vertragskündigungen lag in der unzureichenden Weiterentwicklung der Software, nicht in „politischen Beweggründen”,
Ballweg verschwieg diese Fakten und stellte die Kündigungen stattdessen als „politisch motivierten Boykott” dar.
Er forderte seine Anhänger auf, den betroffenen Unternehmen „Feedback“ zu geben, was als gezielte Kampagne gegen diese Firmen verstanden wurde.
Tatsächlich aber lagen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seiner IT-Firma in unternehmerischen Versäumnissen, nicht in seinem „politischen Engagement”.
Diese Episode verdeutlicht, dass die wirtschaftlichen Probleme von Ballwegs IT-Firma hausgemacht waren und bereits lange vor seinem „politischen Engagement” existierten.
Sein Versuch, diese Probleme „politisch” zu erklären, lenkt von den tatsächlichen Ursachen ab.
Letztlich zeigt der Fall, dass unternehmerischer Erfolg weniger von „politischen Überzeugungen” als von der Qualität der angebotenen Produkte und Dienstleistungen abhängt.

Die Zensur in der DDR war ein allumfassendes System, das alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfasste. Sie zielte darauf ab, jegliche Informationen und Meinungen zu unterdrücken, die die SED-Führung und das sozialistische System infrage stellen könnten.
Konkrete Beispiele der Zensur:
- Medien:
Die Medien in der DDR waren staatlich kontrolliert und durften nur Informationen verbreiten, die der offiziellen Parteilinie entsprachen. Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen wurden zensiert, und kritische Stimmen wurden unterdrückt. - Literatur:
Bücher und andere Publikationen wurden vor der Veröffentlichung von der Zensurbehörde geprüft. Werke, die als politisch oder ideologisch bedenklich eingestuft wurden, durften nicht veröffentlicht werden. Autoren, die sich nicht an die Vorgaben der Zensur hielten, wurden mit Repressalien rechnen. - Kunst:
Künstlerische Werke wie Gemälde, Skulpturen und Musik wurden ebenfalls zensiert. Werke, die als „formalistisch” oder „dekadent” galten, wurden verboten oder ausgestellt. Künstler, die sich nicht an die Vorgaben der Zensur hielten, wurden mit Berufsverboten oder anderen Repressalien rechnen. - Bildung:
Das Bildungswesen in der DDR war stark ideologisch geprägt. Lehrpläne und Schulbücher wurden von der SED kontrolliert, und kritische Inhalte wurden ausgeschlossen. Schüler und Studenten, die sich nicht an die offizielle Ideologie hielten, wurden mit Disziplinarmaßnahmen oder sogar dem Ausschluss von der Schule oder Universität rechnen. - Wissenschaft:
Die Wissenschaft in der DDR war ebenfalls ideologisch beeinflusst. Forschungsergebnisse, die mit der offiziellen Ideologie nicht in Einklang standen, wurden unterdrückt. Wissenschaftler, die sich nicht an die Vorgaben der SED hielten, wurden mit Repressalien rechnen.
Auswirkungen der Zensur:
Die Zensur in der DDR hatte weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Sie führte zu einer Verarmung der Kultur und des öffentlichen Lebens.
Die Menschen in der DDR waren von Informationen aus dem Ausland abgeschnitten und hatten nur einen begrenzten Zugang zu unzensierten Informationen.
Die Zensur trug auch zur Unterdrückung von Andersdenkenden und zur Aufrechterhaltung des sozialistischen Systems bei.
Sie führte zu einem Klima der Angst und Misstrauen, in dem die Menschen ständig besorgt waren, dass sie beobachtet und denunziert werden könnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Zensur in der DDR war ein repressives System, das alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfasste.
Sie hatte weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft und trug zur Unterdrückung von Andersdenkenden und zur Aufrechterhaltung des sozialistischen Systems bei.
Weitere Beispiele:
- Verbot von westlichen Medien:
Westliche Zeitungen, Zeitschriften und Bücher wurden in der DDR verboten oder stark zensiert. - Verbot von Musik:
Musik, die als politisch oder ideologisch bedenklich eingestuft wurde, wurde in der DDR verboten. - Verfolgung von Künstlern:
Künstler, die sich nicht an die Vorgaben der Zensur hielten, wurden in der DDR verfolgt. - Ausbürgerung von Andersdenkenden:
Andersdenkende wurden in der DDR ausgebürgert.
Hinweis:
Die Zensur in der DDR ist ein wichtiges Thema, um die Geschichte der DDR zu verstehen und die Gefahren von Überwachung und Unterdrückung zu erkennen.

Kürzlich habe ich von einer Frau erzählt, die mit dem E‑Rezept Probleme hatte, obwohl sie im Grunde genommen in meinem Alter ist.
Sie hatte Probleme damit gehabt, zu akzeptieren, dass es keine Rezepte mehr auf Papier gab. Ich hatte ihr angeboten, mit ihr zur Apotheke zu gehen und habe zuerst mein E‑Rezept eingelöst, damit sie sehen konnte, dass alles funktionierte.
Die Frau sträubte sich (innerlich) gegen die Digitalisierung.
Sie bekam ihre Medikamente, beharrte aber darauf zu behaupten, der Arzt hätte sich der „unterlassenen Hilfe“ strafbar gemacht und sie sagte, sie überlege deswegen, zu einem anderen zu gehen.
In einer Diskussion darüber im privaten Kreis fanden viele es amüsant, wie es ablief, als sie in der Apotheke stand und empört dem Apotheker erzählte, der Arzt habe „unterlassene Hilfe” begangen, weil er ihr kein Rezept ausgedruckt habe.
Die Reaktion auf ihre Erzählung war für viele der Inbegriff einer grotesken Situation, die das Missverständnis zwischen der Digitalisierung und der „älteren Generation“ auf den Punkt brachte.
Man lachte über die absurde Vorstellung, dass ein digitaler Vorgang für die Frau so undurchschaubar wirkte, dass sie den Arzt ernsthaft für seine vermeintliche Nachlässigkeit verantwortlich machte.
Nebenbei bemerkt: Die Generation, zu der die Frau und ich gehören, sind nicht der Entwicklung von Computern fern.
Ich habe mir meinen ersten Computer Mitte der 1980-er-Jahre nach meiner Ausbildung vom ersten Lohn gekauft.
In der Diskussion gab es auch kritische Stimmen, die das Ganze weniger lustig fanden.
Sie wiesen auf Probleme hin, die viele Menschen mit dem E‑Rezept haben, und wiederholten immer wieder dieselben Argumente.
Eine der häufigsten Kritikpunkte war, dass die Einführung des E‑Rezepts handwerklich schlecht umgesetzt sei.
Tatsächlich können manche Heilhilfsmittel noch immer nicht per E‑Rezept verordnet werden, und auch Physiotherapie ist über diesen digitalen Weg noch nicht möglich.
Es scheint, als wären wichtige Bestandteile des Gesundheitssystems noch nicht vollständig in die digitale Infrastruktur integriert.
Ein weiteres Argument, das immer wieder auftauchte, betrifft die Gefahr, dass ein per E‑Rezept verordnetes Medikament einfach vergessen werde.
Vor allem für „Senioren”, die nicht (mehr) an die ständige Nutzung von Smartphones oder Computern gewöhnt seien, berge die digitale Verordnung von Medikamenten ein enormes Risiko.
Viele ältere Menschen seien es gewohnt, etwas Handfestes in den Händen zu halten – ein Rezept, das sie zur Apotheke bringen können, als sichtbare Erinnerung.
Die Unsichtbarkeit des digitalen Rezeptes bringe die Gefahr mit sich, dass es im Alltagsstress einfach vergessen werde.
Allerdings verbummeln manche Leute auch das Papier-Rezept, indem sie es in Handtaschen „verbuddeln“ oder in Gedanken irgendwo zu Hause hinlegen, wo sie es nicht direkt sehen, und ebenso vergessen, es einzulösen.
Obwohl diese Kritik durchaus berechtigt sein mag, muss man sich fragen, ob das ständige Miesmachen der neuen Technologie wirklich hilfreich ist.
Die Einführung des E‑Rezepts ist sicherlich noch nicht perfekt, und es gibt zahlreiche Schwachstellen, die ausgebessert werden müssen.
Aber anstatt das gesamte System als eine Katastrophe zu diskreditieren, könnte man sich ebenso auf die Chancen und Verbesserungen konzentrieren, die es langfristig bieten wird.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist kein Schritt zurück, sondern ein notwendiger Schritt in die Zukunft.
Es gibt Hürden und Anpassungsschwierigkeiten, aber jede Innovation braucht Zeit, um sich zu entwickeln und sich etablieren.
Es ist vergleichbar mit der Einführung anderer Technologien in der Vergangenheit: Anfangs mag es schwerfallen, doch nach und nach wird es zur Normalität – und letztlich erleichtert es uns das Leben.
Die Hürden, die vor uns liegen, sind also keine unüberwindbaren Mauern, sondern Hindernisse, die es zu überwinden gilt.
Digitalisierung erfordert Geduld und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.
Wer dies jedoch von vornherein als „Willkommen in Schilda” abtut, übersieht die Möglichkeiten, die eine solche Entwicklung langfristig mit sich bringt.
Statt in die Vergangenheit zu schauen und dem Altbewährten nachzutrauern, sollten wir den Blick nach vorn richten – auch wenn das manchmal bedeutet, dass wir zunächst über ein paar digitale Stolpersteine hinwegsehen müssen.

Es war einer dieser Tage, an dem man sich im Wartezimmer des Arztes fragt, ob die Uhr tatsächlich stillsteht oder ob die Zeit in medizinischen Einrichtungen anders funktioniert.
Nachdem ich aufgerufen wurde und mein Rezept vom Arzt erhalten hatte – nein, natürlich kein altmodisches Papierrezept, sondern ein schickes, zeitgemäßes E‑Rezept – ging es für mich direkt zur Apotheke.
„Einfach Ihre Krankenkassenkarte einlesen lassen“, hatte mein freundlicher Arzt gesagt, als wäre das die einfachste Sache der Welt.
Und ja, es IST die einfachste Sache der Welt.
Aber das sollte ich erst im Laufe dieses Tages noch einmal eindrucksvoll bestätigt bekommen.
Doch bevor ich mich auf den Weg machte, musste ich noch einen Termin am Tresen bestätigen.
Es war genau in diesem Moment, als „sie“ auftauchte – die Frau, die den Ablauf des E‑Rezepts nicht so ganz … nun ja, eigentlich … gar nicht … verstanden hatte.
Sie stand bereits das x‑te Mal vor der Sprechstundenhilfe, die geduldig und mit Engelsgeduld erklärte: „Nein, wir geben keine Rezepte mehr auf Papier heraus, das läuft jetzt alles elektronisch.“
Die Frau nickte. So wie man nickt, wenn man nicht zuhört, sondern in Gedanken bereits den Kuchen fürs Wochenende plant.
Dann wandte sie sich mir zu, mit diesem leicht panischen Ausdruck im Gesicht, der deutlich sagte: „Elektronisch? Komjuter? Hab ich keine Ahnung von!“
Freundlich, wie ich nun mal bin, bot ich ihr an, sie zur Apotheke zu begleiten.
Vielleicht konnte ich helfen, dachte ich mir.
Und vielleicht auch nicht, dachte ich mir wenig später.
In der Apotheke lief es wie am Schnürchen.
Meine Krankenkassenkarte wurde eingelesen, und wie von Zauberhand erschienen auf dem Bildschirm meine verschriebenen Medikamente.
Der Apotheker, gewohnt sachlich, reichte mir die Packungen, als wäre es das Normalste auf der Welt.
Kein Papier, kein Kugelschreiber, kein Durchschlag.
Einfache digitale Magie.
Ich war beeindruckt, aber vor allem froh, dass es schnell ging.
Die Frau neben mir jedoch – sie war weniger beeindruckt und dafür umso mehr verwirrt.
Sie schaute sich den Vorgang an, als hätte ich gerade einen Zaubertrick vorgeführt.
Mit großen Augen und leichtem Kopfschütteln stand sie da.
„Mit Komjutern kenne ich mich nicht aus“, murmelte sie zum Apothekenangestellten, der daraufhin einen freundlich-professionellen Gesichtsausdruck aufsetzte.
Diesen Ausdruck lernt man wohl am ersten Tag der Apothekenlehre, in dem Moment, in dem der Satz fällt: „Haben Sie vielleicht was Homöopathisches für mein Bluthochdruckproblem?“
Die Frau bestand darauf, dass der Arzt ihr kein Rezept ausgestellt habe.
„Er hat sich geweigert“, sagte sie mindestens dreimal und fügte hinzu, dass sie dringend ihre Medikamente brauche, da sie chronisch krank sei.
Sie zählte mehrmals die Medikamente auf.
Der Apotheker, gewohnt souverän, scannte ihre Krankenkassenkarte und – welch Wunder! – da war es, das mysteriöse, unsichtbare Rezept, das sich hartnäckig geweigert hatte, in Papierform zu erscheinen.
„Hier sind Ihre Medikamente“, sagte der Apotheker schließlich, als wäre das alles ganz normal.
Die Frau jedoch schüttelte noch immer den Kopf.
„Das ist doch nicht richtig“, murmelte sie. „Ich verstehe das nicht. Kein Papier. Einfach so. Elektronisch. Komjuter…“
Der Apothekenangestellte lächelte tapfer weiter.
Nachdem die Frau die Medikamente in den Händen hielt, bedankte sie sich überschwänglich.
Nicht etwa bei mir, der heldenhaft die Vermittlerrolle gespielt hatte, sondern bei dem Apotheker.
„Sie haben mir sehr geholfen“, sagte sie, als hätte man ihr soeben die Geheimnisse des Universums offenbart.
Dann folgte der finale Akt dieses kleinen Dramas: „Ich überlege, den Arzt zu wechseln“, sagte sie empört. „Das ist doch unterlassene Hilfeleistung!“
Während ich die Apotheke verließ, überlegte ich, ob ich in Zukunft vielleicht ein Schild um den Hals tragen sollte:
„E‑Rezepte für Anfänger – Beratung kostenlos.“
Aber vielleicht sollte ich den „Komjuter“ auch einfach für mich behalten.

Es ist schon faszinierend, wie viele Menschen heutzutage mit einer Smartwatch am Handgelenk durch die Welt schreiten, während sie fest behaupten, sie ließen sich von diesem technischen Wunderwerk keineswegs kontrollieren.
Schließlich, so betonen sie stets mit Nachdruck, sei die App lediglich ein praktisches Werkzeug, um den Überblick zu behalten, aber keinesfalls eine Autorität, die ihr Leben bestimmt.
Nein, nein, sie lassen sich nicht von einer App vorschreiben, wie sie ihren Tag gestalten sollen!
Sie laufen nur, weil sie Lust darauf haben, völlig unabhängig, ganz nach Gutdünken und Laune.
Es ist dabei reiner Zufall, dass ihre täglichen Spaziergänge häufig auf den Punkt genau die mystische Grenze von 10.000 Schritten erreichen – diese angeblich von Wissenschaftlern festgelegte magische Zahl, die einem angeblich ewige Gesundheit und Fitness verleiht.
Natürlich betonen sie, dass ihnen diese Zahl völlig egal ist.
Sie laufen mit dem Hund, weil sie es gerne tun, und nicht, weil eine App ihnen sagt, wie viele Schritte sie noch zu machen haben.
Und doch, wenn man genauer hinhört, erfährt man beiläufig in fast jedem Gespräch, dass sie heute schon 7.832 Schritte gemacht haben und vielleicht noch ein kurzer Abendspaziergang nötig ist, um die runde 10.000 zu knacken.
Aber das ist, wie gesagt, reiner Zufall und keineswegs eine Verpflichtung.
Sie könnten genauso gut 9.876 Schritte machen und wären damit völlig zufrieden.
Kein Zwang, keine Kontrolle!
Besonders amüsant wird es, wenn sie betonen, dass es ihnen absolut egal sei, ob sie nun 5.000 oder 15.000 Schritte laufen.
Die Zahlen seien schließlich nur das Ergebnis dessen, was sie ohnehin tun würden – ein kleiner Nebeneffekt, nichts weiter.
Dennoch zieht es sie, wie von unsichtbarer Hand geleitet, abends noch einmal auf eine „ganz spontane“ Runde durch die Nachbarschaft, wenn das Ziel von 10.000 Schritten noch nicht erreicht wurde.
Aber nein, das habe natürlich nichts mit der App zu tun!
Sie wollten ohnehin noch einmal raus und den Sonnenuntergang genießen.
Die Schritte?
Ach, das wäre ja bloß eine nette Zusatzinfo.
Und so geht es weiter.
Die Smartwatch am Handgelenk vibriert sanft und informiert sie über die Anzahl der Kilometer, die sie heute zurückgelegt haben.
„Wirklich? Schon 7 Kilometer? Interessant, aber wie gesagt, ich achte da gar nicht so genau drauf.“
Natürlich nicht.
Es ist bloß ein Zufall, dass sie immer ganz genau wissen, wie viele Schritte oder Kilometer sie am Tag gemacht haben und dass sie mit fast schon mathematischer Präzision diese Informationen in jedes zweite Gespräch einfließen lassen.
„Heute Morgen bin ich mit dem Hund herausgegangen, ach, das waren so ungefähr 4.300 Schritte. Aber das ist ja eigentlich unwichtig.“
Und dann diese Momente, wenn sie stolz verkünden, dass sie „ganz ohne Zwang“ ihren Tag gestaltet haben.
„Ach, ich war heute einfach unterwegs, habe mich treiben lassen – und siehe da, am Ende des Tages waren es zufällig 10.023 Schritte. Aber wie gesagt, das spielt für mich überhaupt keine Rolle!“
Natürlich nicht, das wäre ja geradezu absurd.
Schließlich wird jeder Mensch täglich von einem inneren Drang erfasst, abends noch einmal um den Block zu spazieren, ganz unabhängig von der kleinen Zahl auf dem Bildschirm, die einem verrät, dass noch 1.167 Schritte fehlen.
Es bleibt also festzuhalten, dass die Smartwatch-Besitzer keineswegs von ihren Geräten beherrscht werden.
Sie leben frei und ungezwungen, völlig unabhängig von den schleichenden Einflüssen einer App, die nur hin und wieder ein paar nützliche Informationen liefert.
Sie gehen spazieren, weil sie es wollen, nicht weil sie müssen, und wenn sie am Ende des Tages zufällig die 10.000er-Marke überschreiten, dann ist das eben so mit nochmaligem „An-der-frischen-Luft-Spazieren-Gehen”.
Man muss ihnen fast gratulieren zu dieser Disziplin, die es ihnen ermöglicht, ihren Tagesablauf völlig zufällig so zu gestalten, dass er exakt den Empfehlungen der Smartwatch entspricht.
Aber lassen wir uns nichts vormachen:
Das ist natürlich reiner Zufall und hat nichts, aber auch gar nichts mit Kontrolle durch eine App zu tun.

Deutlicher Anstieg bei Genitalumwandlungen in Deutschland
In den letzten Jahren ist in Deutschland ein deutlicher Anstieg bei der Anzahl der Operationen zur Genitalumwandlung zu beobachten.
Dies geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die zeigen, dass im Jahr 2021 insgesamt 2.598 geschlechtsangleichende Eingriffe durchgeführt wurden.
Zum Vergleich: Noch im Jahr 2007 lag die Zahl dieser Operationen bei lediglich 419.
Dieser signifikante Anstieg verdeutlicht eine kontinuierliche Entwicklung, die sich über mehrere Jahre hinweg abgezeichnet hat.
Immer mehr Menschen entscheiden sich für diesen Schritt, was auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen ist.
Eine der Hauptursachen für diesen Anstieg ist die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz und das wachsende Bewusstsein für Transgender-Themen.
In den letzten Jahren hat sich die öffentliche Wahrnehmung von Geschlechtsidentität und geschlechtsangleichenden Maßnahmen grundlegend verändert.
Dies zeigt sich nicht nur in den Medien und der öffentlichen Debatte, sondern auch in politischen und rechtlichen Fortschritten, die den Zugang zu diesen Operationen erleichtern.
Immer mehr Menschen fühlen sich ermutigt, den für sie richtigen Weg zu gehen, um ihre Geschlechtsidentität körperlich anzugleichen, was zweifellos zu der steigenden Zahl von Eingriffen beiträgt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Verbesserung der medizinischen Möglichkeiten.
Die Fortschritte in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie haben dazu geführt, dass die Ergebnisse dieser Eingriffe immer präziser und natürlicher werden.
Die chirurgischen Techniken sind sicherer und die Risiken geringer geworden, was es vielen Menschen leichter macht, sich für eine Operation zu entscheiden.
Hinzu kommt, dass die Nachsorge und die psychologische Unterstützung im Rahmen des Transitionsprozesses zunehmend ausgebaut werden, was den Zugang zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen weiter erleichtert.
Experten sehen in dieser Entwicklung sowohl positive als auch herausfordernde Aspekte.
Auf der einen Seite wird der Anstieg der Operationen als Zeichen einer offeneren, inklusiveren und toleranteren Gesellschaft gewertet.
Menschen haben heute mehr denn je die Freiheit, ihre Geschlechtsidentität selbst zu bestimmen und chirurgisch angleichen zu lassen, was einen großen Fortschritt in Bezug auf die Selbstbestimmung darstellt.
Auf der anderen Seite stellt diese Entwicklung aber auch das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen.
Insbesondere die Bereitstellung von spezialisierten medizinischen Leistungen, die sowohl vor als auch nach der Operation benötigt werden, muss gewährleistet sein. Hierzu gehören auch psychologische Betreuung, Hormonbehandlungen und die langwierige Nachsorge, die häufig über Jahre hinweg nötig ist, um die besten Ergebnisse für die Patienten zu erzielen.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen zudem, dass das Thema Geschlechtsangleichung in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Transgender-Personen haben heute bessere rechtliche Möglichkeiten und Unterstützung als noch vor einigen Jahren, was sicherlich eine Rolle bei der Entscheidung für eine Operation spielt.
Trotzdem bleibt die Frage offen, wie sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen wird.
Es ist durchaus möglich, dass die Zahl der Operationen weiter ansteigen wird, da das Bewusstsein für geschlechtsangleichende Maßnahmen und die Akzeptanz in der Gesellschaft weiter zunehmen.
Gleichzeitig könnten weitere Fortschritte in der medizinischen Forschung und Technologie dazu beitragen, dass diese Eingriffe noch sicherer und effizienter werden.
Es bleibt abzuwarten, welche weiteren gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritte in diesem Bereich zu erwarten sind.
Gesellschaftliche Bewegungen wie die LGBTQ+-Bewegung sowie politische Entscheidungen auf nationaler und internationaler Ebene könnten ebenfalls einen Einfluss darauf haben, wie sich das Thema Geschlechtsangleichung in der Zukunft entwickeln wird.
Auch die Frage nach der Finanzierung solcher Operationen durch das Gesundheitssystem wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen, da nicht nur die Anzahl der Operationen, sondern auch die damit verbundenen Kosten steigen.
Letztlich zeigt der Anstieg der geschlechtsangleichenden Eingriffe, dass sich die gesellschaftlichen Normen in Deutschland in Bezug auf Geschlechtsidentität und Transgender-Personen erheblich weiterentwickeln.

Ein Besuch auf der Job- und Ausbildungsmesse: Ein Abenteuer in Schwarz auf Schwarz
Heute war ich also auf der vielgepriesenen Job- und Ausbildungsmesse in Herrenberg, um über das Getümmel der Zukunftshoffnungen zu berichten.
Eine Erfahrung, die irgendwo zwischen stillem Kaffeekränzchen und einer stillen, schwarzen Theateraufführung stattfand.
Und was für ein Spektakel das war!
An einigen Ständen, wo man von Dynamik und Innovationskraft nur so hätte erschlagen werden sollen, ging es gemütlich zu.
Es schien, als hätten sich einige Firmen nicht für potenzielle Auszubildende gerüstet, sondern für das perfekte Selfie mit Cappuccino in der Hand.
Die wichtigste Frage des Tages für diese Personen war bestimmt: „Wie viele Instagram-Likes bekomme ich für diesen Post?“
Ein weiteres Highlight war die farbliche Gestaltung der Stände – also, für diejenigen, die es lieben, unsichtbare Menschen zu entdecken.
Da gab es einen Stand mit einem schwarzen Hintergrund. Davor standen Mitarbeiter, gekleidet – na klar – in Schwarz!
Es war ein Augenschmaus für jeden Fan von optischen Illusionen.
Du fragst dich, wo die Ansprechpartner sind?
Tja, die Antwort lautet: Sie sind direkt vor dir, wenn du genau hinschaust!
Ein bisschen wie das Computerspiel „Wo ist Walter?“ aus den 1980-er-Jahren, ebenfalls in monochrom.
Wer gesagt hat, dass Kreativität in der Farbwahl überbewertet ist, hat definitiv hier gearbeitet.
Aber kommen wir zum eigentlichen Höhepunkt des Tages.
Und nein, es sind nicht die Unternehmen, die mit ihrer bahnbrechenden Innovationskultur punkten wollten.
Es war eine Gruppe Schüler, die sich auf die Messe verirrt hatte, während ihre Lehrer draußen noch tief in einer pädagogischen Denkpause versunken waren – inklusive Zigarette.
Als die Schüler bereits nach ein paar Minuten wieder aus der Messe herauskamen, entspann sich folgender brillanter Dialog:
Die Lehrerin fragte sichtlich erstaunt: „Was ist denn los? Warum seid ihr schon wieder draußen?“
Eine Schülerin schaute sie mit einem Anflug von Verzweiflung an und wollte wissen: „Was sollen wir denn fragen?“
Die Lehrerin versuchte zu retten, was theoretisch hätte gerettet werden können und antwortete: „Na, du weißt doch, welchen Beruf du lernen möchtest! Frag doch die Firmen, ob sie sowas ausbilden.“
Die Schülerin war völlig unbeeindruckt und erwiderte: „Ach so! Das habe ich nicht gewusst.“
Man muss die Logik hier einfach bewundern.
Warum sollte man im Vorfeld überlegen, was einen interessiert oder gar was man fragen könnte?
Und warum sollte man sich auf einer Messe, die explizit für Berufsinformationen konzipiert ist, überhaupt mit der lästigen Angelegenheit von Fragen befassen?
Schließlich ist der Schritt in die Berufswelt nicht weniger als ein weiterer Level in einem Computerspiel: Man startet ohne Anleitung und hofft, dass irgendwo ein versteckte Code zum Weiterkommen herumliegt.
Nur, dass die Lehrerin diesen Code wohl auch nicht parat hatte – sie war ja draußen beschäftigt.
Es bleibt mir also nur festzuhalten, dass die Messe ein voller Erfolg war.
Für wen genau?
Gute Frage.
Die Lehrer?
Die Schüler?
Die Firmen, die ihren Kaffee genossen haben?
Oder doch die fleißigen Messegestalter, die mit ihren schwarzen Hintergründen für unsichtbare Highlights sorgten?
Vielleicht war es auch ich, der am Ende die größte Erkenntnis mit nach Hause nahm:
Fragen stellen ist völlig überbewertet – besonders auf einer Messe, die darauf aufbaut, Antworten zu geben.

Manchmal sitzt man vor dem Fernseher, kurz vor den Abendnachrichten, und hat das unheimliche Gefühl, man sei auf einen anderen Planeten gebeamt worden.
Da stehen diese Typen in Menschengestalt – ja, sie haben Arme, Beine, und manche tragen sogar Krawatten – und sie sprechen eine Sprache, die entfernt an Deutsch erinnert.
Doch irgendwie wirkt sie, als wäre sie von einer fernen Galaxie direkt ins heimische Wohnzimmer übertragen worden.
„Die Märkte sind nervös“, sagen sie mit ernster Miene.
Aha.
Die Märkte sind also nervös.
Was genau sind das für Märkte?
Sind das Wochenmärkte, auf denen nervöse Tomaten hektisch von einem Stand zum anderen rollen?
Oder ist es der Viehmarkt, auf dem panische Kühe sich gegenseitig die neuesten Kursentwicklungen ins Ohr muhen?
Man weiß es nicht.
Man weiß nur: Die Märkte sind nervös.
Immer.
Offensichtlich leiden sie an chronischem Lampenfieber.
Dann folgt das Wort „Volatilität“, als wäre es die Lösung für alle Probleme.
Es ist erstaunlich, wie oft sogenannte „Börsenanalysten“ dieses Wort verwenden, ohne jemals wirklich zu erklären, was es bedeutet.
Es klingt wichtig.
Es klingt wie die Art von Wort, die man benutzt, um auf einer Cocktailparty Eindruck zu schinden, wenn man sich über den langweiligen Smalltalk hinwegschwindeln will.
„Ja, die Volatilität am Markt, wissen Sie, hat sich in letzter Zeit signifikant erhöht.“
Und zack, schon hat man die Aufmerksamkeit der Runde. Dabei könnte
„Volatilität“ genauso gut ein seltenes tropisches Virus sein, das nur auf den Börsenparketts der Welt wütet.
Überhaupt, diese sogenannten „Analysten“ – man könnte meinen, sie seien hochgebildete Wirtschaftsexperten, aber in Wirklichkeit wirken sie eher wie rückwärtsgewandte Wahrsager.
Sie „analysieren“ nicht wirklich die Zukunft, nein, sie beschäftigen sich hauptsächlich damit, das Geschehene zu deuten, als hätten sie vorher schon alles gewusst.
Natürlich wussten sie, dass der DAX gestern abgestürzt ist – jetzt, wo es passiert ist!
Ihre Aufgabe ist es, uns im Nachhinein zu beruhigen: „Keine Sorge, der Markt hat nur eine Korrektur durchlaufen.“
Ach so, eine Korrektur!
Es war also ein simpler Fehler im System, der nun „korrigiert“ wurde.
Aber Moment mal, wenn der Markt ständig korrigiert werden muss, wer hat ihn dann falsch programmiert?
Wirklich absurd wird es, wenn sie uns die Gründe für die Bewegungen auf den Märkten erklären wollen.
Da heißt es dann, „die Unsicherheiten auf dem chinesischen Baumwollexportmarkt haben die globalen Finanzen ins Wanken gebracht“.
Aha, natürlich!
Die chinesische Baumwolle.
Wie konnte man das übersehen?
Es ist immer etwas Exotisches, Fernes, das die Marktteilnehmer angeblich in Panik versetzt.
Irgendwo, weit weg, fällt eine Baumwollkugel um, und bei uns brechen die Kurse ein.
Man könnte fast meinen, die Börse sei ein riesiges, empfindliches Ökosystem, in dem ein kleiner Flügelschlag eines exotischen Schmetterlings einen finanziellen Tornado auslöst.
Und dann kommt das Beste: die „Tipps“.
Man könnte ja fast meinen, diese „Analysten“ hätten wirklich einen Plan.
„Investieren Sie in Technologieaktien“, raten sie einem. „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.“
Fünf Minuten später kommen die neuesten Zahlen rein und plötzlich ist die Technologiebranche angeblich dem Untergang geweiht.
„Haben wir so nicht kommen sehen, aber es lag auf der Hand“, murmeln sie, während sie hastig in ihren Akten blättern.
Ein besonders herrliches Beispiel für die Kunst der sogenannten „Börsenberatung“ ist die Geschichte des Bauern Heinrich.
Heinrich war ein einfacher Mann, der sein Geld mit dem Verkauf von Eiern und Hühnern verdiente.
Eines Tages traf er auf einen dieser selbst deklarierten „Börsenexperten“, der ihm flüsterte: „Heinrich, der Sommer kommt, und mit ihm die steigende Nachfrage nach exklusivem Hühnchenfleisch. Du musst jetzt unbedingt in teure, edle Hühnerrassen investieren. Die Gourmets werden Schlange stehen! 100 Prozent sicher!“
Heinrich, geblendet von der Aussicht auf Reichtum, tat, was jeder kluge Bauer tun würde: Er setzte sein gesamtes Erspartes ein und kaufte sich diese überteuerten Edel-Hühner.
Eine prächtige neue Scheune ließ er bauen, extra für seine neue, schicke Geflügelherde.
Alles sah gut aus – bis, ja, bis es in der Nacht zum ersten Sommerregen kam.
Ein Unwetter zog auf, und die neue, teure Scheune stellte sich als zu dicht heraus.
Das Wasser strömte von oben herein, und die armen Hühner, die nun weder edel noch lebendig waren, tranken und tranken … und starben.
Verzweifelt stand Heinrich am nächsten Morgen in einer Pfütze aus Wasser vor seinem kostspieligen Hühnerträumen.
Der „Börsenexperte“ kam vorbei, schaute sich das Dilemma an und zuckte nur mit den Schultern.
„Tja“, sagte er mit einem süffisanten Lächeln, „du hättest besser Enten nehmen sollen. Die können schwimmen.“
So ist das eben mit den „Börsenweisheiten“ – im Nachhinein ist man immer klüger.