IT-Themen
Themen rund um Informationstechnologie, Computer, Web etc.

Am 23. Februar diesen Jahres steht die Bundestagswahl an, ein Ereignis, das alle paar Jahre die politische Landschaft in Deutschland prägt.
Ich selbst habe bereits von meinem Recht auf Briefwahl Gebrauch gemacht und meine Stimme abgegeben, doch während ich diesen Schritt hinter mich gebracht habe, beobachte ich mit einer Mischung aus Amüsement und Frustration, wie die Parteien und Politiker versuchen, die Wählerschaft in den digitalen Räumen zu erreichen.
Auf Plattformen wie Facebook, Threads, Instagram und unzähligen anderen (un)sozialen Netzwerken wird derzeit heftig geworben.
Man könnte meinen, dass die Politiker endlich im digitalen Zeitalter angekommen sind.
Und ja, sie sind dort präsent – aber das war’s auch schon.
Mehr als eine bloße Anwesenheit ist es nicht.
Der Online-Wahlkampf bietet zwar theoretisch die Möglichkeit, schnell und effizient mit Wählern in Kontakt zu treten, Statements zu veröffentlichen und Diskussionen zu führen, doch die Realität sieht anders aus.
Wir alle kennen die Wahlplakate, die in diesen Wochen die Straßen säumen.
Sie sind allgegenwärtig und folgen einem fast schon monotonen Muster: ein lächelndes Foto des Kandidaten oder der Kandidatin, der Parteiname, ein prägnanter Slogan und die Aufforderung, diese Partei oder Person zu wählen.
Diese Plakate sind statisch, sie bieten keine Möglichkeit zur Interaktion.
Man kann sie ansehen, aber man kann nicht mit ihnen sprechen.
Doch was ist mit dem Online-Wahlkampf?
Hier könnte man doch erwarten, dass die Politiker die Chance nutzen, um mit den Wählern in einen echten Dialog zu treten.
Schließlich bieten soziale Netzwerke die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Kommentare zu hinterlassen und Diskussionen zu führen, aber auch hier enttäuscht die Realität.
Auf den Profilen und Seiten der Politiker und Parteien tauchen dieselben Slogans auf, die wir von den Plakaten kennen – nur eben in digitaler Form.
Die Plakate wurden einfach ins Internet verlagert, ohne dass sich an der grundlegenden Kommunikationsstrategie etwas geändert hätte.
Zwar gibt es die Möglichkeit, unter Beiträgen zu kommentieren oder Fragen zu stellen, doch die Reaktionen der Politiker oder ihrer Teams sind mehr als dürftig.
Ich selbst habe immer wieder Fragen gestellt, teils sachlich, teils auch provokant, um eine Reaktion hervorzurufen.
Die Antworten sind allerdings spärlich, wenn sie überhaupt kommen.
Und ich bin nicht allein – viele andere Nutzer berichten von ähnlichen Erfahrungen.
Die Politiker sind zwar online präsent, aber sie nutzen die Möglichkeiten der digitalen Welt nicht, um echten Austausch zu schaffen.
Es fühlt sich an, als würde man mit einem Wahlplakat sprechen – und bekanntlich können Plakate nicht antworten.
Vor knapp zehn Jahren hatte ich ein Gespräch mit einem Manager von Facebook, das mich nachhaltig irritiert hat.
Er erzählte mir, dass die deutschen Parteien damals an Facebook herangetreten seien, um Hilfe bei der Einrichtung von Profilen und Seiten zu erhalten.
Facebook habe diesen Wunsch erfüllt und habe die gewünschten Plattformen eingerichtet.
Doch dann passierte – nichts.
Die Politiker warteten darauf, dass Facebook den Online-Wahlkampf für sie übernehmen würde.
Der Facebook-Manager war völlig perplex, da dies weder im Sinne des Unternehmens noch vertraglich vorgesehen war.
Seit diesen „Anfangsjahren“ des digitalen Wahlkampfs hat sich erstaunlich wenig getan.
Die Politiker sind zwar online präsent, aber sie nutzen die Möglichkeiten der digitalen Welt nicht, um echten Dialog zu schaffen.
Stattdessen beschränken sie sich darauf, ihre Botschaften zu verbreiten, ohne auf Rückmeldungen einzugehen.
Es ist, als hätten sie die sozialen Netzwerke lediglich als eine weitere Werbefläche entdeckt, ohne zu verstehen, dass es hier um Interaktion und Austausch geht.
Hin und wieder tauchen zwar aufwändig produzierte Videos oder Wahlwerbespots auf, die professionell wirken und durchaus beeindrucken können, doch auch hier bleibt das Feedback auf Kommentare und Fragen aus.
Es scheint, als ob die Politiker zwar viel Geld in die Produktion von Inhalten investieren, aber nicht bereit sind, die Zeit und Mühe aufzubringen, um mit den Wählern in einen echten Dialog zu treten.
Ein besonders kurioses Erlebnis hatte ich vor einiger Zeit.
Ich sah online ein Bild eines Wahlkampfplakats und fragte in einem Kommentar nach, was der Politiker genau damit aussagen wollte und warum ich ihn wählen sollte.
Die Antwort, die ich erhielt, war mehr als enttäuschend.
Der Politiker oder sein Team antworteten, die Aussage sei klar und bedürfe keiner weiteren Erklärung.
Wenn ich nicht wüsste, warum ich ihn wählen solle, möge ich doch seine Webseite besuchen, da dort alles stünde.
Diese Antwort war nicht nur arrogant, sondern zeigte auch, wie wenig Interesse daran besteht, mit den Wählern in einen echten Austausch zu treten.
Dies ist kein Einzelfall.
Viele Nutzer berichten von ähnlichen Erfahrungen, sei es in den Kommentarspalten sozialer Netzwerke oder sogar per E‑Mail.
Die Politiker scheinen nicht daran interessiert zu sein, Fragen zu beantworten oder auf Kritik einzugehen.
Stattdessen verweisen sie auf ihre Webseiten oder vorgefertigte Statements, die oft keine konkreten Antworten liefern.
Besonders absurd wird es, wenn Politiker über Themen wie „Digitalisierung“ oder „Industrie 4.0“ sprechen.
Viele von ihnen scheinen nicht einmal zu verstehen, wovon sie reden.
Ein besonders eindrückliches Beispiel ist Ursula von der Leyen, die von 2005 bis 2009 als Familienministerin amtierte und für das umstrittene „Zugangserschwerungsgesetz” verantwortlich war.
Dieses Gesetz sollte sogenannte „Internetsperren“ gegen Kinderpornografie einführen, wurde jedoch von vielen als Zensurversuch kritisiert.
In diesem Zusammenhang erhielt von der Leyen den Spitznamen „Zensursula“.
Auf einer diesbezüglichen Pressekonferenz gab sie ein langes Statement zu diesem Thema ab.
Ein Journalist fragte sie daraufhin, welchen Browser sie denn benutze, wenn sie im Internet surfe.
Die Frage war klar und deutlich gestellt, doch von der Leyens Antwort war erschütternd:
„Es tut mir leid, ich weiß nicht, wovon Sie reden.“
Diese Antwort zeigt, wie weit entfernt manche Politiker von der digitalen Realität sind, über die sie zu entscheiden versuchen.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der digitale Wahlkampf in Deutschland noch immer in den Kinderschuhen steckt.
Die Politiker sind zwar online präsent, aber sie nutzen die Möglichkeiten der digitalen Welt nicht, um echten Austausch zu schaffen.
Stattdessen beschränken sie sich darauf, ihre Botschaften zu verbreiten, ohne auf Rückmeldungen einzugehen.
Es ist, als hätten sie die sozialen Netzwerke lediglich als eine weitere Werbefläche entdeckt, ohne zu verstehen, dass es hier um Interaktion und Austausch geht.
Bis sich dies ändert, wird der digitale Wahlkampf weiterhin ein ungenutztes Potenzial bleiben.

In meiner Schulzeit war es üblich, dass man Zeugnisse und andere wichtige Dokumente beglaubigen lassen musste, wenn man sie kopierte und weiterverwendete, beispielsweise für eine Bewerbung um eine Lehrstelle oder einen Studienplatz.
Eine Beglaubigung diente als offizieller Nachweis dafür, dass die Kopie mit dem Original übereinstimmte.
In der Regel wurde dies von Schulen, Notaren oder anderen befugten Stellen vorgenommen.
Für uns war klar, dass ohne eine beglaubigte Kopie nichts ging – sie war quasi das Siegel der Authentizität.
Der Grund für diese Vorsichtsmaßnahme war eindeutig:
Es sollte verhindert werden, dass jemand betrügt und gefälschte Zeugnisse oder Dokumente einreicht.
Die technische Möglichkeit zur Fälschung von Dokumenten war zwar auch damals nicht undenkbar, aber im Vergleich zu heute viel schwieriger und weniger verbreitet.
Man hätte spezielle Geräte oder Werkzeuge gebraucht, um Dokumente so zu manipulieren, dass sie täuschend echt wirken, doch mit der Beglaubigung war man auf der sicheren Seite.
Kein Arbeitgeber, keine Institution hätte eine Bewerbung ohne beglaubigte Kopien akzeptiert.
Heute jedoch sieht das ganz anders aus.
In einer zunehmend digitalisierten Welt sind Beglaubigungen oft nicht mehr nötig.
Die meisten Bewerbungen und formellen Anträge werden ohnehin online eingereicht, und viele Unternehmen verlangen keine beglaubigten Dokumente mehr.
Es reicht oft aus, die eingescannten Kopien der Zeugnisse oder Zertifikate per E‑Mail oder über eine Online-Plattform hochzuladen.
Diese Entwicklung hat sicherlich viele Vorteile. Bewerbungsprozesse sind schneller und einfacher geworden, und es wird eine Menge Papier und Zeit gespart.
Allerdings gibt es auch eine Schattenseite.
Die Möglichkeit zur Fälschung von Dokumenten ist durch moderne Programme und Technologien deutlich größer geworden.
Mit der richtigen Software lassen sich Zeugnisse, Diplome oder Zertifikate relativ leicht manipulieren.
Theoretisch könnte heute jeder mit einem gewissen technischen Wissen und den richtigen Tools täuschend echte Dokumente erstellen, die schwer zu entlarven sind.
In einigen Fällen wird dies durch Wasserzeichen oder spezielle digitale Signaturen verhindert, aber längst nicht überall.
Man könnte meinen, dass der Wegfall der Beglaubigungspflicht das Risiko des Betrugs erhöht hat, doch in der Realität hat sich parallel dazu auch die Technologie zur Überprüfung von Dokumenten weiterentwickelt.
Viele Institutionen, besonders im akademischen Bereich, setzen mittlerweile auf Datenbanken oder elektronische Systeme, um Zeugnisse und Zertifikate direkt zu verifizieren.
Hochschulen und Unternehmen greifen vermehrt auf digitale Plattformen zurück, über die sie die Authentizität von Bewerbungsunterlagen prüfen können.
Die Digitalisierung hat also nicht nur das Risiko des Betrugs erhöht, sondern auch neue Kontrollmechanismen hervorgebracht.
Dennoch bleibt die Frage offen, ob es sinnvoll ist, auf Beglaubigungen gänzlich zu verzichten.
Auch wenn moderne Technologien Möglichkeiten zur Verifizierung bieten, bleibt der persönliche Eindruck, dass früher der Schutz vor Betrug durch eine simple Beglaubigung stärker war.
Ein weit verbreiteter Irrglaube in dieser Entwicklung ist, dass jemand, der bei einer Bewerbung gefälschte Dokumente einreicht, spätestens im Vorstellungsgespräch scheitern würde, weil er sich dort durch widersprüchliche Aussagen selbst entlarven könnte, doch das ist in der Realität oft nicht der Fall.
Wer sich die Mühe macht, ein Zeugnis oder ein Zertifikat zu fälschen, ist in der Regel auch darauf bedacht, seine Geschichte konsequent und glaubwürdig zu präsentieren.
Diese Personen sind sich der Risiken bewusst und bereiten sich entsprechend gut vor, um in keinem Moment Unsicherheiten oder Widersprüche aufkommen zu lassen.
Es wäre naiv zu glauben, dass jemand, der sich durch manipulierte Unterlagen einen Vorteil verschaffen will, im Gespräch plötzlich unvorsichtig wird.
Solche Aspiranten gehen meist strategisch vor, sowohl bei der Fälschung als auch bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch.
Sie wissen genau, welche Fragen potenziell auf sie zukommen könnten, und haben entsprechende Antworten parat, um sich nicht in Widersprüche zu verstricken.
Daher ist es auch nicht die Konfrontation im Gespräch, die einen Betrug entlarvt, sondern in der Regel erst eine gezielte Überprüfung der eingereichten Dokumente.
Dies zeigt deutlich, dass der Verzicht auf Beglaubigungen ein Einfallstor für Betrug öffnen könnte, wenn nicht gleichzeitig wirksame digitale Verifikationssysteme zum Einsatz kommen.
Es reicht nicht aus, sich allein auf das Vorstellungsgespräch oder die Menschenkenntnis der Personalverantwortlichen zu verlassen.
Denn wer betrügen will, ist in der Regel auch gut darin, seine Fassade aufrechtzuerhalten.

In der Ära der sozialen Netzwerke hat das „Liken” von Beiträgen eine zentrale Rolle eingenommen.
Ein einfacher Klick auf den „Gefällt mir“-Button signalisiert Zustimmung, Unterstützung oder Anerkennung.
Doch immer mehr Stimmen werden laut, die hinterfragen, ob dieses Verhalten tatsächlich authentisch ist. Warum liken wir Beiträge, die uns eigentlich nicht gefallen? Und welche Auswirkungen hat diese Praxis auf unsere Online-Interaktionen und die gesellschaftliche Wahrnehmung?
Das Liken von Beiträgen in sozialen Netzwerken ist zu einem automatisierten Reflex geworden. Ein Foto vom letzten Urlaub, ein Update über den neuen Job oder ein Zitat zur Selbsthilfe – all diese Inhalte erhalten oft blitzschnell ein „Gefällt mir“.
Der Grund dafür ist häufig nicht die tatsächliche Zustimmung, sondern vielmehr eine soziale Verpflichtung.
Man likt, um Freundschaften zu pflegen, um keine Konflikte zu provozieren oder um einfach Teil des digitalen Smalltalks zu bleiben.
Diese Praxis führt jedoch zu einer verzerrten Darstellung unserer wahren Meinungen.
Wenn jeder Beitrag, unabhängig von seiner Qualität oder Aussagekraft, geliked wird, entsteht eine künstliche Welt der ständigen Zustimmung.
Diese Verzerrung beeinflusst sowohl die Wahrnehmung des Einzelnen als auch die kollektive Wahrnehmung von Trends und Meinungen.
Beiträge, die durch eine Vielzahl an Likes hervorstechen, werden automatisch als wertvoller oder wichtiger wahrgenommen, selbst wenn sie inhaltlich wenig Substanz bieten.
Ein Umdenken ist notwendig.
Anstatt blindlings jeden Beitrag zu liken, sollten wir den Mut haben, unsere wahren Meinungen zu äußern.
Wenn ein Beitrag uns nicht anspricht oder wir nicht mit ihm übereinstimmen, ist es vollkommen in Ordnung, keinen Like zu vergeben oder eine andere Reaktion darauf anzuklicken.
Diese Ehrlichkeit führt nicht nur zu einer authentischeren Online-Präsenz, sondern fördert auch eine gesündere Diskussionskultur.
Ein ehrlicher Umgang mit dem Liken kann die Qualität der Diskussionen in sozialen Netzwerken erheblich verbessern.
Anstatt einer Kultur der oberflächlichen Zustimmung könnte sich eine Atmosphäre des respektvollen Austauschs etablieren.
Unterschiedliche Meinungen könnten sichtbar und diskutiert werden, was zu einem tieferen Verständnis und einer größeren Vielfalt an Perspektiven führen würde.
Auch die Plattformen selbst haben eine Verantwortung.
Sie könnten die Mechanismen des Likens überdenken und Funktionen einführen, die eine differenziertere Reaktion auf Beiträge ermöglichen.
Anstatt nur „Gefällt mir“ gibt es zwar Optionen wie „Interessant“, „Zustimmung“, „Ablehnung“ oder „Diskussionswürdig“, doch es wird so angeordnet, dass die positiven Reaktionen oben stehen.
Diese Vielfalt an Reaktionen könnte die Qualität und Tiefe der Interaktionen erhöhen.
In einer Zeit, in der soziale Netzwerke einen großen Teil unseres täglichen Lebens ausmachen, ist es wichtiger denn je, authentisch zu bleiben.
Der blinde Reflex des Likens sollte durch eine bewusste und ehrliche Auseinandersetzung mit den Inhalten ersetzt werden.
Nur so können wir eine echte, unverzerrte und respektvolle Diskussionskultur fördern, die dem echten Leben näher kommt.
Ehrlichkeit mag manchmal unbequem sein, doch sie ist der Schlüssel zu echten und wertvollen Online-Beziehungen.
Also, wenn der nächste Beitrag erscheint, denken Sie zweimal nach, bevor Sie auf „Gefällt mir“ klicken – und lassen Sie Ihrer wahren Meinung freien Lauf.

Ach ja, die Magie der modernen Unternehmenskommunikation – wo Logik ein rares Gut ist und Kundenservice oft wie ein schlechter Comedy-Sketch wirkt.
Da ruft man bei seinem Telefonanbieter an, die Stimmung ist sehr gut, schließlich geht’s ja nur um eine simple Frage:
„Könnten Sie mir bitte die Rechnung zuschicken?“
Der Kundendienstmitarbeiter auf der anderen Seite setzt zum Standardsatz an, als hätte man um den goldenen Thron in deren Lobby gebeten:
„Tut mir leid, das geht leider nicht. Für einen Postversand brauchen Sie unser Premium-Postservice-Paket, das wir Ihnen für faire 9,95 € monatlich anbieten können.“
Man braucht einen Moment, um das zu verarbeiten.
Neun-neun-fünf, um Papier in den Briefkasten zu werfen.
Was für eine brillante Geschäftsidee!
Nun gut, man nimmt es sportlich, atmet tief durch und macht das Einzige, was bei solchen Service-Strategien immer hilft:
Kündigung!
Ein kurzes Schreiben über das Online-Formular, ein Klick – und man hat das Kapitel abgeschlossen.
Denkt man zumindest.
Doch zwei Tage später ist eine Überraschung im Briefkasten.
Der erste Gedanke: „Was könnte das sein? Habe ich etwa vergessen, die Kündigung zu bestätigen?“
Allerdings nicht.
Man öffnet das Kuvert und findet: die Kündigungsbestätigung!
Ja, tatsächlich.
Der gleiche Anbieter, der angeblich unfähig ist, Rechnungen per Post zu verschicken, hat es nun doch irgendwie geschafft, eine Kündigungsbestätigung zu senden.
Und das ist erst der Anfang der Papierflut.
Neben der Bestätigung liegt noch eine kleine Broschüre im Umschlag:
„Nur für Sie: Unsere besten Angebote!“
Hier dreht das Kopfkino richtig auf.
Jemand bei diesem Anbieter hat die Ironie in der ganzen Geschichte entweder komplett ignoriert oder beschlossen, dass der Kunde einfach noch nicht überzeugt genug war.
Das Highlight bildet jedoch der beigelegte Rücksendeschein, als ob das Unternehmen eine zweite Chance auf Wiedergutmachung bräuchte – natürlich gratis, da fällt das Papier wie von Zauberhand doch nicht unter den „Premium Postservice”.
Mit einem letzten Flyer – Werbung für den neuesten Tarif, bei dem anscheinend endlich sogar eine Rechnung im Papierformat inklusive ist – schließt man den Briefumschlag, schüttelt ungläubig den Kopf und fragt sich, ob es ein verstecktes Kamerateam gibt.
Wenn sie wirklich so viele Briefe verschicken können, warum dann nicht einfach auch die Rechnung?
Aber das Geheimnis bleibt.

Die Generation X – Ein Portrait der Pioniere der Digitalisierung und der Hüter des echten Wissens
Wir, die Generation X, sind die Kinder der 1960er und 1970er Jahre, die Erwachsene der 1980er und 1990er Jahre, und zugleich die Pioniere des digitalen Zeitalters.
In einer Welt, in der Computertechnik gerade erst die ersten zaghaften Schritte unternahm, wurden wir groß.
Wir sind die erste Generation, die sich durch das Dickicht des digitalen Neulands schlagen musste, die sich mit klobigen Computern, komplizierten Befehlen und oft langsamen, aber faszinierenden Technologien auseinandersetzte – und die dabei ein Verständnis für die Materie entwickelte, das bis heute nachwirkt.
Unsere frühen Erfahrungen mit Computern waren weit entfernt von der mühelosen Zugänglichkeit der heutigen Technik.
Mit dem Aufkommen erschwinglicher Heimcomputer wie dem Commodore 64, den viele von uns sich damals voller Vorfreude anschafften, begann unsere Reise in die Welt der Programmierung und Technologie.
Doch anders als die Generation Z, die heute oft von digitalen Komfortzonen umgeben ist, waren wir darauf angewiesen, uns die Computerkenntnisse selbst zu erarbeiten.
Statt einfacher grafischer Benutzeroberflächen, die heute selbstverständlich sind, arbeitete man damals über Kommandozeilen.
Diese Kommandozeilen verlangten präzise Eingaben und ein tiefes Verständnis für die Struktur des Systems.
Jeder Befehl wurde zum kleinen Abenteuer, und jede neue Zeile Code eröffnete uns neue Möglichkeiten – oft nach stundenlangem Experimentieren und Nachschlagen in Fachbüchern.
Unsere Begeisterung und unser Engagement für die Computertechnik führten uns immer weiter, selbst wenn der Weg steinig war.
In den 1980er und 1990er Jahren kamen die ersten Methoden der Datenfernübertragung auf, die es ermöglichten, über weite Distanzen Informationen zu teilen.
Heute würde man diese primitiven Netzwerke belächeln, doch damals waren sie revolutionär.
Wir lernten, wie man sich vernetzt, wie man Daten austauscht und wie man erste digitale Communities bildet, noch bevor das Internet so selbstverständlich wurde wie heute.
Die frühen Onlinedienste boten uns erste Einblicke in die Möglichkeiten eines vernetzten Lebens und brachten uns näher an die globale Welt.
Und als schließlich das Internet seinen Siegeszug antrat, waren wir längst vorbereitet – wir hatten das Fundament mit aufgebaut.
Die Generation X hat das Handwerk der Digitalisierung von Grund auf gelernt.
Wir haben nicht nur Inhalte konsumiert, sondern die Prozesse und Mechaniken dahinter verstanden.
Viele von uns – so wie ich – haben Studiengänge in Informatik, Soziologie oder Volkswirtschaft belegt und sich eine umfassende und fundierte Bildung erarbeitet, die nicht nur die technische Seite umfasst, sondern auch das soziale und wirtschaftliche Zusammenspiel in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Unser Wissen über Computer, Daten und Netzwerke ist nicht auf Anwendungen und Apps beschränkt, sondern umfasst die Grundlagen, die Prinzipien und die Strukturen, die diese digitale Welt möglich gemacht haben.
Heute sehen wir eine Welt, die von der sogenannten Generation Z dominiert wird – eine Generation, die als „Digital Natives“ aufwuchs und mit Smartphones, Apps und digitalen Dienstleistungen von Kindesbeinen an vertraut ist.
Doch während sie in diese digitale Welt hineingeboren wurden, stellt sich die Frage:
Bedeutet das wirklich, dass sie diese Welt auch verstehen?
Vieles von dem, was als „Digital Native“ gilt, bezieht sich auf die Fähigkeit, mit benutzerfreundlichen Oberflächen umzugehen und auf Informationen zugreifen zu können, aber Wissen ist mehr als nur der Zugang zu Informationen.
Es bedeutet, Informationen sinnvoll zu ordnen, zu verstehen und in einen Kontext zu setzen.
Wir von der Generation X haben das wahre digitale Wissen, denn wir haben gelernt, wie die digitalen Werkzeuge tatsächlich funktionieren.
Uns genügte es nicht, Informationen nur abzurufen – wir haben gelernt, sie zu analysieren, zu hinterfragen und zu nutzen.
Unsere Generation hat das digitale Handwerk von Grund auf gelernt und ist deshalb in der Lage, mit neuen Entwicklungen kompetent und kreativ umzugehen.
Während die Generation Z Informationen aus dem Internet zieht und oft unreflektiert übernimmt, wissen wir, wie wichtig es ist, kritisch zu sein und Zusammenhänge zu verstehen.
Uns prägt eine Erfahrung und ein Wissen, das aus einer Zeit stammt, in der man nicht einfach auf ein Gerät schauen und die Antwort erwarten konnte.
Wir mussten Lösungen finden, Probleme analysieren und oft auch improvisieren.
Diese Erfahrungen haben uns zu den „wahren Digital Natives“ gemacht – nicht durch das bloße Vorhandensein digitaler Tools, sondern durch unser tiefes Verständnis und unseren Pioniergeist.
Heute sind Apps, soziale Medien und digitale Assistenten allgegenwärtig.
Die Generation Z kann vielleicht schneller mit diesen Technologien umgehen, sie versteht sie jedoch nur oberflächlich.
In einer Welt, die ständig von Informationsfluten überschwemmt wird, fehlt vielen der Jüngeren das strukturierte Denken, das kritische Analysieren und die Fähigkeit, Wissen zu hinterfragen und zu kontextualisieren.
Die Informationen, die sie aus dem Netz erhalten, sind oft bruchstückhaft und unstrukturiert.
Sie mögen Zugang zu allem Möglichen haben, doch sie übersehen oft den Wert des systematischen Lernens und des fundierten Wissens, das sich nicht auf schnell zugängliche Informationshäppchen beschränkt.
Wir, die Generation X, dagegen verstehen die Grundlagen des Wissensaufbaus und die Wichtigkeit, Informationen zu organisieren und kritisch zu bewerten.
Das ist das Erbe, das wir der digitalen Welt hinterlassen.
Wir sind nicht nur Benutzer, sondern auch Macher, Denker und Innovatoren.
Die Generation X hat den Computer nicht einfach nur benutzt, sondern mit ihm gelebt, ihn geprägt und weiterentwickelt.
Wir sind in der Lage, sowohl mit der Technik als auch mit den Informationen selbstständig und flexibel umzugehen.
Unsere Generation vereint technisches Verständnis, praktische Erfahrung und einen kritischen Geist, der uns in der digitalen Welt einen einzigartigen Platz einräumt.
Es ist unsere Generation, die die Weichen gestellt hat, die das digitale Fundament schuf und das Wissen, das heute oft als selbstverständlich betrachtet wird, mit aufgebaut hat.
So mag die Generation Z mit digitalen Technologien aufgewachsen sein, doch es ist die Generation X, die die tiefen Wurzeln des Verständnisses, des Könnens und des Wissens hat.
Wir sind keine Generation, die sich auf schnellen Komfort verlässt – wir sind die Generation, die gelernt hat, in die Tiefe zu gehen, durchzuhalten und das große Ganze zu verstehen.
Ein Hoch auf die Generation X, die wahren Meister der Digitalisierung und die Hüter des echten Wissens!

Viele Menschen wollen ja aus Prinzip keinen E‑Book-Reader benutzen.
In einer Diskussion hörte ich eine dumm-dämliche Bemerkung:
„Alt ist, wenn du dich in einer völlig ernst gemeinten Diskussion darüber wiederfindest, welcher E‑Book-Reader am wenigsten weh tut, wenn er dir beim Lesen im Bett aufs Gesicht fällt.“
Dies lässt einen auf den ersten Blick vielleicht schmunzeln, doch hinter dieser humorvollen Anekdote verbirgt sich ein tiefsinnigerer Gedanke, der sowohl den Alterungsprozess als auch unsere Beziehung zu moderner Technik und dem alltäglichen Komfort aufgreift.
Früher saß man vielleicht in einem bequemen Sessel, ein dickes Buch auf dem Schoß, und las stundenlang, versunken in Geschichten und Welten, die durch nichts unterbrochen wurden – außer vielleicht durch das Umblättern der Seiten oder das angenehme Rascheln des Papiers, doch die Welt hat sich verändert, und mit ihr auch unsere Lesegewohnheiten.
Das klassische Buch aus Papier ist vielerorts einem elektronischen Gerät gewichen.
Dem E‑Book-Reader.
Diese Geräte bieten zahlreiche Vorteile.
Sie sind leicht, handlich, bieten Platz für tausende Bücher, und man muss sich keine Sorgen mehr über den knappen Platz im Bücherregal machen.
Sie sind der Inbegriff des modernen Lesens, angepasst an die Bedürfnisse einer Welt, die immer mobiler und digitaler wird.
Aber eben auch an die Bedürfnisse eines Körpers, der sich verändert.
Der eigentliche Kern des Themas „Welcher E‑Book-Reader tut am wenigsten weh, wenn er dir beim Lesen im Bett aufs Gesicht fällt?“ ist eigentlich ein Ausdruck davon, wie sich der Alterungsprozess und Komfortansprüche auf scheinbar banale Alltagsaktivitäten auswirken.
In jungen Jahren denkt man selten über die Folgen nach, wenn man ein Buch – oder in diesem Fall einen E‑Book-Reader – über längere Zeit in der Hand hält, doch mit den Jahren nimmt die Bequemlichkeit eine immer größere Rolle ein, und man beginnt, seine Handlungen zu überdenken und zu optimieren.
Das Lesen im Bett ist ein Paradebeispiel dafür.
Während man in der Jugend vielleicht locker stundenlang ein schweres Buch über dem Kopf halten konnte, merkt man im Laufe der Jahre, dass die Arme schneller müde werden und das Gerät irgendwann einfach herunterfällt.
Dies ist nicht nur unangenehm, sondern in manchen Fällen auch schmerzhaft, besonders wenn der E‑Book-Reader eine harte Kante hat oder ein schwereres Modell ist.
Doch warum überhaupt diese Diskussion?
Warum hat das Gewicht oder die Beschaffenheit eines E‑Book-Readers überhaupt so viel Bedeutung?
Hier zeigt sich, wie sehr unser Leben inzwischen von der Technik durchdrungen ist.
E‑Book-Reader sind heute so selbstverständlich wie damals das Taschenbuch.
Sie sind handlich und praktisch, aber sie bringen eben auch ihre eigenen „technischen“ Probleme mit sich – vor allem, wenn es um Fragen wie Gewicht, Ergonomie und Handhabung geht.
Während früher vielleicht die Position im Bett oder das weiche Kopfkissen das größte Komfortproblem beim Lesen war, dreht sich die Diskussion heute um die ideale Größe und das Gewicht eines Geräts.
Es geht um Dinge wie den Rand, an dem man den Reader bequem halten kann, ohne dass die Finger verkrampfen, oder um die Frage, ob die Bildschirmbeleuchtung die Augen im Dunkeln zu sehr anstrengt.
Und ja, es geht eben auch um den Falltest: Was passiert, wenn man einschläft und das Gerät ins Gesicht rutscht?
Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis, die aus dieser Diskussion hervorgeht, die Fähigkeit, über das eigene Altern zu lachen.
Alt zu werden bedeutet nicht nur, dass der Körper sich verändert – es bedeutet auch, dass man lernt, diese Veränderungen mit einer gewissen Leichtigkeit und Selbstironie zu betrachten.
Wenn wir uns ernsthaft über den „weniger schmerzhaften“ E‑Book-Reader unterhalten, dann ist das weniger ein Zeichen für Schwäche, als vielmehr ein Ausdruck dafür, dass wir die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags mit Humor und Gelassenheit nehmen.
Das Lachen über die eigenen Schwächen und Macken gehört zum Älterwerden dazu.
Es zeigt, dass man sich selbst nicht allzu ernst nimmt, dass man gelernt hat, die Unvollkommenheiten des Lebens zu akzeptieren und sich an den kleinen Dingen zu erfreuen – selbst, wenn es nur die Erleichterung ist, dass der E‑Book-Reader, der auf dein Gesicht fällt, wenigstens nicht so schwer oder so kantig ist.
Was jedoch nicht übersehen werden sollte, ist der tiefergehende Wunsch nach Komfort, der mit dem Alter immer stärker wird.
Während in der Jugend oft Abenteuerlust und die Bereitschaft zu Kompromissen vorherrschen, gewinnt mit den Jahren die Bequemlichkeit zunehmend an Bedeutung.
Dies zeigt sich nicht nur in der Wahl des E‑Book-Readers, sondern in vielen Bereichen des Lebens – sei es der Kauf von ergonomischen Möbeln, die Entscheidung für bequemere Kleidung oder eben die Anpassung von Gewohnheiten, um das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.
Diese Diskussion ist daher auch ein Symbol dafür, wie das Alter die Prioritäten verschiebt.
Was früher vielleicht als Nebensächlichkeit abgetan wurde, wird im Laufe der Zeit zu einem zentralen Punkt. Komfort wird zum Schlüssel für Lebensqualität, und die Auswahl des richtigen E‑Book-Readers – der leicht genug ist, um nicht unangenehm zu werden – ist ein Ausdruck dieser veränderten Perspektive.
In der humorvollen Anekdote über den E‑Book-Reader, der auf das Gesicht fällt, steckt mehr Wahrheit, als es auf den ersten Blick scheint.
Sie ist ein Sinnbild für das Älterwerden und für die kleinen Anpassungen, die man im Laufe des Lebens vornehmen muss, um den Alltag so angenehm wie möglich zu gestalten.
Dabei spielt nicht nur die Technik eine Rolle, sondern auch der Umgang mit den eigenen körperlichen Veränderungen und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen.
Letztlich geht es darum, dass wir lernen, mit den Herausforderungen des Alterns umzugehen, ohne unsere Lebensfreude zu verlieren.
Egal, ob wir uns über ergonomische Sofas unterhalten, über die beste Matratze für unseren Rücken diskutieren oder eben den leichtesten E‑Book-Reader wählen – es sind diese kleinen Entscheidungen, die unser Leben ein Stück weit einfacher und angenehmer machen.
Und vielleicht ist genau das der wahre Kern des Alterns: die Fähigkeit, die Dinge mit einem Augenzwinkern zu betrachten und dabei trotzdem das Beste für sich herauszuholen.

Michael Ballweg und die Wahrheit über seine IT-Firma
Michael Ballweg, Gründer der sogenannten “Querdenker”-Bewegung, behauptete mehrfach, dass zahlreiche Unternehmen ihre Verträge mit seiner IT-Firma gekündigt hätten, nachdem er die sogenannten „Querdenker” ins Leben gerufen hätte.
Diese Darstellung erweckt den Eindruck, dass seine politischen Aktivitäten der Grund für die Kündigungen waren und er wirtschaftlich benachteiligt wurde.
Eine nähere Betrachtung der Tatsachen zeigt jedoch, dass diese Behauptungen nicht den wahren Gründen entsprechen.
Die eigentlichen Ursachen für die Kündigungen lagen in der mangelhaften Leistung seiner Firma.
Kunden bemängelten zunehmend, dass die von Ballwegs Unternehmen angebotene Software kaum noch Updates erhielt.
Diese Vernachlässigung führte dazu, dass die Software veraltet war und den Bedürfnissen der Kunden nicht mehr entsprach.
Unternehmen sahen sich daher gezwungen, andere Anbieter zu wählen, um ihre Geschäftsprozesse weiterhin sicherzustellen.
Im August 2020 kündigte Ballweg die Schließung der Webseite seiner Firma „Media Access GmbH” an und begründete dies mit „politischen Forderungen” von Großkunden, die ihre Referenzen von der Webseite entfernen lassen wollten.
Er stellte dies als Angriff auf seine Meinungsfreiheit dar.
Recherchen des SWR-Journalisten Kai Laufen ergaben jedoch, dass einige dieser Unternehmen ihre Verträge bereits im Januar 2020 gekündigt hatten, also Monate vor Ballwegs verstärktem „politischen Engagement”.
Der wahre Grund für die Vertragskündigungen lag in der unzureichenden Weiterentwicklung der Software, nicht in „politischen Beweggründen”,
Ballweg verschwieg diese Fakten und stellte die Kündigungen stattdessen als „politisch motivierten Boykott” dar.
Er forderte seine Anhänger auf, den betroffenen Unternehmen „Feedback“ zu geben, was als gezielte Kampagne gegen diese Firmen verstanden wurde.
Tatsächlich aber lagen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seiner IT-Firma in unternehmerischen Versäumnissen, nicht in seinem „politischen Engagement”.
Diese Episode verdeutlicht, dass die wirtschaftlichen Probleme von Ballwegs IT-Firma hausgemacht waren und bereits lange vor seinem „politischen Engagement” existierten.
Sein Versuch, diese Probleme „politisch” zu erklären, lenkt von den tatsächlichen Ursachen ab.
Letztlich zeigt der Fall, dass unternehmerischer Erfolg weniger von „politischen Überzeugungen” als von der Qualität der angebotenen Produkte und Dienstleistungen abhängt.

Kürzlich habe ich von einer Frau erzählt, die mit dem E‑Rezept Probleme hatte, obwohl sie im Grunde genommen in meinem Alter ist.
Sie hatte Probleme damit gehabt, zu akzeptieren, dass es keine Rezepte mehr auf Papier gab. Ich hatte ihr angeboten, mit ihr zur Apotheke zu gehen und habe zuerst mein E‑Rezept eingelöst, damit sie sehen konnte, dass alles funktionierte.
Die Frau sträubte sich (innerlich) gegen die Digitalisierung.
Sie bekam ihre Medikamente, beharrte aber darauf zu behaupten, der Arzt hätte sich der „unterlassenen Hilfe“ strafbar gemacht und sie sagte, sie überlege deswegen, zu einem anderen zu gehen.
In einer Diskussion darüber im privaten Kreis fanden viele es amüsant, wie es ablief, als sie in der Apotheke stand und empört dem Apotheker erzählte, der Arzt habe „unterlassene Hilfe” begangen, weil er ihr kein Rezept ausgedruckt habe.
Die Reaktion auf ihre Erzählung war für viele der Inbegriff einer grotesken Situation, die das Missverständnis zwischen der Digitalisierung und der „älteren Generation“ auf den Punkt brachte.
Man lachte über die absurde Vorstellung, dass ein digitaler Vorgang für die Frau so undurchschaubar wirkte, dass sie den Arzt ernsthaft für seine vermeintliche Nachlässigkeit verantwortlich machte.
Nebenbei bemerkt: Die Generation, zu der die Frau und ich gehören, sind nicht der Entwicklung von Computern fern.
Ich habe mir meinen ersten Computer Mitte der 1980-er-Jahre nach meiner Ausbildung vom ersten Lohn gekauft.
In der Diskussion gab es auch kritische Stimmen, die das Ganze weniger lustig fanden.
Sie wiesen auf Probleme hin, die viele Menschen mit dem E‑Rezept haben, und wiederholten immer wieder dieselben Argumente.
Eine der häufigsten Kritikpunkte war, dass die Einführung des E‑Rezepts handwerklich schlecht umgesetzt sei.
Tatsächlich können manche Heilhilfsmittel noch immer nicht per E‑Rezept verordnet werden, und auch Physiotherapie ist über diesen digitalen Weg noch nicht möglich.
Es scheint, als wären wichtige Bestandteile des Gesundheitssystems noch nicht vollständig in die digitale Infrastruktur integriert.
Ein weiteres Argument, das immer wieder auftauchte, betrifft die Gefahr, dass ein per E‑Rezept verordnetes Medikament einfach vergessen werde.
Vor allem für „Senioren”, die nicht (mehr) an die ständige Nutzung von Smartphones oder Computern gewöhnt seien, berge die digitale Verordnung von Medikamenten ein enormes Risiko.
Viele ältere Menschen seien es gewohnt, etwas Handfestes in den Händen zu halten – ein Rezept, das sie zur Apotheke bringen können, als sichtbare Erinnerung.
Die Unsichtbarkeit des digitalen Rezeptes bringe die Gefahr mit sich, dass es im Alltagsstress einfach vergessen werde.
Allerdings verbummeln manche Leute auch das Papier-Rezept, indem sie es in Handtaschen „verbuddeln“ oder in Gedanken irgendwo zu Hause hinlegen, wo sie es nicht direkt sehen, und ebenso vergessen, es einzulösen.
Obwohl diese Kritik durchaus berechtigt sein mag, muss man sich fragen, ob das ständige Miesmachen der neuen Technologie wirklich hilfreich ist.
Die Einführung des E‑Rezepts ist sicherlich noch nicht perfekt, und es gibt zahlreiche Schwachstellen, die ausgebessert werden müssen.
Aber anstatt das gesamte System als eine Katastrophe zu diskreditieren, könnte man sich ebenso auf die Chancen und Verbesserungen konzentrieren, die es langfristig bieten wird.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist kein Schritt zurück, sondern ein notwendiger Schritt in die Zukunft.
Es gibt Hürden und Anpassungsschwierigkeiten, aber jede Innovation braucht Zeit, um sich zu entwickeln und sich etablieren.
Es ist vergleichbar mit der Einführung anderer Technologien in der Vergangenheit: Anfangs mag es schwerfallen, doch nach und nach wird es zur Normalität – und letztlich erleichtert es uns das Leben.
Die Hürden, die vor uns liegen, sind also keine unüberwindbaren Mauern, sondern Hindernisse, die es zu überwinden gilt.
Digitalisierung erfordert Geduld und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.
Wer dies jedoch von vornherein als „Willkommen in Schilda” abtut, übersieht die Möglichkeiten, die eine solche Entwicklung langfristig mit sich bringt.
Statt in die Vergangenheit zu schauen und dem Altbewährten nachzutrauern, sollten wir den Blick nach vorn richten – auch wenn das manchmal bedeutet, dass wir zunächst über ein paar digitale Stolpersteine hinwegsehen müssen.

Es war einer dieser Tage, an dem man sich im Wartezimmer des Arztes fragt, ob die Uhr tatsächlich stillsteht oder ob die Zeit in medizinischen Einrichtungen anders funktioniert.
Nachdem ich aufgerufen wurde und mein Rezept vom Arzt erhalten hatte – nein, natürlich kein altmodisches Papierrezept, sondern ein schickes, zeitgemäßes E‑Rezept – ging es für mich direkt zur Apotheke.
„Einfach Ihre Krankenkassenkarte einlesen lassen“, hatte mein freundlicher Arzt gesagt, als wäre das die einfachste Sache der Welt.
Und ja, es IST die einfachste Sache der Welt.
Aber das sollte ich erst im Laufe dieses Tages noch einmal eindrucksvoll bestätigt bekommen.
Doch bevor ich mich auf den Weg machte, musste ich noch einen Termin am Tresen bestätigen.
Es war genau in diesem Moment, als „sie“ auftauchte – die Frau, die den Ablauf des E‑Rezepts nicht so ganz … nun ja, eigentlich … gar nicht … verstanden hatte.
Sie stand bereits das x‑te Mal vor der Sprechstundenhilfe, die geduldig und mit Engelsgeduld erklärte: „Nein, wir geben keine Rezepte mehr auf Papier heraus, das läuft jetzt alles elektronisch.“
Die Frau nickte. So wie man nickt, wenn man nicht zuhört, sondern in Gedanken bereits den Kuchen fürs Wochenende plant.
Dann wandte sie sich mir zu, mit diesem leicht panischen Ausdruck im Gesicht, der deutlich sagte: „Elektronisch? Komjuter? Hab ich keine Ahnung von!“
Freundlich, wie ich nun mal bin, bot ich ihr an, sie zur Apotheke zu begleiten.
Vielleicht konnte ich helfen, dachte ich mir.
Und vielleicht auch nicht, dachte ich mir wenig später.
In der Apotheke lief es wie am Schnürchen.
Meine Krankenkassenkarte wurde eingelesen, und wie von Zauberhand erschienen auf dem Bildschirm meine verschriebenen Medikamente.
Der Apotheker, gewohnt sachlich, reichte mir die Packungen, als wäre es das Normalste auf der Welt.
Kein Papier, kein Kugelschreiber, kein Durchschlag.
Einfache digitale Magie.
Ich war beeindruckt, aber vor allem froh, dass es schnell ging.
Die Frau neben mir jedoch – sie war weniger beeindruckt und dafür umso mehr verwirrt.
Sie schaute sich den Vorgang an, als hätte ich gerade einen Zaubertrick vorgeführt.
Mit großen Augen und leichtem Kopfschütteln stand sie da.
„Mit Komjutern kenne ich mich nicht aus“, murmelte sie zum Apothekenangestellten, der daraufhin einen freundlich-professionellen Gesichtsausdruck aufsetzte.
Diesen Ausdruck lernt man wohl am ersten Tag der Apothekenlehre, in dem Moment, in dem der Satz fällt: „Haben Sie vielleicht was Homöopathisches für mein Bluthochdruckproblem?“
Die Frau bestand darauf, dass der Arzt ihr kein Rezept ausgestellt habe.
„Er hat sich geweigert“, sagte sie mindestens dreimal und fügte hinzu, dass sie dringend ihre Medikamente brauche, da sie chronisch krank sei.
Sie zählte mehrmals die Medikamente auf.
Der Apotheker, gewohnt souverän, scannte ihre Krankenkassenkarte und – welch Wunder! – da war es, das mysteriöse, unsichtbare Rezept, das sich hartnäckig geweigert hatte, in Papierform zu erscheinen.
„Hier sind Ihre Medikamente“, sagte der Apotheker schließlich, als wäre das alles ganz normal.
Die Frau jedoch schüttelte noch immer den Kopf.
„Das ist doch nicht richtig“, murmelte sie. „Ich verstehe das nicht. Kein Papier. Einfach so. Elektronisch. Komjuter…“
Der Apothekenangestellte lächelte tapfer weiter.
Nachdem die Frau die Medikamente in den Händen hielt, bedankte sie sich überschwänglich.
Nicht etwa bei mir, der heldenhaft die Vermittlerrolle gespielt hatte, sondern bei dem Apotheker.
„Sie haben mir sehr geholfen“, sagte sie, als hätte man ihr soeben die Geheimnisse des Universums offenbart.
Dann folgte der finale Akt dieses kleinen Dramas: „Ich überlege, den Arzt zu wechseln“, sagte sie empört. „Das ist doch unterlassene Hilfeleistung!“
Während ich die Apotheke verließ, überlegte ich, ob ich in Zukunft vielleicht ein Schild um den Hals tragen sollte:
„E‑Rezepte für Anfänger – Beratung kostenlos.“
Aber vielleicht sollte ich den „Komjuter“ auch einfach für mich behalten.

Es ist schon faszinierend, wie viele Menschen heutzutage mit einer Smartwatch am Handgelenk durch die Welt schreiten, während sie fest behaupten, sie ließen sich von diesem technischen Wunderwerk keineswegs kontrollieren.
Schließlich, so betonen sie stets mit Nachdruck, sei die App lediglich ein praktisches Werkzeug, um den Überblick zu behalten, aber keinesfalls eine Autorität, die ihr Leben bestimmt.
Nein, nein, sie lassen sich nicht von einer App vorschreiben, wie sie ihren Tag gestalten sollen!
Sie laufen nur, weil sie Lust darauf haben, völlig unabhängig, ganz nach Gutdünken und Laune.
Es ist dabei reiner Zufall, dass ihre täglichen Spaziergänge häufig auf den Punkt genau die mystische Grenze von 10.000 Schritten erreichen – diese angeblich von Wissenschaftlern festgelegte magische Zahl, die einem angeblich ewige Gesundheit und Fitness verleiht.
Natürlich betonen sie, dass ihnen diese Zahl völlig egal ist.
Sie laufen mit dem Hund, weil sie es gerne tun, und nicht, weil eine App ihnen sagt, wie viele Schritte sie noch zu machen haben.
Und doch, wenn man genauer hinhört, erfährt man beiläufig in fast jedem Gespräch, dass sie heute schon 7.832 Schritte gemacht haben und vielleicht noch ein kurzer Abendspaziergang nötig ist, um die runde 10.000 zu knacken.
Aber das ist, wie gesagt, reiner Zufall und keineswegs eine Verpflichtung.
Sie könnten genauso gut 9.876 Schritte machen und wären damit völlig zufrieden.
Kein Zwang, keine Kontrolle!
Besonders amüsant wird es, wenn sie betonen, dass es ihnen absolut egal sei, ob sie nun 5.000 oder 15.000 Schritte laufen.
Die Zahlen seien schließlich nur das Ergebnis dessen, was sie ohnehin tun würden – ein kleiner Nebeneffekt, nichts weiter.
Dennoch zieht es sie, wie von unsichtbarer Hand geleitet, abends noch einmal auf eine „ganz spontane“ Runde durch die Nachbarschaft, wenn das Ziel von 10.000 Schritten noch nicht erreicht wurde.
Aber nein, das habe natürlich nichts mit der App zu tun!
Sie wollten ohnehin noch einmal raus und den Sonnenuntergang genießen.
Die Schritte?
Ach, das wäre ja bloß eine nette Zusatzinfo.
Und so geht es weiter.
Die Smartwatch am Handgelenk vibriert sanft und informiert sie über die Anzahl der Kilometer, die sie heute zurückgelegt haben.
„Wirklich? Schon 7 Kilometer? Interessant, aber wie gesagt, ich achte da gar nicht so genau drauf.“
Natürlich nicht.
Es ist bloß ein Zufall, dass sie immer ganz genau wissen, wie viele Schritte oder Kilometer sie am Tag gemacht haben und dass sie mit fast schon mathematischer Präzision diese Informationen in jedes zweite Gespräch einfließen lassen.
„Heute Morgen bin ich mit dem Hund herausgegangen, ach, das waren so ungefähr 4.300 Schritte. Aber das ist ja eigentlich unwichtig.“
Und dann diese Momente, wenn sie stolz verkünden, dass sie „ganz ohne Zwang“ ihren Tag gestaltet haben.
„Ach, ich war heute einfach unterwegs, habe mich treiben lassen – und siehe da, am Ende des Tages waren es zufällig 10.023 Schritte. Aber wie gesagt, das spielt für mich überhaupt keine Rolle!“
Natürlich nicht, das wäre ja geradezu absurd.
Schließlich wird jeder Mensch täglich von einem inneren Drang erfasst, abends noch einmal um den Block zu spazieren, ganz unabhängig von der kleinen Zahl auf dem Bildschirm, die einem verrät, dass noch 1.167 Schritte fehlen.
Es bleibt also festzuhalten, dass die Smartwatch-Besitzer keineswegs von ihren Geräten beherrscht werden.
Sie leben frei und ungezwungen, völlig unabhängig von den schleichenden Einflüssen einer App, die nur hin und wieder ein paar nützliche Informationen liefert.
Sie gehen spazieren, weil sie es wollen, nicht weil sie müssen, und wenn sie am Ende des Tages zufällig die 10.000er-Marke überschreiten, dann ist das eben so mit nochmaligem „An-der-frischen-Luft-Spazieren-Gehen”.
Man muss ihnen fast gratulieren zu dieser Disziplin, die es ihnen ermöglicht, ihren Tagesablauf völlig zufällig so zu gestalten, dass er exakt den Empfehlungen der Smartwatch entspricht.
Aber lassen wir uns nichts vormachen:
Das ist natürlich reiner Zufall und hat nichts, aber auch gar nichts mit Kontrolle durch eine App zu tun.