Sindelfingen

Der Deutsche Bauernkrieg und seine Entscheidungsschlacht bei Böblingen/Sindelfingen

Der Deutsche Bauernkrieg von 1525 gilt als eine der entscheidenden sozialen Bewegungen des 16. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Eine der Schlüsselschlachten, die den Verlauf dieses aufständischen Kampfes prägten, fand im Mai 1525 zwischen den Städten Böblingen und Sindelfingen statt. Die Auseinandersetzung, die als Entscheidungsschlacht zwischen den aufständischen Bauern und den Truppen des Schwäbischen Bundes unter der Führung von Georg III. Truchsess von Waldburg in die Geschichte einging, hinterließ einen bleibenden Eindruck auf die politische Landschaft dieser Zeit.

Der Bauernkrieg und die „12 Artikel”

Der Bauernkrieg entfaltete sich vor dem Hintergrund sozialer Ungerechtigkeiten, wirtschaftlicher Ausbeutung und politischer Unterdrückung, denen die bäuerliche Bevölkerung ausgesetzt war. Die Bauern erhoben ihre Stimme gegen feudale Strukturen und forderten in den sogenannten „12 Artikeln” grundlegende Reformen. Diese Forderungen umfassten unter anderem die Abschaffung der Leibeigenschaft, gerechtere Besteuerung, mehr Mitspracherecht für die Bauernschaft und die Freiheit, den eigenen Pfarrer zu wählen.

Die Waffe der Bauern: Die „Fersentrenner”

Die Bauern stellten sich nicht nur verbal gegen ihre Unterdrücker, sondern griffen auch zu Waffen, um ihre Forderungen zu verteidigen. Unter diesen Waffen befanden sich die sogenannten „Fersentrenner”, bäuerliche Arbeitsgeräte wie Sicheln und Sensen, die auf lange Holzstangen geschmiedet wurden. Diese dienten als improvisierte Waffen, mit denen die Bauern versuchten, die Pferde der gegnerischen Truppen zu verletzen, um die Reiter zu entwaffnen und zu entmachten.

Die Entscheidungsschlacht bei Böblingen

Die Schlacht zwischen Bauern und Truppen des Schwäbischen Bundes erreichte ihren Höhepunkt am 12. Mai 1525 bei Böblingen.

Die Bauernarmee, die rund 15.000 Mann stark war, stand den gut organisierten und disziplinierten Truppen des Schwäbischen Bundes gegenüber. Trotz anfänglicher Erfolge der Bauern, insbesondere durch den Einsatz der „Fersentrenner”, zeigte sich die militärische Überlegenheit der professionell geführten Truppen des Schwäbischen Bundes.

Die Bauern erlitten schwere Verluste, und die Zahl der Toten auf ihrer Seite belief sich auf mindestens 3.000 Mann. Im Gegensatz dazu wurden nur etwa 50 Opfer auf Seiten des Schwäbischen Bundes verzeichnet. Dieses Ungleichgewicht in den Opferzahlen markierte das Ende des Bauernaufstands und besiegelte vorerst das Scheitern ihrer Reformbewegung.

Das Erbe des Bauernkriegs

Obwohl der Deutsche Bauernkrieg in Böblingen/Sindelfingen mit einer militärischen Niederlage der Bauern endete, wirkten die Ideen und Forderungen der Bauern über die Jahrhunderte hinweg nach. Die Sehnsucht nach persönlicher Freiheit, politischer Beteiligung und sozialer Gerechtigkeit manifestierte sich in späteren Freiheitsbewegungen und fand schließlich Eingang in demokratische Verfassungen sowie allgemein gültige Menschenrechte. Die Entscheidungsschlacht bei Böblingen/Sindelfingen bleibt somit nicht nur ein wichtiger historischer Moment, sondern auch ein Symbol für den unaufhörlichen Kampf um grundlegende Freiheiten und Rechte.

Der Alptraum im Büro: Eine Geschichte von Frustration und Durchhaltevermögen

Es gibt Erlebnisse im Berufsleben, die man nicht so schnell vergisst – einige wegen ihrer positiven, inspirierenden Natur, andere wegen ihrer lähmenden Frustration und Erschöpfung.

Dieses Erlebnis, das schon einige Jahre her ist, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Ich trat eine Stelle in einer Firma an, die sich auf den ersten Blick als vielversprechend darstellte, doch bald musste ich feststellen, dass hinter der Fassade eine äußerst anstrengende Chefin wartete, deren Führungsstil eher einem Despoten als einer verantwortungsvollen Führungskraft glich.

Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass meine Chefin eine außergewöhnliche Vorstellung davon hatte, wie man Autorität und Respekt durchsetzte.
Statt durchdachter Anweisungen und konstruktiver Kritik entschied sie sich, ihre Stimme als primäres Werkzeug einzusetzen.
Lautes Schreien war ihre bevorzugte Methode, um Anweisungen zu erteilen und ihre Unzufriedenheit auszudrücken.
Dieses Verhalten war nicht nur für mich, sondern auch für meine Kollegen eine ständige Quelle der Anspannung.
Jedes Meeting, jede Diskussion war von einem dröhnenden Ton begleitet, der nicht nur unangenehm, sondern auch völlig unproduktiv war.

Ein weiteres großes Problem war ihre völlige Unfähigkeit zuzuhören.

In einer professionellen Umgebung ist Kommunikation das A und O, doch Gespräche mit ihr waren einseitige Monologe.
Oft begann ich, etwas Wichtiges zu erklären oder eine Frage zu stellen, nur um festzustellen, dass sie bereits geistig abwesend war und kurz darauf den Raum verließ.
Ihre Gedanken schienen ständig woanders zu sein, was jede Interaktion erschwerte und wichtige Entscheidungsprozesse unnötig in die Länge zog.

Als wäre das nicht genug, mischte sie sich permanent in den Unterricht ein.
Unsere Firma bot Schulungen für Erwachsene an, die in der Regel sehr gut ankamen und positive Rückmeldungen erhielten, doch meine Chefin konnte es nicht lassen, sich in diese Prozesse einzumischen.
Ohne Rücksicht auf den laufenden Unterricht platzte sie hinein, gab ungefragte Kommentare ab und störte den Unterrichtsfluss erheblich, in dem sie diesen dominant übernahm und sich auf Kosten von uns Mitarbeiter profilierte.

Sie schien der festen Überzeugung zu sein, dass niemand außer ihr selbst fähig war, etwas beizutragen oder zu entscheiden.
Ihr Verhalten entmutigte nicht nur die Teilnehmer, sondern untergrub auch das Vertrauen der Mitarbeiter in ihre eigenen Fähigkeiten und unterwanderte zu dem das Verhältnis zwischen uns Dozenten und den Teilnehmern.

Das Schlimmste war jedoch ihre narzisstische Selbstüberschätzung.

Sie unterstellte uns, den Mitarbeitern, ständig Unfähigkeit und Inkompetenz.

Ihre Kritik war nie konstruktiv, sondern immer destruktiv und abwertend.
Gleichzeitig prahlte sie unentwegt mit ihren eigenen vermeintlichen Leistungen und Fähigkeiten, die sie aber nie erbrachte, sondern sie profilierte sich mit den Erfolgen der anderen.

Diese Diskrepanz zwischen ihren Worten und den tatsächlichen Ergebnissen war für alle offensichtlich, aber Kritik oder Verbesserungsvorschläge wurden nicht geduldet.
Viele Mitarbeiter kuschten einfach unter ihrer verbalen Knute.

Ich hielt diesem toxischen Arbeitsumfeld eine Weile stand, doch irgendwann wurde es unerträglich.

Der Höhepunkt kam, als sie aus einer Laune heraus beschloss, mich zu kündigen.

Der Grund?

Ich hatte mich geweigert, ein alphabetisches Register aus einem Aktenordner zu entfernen – eine Aufgabe, die völlig sinnlos erschien und keinerlei Mehrwert bot.
Ich hatte dieses Register in einen völlig verwahrlosten Aktenordner eingelegt und hatte die Akten sortiert, was ihr nicht passte.

Zusätzlich weigerte ich mich, abends nach Feierabend das Telefon abzunehmen, da ich sonst nie zur Ruhe kam. 

Diese Entscheidungen führten zu meiner plötzlichen Kündigung.

Dieses Erlebnis war eine schwere Belastungsprobe, doch es lehrte mich auch wertvolle Lektionen über Durchhaltevermögen und Selbstachtung.

Ich erkannte, wie wichtig es ist, in einem respektvollen und konstruktiven Umfeld zu arbeiten und wie schädlich toxische Führungskräfte sein können.

Trotz der schwierigen Zeit bin ich dankbar für die Erfahrungen, die mich stärker und widerstandsfähiger gemacht haben.

Solche Herausforderungen sind es, die uns wachsen lassen – selbst wenn der Preis hoch ist.

Dies Erlebte hatte auch einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie ich meine Teamfähigkeit und mein soziales Verhalten anderen gegenüber verbesserte.

Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD begab sich heute auf eine bedeutende Reise in den Landkreis Böblingen, um verschiedene Einrichtungen zu besuchen und mit der Bevölkerung in einen Dialog zu treten. 

Seine erste Station führte ihn an die Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen, einer renommierten Kreisberufsschule. Dort wurde er von engagierten Schülerinnen und Schülern empfangen, die stolz ihre Projekte rund um das Thema Europa präsentierten.
Diese Präsentation diente als Plattform für einen intensiven Austausch, bei dem die Jugendlichen dem Bundeskanzler Fragen stellten und ihre Perspektiven zu verschiedenen Themen darlegten.

Die Diskussion erweiterte sich zudem auf brisante Themen wie die Lieferung von Waffensystemen an die Ukraine. In diesem Zusammenhang bekräftigte Kanzler Scholz seine bereits getroffene Entscheidung, keine Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine zu liefern.
Diese klare Positionierung spiegelte sich in der darauf folgenden Podiumsdiskussion wider, bei der Scholz auf die verschiedenen Aspekte dieser heiklen Angelegenheit einging und die Gründe für seine Entscheidung erläuterte.

Nach diesem anregenden Austausch begab sich der Bundeskanzler auf Einladung des Betriebsratschefs Ergun Lümali zum Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen.
Die Anwesenheit von Olaf Scholz in diesem industriellen Zentrum wurde als „besonderes Zeichen der Wertschätzung und Motivation” für die Mitarbeiter betrachtet, wie Lümali betonte.
Vor den versammelten Beschäftigten hielt Scholz eine Rede, in der er auf die Bedeutung der Industrie und die Herausforderungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation einging. 

Sein Auftritt wurde durch die Anwesenheit von Vorstandschef Ola Källenius verstärkt, der gemeinsam mit dem Bundeskanzler die Perspektiven der Automobilindustrie diskutierte.

Der Besuch des Bundeskanzlers in Sindelfingen war jedoch nicht nur von inhaltlichen Gesprächen geprägt, sondern auch von intensiven Sicherheitsmaßnahmen. Bundeskanzler Scholz wurde von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet, darunter der Einsatz einer Drohne durch die Polizei, um mögliche Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen. 

Diese Vorkehrungen verdeutlichten die Ernsthaftigkeit und Verantwortung, die mit einem Besuch des Bundeskanzlers einhergehen. 

Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch andere Teilnehmer wurden abgetastet, während Dutzende von Sicherheitskräften die Veranstaltungen und Treffen überwachten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Ein schwerer Brand in einer Tiefgarage in Böblingen hat am frühen Morgen des 2. Februar 2024 einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. 

Die Flammen griffen auf drei Fahrzeuge über und verursachten starke Rauchentwicklung und mehrere Explosionen. 

Die Feuerwehr musste mit schwerem Atemschutz vorgehen, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Glücklicherweise befanden sich keine Personen in der Tiefgarage, die in der Keltenburgstraße im Stadtteil Diezenhalde liegt.

Nachdem das Feuer gelöscht war, musste die Tiefgarage intensiv belüftet werden, um den giftigen Rauch abzuführen.
Dazu wurde ein spezieller Großlüfter eingesetzt, der die Luft umwälzte. Die Bewohner des angrenzenden Wohnhauses, die rund 25 Personen umfassten, mussten vorübergehend evakuiert werden.
Sie wurden vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in eine nahegelegene Turnhalle gebracht, wo sie von einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung betreut wurden. 

Nachdem die Einsatzstelle wieder freigegeben wurde, konnten sie in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Feuerwehr Böblingen war mit einem Großaufgebot von zwölf Fahrzeugen und über 50 Einsatzkräften vor Ort.
Sie wurde von den Feuerwehren aus Holzgerlingen, Sindelfingen und Schönaich mit jeweils einem Löschfahrzeug unterstützt.
Außerdem war die Führungsgruppe des Landkreises mit dem diensthabenden Kreisbrandmeister sowie verschiedenen Sonderfahrzeugen im Einsatz. 

Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt anwesend, musste aber glücklicherweise nicht eingreifen. 

Die Polizei war mit drei Streifenwagenbesatzungen im Einsatz und hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. 

Ein düstere und erschreckende Zeit kehrte in Europa ein, in der man dem Wahn erlegen war, dass hinter allerlei Schäden – Missernten, Tode, Unwetter und dergleichen mehr – Hexen stünden.
In der „Hexenzeitung”, die in Tübingen erschien, konnte man im Jahre 1616 Folgendes lesen:

Auß dem Hertzogthumb Würtenberg: Wie der Hertzog zu Würtenberg in unterschiedlichen Stätten das Hexenbrennen auch angefangen. Der Hertzog zu Würtenberg hatt das Hexenbrennen auch angefangen in den Stätten Sündelfingen …

Tübinger „Hexenzeitung”, 1616

Es ist bedauerlich zu erfahren, dass die Hexenverfolgung in Sindelfingen eine tragische und umfangreiche Episode in der Geschichte der Stadt war.
Zwischen 1562 und 1684 wurden 34 Frauen des Hexereiverdachts beschuldigt, wovon 19 zum Tode verurteilt und verbrannt wurden. Die Mehrheit der Opfer waren offenbar arme, alte oder unverheiratete Frauen, die verschiedene Anklagepunkte wie „Segenssprechen”, „Heilung” oder „Schadenzauber” auf sich zogen.

Die Hexenprozesse wurden vom Sindelfinger Stadtgericht geleitet, das aus zwölf Männern der städtischen Oberschicht bestand. Der Vogt Wendel von Maur übernahm die Rolle des öffentlichen Anklägers und vertrat die Interessen des Herzogs von Stuttgart. Dies verdeutlichte die politische Dimension und die Beteiligung hochrangiger Persönlichkeiten an diesen traurigen Ereignissen.

Die Hexenverfolgung in Sindelfingen war Teil einer breiteren Hexenverfolgungswelle in Württemberg, die etwa 600 Menschenleben forderte. Diese dunkle Periode in der Geschichte zeugt von den irrationalen Ängsten und Vorurteilen jener Zeit, die zu großem Leid geführt hatten.

Tauchen wir ein in die düstere Vergangenheit Sindelfingens während des 16. und 17. Jahrhunderts, als die Stadt schwer unter dem grassierenden Hexenwahn in Europa litt!
Die malerische Kleinstadt mit etwa 1.400 Einwohnern im Jahre 1600 sah sich zwischen 1563 und 1616 mit einer erschreckenden Realität konfrontiert: Mindestens 17 Frauen wurden wegen Hexerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Die grausamen Prozesse fanden im ehrwürdigen Rathaus statt. Während zuerst die kirchliche Inquisition die Hexenjagd vorantrieb, übernahmen im Laufe des 16. Jahrhunderts weltliche Gerichte die Verantwortung. Selbst nach der Reformation wurde in Sindelfingen die düstere Tradition der Hexenverfolgung fortgesetzt.
Die traurige Bestrafung der verurteilten Frauen fand in der Regel in aller Öffentlichkeit statt, wenn sie bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Der Goldberg wird als der Ort angenommen, an dem diese schrecklichen Hinrichtungen in Sindelfingen durchgeführt wurden. Ein Ort, der nun stumm von den düsteren Schatten der Vergangenheit erzählt.

Der „Hexensprung”, dessen Name auf die allgemein verbreiteten Hexenproben anspielt, die in den Prozessen angewandt wurden, um den angeklagten Frauen übernatürliche Kräfte nachzuweisen und somit ihre Schuld zu bestätigen.
Interessanterweise finden sich in den Prozessakten von Sindelfingen keine Hinweise auf solche übernatürlichen Prüfungen, allerdings gibt es Erwähnungen der sogenannte „Peinliche Befragung”. Dieser Terminus wurde verharmlosend verwendet, um nicht das Wort „Folter” zu benutzen.
Auch eine Verbindung zwischen dem Gebäude und seinen Bewohnern zu den historischen Hexenverfolgungen lässt sich nicht herstellen. Das Gebäude erhielt erst im 19. Jahrhundert die Bezeichnung „Hexensprung”. Möglicherweise beflügelte in dieser romantischen Ära der schräge Anbau die Vorstellung, dass es sich hier um ein „Hexenhaus” handelte.
Eine Fügung der Phantasie in einer Zeit, in der die Vergangenheit mit einer mystischen Aura umgeben wurde.

Das Haus des Bürgermeisters, das von Leonhard Speidel im Jahr 1603 erbaut wurde, war auch eingebunden. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatten die Hexenprozesse in Sindelfingen ihren Höhepunkt erreicht, und in dieser Zeit bekleidete Leonhard Speidel das Amt des Bürgermeisters. Es ist anzunehmen, dass er in dieser Funktion an verschiedenen Hexenprozessen teilgenommen hat.
Interessanterweise waren die meisten der angeklagten Frauen aus der weitgehend mittellosen Unterschicht, aber gelegentlich richteten sich die Prozesse auch gegen Angehörige besser gestellter Familien. Ein bezeichnendes Beispiel war Anna Krumm, die im Jahr 1563, als Frau eines wohlhabenden Bürgermeisters, verurteilt und hingerichtet wurde. Ebenso erging es im Jahr 1615 Katharina Heubacher, der Schwester des Bürgermeisters Michel Schäfer.
Diese traurigen Geschichten verdeutlichen, dass die Hexenverfolgungen in Sindelfingen nicht vor sozialen Unterschieden Halt machten und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten betrafen.

In den Räumen des Oberen Turmes fanden im 16. und 17. Jahrhundert die „Peinlichen Befragungen” (die gewaltsamen Verhöre und Folterungen) der Frauen statt, die unter dem Verdacht der Hexerei standen.
Es scheint, dass auch in Sindelfingen die Prozesse nach den Richtlinien des „Hexenhammers” geführt wurden, einer Schrift zur Hexenverfolgung aus dem 15. Jahrhundert.
Die vermeintlichen Geständnisse der Frauen wurden unter massivem Druck und oft unter grausamer Folter erzwungen. Der Obere Turm wurde somit zu einem düsteren Ort, an dem die Schreie der Angeklagten und die traurigen Verhöre widerhallten. Diese Stätte war einst ein Zeuge der Unmenschlichkeit und des Schreckens, der während der Hexenverfolgungen über die Stadt gekommen war.

An der Propstei, deren Ursprünge vermutlich bis ins Jahr 1420 als Chorherrenhaus zurückreichen, gibt es eine wechselvolle Geschichte. Nach ihrer Zeit als Residenz für Stifts- und Klostervorsteher wurde die Propstei nach der Auflösung des Klosters schließlich zum Amts- und Wohnsitz des Vogtes.
Der Vogt, als höchster herrschaftlicher Beamter vor Ort, spielte eine zentrale Rolle in den Hexenprozessen. Er hatte die Macht, über die Anklageerhebung zu entscheiden, die Verhöre zu leiten und den Herzog sowie das städtische Gericht zu informieren. Seine Interpretationen und Entscheidungen konnten über Leben und Tod der Angeklagten entscheiden.
Die schlimmste Zeit der Hexenverfolgungen in Sindelfingen (1600−1616) koinzidiert mit der Amtszeit des Vogtes Wendel von Maur, der sich als besonders fanatischer Hexenjäger hervortat. Die Mauern der Propstei, einst Zeuge von Macht und Entscheidungen, spiegeln somit die düsteren Schatten der Hexenprozesse wider, die diese Stadt heimgesucht hatten.

In der ehrwürdigen Martinskirche begann im Sommer 1611 eine düstere Episode, als die über 70-jährige Witwe Barbara Ada nach einer Predigt des damaligen Pfarrers Heerbrand ein „unchristliches Geschrei” ausstieß, wie es in den Protokollen vermerkt ist. Pfarrer Heerbrand hatte in seiner Predigt Hexerei als mögliche Ursache für ein vorangegangenes Hagelunwetter nicht ausgeschlossen. In Anbetracht ihres bereits bestehenden Verdachts der Hexerei fühlte sich Barbara Ada offensichtlich angegriffen und setzte somit den Prozess gegen sich selbst in Gang.
Da Teile der Bevölkerung von ihrer Unschuld überzeugt waren und es sogar Drohbriefe gegen den Pfarrer und den Bürgermeister gab, wurde Barbara Ada im Herbst 1611 zunächst freigelassen. Das traurige Schicksal nahm jedoch erneut seinen Lauf, als sie im Jahr 1615 erneut angeklagt wurde.
Die Martinskirche, ein Ort des Glaubens, wurde somit auch zum Schauplatz der Verzweiflung und der Tragödie, als die düsteren Schatten der Hexenverfolgung über die Gemeinschaft fielen.

Im ehemaligen Diebs-Turm wurden während der Hexenprozesse angeklagte Frauen gefangen gehalten.
Für die Verhöre wurden sie über die Stadtmauer zum Oberen Turm geführt.
Der Diebs-Turm war somit ein düsterer Ort, an dem diejenigen, die unter dem Verdacht der Hexerei standen, inhaftiert waren. 

An der Stadtmauer am Schaffhauser Platz enthüllt sich eine weitere tragische Episode in der Geschichte Sindelfingens. Hier, im Jahr 1615, wurde Barbara Ada, die erneut der Hexerei angeklagt und verhaftet worden war, vom Diebs-Turm über die Stadtmauer zum Oberen Turm zum Verhör geführt, doch in einem verzweifelten Akt sprang sie aus Angst vor den drohenden Konsequenzen in selbstmörderischer Absicht von der Mauer.
Überraschenderweise überlebte Barbara Ada den Sturz, jedoch setzte sich der Prozess gegen sie fort und endete schließlich mit ihrem Todesurteil. 

Die Hexenprozesswelle von 1615 und 1616 markierte den Höhepunkt und gleichzeitig das tragische Ende dieser dunklen Kapitel in Sindelfingens Geschichte.
Die Zwangslage der angeklagten Frauen, weitere Verdächtige zu benennen, führte letztendlich dazu, dass 19 Frauen in die Prozesse verwickelt wurden, wobei mindestens 10 von ihnen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
Für Sindelfingen waren die Hexenprozesse damit beendet, jedoch dauerte es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, bis sie im deutschsprachigen Raum endgültig aufhörten. 

Die Stadtmauer am Schaffhauser Platz steht somit als stummer Zeuge dieser dunklen Zeit und erinnert an das Leid und Unrecht, das den unschuldigen Frauen widerfahren ist.

Von Freitag, den 8. September bis Sonntag, den 10. September 2023, fand in der Sindelfinger Altstadt der Mittelaltermarkt statt.

Es gab viele Stände, an denen informiert wurde oder aber auch Waren feilgeboten wurden.
Aber auch der kulturelle Teil kam nicht zu kurz.
Musici legten ihre Klangteppiche aus, Künstler zeigten ihre Werke.
Ein schönes Highlight für uns speziell war die Steampunk-Musikband „IRXN”, die genau gegenüber von uns mit ihrem Hard Folk knapp vier Stunden nicht nur uns, sondern auch alle Anwesenden einheizte.

Auch wir Steampunks waren geladen.
Wir – Sabine Edelfrau von Syntronica, die Kurpfälzische Perlenhexe, Kurt Freiherr zu Lippe und Dietmar Edelherr von Syntronica – waren präsent.

Die Perlenhexe und der Freiherr boten von der Perlenhexe selbst gefertigte Schmuckstücke und Schmücker an.

„Kurpfälzische Perlenhexe – Schmuck und Accessoires für Zeitreisende“

In unbeobachteten Augenblicken fliegt die Perlenhexe mit ihrem Hexenbesen auf Zeitreise durch ihren Zeitreisespiegel. Während ihrer Zeitreisen geht sie auf der Jagd nach Perlen, Juwelen und Edelsteine.
Zurück in ihrer Heimatzeit verarbeitet sie die Beute zu Schmuckstücken.

Sabine und Dietmar Edelleute von Syntronica, Inhaberin und Inhaber des Zeitreisebüros Chrono.Tours, konnten viele Kundinnen und Kunden für Zeitreisen und Zeitkreuzfahrten gewinnen und sind trotz schleppendem Samstag sehr zufrieden.
Für Damen war besonders die Fahrt von Bertha Benz und ihren Söhnen Eugen und Richard mit der „pferdelosen Kutsche” ihres Mannes sehr interessant.

Bertha Benz war der erste Mensch, der /  die ein Auto gefahren hat, also die erste Autofahrerin der Welt.
Sie hatte Geld in die Erfindung ihres Mannes gesteckt und war es leid, dass dieser immer und immer nur an dem „Ding”, das irgendwann „Automobil” genannt wurde, herumtüftelte und sich nicht traute, eine Probefahrt zu machen.
So begann sie ihre Fahrt von Pforzheim nach Mannheim und zurück, um den Beweis anzutreten, dass die Erfindung ihres Mannes alltagstauglich war.
Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, was man bei Familie Benz nicht unbedingt behaupten kann. Es war eher andersherum.

Das Wichtigste sind allerdings die geknüpften sozialen Kontakte.

Wir danken dem Veranstalter „MK Events” für die sehr gute Organisation und die Betreuung während des Mittelaltermarktes! 

Der nächste Mittelaltermarkt in Sindelfingen findet aller Voraussicht nach vom
6. September bis zum 8. September 2024 statt.
Näheres wird in Kürze bekannt gegeben.

Nebenbei bemerkt:
Im Vorfeld des Mittelaltermarktes hatte es wieder Querelen wegen angeblichen Lärm durch Bewohner der Altstadt gegeben. Ein Bewohner machte Stimmung, dass er nicht wolle, dass nahe seines Hauses Musik aufgeführt werde. Ein Mitglied des Veranstaltungsteams sagte, dass dies nicht so vorgesehen sei und lud ihn ein, zusammen über den Mittelaltermarkt zu gehen.
Der Bewohner sagte, dies gehe nicht, weil er mehrere Tage, inklusive des Mittelalter-Wochenendes, außerhalb Sindelfingens im Urlaub sei. 

Die „Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung” (SZBZ) hat über unsere Anwesenheit beim Mittelaltermarkt Sindelfingen, 8. – 10. September 2023, berichtet.
Artikel von Isabell Gospodarczyk
Bild von Annette Nüßler
Zur SZBZ geht es hier.

Vielen Dank!

Sindelfingen. Menschen in langen Gewändern und Klänge aus längst vergangenen Jahrhunderten – am zweiten Septemberwochenende wird die Sindelfinger Altstadt ins Mittelalter zurückkatapultiert. Und mittendrin: Dietmar Schneidewind und seine Frau Sabine, gekleidet allerdings im viktorianischen Stil. 

Wie das zusammenpasst? 

„Ich bin Zeitreisender“, sagt der 58-Jährige aus Böblingen, „ich reise durch die Zeit.“

Dietmar Schneidewind schlüpft auf Veranstaltungen in seine Rolle. Sobald er seine Weste überstreift, ist er der Edelherr von Syntronica. Sein Charakter stammt aus der viktorianischen Zeit. Die Geschichte dahinter: „Eigentlich kommen ich, Edelherr von Syntronica, und meine Frau Sabine, Edelfrau von Syntronica, aus dem Mittelalter. Geboren sind wir im Jahr 1365 und 1367, haben uns dann kennengelernt und geheiratet. An unserem zehnten Hochzeitstag sind wir ausgeritten, kamen in einer Burg in ein Gemetzel. Eine Explosion im Zeitgefüge hat uns das Leben gerettet: Gelandet sind wir im 500 Jahre in der Zukunft liegenden viktorianischen Zeitalter.“

Steampunk: Zahnräder und Zeitmaschine

Das ist das 19. Jahrhundert, genauer: 1867.
Doch nicht so, wie es in Geschichtsbüchern niedergeschrieben ist. Im Universum von Dietmar Schneidewind, oder besser gesagt, Edelherr von Syntronica, sind die Geschichten des französischen Schriftstellers Jules Verne zum Leben erwacht: Autos rollen durch die Straßen, mit Dampf betrieben. Die Mechanik ist überall präsent, mit verschnörkelten Details und vielen Zahnrädern. Auch „Die Zeitmaschine“, das bekannte Buch von H. G. Wells, gehört in dieses Universum. Erfindungen, die es nie gab, kommen auf den Markt. Diese Zeit, die so eigentlich nie existiert hat, nennt sich Steampunk.

Die beiden leben sich gut ein im 19. Jahrhundert, tauschen ihre Kleidung aus dem Mittelalter gegen Frack und glockenartige Kleider. Doch irgendwann packt sie der Gedanke, durch die Zeit zu reisen.
Und das tut das Ehepaar.
Dieses Wochenende reisen sie zurück in ihre eigentliche Zeit, das Mittelalter. Ihre Kleidung bleibt die aus dem 19. Jahrhundert, mit Details wie einer Schutzbrille, die zum Zeitreisen benötigt wird.

Auf dem Mittelaltermarkt in Sindelfingen verkaufen sie Zeitreisen. 

Wie das aussieht, erklärt Dietmar Schneidewind, der Chef des Zeitreisebüros „Chrono.Tours“: „Leute kommen zu uns und kaufen eine Zeitreise. Dann stellt man sich vor: Es ist der 5. August 1888. Wir sitzen auf einer Bank zwischen Pforzheim und Mannheim. Und an uns düst Bertha Benz vorbei – der erste Mensch, der eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegt. Sie gilt damit als die erste Autofahrerin überhaupt.“
Auf dem Mittelaltermarkt sind Dietmar und Sabine Schneidewind jetzt zum zweiten Mal dabei. Das Ehepaar ist auf Veranstaltungen in ganz Deutschland dabei. „Man kennt uns mittlerweile“, so Dietmar Schneidewind.

Die Menschen reagieren meistens positiv, wenn sie den Edelherrn von Syntronica und seine Frau sehen, erzählt Dietmar Schneidewind: „Wir sind nun mal besonders gekleidet. Darauf sprechen uns die Leute an und sagen: Das ist genial, was wir hier machen.“ Manchmal gibt es aber auch unangenehme Situationen, doch die sind äußerst selten. „Sagen wir mal so: Es gibt immer Neider oder Menschen, die sich aufspielen müssen. Mich beeinflusst das nicht. Ich habe genug Selbstbewusstsein“, so der 58-Jährige.

Journalist und Fotograf im „echten“ Leben

Nach den Veranstaltungen legt er mit seiner Zeitreisenden-Kleidung auch seine Rolle ab. Dann ist er wieder Dietmar Schneidewind. Er ist Fotograf und Journalist.
Bald fängt er in einem Bildungsinstitut in Sindelfingen als IT-Ausbilder an. Denn eigentlich ist er Informatiker.
Der geborene Münsterländer hat in Nordrhein-Westfalen Informatik studiert.
Nach Baden-Württemberg kam er, weil eine Firma in Dettenhausen ihn abgeworben hat.
Nebenbei hat er Journalismus studiert. Einen Hang zum Fotografieren hatte er bereits in der Schulzeit: Dort war er in einer Foto-AG und legte sich mit 14 Jahren seine erste Spiegelreflexkamera zu.

Per Zufall kam er zur Steampunk-Szene.

2017 bat ihn ein DJ, bei einem Event im Schloss Monrepos in Ludwigsburg zu fotografieren. „Das war genial: 150 Leute in viktorianischer Kleidung tummelten sich da. Dafür haben meine Frau und ich uns auch ähnlich angezogen. Dann wurden wir wieder eingeladen – und ich wurde infiziert“, blickt Dietmar Schneidewind zurück.

Und das hält bis heute. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die nächste Veranstaltung steht bereits vor der Tür: Im Oktober geht’s zurück in die Römerzeit im Römischen Freilichtmuseum in Hechingen-Stein.

Dietmar Schneidewind kann man auf dem Mittelaltermarkt in der Planiestraße gegenüber vom Röhm antreffen. 

Vom 8. bis 10. September 2023 ist unser fiktives Zeitreisebüro Chrono.Tours wieder beim Mittelalter‑, Steampunk‑ und Fantasy-Markt in Sindelfingen vertreten.
Dieser findet in der Sindelfinger Altstadt statt.

Diesmal ist Chrono.Tours mit Freunden dabei.

Wir sind zu finden auf der Planiestraße, etwas höher als der Marktplatz.

Das Zeitreisebüro Chrono.Tours war auf dem Mittelaltermarkt in der Sindelfinger Altstadt dabei.
Er fand vom 9. bis zum 11.9.2022 statt.

Sabine Edelfrau und Dietmar Edelherr von Syntronica brachten viele Zeitreisen an Mann und Frau und begeisterten mit Wissen über geschichtliche Ereignisse.

So klärten sie auch auf über die ersten Fake-News der Geschichte, die nachweislich Pharao Ramses II. im Jahr 1274 vor Christus ins Land gestreut hatte.
Erst bei Ausgrabungen wurden Archäologen fündig und konnten anhand von Widersprüchen herausbekommen, dass Ramses II. über den Feldzug gegen die Hethiter gelogen hatte, um sich zu profilieren.

Der Stand von Chrono.Tours war sehr gut besucht.

Chrono.Tours on tour” war ein riesiger Erfolg.

Unser Dank gilt dem Veranstalter und dem Organisationsteam!

Das fiktive Zeitreisebüro Chrono.Tours ist vom 9. bis zum 11. September auf dem Mittelaltermarkt in Sindelfingen mit einem Pavillon vertreten.
Chrono.Tours freut sich auf Besuch von Zeitreisenden. Zivilisten und anderen.
Es wird Zeitreise-Visa geben, ähnlich wie oben gestaltet.

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