Verbalmassaker

Die häufigsten Aussagen, die man von einem klingonischen
Softwareentwickler hört:

„Spezifikationen sind für die Schwachen und Ängstlichen.”

„Die Maschine ist ein Stück GAGH! Ich brauche ein Dual-Pentium III
System, damit ich mit diesem Code richtig kämpfen kann.”

„Einrückungen im Code?! Ich zeige Dir wie man einrückt, wenn ich Deinen
Schädel einrücke.”

„Was soll das Gerede mit der ‚Freigabe´? Klingonen erstellen für ihre
Software keine Freigabe´. Wir lassen die Software aus ihrem Käfig, damit sie eine blutige Spur von Designern und Qualitätsprüfern hinter sich herzieht.”

„Klingonische Funktionsaufrufe haben keine Parameter – sie haben Argumente – wage nicht zu widersprechen.”

„Debugging? Klingonen debuggen nicht. Unsere Software ist nicht dazu
gedacht, die Schwachen zu verhätscheln.”

„Ich habe die Abteilung vom technischen Qualitätsmanagement in einem
Batlheth-Wettkampf besiegt. Sie werden uns nie wieder belästigen.”

„Ein ECHTER klingonischer Programmierer kommentiert seinen Code nicht!”

„Mit dem Entwurf dieser Anforderungsliste hast Du die Ehre meiner Familie beleidigt. Mache Dich bereit zu sterben!”

„Du stellst den Sinn meines Codes in Frage? Ich sollte Dich auf der
Stelle töten, gerade so wie Du jetzt dastehst!”

„Unsere Nutzer werden Furcht und Achtung vor unserer Software haben. Laßt die Software los! Laßt sie los, auf daß die Nutzer wie die Hunde fliehen, die sie sind!”

Deutschland ist politisch zerstritten: rechts und links mit all ihren Ausprägungen. Von Neonazis, Rechtskonservativen, Konservativen, Progressiven, Sozialliberalen, Linksradikalen und Anarchisten ist alles dabei. 

Egal von welcher Seite etwas kommt, die andere Seite bis zur Mitte hin prügelt verbal darauf ein und wirft der Ausprägung nahe der Mitte vor, so etwas gefördert zu haben. Es muss nicht mal ein politischer Hintergrund vorhanden sein und es passiert.

Wie eine pawlowsche Reaktion!

Links gegen rechts – immer wieder auf Neue!

Jeder will doch nur eins: Das Wohl der Gesellschaft.

Darauf sollte sich jeder besinnen.

Man könne ja Politikern nicht vertrauen und dass keiner etwas tue, sagen sie den ganzen lieben Tag … 

„Die kann man nicht wählen”, „Die machen sowieso nur, was sie wollen”, „Sie halten ihre Versprechen nicht ein” argumentieren sie.
Sie schimpfen und schimpfen über die Politiker, die sich nur selbst bereichern, die unehrlich sind und ihre Wähler – „uns” – belügen.

Sie lassen ihrem Unmut freien Lauf, besonders in den sozialen Onlinenetzwerken. Sie machen Stimmung gegen „die da oben”.

Nun versuche ich, mit ihnen ins Gespräch und frage sie, worüber sie sich denn gerade aktuell aufregen und was sie meinen, könne man besser machen.
Als Antwort kommen die oben genannten Phrasen und Floskeln, in diesem oder anderem Wortlaut.

Sie sind politik- und politikerverdrossen und resignieren, weil „man” nichts tun kann. Sie schimpfen aber, was falsch läuft und dass es falsch läuft. 

Momentan findet in Böblingen der Parteitag der AfD statt. Im Vorfeld wird darüber Unmut geäußert, über die „Nazis” und „Faschisten”. Und natürlich, dass diese verboten gehörten und dass man ihnen zeigen solle, dass sie „hier” nicht hingehörten.

„Warum geht Ihr denn nicht einfach zur Kongresshalle und schließt Euch den Demonstranten an? Ihr kommt doch aus Böblingen.”
„Wir wollen mit den Nazis nix zu tun haben.”
„Das ist mir schon klar. Ihr geht doch samstags zum Wochenmarkt und könntet dann kurz die paar Meter um die Ecke gehen und Präsenz zeigen, damit die Nazis sehen, dass Böblingen sie nicht will. Wir können uns ja dort treffen, wenn Ihr Euch nicht alleine traut.”

Man kann diese notorischen Motzer nicht auf sowas festnageln.

Die, die von den Politikern fordern, dass diese ihren Worten Taten folgen lassen, lassen ihren Worten selbst keine Taten folgen. 

Die Ausreden sind genauso vielfältig wie ihre Schimpftiraden, nicht minder aggressiv und inhaltslos.

Sie wollen, dass andere etwas machen, aber sie sind nur faul und feige.
In den sozialen Onlinenetzwerken können sie sich austoben und feiern, wie „politisch” aktiv sie sind, doch außerhalb im realen Leben scheitern sie schon im Ansatz.

Zuweilen ist kurios, was in der Politik passiert.
Gestern bei der Wahl zum Ministerpräsidenten Thüringens war für manche nicht nur Land-Unter, sondern auch Intelligenz-Unter. 


Im ersten und zweiten Wahlgang trat der AfD-Kandidat Christoph Kindermann gegen Bodo Ramelow („Die Linke“) an. Im dritten Gang trat neben den beiden der FDP-Mann Thomas Kemmerich an.
Aus welchen Gründen auch immer die AfD ihren Kandidaten gänzlich die Unterstützung versagte und geschlossen Kemmerich wählte, ist noch nicht klar. Es ist aber höchst wahrscheinlich, dass die AfD den Liberalen wählte, damit Ramelow nicht an die Macht kommt.

Kemmerich nahm die Wahl an und ist somit gewählter Ministerpräsident Thüringens. 

Nun begann das Kuriositätenkabinett.
Von allen Seiten prügelte man auf den neuen MP ein, dass er sich von der AfD hatte wählen lassen.
Niemand sagte, dass de AfD überraschend Kemmerich gewählt hatte (gegen seinen Willen). 

Bodo Ramelow machte einen Hitler-Vergleich. Denn 1930 konnten die konservativen Kräfte in Thüringen nur durch die Unterstützung der NSDAP an die Macht kommen.
Robert Habeck von den Grünen sagte, die FDP habe schon vorher mit der AfD gekummelt.
Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU palaverte davon, dass dies entgegen der Absprachen mit der Bundes-CDU passiert sei.
Angela Merkel forderte die Revision der Wahl und will Neuwahlen.
Die SPD um Eskens und Walter-Borjans vermutet eine leise Machtübernahme der Nazis. 

Konsens aller ist, dass die Wahl einen Tabubruch darstelle. Ein Tabubruch wäre es gewesen, wenn jemand anders als die AfD deren Kandidaten gewählt hätte. 

Gerade wurde bekannt, dass die FDP den Landtag auflösen will und Kemmerich hat seinen Posten zurückgegeben. Die Gründe liegen auf der Hand. 

Wie war noch mal der Spruch der sich selbst demokratisch nennenden Volksparteien?

„Wir lassen uns von der AfD nichts vorschreiben.“ 

Thomas Kemmerich ist neuer Ministerpräsident von Thüringen.
Er wurde mit einer Stimme Mehrheit gewählt, Kemmerich bekam 45, Ramelow 44. Bei einhundert Sitzen enthielt sich einer.

Rot-Rot-Grün ist enttäuscht, hatte man sich doch schon auf Bodo Ramelow als MP eingestellt und wahrscheinlich schon die Feier seiner Wiederwahl vorbereitet. 

Nun ist es erstaunlicherweise Thomas Kemmerich geworden. 

Im dritten Wahlgang hatte die AfD ohne Ankündigung nicht für ihren eigenen Kandidaten, sondern für Kemmerich gestimmt. 

Nun ging für viele die Welt unter.

Wie konnte man sich nur von der AfD wählen lassen?

Das stimmt allerdings nicht.

Die AfD hat entschieden, den FDP-Kandidaten zu wählen, ohne vorherige Absprache, damit der Linke Ramelow nicht MP wird. 

Christian Lindner (FDP) stellte es richtig. Die FDP sei mit keinem der Ziele der AfD konform und werde auch nicht mit der AfD koalieren. Er sagte aber auch, dass es ein demokratischer Prozess sei, wenn man von der AfD gewählt werde. 

Die Diskussion, Kemmerich sei Steigbügelhalter der AfD gewesen, er hätte sich mit Faschisten bzw. Rechtsradikalen abgesprochen und weitere verschwörungstheoretische Gerüchte, sind verlogen und heuchlerisch.
In einer demokratischen Wahl, bei dem demokratisch gewählte Abgeordnete jemanden als MP wählen, ist nichts auszusetzen. 

Ob man sich mit dem wohlfühlt, wer einen gewählt hat, sei dahingestellt.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sagte nach einigen Stunden Nachdenkens, die Wahl sei so mit dem CDU-Vorstand nicht abgesprochen gewesen.
Was meint sie damit? Hat sie das Sagen, wer was und wen zu wählen hat
Anscheinend!
Dies wäre im hohen Maße undemokratisch. 

Thüringens Linken-Chefin Henning-Wellsow warf Kemmerich Blumen vor die Füße, um ihren Unmut kundzutun. Dies war nicht nur unbeherrscht, sondern ein geistiges Armutszeugnis. 

Kemmerich ist Ministerpräsident von Thüringen! 

Demokratie ist eben doof, wenn die Falschen gewinnen.

Seit zweieinhalb Jahren sind meine Gattin und ich nun beim Steampunk dabei.

Steampunk ist eine retro-futuristische Kultur, die sich seit den 1980-er-Jahren entwickelt hat.

Als Newcomer gefielen uns vor allem die Umgangsformen, die gepflegt werden: Höflichkeit als erste und oberste Devise.
Uns beeindruckten auch die Erfindungen, die sogenannte „Maker“ – Erfinder – selbst gebaut hatten.
Auch die an das „Viktorianische Zeitalter“ – 1837 bis 1901 – angelehnte Kleidung gefiel uns.
Wir fühlten uns wohl. Wir wurden hier und dort eingeladen. Irgendwo fand und findet immer etwas statt. Es machte Spaß, immer wieder neue Leute kennenzulernen, mit ihnen zu sprechen, Neues zu erfahren und sich beim Picknick oder ähnlichen auszutauschen.

Es gibt jedoch auch Schattenseiten.

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Nun stehen die Briten alleine da.
Was laut EU-Politikern nicht möglich sein sollte, ist einfach so passiert!
Ein Land hat die Europäische Union verlassen. 

Die Verhandlungen über den so genannten „Brexit” dauerten mit allen Hin und Her zuzüglich zickigem Verhalten der EU-Politiker knapp drei Jahre.
Man spricht von einem schwarzen Tag und malt Endzeitszenarien an die Wände des Sitzungsraums des EU-Parlaments.

Außer Schwarzmalerei gibt es anscheinend nichts!

Es wäre an der Zeit, zu hinterfragen, was die Gründe sind, dass Großbritannien die EU nach 47 Jahren verlassen hat.
Selbstkritisch zu überdenken, welche Fehler die EU gemacht hat, dass die Briten nicht mehr mitspielen wollen!

Eine EU, bei der die Wahl Von der Leyens als Präsidentin der Europäischen Kommission mehr als zweifelhaft war, krankt an mehreren Stellen.
Man bedenke solche „tollen” Entscheidungen auf EU-Ebene darüber, wie der Radius von Bananen oder Schlangengurken sein muss, damit sie verkauft werden dürfen, oder das Festsetzen von Normen, die kaum einzuhalten sind.
Eine EU, die nur noch einen Minimalkonsens in wichtigen Fragen erzielt, um niemanden zurückzustufen, funktioniert nicht mehr.

Und das über Jahrzehnte!

Die EU-Parlamentarier denken nicht (selbst)kritisch darüber nach, wo es hakt und weswegen die Briten sich entschieden haben, auszusteigen und diesen Irrsinn nicht mehr mitzumachen.

Die EU ist verkommen zu einer Institution, die nur noch selbstgefällig geworden ist, sich mehr darum kümmert, sich selbst zu erhalten, als etwas für die EU-Bürger zu tun.

Der Schritt der Briten ist konsequent.

Vielleicht finden sich EU-Politiker, die es schaffen, sich aus dem Dickicht der eingefahrenen Selbstherrlichkeit zu erheben und endlich selbstkritisch werden und das tun, was ihre Aufgabe ist: Die Zukunft konstruktiv zu gestalten, anstatt sich einem Bürokratiemonster weiter in den Schlund zu werfen..

Der Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) mit Sitz in Berlin hat beschlossen, dass die Internationale Automobil-Ausstellung im Jahr 2021 nicht mehr in Frankfurt stattfinden solle.
 
Unter den sechs Bewerbern gehörte auch die Messegesellschaft Stuttgart.
Diese ist allerdings nicht in die engere Auswahl einbezogen worden.
In Stuttgart wird nun Maulaffen feilgehalten.

Wenn wundert es, dass Stuttgart abgelehnt wurde?

In Stuttgart werden Autofahrer – insbesondere Dieselfahrer – ohne Ende drangsaliert.
2019 wurde ein Dieselfahrverbot für Autos unterhalb der EU-Norm 5 erlassen, bei dem es angeblich keine Kontrollen gebe. Wenn jemand allerdings ein „Knöllchen“ wegen geringer Delikte wie zum Beispiel Falschparken bekommt, wird kontrolliert, welche Abgasnorm das Auto hat und gegebenenfalls eine Strafe von 108,50 Euro zusätzlich zum anderen Vergehen verhängt. Ab 2020 gilt für Dieselautos, die der EU-Norm 5 entsprechen, stellenweise Fahrverbote auf bestimmten strecken ebenso ein Fahrverbot. Es werden Überlegungen angestellt, Dieselautos mit EU-Norm 6 bis 6‑C auch zu verbieten.

Autofahrer werden als Umweltsünder gebrandmarkt und generell für die Umweltverschmutzung verantwortlich gemacht.

Nun hat sich die Messe Stuttgart um die Ausrichtung der IAA 2021 beworben und man ist traurig, dass man es nicht mal in die engere Auswahl geschafft hat.

Warum sollte der Verband der Automobilindustrie die IAA in einer Stadt und in einem Bundesland abhalten, in dem Autofahrer drangsaliert werden und als Prügelknabe Nummer Eins gelten?

Am 17.12.2019 gegen 13:15 Uhr wollten meine Gattin und ich die Wilhelma besuchen.

Da ich das Private mit dem Angenehmen verbinden wollte, stellte ich mich bei der Frau an der Kasse vor. Ich hatte von Umbauarbeiten gehört , wollte mehr über den „Christmas Garden” erfahren und auch darüber berichten. Ich hoffte auch, eine Pressemappe zu bekommen.

Mehr als „Guten Tag, mein Name ist …” konnte ich nicht sagen, weil mich die Frau an der Kasse patzig und ungehobelt unterbrach mit den Worten: „Die erkennen wir nicht an.„
Auf mein verwirrtes Nachfragen sagte sie, dass die Wilhelma nur deutsche Presseausweise anerkenne.
Da hatte ich schlechte Karten, weil ich einen internationalen habe.
Sie zeigte mir ein einlaminiertes Dokument, wie ein Presseausweis auszusehen habe. Ich erklärte ihr, dass ich bei der Europäischen Journalistenkammer ( „European Chamber of Journalists”) akkreditiert und auch Mitglied der „European Press Federation” sei.

Was in die Frau gefahren war, eröffnete sich uns nicht, da sie sich abwandte und keine Anstalten machte, uns Eintrittskarten zu verkaufen. Sie entfernte sich aus ihrem Bereich. Wir sahen, wie sie Zettel ordnete.
Meine Gattin und ich warteten noch etwas, da wir erst glaubten, dass sie sich mit jemanden kurzschließen wollte. Nach einigen Minuten entschieden, uns in einer anderen Stadt einen schönen Nachmittag zu machen.

Am nächsten Morgen schreib ich eine E‑Mail an die Wilhelma und stellte den Sachverhalt nüchtern dar.
Ich forderte die Wilhelma auf, uns die Beweggründe zu nennen, weswegen man uns nicht mal hineinließ. 

Es dauerte etwa eine Woche, bis mir der PR- und Marketing-Verantwortliche der Wilhelma antwortete.
Er klärte das Missverständnis auf und versprach mir, die Frau an der Kasse besser zu schulen.

Er erklärte mir, dass die Wilhelma nur noch Journalisten mit dem „bundeseinheitlichen Presseausweis” akzeptiere. Alle anderen müssen sich im Vorfeld melden und ihr Anliegen beschreiben.

Ich erklärte ihm, um was es sich bei der „„European Chamber of Journalists” handelte und führte aus, dass die Mitglieder dieser Vereinigung, zu der auch die „European Press Federation” gehöre, zum größten Teil europaweit arbeiteten. Ich führte aus, dass die ECJ und EPF im Register der Europäischen Union als Berufs- und Interessenvertretung von Journalisten eingetragen sei.
Daraufhin legte ich dar, wie die EPF arbeitet und zeigte ihm Unterschiede zur Arbeit der Journalisten, die den sogenannten „bundeseinheitlichen Presseausweis” besäßen.
Anschließend beschrieb ich, welche Unterschiede es zwischen dem „Pressecodex des Deutschen Presserates und dem der „European Chamber of Journalists” gäbe.

Nach wieder knapp einer Woche Wartezeit bekam ich Antwort.

Nach dem Lesen der Mail fragte ich mich, weswegen ich eigentlich ausgeführt hatte, was die Europaweite Pressevereinigung (EPF) macht, welche Ziel sie verfolgt und wie sie agiert.
Er bedankte sich lapidar für meine Ausführungen, schrieb allerdings lediglich, dass die Wilhelma nur eben den oben beschriebenen Presseausweis akzeptiere.
Das hießt, dass das Ausland von der Berichterstattung ausgeschlossen ist.

Er schrieb, dass Journalisten auch freien Eintritt hätten, wenn die Wilhelma einverstanden sei.
nun wird es kurios.
Er möchte nur Journalisten, die Mitglieder des Deutschen Presserates und deren „Töchter” sind, um anscheinend sichergehen zu können, dass der Pressecodex” eingehalten wird.
Im Pressecodex gibt es allerdings eine Klausel. 

Ziffer 15 – Vergünstigungen:
Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.

In Baden-Württemberg wird seit längerem diskutiert, ob bei Polizeimeldungen die Ethnie oder die Nationalität eines Täters oder Tatverdächtigen genannt werden solle.
Hier scheiden sich die Geister nicht nur konservativer und progressiver Politiker.

Viele Politiker berufen sich auf den „Pressecodex des Deutschen Presserats”.
Unter Ziffer 12. 1 und Ziffer 12.2 werden Richtlinien über Diskriminierung beschrieben.
Einfach gesagt sollte die Ethnie, Nationalität oder Weltanschauung eines Täters oder Verdächtigen nur erwähnt werden, wenn dies für die Berichterstattung relevant ist.
Dies ist ein weitgefasster Begriff. Die Entscheidung der Nennung obliegt den Richtlinien des Mediums oder des Redakteurs.

Das Kuriose ist, dass Politiker bezüglich Pressemitteilungen der Polizei den Pressecodex als Bestätigung ihrer Ansicht heranziehen.
Wenn man gegen die Nennung der Ehtnie ist, kann man sich hinter den Pressecodex verstecken. Ist man anderer Ansicht, kann man argumentieren, dass derjenige, der die Pressemeldung verfasst, selbst entscheiden kann.

Als Journalist lernt man, dass Pressemeldungen oder Pressemitteilungen nur sehr entfernt etwas mit journalistischer Berichterstattung zu tun haben. Diese beschreiben aus dem Blickwinkel des Schreibenden – der Behörde, Organisation, des Unternehmens etc. – die Sicht der Dinge. Hierbei kommt es zu Lobpreisungen und der Benutzung von steigernden Adjektiven bis zum Superlative oder sogar der Erfindung neuer Wörter und Begrifflichkeiten. Es wird nur Positives beschrieben.

In der Diskussion bezog sich Hans-Ulrich Sckerl von den Grünen auf den Pressecodex und sagte sogar, dass eine Ethnie nicht genannt werden dürfe. Dieses angebliche Verbot gibt es nirgends, auch nicht in den Erläuterungen zum Pressecodex.

Innenminister Thomas Strobl sagte, es müsse eine gemeinsame Einigung über die Nennung oder Nicht-Nennung aller Landesinnenminister beziehungsweise der Landespolizeien geben. Diese gemeinsame Entscheidung trüge er mit.

Zwei „Meinungen”, die nichts aussagen und die nebenbei bemerkt nicht fundiert sind!

Bis zu einer Entscheidung, ob die Polizei in Baden-Württemberg Ethnie, Nationalität und mehr nennen darf oder nicht, wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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