
Am 17.12.2019 gegen 13:15 Uhr wollten meine Gattin und ich die Wilhelma besuchen.
Da ich das Private mit dem Angenehmen verbinden wollte, stellte ich mich bei der Frau an der Kasse vor. Ich hatte von Umbauarbeiten gehört , wollte mehr über den „Christmas Garden” erfahren und auch darüber berichten. Ich hoffte auch, eine Pressemappe zu bekommen.
Mehr als „Guten Tag, mein Name ist …” konnte ich nicht sagen, weil mich die Frau an der Kasse patzig und ungehobelt unterbrach mit den Worten: „Die erkennen wir nicht an.„
Auf mein verwirrtes Nachfragen sagte sie, dass die Wilhelma nur deutsche Presseausweise anerkenne.
Da hatte ich schlechte Karten, weil ich einen internationalen habe.
Sie zeigte mir ein einlaminiertes Dokument, wie ein Presseausweis auszusehen habe. Ich erklärte ihr, dass ich bei der Europäischen Journalistenkammer ( „European Chamber of Journalists”) akkreditiert und auch Mitglied der „European Press Federation” sei.
Was in die Frau gefahren war, eröffnete sich uns nicht, da sie sich abwandte und keine Anstalten machte, uns Eintrittskarten zu verkaufen. Sie entfernte sich aus ihrem Bereich. Wir sahen, wie sie Zettel ordnete.
Meine Gattin und ich warteten noch etwas, da wir erst glaubten, dass sie sich mit jemanden kurzschließen wollte. Nach einigen Minuten entschieden, uns in einer anderen Stadt einen schönen Nachmittag zu machen.
Am nächsten Morgen schreib ich eine E‑Mail an die Wilhelma und stellte den Sachverhalt nüchtern dar.
Ich forderte die Wilhelma auf, uns die Beweggründe zu nennen, weswegen man uns nicht mal hineinließ.
Es dauerte etwa eine Woche, bis mir der PR- und Marketing-Verantwortliche der Wilhelma antwortete.
Er klärte das Missverständnis auf und versprach mir, die Frau an der Kasse besser zu schulen.
Er erklärte mir, dass die Wilhelma nur noch Journalisten mit dem „bundeseinheitlichen Presseausweis” akzeptiere. Alle anderen müssen sich im Vorfeld melden und ihr Anliegen beschreiben.
Ich erklärte ihm, um was es sich bei der „„European Chamber of Journalists” handelte und führte aus, dass die Mitglieder dieser Vereinigung, zu der auch die „European Press Federation” gehöre, zum größten Teil europaweit arbeiteten. Ich führte aus, dass die ECJ und EPF im Register der Europäischen Union als Berufs- und Interessenvertretung von Journalisten eingetragen sei.
Daraufhin legte ich dar, wie die EPF arbeitet und zeigte ihm Unterschiede zur Arbeit der Journalisten, die den sogenannten „bundeseinheitlichen Presseausweis” besäßen.
Anschließend beschrieb ich, welche Unterschiede es zwischen dem „Pressecodex des Deutschen Presserates und dem der „European Chamber of Journalists” gäbe.
Nach wieder knapp einer Woche Wartezeit bekam ich Antwort.
Nach dem Lesen der Mail fragte ich mich, weswegen ich eigentlich ausgeführt hatte, was die Europaweite Pressevereinigung (EPF) macht, welche Ziel sie verfolgt und wie sie agiert.
Er bedankte sich lapidar für meine Ausführungen, schrieb allerdings lediglich, dass die Wilhelma nur eben den oben beschriebenen Presseausweis akzeptiere.
Das hießt, dass das Ausland von der Berichterstattung ausgeschlossen ist.
Er schrieb, dass Journalisten auch freien Eintritt hätten, wenn die Wilhelma einverstanden sei.
nun wird es kurios.
Er möchte nur Journalisten, die Mitglieder des Deutschen Presserates und deren „Töchter” sind, um anscheinend sichergehen zu können, dass der Pressecodex” eingehalten wird.
Im Pressecodex gibt es allerdings eine Klausel.
Ziffer 15 – Vergünstigungen:
Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.






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