Verbalmassaker

In Hollywood soll es „Eliten” geben, die Kinder rauben, diese in schalldichte Keller sperren und sie foltern. Dann gewinnen sie angeblich das Hormon Adrenochrom aus dem Blut der Kinder, spritzen sich dies und verjüngen such damit. Die Kinder würden anschließend an Organbanken oder Kannibalen verkauft.
Diese Verschwörungstheorie kursiert nicht erst seit kurzem, sondern schon weitaus länger, als man denkt.
Man denke an die Gerüchte aus dem Mittelalter, Juden würden Kinder essen oder deren Blut trinken.
Am 28.10.2017 veröffentlichte jemand im Politikforum der Plattform „4chan” – Synonym für „Fortune” (Schicksal)) – einen Beitrag mit der Überschrift „Ruhe vor dem Sturm”.
Darin behauptet der Autor, der sich selbst „Q” nennt, dass Hollywoodstars und Eliten wie hohe Beamte einen Kinderhändlerring betreiben würden. Er formulierte, dass das Ziel sei, Kinder zu foltern und Adrenochrom zu gewinnen, um sich damit zu verjüngen beziehungsweise „ewige Jugend” zu erlangen. Der Autor mit dem Namen „Q” stellte sich selbst ein hoher Mitarbeiter des Militärs vor, der „Q Clearance” besäße, was bedeutet, dass er Zugang zu streng geheimen Informationen wie Waffensystemen et cetera hat.
Um wen es sich bei „Q” handelt, ist bis jetzt nicht geklärt.
Er selbst beschrieb vieles so, dass man einen riesigen Interpretationsspielraum hat.
Darauf angesprochen, was er konkret meine oder warum er stellenweise kryptisch oder sehr vage spreche, antwortet er, wenn er deutlicher formuliere, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass er identifiziert würde, sehr groß.
Er weist auch darauf hin, dass Präsident Trumpf den Kriminellen in der Regierung Paroli biete und der „Tag der Abrechnung” nahe sei.
John F. Kennedy habe seinen Tod nur vorgetäuscht, damit er zusammen mit Trump den Kriminellen das Handwerk legen könne.
Dass John F. Kennedy hundert Jahre alt wäre, spielt keine Rolle.
Aus den „Erläuterungen”, die „Q” veröffentlichte, hat sich eine Verschwörungstheorie namens „QAnon” entwickelt.
Personen, die die „Berichte” vn „Q” weiterverteilten nannten sich „Q Anonym”, abgekürzt „QAnon”.
Das Kuriose ist, dass eine Person, die auch noch größtenteils vage Angaben macht oder auch in Rätsel etwas darstellt, so etwas bewirken kann.
Die Behauptung beweisen konnte dieser „Q” nicht, denn er sagte immer wieder, wenn er konkreter würde, könnte man darauf kommen, wer er sei.
Alles, was er sagte, kann mit keinem Beweis belegt oder gar falsifiziert werden.
Adrenochrom ist ein Stoffwechselprodukt des Adrenalins und ist an der Bildung des Hautpigments (Melanozyten) beteiligt. Es wurde 1952 im Zuge klinischer Studien zum Verständnis der Schizophrenie und deren Behandlung näher untersucht. 1982 wurde Adrenochrom allerdings als psychisch-aktive Substanz verworfen.
Q ist ein gottähnlicher Charakter bei der Serie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert” ( „Star Trek – TNG” ).

Jedes Jahr im Frühling geht das Gezeter wieder los …
Unsere freiheitsliebenden Freunde mit den zwei Rädern rasen wieder durch Städte, Dörfer, die Natur und so weiter.
Sie wollen raus, weil sie den ganzen Winter über eingesperrt waren.
Freitheit!
Noch bevor Euer erstes „Argument” kommt, wie es immer kommt, möchte ich Euch den Wind aus den Segeln nehmen.
Ich fahre auch Motorrad.
Und mir geht Euer Gezeter mächtig auf den Geist.
Wind um die Nase – geschenkt!
Bis jetzt konnte ich noch nicht herausbekommen, was daran „Freiheit” ist, wenn wie irre durch die Städte gefahren wird, man den Motor zum lauten Heulen bringt und sich vordrängelt bei roten Ampeln, um ganz vorne zu stehen.
Und dann Eure Hypersensibilität!
Beschwert man sich, dass Ihr rücksichtslos seid, ruft Ihr, dass diese Personen keine Ahnung haben und nur etwas gegen Motorradfahrer haben!
Ja, sie haben etwas gegen Euch rücksichtslose Motorradfahrer.
Zu jeder Kritik habt Ihr ja ein passendes „Gegenargument” und wenn es noch so weltfremd ist!
Wenn auf der Autobahn Stau ist, muss man notgedrungen warten.
Ihr fahrt – weil Ihr es könnt (!!!) – durch sie oder neben den Autoschlangen her, was laut Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt ist.
Ihr sagt, dass es heiß sei unter der „Lederkombi” und niemand verlangen könnte, dass Ihr so lange mit der Lederkleidung in der prallen Sonne steht.
Ihr malt dann aus, dass Ihr „überhitzt” und ein Kreislauf- oder Was-auch-immer-Kollaps drohe.
Ich trage auch Lederkleidung beim Motorradfahren und ich habe regelkonform im Stau gestanden, ohne zu kollabieren.
Und das nicht nur einmal.
Ihr erzählt dann, dass es ja nicht nur die Sonne ist, die Euch zu schaffen macht.
Von oben brennt die Sonne. Der Motorblock ist auch heiß. Dazu kommt noch, dass die Straßen sehr heiß werden.
Diese drei Hitzequellen würden Euch fast umbringen.
Das hieße, dass ich mir von der sengenden Hitze des Motorblocks die Beine verbrennen müsste, weil dieser immer da ist.
Wenn jemand im Sommer barfuß geht, verbrennt er sich nicht die Fußsohlen. Bei Schuhen schmelzen auch nicht die Sohlen.
In der Sonne zu stehen, ist nicht schön, auch nicht mit dem Fahrrad, aber man hält es aus.
Es gibt übrigens keine Statistiken, die belegen, dass Motorradfahrer einen „Kollaps” bekommen haben von der Sonne und es deshalb zum Unfall gekommen ist.
Die Unfälle passieren, weil man die Maschine aufdreht und irgendwann nicht mehr reagieren kann.
Wenn Motorradtreffs stattfinden, steht Ihr mit Eurer „Lederkombi” in der Sonne und palavert.
Es wird dann nicht zu heiß.
Auf der Autobahn „überhitzt” Ihr ja angeblich und müsst weiterfahren, damit Euch der Wind abkühlt.
So langsam, wie Ihr Euch durch die Autoschlangen drängelt, erzeugt Ihr definitiv keinen Fahrtwind.
Wenn Autofahrer Euch sagen, dass Ihr gar nicht bei Staus weiterfahren dürft, kommt Ihr mit dem Argument, dass Ihr das dürft.
Der Unterschied ist, dass Ihr meint, das zu dürfen.
Das Argument, in den Niederlanden dürften Motorradfahrer mit Warnblinkanlage durch den Stau fahren, habt Ihr Euch ausgedacht, um Euch zu rechtfertigen.
Diese Regelung gibt es nicht laut ansässigem Verkehrsministerium.
Eigentlich liefert Ihr Euch selbst schon das Gegenargument.
Denn wenn es in den Niederlanden erlaubt wäre, heißt es nicht, dass man es in Deutschland auch dürfte.
Wenn Motorradfahrer „überhitzen” würden, wenn sie warten müssten, würde es so sein, dass Motorradfahren aus gesundheitlichem Gründen verboten würde.
„Bitte nehmt auf Motorradfahrer Rücksicht!
Sie sind den ganzen Winter nicht gefahren und müssen sich erst wieder ans Fahren gewöhnen.”
Diesen Appell findet man jedes Frühjahr in diversen Foren, Websites et cetera.
Wenn man im Winter nicht fahren konnte, fährt man in der Regel langsam und vorsichtig, um erstmal wieder ein Gefühl dafür zu bekommen. Dann kann man sich langsam steigern.
Zumindest mache ich es so.
Übrigens … Winter …
Wenn jemand im Winter Motorrad fährt, hat er noch nie gesagt, dass er erfriert, wenn er dann schnell fährt oder am Stau „vorbeizieht”.
Wenn es stimmen würde, dass die Sonne so schlimm wäre für einen „Kollaps”, müssten die wenigen, die im Winter fahren, gesittet fahren, und zum Beispiel im Winter im Stau stehen bleiben.
Es könnte ja nichts „überhitzen”.
Wenn Motorräder verunglücken, ist laut Polizeibericht im überwiegend großer Zahl der Motorradfahrer schuld.
Motorräder, die aus Kurven geflogen sind, waren zu schnell.
Das „wilde” Gebühren der rücksichtslosen Motorradfahrer wird dadurch impliziert, dass bei Radar- und Geschwindigkeitskontrollen von vorne gemessen wird.
Motorräder haben die Nummernschilder hinten.
Warum sprechen sich denn so viele von Euch dagegen aus, dass vorne in irgendeiner Form ein Nummernschild sein soll?
Platz könnte man schaffen für ein kleines Schild.
Zudem sind die Kameras für die Verkehrsüberwachung schon sehr gut, dass man auch kleine Nummernschilder erfassen und auswerten könnte.
Mir als rücksichtsloser und regelkonformer Motorradfahrer fällt es nicht schwer, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten.
Dann sollte es anderen auch nicht schwerfallen.

Am 23.März diesen Jahres traten Beschränkungen ein, um das Corona-Virus einzudämmen. Diese wurde unter dem Namen „Lockdown”, mancherorts auch „Shutdown”, bekannt.
Was hat sich eigentlich im Denken geändert?
Nun werden die Beschränkungen langsam wieder aufgehoben.
Von den knapp 175 000 Infizierten in Deutschland sind über 130 000 wieder genesen. Die Neuinfiziertenzahl von anfangs fast 7 000 Mitte März ist gesunken auf weniger als 800 pro Tag.
Seit einigen Wochen schreit die Wirtschaft, dass sie Mindereinnahmen oder gar keine mehr habe. Dazu, hört man, kämen die Personalkosten, Miete und so weiter.
Jeder schreit nach Staatshilfen.
Das kann man in gewisser Hinsicht verstehen, der der „Staat”, gemeint ist die Regierung – hat den sogenannten „Lockdown” per Gesetz beziehungsweise Verordnung (gemäß Infektionsschutzgesetz) beschlossen
Große Unternehmen sagen nun , dass sie aufgrund des „Lockdown” und den damit schwindenden Einnahmen (Gewinne) Mitarbeiter entlassen müssen.
Mir kommt es so vor, als ob die Chefs dieser mehr oder weniger großen Unternehmen einfach so weiter machen wie vor der Corona-Krise.
Wenn ich höre, wenn im gleichem Atemzug einbrechen Gewinne und der Abbau von Arbeitsplätze genannt wird, fühle ich mich wie in einer Zeit versetzt, in der nichts von einem sogenannten „Lockdown” bekannt war.
Was machen die von den Kündigungen (potenziell) Betroffenen?
Nichts!
Sie hoffen darauf, dass sie persönlich nicht betroffen sind.
Sie hoffen, dass ihre Loyalität belohnt wird.
Wie verhält es sich mit der Loyalität der Unternehmen ihren Mitarbeitern gegenüber?
Vielleicht bin ich ein Utopist.

Den Verschwörungstheoretiker rund um die angebliche „Corona-Lüge” ist nichts zu schade, um es für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Die wirren Aluhut-Träger haben einen Zusammenhang zwischen dem neuen Mobilfunkstandard 5G und Corona (Covid-19) konstruiert.
Angeblich sei Corona zeitgleich mit der Einführung von 5G aufgetreten.
Da Deutschland nur in einigen wenigen Großstädten 5G-Anlagen zum Testen aufgestellt hat, ist ein Zusammenhang nicht gegeben, wie von den Verschwörungstheoretikern behauptet wird.
Wenn es stimmte, müsste es in Gangelt, Kreis Heinsberg, – dem Corona-Hotspot in Deutschland – ein funktionsfähiges 5G-Netz geben.
Dies ist aber nicht der Fall.
Es wird ohne Vergleichsstudien behauptet, dass das 5G-Netz das Immunsystem des Menschen schwäche und dadurch gefördert werde, dass sich Krankheiten schneller ausbreiten könnten.
Bedingt durch die höheren Datenübertragungsraten bei 5G werden höhere Frequenzen benötigt. Diese liegen im Bereich um 38 Gigahertz. Man spricht auch von Millimeterwellen.
Durch neue fokussierbare Antennen und Transmitter reduzieren sich die Übertragungszeiten für Datenpakete auf unter einer Millisekunde.
Da höhere Frequenzen und kleinere Wellenlängen nicht soviel Energie erzeugen, reduziert sich folglich auch die Wärmewirkung.
Experten des Bundesamts für Strahlenschutz haben in Studien bewiesen, dass diese geringe Wärmewirkung nur in den oberen Hautschichten eindringe und keinen Schaden anrichte.
Um das Immunsystem zu schwächen, müsste man Menschen schon sehr hohen Strahlungen aussetzen, die nicht mal in der Anfangszeit des Mobilfunks erreicht wurden.
Noch bevor es die Mobilfunknetze gab, wurden ISDN-Telefone eingeführt, die nicht mehr wie die „alten” analog, sondern digital funktionierten.
Zu dieser Zeit kamen auch sogenannte Schnurlos-Telefone heraus und es kursierten die ersten Gerüchte, dass diese Telefon durch die „getakteten Verbindungen” Krebs verursachen würden.
Dies konnte weder bei den Schnurlos-Telefonen noch bei Mobiltelefonen nachgewiesen werden.
Jedes Mal, wenn ein Mobilfunkstandard oder Datenübertragungsstandard bei Mobiltelefonen durch einen neueren abgelöst wurde, flammten diese Gerüchte wieder auf.
Diese Verschwörungstheorie wird auch bei Personen verbreitet, die sich gegen die angeblichen „Freiheitsbeschränkungen durch die Anti-Corona-Maßnahmen” aufzulehnen meinen.
Da diese Corona-Leugner und ‑Verharmloser behaupten, dass Corona nicht schlimmer als eine Grippe oder Erkältung sei, kommt es ihnen gerade recht, dass man einen Zusammenhang mit 5G konstruieren kann.
Da angeblich die elektromagnetische Strahlung von 5G das Immunsystem schwäche, kann man bei der Behauptung bleiben, dass Corona harmlos sei, denn wenn Menschen erkrankten und im schlimmsten Fall stürben, liege dies nicht am Corona-Virus, sondern daran, dass das Immunsystem durch die „5G-Strahlung” zerstört worden sei.
So kann man auch behaupten, dass diese Personen durch eine völlig harmlose Erkältung gestorben seien, weil der Körper keinerlei Abwehrkräfte mehr gehabt habe.

Seit dem 23.3.2020 gibt es Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, um die Corona-Pandemie einzudämmen.
Etwa sieben Wochen später gibt es langsam Lockerungen, allerdings mit Beschränkungen.
Was hat sich eigentlich in den Köpfen der Menschen getan?
Ich höre seit Wochen nur das Klagen vieler, die sich Sorgen um ihre Existenz machen. Sie fordern vom Staat Hilfen, um nicht pleite zu gehen und um sich über Wasser halten zu können.
Nach den ersten Lockerungen durften Geschäfte wieder (beschränkt) öffnen, Friseure dürfen wieder an die Haare und vieles mehr.
Durch den sogenannten “Lockdown” sind die Zahlen der täglich Neuinfizierten sehr geschrumpft, was erst möglich gemacht hat, dass jetzt wieder langsam und kontrolliert mit starken Hygiene- und Verhaltensregeln in die normale Bahn zurückgekehrt werden kann.
Jeder fordert nun, dass am besten alles so sein solle, wie vor dem Ausbruch der Seuche.
Hat niemand darüber nachgedacht, ob es sinnvoll wäre einfach so weiterzumachen?
Ich habe bei dieser Frage nicht im Hinterkopf, dass durch die Aufhebung der Beschränkung eine neue Welle von Neuinfizierten über uns kommen könnte, sondern ich meine, ob es ratsam ist, weiter nur ein Hamster im großen Laufräderwerk eines Systems mit der Devise “Immer mehr, immer schneller, immer größer” sein.
Während und in der stillen und nicht so stressigen Zeit der Corona-Krise habe ich viel nachgedacht und denke viel nach.
Das “Immer mehr, immer schneller, immer größer” hat uns nichts gebracht.
Es hat uns aber gerade zur Corona-Krise gezeigt, wie zerbrechlich doch alles ein kann, wie sensibel alles reagiert, wenn plötzlich etwas Unvorhersehbares passiert.
Unser ach so gelobtes Wirtschaftssystem mit den riesigen Renditen, dem hohen Mehrwert (für alle) streckt nach knapp zwei Monaten die Flügel und vegetiert vor sich hin. Die Agonie im Nacken schreit es nach Hilfe, obwohl es nie denen geholfen hat, die es verletzt oder gebrochen hatte. Es krächzt nach Boni, nach Geld, obwohl es geizig ist und sich nie um andere gekümmert hat.
Der abgestürzte leidende Vogel kommt angeblich nicht mehr von alleine hoch, wenn der Staat nichts tut.
Konzerne streichen immer höhere Gewinne, aber entlassen aus Kostengründen die Menschen, die dafür gesorgt haben, dass diese Gewinne erst möglich waren.
Dämmert es niemanden?
Als gerade der sogenannte Lockdown beschlossen und kommuniziert wird, melden Unternehmen Kurzarbeitergeld, weil sie wussten und wissen, dass ihre “Wirtschaftspolitik” nur von kurzer Dauer war.
Und, weil sie ihre Gewinne mit niemandem teilen wollen. Sie sind nicht bereit, etwas abzugeben.
Wenn wir so weitermachen, werden finanzielle Lohneinbußen auch bei Vollbeschäftigung kommen, weil die Konzerne ja “leben” müssen. Dazu kommen viele Arbeitslose, weil die Konzerne nicht mehr soviel beschäftigen können. Die übriggebliebenen müssen dann eben mehr und schneller produzieren.
Alles im Sinne der Unternehmen und deren Gewinne!
Jetzt ist es Zeit zu verändern.

Am vorigen Freitag ist ein Team der „Heute Show“ (ZDF) angegriffen und verletzt worden.
Unter ihnen war auch der Moderator und Akteur Abdelkarim.
Laut Recherchen war das Team auf einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin zugegen.
Dort wurden es von anscheinend 20 Personen aus dem – wie es sich heute (Sonntag) herausstellte – „linken Milieu“ angegriffen.
Sechs der „Linken“ wurden vorläufig festgenommen, doch am Samstag wieder entlassen.
Laut Staatsanwaltschaft bestehe zudem kein dringender Tatverdacht, weswegen es auch keine Haftbefehle gab.
Das ZDF und die „Heute Show” schweigen sich aus und sagen, man wolle „laufenden Ermittlungen” nicht vorgreifen.
Wenn die „Heute Show” sich auf Demonstrationen oder Kundgebungen begibt und dort Leute interviewt, geht es nicht gesittet zu.
Teilnehmer werden sehr oft im Kontext des „satirischen Berichts” als Idioten dargestellt.
Dies darf man nicht falsch verstehen. Gewalt ist abzulehnen.
In Stuttgart kamen wir vor zwei Jahren durch einen Zufall zu einer Kundgebung gegen Frühsexualisierung von Kindern. Wir hörten interessehalber zu und machten Fotos.
Dort war auch ein Team der „Heute Show” mit Lutz van der Horst.
Lutz van der Horst pickte sich nach einigen Versuchen und Betrachtungen Personen heraus, die sich nicht wirklich artikulieren konnten und trieb verbale Spielchen mit ihnen.
Irgendwann wurde es mir zu dumm, dass er diese Personen als Idioten bezeichnete und ich klinkte mich ein.
„Lutz, ich erkläre gerne, worum es hier geht”, begann ich, als die Kamera auf mich aufmerksam wurde. Ich erklärte, dass geplant sei, dass in Grundschulen und Kindergärten schon Kinder mit Sexualpraktiken konfrontiert würden und dies nicht richtig sei.„
Er versuchte mit mir auch eine Spielchen a la „Alles Idioten hier”, doch er biss auf Granit.
Ich ließ mich nicht vorführen und blieb sachlich.
Er kochte vor Wut, denn er hatte jemanden vor sich, dem er nicht Herr werden konnte und der seine Spielchen in eine andere Richtung trieb.
Nach einiger Zeit bemerkte er, dass er mich weder provozieren noch an die Wand spielen konnte.
Das Team wandte sich ab und ging wieder zu den nicht so sprachgewandten.
Am Wochenende profilierte sich Lutz van der Horst im ZDF und zeigte seine Denunziationsattacken. Von meinem Auftritt war nichts zu sehen.
Am Tag danach bekam ich eine Diskussion bei Facebook mit und konfrontierte ihn. Viele Kritiker sagten, dass er es mal mit „richtigen” aufnehmen solle und nicht nur mit „schwachen”.
Er sagte nichts dazu, sondern attackierte nur diejenigen, die er vorgeführt hatte. Er fand seine „Aktion” richtig toll.
Ich stellte mich vor und fragte, warum er denn nicht unser Gespräch auf Sendung hätte gehen lassen. Es gab sogar einen Zeugen, der mich gesehen hatte.
Die Reaktion war, dass er sich an nichts erinnern könne.
Dann war die Sache für ihn gegessen und er ignorierte uns.
Ich verteidige keine Gewaltausbrüche gegen Menschen.
Ich habe mich allerdings schon lange gefragt, warum das Team der „Heute Show” nie in eine Schlägerei verwickelt wurde.

In verfahrenen Diskussionen fällt immer wieder der Satz: „Lass mir meine Meinung!”.
In dem Moment hat sich für mich die Diskussion erledigt.
„Lass mir meine Meinung!” ist eine Floskel, die einzig und allein aussagt, dass man keine Diskussion will. Man tarnt dadurch seine eigene Unfähigkeit, Fakten anzuerkennen.
Anstatt zuzugeben, dass man Unrecht hat oder dass man nicht alles durchdacht hat, bringt man die „eigene Meinung” ins Spiel.
Dies ist das letzte Aufgebot, doch noch irgendwie die Kurve zu kriegen, um nicht zugeben zu müssen, dass man falsch liegt. Mit diesem sogenannten Totschlagargument glaubt man, doch gewinnen zu können.
Das ist aber ein Trugschluss!
In einer Gesellschaft ist die Meinungsfreiheit das höchste Gut.
Jeder darf zu allem seine eigene Meinung haben.
Eine Meinung ist weder richtig noch falsch.
In einem Redebeitrag oder einem Text können aber Fakten falsch sein oder nicht richtig wiedergegeben sein.
Dies kann man anprangern und richtig stellen.
Das hat nichts mit der freien Meinung zu tun.
Ein Beispiel :
Zwei Personen stehen vor einem Auto.
Einer sagt: „Ich mag besonders Benzinautos. Deswegen würde ich mir dieses Auto kaufen.„
Die andere Person entgegnet: „Dann kannst Du dieses Auto nicht kaufen, denn es ist ein Diesel.„
Der erste bestreitet dies und argumentiert, dass dies kein Diesel sein könnte, weil es zu leise sei.
Der zweite sagt, dass Dieselmotoren leiser geworden seien.
Irgendwann öffnet er die Motorhaube und auf dem Motor steht: „Diesel”.
Nach kurzer Überraschung fordert der Benziner-Fan: „Lass mir meine Meinung, dass dies ein Benziner ist!”.
Dieses Beharren auf die „eigene Meinung” zeigt, wie töricht es ist, dies zu fordern. Die Fakten sind klar. Daran ändert nicht, dass man der Meinung ist, sie seien anders oder könnten es sein.
Solche und ähnliche Diskussionen wie oben mit dem Auto kenne ich zur Genüge zum Beispiel im Bereich „Homöopathie”.
Genauso wie in Diskussionen um Esoterik oder „Verschwörungstheorien” geht es hier immer heiß her.
Die Seite „Homöopathie” steht unversöhnlich der Seite Medizin gegenüber und es wird hitzig argumentiert.
Spätestens, wenn wissenschaftliche Betrachtungen wie die Avogadro-Konstante oder die Brownsche Bewegung ins Spiel kommen und „Homöopathie”-Anhängern klar werden sollte, dass ihr Konstrukt nicht funktionieren kann, schreit irgendjemand, dass man ihnen die „eigenen Meinung” lassen solle.
Sie argumentieren, argumentieren und plötzlich erschüttert etwas ihr gesamtes „Weltbild”. Die einzige Antwort, die ihnen einfällt, ist: „Lass mir meine eigene Meinung”.
„Was möchtest Du mir denn mitteilen?”, frage ich dann höflich; „Möchtest Du mir sagen, dass wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse nichts taugen, weil Du anderer Meinung bist?”.
Dann wird es kurios. Sie beziehen sich auf das Grundgesetz wie oben erwähnt, in der Hoffnung, dass ich einknicke und ihnen recht gebe.
Doch das tue ich nicht.
Ich kann jemandem recht geben, weil er der Meinung ist, dass es eben etwas anderes noch zwischen Himmel und Erde existiere, was unsere Schulweisheit nicht kenne.
Klar, gibt es wissenschaftliche Gesetze, die wir noch nicht kennen, doch damit ist es nicht getan. Falls diese irgendwann anerkannt würden, hätten diese aber nichts mit der persönlichen Meinung zu tun, sondern mit Allgemeinwissen oder wissenschaftlicher Erkenntnis.
Fakten und Wissen haben nichts mit der „eigenen Meinung” zu tun.
Wer meint, wider besseres Wissen und oder Beweise fordert, seine „eigene Meinung” zu akzeptieren, handelt antikommunikativ und egoistisch.

Durch die Beschränkungen hat es Deutschland geschafft, die Neuinfektionen mit dem Corona-Virus tief herunterzudrücken, von über 6000 Neuinfektionen pro Tag vor dem sogenannten „Lockdown” bis aktuell unter eintausend.
Manche Stimmen, wie zum Beispiel auch die Teilnehmer der gestrigen Anti-Corona-Maßnahmen-Kundgebung schließen daraus, dass alles gar nicht so schlimm gewesen sei.
Sie verkennen dabei, dass erst durch die Maßnahmen die zahlen gedrückt werden konnten.
Vor dem „Lockdown” gab es in Deutschland knapp 30 000 Infizierte und pro Tag steckten sich etwa 4 000 an. Dies erreichte am Anfang des „Lockdowns” 6 200. Dann fiel es langsam aber stetig.
Die Maßnahmen wie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen waren erfolgreich.
Was die Verharmlosen verkennen, ist das sogenannte „Ausbreitungsparadoxon”.
Wissenschaftler und Mediziner analysieren (Neu-)Infektionszahlen.
Daraus erstellen sie eine Prognose.
Sie entwickeln Thesen, wie man die Infektionszahlen drücken kann.
Die Maßnahmen werden durchgesetzt.
Das sind die ersten Stufen.
Durch die eingeleiteten Maßnahmen (Ausgangsbeschränkungen, Hygieneregeln et cetera) verringert sich die Zahl der Neuinfektionen.
Die Maßnahmen sind beziehungsweise waren erfolgreich.
Wären die Maßnahmen nicht unternommen worden, hätte sich die Infektion noch mehr ausgebreitet.
Durch das Handeln im Vorhinein oder zu einem frühen Zeitpunkt konnte der schlimmere Fall, den man befürchtet hatte, gemildert werden.
Bei dieser Handlungsweise kommt es zu einem Paradoxon, oder zumindest kann man es so bezeichnen.

Die Corona-Krise ist noch nicht vorüber, doch es gibt Lockerungen der Beschränkungen, die erlassen wurden, um die Seuche (Pandemie) einzudämmen. Doch immer öfter hört man Stimmen, die laut verbal auf Politiker für die Vorsichtsmaßnahmen einprügeln.
Vor dem sogenannten „Lockdown” steckte ein Infizierter circa dreieinhalb andere an. Momentan ist diese Zahl auf 0,7 gesunken. Dass bedeutet, dass viel weniger Ausbreitung erreicht wurde.
Man könnte dankbar sein, dass die Beschränkungen diesen Erfolg gebracht haben.
In Anfang des „Lockdowns” wurde sich strikt an die Regeln gehalten. Jetzt, wo die Lage wesentlich besser geworden ist, war alles angeblich übertreiben.
Dabei wird aber vergessen, dass es Deutschland im Vergleich zu anderen Nachbarländern – gelinde gesagt – „harmlos” erwischt hat, insbesondere, was Verstorbene angeht.
Klar, zu Hause bleiben und wenig Kontakte pflegen ist nicht jedermanns Sache, besonders nicht auf Dauer.
Aus der eigenen Unzufriedenheit heraus spricht man sich gegen „die da oben” aus. „Die da oben” hätten nämlich mit den Maßnahmen gegen Corona vollkommen übertrieben. Man hätte es auch anders machen können.
Als es hieß, es gäbe Lockerungen, sagte man, das würde auch Zeit. Man konnte dich freuen.
Als wenn man es sich nicht hätte denken können, verurteilte man massiv die Regeln, die für eine Lockerung nötig seien: Mundschutze, Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen, Einlasskontrollen et cetera.
Kurz vorher hatte es schon Demonstrationen gegen die Corona-Bescvchränkungen gegeben.
Nun sind also erste Lockerungen angelaufen, weil die Reproduktionsrate des Virus in den Keller gegangen ist.
Das reicht den Permanent-Unzufriedenen nicht!
Jetzt prügeln sie verbal und wahllos auf Politiker ein, weil ja alles gar nicht so schlimm gewesen sein soll.
Anstatt immer seine eigene Unzufriedenheit (mit allem und jedem) auf andere zu reflektieren, könnte man einfach mal tief durchatmen und denkbar sein, dass es uns nicht so schlimm erwischt hat.

Heute Morgen, nachdem ich von der Kontrolle vom Hausarzt gekommen war, sprang ich noch kurz für Aufschnitt ins Geschäft in unserer Nähe.
Dort war ein alter Mann, der sich unverantwortlich benahm.
Ich stand in der Warteschlange an der Kasse wie die Anderen.
Hinter gab es einen leichten Windstoß, dann hörte ich einen Mann hinter mir schnaufen. Er redete kurz mit sich selbst und ging mit seinem Kasten Sprudel zur mittleren Kasse.
Dort kam es dann zum ersten Eklat, weil die Frau, die vor ihm stand, sich beklagte, er solle bitte den Mindestabstand einhalten.
„Ja, ja, hundert Meter!” kommentierte er es.
Eine andere Frau sagte ihm, er möge die Maske richtig aufsetzen und auch die Nase bedecken.
Er kommentierte es wieder genau wie bei der anderen mit „hundert Meter”.
Er meinte auch, dies ginge nicht, da die Brille beschlüge.
Da es bei uns an der Kasse schneller ging, standen wir bald auf gleicher Höhe.
Er stand direkt am Rücken der Frau vor ihm, die ihm mehrmals sagte, er möge Abstand halten.
Da er die Maske gerade über die Lippen trug und beim „Ja, ja, hundert Meter” sagen, auch die Maske verschob, war es mir auch irgendwann zu dumm.
„Setzen Sie bitte die Maske auch über die Nase. der Ansteckungsweg von Corona beginnt bei der Nase”, meinte ich in deutlichem Ton zu ihm.
„ja, ja …”, begann er wieder, doch ich fuhr ihm scharf ins Wort: „Reden Sie sich nicht mit hundert Metern heraus. Sie tragen die Maske falsch und halten den Mindestabstand nicht ein. Ich möchte nicht Corona bekommmen.”
Nach dem „Ja, ja” schnitt ich ihm das Wort wieder ab.
„Denken Sie einfach mal an andere Leute. Ich trage auch eine Brille und meine beschlägt durch die Maske nicht. Nehmen Sie endlich Anstand, von mir aus auch hundert Meter oder mehr. Damit Sie niemanden anstecken können!”
Er dreht sich abrupt um und beschwerte sich erstmal beim Bezahlen über die „Käfige” an der Kasse, der einen beim Bezahlen behindern würde.
Er meinte die Scheiben, die als Spickschutz dienten.
Die Leute, die hinter ihm standen, waren auf Distanz gegangen und zeigten mir, dass er wohl einen Vogel habe.
Ich wusste gar nicht, wie ignorant manche Leute sind.