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Michael Ballweg und die Wahrheit über seine IT-Firma
Michael Ballweg, Gründer der sogenannten “Querdenker”-Bewegung, behauptete mehrfach, dass zahlreiche Unternehmen ihre Verträge mit seiner IT-Firma gekündigt hätten, nachdem er die sogenannten „Querdenker” ins Leben gerufen hätte.
Diese Darstellung erweckt den Eindruck, dass seine politischen Aktivitäten der Grund für die Kündigungen waren und er wirtschaftlich benachteiligt wurde.
Eine nähere Betrachtung der Tatsachen zeigt jedoch, dass diese Behauptungen nicht den wahren Gründen entsprechen.
Die eigentlichen Ursachen für die Kündigungen lagen in der mangelhaften Leistung seiner Firma.
Kunden bemängelten zunehmend, dass die von Ballwegs Unternehmen angebotene Software kaum noch Updates erhielt.
Diese Vernachlässigung führte dazu, dass die Software veraltet war und den Bedürfnissen der Kunden nicht mehr entsprach.
Unternehmen sahen sich daher gezwungen, andere Anbieter zu wählen, um ihre Geschäftsprozesse weiterhin sicherzustellen.
Im August 2020 kündigte Ballweg die Schließung der Webseite seiner Firma „Media Access GmbH” an und begründete dies mit „politischen Forderungen” von Großkunden, die ihre Referenzen von der Webseite entfernen lassen wollten.
Er stellte dies als Angriff auf seine Meinungsfreiheit dar.
Recherchen des SWR-Journalisten Kai Laufen ergaben jedoch, dass einige dieser Unternehmen ihre Verträge bereits im Januar 2020 gekündigt hatten, also Monate vor Ballwegs verstärktem „politischen Engagement”.
Der wahre Grund für die Vertragskündigungen lag in der unzureichenden Weiterentwicklung der Software, nicht in „politischen Beweggründen”,
Ballweg verschwieg diese Fakten und stellte die Kündigungen stattdessen als „politisch motivierten Boykott” dar.
Er forderte seine Anhänger auf, den betroffenen Unternehmen „Feedback“ zu geben, was als gezielte Kampagne gegen diese Firmen verstanden wurde.
Tatsächlich aber lagen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seiner IT-Firma in unternehmerischen Versäumnissen, nicht in seinem „politischen Engagement”.
Diese Episode verdeutlicht, dass die wirtschaftlichen Probleme von Ballwegs IT-Firma hausgemacht waren und bereits lange vor seinem „politischen Engagement” existierten.
Sein Versuch, diese Probleme „politisch” zu erklären, lenkt von den tatsächlichen Ursachen ab.
Letztlich zeigt der Fall, dass unternehmerischer Erfolg weniger von „politischen Überzeugungen” als von der Qualität der angebotenen Produkte und Dienstleistungen abhängt.

Erster Prozesstag gegen Michael Ballweg: Ein Auftakt mit vielen Fragen
Am gestrigen Morgen des 2.10.2024 endete vor der Wirtschaftskammer des Stuttgarter Landgerichts der erste Prozesstag gegen Michael Ballweg, den Gründer der sogenannten “Querdenker”.
Die Sitzung begann mit der Verlesung der Anklageschrift, was etwas eine Dreiviertelstunde gedauert hatte.
Ursprünglich hatte das Verteidigerteam von Ballweg geplant, ein Statement nach der Anklageverlesung im Gerichtssaal abzugeben, doch überraschend entschieden sich Ballweg und seine Anwälte, sich weder zur Sache noch zur Person zu äußern.
Die Verteidiger kündigten an, dass ihr Mandant auch an den kommenden Verhandlungstagen keine Stellungnahme abgeben werde.
Die erste Sitzung des Prozesses verlief somit kürzer als erwartet, weil sich der Angeklagte ”bockig” gestellt hatte.
Diese Zurückhaltung hat strategische Gründe, da die Verteidigung plant, ihre Argumente zu einem späteren Zeitpunkt detaillierter darzulegen.
Nach dem Ende des ersten Prozesstags gab es jedoch außerhalb des Gerichtssaals ein Statement von Ballweg und seinem Team für die und gegenüber der Presse.
Während sie im Gerichtssaal noch erklärt hatten, sich nicht äußern zu wollen, nutzten sie die Gelegenheit, um doch noch Aufmerksamkeit zu erlangen.
Ballweg persönlich kritisierte die seiner Meinung nach gegen ihn gerichteten “Repressionen” und betonte, dass die “Querdenker”-Bewegung weiter bestehen werde.
Um dieses Thema ging es nicht, aber man kann es ja anmerken.
Er stellte sich selbst als “politisch Verfolgten” dar und machte deutlich, dass er den Prozess als eine “politische Verfolgung” sehe.
Diese Strategie zielt darauf ab, seine Anhänger aufzuwiegeln und sich selbst als unschuldig darzustellen.
Es zeigt aber auch, dass er sich nicht mit dem Grund der Anklage befasst hat.
Es geht um Betrug und Steuerhinterziehung, nicht um die sogenannten “Querdenker”.
Zudem kommt hier sein widersprüchliches Verhalten zu Tage, was die Presse betrifft.
Bei “Querdenker”-Demonstrationen, ‑Veranstaltungen, ‑Podien oder ähnlichem sollten Pressevertreter eine von den sogenannten “Querdenkern” vorgefasste “Erklärung” unterschrieben.
Diese konnte man sich auf deren Webseite herunterladen.
Diese zielte darauf ab, öffentlich-rechtliche Medienhäuser und einige von den sogenannten “Querdenkern” verhasste Medien auszuschließen.
So wurde explizit darauf verwiesen, man wolle beispielsweise mit der Tagesschau, dem Spiegel, “Die Tageszeitung” (taz) nicht kooperieren.
Vertreter dieser Medien wurden nicht zugelassen beziehungsweise ausgeladen oder ignoriert.
Ebenso sollten die Pressevertreter nur das berichten, was die sogenannten “Querdenker” als “berichtenswert” erachteten.
Dazu kam noch, dass man den “Querdenkern” bei einer Interviewanfrage vorab die zu stellenden Fragen schicken sollte.
Kollegen und ich taten dies mehrmals pro forma und – siehe da – man lehnte das Interview ab mit dem Hinweis, wir wollten nicht “objektiv” berichten.
Als letzten Satz in der Erklärung steht “Eine Zensur findet nicht statt.”, was als ein Hohn auf unsere demokratische Grundordnung zu werten ist und war.
Man will beistimmte Medien nicht zulassen oder selbst entscheiden, was die Medien veröffentlichen, was eine Zensur darstellt, aber lacht die Medienvertreter aus mit dem Zitat “Eine Zensur findet nicht statt”.
Die “Querdenken”-Initiative, die von Ballweg gegründet wurde, hat seit Beginn der COVID-19-Pandemie für viel Aufsehen gesorgt.
Die Bewegung, die sich gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus richtete, hat zahlreiche Demonstrationen organisiert und dabei sowohl Unterstützer als auch Kritiker auf den Plan gerufen.
Während die Anhänger der Bewegung die Einschränkungen der Grundrechte anprangern, werfen Kritiker der Initiative vor, Verschwörungstheorien zu verbreiten und die öffentliche Gesundheit zu schädigen.
Der Prozess gegen Ballweg wird nicht nur juristisch, sondern insbesondere von seinen Anhängern politisch aufmerksam verfolgt.
Die Frage, ob Ballweg tatsächlich als politisch Verfolgter angesehen werden kann, wird keine zentrale Rolle in den kommenden Verhandlungstagen spielen.
Seine Verteidigung wird versuchen, diesen Aspekt hervorzuheben, während die Anklage darauf abzielt, die strafrechtlichen Vorwürfe in den Vordergrund zu stellen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Prozess in den kommenden Tagen entwickeln wird.
Die Entscheidung von Ballweg, sich nicht zur Sache zu äußern, deutet darauf hin, dass die Verteidigung eine bestimmte Strategie verfolgt.
Es ist zu erwarten, dass der Prozess noch einige Überraschungen bereithalten wird, da sowohl die Anklage als auch die Verteidigung ihre Argumente weiter ausarbeiten werden.
Der erste Prozesstag hat viele Fragen aufgeworfen und die Spannung für die kommenden Verhandlungstage erhöht.
Ballwegs Verteidiger werden den Fall so aufbauen, dass Ballweg als Opfer eines “diktatorischen Staates” erscheinen soll, um von den ihm zur Last gelegten Straftaten abzulenken.
Die sogenannten “Querdenker” behaupten jetzt schon und sind davon überzeugt, dass Ballweg unschuldig ist und der “böse Staat” ihn bestrafen will, weil er nicht mit dem Strom schwimmt.

Prozess gegen Michael Ballweg: Gründer der “Querdenker” vor Gericht
Am Morgen des heutigen 2. Oktober 2024 begann vor der Wirtschaftskammer des Stuttgarter Landgerichts der mit Spannung erwartete Prozess gegen Michael Ballweg, den Gründer der realitätsfernen “Querdenker”.
Ballweg, der während der COVID-19-Pandemie durch seine Protestbewegung gegen die staatlichen Maßnahmen bekannt wurde, sieht sich nun schwerwiegenden Vorwürfen gegenüber.
Die Staatsanwaltschaft wirft Ballweg versuchte Steuerhinterziehung, vollendete Steuerhinterziehung sowie versuchten Betrug in insgesamt 9.450 Fällen vor.
Laut Anklage soll Ballweg durch seine Aktivitäten und Spendenaufrufe rund 1,2 Millionen Euro gesammelt haben.
Ein erheblicher Teil dieser Gelder soll jedoch nicht, wie angegeben, für die Bewegung verwendet worden sein, sondern in Ballwegs eigene Taschen geflossen sein.
Die Ermittlungen ergaben, dass Ballweg falsche Angaben über die Verwendung der Spenden gemacht haben soll, um sich persönlich zu bereichern.
Die “Querdenker”-Bewegung entstand im Frühjahr 2020 und organisierte zahlreiche Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung.
Ballweg, ein IT-Unternehmer aus Stuttgart, wurde schnell zum Gesicht der Bewegung, die sich gegen Maskenpflicht, Lockdowns und Impfungen aussprach.
Die Bewegung zog sowohl Unterstützer als auch Kritiker an und geriet immer wieder in die Schlagzeilen. Die Demonstrationen, die oft zehntausende Teilnehmer anzogen, wurden von der Polizei begleitet und führten zu zahlreichen Auseinandersetzungen.
Der erste Verhandlungstag begann mit einem großen Medienaufgebot und zahlreichen Zuschauern im Gerichtssaal.
Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich sowohl Anhänger als auch Gegner der “Querdenker”, um ihre Solidarität oder ihren Protest auszudrücken.
Die Verteidigung Ballwegs wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, alle Anschuldigungen energisch zu bestreiten.
Ballwegs Anwälte argumentierten, dass die Anklagepunkte auf Missverständnissen und Fehlinterpretationen basieren würden.
Die Reaktionen auf den Prozess sind gemischt.
Während einige die strafrechtliche Verfolgung Ballwegs als längst überfällig betrachten, sehen andere darin einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Bürgerrechte, vornehmlich vonseiten der „Querdenker” und Verschwörungstheoretiker.
Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern und könnte weitreichende Konsequenzen für Ballweg und die “Querdenker”-Bewegung haben.
Es bleibt abzuwarten, wie das Gericht die Beweise bewertet und welche Strafen im Falle einer Verurteilung verhängt werden.
Klar ist jedoch, dass dieser Prozess nicht nur für Ballweg persönlich, sondern auch für die politische Landschaft in Deutschland von großer Bedeutung ist.
Die Berichterstattung über den Prozess ist intensiv.
Zahlreiche Medienvertreter sind vor Ort, um über die Entwicklungen zu berichten.
Die öffentliche Meinung ist gespalten, und die Medien spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie der Prozess und die beteiligten Personen wahrgenommen werden.
Einige Medien konzentrieren sich auf die Vorwürfe und die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen, während andere die politischen und gesellschaftlichen Implikationen des Prozesses beleuchten.
Der Prozess gegen Ballweg hat eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst.
Befürworter der “Querdenker”-Bewegung sehen in Ballweg einen Helden, der für die Freiheit und gegen staatliche Übergriffe kämpft.
Kritiker hingegen betrachten ihn als gefährlichen Demagogen, der mit falschen Informationen und Verschwörungstheorien die öffentliche Gesundheit und Sicherheit gefährdet hat.
Diese Debatte spiegelt die tiefe Spaltung in der Gesellschaft wider, die durch die Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung entstanden ist.
Sollte Ballweg verurteilt werden, könnte dies nicht nur persönliche Konsequenzen für ihn haben, sondern auch die Zukunft der “Querdenker”-Bewegung beeinflussen.
Eine Verurteilung könnte die Bewegung schwächen und ihre Glaubwürdigkeit untergraben.
Andererseits könnte ein Freispruch Ballweg und seine Anhänger bestärken und ihnen neuen Auftrieb geben.
In jedem Fall wird der Ausgang des Prozesses weitreichende Auswirkungen haben.
Der Prozess gegen Michael Ballweg ist ein bedeutendes Ereignis, das weit über die strafrechtlichen Vorwürfe hinausgeht.
Er berührt grundlegende Fragen der Meinungsfreiheit, der Bürgerrechte und der gesellschaftlichen Verantwortung.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie das Gericht diese komplexen Fragen bewertet und welche Konsequenzen dies für Ballweg, die “Querdenker”-Bewegung und die deutsche Gesellschaft insgesamt haben wird.

Das Phänomen des „Positiven Denkens” hat in den vergangenen Jahrzehnten einen bemerkenswerten Aufstieg erlebt.
Es hat sich von einer simplen Lebenseinstellung zu einer weitverbreiteten Denkweise und einem lukrativen Markt für Selbsthilfebücher, Seminare und Lebensberatung entwickelt.
Die grundlegende Idee, eine optimistische Lebenseinstellung zu kultivieren, erscheint auf den ersten Blick durchaus sinnvoll und erstrebenswert.
Schließlich kann eine positive Grundhaltung dabei helfen, Herausforderungen mit mehr Zuversicht anzugehen und Rückschläge besser zu verkraften.
Allerdings birgt die extreme Ausprägung dieser Denkweise, wie sie von vielen Verfechtern propagiert wird, erhebliche Risiken und Schattenseiten, die oft übersehen oder bewusst ignoriert werden.
Ein zentrales Problem des übertriebenen positiven Denkens liegt in der Tendenz, negative Aspekte des Lebens auszublenden oder gar zu verleugnen.

Es war einer dieser Tage, an dem man sich im Wartezimmer des Arztes fragt, ob die Uhr tatsächlich stillsteht oder ob die Zeit in medizinischen Einrichtungen anders funktioniert.
Nachdem ich aufgerufen wurde und mein Rezept vom Arzt erhalten hatte – nein, natürlich kein altmodisches Papierrezept, sondern ein schickes, zeitgemäßes E‑Rezept – ging es für mich direkt zur Apotheke.
„Einfach Ihre Krankenkassenkarte einlesen lassen“, hatte mein freundlicher Arzt gesagt, als wäre das die einfachste Sache der Welt.
Und ja, es IST die einfachste Sache der Welt.
Aber das sollte ich erst im Laufe dieses Tages noch einmal eindrucksvoll bestätigt bekommen.
Doch bevor ich mich auf den Weg machte, musste ich noch einen Termin am Tresen bestätigen.
Es war genau in diesem Moment, als „sie“ auftauchte – die Frau, die den Ablauf des E‑Rezepts nicht so ganz … nun ja, eigentlich … gar nicht … verstanden hatte.
Sie stand bereits das x‑te Mal vor der Sprechstundenhilfe, die geduldig und mit Engelsgeduld erklärte: „Nein, wir geben keine Rezepte mehr auf Papier heraus, das läuft jetzt alles elektronisch.“
Die Frau nickte. So wie man nickt, wenn man nicht zuhört, sondern in Gedanken bereits den Kuchen fürs Wochenende plant.
Dann wandte sie sich mir zu, mit diesem leicht panischen Ausdruck im Gesicht, der deutlich sagte: „Elektronisch? Komjuter? Hab ich keine Ahnung von!“
Freundlich, wie ich nun mal bin, bot ich ihr an, sie zur Apotheke zu begleiten.
Vielleicht konnte ich helfen, dachte ich mir.
Und vielleicht auch nicht, dachte ich mir wenig später.
In der Apotheke lief es wie am Schnürchen.
Meine Krankenkassenkarte wurde eingelesen, und wie von Zauberhand erschienen auf dem Bildschirm meine verschriebenen Medikamente.
Der Apotheker, gewohnt sachlich, reichte mir die Packungen, als wäre es das Normalste auf der Welt.
Kein Papier, kein Kugelschreiber, kein Durchschlag.
Einfache digitale Magie.
Ich war beeindruckt, aber vor allem froh, dass es schnell ging.
Die Frau neben mir jedoch – sie war weniger beeindruckt und dafür umso mehr verwirrt.
Sie schaute sich den Vorgang an, als hätte ich gerade einen Zaubertrick vorgeführt.
Mit großen Augen und leichtem Kopfschütteln stand sie da.
„Mit Komjutern kenne ich mich nicht aus“, murmelte sie zum Apothekenangestellten, der daraufhin einen freundlich-professionellen Gesichtsausdruck aufsetzte.
Diesen Ausdruck lernt man wohl am ersten Tag der Apothekenlehre, in dem Moment, in dem der Satz fällt: „Haben Sie vielleicht was Homöopathisches für mein Bluthochdruckproblem?“
Die Frau bestand darauf, dass der Arzt ihr kein Rezept ausgestellt habe.
„Er hat sich geweigert“, sagte sie mindestens dreimal und fügte hinzu, dass sie dringend ihre Medikamente brauche, da sie chronisch krank sei.
Sie zählte mehrmals die Medikamente auf.
Der Apotheker, gewohnt souverän, scannte ihre Krankenkassenkarte und – welch Wunder! – da war es, das mysteriöse, unsichtbare Rezept, das sich hartnäckig geweigert hatte, in Papierform zu erscheinen.
„Hier sind Ihre Medikamente“, sagte der Apotheker schließlich, als wäre das alles ganz normal.
Die Frau jedoch schüttelte noch immer den Kopf.
„Das ist doch nicht richtig“, murmelte sie. „Ich verstehe das nicht. Kein Papier. Einfach so. Elektronisch. Komjuter…“
Der Apothekenangestellte lächelte tapfer weiter.
Nachdem die Frau die Medikamente in den Händen hielt, bedankte sie sich überschwänglich.
Nicht etwa bei mir, der heldenhaft die Vermittlerrolle gespielt hatte, sondern bei dem Apotheker.
„Sie haben mir sehr geholfen“, sagte sie, als hätte man ihr soeben die Geheimnisse des Universums offenbart.
Dann folgte der finale Akt dieses kleinen Dramas: „Ich überlege, den Arzt zu wechseln“, sagte sie empört. „Das ist doch unterlassene Hilfeleistung!“
Während ich die Apotheke verließ, überlegte ich, ob ich in Zukunft vielleicht ein Schild um den Hals tragen sollte:
„E‑Rezepte für Anfänger – Beratung kostenlos.“
Aber vielleicht sollte ich den „Komjuter“ auch einfach für mich behalten.

Politologen haben kurz nach der Landtagswahl in Brandenburg – 22.9.2024 – gesagt, dass sie eine Chance im „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) sehen, dass die AfD Stimmen verliere.
Um den Thesen, dass das „Bündnis Sahra Wagenknecht” die AfD eindämmen kann, zu widersprechen, lässt sich eine kritische Perspektive einnehmen.
Zunächst einmal basiert der Gedanke, dass linke Strömungen wie das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ die rechtspopulistische AfD in ihre Schranken weisen könnten, auf einem fundamentalen Missverständnis.
Die politische Ideologie und die Wählerbasis der AfD haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verfestigt, basierend auf nationalistischer, rechtspopulistischer Rhetorik, die Angst und Ablehnung gegenüber dem politischen Establishment instrumentalisiert.
Ein Bündnis von links könnte in dieser Situation nur schwer als Gegenpol wirken, da es einerseits die Polarisierung nicht überwindet, sondern sie sogar verstärken könnte.
Das Bündnis um Sahra Wagenknecht setzt sich aus ehemaligen SED-Mitgliedern und anderen linksideologischen Kräften zusammen.
Diese Verbindungen zur SED, die unbestreitbar die DDR-Diktatur initiiert und aufrechterhalten hat, werfen große Zweifel daran auf, ob eine solche Bewegung in der Lage ist, einen demokratischen Diskurs gegen rechte Kräfte wie die AfD zu führen.
Historische Lasten und die autoritären Züge, die die DDR-Diktatur prägten, machen es schwer, das Bündnis als glaubhafte Kraft gegen Extremismus darzustellen.
Es wird unweigerlich eine Angriffsfläche für Kritiker bieten, die den autoritären und undemokratischen Hintergrund des Bündnisses aufzeigen und damit den Diskurs weiter verschärfen könnten, anstatt ihn zu deeskalieren.
Die Vorstellung, dass eine linkspopulistische Bewegung wie das „Bündnis Sahra Wagenknecht” die AfD stoppen kann, geht von einer falschen Annahme aus: dass man rechte, nationalistische Tendenzen mit linken, populistischen Strategien bekämpfen könne, doch das führt zu keiner nachhaltigen Lösung, sondern nur zu einem Austausch extremer Positionen.
Das Bündnis könnte kurzfristig einige Wähler aus Protest anziehen, jedoch keine wirkliche Alternative zur AfD bieten, da es ebenfalls auf Populismus setzt und in der Vergangenheit keine Bereitschaft gezeigt hat, zu einer konstruktiven politischen Debatte beizutragen.
Eine Politologin argumentiert, dass SPD und CDU jüngere Wähler besser erreichen müssen, um die AfD einzudämmen.
Dieser Ansatz scheint weitaus pragmatischer und erfolgversprechender als der von Wagenknecht verfolgte.
Während das Bündnis um Wagenknecht auf die Entfremdung und den Protest vieler Menschen im Osten setzt, die sich von der herrschenden Politik abgewendet haben, wäre es klüger, die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Ursachen dieser Entfremdung ernsthaft anzugehen.
Es ist nicht die Radikalisierung einer Seite, die Radikale auf der anderen Seite besänftigen wird, sondern der Aufbau einer mitbestimmenden und sozialen Politik, die die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Sahra Wagenknecht und ihr Bündnis setzen auf eine linkspopulistische Gegenbewegung zur AfD, die auf ähnliche Emotionen und Ressentiments abzielt, doch anstatt die AfD einzudämmen, besteht die Gefahr, dass sie die Polarisierung in der Gesellschaft weiter anheizen.
Populismus, ob von links oder rechts, führt selten zu echten Lösungen für die Probleme der Menschen.
Stattdessen sollten SPD und CDU ihre Verantwortung als zentrale demokratische Parteien wahrnehmen, um die AfD durch gezielte soziale und wirtschaftliche Maßnahmen, die die Wähler erreichen, zu marginalisieren.

Ein Besuch auf der Job- und Ausbildungsmesse: Ein Abenteuer in Schwarz auf Schwarz
Heute war ich also auf der vielgepriesenen Job- und Ausbildungsmesse in Herrenberg, um über das Getümmel der Zukunftshoffnungen zu berichten.
Eine Erfahrung, die irgendwo zwischen stillem Kaffeekränzchen und einer stillen, schwarzen Theateraufführung stattfand.
Und was für ein Spektakel das war!
An einigen Ständen, wo man von Dynamik und Innovationskraft nur so hätte erschlagen werden sollen, ging es gemütlich zu.
Es schien, als hätten sich einige Firmen nicht für potenzielle Auszubildende gerüstet, sondern für das perfekte Selfie mit Cappuccino in der Hand.
Die wichtigste Frage des Tages für diese Personen war bestimmt: „Wie viele Instagram-Likes bekomme ich für diesen Post?“
Ein weiteres Highlight war die farbliche Gestaltung der Stände – also, für diejenigen, die es lieben, unsichtbare Menschen zu entdecken.
Da gab es einen Stand mit einem schwarzen Hintergrund. Davor standen Mitarbeiter, gekleidet – na klar – in Schwarz!
Es war ein Augenschmaus für jeden Fan von optischen Illusionen.
Du fragst dich, wo die Ansprechpartner sind?
Tja, die Antwort lautet: Sie sind direkt vor dir, wenn du genau hinschaust!
Ein bisschen wie das Computerspiel „Wo ist Walter?“ aus den 1980-er-Jahren, ebenfalls in monochrom.
Wer gesagt hat, dass Kreativität in der Farbwahl überbewertet ist, hat definitiv hier gearbeitet.
Aber kommen wir zum eigentlichen Höhepunkt des Tages.
Und nein, es sind nicht die Unternehmen, die mit ihrer bahnbrechenden Innovationskultur punkten wollten.
Es war eine Gruppe Schüler, die sich auf die Messe verirrt hatte, während ihre Lehrer draußen noch tief in einer pädagogischen Denkpause versunken waren – inklusive Zigarette.
Als die Schüler bereits nach ein paar Minuten wieder aus der Messe herauskamen, entspann sich folgender brillanter Dialog:
Die Lehrerin fragte sichtlich erstaunt: „Was ist denn los? Warum seid ihr schon wieder draußen?“
Eine Schülerin schaute sie mit einem Anflug von Verzweiflung an und wollte wissen: „Was sollen wir denn fragen?“
Die Lehrerin versuchte zu retten, was theoretisch hätte gerettet werden können und antwortete: „Na, du weißt doch, welchen Beruf du lernen möchtest! Frag doch die Firmen, ob sie sowas ausbilden.“
Die Schülerin war völlig unbeeindruckt und erwiderte: „Ach so! Das habe ich nicht gewusst.“
Man muss die Logik hier einfach bewundern.
Warum sollte man im Vorfeld überlegen, was einen interessiert oder gar was man fragen könnte?
Und warum sollte man sich auf einer Messe, die explizit für Berufsinformationen konzipiert ist, überhaupt mit der lästigen Angelegenheit von Fragen befassen?
Schließlich ist der Schritt in die Berufswelt nicht weniger als ein weiterer Level in einem Computerspiel: Man startet ohne Anleitung und hofft, dass irgendwo ein versteckte Code zum Weiterkommen herumliegt.
Nur, dass die Lehrerin diesen Code wohl auch nicht parat hatte – sie war ja draußen beschäftigt.
Es bleibt mir also nur festzuhalten, dass die Messe ein voller Erfolg war.
Für wen genau?
Gute Frage.
Die Lehrer?
Die Schüler?
Die Firmen, die ihren Kaffee genossen haben?
Oder doch die fleißigen Messegestalter, die mit ihren schwarzen Hintergründen für unsichtbare Highlights sorgten?
Vielleicht war es auch ich, der am Ende die größte Erkenntnis mit nach Hause nahm:
Fragen stellen ist völlig überbewertet – besonders auf einer Messe, die darauf aufbaut, Antworten zu geben.

Manchmal sitzt man vor dem Fernseher, kurz vor den Abendnachrichten, und hat das unheimliche Gefühl, man sei auf einen anderen Planeten gebeamt worden.
Da stehen diese Typen in Menschengestalt – ja, sie haben Arme, Beine, und manche tragen sogar Krawatten – und sie sprechen eine Sprache, die entfernt an Deutsch erinnert.
Doch irgendwie wirkt sie, als wäre sie von einer fernen Galaxie direkt ins heimische Wohnzimmer übertragen worden.
„Die Märkte sind nervös“, sagen sie mit ernster Miene.
Aha.
Die Märkte sind also nervös.
Was genau sind das für Märkte?
Sind das Wochenmärkte, auf denen nervöse Tomaten hektisch von einem Stand zum anderen rollen?
Oder ist es der Viehmarkt, auf dem panische Kühe sich gegenseitig die neuesten Kursentwicklungen ins Ohr muhen?
Man weiß es nicht.
Man weiß nur: Die Märkte sind nervös.
Immer.
Offensichtlich leiden sie an chronischem Lampenfieber.
Dann folgt das Wort „Volatilität“, als wäre es die Lösung für alle Probleme.
Es ist erstaunlich, wie oft sogenannte „Börsenanalysten“ dieses Wort verwenden, ohne jemals wirklich zu erklären, was es bedeutet.
Es klingt wichtig.
Es klingt wie die Art von Wort, die man benutzt, um auf einer Cocktailparty Eindruck zu schinden, wenn man sich über den langweiligen Smalltalk hinwegschwindeln will.
„Ja, die Volatilität am Markt, wissen Sie, hat sich in letzter Zeit signifikant erhöht.“
Und zack, schon hat man die Aufmerksamkeit der Runde. Dabei könnte
„Volatilität“ genauso gut ein seltenes tropisches Virus sein, das nur auf den Börsenparketts der Welt wütet.
Überhaupt, diese sogenannten „Analysten“ – man könnte meinen, sie seien hochgebildete Wirtschaftsexperten, aber in Wirklichkeit wirken sie eher wie rückwärtsgewandte Wahrsager.
Sie „analysieren“ nicht wirklich die Zukunft, nein, sie beschäftigen sich hauptsächlich damit, das Geschehene zu deuten, als hätten sie vorher schon alles gewusst.
Natürlich wussten sie, dass der DAX gestern abgestürzt ist – jetzt, wo es passiert ist!
Ihre Aufgabe ist es, uns im Nachhinein zu beruhigen: „Keine Sorge, der Markt hat nur eine Korrektur durchlaufen.“
Ach so, eine Korrektur!
Es war also ein simpler Fehler im System, der nun „korrigiert“ wurde.
Aber Moment mal, wenn der Markt ständig korrigiert werden muss, wer hat ihn dann falsch programmiert?
Wirklich absurd wird es, wenn sie uns die Gründe für die Bewegungen auf den Märkten erklären wollen.
Da heißt es dann, „die Unsicherheiten auf dem chinesischen Baumwollexportmarkt haben die globalen Finanzen ins Wanken gebracht“.
Aha, natürlich!
Die chinesische Baumwolle.
Wie konnte man das übersehen?
Es ist immer etwas Exotisches, Fernes, das die Marktteilnehmer angeblich in Panik versetzt.
Irgendwo, weit weg, fällt eine Baumwollkugel um, und bei uns brechen die Kurse ein.
Man könnte fast meinen, die Börse sei ein riesiges, empfindliches Ökosystem, in dem ein kleiner Flügelschlag eines exotischen Schmetterlings einen finanziellen Tornado auslöst.
Und dann kommt das Beste: die „Tipps“.
Man könnte ja fast meinen, diese „Analysten“ hätten wirklich einen Plan.
„Investieren Sie in Technologieaktien“, raten sie einem. „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.“
Fünf Minuten später kommen die neuesten Zahlen rein und plötzlich ist die Technologiebranche angeblich dem Untergang geweiht.
„Haben wir so nicht kommen sehen, aber es lag auf der Hand“, murmeln sie, während sie hastig in ihren Akten blättern.
Ein besonders herrliches Beispiel für die Kunst der sogenannten „Börsenberatung“ ist die Geschichte des Bauern Heinrich.
Heinrich war ein einfacher Mann, der sein Geld mit dem Verkauf von Eiern und Hühnern verdiente.
Eines Tages traf er auf einen dieser selbst deklarierten „Börsenexperten“, der ihm flüsterte: „Heinrich, der Sommer kommt, und mit ihm die steigende Nachfrage nach exklusivem Hühnchenfleisch. Du musst jetzt unbedingt in teure, edle Hühnerrassen investieren. Die Gourmets werden Schlange stehen! 100 Prozent sicher!“
Heinrich, geblendet von der Aussicht auf Reichtum, tat, was jeder kluge Bauer tun würde: Er setzte sein gesamtes Erspartes ein und kaufte sich diese überteuerten Edel-Hühner.
Eine prächtige neue Scheune ließ er bauen, extra für seine neue, schicke Geflügelherde.
Alles sah gut aus – bis, ja, bis es in der Nacht zum ersten Sommerregen kam.
Ein Unwetter zog auf, und die neue, teure Scheune stellte sich als zu dicht heraus.
Das Wasser strömte von oben herein, und die armen Hühner, die nun weder edel noch lebendig waren, tranken und tranken … und starben.
Verzweifelt stand Heinrich am nächsten Morgen in einer Pfütze aus Wasser vor seinem kostspieligen Hühnerträumen.
Der „Börsenexperte“ kam vorbei, schaute sich das Dilemma an und zuckte nur mit den Schultern.
„Tja“, sagte er mit einem süffisanten Lächeln, „du hättest besser Enten nehmen sollen. Die können schwimmen.“
So ist das eben mit den „Börsenweisheiten“ – im Nachhinein ist man immer klüger.

Immer wieder wird der Fachkräftemangel als ein zentrales Problem des deutschen Arbeitsmarktes heraufbeschworen.
Unternehmen klagen darüber, dass sie keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber finden, um offene Stellen zu besetzen.
Doch wie groß ist das Problem wirklich?
Ein genauerer Blick auf die Anforderungen vieler Firmen offenbart eine Realität, die in weiten Teilen hausgemacht ist.
Die Hürden, die Bewerbende überspringen müssen, sind oft so hoch gesteckt, dass nicht einmal die eigenen Angestellten sie erreichen können – geschweige denn externe Fachkräfte.
Viele Unternehmen machen sich durch überzogene Stellenanforderungen das Leben selbst schwer.
Ein Maschinenbediener, der einfache Tätigkeiten an einer Produktionsstraße ausführen soll – etwa das Einlegen und Entnehmen von Werkstücken –, muss in vielen Stellenausschreibungen heutzutage nahezu Wunder vollbringen.
Oft werden Abschlüsse verlangt, die für die zu verrichtenden Arbeiten kaum relevant sind.
Gleichzeitig soll der Bewerber am besten schon mehrere Jahre Erfahrung genau mit der spezifischen Maschine haben, die im Unternehmen eingesetzt wird.
Diese überzogenen Anforderungen führen dazu, dass potenziell qualifizierte Bewerber abgeschreckt werden und sich gar nicht erst bewerben.
Der sogenannte „Jugendwahn“ verschärft die Problematik zusätzlich.
Sobald Arbeitnehmer die „magische” Altersgrenze von 40 Jahren überschritten haben, werden sie häufig als zu alt abgestempelt.
Die Annahme, dass ältere Arbeitnehmer weniger flexibel, weniger lernfähig oder weniger motiviert seien, hält sich hartnäckig in den Köpfen vieler Personalverantwortlicher.
Dabei zeigt die Realität ein anderes Bild: Gerade ältere Arbeitnehmer bringen nicht nur Erfahrung, sondern oft auch die nötige Ruhe und Gelassenheit mit, um selbst in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
Dennoch werden sie von vielen Stellenangeboten ausgeschlossen oder schlichtweg übersehen.
Die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Unternehmen und der Realität am Arbeitsmarkt macht die Situation zunehmend prekär.
Es gibt genügend Fachkräfte – allerdings werden sie häufig durch unrealistische Erwartungen und veraltete Denkmuster ausgeschlossen.
Die Lösung für den Fachkräftemangel wäre oft viel einfacher, als es scheint: Unternehmen müssten lediglich ihre Scheuklappen ablegen, ihre Anforderungen realistisch gestalten und den Wert erfahrener Arbeitnehmer erstens erkennen und zweitens anerkennen.
Die Augen zu öffnen und von starren Vorstellungen abzuweichen, könnte den Fachkräftemangel schnell relativieren.
Der deutsche Arbeitsmarkt krankt nicht an einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, sondern an einer Fehlwahrnehmung seitens vieler Unternehmen.
Solange Firmen weiterhin versuchen, eierlegende Wollmilchsäue zu rekrutieren, statt realistische Erwartungen zu setzen, wird das Problem bestehen bleiben.

Es ist nicht zu fassen, was sich der sogenannte „Comedian” Luke Mockridge geleistet hat!
Mit seinen abscheulichen Bemerkungen über Paralympics-Teilnehmer hat er alle Grenzen des Anstands überschritten.
In einem Podcast erlaubte sich dieser Möchtegern-Witzbold, sich auf widerlichste Art über Menschen mit Behinderungen lustig zu machen.
Man glaubt es kaum, aber Mockridge hatte tatsächlich die Dreistigkeit zu sagen: „Es gibt Menschen ohne Beine und Arme, die wirft man in ein Becken – und wer als Letzter ertrinkt, der hat halt gewonnen”.
Was für eine bodenlose Frechheit!
Solch menschenverachtende Äußerungen sind absolut inakzeptabel!
Zum Glück ließen die Reaktionen auf diese Ungeheuerlichkeit nicht lange auf sich warten.
Kristina Vogel, frühere Bahnradsportlerin und seit einem Unfall querschnittgelähmt, zeigte sich zu Recht entsetzt und verurteilte Mockridges Entgleisung aufs Schärfste.
Auch Özcan Mutlu, Präsident des Behinderten- und Rehasportverbands Berlin, forderte eine Entschuldigung und nannte die Aussagen treffend eine „Entgleisung sondergleichen”. Und das ist noch milde ausgedrückt!
Mockridge versuchte sich herauszureden, indem er sich öffentlich halbseiden entschuldigte und behauptete, es sei nie seine Absicht gewesen, Menschen mit Behinderungen zu verletzen.
Als ob!
Er wagte es sogar zu behaupten, er sei aus seiner Erfahrung mit behinderten Menschen einen scharfen, schwarzen Humor gewohnt.
Was für eine faule Ausrede!
Immerhin zogen einige Verantwortliche Konsequenzen aus diesem Skandal.
Der Medienkonzern Sat.1 und das Comedy-Format NightWash distanzierten sich von diesem Schandmaul.
Der Fernsehsender setzte geplante Projekte aus, und auch bei NightWash wird er vorerst nicht mehr sein Unwesen treiben dürfen.
Das geschieht ihm recht!
Dieser schockierende Vorfall zeigt einmal mehr, wie dringend notwendig Sensibilität und Respekt im Umgang mit allen Menschen sind – besonders mit jenen, die ohnehin schon viel zu oft Diskriminierung erfahren müssen.
Die Reaktionen auf Mockridges unsägliche Aussagen machen unmissverständlich klar: Solche Entgleisungen haben in unserer Gesellschaft absolut nichts verloren und werden zu Recht mit aller Härte verurteilt!