Deutschland

In Bayern und Hessen wurden (neue) Landtage gewählt.
Besorgniserregend ist das gute Abschneiden der Alternative für Deutschland.
Man kann sie als Wahlgewinnerin bezeichnen. Sie konnte sehr viele Stimmen hinzugewinnen.
Nun schimpfen die Politiker der „Alt-Parteien” wieder über die Wähler.
Das kommt davon, wenn man das „Wahlvolk” nicht ernst nimmt.
Man muss – wie ich – kein Freund dieser Rechtspopulisten sein.
Aber die AfD schaut den Wählern auf den Mund und hört, welche Sorgen sie haben. Das haben sie zumindest als Anlass zur Kommunikation genommen.
Das Hauptthema der Entrüstung ist die Asylpolitik der „Alt-Parteien”, die sich von Partei zu Partei kaum unterscheidet.
Momentan wissen viele Gemeinden nicht mehr ein und aus, wenn es um die Unterbringung von Geflüchteten geht.
Wenn Bürgermeister oder Gemeindevorsteher sich beschweren, werden diese ignoriert oder diskreditiert als Populisten. Dies macht keinen guten Eindruck auf Wähler.
Deren Fazit ist nämlich, dass „denen da oben” egal ist, ob noch mehr Flüchtlinge kommen und wie man sie unterbringen soll.
Dazu kommt noch, dass die Politiker der „Alt-Parteien” verbreiten, dass alle AfD-Wähler „Protest-Wähler” wären, mit dem Nachschub, dass diese keine Ahnung von Politik hätten, wenn sie „sowas” wählen.
Es wird welche geben, die aus Protest wählen, um die „Alt-Parteien” aus dem Dämmerzustand der ewigen Gleichen zu wecken, aber das sind nicht 15 bis über 20 Prozent der Wahlberechtigten.
Nebenbei bemerkt: Es gibt auch Wähler, die mit rechter und erzkonservativ / reaktionärer Politik einverstanden sind.
Nun schimpfen also die „Alt-Parteien” über die nach ihrer Ansicht „dummen Bürger”.
By the Way…
Die „Alt-Parteien” sind ja laut eigener Aussage mit den Regularien zufrieden und halten sie ein.
Jeder Fraktion im Bundestag steht ein Stellvertreterposten des Bundestagspräsidenten zu.
Da die „Alt-Parteien” aber einen Hass auf die AfD haben, werden die Kandidaten der AfD von ihnen nicht dort hineingewählt.
Man muss die AfD nicht gutheißen, was ich nicht auch nicht mache.
Die Politiker der „Alt-Parteien” sollten sich aber konform verhalten, wenn es um eine legitime Fraktion oder auch Partei geht, die man nicht mag.
Die „Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung” (SZBZ) hat über unsere Anwesenheit beim Mittelaltermarkt Sindelfingen, 8. – 10. September 2023, berichtet.
Artikel von Isabell Gospodarczyk
Bild von Annette Nüßler
Zur SZBZ geht es hier.
Vielen Dank!

Sindelfingen. Menschen in langen Gewändern und Klänge aus längst vergangenen Jahrhunderten – am zweiten Septemberwochenende wird die Sindelfinger Altstadt ins Mittelalter zurückkatapultiert. Und mittendrin: Dietmar Schneidewind und seine Frau Sabine, gekleidet allerdings im viktorianischen Stil.
Wie das zusammenpasst?
„Ich bin Zeitreisender“, sagt der 58-Jährige aus Böblingen, „ich reise durch die Zeit.“
Dietmar Schneidewind schlüpft auf Veranstaltungen in seine Rolle. Sobald er seine Weste überstreift, ist er der Edelherr von Syntronica. Sein Charakter stammt aus der viktorianischen Zeit. Die Geschichte dahinter: „Eigentlich kommen ich, Edelherr von Syntronica, und meine Frau Sabine, Edelfrau von Syntronica, aus dem Mittelalter. Geboren sind wir im Jahr 1365 und 1367, haben uns dann kennengelernt und geheiratet. An unserem zehnten Hochzeitstag sind wir ausgeritten, kamen in einer Burg in ein Gemetzel. Eine Explosion im Zeitgefüge hat uns das Leben gerettet: Gelandet sind wir im 500 Jahre in der Zukunft liegenden viktorianischen Zeitalter.“
Steampunk: Zahnräder und Zeitmaschine
Das ist das 19. Jahrhundert, genauer: 1867.
Doch nicht so, wie es in Geschichtsbüchern niedergeschrieben ist. Im Universum von Dietmar Schneidewind, oder besser gesagt, Edelherr von Syntronica, sind die Geschichten des französischen Schriftstellers Jules Verne zum Leben erwacht: Autos rollen durch die Straßen, mit Dampf betrieben. Die Mechanik ist überall präsent, mit verschnörkelten Details und vielen Zahnrädern. Auch „Die Zeitmaschine“, das bekannte Buch von H. G. Wells, gehört in dieses Universum. Erfindungen, die es nie gab, kommen auf den Markt. Diese Zeit, die so eigentlich nie existiert hat, nennt sich Steampunk.
Die beiden leben sich gut ein im 19. Jahrhundert, tauschen ihre Kleidung aus dem Mittelalter gegen Frack und glockenartige Kleider. Doch irgendwann packt sie der Gedanke, durch die Zeit zu reisen.
Und das tut das Ehepaar.
Dieses Wochenende reisen sie zurück in ihre eigentliche Zeit, das Mittelalter. Ihre Kleidung bleibt die aus dem 19. Jahrhundert, mit Details wie einer Schutzbrille, die zum Zeitreisen benötigt wird.
Auf dem Mittelaltermarkt in Sindelfingen verkaufen sie Zeitreisen.
Wie das aussieht, erklärt Dietmar Schneidewind, der Chef des Zeitreisebüros „Chrono.Tours“: „Leute kommen zu uns und kaufen eine Zeitreise. Dann stellt man sich vor: Es ist der 5. August 1888. Wir sitzen auf einer Bank zwischen Pforzheim und Mannheim. Und an uns düst Bertha Benz vorbei – der erste Mensch, der eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegt. Sie gilt damit als die erste Autofahrerin überhaupt.“
Auf dem Mittelaltermarkt sind Dietmar und Sabine Schneidewind jetzt zum zweiten Mal dabei. Das Ehepaar ist auf Veranstaltungen in ganz Deutschland dabei. „Man kennt uns mittlerweile“, so Dietmar Schneidewind.
Die Menschen reagieren meistens positiv, wenn sie den Edelherrn von Syntronica und seine Frau sehen, erzählt Dietmar Schneidewind: „Wir sind nun mal besonders gekleidet. Darauf sprechen uns die Leute an und sagen: Das ist genial, was wir hier machen.“ Manchmal gibt es aber auch unangenehme Situationen, doch die sind äußerst selten. „Sagen wir mal so: Es gibt immer Neider oder Menschen, die sich aufspielen müssen. Mich beeinflusst das nicht. Ich habe genug Selbstbewusstsein“, so der 58-Jährige.
Journalist und Fotograf im „echten“ Leben
Nach den Veranstaltungen legt er mit seiner Zeitreisenden-Kleidung auch seine Rolle ab. Dann ist er wieder Dietmar Schneidewind. Er ist Fotograf und Journalist.
Bald fängt er in einem Bildungsinstitut in Sindelfingen als IT-Ausbilder an. Denn eigentlich ist er Informatiker.
Der geborene Münsterländer hat in Nordrhein-Westfalen Informatik studiert.
Nach Baden-Württemberg kam er, weil eine Firma in Dettenhausen ihn abgeworben hat.
Nebenbei hat er Journalismus studiert. Einen Hang zum Fotografieren hatte er bereits in der Schulzeit: Dort war er in einer Foto-AG und legte sich mit 14 Jahren seine erste Spiegelreflexkamera zu.
Per Zufall kam er zur Steampunk-Szene.
2017 bat ihn ein DJ, bei einem Event im Schloss Monrepos in Ludwigsburg zu fotografieren. „Das war genial: 150 Leute in viktorianischer Kleidung tummelten sich da. Dafür haben meine Frau und ich uns auch ähnlich angezogen. Dann wurden wir wieder eingeladen – und ich wurde infiziert“, blickt Dietmar Schneidewind zurück.
Und das hält bis heute. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die nächste Veranstaltung steht bereits vor der Tür: Im Oktober geht’s zurück in die Römerzeit im Römischen Freilichtmuseum in Hechingen-Stein.
Dietmar Schneidewind kann man auf dem Mittelaltermarkt in der Planiestraße gegenüber vom Röhm antreffen.

Momentan findet die Weltklimakonferenz in Ägypten statt.
Bundeskanzler Scholz hat eindeutig klargemacht, dass es für Deutschland keine „Renaissance von Öl, Kohle und Gas” geben wird, sondern dass fossile Brennstoffe nur übergangsweise genutzt werden.
Deutschland wird zwei Milliarden Euro für die Regenwälder zur Verfügung stellen, ebenso wird der Schutz für Klimaschäden auf 170 Millionen Euro gesetzt.
Dieser wird nächste Woche eingerichtet von der Weltklimakonferenz.
Die anderen Länder halten sich eher bedeckt und „glänzen” durch Aussagen, den Klimawandel aufhalten zu wollen, bieten aber nichts Adäquates an.
China schickt nur einen „Klima-Botschafter”.
Dieser hat aber ein „schönes” Bild von Klimamaßnahmen seines Landes gemalt.
Den Chinesen geht es eher darum, sich über Investitionen in arme Länder zu profilieren, als selbst etwas zu tun.
China hat zwar schon viele Maßnahmen gegen Emissionen in Großstädten – sogenannter „Smog” – getan, aber auf konkrete Maßnahmen will man sich nicht festlegen.
So wirklich Schwung kommt in die Klimakonferenz kein Schwung herein.
Man hat eher den Eindruck, dass außer schönen Worten und Bekundungen der meisten Länder nichts passiert.
Es ist bitter notwendig, etwas zu tun, was aber in den meisten Köpfen noch nicht angekommen ist.

Täglich hört man „Horrormeldungen” in den Medien.
Russland bombardiert die Ukraine und es scheint so, als wollte Russland dort alles in Schutt und Asche legen. Hintergrund ist wohl, dass sich die Ukraine nicht einfach die östlichen Gebiete nehmen lässt.
China warnt Taiwan, man solle sich endlich China anschließen, ansonsten würde man es sich nehmen.
In Arabien wenden sich die Regime in menschenverachtender Art gegen ihre eigenen Völker.
Ist die Welt wahnsinnig geworden?
Dann hört man, dass Anschläge auf die „kritische Infrastruktur” verübt wurden, wie ein Sabotageakt auf „Nord Stream 1” und „Nord Stream 2” sowie die Bahn in Norddeutschland.
Nicht erst momentan, sondern schon länger läuft etwas gewaltig schief.
Es scheint um übersteigerte Egos zu gehen, um mehr nicht.
In Europa hat es seit fast 70 Jahren keinen Krieg mehr gegeben, aber nun bombt Russland die Ukraine kaputt.
Die Menschheit scheint wirklich nicht zu begreifen, dass Gewalt keine Lösung ist.

Nachdem ein Sabotageakt auf die Erdgaspipelines „Nord Stream 1” und „Nord Stream 2” verübt wurde, wurde bekannt, dass diese eigentlich nicht geschützt waren.
Ebenso wurde bekannt, dass die sogenannten „Interkontinentalleitungen”, die auf dem Meeresgrund verlegt sind, nicht geschützt sind vor Angriffen. So scheint auch niemand wirklich verantwortlich für diese zu sein. Die Unternehmen, die die Datenleitungen verlegt haben und betreiben, müssen diese warten, aber für die Sicherheit wie einen Sabotageakt scheint niemand zuständig zu sein.
Die Bundesregierung ließ verlauten, dass sie mit der Europäischen Kommission und NATO-Partnern „dran” sei, doch da es sich um Leitungen auf hoher See handelt, ist sie im Prinzip nicht zuständig.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) ist zwar für die Sicherheit der Daten auf deutschem Boden verantwortlich, doch die Wartung von Kabeln ist es nicht involviert.
IT-Unternehmen wurden von der EU in die Pflicht genommen, für Datensicherheit zu sorgen, doch es geht momentan gar nicht darum, sondern die Frage ist, wie man physische Angriffe abwehren kann.
Da ist man sich immer noch uneinig. Die Bundeswehr hat ein Schiff ausgesandt, um die Pipelines und die Datenkabel zu inspizieren. Die Bundespolizei macht mehr Kontrollen an den Küsten und der BND ermittelt.
Mehr wurde noch nicht getan, denn das Behörden-Zuständigkeiten-Wirrwarr ist chaotisch.
Der Staat ist für den Schutz der sogenannten „Kritischen Infrastruktur” zuständig, aber niemand weiß, welche Behörde das genau ist.
Zur „Kritischen Infrastruktur” gehören Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden, beispielsweise bei der Strom- und Trinkwasserversorgung, der Lebensmittelproduktion, dem Gesundheitswesen, der Telekommunikation oder dem Transport- und Verkehrsbereich.
In Deutschland sind dies schätzungsweise 500 Stellen.
Erst im Juni vorigen Jahres gab es eine Studie „Sicherheitsbedrohungen für Untersee-Kommunikationskabel und Infrastruktur – Konsequenzen für die EU”, in der die Mitgliedsstaaten aufgefordert wurden, Schutzmaßnahmen vorzuschlagen.
Die Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag ein neues sogenanntes „Kritsche-Infrastruktur-Dach-Gesetz” verabschieden, was aber noch nicht mal als Entwurf oder Diskussionsgrundlage in die Gremien eingereicht wurde.

Die sogenannten „Referenden” zur Angliederung der besetzten Gebiete in der Ukraine an Russland sind beendet.
„Überraschenderweise” haben knapp 94 Prozent der „Wahlberechtigten” an den „Referenden” teilgenommen.
Laut eines Sprechers der selbsternannten „Volksrepublik Luhansk” wäre es klar gewesen, dass größtenteils für einen Anschluss an Russland gestimmt worden wäre. Für ihn habe sich „bewahrheitet”, dass sehr, sehr viele Personen pro Russland gestimmt hätten. Nur von dem Ergebnis von circa 98.5 Prozent war er überrascht und überwältigt. Das hätte er laut eigener Aussage nicht erwartet.
Von der russischen und russlandtreuen Seite zweifelt offiziell niemand den „Ausgang” der „Referenden” an.
„Zufälligerweise” sind die Ja-Stimmen für einen Anschluss an Russland genauso hoch in den Pseudo-Republiken Donezk und die vom russischen Militär kontrollierten Gebieten der Regionen Cherson und Saporischia.
Von russischer Seite gibt es Lob für die „Abstimmung”.
Auch werden „Wahlbeobachter der EU” zitiert, die seltsamerweise keine Verstöße bemerkt haben wollen. Wer genau diese Personen genau sind, wurde nicht gesagt, nur dass sie angeblich aus Deutschland und Tschechien stammten.
Die Führung Russlands hat bekommen, was sie wollte.
Auch wenn sie behauptet, dass sie sich freue über den Ausgang, war dieser schon im Vorfeld klar.
Russland will sich die Gebiete in der Ukraine nehmen und hat jetzt einen weiteren Pseudo-Grund, dies zu tun. Die Menschen in den ukrainischen Gebieten haben ja angeblich ihren Willen kundgetan.
Dass „Wahlleute” von Soldaten begleitet wurden, wenn sie von Tür zu Tür zogen, um „Stimmen” zu bekommen, hat angeblich nichts mit Druck-Aufbauen zu tun, sondern soll dazu gedient haben, dass niemand durch Gewalt, ausgehend von den Ukrainern, verletzt worden wäre.
Russland wird dies nun als Vorwand nehmen, sich die sogenannten „Volksrepubliken” anzueignen.
Völkerrechtlich ist dies eine Farce sondergleichen.
Russland argumentiert mit dem „Selbstbestimmungsrecht der Völker”, was ein international anerkannter Grundsatz ist.
In der Charta der Vereinten Nationen wird das Selbstbestimmungsrecht in Artikel 1 genannt.
Dort geht es allerdings um das Selbstbestimmungsrecht mit kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Autonomierechten innerhalb eines Staates.
Erst wenn dieses nicht innerhalb eines Staates möglich ist, könnte man eine Abspaltung erwägen.
So wie die Sache sich in der Ukraine verhält, ist dies nicht relevant und auch nicht gegeben.
Die „Referenden” in den von Russland besetzten Gebieten haben nichts mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker zu tun. Die „Referenden” wurden den Menschen in den besetzten Gebiete aufgedrängt und sie wurden zur „Abstimmung” genötigt.
Dies ist keine Selbstbestimmung, sondern Fremdbestimmung, also die Perversion eines legitimen Mittels.
Ein Referendum kann nicht einfach so vom Zaun gebrochen werden, denn den Wahlberechtigten muss eine gewisse Zeit zur Willensbildung gegeben werden.
Zudem handelt es sich beim Einmarsch der russischen Truppen um eine völkerrechtswidrige Aggression. Davon ausgehend sind alle anderen Vorgehensweise völkerrechtlich illegitim.
Ein Referendum während eines Kriegs ist laut Völkerrecht nicht erlaubt.
Dies alles, auch ein diesbezügliches Urteil des Internationalen Gerichtshofs, würde aber Russland nicht davon abhalten, die Gebiete zu Teilrepubliken zu erklären.

Die „Comic Con” und die „Messe Stuttgart” haben uns freundlicherweise ein Interview zur Verfügung gestellt, das heute, Donnerstag, den 22.9.2022, veröffentlicht wurde.
Dort geht es darum, wie sich unser Stand, den wir auf der „Comic Con Stuttgart” betreiben, gestaltet und was wir genau machen.
Vielen Dank!
Mit Steampunks auf Zeitreise
Zeitreisebüro Chrono.Tours entführt Besucherinnen und Besucher der Comic Con Stuttgart in vergangene Welten
Sie nennen sich Steampunks und betreiben das Reisebüro Chrono.Tours, das Zeitreisen zu besonderen Ereignissen in der Geschichte anbietet. Was sie an diesem Genre fasziniert, erzählen Sabine Edelfrau von Syntronica und Dietmar Edelherr von Syntronica im Gespräch mit Axel Recht. Auf der CCON | Comic Con Stuttgart (CCON) ist das Steampunk-Paar mit seinem Zeitreisebüro im L‑Bank-Forum Halle 1 zu finden.
Wohin führte Sie Ihre letzte Zeitreise und warum gerade dorthin?
Sabine Edelfrau von Syntronica: Zur ersten Erdölbohrung der Welt. Ich wollte wissen, wo sie eigentlich stattgefunden hat. Auf jeden Fall nicht in Nordamerika, wie die meisten glauben, sondern hier in Deutschland. Ich machte mich also mit unserem Luftschiff auf in das Jahr 1858 nach Wieze in die Lüneburger Heide. Dort wurde ich Zeugin, wie sich die Erde öffnete und das schwarze Gold geradezu in die Luft schoss. Prof. Konrad Hunäus war damals auf der Suche nach der erhofften Braunkohle in der Tiefe „nur“ auf Erdöl gestoßen. So ging diese unbeabsichtigte, aber erfolgreiche Bohrung nach Erdöl weltweit in die Geschichte ein.
Dietmar Edelherr von Syntronica: Ich befand mich auf einer Zeitreise zur Krönung Karl des Großen am 25. Dezember im Jahr 800. Dies interessierte mich deswegen, weil es der Wiedereinsetzung eines römischen Kaisers wie in der Antike gleichkam. Karl regierte von Aachen aus und die Edelfrau von Syntronica stammt ja aus Aachen. Außerdem wollte ich mir gern den Petersdom in Rom anschauen, wo Karl zum Kaiser gekrönt wurde.
Wie und wann sind Sie zu diesem Hobby gekommen, gab es einen besonderen Anlass?
Sabine Edelfrau von Syntronica: Vor fünf Jahren hat mich ein DJ via Facebook als Fotografin zu einem Steampunk-Picknick eingeladen. In der Einladung stand, dass man stilecht gekleidet kommen sollte. Also begann ich zu recherchieren, wie man sich für einen solchen Anlass kleidet. Ich war leicht überfordert und so suchte ich damals in „Karnevalsläden“ nach einer passenden Bekleidung. Nachdem ich mein Outfit gefunden hatte, ging ich, ausgestattet mit Picknickdecke und Picknickkorb zum Schloss Monrepos. Als ich dort ankam, staunte ich nicht schlecht. Auf der Wiese saßen Herren im edlen Zwirn und mit Zylinder sowie die Damen in feinster Spitze. Alle saßen auf Picknickdecken oder an kleinen Tischen und zelebrierten ihre mitgebrachten Speisen und Getränke. Kleine Törtchen standen auf Etageren und man speiste auf wertvollem Porzellan. Ein dampfgetriebenes Grammophon spielte wunderbare Musik und wir tauchten fasziniert ein in die Welt des Schriftstellers Jules Verne.
Dietmar Edelherr von Syntronica: Bei mir war es im Prinzip ganz ähnlich. Derselbe DJ machte mich darauf aufmerksam, dass ein Steampunk-Picknick am Schloss Monrepos in Ludwigsburg stattfände. Er meinte, das wäre doch bestimmt etwas für mich als Fotografen. Darauf zog ich mich in etwa so an, wie ich mir Steampunks vorstellte. Ich wurde freudig aufgenommen und, obwohl ich eher ein Karnevalskostüm trug, zu weiteren Events eingeladen. So wuchsen meine Frau und ich in die „Community“ hinein. Wir wurden quasi vom Steampunk-Virus „infiziert“.
Was hat Sie gerade am Thema Steampunk fasziniert?
Sabine Edelfrau von Syntronica: Es ist wie Eintauchen in eine respektvolle höfliche Szene, die Werte aus einer längst vergangenen Zeit auslebt. Dann die individuelle Gestaltung der Gewandung sowie die kreative Umsetzung von dampfbetriebenen Maschinen. Das Ausleben der eigenen Phantasie und das Erschaffen von etwas Neuem, was mit dieser Zeit, dem ausgehenden 19. Jahrhundert (Industrialisierung und Aufbruchstimmung), zu tun hat.
Dietmar Edelherr von Syntronica: Gerade die Form, wie miteinander umgegangen wird, hat mich fasziniert. Wir nennen es immer „Höflichkeit und Dampftechnologie“. Die Steampunks haben Respekt voreinander und benehmen sich sehr kultiviert. Was für mich sehr fasziniert, ist deren Kreativität. Einmal sind es die Objekte, die manche Gleichgesinnten basteln, wie mit Dampf betriebene Kaffeemaschinen, oder auch die Gewandung und die Accessoires.
Stellen Sie ihre Gewandungen selbst her und falls ja, was sind die Herausforderungen dabei?
Sabine Edelfrau von Syntronica: Also ich style meine Kleidung um. Ich besorge mir beispielsweise in Maastricht oder Roermond passende Kleidung, die meinen Vorstellungen entspricht und dekoriere sie mit Elementen wie Zahnräder, Schlüssel und Uhren.
Dietmar Edelherr von Syntronica: Zudem kennen wir einen Hutmacher, der für uns Hüte nach unseren Vorstellungen gestaltet.
Haben Sie eine / mehrere Lieblingsfiguren in der Literatur / Comics / Film etc., an denen Sie sich orientieren und beeinflussen lassen oder kreieren Sie Ihre eigenen Charaktere?
Sabine Edelfrau von Syntronica: Unsere Charaktere, die wir spielen, basieren auf unserer eigenen Kreativität. Wir lesen viel, wie die Geschichten von Jules Verne oder generell Literatur, die im Viktorianischen Zeitalter (ca. 1830 bis 1901) spielt. So wissen wir auch, wie damals interagiert wurde.
Dietmar Edelherr von Syntronica: Zudem recherchieren wir sehr genau, wenn wir zu einem geschichtlichen Ereignis eine Zeitreise anbieten, um keine Fehler zu machen.
Was werden wir von Ihnen auf der Comic Con in Stuttgart erwarten können?
Sabine Edelfrau von Syntronica: Auf der Comic Con entführen wir die Besucherinnen und Besucher auf faszinierenden Reisen. Wir erklären Ihnen detailreich, wie eine Zeitreise vonstattengeht. Im Vorjahr waren wir auch schon mit einem Stand da und haben die Besucher intensiv mitgenommen. Es ging so weit, dass manche wirklich geglaubt haben, dass eine Reise in die Vergangenheit funktioniert.
Was kann man sich konkret unter dem Angebot von Chrono.Tours vorstellen?
Dietmar Edelherr von Syntronica: Chrono.Tours bietet Zeitreisen zu unterschiedlichen geschichtlichen Ereignissen an. Natürlich nicht real, sondern als „Kopfkino“. Wir erzählen den potenziellen „Kunden“, wie eine Zeitreise aussehen könnte. Geben ihnen Details, beschreiben die Orte und vieles mehr. Wir sind dabei so glaubwürdig, dass wir gefragt wurden, ob die Zeitreise schon stattfände.
Sabine Edelfrau von Syntronica: Am 25. Dezember 2021 überlegten wir uns, dass man eine Reise zur Krönung Karls des Großen machen könne. Eigentlich wäre Irene von Byzanz die Kaiserin geworden, doch die katholische Kirche akzeptierte keine Frau in der Militärführung, also ging die Kaiserkrone an Karl. Wenn wir nun eine Reisegruppe haben, in der Frauen sind, kann es durchaus passieren, dass diese ihren Unmut über die fehlende Emanzipation kundtun. Dies müssen wir versuchen zu verhindern, da es theoretisch zu „Querelen“ mit den Menschen aus der Ziel-Zeit kommen könnte. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ganz oben das Geschehen von der Empore hinter eine Glasscheibe aus zu beobachten.
Welche Tipps haben Sie für angehende Steampunks?
Dietmar Edelherr von Syntronica: Man sollte sich schon eingehend mit dem Thema befassen. Und dann der Kreativität absolut freien Lauf lassen. Die Steampunks sind offen für Ideen. Im Zweifel ansonsten einfach fragen. Wir beißen nicht.
Weiterführendes:
- Messe Stuttgart
- Comic Con Germany

Erst die Corona-Pandemie, jetzt der Krieg Russlands gegen die Ukraine!
Beide Faktoren drücken auf die Kaufkraft der Wirtschaft.
Bezüglich der zunehmenden Kosten für Energie und Rohstoffe befürchten Ökonomen, dass Deutschland in eine Rezession schlittert.
Es sei zu befürchten, dass das Bruttoinlandsprodukt um 0.3 Prozent schrumpfen könnte.
Durch die Corona-Pandemie ist die´wirtschaftliche Lage in Deutschland schon sehr angespannt und das BIP ist nur um ein Zehntel Prozent gestiegen. Durch die immens steigenden Rohstoffpreise und Energiekosten lässt die Kaufbereitschaft nach und dies drückt wiederum auf den Konsum.
Durch weniger Produktion kommt es zu mehr Arbeitslosigkeit. Arbeitslose haben weniger Geld, wodurch auch dadurch eine Spirale nach unten dreht.
Wenn die kriegerischen Aggressionen Russlands gegen die Ukraine nicht aufhören, kann es zu einer noch misslicheren Lage in der Weltwirtschaft kommen. Da Gas durch die Limitierung Russlands knapp ist und noch knapper werden könnte, heizt sich diese Preisspirale noch weiter hoch, was zu immer weiteren Preissteigerungen führt.
Dies drückt weiter und weiter auf die Konsumbereitschaft. Die Spirale des wirtschaftlichen Abschwungs bewegt sich weiter nach unten.
Die Bundesbürger hatten zwar etwas auf die hohe Kante gelegt, was theoretisch nun ausgegeben werden könnte, doch die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten drücken.
So halten sie auch das Geld zurück, weil niemand weiß, welche Rückzahlungen bei Strom und Gas in der Abrechnung im nächsten Jahr anstehen.
Ausgehend davon wird den Unternehmen die Produktion herunterfahren müssen, da sich bei den hohen Energiekosten nicht immer lohnt deckend zu produzieren.
Die Lage ist sehr angespannt, denn durch die angeschlagene Weltwirtschaft wird es für das exportoriente Deutschland sehr schwer, etwas abzusetzen.
Hoffen wir, dass die Rezession abwendet werden kann!

In Werbeanzeigen wird ein ergonomischer Stuhl für das sogenannte „Home-Office” angepriesen.
Dieser Bürostuhl soll auch bei Stiftung Warentest hervorragend abgeschnitten haben.
Aufgrund eines staatlichen Auftrags, vertreten durch den Bundesminister für Wirtschaft, untersuchen und vergleichen die Mitarbeiter der Stiftung Warentest Waren und Dienstleistungen verschiedener Anbieter.
Die Ergebnisse und Bewertungen sind sehr authentisch und anerkannt.
Der Anbieter des Bürostuhls sagt in einer Werbeanzeige, dass er „Gewinner bei Stiftung Warentest” sei.
Jetzt wird es kurios.
Der XYZ im Stiftung Warentest Bürostuhl Selbsttest
Wir stellen uns der Stiftung Warentest: Wir zeigen, wie der XYZ im großen Bürostuhl-Test abgeschnitten hätte.
„… hätte.” heißt es dort, was bedeutet, dass der Test nie stattgefunden hat.
Dies relativiert der Hersteller im nächsten Satz seiner Webseite.
Als der Test durchgeführt wurde, wurde der Stuhl noch nicht in Deutschland angeboten. Er konnte also nicht berücksichtigt werden.
Da das Unternehmen „oberschlau” ist, stellt es den Test einfach in eigenen Räumen – „Labor” – nach unter den Gesichtspunkten Sitzkomfort und Einstellmöglichkeiten, Haltbarkeit und Bodenschonung, Handhabung und Sicherheit.
Beim Sitzkomfort nahm man die Kunden anscheinend aus der Schweiz.
170 „zufriedene” Kunden hatten den Stuhl laut Angaben des Herstellers mit 4,98 von 5 Punkten bewertet.
Dies soll besser sein, als der „Standardtest” von Stiftung Warentest.
Auch die Einstellungsmöglichkeiten des Stuhls und insbesondere der Rückenlehne soll wegen zwei mehr Hebeln oder Stellräder besser sein als der Testsieger.
Ob mehr Einstellmöglichkeiten mehr Komfort bieten, sei dahingestellt.
Die Haltbarkeit und Bodenschonung wird laut Hersteller gewährleistet, weil die Abriebfestigkeit gewährleistet sei und die Rollen andere seien als „Standardrollen”.
Die Handhabung beziehungsweise der Zusammenbau des Stuhls wird in einem Video attestiert, in dem eine Frau den Karton aufschneidet, die Einzelteile herausnimmt, kurz die Bedienungshilfe anschaut und den Stuhl in kurzer Zeit aufbaut.
Die Sicherheit wird angeblich vom TÜV Rheinland zertifiziert.
Gasdruckfedern, wie sie in Stühlen benutzt werden, um die Sitzhöhe zu verstellen, müssen generell vom „Technischen Überwachungsverein” (TÜV), „Gesellschaft für technische Überwachung” oder einer gleichwertigen Gesellschaft abgenommen sein. Ansonsten dürfen sie gar nicht eingesetzt und eingebaut werden.
Der angebliche Test des Stuhls ist zusammenfantasiert, mehr nicht.

Die Schulleiterin Julia kommt auf eine kleine Insel und möchte das dort kürzlich gekaufte Haus anschauen und einrichten.
Es stellt sich jedoch heraus, dass sie dem Heiratsschwindler John aufgesessen ist, der ihr zudem noch die 350 000 Euro für das Haus abgeluchst hat.
Abgebrannt kommt sie bei dem vorerst unsympathischen Hotelbesitzer Rick unter, der ihr hilft, die Betrugssache aufzuklären, denn die Polizei handelt und ermittelt nur sehr schleppend.
Als sich beide ineinander verlieben, kommt heraus, dass John der Bruder von Rick ist.
Nach einer kurzen Querele macht Rick Julia einen Heiratsantrag und meldet John als Vertrauensbeweis der Polizei, woraufhin dieser verhaftet wird.
Die Hochzeit wird zelebriert.
Dieser Fernsehfilm – „Katie Fforde: Zimmer mit Meerblick“ – lief am Sonntag, den 29.5.2022, abends im ZDF.
Die oben beschriebene Handlung war öde und langweilig. Außer dem Aufkochen von Klischees war nicht viel in dem Film zu finden. Vieles war unlogisch aufgebaut.
Dass Julia Schulleiterin war, sollte anscheinend nur unterstreichen, dass es auch „intelligenten“ Menschen passieren kann, auf leere Versprechungen hereinzufallen. Zudem gab es ja noch Julias Mutter, die ihr immer zur Vorsicht vor „großen Versprechen“ und „Männer“ im Allgemeinen gewarnt hatte, aber erstmal sicher war, dass John der Richtige für ihre Tochter sei, obwohl niemand – nicht mal Julia – John „live“ gesehen hatte.
Rick erkannte seinen Bruder anfangs schon auf einem Fahndungsfoto, sprach kurz mit ihm, ließ sich aber von ihm wie immer manipulieren, dass Rick der Mutter versprochen hatte, auf ihn aufzupassen und zu schützen.
Als dies herauskam, nachdem er und Julia sich ineinander verliebt hatten, kam es zum riesigen Eklat, denn Julia glaubte, er wäre in John Betrug gegen sie involviert. Rick warf daraufhin alle Familienbande über Bord. Er habe sich genau wie Julia von John vorführen und manipulieren lassen und werde dies nicht mehr tun, sagte er huldvoll, denn er habe bemerkt, dass Julia ihm alles bedeute.
Zufälligerweise hat er der Polizei kurz vor dem Eklat gesagt, wo John sich aufhält und diese verhaftete ihn, kurz bevor er türmen wollte.
Das Schlussplädoyer von Julias Mutter, dass es nicht so wichtig sei, ob die 350 000 Euro wieder auftauchten, sondern Hauptsache ihre Tochter sei glücklich, hätte man sich sparen können.
Der Film tröpfelte langsam vor sich hin. Es passierte nichts Aufregendes.
Die Dialoge waren abgedroschen, ebenso wie die Charaktere, die dargestellt wurden.
Einsamer Fischer und Hotelier, der ein Aussteiger war, weil er eine gescheiterte Ehe hinter sich hatte, kam zusammen mit einer über den Tisch gezogenen Schulleiterin. Die Polizeibeamten betonten bei jeder Nachfrage, dass sie „dran“ seien und bald „Erfolge“ verzeichnen könnten, taten außer Selbstdarstellung aber nichts. Die Mutter Julias schützte ihr Küken und nahm es ihr auch nicht krumm, dass sie ihre Rente verprasst hatte. Auch der cassandrische Spruch: „Alles was passiert, hat einen tieferen Sinn.“ schaffte einmal mehr, dass man aus dem Gähnen nicht herauskam.
Solche „Unterhaltung“ soll für den Durchschnittszuschauer gemacht worden sein.
Wenn dies die große Masse möchte, dann aber „Gute Nacht, Deutschland!“!