Die Schulleiterin Julia kommt auf eine kleine Insel und möchte das dort kürzlich gekaufte Haus anschauen und einrichten.
Es stellt sich jedoch heraus, dass sie dem Heiratsschwindler John aufgesessen ist, der ihr zudem noch die 350 000 Euro für das Haus abgeluchst hat.
Abgebrannt kommt sie bei dem vorerst unsympathischen Hotelbesitzer Rick unter, der ihr hilft, die Betrugssache aufzuklären, denn die Polizei handelt und ermittelt nur sehr schleppend.
Als sich beide ineinander verlieben, kommt heraus, dass John der Bruder von Rick ist.
Nach einer kurzen Querele macht Rick Julia einen Heiratsantrag und meldet John als Vertrauensbeweis der Polizei, woraufhin dieser verhaftet wird.
Die Hochzeit wird zelebriert.

Dieser Fernsehfilm – „Katie Fforde: Zimmer mit Meerblick“ – lief am Sonntag, den 29.5.2022, abends im ZDF.
Die oben beschriebene Handlung war öde und langweilig. Außer dem Aufkochen von Klischees war nicht viel in dem Film zu finden. Vieles war unlogisch aufgebaut.

Dass Julia Schulleiterin war, sollte anscheinend nur unterstreichen, dass es auch „intelligenten“ Menschen passieren kann, auf leere Versprechungen hereinzufallen. Zudem gab es ja noch Julias Mutter, die ihr immer zur Vorsicht vor „großen Versprechen“ und „Männer“ im Allgemeinen gewarnt hatte, aber erstmal sicher war, dass John der Richtige für ihre Tochter sei, obwohl niemand – nicht mal Julia – John „live“ gesehen hatte.
Rick erkannte seinen Bruder anfangs schon auf einem Fahndungsfoto, sprach kurz mit ihm, ließ sich aber von ihm wie immer manipulieren, dass Rick der Mutter versprochen hatte, auf ihn aufzupassen und zu schützen.
Als dies herauskam, nachdem er und Julia sich ineinander verliebt hatten, kam es zum riesigen Eklat, denn Julia glaubte, er wäre in John Betrug gegen sie involviert. Rick warf daraufhin alle Familienbande über Bord. Er habe sich genau wie Julia von John vorführen und manipulieren lassen und werde dies nicht mehr tun, sagte er huldvoll, denn er habe bemerkt, dass Julia ihm alles bedeute.
Zufälligerweise hat er der Polizei kurz vor dem Eklat gesagt, wo John sich aufhält und diese verhaftete ihn, kurz bevor er türmen wollte.
Das Schlussplädoyer von Julias Mutter, dass es nicht so wichtig sei, ob die 350 000 Euro wieder auftauchten, sondern Hauptsache ihre Tochter sei glücklich, hätte man sich sparen können.

Der Film tröpfelte langsam vor sich hin. Es passierte nichts Aufregendes.
Die Dialoge waren abgedroschen, ebenso wie die Charaktere, die dargestellt wurden.
Einsamer Fischer und Hotelier, der ein Aussteiger war, weil er eine gescheiterte Ehe hinter sich hatte, kam zusammen mit einer über den Tisch gezogenen Schulleiterin. Die Polizeibeamten betonten bei jeder Nachfrage, dass sie „dran“ seien und bald „Erfolge“ verzeichnen könnten, taten außer Selbstdarstellung aber nichts. Die Mutter Julias schützte ihr Küken und nahm es ihr auch nicht krumm, dass sie ihre Rente verprasst hatte. Auch der cassandrische Spruch: „Alles was passiert, hat einen tieferen Sinn.“ schaffte einmal mehr, dass man aus dem Gähnen nicht herauskam.

Solche „Unterhaltung“ soll für den Durchschnittszuschauer gemacht worden sein.

Wenn dies die große Masse möchte, dann aber „Gute Nacht, Deutschland!“!

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