Baden-Württemberg

Heute, Donnerstag, den 19. Oktober 2023, waren wir wieder beim „Hitmach-Duell” beim SWR1 Baden-Württemberg anwesend, das diesmal zeitgleich in Lahr und in Rottenburg am Neckar stattfand.

Da wir am Mittwoch, den 18. Oktober 2023, bei dem Moderator Max Oehl waren, gingen wir nach Rottenburg am Neckar, um Benedict Walesch kennenzulernen.
Wir kamen gegen 14:30 Uhr an und machten uns bekannt.

Nach dem kurzen Gespräch und dem (obligatorischen) Selfie mit Benedict Walesch, das von ihm ausging, wurden wir von Jungen einer Schulklasse „belagert”. Sie waren etwa zehn bis zwölf Jahre alt.

Wir erklärten ihnen, dass wir Zeitreisende aus dem Jahre 1867 seien, was man unschwer an unserer Gewandung sehen könne.
Einer rief, dass es Zeitreisen nicht gebe.
Meine Erwiderung war, dass wir „natürlich” Zeitreisende seien, da wir sonst wohl nicht hier sein könnten. Das leuchtete einigen ein, aber von weiter hinten kam der Einwand, dass sich jeder solche „Klamotten” bei Amazon kaufen könne.
Wir fragten, worum es sich Amazon handle.
„Eine Webseite, wo man kaufen kann”, antwortete einer, „kennt doch jeder.”.
Wir, aus dem Jahre 1867 kommend, schauten uns verdutzt an und sagten, dass wir nicht wüssten, was eine Webseite sei.
Isso im Internet und mit ’ner App”, wurden wir belehrt, was uns aber auch nicht weiterhalf.
Man konnte uns nicht erklären, was das Internet ist und worum es sich bei einer App handelt.
Dazwischen kamen wieder Rufe, dass die Sache mit uns Zeitreisende gar nicht stimme und wir lögen.
Wir ließen uns nicht aus der Fassung bringen, stellten uns „dumm” und hakten nach, was das denn für Dinge seien wie Amazon, ein Handy, eine App et cetera.

Die Kinder setzten voraus, dass wir das wissen müssten, während ein paar „Oberschlaue” wieder riefen, dass wir sie nur hochnehmen wollten oder lögen.
Die „Oberschlauen” mischten weiter undiszipliniert auf und die, die sich noch Bilder im Kopf gemalt hatten, zweifelten jetzt auch an unserer Erzählung, weil die „Oberschlauen” permanent mit ihren unqualifizierten „Einsprüchen” und Bemerkungen dazwischenfunkten.

Eine Lehrerin grätschte hinein und forderte die Kinder auf, sich vorzustellen, dass es stimmte, was wir erzählten.
Sie hatte damit keinen Erfolg, denn die „Oberschlauen” hatten lautstark die Gruppenführung übernommen und alle Schüler konterten, was das Zeug hielt.

Wir hielten uns wacker und spielten unsere Rolle der „Unwissenden” (wie immer) weiter. Wir konnten ja nicht wissen, was es im 21. Jahrhundert gibt, weil wir aus dem neunzehnten kamen.
Die Lehrerin versuchte den Schülern klarzumachen, dass wir nicht wüssten, was ein Handy sei und man es uns erklären solle.
Mit einem Handy könne man telefonieren, erklärte man uns.
Uns zu erklären, was Telefonieren ist, bekam niemand hin, denn „Wenn ich mit meinem Kumpel spreche” war eine Erklärung, die nichts-sagend war.

Irgendwann gab die Lehrerin auf, die Kinder motivieren zu wollen, sich vorzustellen, dass wir wirklich Zeitreisende wären und etwas so für Personen aus einer vergangenen Zeit zu erklären, dass sie dies auch verstünden. Auch sagte sie mehrmals, dass es in der Zeit, aus der wir kämen, das Internet, App und Handys nicht gab und wir dies alles folgerichtig nicht kennen.
Das funktionierte nicht, da man eins mit dem fast gleichem erklärte.

Handy isso wie Telefonieren, nur anders.”
„Wie anders?”
Handy, eben.”
„Was ist ein Handy?”
„Sie haben doch eins.”
„Nein! Ich weiß nicht mal, was Du meinst, weil ich das Wort zum ersten Mal gehört habe.”
„Telefonieren eben”, kam einer der „Oberschauen” aus sich heraus.
„Telefonieren durch ein Kabel”, half ich nach und versuchte, einen Anstoß zu geben.
„Nee”, kam zurück, „Sie kennen doch Telefon.”
„Klar, das wurde zu meiner Zeit, also 1861, erfunden.”
„Schon wieder ’ne Lüge.„

So ging es die ganze Zeit.

Da es etwas regnete, hatten wir Schirme aufgespannt.

Ein anderer „Oberschlauer” meinte, erkannt zu haben, dass die Regenschirme „falsch” wären, denn die Automarke Mercedes habe es gar nicht bei uns gegeben.
Ich machte ihm klar, dass Bertha Benz schon im Jahre 1888 mit dem Gefährt ihres Mannes von Mannheim nach Pforzheim gefahren war und dass es die Marke „Mercedes” schon seit 1905 gab, der Mercedes-Stern seit 1909 den Gebrauchsmusterschutz innehabe und seit 1911 im Warenzeichenregister eingetragen sei.
Da verstummte er für einen Augenblick, weil er wohl nicht verstanden hatte, was ich sagte,

Ein „Oberschlauer” warf uns vor, dass es Schirme zu unserer Zeit noch nicht gegeben habe.
Da lag er falsch, denn Schirme hatte es schon vor viertausend Jahren laut Zeichnungen und Überlieferungen aus China gegeben, aber das sagte ich ihm nicht.
Der Regenschirm, so wie man ihn heute kennt, geht übrigens auf das Jahr 1715 zurück, aber wurde erst 1852 alltags- und gebrauchstauglich. Dies sagte ich ihm allerdings.
Der „Oberschlaue” sagte plakativ: „Das stimmt nicht.” 

Ich erzählte, dass wir aus unserem Luftschiff ausgestiegen wären und auf unserem Weg hierher habe es angefangen zu regnen.
Deswegen hätte man uns freundlicherweise zwei Schirme im benachbarten Restaurant geliehen.
Der „Oberschlaue” meinte, dass man das dort gar nichts ausleihen könne.
Auf mein Nachhaken musste er zugeben, dass er nie in dem Restaurant gewesen sei, worauf ich dann erwiderte, er könne dort nach einen Schirm fragen, wenn er mal dort essen gehe.
Ich machte ihm weis, dass uns jemand vom Restaurant gesehen habe und uns zwei Schirme mit den Worten „Damit Eure teure Kleidung nicht nass wird” in die Hand gedrückt habe.
Da verstummten die Schüler wieder mal.

Die Lehrerin hörte nur noch zu, weil sie mit ihrem Latein anscheinend am Ende war.

Man versuchte weiter, uns permanent der „Lüge” zu bezichtigen, anstatt sich auf das „Kopf-Kino” einzulassen.
Die „oberschlauen” Krakeeler übertünchten mit ihrem Unwissen, ihren Bezichtigungen und ihrer lauten Stimme jede Kommunikation.
Wir überhörten das immer wiederkehrende „Das stimmt gar nicht.” oder „Das ist eine Lüge.” und andere Totschlagargumente, die darauf hinwiesen, dass die Schüler keine Fantasie hatten.

Kurz wurden die Schüler zu Benedict Walesch gerufen, der mit ihnen „on air” war und ihr Jubeln an die Radiohörer geschickt hatte.

Sie schienen sich wohl abgesprochen zu haben, wie man uns „besser” aus der Reserve locken könnte, denn bevor sie zu uns kamen, tuschelten sie miteinander und schauten immer wieder zu uns, während ein paar von ihnen nickten.

Einige fragte meine Gattin etwas und andere fragten mich das Gleiche.
Wenn beides nicht genau stimmte, bezichtigte man uns der Lüge.

Einer fragte meine Gattin, woher sie käme. Sie antwortete: „Stolberg”.
Als ich auf die Frage, wo ich herkäme, „Beckum” sagte, riefen die „Oberschlauen”, dass wir lögen, weil „sie” etwas anderes gesagt hatte.
Ich klärte auf, dass wir in Böblingen wohnten, meine Gattin in Stolberg (NRW) geboren sei und ich in Beckum (NRW). Wir also aus Stolberg und Beckum kämen, wenn man es so wolle, wir aber nun in Böblingen zusammen wohnten. Heute seien wir zusammen von Böblingen hierher nach Rottenburg am Neckar gekommen.
Das verstanden sie nicht und wurden noch „heftiger” mit ihrer verbaler „Bedrängung”, die uns aber kaltließ, da wir uns auf unsere Intuition und Spontanëität verlassen können.

Die „Oberschlauen” beobachteten links und rechts, was wir sagten und / oder bekamen gesagt, was wir geantwortet hatten. Das nahmen sie als „Aufhänger”.

Andere von ihnen wiederholten immer die gleichen Fragen, was auch darauf schließen ließ, dass sie „Lügen” suchten, wenn eine Antwort anders ausfiel als vorher oder sie hörten nicht zu beziehungsweise es interessierte sie nicht, was meine Gattin sagte. 

Wir blieben ruhig und gelassen und ließen uns nicht provozieren.
Niemand kann uns „moderne Geschichtenerzähler” aus der Ruhe bringen kann.

Wir waren jedoch froh, als die Klasse endlich weg war.

Kurioserweise gehörte die Lehrerin, die sich eingemischt hatte, gar nicht zu der Klasse, sondern sie betreute an ihrem freien (Schul-)Tag mit ihrem Mann und den Kindern zusammen das Volleyball-Feld, auf dem das „Hitmach-Duell” stattfand.

An diesem Tag mussten die Anwesenden Weitsprung machen, inspiriert von dem Van-Halen-Song „Jump”.
Je nachdem, wie viele Meter zusammenkamen, entschied dies für den Sieg, entweder für Rottenburg oder für Lahr.

Die Lehrerin und der Lehrer, die ihre Klasse zum Volleyball-Feld gebracht hatten, sprachen nicht mit uns und schienen sich auch nicht für uns zu interessieren. Möglicherweise hielten sie uns für „Kinderbelustiger”, die der SWR in ihren Augen engagiert hatte.
Sie standen auch abseits der Schlange der Schüler, die sich im Weitsprung betätigten, und motivierten sie nicht wirklich. 

Die Lehrerin, die geblieben war, erzählte uns, dass sie es schlimm fände, dass die Kinder nicht mehr kreativ und fantasievoll seien. Ihr Sohn baue sehr viel mit LEGO und würde von den Mitschülern nicht ernst genommen, weil er nicht so viel Zeit am Smartphone oder am PC verbringe wie die Anderen.
Ihr Sohn war sehr froh, als ich ihm sagte, dass ich (als Erwachsener) auch LEGO baue.

Dieses Gehabe der Kinder kennen wir zur Genüge. Sehr oft sind aber die Eltern daran schuld, dass die Kinder ihrer Fantasie keinen freien Lauf lassen (dürfen), denn schließlich müsse man realistisch denken und handeln.

Was Kreativität angeht, sehen wir für die Zukunft schwarz.

Ein kleines Highlight gab es doch.
Als die Rasselbande der „Verleugner” und „Fantasielosen” endlich weg war, unterhielten wir uns mit zwei Mädchen.
Diese kannten auch Jules Verne, denn eine von den beiden hatte ein Referat über „Reise zum Mittelpunkt der Erde” gehalten. Sie wussten, wovon wir sprachen und worum es ging.
Sie fanden es ganz toll, sich mit uns unterhalten zu haben.

Die Fantasie ist nicht bei allen verloren.

Nachtrag:
Gestern beim „Hitmach-Duell” hat Rottenburg am Neckar mit 1 635 Metern gewonnen.
In Lahr kamen 1 264 Meter zusammen.

Momentan findet das sogenannte „Hitmach-Duell” des Radiosenders „SWR 1 Baden-Württemberg” bis Ende der Woche statt. 

Dies geschieht im Rahmen der SWR1-Hitparade, bei dem die Hörer drei Wochen lang Zeit haben, ihre Favoriten zu wählen.
Ab nächster Woche Montag, den 23.10.2023, um 5 Uhr werden die, wahrscheinlich über 1000, Hits absteigend tagtäglich rund um die Uhr gespielt.
In der Final-Party am 27.10.2023 werden ab 19 Uhr die Top 10 in der Schleyer-Halle in Stuttgart präsentiert.

Beim „Hitmach-Duell” befindet sich ein Moderator in einer Stadt und ein anderer in einer anderen.
Die Moderatoren bekommen eine an einen Hit angelehnte Aufgabe und müssen Hörer motivieren, sich dort einzufinden, wo sich der SWR1-Stand befindet.
Gestern war das Motto „Helden und Anti-Helden”, angelehnt an den Song „Anti Hero” von Taylor Swift, was bedeutet, dass die Mitmachenden sich dementsprechend verkleiden mussten.
Zwischen 17:30 Uhr und 18 Uhr schließen sich die beiden Kontrahenten übers Radio kurz und diejenige Stadt hat gewonnen, bei der die meisten Leute die Aufgabe am besten gelöst wurde.
In der Gewinner-Stadt werden zwei Freikarten für die Final-Party ausgelost.

Wir haben beim Mega-Event „Römer im Schein der Fackeln” im Römischen Freilicht-Museum „Villa Rustica” in Hechingen-Stein, Stimmzettel verteilt und wieder eingesammelt.

In einem Briefumschlag haben wir diese gestern dem Moderator Max Oehl in Weil der Stadt übergeben.

Max Oehl war sehr überrascht, Besuch von Zeitreisenden bekommen zu haben, und machte mit uns ein Spontan-Interview, das um 13.45 Uhr über den Äther lief.

Weiter unten kann man das Interview anhören.

Weil der Stadt bekam 142 Helden zusammen und Bad Dürrheim 294.
Damit gewann Bad Dürrheim.

Die „Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung” (SZBZ) hat über unsere Anwesenheit beim Mittelaltermarkt Sindelfingen, 8. – 10. September 2023, berichtet.
Artikel von Isabell Gospodarczyk
Bild von Annette Nüßler
Zur SZBZ geht es hier.

Vielen Dank!

Sindelfingen. Menschen in langen Gewändern und Klänge aus längst vergangenen Jahrhunderten – am zweiten Septemberwochenende wird die Sindelfinger Altstadt ins Mittelalter zurückkatapultiert. Und mittendrin: Dietmar Schneidewind und seine Frau Sabine, gekleidet allerdings im viktorianischen Stil. 

Wie das zusammenpasst? 

„Ich bin Zeitreisender“, sagt der 58-Jährige aus Böblingen, „ich reise durch die Zeit.“

Dietmar Schneidewind schlüpft auf Veranstaltungen in seine Rolle. Sobald er seine Weste überstreift, ist er der Edelherr von Syntronica. Sein Charakter stammt aus der viktorianischen Zeit. Die Geschichte dahinter: „Eigentlich kommen ich, Edelherr von Syntronica, und meine Frau Sabine, Edelfrau von Syntronica, aus dem Mittelalter. Geboren sind wir im Jahr 1365 und 1367, haben uns dann kennengelernt und geheiratet. An unserem zehnten Hochzeitstag sind wir ausgeritten, kamen in einer Burg in ein Gemetzel. Eine Explosion im Zeitgefüge hat uns das Leben gerettet: Gelandet sind wir im 500 Jahre in der Zukunft liegenden viktorianischen Zeitalter.“

Steampunk: Zahnräder und Zeitmaschine

Das ist das 19. Jahrhundert, genauer: 1867.
Doch nicht so, wie es in Geschichtsbüchern niedergeschrieben ist. Im Universum von Dietmar Schneidewind, oder besser gesagt, Edelherr von Syntronica, sind die Geschichten des französischen Schriftstellers Jules Verne zum Leben erwacht: Autos rollen durch die Straßen, mit Dampf betrieben. Die Mechanik ist überall präsent, mit verschnörkelten Details und vielen Zahnrädern. Auch „Die Zeitmaschine“, das bekannte Buch von H. G. Wells, gehört in dieses Universum. Erfindungen, die es nie gab, kommen auf den Markt. Diese Zeit, die so eigentlich nie existiert hat, nennt sich Steampunk.

Die beiden leben sich gut ein im 19. Jahrhundert, tauschen ihre Kleidung aus dem Mittelalter gegen Frack und glockenartige Kleider. Doch irgendwann packt sie der Gedanke, durch die Zeit zu reisen.
Und das tut das Ehepaar.
Dieses Wochenende reisen sie zurück in ihre eigentliche Zeit, das Mittelalter. Ihre Kleidung bleibt die aus dem 19. Jahrhundert, mit Details wie einer Schutzbrille, die zum Zeitreisen benötigt wird.

Auf dem Mittelaltermarkt in Sindelfingen verkaufen sie Zeitreisen. 

Wie das aussieht, erklärt Dietmar Schneidewind, der Chef des Zeitreisebüros „Chrono.Tours“: „Leute kommen zu uns und kaufen eine Zeitreise. Dann stellt man sich vor: Es ist der 5. August 1888. Wir sitzen auf einer Bank zwischen Pforzheim und Mannheim. Und an uns düst Bertha Benz vorbei – der erste Mensch, der eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegt. Sie gilt damit als die erste Autofahrerin überhaupt.“
Auf dem Mittelaltermarkt sind Dietmar und Sabine Schneidewind jetzt zum zweiten Mal dabei. Das Ehepaar ist auf Veranstaltungen in ganz Deutschland dabei. „Man kennt uns mittlerweile“, so Dietmar Schneidewind.

Die Menschen reagieren meistens positiv, wenn sie den Edelherrn von Syntronica und seine Frau sehen, erzählt Dietmar Schneidewind: „Wir sind nun mal besonders gekleidet. Darauf sprechen uns die Leute an und sagen: Das ist genial, was wir hier machen.“ Manchmal gibt es aber auch unangenehme Situationen, doch die sind äußerst selten. „Sagen wir mal so: Es gibt immer Neider oder Menschen, die sich aufspielen müssen. Mich beeinflusst das nicht. Ich habe genug Selbstbewusstsein“, so der 58-Jährige.

Journalist und Fotograf im „echten“ Leben

Nach den Veranstaltungen legt er mit seiner Zeitreisenden-Kleidung auch seine Rolle ab. Dann ist er wieder Dietmar Schneidewind. Er ist Fotograf und Journalist.
Bald fängt er in einem Bildungsinstitut in Sindelfingen als IT-Ausbilder an. Denn eigentlich ist er Informatiker.
Der geborene Münsterländer hat in Nordrhein-Westfalen Informatik studiert.
Nach Baden-Württemberg kam er, weil eine Firma in Dettenhausen ihn abgeworben hat.
Nebenbei hat er Journalismus studiert. Einen Hang zum Fotografieren hatte er bereits in der Schulzeit: Dort war er in einer Foto-AG und legte sich mit 14 Jahren seine erste Spiegelreflexkamera zu.

Per Zufall kam er zur Steampunk-Szene.

2017 bat ihn ein DJ, bei einem Event im Schloss Monrepos in Ludwigsburg zu fotografieren. „Das war genial: 150 Leute in viktorianischer Kleidung tummelten sich da. Dafür haben meine Frau und ich uns auch ähnlich angezogen. Dann wurden wir wieder eingeladen – und ich wurde infiziert“, blickt Dietmar Schneidewind zurück.

Und das hält bis heute. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die nächste Veranstaltung steht bereits vor der Tür: Im Oktober geht’s zurück in die Römerzeit im Römischen Freilichtmuseum in Hechingen-Stein.

Dietmar Schneidewind kann man auf dem Mittelaltermarkt in der Planiestraße gegenüber vom Röhm antreffen. 

Wir haben uns schöne Ecken in Böblingen angeschaut, weil wir uns hier sehr wohlfühlen.

Angefangen haben wir am Ida-Ehre-Platz mit dem kuriosen Brunnen.
Wie viele Kugeln sich dort befinden, können wir nicht genau sagen, weil auch welche fehlen.

Zuerst schauten wir uns die ehemalige Stadtmauer auf der Poststraße an.
Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer von Luftangriffen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Das Bärenkino heißt deswegen Bärenkino, weil in der Nähe Bären gehalten wurden.
Im Böblinger Zwinger wurden diese gehalten.
Auf Wunsch von Herzog Ulrich von Württemberg lebten vom Ende des Mittelalters über 200 Jahre lang Bären in Böblingen.

Von dort gingen wir zum Postplatz und schauten uns die große Uhr mitten auf dem Postplatz an.
Diese war uns vorher nie aufgefallen.

Der Runde Turm gehörte zur Stadtbefestigung und hat insgesamt 13 Stufen.

Der Grüne Turm ist zwar weiß, aber oben waren früher grüne Dachziegel.

Ein paar davon sind noch vorhanden.

Am Fruchtkasten ist eine Gedenktafel zu finden, der an die Bauernschlacht von 1525 erinnert.

Die Stadtkirche hat insgesamt sechs Türen.

Das alte Rathaus ist erreichbar, das neue wegen Sanierungsarbeiten leider nicht.
Am Alten Rathaus hängen sechs Flaggen: zwei mit dem Wappen von Baden-Württemberg, zwei für den Landkreis Böblingen und zwei mit dem Wappen von Böblingen.

Im jetzigen Deutschen Fleischereimuseum war früher das Vogthaus.

In die Zehntscheuer mussten die Bauern ihre Steuern zahlen.
Weil es ein Zehntel des Ertrags war, hieß diese Steuer „Zehnt”.
Sie gaben also ein Zehntel ihrer Ernte – Getreide, Tiere et cetera – dort ab.

Wir haben in Böblingen viele schöne Orte angeschaut. Die Uhr auf dem Postplatz hatten wir vorher nicht bewusst wahrgenommen.

Gestern, den 14.9.2022, waren wir im SWR-Fernsehen zur „Landesschau Baden-Württemberg” geladen.
In dem zehnminütigem Gespräch wurden wir zu Steampunk und Zeitreisen interviewt.

Wir haben den Zuschauern und Zuschauerinnen dargelegt, worum es sich bei Steampunk handelt und wie wir darauf gekommen sind, ein Zeitreisebüro zu gründen.

Die Kultur Steampunk begann in den 1980-er-Jahren.
Man stellte sich – einfach gesagt – vor, wie die Welt aussähe, wenn die Visionen von Jules Verne und H.G. Wells sowie anderer „zeitgenössischer“ Buchautoren Realität geworden wären.
Die Überlegung schließt ein, dass die Dampftechnologie und die Mechanik die herrschenden Technologien sind. Zudem kleiden sich Steampunks wie im Viktorianischen Zeitalter – etwa 1830 bis 1900 – oder ähnlich. Die Damen tragen elegante Kleider, die Herren Anzüge und dazu Zylinder. Dekoriert wird die Kleidung meistens mit Zahnrädern als Zeichen für die Mechanik.
Steampunks sehen aus, als entstammten sie einer „vergangenen“ Zeit.
Wir treffen uns mit anderen Steampunks auf Picknicks und anderen Veranstaltungen.
Maschinen und Geräte erscheinen im Stil des 19. Jahrhunderts, mit Verschnörkelungen, edlen und polierten Oberflächen, meistens aus Edelmetallen, Elfenbein und Schmucksteinen.
Wir sind allerdings keine Bastler und Tüftler und auch keine Schneider, die ihre Kleidung selber nähen.
Ausgehend von dem Buch „Die Zeitmaschine“ von H.G: Wells haben wir uns überlegt, dass sich nicht jeder (finanziell) eine Zeitmaschine leisten kann.
So kamen wir auf die Idee, dass wir ein Zeitreisebüro gründen, um Reisen in die Vergangenheit anzubieten.
Wir regen die Fantasie der Leute an, indem wir ihnen Geschichten erzählen oder ihr „Kopfkino“ anregen.
Damit kommen wir sehr gut an. 

Um dieses Thema kreiste das Interview.

Moderator Florian Weber hat sich sehr gut mit uns unterhalten und Fragen gestellt, bei denen wir ab und zu kurz überlegen mussten. 

Wir wurden sehr herzlich beim SWR (Südwestrundfunk) empfangen und haben uns sehr wohlgefühlt.

Das Interview ist in der ARD-Mediathek zu finden.
Es ist nur bis zum 14.9.2023 dort, weil die Rundfunkverträge dies so regeln.

Am 14.9.2022 werden wir – Sabine Edelfrau und Dietmar Edelherr von Syntronica – interviewt.
Dies geschieht im Rahmen der „Landesschau” beim „Dritten Programm” „SWR Baden-Württemberg”.
Es geht live gegen 19:15 Uhr los.

Das Thema des Interviews ist Steampunk, wie beide dazu kamen und ähnliches.

Laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ist die Quarantäne bei einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus momentan fünfzehn Tage lang.
Jemand, der am Montag positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann sich am Freitag mit einem negativen Schnelltest frei-testen lassen, was bedeutet, dass man die Quarantäne früher beenden kann.
Dies muss natürlich bei einer zertifizierten Stelle passieren.

In Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeeinrichtungen wird dies oft anders gehandhabt.
Aus Gründen der Vorsicht ist es bei einigen Kliniken so, dass Mitarbeiter sich erst nach sieben Tagen frei-testen lassen können. Dies darf aber erst geschehen, wenn sie 48 Stunden vorher symptomfrei waren.
Zudem muss dies ein PCR-Test sein.

Die Diskrepanz steckt im Detail.
Im privaten Bereich liegt die Frei-Testung bei fünf Tagen, im geschäftlich-beruflichen bei sieben.

Einige Kliniken haben PCR-Abstrichstationen, die nur für die eigenen Mitarbeiter da sind.

Wenn dort ein Mitarbeiter am Montag kommt und positiv mittels PCR-Test getestet wurde, kann er sich mit einem offiziellen Schnelltest frei-testen lassen, muss aber am darauffolgenden Montag einen negativen PCR-Test im Klinikum machen lassen, damit er wieder arbeiten darf.

Es kann sein, dass ein Mitarbeiter Symptome zeigt und keine Termine mehr in der internen Abstrichstation frei sein. So kann er sich auch irgendwo anders testen lassen.
Nach sieben Tagen kann er, falls ein Termin frei ist, in der internen Abstrichstation einen PCR-Test machen lassen.

Nun fiel aber auf, dass Mitarbeiter es nicht so ernst nahmen.

Ein paar haben sich extern testen lassen und kamen schon nach vier Tagen zur internen Abstrichstation, um sich aus der Quarantäne frei-testen zu lassen.

Das war irgendwann aufgefallen.

In den internen Abstrichstationen müssen Mitarbeiter nun den Testnachweis der externen vorlegen, damit sie sich frei-testen lassen können, ansonsten werden sie abgelehnt.

Der Krug, der so lange zum Brunnen geht, bis er bricht!

Bekanntlich haben wir einen unfreiwilligen Bekanntheitsgrad erreicht.
Über uns wurde in Zeitungen und im Fernsehen berichtet.
Jüngst waren wir zu Gast in der „Landesschau Baden-Württemberg” bei SWR-Fernsehen.

Voriges Jahr richteten wir mit drei Gruppen das „Steampunk-House” auf der „Comic Con Stuttgart” aus.
In diesem Jahr sind wir eigenständig mit unserem Zeitreisebüro Chrono.Tours auf einem fünf mal fünf Meter großen Areal vertreten.

Wir gehören zu einer Steampunk-Gruppe aus der Region Stuttgart, mit denen wir uns in der Regel alle vier Wochen getroffen haben.
Wir kamen mit ihnen sehr gut klar, weswegen wir wie oben erwähnt das „Steampunk-House” ausrichteten.
Die Treffen – Stammtische – finden zwar regelmäßig statt, doch wir konnten nicht immer kommen, da wir extra von Böblingen nach Ludwigsburg fahren mussten. Zudem haben wir unregelmäßige Schichten, die sich nicht immer mit den Stammtischen vereinbaren lassen, wobei wir auch nicht immer gleiche Schichten hatten, sodass wir gemeinsam hätten fahren können.
Dann wurden die Treffen auf den frühen Nachmittag des Sonntags verlegt.
Da wir im Wechsel ein Wochenende freihaben und an den anderem arbeiten müssen, konnten wir nur noch sehr vereinzelt kommen.

In der Vorbereitung zur „Comic Con Stuttgart 2021” herrschte kaum Kommunikation.
Die drei Gruppen Chrono.Tours, die Teeduellgesellschaft und die Bastelwerkstatt wussten so gut wie nichts voneinander. Auch wurde vonseiten des Organisators nichts preisgegeben, was wichtig ist.
Gemeinsame Treffen gab es nicht.
Der Organisator plante und machte alles, ohne sich mit uns abzusprechen. Immer betonte er, dass er schon oft auf solchen Veranstaltungen war und wisse, was zu tun wäre.
Etwa zwei Wochen vor der „Comic Con” wussten wir nicht, in welcher Halle wir stehen, noch hatten wir Ausstellerausweise bekommen.
Wir intervenierten und trafen uns mit ihm.
Plötzlich überreichte er uns die Ausstellerausweise, die Sondergenehmigung für unsere Hündin und den Aufbauplan sowie noch ein paar andere Informationen, die wir nötig benötigten.

Auf der „Comic Con” lief alles hervorragend.

Seltsamerweise zog sich der Organisator und seine Frau, zu denen wir eigentlich ein gutes Verhältnis hatten, zurück.

Da vom Organisator nichts mehr kam, bewarben wir uns selbst mit unserem Zeitreisebüro und bekamen kurz danach den Zuschlag für unseren Auftritt bei der „Comic Con”.
Ein paar Tage danach erfuhren wir, dass das „Steampunk-House” auch den Zuschlag bekommen hatte, in der Verlautbarung waren wir aber nicht erwähnt, obwohl wir im Jahr davor noch mitgemacht hatten.

Wir gehen davon aus, dass der Organisator nicht damit klarkam, dass wir immer wieder um Details zur „Comic Con” baten. Wir bekamen auch mit, dass er ein, zwei Jahre vorher bei einem anderen Steampunk-Event mitmachen wollte und abgelehnt wurde, weil er meinte, er müsse die ganze Organisation beim Aufbau übernehmen, obwohl er noch neu war. Seitdem ist er bei der Gruppe eine unerwünschte Person.

Wir sind gern gesehene Gäste bei vielen Veranstaltungen und haben viele Freunde durch unsere Präsenz kennengelernt.
„Man” kennt uns eben.

Uns fiel auf, dass unsere Bekannten von der Steampunk-Gruppe in den sozialen Netzen kaum etwas mit „Gefällt mir” markierten – sogenanntes „Liken”, wenn es von uns kam.
Niemanden schien es zu interessieren, dass wir zu einem Interview eingeladen wurden und vieles mehr.

Vor knapp eineinhalb Jahren kam ein Kollege in mein Büro und hatte ein Problem. Das Problem konnte schnell gelöst werden.
Da er eine schwarze Hautfarbe hatte und ich den Akzent nicht einordnen konnte, fragte ich ihn, welches seine Wurzeln seien. Er reagierte erbost und warf mir vor, dass es immer noch Rassisten wie mich gäbe, wenn man Unterscheidungen bei der Hautfarbe oder Nationalität mache.
Ich machte ihm klar, dass es mir nicht darum gehe, sondern es mich einzig und allein interessiere, welcher Kultur jemand angehöre, schließlich sei ich mit Ausländern aufgewachsen.
Ich sagte auch, man solle fragen, wer wirklich der Rassist wäre.

Zwischendurch habe ich den Kollegen mal gesehen, aber mehr als freundliches Grüßen gab es nicht zwischen uns.

Ich habe auch Kollegen, die aus dem Ausland stammen oder solche Wurzeln haben. Ich hatte noch nie mit ihnen Probleme gehabt.

Plötzlich stand der dunkelhäutige Kollege wieder vor mir und hatte ein Problem. Der Vorteil ist, dass ich in der Verwaltung tätig bin und ein großes Kollegennetzwerk habe und alles lösen konnte, zu seiner Zufriedenheit.

Zu meiner Kollegin, deren Eltern aus Nepal stammen, sagte ich, dass der Kollege sich zwar nett und zuvorkommend benehme, aber mir vor einiger Zeit ziemlich dumm gekommen wäre und mich als Rassisten bezeichnet hätte.
„Du und Rassist? Wie kam er darauf?”
„Ich habe ihn einfach gefragt, aus welchem Land er stammt, weil ich seinen Akzent auch nicht deuten konnte.„
Auf Nachhaken erzählte ich ihr, wie und warum er mich als Rassisten bezeichnet habe.

„Jemanden nach seiner Herkunft zu fragen ist ja auch unhöflich”, sagte sie mir, „Leute wie er werden immer gefragt, woher sie kommen und werden irgendwann sauer.„
Ich intervenierte, dass ich lediglich aus Interesse gefragt hätte.
Sie wiederholte ihren Standpunkt, dass so etwas unhöflich wäre und ich über mich nachdenken solle und mich fragen solle, ob ich eine Affinität hätte, andere zu beleidigen.

Ich brach das Gespräch irgendwann ab.

In unserer Gesellschaft scheint man nur noch „politisch korrekt” handeln zu dürfen.
Es gilt, niemanden bewusst oder unbewusst im Geringsten „beleidigen” zu dürfen. Jemand könnte sich ja angegriffen oder diskriminiert fühlen, wenn ein falsches Wort fällt.

Ich sagte polemisch zu meiner Kollegin: „Ich wohne ja hier in Baden-Württemberg, komme aber aus Nordrhein-Westfalen. Ab und zu sagen Leute zu mir ‚Sie kommen aber nicht von hier.’, weil ich kein Schwäbisch, sondern Hochdeutsch spreche. Sind die Leute dann auch unhöflich?„
Meine Kollegin meinte: „Nein! Das hört man bei dir ja heraus.”

Es begann damit, dass es im Büro wegen der ausgefallenen Heizung am Montag richtig kalt war. Ich saß stellenweise dort mit einer Winterjacke und hatte kalte Füße. Die Beine waren bis zu den Knien kalt. Es half auch nichts, dass die Heizung ab Mittag wieder funktionierte.

Am Donnerstag kündigte es sich an, mit etwas Naselaufen.
Am Freitag hatte ich Schnupfen, aber mir ging es gut.

Der obligatorische Schnelltest vor der Arbeit war allerdings negativ gewesen, am Freitagmorgen und am Abend auch.
Obwohl die Erkältung schlimmer wurde, mit Husten, ging es mir gut, regelmäßige Schnelltests waren negativ geblieben. Nachts hatte ich gehustet, aber ich war morgens trotzdem ausgeschlafen.
Während am Sonntagabend der Schnelltest noch negativ war und die Symptome kaum merklich schlimmer geworden waren, zeigte der Schnelltest am Montagmorgen (zu Hause vor der Arbeit) ein überdeutliches Ergebnis, dass ich mit dem Coronavirus infiziert war.

Auf Anraten meiner Chefin fuhr ich direkt zur klinikinternen Abstrichstation und man nahm mir zur Bestätigung oder Widerlegung des Schnelltests einen PCR-Test.

Um vierzehn Uhr kam der Befund.

„Positiv auf das Coronavirus getestet.”

Die Quarantäne beziehungsweise häusliche Absonderung geht nun bis zum 17.3.2022. Ich kann mich aber am kommenden Sonntag theoretisch „frei-testen” lassen, was bedeute, dass ich Montag nächster Woche wieder zur Arbeit gehen dürfte. Zuvor muss ich aber 48 vor dem PCR-Test beschwerdefrei sein.

Es geht mir relativ gut. Ich fühle mich kaum angeschlagen. Der Husten ist etwas besser, ich huste weniger. Dafür habe ich starke Halsschmerzen, die ich besonders beim Schlucken merke oder beim Husten. Nach dem Aufwachen sind die Halsbeschwerden sehr schlimm, aber das legt sich dann im Laufe des Tages. Ich nehme auch Medikamente dagegen.

Dienstagmorgen ging es mir unverändert, weder schlechter noch besser.
Wenn eben die Halsschmerzen nicht wären!
Die Nase läuft, der Husten hält sich in Grenzen.
Dienstagnachmittag erfuhr ich, dass mein CT-Wert bei 27.8 stand. Ab 30,1 ist man nicht mehr infektiös.
Es hält sich also, virologisch und mikrobiologisch betrachtet, einigermaßen in Grenzen.
Ab und zu geht es einem etwas schlechter, aber das ist nicht besorgniserregend. Etwas später geht’s dann wieder.
Sehr viel trinken nicht vergessen!

Unsere Hündin Cora kommt nicht damit klar, dass ich nicht mit Gassi gehe und läuft immer um mich herum, bevor es mit Frauchen losgeht, um mir zu sagen, ich solle doch mitkommen.
Meine Gattin ist geboostert wie ich, hat keine Symptome und regelmäßige tägliche morgendliche Schnelltests zeigen „negativ” an. Sie darf sich „frei bewegen” und muss nicht in Quarantäne, wegen der Boosterimpfung.

Eigentlich wollten wir am Wochenende nach einigen Monaten wieder Verwandte besuchen, aber das hat sich erledigt für dieses Mal.
Mein Vater wohnt knapp 600 Kilometer von uns entfernt und rief mich vor drei Wochen an, dass er auf die Coronas-Station käme, weil er „positiv” getestet wurde. Er hat zwar eine chronische Lungenerkrankung namens COPD, hat die Corona-Erkrankung aber gut überstanden, trotz seiner 82 Jahre. Er ist zweifach geimpft und geboostert.
Freitag wollten wir ihn besuchen, da er seit Sonntag wieder von der Corona-Station herunter war.
Ich hatte ihm dies am Sonntag schon am Telefon versprochen.
Auf der Corona-Station ist kein Besuch erlaubt.
Heute Morgen rief ich im Krankenhaus an, dass wir nicht kommen könnten.
Im Krankenhaus war auf der Nachbarstation ein Corona-Ausbruch und es herrscht momentan leider Besucherstopp, sodass wir hätten sowieso nicht kommen dürfen.
„Ihr Vater ist nicht an Corona erkrankt”, eröffnete mir die Krankenschwester und wollte mich beruhigen. Ich intervenierte, dass er bis zum Wochenende auf der Corona-Station gelegen hätte. Sie hatte das im „Ausbruchsstress” vergessen.

Langsam dämmert mir, was „Quarantäne” bedeutet.
Genesene Kollegen und Bekannte hatten mir gesagt, es wäre stellenweise schlimm und unerträglich.
Meine Gattin fragte mich telefonisch beim Einkauf, während ich zu Hause hockte, ob ich etwas haben möchte.
Es ist schon seltsam.
Man kann nicht „eben mal kurz” zur Bäckerei gehen oder in den Laden, wenn man etwas braucht, oder spontan zum Geldautomaten.
Gerne möchte ich mit meiner Gattin und Cora Gassi gehen, aber das darf ich nicht.
Ich will ja niemanden anstecken.

Häusliche Isolation ist übrigens nicht schön.
Kontakt mit der Familie vermeiden, in einem separaten Zimmer verweilen!
Wenn meine Gattin in der Nähe ist, FFP2-Maske auf, strikte Hygiene beachten, immer wieder lüften.
Nach dem Duschen, Rasieren. Toilettengang wieder ins separate Zimmer, vorher desinfizieren.
Mit einer Hündin ist es nicht so einfach. Cora will zwischendurch zu mir.
Erst lüften, dann Maske auf, Cora hereinlassen, Tür zu.
Wenn sie herausgehen will, Maske auf, wieder lüften, Cora herauslassen, Tür zu.
So läuft es zig mal am Tag.
Die Ärmste!

Mittwochmorgen kam Cora zu mir ans Bett gegen sieben Uhr. Mir tat es leid, dass wir nicht Gassi gehen konnten. Meine Gattin übernahm dies. Cora bekam von mir aber eine große Portion Kuscheln.

Der Husten ist angenehmer geworden. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde ich dadurch wach, nahm aber eine gefühlt stundenlange Hustenattacke im Halbschlaf wahr. Die Nase läuft nicht mehr. Der Schnupfen hat sich so gut wie zurückgezogen.
Die starken Halsschmerzen melden sich unaufhörlich.
Erst nach dem „Frühstück” isoliert und alleine, mit einigen Broten und Kaffee – nahm ich das Medikament dagegen. 

Was immer noch nervt, ist die trockene Mundhöhle. Es hat aber den Vorteil, dass man deswegen viel trinkt.

Während meine Gattin mit unserer Hündin Cora unterwegs war, habe ich etwas Sport im Wohnzimmer gemacht: Lockerungsübungen und Bauchrollentraining.
Es geht voran!

Am Donnerstag weckte mich wieder unsere Hündin Cora.
Die Halsschmerzen sind nicht mehr so schlimm. Es tut kaum noch weh beim Schlucken.
Freitag und Samstag müsste ich symptomfrei sein, um am Montag wieder arbeiten zu können.
Bei der klinikinternen Abstrichstation kann ich mir am Sonntag einen PCR-Abstrich nehmen lassen, falls es so ist. Dieser wäre im Idealfall schon am Sonntagabend analysiert.
Der Befund kann aber auch „positiv” sein und ich dürfte lauf IfSG trotzdem arbeiten, wenn der sogenannte CT-Wert über dreißig liegt.

Der CT-Wert sagt – einfach ausgedrückt – aus, wie hoch die Virenlast ist, also wie viele Viren man in sich hat.
Man kann es sich so vorstellen.
In einer Probe aus dem Rachen muss man die winzig-kleinen Viren „erkennen”.
Dazu wird das Material vervielfältigt.
Wenn man wenige Vervielfältigungsvorgänge benötigt, um auf Viren zu stoßen, ist die Viruslast hoch.
Viele Vervielfältigungen sagen aus, dass wenige Viren vorhanden sind.
Wenn 40 Kopiervorgänge nichts ergeben haben, geht man davon aus, dass die Person nicht infiziert ist.
Bewegt sich der CT-Wert zwischen 30 und 40, bedeutet dies, dass man zwar noch Viren in sich hat, aber niemanden mehr anstecken kann. Man hat einfach zu wenig Erreger in sich, dass sie bei anderen Personen einen Schaden anrichten könnten.
Laut Definition bedeutet ein CT-Wert von (über) 40, dass man „negativ” ist.
„Nicht infektiös” – „Nicht ansteckend” – gilt man schon ab über 30.
Obwohl man nicht mehr ansteckend ist, kann der Befund faktisch „positiv” sein.

Gegen 14 Uhr (Donnerstag) kam meine Gattin freudestrahlend in mein „Isolierzimmer” und grinste breit hinter ihrer FFP2-Maske.
„Mein Schnelltest ist negativ”, sagte sie stolz und wedelte mit der Hand, in dem sich die Testkartusche befand. Sie zeigt sie mir stolz.
Da man ja vor Langeweile – Quarantäne! – auf die kuriosen Ideen kommt, nahm ich mir auch einen Schnelltest, mit dem Hintergedanken, dass er vielleicht schon „schwach positiv” ist.
Es kam anders.

„Negativ.”

Obwohl der Befund „negativ” ist, nicht mal der CT-Wert über 30 und unter 40, sondern über 40, muss ich in Quarantäne bleiben. So ist es laut Infektionsschutzgesetz und den darauf basierenden Verordnungen.
Frühestens darf ich mich am Sonntag mit einem PCR-Test frei-testen lassen und dann am Montag eventuell arbeiten gehen.

Ausharren!

Freitagmorgen ging es mir wieder besser. Ich deklariere es als „symptomlos”.
Das Blut im Taschentuch nach dem Schnupfen sieht zwar nicht schön aus, aber das Brennen im Nasenbereich ist fast nicht mehr da.
Der Husten und vor allem die vormals starken Halsschmerzen sind irrelevant.
Theoretisch kann ich mich dann Sonntag „frei-testen” lassen.

Nach einem Telefonat mit meiner Chefin kann ich Sonntag zum PCR-Test erscheinen.

In unserer Abteilung heißt es immer: „Der Einzige, der sich nicht mit dem Coronavirus infiziert, ist Dietmar. Der hält die Hygienemaßnahme extrem ein.„
So ist es.
Ich nehme generell keine Speisen oder Getränke im Büro ein, auch wenn ich alleine dort bin.
Ich gehe immer kurz nach draußen und halte Abstand zu anderen Kollegen.
Stellenweise trage ich trotz Abstand eine Maske, wenn wir uns draußen im Freien unterhalten.

Mich hat es auf eine eher kuriose Art erwischt.
An einem Tag war bekanntermaßen die Heizung ausgefallen und ich hatte den ganzen Tag fast gefroren.

Wenn man zum Beispiel eine Erkältung bekommt, liegt es nicht dran, dass man vorher gefroren hat.
Durch das Frieren wird das Immunsystem etwas angreifbarer, sodass Erkältungserreger einfallen können.
Der Körper versucht Energie gegen das Frieren aufzubringen und zieht diese irgendwo anders ab, unter anderem auch beim Immunsystem. Deswegen bekommt am vornehmlich im Winter eine Erkältung.
Durch mein Frieren während des Tages ohne Heizung hat das Coronavirus es leichter gehabt, mich zu befallen.
Die Heizung war an anderen Tagen davor sporadisch auch für einige Zeit ausgefallen, sodass ich schon etwas früher (leicht) „angeschlagen” war.
So wurde ich bedauerlicherweise infiziert.

Sonntag gehe ich also zur klinikinternen Abstrichstation und schaue am späten Nachmittag, frühen Abend auf den Befund und weiß, ob ich Montag wieder arbeiten darf.

Für uns Klinikmitarbeiter wird zu jedem Abstrich eine Mini-Webseite eingerichtet. Auf dieser kann man mittels Handy schauen. Dort steht im Prinzip nicht mehr als „Sie wurden positiv… ” oder „Sie wurden negativ auf das Coronavirus getestet.„
Nachdem die Probe über die Datenverarbeitung beim Labor angemeldet wurde, wird anhand der laufenden Nummer die Webseite bereitgestellt. Man bekommt einen QR-Code ausgedruckt und kann immer wieder schauen, ob der Befund schon da ist. Meistens ist dies nach vier bis sechs Stunden der Fall.

Samstag kam es mir vor, als hätte ich keine Erkrankung durchgemacht.
Keine Symptome!
Es geht mir blendend.
Ich hoffe, dass der PCR-Test morgen „negativ” ausfällt.

Am vorigen Wochenende habe ich meine Lego-Baukästen genommen und den Inhalt zusammengebaut.
Sonntag war ich damit fertig.
Montag kam die Diagnose „positiv”.
Hätte ich mir mal besser noch ein paar Tage mit dem Bauen Zeit gelassen!

Sonntag!
Die Sonne scheint
Gleich geht es zum Frei-Testen.
Hoffentlich ist der Befund heute Nachmittag, heute Abend „negativ”.
Seit gestern, Samstag, verspüre ich Langeweile.

Ich habe den PCR-Test gemacht. Nun muss ich auf den Befund warten.

Zu meinem Bedauern ist der PCR-Test leider nicht gut verlaufen.

Der Befund ist „positiv”, laut der Virologie ist der CT-Wert: bei 29,6, was bedeutet, dass ich nicht am Montag arbeiten gehen darf.
Der CT-Wert hätte bei mindestens 30,1 stehen müssen.

Am Dienstag werde ich den nächsten Anlauf nehmen.
Meine Freude ist verblasst, nachdem ich den Befund auf meinem Handy übermittelt bekam.

Heute, Dienstag, ist der Befund in Ordnung.

Heute gegen acht Uhr wurde der Abstrich genommen und gerade um 13:30 war der Befund da.
Der CT-Wert ist bei 40,4, was „negativ” bedeutet.

Laut den Abteilungen Hygiene und Arbeitsmedizin hätte ich auch schon ab 30,1 arbeiten dürfen.

Zwischen Sonntag – CT-Wert 29,8 – und heute – CT-Wert 40,4 – war ich genervt.
Ich war auch heute den ganzen Morgen nervös.

Endlich raus aus der Quarantäne!

Das Kuriose ist, dass ich Donnerstag mit meiner Gattin just for fun einen Schnelltest gemacht habe und dieser war bei mir überdeutlich „negativ”.
Auch nach einigen weiteren Minuten änderte sich nichts daran.
Man fragt sich, ob diese Tests etwas taugen. 

Die Quarantäne muss zehn Tage dauern.
In Baden-Württemberg ist man nach zehn Tagen automatisch entlassen, wenn man mindestens 48 Stunden keine Symptome hatte und einen zertifizierten „negativen” Schnelltest am zehnten Tag hat.
Man kann sich aber auch schon am siebten Tag frei-testen, wenn man einen zertifizierten „negativen” Schnelltest hat und vorher 48 Stunden keine Beschwerden mehr hatte.
Bei uns im Klinikum muss man vor Arbeitsbeginn am Tag vorher einen „negativen” PCR-Befund vorlegen oder der PCR-Befund hat einen CT-Wert von mindestens 30,1. Dies gilt auch am zehnten Tag der Quarantäne.
Ein PCR-Test hat eine Verlässlichkeit von über 99,99 Prozent.

Mein Befund ist haarscharf daneben gewesen.

Ein bisschen zu tun hat man ja immer. Heute Morgen, Montag, habe ich mich erst mit meinen Bekannten bei den sozialen Onlinenetzwerken ausgetauscht. Dann etwas am Computer gemacht.
Nach dem Frühstück habe ich Staub gewischt, doch irgendwann gibt es nichts (mehr) zu tun.

Hoffentlich ist der Befund morgen Nachmittag, morgen Abend zumindest über einem CT-Wert von 30, damit ich am Mittwoch wieder arbeiten gehen kann. Ich bin dann auch faktisch aus der Quarantäne entlassen.

Ich habe glücklicherweise einen relativ harmlosen Verlauf gehabt, was der Zweifach-Impfung mit darauffolgender Booster-Impfung nach einem halben Jahr geschuldet ist. Zudem hatte ich mich mit der Omikron-Variante infiziert. Diese ist sehr ansteckend, aber nicht so aggressiv wie die Mutanten und Varianten davor.
Kollegen und Freunde hatten leider Verläufe, die nicht angenehm waren. Einige hatten sich infiziert, als es noch keine Impfungen gab. Bei ihnen war oft eine Intensivbehandlung nötig.

Trotz alledem Glück gehabt!

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