In einem karg eingerichtetem Büro sitzt der Unternehmer Hajo gefesselt vor dem Schreibtisch, davor steht seine Frau Biggi und hält ihm eine Pistole vor.  Hajo ist genauso nervös und gestresst wie Biggi. Er hat dicke Schweißperlen auf der Stirn und schwitzt gewaltig.

Hajo: „Kannst Du noch mal bei Google gucken, ob Du auch richtig triffst?“
Biggi: „Ich weiß, was ich tue.“
Hajo: „Guck besser noch mal bei Google!“
Biggi: „Das geht nicht. Nachher komme ich direkt in den Knast.“
Biggi schwadroniert darüber, dass jemand bei Google geschaut hatte, wie man einen Mord begeht, wegen Google in den Knast kam, weil ja alles überwacht wird.
Hajo heult und ihm ist nicht wohl.
Biggi: „Wenn Du das nicht willst, machen wir das nicht.“
Hajo ist erleichtert, doch lässt weiter den Kopf hängen beim Heulen.
Biggi: „Dann sprichst Du aber mit der Belegschaft.“
Hajo: „Näää, das kann ich nicht.“
Biggi: „Dann müssen wir es SO machen.“
Hajo schüttelt den Kopf und heult wieder.
Biggi stellt sich vor ihm, spannt die Pistole und schießt Hajo ins Bein.
Hajo jault auf: „Mein Gott, das tut soo weh. Mein Gott, aaahhh aua.“
Hajo japst und ist kurz vorm Kollaps,
Plötzlich reist jemand die Tür auf: „Was ist denn hier los?“.
Biggi, die sich um Hajo kümmern wollte, dreht sich erschrocken um.
Ein Schuss löst sich und der Mann hat plötzlich ein Loch mitten in der Stirn und fällt tot um.
Biggi klatscht sich die Hand vor den Mund, schaut erschrocken und schreit: „Schei….!“

Tatort!

Dieser Tatort war das diesjährige Highlight.

Wir haben uns köstlich amüsiert.

Die Geschichte spielt zwar in der Gegenwart, aber alle mitspielenden Charaktere waren in den 1980-er-Jahren stehen geblieben. Ein weiteres Comedy-Element war, dass alle nicht wirklich helle im Oberstübchen waren.
Dialoge wurden ad absurdum geführt.
Bei einem Besuch der Ermittler bei einem Zeugen stand die Frage im Raum, ob er vielleicht bestechlich wäre und Geld bräuchte. Er war spartanisch eingerichtet. Die Antwort: „Nee, ich bin zufrieden. Ich habe den Kühlschrank voll und meinen Flugsimulator auf dem Computer. Mehr brauch ich auch nicht.“
Kurz vorher waren die Ermittler noch bei der Frau des Mordopfers. Bevor sie gingen, schwadronierte die Frau darüber, dass die Ehe mit ihrem Mann nicht mehr die beste sei und man sich bedingt durch die Nachtschicht nur noch, wenn überhaupt, kurz sehe.
Zitat: „Wenn Sie nicht gekommen wären und mir das gesagt hätten, wäre es mir gar nicht aufgefallen. Vielleicht hätte ich in einer Woche erst gemerkt, dass er nicht mehr nach Hause gekommen wäre.“

Solche dümmlich-naiven Dialog gab es Knall auf Fall.

Die Geschichte um einen Versicherungsbetrug und kriminelle Schiebereien verschwand in den Hintergrund.
Aber auch die beiden Ermittler waren mit Gehirn nicht wirklich gesegnet und taumelten von einer Szene durch Fettnäpfchen in die nächste.
So wundert es auch nicht, dass der Fall nur durch Zufall aufgeklärt wurde.

Bitte mehr von solchen Tatorten!

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