Stuttgart
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Wenn man die Diskussionen rund um „Stuttgart 21“ (S21) und „Kopfbahnhof 21“ (K21) verfolgt, wird einem irgendwann klar, dass das ganze „Werk” K21 mehr und mehr zum Phantom wird bzw. ist bzw. schon immer war.
Bei den Schlichtungen stellte sich peu à peu heraus, dass K21 in keinster Weise konzipiert ist.
K21 ist eine Utopie, fernab von jeglicher Realisierung.
Varianten und Module
Der Bundesbahn als Bauherr von S21 wird vorgeworfen, mit Kosten zu jonglieren.
Da K21 aber aus Modulen besteht, die erst dann jeweils begonnen werden sollen, wenn Bedarf bzw. Geld da ist, ist es nicht möglich, eine universelle Kosten-Aufwands-Rechnung aufzustellen.
Nebenbei gibt es noch viele Varianten von K21, die stellenweise sehr verschiedenvoneinander sind.
Bei der Schlichtungsrunde um K21 hatte der K21-Befürworter Palmer eine andere Variante präsentiert als Herr Arnoldi, einer seiner Vorredner, ebenfalls K21-Befürworter.
Die Module werden von hier nach da verschoben.
Wenn die S21-Befürworter die Schwachstellen der jeweiligen vorgestellten K21-Variante kritisieren, wird eben eine andere benutzt mit der Behauptung „Wir haben für diese Anforderung noch eine Variante, die besser passt.“
Ein durchgängiges Konzept K21 gibt es also nicht.
Kostenrechnung
Drei unabhängige Wirtschaftsprüfer wurden von den Teilnehmern der Schlichtung beauftragt, die Kostenrechnung der Bundesbahn zu S21 zu prüfen.
Diese attestierten, dass S21 abgesichert und die Kosten realistisch seien.
Die K21-Befürworter behaupten nun aber, die Wirtschaftsprüfer seien nicht (wirklich) unabhängig.
Des weiteren melden sich „alternative Prüfer” zu Wort, auch welche, die beim Projekt S21 ausgeschlossen wurden, und konstatieren, Kosten seien falsch angesetzt worden etc.
Fahrpläne
Die S21-Gegner beharren auf einen Fahrplan für 2019, also das Jahr, indem S21 in Betrieb geht.
Dies ist nicht möglich, da Fahrpläne maximal ein Jahr im Voraus erstellt werden.
Darauf wird herumgeritten und Inkompetenz ausgerufen.
Einen Fahrplan für K21 gibt es allerdings nur aufgrund heutiger Berechnungen.
Ein sog. Integraler Taktfahrplan, den der S21-Gegner Palmer vorgestellt hat, ist auf Deutschland nicht anwendbar, da er sich auf den Bahnverkehr der Schweiz bezieht.
Dieser ITF lässt Intercity-Züge – IC und ICE – stellenweise bis fünfzehn Minuten im Bahnhof warten, damit S- und U‑Bahnen „planmäßig” fahren können. Wenn man es weiterstrickte, müsste sich die ganze Eisenbahn von Deutschland mehr oder weniger nach dem Fahrplan vom Stuttgarter Bahnhof in Bezug auf S21 bzw. K21 richten.
Planungen
Wie etwas weiter oben gesehen, hat die Bundesbahn die Kosten kalkuliert.
Für K21 gibt es keine detaillierte Kostenrechnung, da die K21-Befürworter aufgrund der Module nicht alles berechnen wollen können.
Gleichzeitig fordern sie aber, da sie laut eigener Aussage keine „170 Millionen Euro“ für Kostenrechnungen hätten, die Bundesbahn müsse dies tun.
Gutachten
Gutachten der Bahn werden als „erlogen“ dargestellt.
Irgend jemand weiß auch von Kungeleien bei der Vergabe der Gutachten, die er aber nicht final beweisen kann.
Die K21-er behaupten z.B. dass in den Erdschichten, in denen der neue Tiefbahnhof gebaut werden soll, Anhydrit – eine gipsähnliche Verbindung, die aufschäumen kann – sei.
Bodenproben von der Bahn, der Stadt Stuttgart und anderen haben aber ergeben, es gebe dort kein Anhydrit.
Dies wird aber von den K21-ern nicht anerkannt.
In der Tunnelung eines utopischen K21-Bahnhof ist aber Anhydrit vorhanden. Dies wird aber als irrelevant ignoriert bzw. bestritten, obwohl Bodenproben eindeutige Beweise liefer(te)n.
Friedenspflicht
Wenn angeblich irgendwo Baumaßnahmen stattfinden, wird vonseiten der K21-er die Friedenspflicht angemahnt.
Die K21-er dürfen aber weiterhin „Lügenpack“ in Richtung der Bundesbahn, der Stadt Stuttgart u.ä. skandieren, obwohl dies auch unter die Friedenspflicht.
Rechtsverdrehungen
Illegal angebrachte Pro-K21-Aufkleber dürfen auch laut K21-er an Privathäuser geklebt werden. Wenn diese abgekratzt werden, ist dies laut der K21-er Diebstahl, obwohl das Anbringen an Privathäusern, Autos, Verkehrsschilder u.v.m. Sachbeschädigung darstellt.
Zusammenfassung
S21 wird kommen.
Das stand auch schon vor der Schlichtung fest.
K21 ist keine „Alternative“, weil K21 nur ein Phantom ist.

Es ist nicht unsere Schuld, dass der Bahnhof so ist, wie er ist.
Es wäre nur unsere Schuld, wenn er so bleibt.
Glaube keinem K21-Verfechter, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst!
Die, die das behaupten, haben nur vor Veränderungen Angst.
Es sind dieselben, die erklären, dass es gut so ist, wie es ist.
Wenn wir etwas verändern wollen, sind wir automatisch Terroristen.
Lass uns darüber reden, denn in unserm schönen Land
sind zumindest theoretisch alle furchtbar tolerant.
Worte sollen etwas bewegen, Worte tun manchmal weh.
Darum lass uns darüber reden, denn Diskusionen sind OK.
Wir gehen auf die Straße, denn wer nicht versucht zu kämpfen,
der kann nur verlieren!
Die, die dich verkohlen, hast du selbst gewählt.
Darum lass Sie Deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt!

Auf der Süddeutschen Spielemesse 2010 – vom 18. bis einschließlich 21.11. – war auch ein Stand von der Polizei vertreten.
Wir bekamen Bonbons.
Die schmeckten irgendwie nach Gefängnis.

Nachdem Argumente für das „Projekt“ „Kopfbahnhof 21“ – kurz: K21 – aufgelistet wurden, soll nun das Projekt „Stuttgart 21“ – kurz: S21 – beleuchtet werden.
Stuttgart liegt ungefähr in der Mitte der Magistralen Bratislava – Paris.
Eine Magistrale ist eine von der Europäischen Union ausgewiesene wichtige Eisenbahnstrecke,
ähnlich einer Europastraße bzw. ‑autobahn.
Nicht nur Stuttgart neben der Region, sondern auch Deutschland benötigt das Projekt S21.
Welche Vorteile bringt S21?
Wenn die Zuschüsse nicht nach Baden-Württemberg fließen, sind sie für die Region verloren. Dann S21 bauen.
Wie oben schon kurz angerissen wird, erfüllt S21 sehr große synergetische Effekte.
Durch den Lückenschluss der Magistrale Bratislava – Paris wird Stuttgart nicht im internationalen Bahnverkehr abgehängt.
Mehr Personen verlagern ihre Reise vom Auto auf die Schiene. Auch der Schienennah- und Regionalverkehr profitiert hiervon.
Mehr Personen kommen Stuttgart besuchen und kurbeln die Wirtschaft an, z.B. im Bereich Tourismus.
Während der Bauzeit entstehen ca. 7000 Arbeitsplätze. Mindestens 10 000 werden geschaffen, wenn Geschäftszentren auf dem freiwerdenden Flächen entstehen.
Dies heißt aber auch, dass neue Parkerweiterungen und Wohngebiete entstehen.
Der jetzige Kopfbahnhof ist nicht mehr rentabel und muss durch einen Durchgangsbahnhof ersetzt werden.

Was ist „K21” – „Kopfbahnhof 21”?
Welche Gründe sprechen dafür, den Bahnhof nicht in den Untergrund zu verlegen, sondern am „Alten“ festzuhalten?
- Der Zeitplan
Für einen Baustopp ist es nicht zu spät, da erhebliche Planungs‑, Bau- und Kostenrisiken noch nicht beseitigt sind.
Die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm ist noch nicht ausgereift. - Stuttgart 21 ist schlecht kalkuliert und zu teuer
Durch die Erfahrung bei anderen Objekten ist es jetzt schon sicher, dass es zu einer Kostenexplosion kommen wird.
Baufehler und längere Bauzeiten sind vorprogrammiert. - Rekordverschuldung
Die Planung und Kalkulierung für das Projekt fand vor 10 Jahren statt, als die Haushaltskassen noch voll waren.
Nun sind zehn Jahre ins Land gegangen, und die finanzielle Lage hat sich erheblich geändert.
Viele Verkehrsprojekte drohen dem Rotstift zum Opfer zu fallen, daher ist S21 nicht mehr zeitgemäß. - Bauzeit
Eine Verlängerung der Bauzeit ist vorprogrammiert, da sich die Tandem-Projekte Neubaustrecke und S21 gegenseitig ausbremsen werden. - Schaden für das Ganze
Wird S21 und Neubautrassen gebaut, werden transnationale Trassen vernachlässigt und viele kleinere Projekte, mit großer Wirkung auf Eis gelegt.
Zum Nachteil für Bürger, Wirtschaft und Klima. - Planung: Qualität mangelhaft
Viele Dinge sind nicht ausgereift, und nur halbherzig geplant, besonders wenn es um die Frage der Sicherheit geht. - Reisen per Bahn wird teurer, langsamer und stressiger
Die Menschen und ihre Bedürfnisse stehen bei der Planung alles andere als im Mittelpunkt.
S21 bedeutet: längere Reisezeiten, teurere Tickets, umständliches Umsteigen, fehlende Verbindungen. - Meisterwerk der Architektur, Kulturdenkmal
Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein architektur- und geistesgeschichtliches Kulturzeugnis ersten Ranges, das man mit dem Abriss des Nordflügels begonnen hat zu zerstören. - Bürgerwille und Bürgerbeteiligung bleibt außen vor
Was bisher geschehen ist, ist ein Armutszeugnis für die Demokratie - Die Alternative K21
Bereits als bloßes Denkkonstrukt besticht das Alternativmodell „Kopfbahnhof 21” seit vielen Jahren durch zahlreiche Vorteile, von den im Vergleich zu Stuttgart 21 deutlich niedrigeren Kosten ganz zu schweigen.
Höchste Zeit, dieses Modell ernsthaft in Betracht zu ziehen!
Dies sind Argumente, die man auf den Seiten der Befürworter von „K21” bzw. den Gegnern von „S21″ findet.
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In Stuttgart, der Landeshauptstadt Baden-Württembergs, scheint es nur noch ein Thema zu geben.
„Stuttgart 21“
Was ist „Stuttgart 21“?
„Stuttgart 21“, kurz S21, bezeichnet das Projekt, den jetzigen oberirdischen Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umzuwandeln.
Dieses Projekt wurde Mitte der 1990er-Jahre genehmigt, nachdem es alle politischen, wirtschaftlichen und technischen Hürden genommen hatte.
Im Februar diesen Jahres wurde mit den ersten Arbeiten begonnen, im Sommer wurden dann der Nordflügel des Bahnhofs abgerissen.
Seit der Errichtung des Bauzauns am Nordflügel, der aus Sicherheitsgründen bezüglich herabstürzender Teile aufgestellt wurde, formierte sich ab da an der Widerstand gegen S21.
Am Bauzaun wurden als Erstes Transparente aufgezogen, dass man den Nordflügel nicht abreißen bzw. den Abriss stoppen sollte, doch ungeachtet dieser „Aufrufe“ war kurze Zeit später nichts mehr vom Nordflügel zu sehen.
Um das Grundwasser während des Baus in den Griff zu bekommen, wurden am Südflügel des Bahnhofs die ersten von ca. 280 Bäume gefällt.
An diesem Tag war der Protest besonders heftig.
Beim Aufeinandertreffen von Demonstranten und der Polizei ging es heiß her.
Etliche Polizisten und Demonstranten wurden verletzt, zwei Personen verloren durch Wasserwerfereinsätze (fast) ihr Augenlicht.
Einer der beiden ist aus der Gegend Stuttgart.
Er hat trotz mehrmaliger Warnungen nicht aufgehört, die Polizisten zu bewerfen.
Er wurde mehrmals vom Wasserwerfer attackiert, der irgendwann seine Augen traf.
Im Nachhinein saft der nun auf einem Auge Blinde, er habe der Polizei gewinkt, um die Wasserwerfer von Kindern wegzulocken.
Dies ist seltsamerweise auf entsprechenden Videos nicht zu sehen.
Ein anderer Geschädigter war angeblich auch friedlich, obwohl er der Polizei – dem Staatsschutz bzw. Verfassungsschutz – schon als militanter, bundesweit aktiver Demonstrant bekannt ist.
Bedingt durch die Anti-S21-Demonstrationen gibt es nun auch Pro-S21-Demonstrationen.
Wir werden in lockeren Abständen über „Stuttgart 21“ berichten.

Passend zu „Lego – Stuttgart 21″ nun das Erweiterungset.

Nicht nur im Stuttgarter Schlossgarten gibt es den Juchtenkäfer, sondern auch in Böblingen.
Wir haben dieses wunderschöne Exemplar vor unserer Haustür gesehen.
Nichts ist verloren!

… „Stuttgart 21″ von Lego.
In der großen, realen Version haben wir es schon.

Gestern, den 03.08.2010, waren wir im Planetarium Stuttgart.
(Nicht zu verwechseln mit der Sternwarte Stuttgart, die durch Konzeptlosigkeit „glänzte”.)
Wir hatten zwar nicht vorher reserviert, aber wir haben noch Plätze bekommen, weil man uns freundlicherweise auf die Nachzüglerliste gesetzt hatte, und zu unserem Glück ein paar Leute nicht erschienen waren.

Die Vorstellung bzw. Projektion war sehr gut gelungen.
Mit den Gestirnen und Sternzeichen ging es zum Anfang des Universums, dem Urknall, über Sternen- und Planetenentstehungen auch mit einem kurzen Abstecher, wie das Ende des Universums aussehen könnte.
Die Stunde war wirklich sehr informativ, und die Vorführung war diaktisch sehr gut aufgebaut.
Hierhin kommen wir gerne wieder, denn wir sind / waren sehr begeistert.