Opportunismus

Nationalsozialistische Parolen seien nur strafbar, wenn sie in deutscher Sprache verwendet würden, entschied der Bundesgerichtshof . Dies sei historisch bedingt, weil Naziorganisationen und deren Parolen eindeutig mit der deutschen Sprache verwachsen seien.
Wenn man also „Foreigners, leave Germany!” statt „Ausländer raus!” ruft, ist dies nicht strafbar.
Das muss man als intelligenter Mensch nicht verstehen.

Wir haben von kurzem etwas ersteigert.
Auch im Intersse der anderen Teilnehmer der Auktionsplattform wird man gebeten, eine Kurzbewertung abzugeben. So gibt es dort jeweils bis fünf Punkte für Abwicklung des Geschäfts, Schnelligkeit, Zustand der Artikel, wie es geklappt hat, die Kommunikation usw.
Dann kann man noch eine persönliche Bemerkung dazuschreiben.
Nachdem wir den Zuschlag erhalten hatten, haben wir die Verkäuferin kontaktiert.
Diese hatte leider nur an einem Nachmittag Zeit.
Das Gespräch mit ihr war sehr kurz.
Wir fuhren also hin und holten die Artikel ab und zahlten.
Außer einem kurzen Hallo und „Die Sachen stehen hier draußen.” passierte nichts. Am liebsten hätte man uns sofort vom Grundstück geschoben, als wir gezahlt hatten.
Bei anderen Verkäufern half man uns bei Einpacken, doch dort nichts.
Wir gaben eine neutrale Bewertung ab und bemerkten, dass die Geschäftsabwicklung schnell vonstatten ging, die Verkäuferin aber gesprächsarm gewesen sei.
Nach ein paar Stunden bekamen wir eine E‑Mail:
wissen Sie, dass die Bewertungen die Qualität der Ware, die Schnelligkeit der Abwicklung und z.B. die Genauigkeit der Warenbeschreibung betreffen?
Sie haben einen Teppich ersteigert, der exakt beschrieben war, und den Sie innerhalb kürzester Zeit abholen konnten. Darum geht es in einer Auktion.
Sie haben ein Produkt ersteigert – und kein Kommunikationspaket!
Und Sie bewerten neutral aufgrund „gesprächsarm” ??? D.h. Sie bewerten nicht neutral, weil die Ware nicht der gekauften entspricht, sondern weil man sich mit Ihnen nicht unterhält?
Ich sehe, Sie haben erst 6 Bewertungen. Bevor ich hier neutral bewerte, informiere ich mich! Ich habe bisher 225 (!) einwandfreie Bewertungen.
Sie waren vor Ort in dem Haus und es ist unschwer zu erkenne, dass das eine Haushaltsauflösung darstellt! Dass man dabei nicht die Zeit hat, sich zu unterhalten, steht wohl außer Frage. Ich werde den Fall melden.
Wir haben uns alle Bewertungen der Verkäuferin angeschaut.
Außer unsere sind diese zwar mit dem Schlagwort „positiv” bewertet, doch manchmal sind „Zustand des Artikels” und „Kommunikation” schlecht bewertet.
Desweiteren fiel uns auf, dass die Verkäuferin keine Zeit hatte, weil sie in den Urlaub flögen, was sich aber in der E‑Mail als Haushaltsauflösung darstellte. In dem Haus waren wir übrigens definitiv nicht.
Uns wurde vorgeworfen, dass wir ja erst sechs Bewertungen hätten und wir uns erstmal zu informieren hätten, bevor wir etwas bewerteten.
Das alte Element „Wenn alle positiv bewerten, dann Ihr auch!” und „Solange wie Ihr so klein seid, haltet erstmal Euren vorlauten Mund!”!
Peinlich wurde dann auch die Aussage „Ich werde den Fall melden.”
Diese Meldung wurde nämlich schon eine Stunde vor der Beschwerde bei uns abgeschickt. Auch hatte sie schon vorher den E‑Mail-Text als Antwort auf unsere Bewertung dort eingefügt.
So nicht, „Verehrteste”!
Wir lassen uns nicht unter Druck setzen!
Wir stehen zu unserer Meinung!
By the way: Wir haben unsere Bewertung nicht zurückgenommen.

Wir haben Ende Juli in den neuen Song „Irgendwo” von Pur – erscheint vorrausichtlich am 21.08.2009 – hereingehört und uns darüber Gedanken gemacht.
Irgendwo
Sie reden auf Dich ein
Schauen in Dich rein
Sie geben Dir nen guten Rat
Ein wirklich gutgemeintes Attentat
Auf Deine Seele, die Gequälte
Die mit sich selbst nicht ins Reine kommt
Und prompt macht sie zu
Weil sie keiner versteht
Bis sie im Nebel versinkt
Und sich alles dreht
Völlig ausgeklinkt
Völlig überfüllt und doch so leer
So schwerRefraim:
Irgendwo in dieser Welt
Liegt ein bisschen Glück versteckt
Irgendwo
Irgendwo in dieser Welt
Liegt ein bisschen Glück versteckt
Und ich wünsch mir so
Ich hätts für mich entdecktDu bist auf der Flucht
Versteckt in der Sucht
Süchtig nach dem Leben
Anstatt es wieder selbst zu leben
Du willst weg hier
Durch die Hintertür
Doch sie lassen Dich nicht
Sie haben Recht damit
Wie ein Tritt wirkt das
Weil Du nicht mehr verstehst
Dass man Dir helfen will
Bevor Du durchdrehst
Du bist Dir zuviel
Du bist überfüllt
Und doch so leer
So schwerRefraim: Irgendwo …
Unsere Gedanken dazu:
„Die Philosophen haben die Welt verschieden interpretiert, doch es kommt darauf an zu verändern.”, hat ein großer Denker und Soziologe gesagt.
In dem Song von Pur sieht man nur das Interpretieren.
Eine Person wird gequält, getreten und man nötigt sie, ihr Leben so zu leben, wie andere es wollen.
Drüber singt Pur.
Diese Person weiß, dass sie die Hölle durchmacht, doch sie findet sich damit ab, in dem sie meint, es reiche zu wissen, dass es irgendwo Glück gibt. Sie ist nicht auf den Weg dahin, sondern träumt – „macht die Seele dicht” – wie es in dem Song heißt. Sie erkennt ihre Situation, beklagt sich darüber – interpretiert ihre Welt – wie gesungen wird.
Sie gibt sich aber damit zufrieden, dass irgendwo draußen das Glück ist.
Dann schwenkt der Text um.
Die Person will raus, will nicht länger zwischen den Mahlsteinen leben.
Doch andere raten ihr, sie solle nicht gehen, weil irgendwo da draußen das Glück ist.
Sie wünscht sich so, sie hätte es entdeckt.
Außer den Träumen und Wünschen bewegt sich die Person aber nicht.
Sie wird ihr Glück niemals finden.
Sie muss die Mühlsteine verlassen und nicht hoffen, dass sie von alleine aufhören zu mahlen.
Wir haben den Song – wie oben erwähnt – schon Ende Juli probegehört und waren enttäuscht.
Wir hofften, dass vielleicht es etwas anders gemeint gewesen wäre, doch wir lagen mit unserer Einschätzung richtig, was ein Interview mit Pur bestätigte.
Hartmut Engler, Sänger von Pur, der vor kurzem in einer psychiatrischen Klinik eine (Alkohol-)Entziehungskur gemacht hatte, beschrieb die Bedeutung des Songs.
Es sei manchmal so, dass man ausbrechen wolle, weil man es nicht mehr aushalte und weil man von allen Seiten Druck bekäme. Es sei auch so, dass man einen Schnitt machen wolle, um sein Leben zu ändern – Betonung auf „sein Leben”!
Dann müssten eben die, mit denen man zusammen durch die Zeit geht, die Handbremse ziehen und sagen: „Du hast zu funktionieren und Du machst gefälligst das, was man von Dir verlangt! Alle Andere hat Dich nicht zu interessieren. Du hast eine Aufgabe! Mehr nicht!”
Stellen wir uns eine Ehe vor, in der sich die Ehepartner nur noch angiften!
Die Frau sagt sich irgendwann, dass es keinen Sinn mehr habe, einfach so weiterzumachen und so zu tun, als sei alles im Lot.
Sie akzeptiert z. B. nicht mehr die Alkoholsucht des Mannes und hat ihn immer und immer wieder daraufhingewiesen, in Therapie zu gehen. Da der Mann nicht aufhört, Alkohol zu trinken, hat sie sich entschieden, ihn zu verlassen.
Laut „Irgendwo” von Pur hat sie allerdings die Aufgabe, weiter zu funktionieren. Sie soll funktionieren, weiter funktionieren. Einfach ihren Teil in der Ehe weiter ausfüllen und die Alkoholsucht ihres Mannes weiter akzeptieren.
Weiter die Hölle durchmachen!
„Irgendwo in dieser Welt liegt ein bisschen Glück versteckt.”
Die Frau kann sich laut Pur glücklich schätzen, zu wissen, dass es irgendwo Glück gibt, es muss ja nicht ihres sein.
Das ist zynisch und entbiert jedem realistischem Denken!
Setzen – Sechs!
Es kann nur eine Lösung geben:

Bekanntermaßen sind wir ja auch auf Twitter präsent.
Dies haben auch eeendlich die Neonazis der NPD alias „Brauner Haufen” gemerkt.
Nachdem ich darüber berichtet hatte, dass die CSU nun doch ein NPD-Verbot befürworte, tauchte urplötzlich in unser „Followerliste” bei Twitter der „Braune Haufen” alias NPD als Abonnent bzw. Beobachter unserer Mitteilungen dort auf.
Wir haben diese braunen geistigen Tiefflieger geblockt.
Eins sollt Ihr braunes Gesocks wissen:
Wir lassen uns weder bedrohen, noch anderweitig drangsalieren, geschweige den Mund verbieten!
Mit geistigen Stinktieren geben wir uns sowieso nicht ab.

Jahrelang haben die Konservativen sich gegen ein Verbot der Neonazi-Partei NPD gewehrt und dies damit begründet, dass man die rechten Umtriebe nicht stoppen könne.
Die NPD in Thüringen hat sich öffentlich gegen den dunkelhäutigen, aus Angola stammenden CDU-Wahlhelfer Zeca Schall ausgesprochen und fordert öffentlich in aggressivem Ton, dass Schall Deutschland verlassen solle, weil er Afrikaner sei.
Das die NPD permanent Hetzkampagnen gegen Demokraten anzettelt, Anhänger aufruft, diese und jene Aktionen gegen Ausländer zu führen, ist der CDU und der CSU egal.
In deren Augen sind die Bürger gefragt, etwas dagegen zu tun.
Nicht so diesmal!
Obwohl, irgendwie schon!
Es gibt ein Solidaritätsgästebuch auf der Webseite der CDU Thüringen und nicht nur CDU-Leute bekunden ihre Abscheu!
Nun steht seltsamerweise nichts mehr für ein NPD-Verbot vonseiten der CDU und CSU im Wege.
Wenn es jemanden aus den eigenen Reihen trifft, ist plötzlich alles möglich!

Wir beide haben bekanntlich auch Profile bei Facebook.
Wir hatten in unserem Blog einen Artikel über „Erotik- und Pornowerbung in sozialen Netzen” geschrieben.
Einträge unseres Blogs werden mittels Synchronisation auch bei Facebook in der Pinnwand veröffentlicht.
Bei Herzbeben taucht dieser Artikel auf, bei Glühwürmchen nicht, der Artikel davor und der danach schon , der o.g. allerdings nicht.
Zufall?


Demokratie über alles!
Silvana Koch-Mehrin, Mitglied des Europaparlament, fällt mehr durch Präsenz in Hochglanzmagazinen und anderen Medien als im Europaparlament auf.
Während des Wahlkampfes zur Europawahl wurde sie deswegen scharf kritisiert.
An 14.7.2009 wurde sie zu einem der 14 Stellverteter des Präsidenten des Europaparlaments gewählt.
Von 15 Kandidaten!
Sie wurde allerdings erst im dritten Wahlgang gewählt. Bis dahin lag der rechtspopulistische Pole Kaminski vor ihr.
Dieser wurde aber im dritten Wahlgang nicht wieder gewählt, weil die Grünen für Koch-Mehrin als „kleineres Übel” gestimmt hatten. Angeblich sei Koch-Mehrin mit den beiden ersten Wahlrunden ein Denkzettel verpasst worden.
Ob Koch-Mehrin wirklich den Denkzettel verstanden hat, bleibt fraglich.

Die Linke will Regierungsverantwortung übernehmen. Das sagte gestern Oskar Lafontaine in seiner Rede auf dem Parteitag. Schon kurios, dass man das überhaupt sagen muss.
Es wird aber klar, wenn man genauer hinschaut.
Die Linken tragen – eigentlich schon seit ihre „Gründung” – Grabenkämpfe aus, in welche Richtung es geht.
Die Linken sind aus der PDS und der WASG hervorgegangen.
Die WASG war eine Wahl-Clique, die sich größtenteils aus enttäuschten ehemaligen Sozialdemokraten zusammengesetzt hatte.
Die PDS ist die Nachfolgepartei der SED. Die SED hatte sich unbenannt und meinte schon dadurch demokratisch zu sein.
Grabenkämpfe gibt es in der Linken viele:
- Frauen gegen Frauen
Die Linken sind emanzipatorisch, doch es gibt ein Frauenplenum. Eigentlich geschaffen, um Frauen in der Partei EINE Stimme zu geben, ist das vorrangige Ziel eher „Zickenkrieg” als Konsens. - Ossis gegen Wessis
Der Graben zwischen der PDS als Ostpartei und der WASG als Westpartei ist nicht überwunden. Die Altgenossen in der PDS, die als schon Mitglieder der SED waren, hemmen stellenweise den Fortschritt, weil sie immer noch in der DDR leben. - Richtungsstreite
Die einen wollen den Sozialismus/Kommunismus auf ihre Fahnen schreiben, der andere Flügel meint, dies hielte viele davon ab, die Linken zu wählen. - Personenkult
Oskar Lafontaine als „Parteibote” wird immer wieder angekreidet, selbstherrlich und herrisch zu sein. Viele sehen die Partei nur als Oskar-Wahlverein an.
Was sagte einer der Delegierten?
„Wir sind noch keine Partei.”

Es ist heute wieder so weit – Europawahl.
Die europäischen Parteien, die sich zu den Blöcken
- Europäische Volkspartei / Europäische Demokraten
- Sozialdemokratische Partei Europas
- Allianz der Liberalen und Demokraten
- Allianz für ein Europa der Nationen
- Eurpäische Grüne / Europäische Freie Allianz
- Europäische Linke oder
- Unabhängigkeit und Demokratie
gehörig fühlen oder wie Österreicher Dr. Martin oder die rechtsradikale Freie Partei Österreichs meinen, sie seien fraktionslos, haben wieder wochen- und monatelang ihren politischen Sermon von sich gegeben.
Sie sind jedenfalls zu hundert Prozent von sich überzeugt.
Zumindest sie!
Nun sollen wir unsere „europäischen Volksvertreter” wählen.
Sie bekommen dann schön ihre Diäten und machen sich dann einen lauen Lenz.
Wenn sie etwas entschieden haben, was ihren „Wählern” nicht passt, heißt es nachher wieder: „Wir setzen nur die EU-Verordnung um.”