Ach ja, die Kunst der modernen Kommunikation! 

Da ruft man also in bester Absicht bei einer Firma an, in der Hoffnung, gleich einen persönlichen Draht aufzubauen und die eigene Bewerbung als PR-Referent (Honorarkraft) mit einem netten Gespräch zu begleiten.
Eine nette Dame am anderen Ende des Hörers, Frau Cidem Mosul, (realer Name bekannt) gibt mir dann auch freundlich ihre E‑Mail-Adresse, an die man die Unterlagen schicken kann.
Ich solle der E‑Mail die Unterlagen in PDF- oder Word-Format anhängen, sagt sie mir noch, das seien ja die Formate, die jeder lesen könne.

Ein gutes Zeichen, denkt man sich – es geht schnell, persönlich und unkompliziert.

Gesagt, getan:

Man setzt die Bewerbung auf, packt alles Wichtige in ein PDF (das gängige Standardformat für Bewerbungen, das auch nebenbei bemerkt absolut sicher, als virenfrei, ist), und schickt die Unterlagen an die Adresse, die Frau Mosul so hilfsbereit genannt hat.
Dann wartet man gespannt auf die Rückmeldung.

Und dann kommt sie auch tatsächlich. 

Der Absender?

Wieder Frau Cidem Mosul. 

Der Inhalt?

Nun, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: 

„Vielen Dank für Ihr Interesse. Leider können wir Ihre Bewerbungsunterlagen aus Datensicherheitsgründen nicht öffnen und daher auch nicht berücksichtigen.“

Datensicherheit also!

Da hat Frau Mosul einen beachtlichen Einfall gehabt. 

PDFs – also die wohl sichersten und am weitesten verbreiteten Dokumente überhaupt – kann ihr System offenbar nicht handhaben, aus Angst, die geheimen Daten der Unternehmensleitsätze könnten von einer allgegenwärtigen PDF-Bedrohung ausspioniert werden, die es nicht gibt. 

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, folgt ein freundlicher Rat: 

Man solle sich „doch bitte noch einmal per E‑Mail mit Anhang – entweder PDF oder Word bewerben.“ 

Aber, Moment, genau das hatte man doch eben gemacht. 

Offenbar hat Frau Mosul sich die Bewerbungsstandards mal selbst überlegt, auf Grundlage eines geheimen Regelwerks.

Fast könnte man denken, es handele sich um einen ausgeklügelten Bewerbungstest. 

Man soll sich initiativ per E‑Mail mit Anhang bewerben, dabei jedoch das Risiko beachten, dass die PDF-Welt ein Sicherheitsproblem darstellen könnte. 

Man fragt sich: 

Wie sollte die ideale Datei aussehen? 

In welcher mysteriösen Form müsste man die Bewerbung jetzt senden, um die Frau Mosul zu beruhigen und gleichzeitig die unternehmensweite Datensicherheit zu wahren? 

Vielleicht in einem geprägten Buchformat, per Brieftaube oder auf handgeschöpftem Papier?

In jedem Fall: 

Wer es mit solch unnachgiebigen Datenschutz-Hindernissen bis zur Anstellung schafft, hat offenbar das Zeug zum PR-Referenten! 

Schließlich bedeutet das, Frau Mosuls Bewerbungsprozess gemeistert zu haben – eine echte Herausforderung und ein sicherer Beweis für die eigene Hartnäckigkeit, die jeder PR-Job dringend braucht.

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