PISA
Mathematik ist eine einfache Sache, wenn man sie beherrscht.
Wenn man z.B. etwas kauft, was einhundert Euro kostet, und man bekommt dreißig Prozent erlassen, also einen dreißigprozentigen Rabatt bzw. Bonus, muss man nur noch siebzig Euro bezahlen, weil dreißig Euro abgezogen werden.
Dreißig Euro sind in diesem Fall dreißig Prozent von einhundert Euro.
„Prozent” bedeutet „von hundert”. „Dreißig Prozent” bedeutet also „dreißig von hundert.”
In einer SPAM-Mail wurde mir aber ein Bonus angepriesen.

Das hieße also, dass ich zweihundert Euro beim Kauf geschenkt bekäme …

Ja, die Schule …
Und die Schüler, die aaarrrmen Schüler …
Im Radio war eine Diskussion über die Schulen. Im Vorspann wurden einige Schüler auf die Schule angesprochen.
Einer sagte etwas, was mir doch sehr zu denken gab:
„Das Schlimmste sind die Diktate. Da muss man immer sooo denken. Und dann kommt schon das nächste Wort.”
Muss man dazu noch etwas sagen?

Weil ich ins Land der Französier fahren wollte, dachte ich, dass es wohl besser wäre, meine Französisch-Kenntnisse aufzufrischen.
Ich ging also zur Sprachstätte eines Bekannten und setzte mich für einige Wochen in einen Klassenraum und büffelte.
Viel verlernt hatte ich nicht, musste ich bald erkennen, doch ich blieb, denn es konnte ja nicht schaden.
Viele Abende vergingen …
Eines Abends jedoch kamen die fränzösischen Zahlwörter dran.
un, deux, trois, quattre, ciq, six, sept, huit, neuf, dix …
eins bis zehn
Alles kein Problem!
Eine der Schülerinnen sollte jedoch bald ihren Auftritt bekommen.
Weiter ging es mit …
onze, douze, treis, quatorze, quinze, seize, dix-sept, dix-huit, dix-neuf, vingt …
elf bis zwanzig
Noch kein Problem
vingt et un, vingt deux, vingt trois, …
Apocalypse der Synapsen!
„Wieso VINGT TROIS? Das verstehe ich nicht”, meldete sich eine Schülerin.
Madame L’Enseignante stutzte.
„Was meinen Sie?” fragte Madame L’Enseignante.
„Das ist doch ZWANZIG-DREI”, erwiderte die Schülerin.
Für sie ging in diesem Moment das Abendland den Bach hinunter.
„Naturellement”, antwortete Madame L’Enseignante, „Das ist dreiundzwanzig in Französisch.”
„Nein, das ist ZWANZIG-DREI und nicht DREI-UND-ZWANZIG!” flehte die Schülerin und ihr Gehirn (?) lief auf Hochtouren dem Entsetzen entgegen.
Meiner Nachbarin und mir eröffneten sich neue Welten.
Neue Welten des Stumpfsinns!
Die anderen Kursteilnehmer schauten verzweifelt und verwirrt in die Luft, um das geistige Loch zu finden, in dem Mademoiselle Élève Vingt-Trois sich momentan befand.
Mademoiselle Élève Vingt-Trois überlegte und überlegte, ob sie etwas mit dem Status Quo ihrerselbst anfangen konnte.
Meine Nachbarin und ich rollten uns angesichts der Bemerkung von Mademoiselle Élève Vingt-Trois lachend fast auf dem Fußboden.
… und die anderen Schüler taten es uns bald gleich.
Ausnahmezustand!
Frage : „Warum Ausnahmezustand?”
Antwort : „Die Bemerkung von Mademoiselle Élève Vingt-Trois!”
Was hatte sie vor dem Eintreten des Ausnahmezustands gefragt?
„Wenn ich etwas für dreiundzwanzig Euro kaufen will, geht das dann nicht, weil die Franzosen keine Dreiundzwanzig haben?”
„Sprache öffnet Welten”, dachte ich mir still , „aber sie kann auch Türen öffnen …”
„Türen zum Wahnsinn”

In der deutschen Sprache ist im Prinzip alles geregelt.
Für die Syntax und für die Grammatik gibt es bestimmte Regeln.
Und wenn die nicht greifen, gibt es Ausnahmen, also „Ausnahmeregeln”.
Adjektive werden abhängig vom Casus des Substantivs dekliniert, d.h., dass ein Eigenschaftswort nach dem grammatikalischen Geschlecht des Hauptwortes gebeugt wird, z.B.: ein roter Stein (der Stein), eine rote Rose (die Rose), ein rotes Auto (das Auto).
Bei Farbadjektiven gibt es wieder Ausnahmen.
Farbadjektive, die nicht dem Deutschen entspringen und sich von einem Substantiv herleiten – Besonders bei Blumen gilt dies. – lassen, werden nicht dekliniert.
Der schöne Satz: „Er kaufte sich einen orangen Pullover.” enthält also einen Fehler.
Es muss heißen: „Er kaufte sich einen orange Pullover.”
Das ist gewöhnungsbedürftig, aber grammatikalisch einwandfrei.
Das Farbadjektiv „orange” ist nicht deutschem Ursprungs und leitet sich von „Orange” (franz. für „Apfelsine”) ab. Es wird also nicht gebeugt.
Leute, denen das zu seltsam klingt, können eine besondere „Regel” benutzen.
Wer sagt schon gerne: „Ich trug gestern eine umbra Hose mit einem orange Hemd, und meine Frau trug violett Schuhe und ein rosé Kleid dazu.” ?
Man kann den Suffix „farben” anfügen, wenn man meint, dass man sich irgendwie durch die „unbeugsamen Farbwörter” durchkämpfen müsste, ohne dass es seltsam klingt.
„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose mit einem orangefarbenen Hemd, und meine Frau trug violettfarbene Schuhe und ein roséfarbenes Kleid dazu.”
Das hört sich zwar überladen an, aber wann benötigt man schon so einen Satz?
In einem Satz steht vielleicht ein „unbeugsames Farbadjektiv”.
Es gibt aber noch eine Möglichkeit des Kompromisses:
„Ich trug gestern eine Hose in Umbra mit einem Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein Kleid in Rosé dazu.”
Stilistisch ausgereift ist das auch nicht, aber man kann ja beide Varianten mischen.
„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose und ein Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein roséfarbenes Kleid dazu.”
Einige „unbeugsame” bzw. „unveränderbare” Farbadjektive:
- rosé / rosa
- violett
- lila
- oliv
- khaki
- umbra
- terracotta
- orange
- apricot

Seit kurzem muss man hier im Blog eine einfache Rechenaufgabe lösen, um einen Kommentar abgeben zu können.
Dies ist notwenig, um SPAM zu verhindern.
SPAM wird meistens automatisch eingetragen. Da aber eine einfache Rechenaufgabe gelöst werden muss, können die automatisierten Systeme diese nicht erkennen.
Wenn das Ergebnis nicht oder falsch eingetragen wird, wird ein Kommentar nicht entgegengenommen.
Vor ein paar Tagen erreichte mich eine „besorgniserregende” E‑Mail.
Jemand beklage sich, dass er das Rechenergebnis richtig eingegeben habe, aber der Kommentar trotzdem angelehnt worden sei.
Er schickte mir auch ein Beweisfoto (einen sog. Screen Shot) des Kommentarformulars, das beweisen sollte, dass das Rechenprogramm nicht richtig funktionierte.

(E‑Mail-Adresse unkenntlich gemacht)
Die PISA-Generation und kein Ende …
Die gePISAckten Schüler, die so dumm sind, dass sie nicht mal vernünftig Deutsch beherrschen und Deutschland in eine „Schulkrise” stürz(t)en, sehen sich selbst natürlich also „obercool” und „superintelligent” .
Eigen- und Fremdsicht differieren hier gewaltig.
Wenn Sie in der deutschen Sprache – respektive Grammatik und Rechtschreibung – nichts taugen, so geben sie sich den Anstrich, Englisch zu können.
Hier eine Kostprobe:

That makes you so fast nobody after …

Wenn man von Erdstrahlen hört, denkt man sofort an schädliche Wirkung, obwohl Erdstrahlung nichts anderes als natürliche Radioaktivität ist, die überall und immer auf der Erde auftritt und sehr sehr schwach ist.
Die Erde ist eine riesige Kugel aus Mineralien u.ä., also chemischen Elementen, zu denen bekanntlich auch radioaktive gehören. Diese strahlen sehr niedrig.
Nun könnte man Glauben machen, dass „Erdstrahlung die Summe der natürlichen aus der Erde aufsteigender Strahlung” sei und manchen Menschen, die sensibel sind, Schaden zufügen könne.
Die Pseudo-Wissenschaft „Radiästhesie” untersucht solche kausalen Zusammenhänge.
In einer Anzeige wird nun Reklame für Kupfermatten gemacht, die man unter dem Bett legen soll, um Erdstrahlen abzuschirmen. So kann man laut der Anzeige wieder ruhig schlafen und Schmerzen verschwänden.
Die Kupfermatte hat eine Besonderheit aufzuweisen. Sie ist aus einem 2800 Meter langen Faden gewebt.

Im Spanisch-Unterricht nahmen wir durch, wo man welche Sprache spricht.
En Alemaña se habla alemán. (In Deutschland spricht man deutsch.)
Irgendwann kamen wir bei Brasilien an. Dass in Brasilien nicht spanisch gesprochen wird, hatte die Mitschülerin, die (zufällig) an der Reihe war, schmerzhaft kennen lernen müssen, weil sie von den anderen in der Spanisch-Stunde davor ausgelacht wurde.
Sie meinte etwas ratlos: „In Brasilien spricht man … ähm … brasilianisch?”
Syntronisches Intermezzo
In einer Versammlung im Audimax sprach der Universitätskanzler davon, dass die Uni Paderborn auch passende Sprachkurse anbiete in den Sprachen, die in den Ländern gesprochen werden, in denen sich die Partner-Unis befänden.
Ein Kommilitone erhob Einspruch: „Das kann nicht sein. Ich möchte in Rio de Janeiro studieren, aber sie haben keine Spanisch-Angebote.”
Der Uni-Kanzler antwortete mit scheelem Blick: „Sie werden keinen Spanisch-Kurs im ganzen Vorlesungsverzeichnis finden, da haben Sie recht, denn in Brasilien spricht man portugiesisch.”
Ende des Syntronischen Intermezzos
Einer unsere Mitschüler erbarmte sich der brasilianisch Verwirrten und erklärte ihr, dass man in Brasilien portugiesisch spräche, weil Brasilien eine Kolonie von Portugal gewesen sei.
„Portugal?”, fragte die Verwirrte, „das ist doch Spanien.”
„Portugal ist Portugal und Spanien ist Spanien”, antwortete jemand.
Völlig durcheinander meinte die nun portugiesisch Verwirrte:
„Ich dachte immer, das wäre das Gleiche.”

Gestern – 21.02.2007 – war der „Tag der Muttersprache”.
Der in Dortmund ansässige „Verein Deutsche Sprache” – nicht zu verwechseln mit der „Gesellschaft für deutsche Sprache” – hat schon vor einiger Zeit eine Idee gehabt, die deutsche Muttersprache zu erhalten und zu pflegen – Patenschaften für deutsche Wörter!
Für zehn Euro kann man die Patenschaft für ein Wort übernehmen. Man bekommt sogar ein Zertifikat, auf dem das Wort und der Pate genannt sind.
Der Pate verpflichtet sich, das Paten-Wort sehr häufig zu benutzen.
So sollen deutsche Wörter nicht in Vergessenheit geraten.
Das meint zumindest der „Verein Deutsche Sprache”.
Dieser Verein will mit Verbalgewalt dafür eintreten, dass Anglizismen aus der deutschen Sprache verschwinden (oder zumindest weniger oft benutzt werden).
Iris Berben hat z.B. die Patenschaft über das Wort „Silberhochzeit” übernommen, Bertelsmann die des Wortes „Verantwortung”.
Die deutschen Wörter sind in einer Datenbank mit der Nennung des Paten hinterlegt.
Auch Wörter, die noch nicht Paten-Wörter sind, kann man dort nachlesen, z.B. „karessieren” oder „nassauern” u.v.m.
Seltsam mutet allerdings an, dass auch dort der Anglizismus „Flatrate” zu finden ist.

Nachgefragt meinte eine der Verantwortlichen, dass man schließlich auch mit der Zeit gehen müsste …
Man erinnert sich auch gerne an einen Ausspruch des Vorsitzenden o.g. Verein, als er gefragt wurde, was denn so schlimm an den Anglizismen in der deutschen Sprache sei:
„Wir spielen mit den Anglizismen ein reines Va-Banque-Spiel.”

Bei einer „Job-Plus-Maßnahme” wurden – wie bereits berichtet – Tests und ein Diktat geschrieben.
Man sollte natürlich annehmen, dass die Trainer bzw. Dozenten zumindest der deutschen Sprache mächtig sind.
Mitnichten!
Und mit Neffen auch nicht!
Vor einem Diktat fragte ein Kursteilnehmer, ob für das Diktat die aktuelle Rechtschreibung gelte. Die Dozentin bestätigte dies.
Als nun die Lösung besprochen und Wörter auf die Tafel geschrieben wurden, fragte eben jener Kursteilnehmer, warum „Pommes frites mit Mayonnaise” denn nun falsch sei und „Pommes frites mit Majonäse” richtig.
Die Dozentin meinte, dass es laut der neuen Rechtschreibung „Majonäse” zwingend notwendig sei, die eingedeutschte Art zu schreiben.
Der Kursteilnehmer legte Veto ein, indem er sagte, dass die neue Rechtschreibreform – gültig ab 2006 – rechtschreibungstoleranter sei.
Dem Kursteilnehmer stieß auch auf, dass die Schreibweise „kennenlernen” angeblich falsch und laut Dozentin „kennen lernen” (zwei Worte) richtig sei.
Ebenso intervenierte er bei der angeblich einzig richtigen Schreibweise „Bestellliste”, da er sich sicher sei, dass „Bestell-Liste” genauso richtig sei.
Die Dozentin stellte sich stur und spielte mal wieder ihre Arroganz aus, und der Kursteilnehmer konnte sich nicht wehren, weil er nur einen nicht aktuellen elektronischen Duden bei sich hatte.
Zu Hause schaute er in seinen neuen Duden vom August 2006 – den aktuellen – und stellte fest, dass die Dozentin unrecht hatte.
Laut aktuellem Duden gab es tatsächlich eine höhere Toleranz bei der Schreibweise.
So ist z.B. sowohl „kennenlernen” als auch „kennen lernen” korrekt. Das Gleiche gilt für „Mayonnaise” und „Majonäse” sowie für „Bestellliste” und „Bestell-Liste”.
Der Kursteilnehmer drückte der Dozentin am nächsten Morgen den aktuellen Duden in die Hand, was ihr nicht wirklich beliebte.
In der Pause saß die Dozentin im sog. Lehrerzimmer und die Tür stand einen Spalt offen.
Was konnte man sehen?
Die Dozentin korrigierte die am Vortag geschriebenen Diktate und schaute sehr oft in den Duden – Ausgabe August 2006.