Fernsehen

Wenn hinten in Arabien die Völker aufeinanderschlagen …
Die Medien sind mal wieder voll mit Horrormeldungen des Krieges zwischen Israel und Palästina.
Lohnt es sich überhaupt noch, über dieses „ach so grausame” Thema zu berichten?
Die Medien meinen schon … Weiterlesen

Zwischen Karneval – schwäbisch: „Fasnet” – und Ostern ist Fastenzeit.
„Fasten” ist eine katholische Tugend.
So hat Papst Benedikt XVI. auch zur Fastenzeit in diesem Jahr ein Statement abgegeben.
Er rief zum „Medien-Fasten” auf, d.h. dass die Katholiken auf Fernsehen, Radio, Internet und dergleichen verzichten sollten, um – so der Papst – „in sich” zu kehren.
Vielleicht meint er auch nur, man solle nicht mehr Radio Vatikan hören …

Seit dem 11.1.2008 läuft bei RTL mal wieder das sog. Dschungel-Camp, bei dem das Niveau mindestens 20 000 Meilen unter dem Meer liegt.
Die sog. Stars haben „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.” (Lk 14,1.7–14) wohl falsch verstanden.
Man muss schon ein ziemlicher Masochist sein, um als Kandidat dort teilzunehmen.
Die Zuschauer müssen allerdings wohl noch masochistischer veranlagt sein, wenn sie sich so einen niveaulosen Quatsch ansehen.
Das sado-masochistische „Dschungel-Camp” befindet sich auf den Koordinaten 28° 15’ 41’’ S, 153° 21’ 2’’ O.
Das ist einige Kilometer von Brisbane entfernt und befindet sich in Australien.
Ein Dschungel ist laut Wikipedia ein „dichter tropischer oder subtropischer Urwald, speziell der Urwald Indiens und Südostasiens”.
Australien ist weder Indien, denn dann hieße es Indien, noch liegt es in Südostasien.
RTL – Setzen, Sechs!

„Wahrsage-TV”, ein TV-Sender, dessen Schwerpunkt der „Lebensberatung” Alchemie, Astrologie, Hellsicht und „Weltfragen” bilden, brachte mich auf etwas, was ich bis dahin nicht gewusst hatte.
Mittels „Kartenlegen” kann man bestimmen lassen, welcher Arbeitgeber der richtige ist.

Gegen 20 Uhr las ich „Getreu bis in den Tod” von Frank Goyke. Im Hintergrund lief die Tagesschau.
Nachdem die Tagesschau zu Ende war, begann eine Serie mit Nonnen.
Die Handlung war sehr einfach gestrickt. Ich konnte sie gut verfolgen, obwohl ich in den Krimi vertieft war.
Eine Frau kam ins Kloster und heulte sich aus.
Sie hatte sich kurz vor der Hochzeit vor neun Monaten mit ihrem damaligen Verlobten zerstritten, weil sie sich nicht über den Ablauf der Hochzeit einigen konnten.
Weil sie Frau glaubte, es wäre für immer aus gewesen, hatte sie sich betrunken und war mit einem schwarzhäutigen Barpianisten ins Bett gestiegen.
Wie es bei Klischees sein muss, hatten sich die beiden Zerstrittenen wieder versöhnt und kurz darauf – wie geplant – geheiratet.
Die Frau war im neunten Monat schwanger. Sie war klischeemäßig davon überzeugt, dass nur der schwarze Barpianist der Vater sein konnte. Sie hatte dies „nachgerechnet” und ihr Gatte konnte hundertprozentig nicht der Vater sein.
Weil die Geburt bevorstand, machte sie sich Vorwürfe, denn schließlich würde ihr Ehegatte merken, dass das Kind nicht von ihm wäre, da es ja ein Mulatte wäre.
Die Nonne riet ihr, es ihrem Gatten sofort zu gestehen, also noch vor der Geburt des Kindes.
Die Frau tat dies bei der erstbesten Gelegenheit. Ihr Gatte war verletzt und rannte weg, klischeemäßig in die Bar, in der die beiden sich vor der Hochzeit zerstritten hatten, und wollte den schwarzen Barpianisten zur Rede stellen.
Dieser war natürlich nicht mehr dort beschäftigt.
Die Nonne schwebte wie immer im Heile-Welt-Wahn und versuchte in der Bar, mit dem Mann zu reden.
Der blockte erwartungsgemäß ab und machte sich etwas später aus dem Staub.
Die Nonne erkundigte sich in der Bar nach den ehemaligen Pianisten und fand diesen als „Discjockey” in einem Bordell.
Sie erfuhr von ihm, dass er gar nicht der Vater sein könne, weil er sich vor einigen Jahren sterilisieren lassen hatte, da ihm zwei Kinder gereicht hätten.
Währenddessen setzten bei der Frau die Wehen ein. Noch bevor sie ins Krankenhaus kam, hatte sie ihrem Mann einen „Brief” geschrieben, dass sie sich von ihm wegen der Schande von ihm trennen würde und klischeemäßig zu ihren Eltern zöge.
Sie kam ins Krankenhaus.
Der Mann mit den vermeintlich aufgesetzten Hörnern, was er aber noch nicht wusste, entschied sich, dass die Schande doch nicht so groß wie die Liebe zu seiner Frau gewesen sei. („Kind ist Kind und da ist auch egal von wem. Schließlich liebe ich meine Frau.”)
Er fuhr zu seiner Frau ins Krankenhaus, die das Kind, das erwartungsgemäß kein Mulatte ist, in ihren Armen hält.
Versöhnung und Aufklärung!
Friede, Freude, Eierkuchen!
Die Nonne sagte etwas später im Kloster: „Herr, du machst es einem manchmal nicht einfach!”
So einfach kann das Leben sein!
Und so unrealistisch eine Fernsehserie!

Im Fernsehen habe ich ja schon viel Schwachsinn gesehen, aber das, was in der Nacht von gestern auf heute lief, schlägt dem Fass den Boden aus.
Tiefer kann die „Unterhaltung” bzw. das Niveau des Fernsehprogramms nicht mehr sinken …
Auf „Kanal Telemedial” lief eine „Live-Sendung”, die der Sender so definiert:
„Der Energieausgleich und die telemediale, spirituelle Lebensschule gehören zu einem einzigmaligen Konzept des ersten Mehrwertfernsehens unter einer Rundfunk-Teleshop-Lizenz, das sich weder öffentlich rechtlich noch werbefinanziert und der unabhängig von Konfession und Wirtschaft hochqualitative Beratungsdienstleistungen anbietet.”
Eine Sendung mit sogenannten „Live-Beratern” lief.
Eine „Live-Begleiterin” sprach mit einer etwas schüchternen Frau, die wohl den Tod eines Verwandten beklagt hatte.
„Du hast gemerkt, dass das, was dir widerfahren ist, in dir etwas bewirkt hat”, leierte die „Live-Begleiterin” mit sonorer, weicher Stimme herunter und machte ein mitleidiges Gesicht Richtung Kamera, „aber du wirst auch merken, dass solche Begebenheiten einen Sinn haben. Sie bewirken auch etwas in dir.„
Ein Kameraschwenk zeigt zwei Personen, die vor einer etwa drei mal drei Meter großen Leinwand standen und ein Bild in blassen Rot‑, Rosa- und Blautönen malten.
Dort waren Engel zu sehen, eine Figur, die wie eine Madonna aussah, kurvenförmige, elliptische und runde Formen. Irgendwo ziemlich oben stand in Buchstaben „Sonne” geschrieben, etwas tiefer, rechts davon „Mut zu tun”. Die Malenden bewegten sich harmonisch, als wenn sie zu irgendeiner langsamen Melodie synchron tanzten. Neben den „Live-Begleitern” standen oder lagen Musikinstrumente.
„Jaaaa…”, machte die Angesprochene langgezogen und schüchtern, „als ich gerade die Musik gehört habe, die Ihr für die traurige Frau vorhin gespielt habt, habe ich mir im Takt mit den Händen auf meine Oberschenkel geschlagen. Das hat schon was Positives bewirkt.„
Die „Live-Begleiterin” redete weiter in ihrem langweiligen Ton, und gab abgedroschene, wohlbekannte Ratschläge fürs Leben von sich, die zwar nicht wirklich zum Kontext passten, aber da ich ein Buch las, war mir das egal. Ich achtete nicht immer auf die hohen Phrasen.
Auch die anderen „Live-Begleiter” schalteten sich ein und „redeten” mit der Frau.
Irgendwann war die „Hilfesuchende” dann „wieder glücklich” oder sie hatte kein Geld mehr. Ein Anruf bei dem angeblich nicht-werbefinanzierten Sender kostet(e) pro Minute 1.99 Euro von Deutschland aus, von Österreich aus 2.16 Euro pro Minute und von der Schweiz aus 3.00 Franken (1.96 Euro) pro Minute.
Die „Live-Begleiter” schwafelten aufgrund mangelnder Anrufer über so wichtige Themen wie „Anderen Aufmerksamkeit und Freundschaft schenken”, „Offene Ohren für Probleme Anderer”, „Gesundheit und Spiritualität” und vieles mehr.
Als ihnen nach einigen Minuten keine Themen mehr einfielen, begannen sie vor Langeweile, „Musik” zu machen. Es waren allerdings eher langsame Gitarrenakkorde mit Trommeltakte, sehr langsam. Die „Live-Begleiter” wippten zu den Klängen, die sich wie indische Rhythmen anhörten, langsam hin und her und der Gitarrist begann mit einem verbal hochwertigen Gesang.
„Bala bala tumba, bala bala tumba, bala bala tumba”, „sang” er mit weicher Stimme und ein Strahlen ging über die Gesichter der „musizierenden” „Live-Begleiter”. Sie fühlten sich wohl und „sangen” dann auch „Bala bala tumba”. Langweilig wurde der „Gesang” jedenfalls nicht, ab und zu gingen sie über zu „Reika reika visa, reika reika visa”.
Die Session tröpfelte vor sich hin. Kein Anrufer traute sich, diese harmonische Stimmung zu stören. Möglicherweise waren sie aber so angetan von der „Musik” und dem „Gesang”, dass sie im Takt mit den Händen auf die Oberschenkel schlugen oder durch die Musik so glücklich geworden waren, dass ihre Probleme einfach verflogen waren und sich nicht mehr anrufen mussten.
Die Kamera schwebte wieder hoch über allem und verschaffte wieder einen Überblick über das, was im Studio passiert.
Die Malenden „malten” weiter an dem „Gemälde”, die „musizierenden” „Live-Begleiter” machten weiter mit den skurrilen Klängen, die an Musik erinnerten.
Irgendwann begann irgendjemand von den „Live-Beratern” Sitar zu spielen.
Immer wieder wanderte die Kamera über das „Gemälde”, dann nach einigen Kreisen schwenkte sie wieder zu den „Live-Begleitern”, die immer noch „Musik” machten.
Dann verstummte die „Musik”, indem jeder irgendwann damit aufhörte.
Einer der „Live-Berater” zischte dann: „Pssssssst” und machte Gesten, die andeuten sollten, dass die jetzt Ruhe zu herrschen hatte.
Die Kamera beendete ihren Flug und fokussierte eine der „Live-Beraterinnen”.
Die setzte ihre Trommel ab und begann sonor zu sprechen: „Depressionen kann man in Freude umwandeln.„
Ich hörte dann nicht mehr wirklich zu, sondern es wurde lächerlich hoch drei.
Man sollte bedenken, dass der Schwerpunkt der „Lebensberatung” von „Kanal Telemedial” Alchemie, Astrologie, Hellsicht und Weltfragen bilden.

In einer Großstadt, irgendwo in Niedersachsen.
Willi hat einen Bandscheibenvorfall gehabt und hat dadurch seinen Job verloren.
Seit Jahren empfängt er Arbeitslosengeld II.
Vor zwei Monaten begann er einen Ein-Euro-Job in einem Antiquitätenhandel.
Rico ist einundzwanzig Jahre alt und entstammt asozialen Familienverhältnissen.
Sein Vater ist unbekannt, und seine Mutter ist heroinsüchtig.
Rico raucht sich jeden Abend einen Joint, um alles um sich herum zu vergessen.
Seit sechs Wochen ist Rico auch als Ein-Euro-Jobber in dem Antiquitätenhandel beschäftigt.
Willi kümmert sich auch privat seit einigen Wochen um Rico, da dieser Probleme hat, sein Leben auf die gerade Spur zu führen.
Nach dem Wochenende erscheinen weder Willi noch Rico im Antiquitätenhandel.
Beide sind wie vom Erdboden verschluckt.
Durch Zufall erfährt ein anderer Kollege, dass Rico schwer verletzt im Krankenhaus liegt.
Willi bleibt unauffindbar.
Kommissarin Charlotte Lindholm vom LKA ermittelt … Weiterlesen

Dieses Bild werden einige kennen.
Da ich Nachfragen per Telefon, Mail etc. bekommen habe, möchte ich bestätigen, dass dieses von mir aufgenommene Bild in der Wettervorsage im WDR gezeigt wurde.

Die evangelische und die katholische Kirche haben heute ihre Weihnachtsspendenaktionen eröffnet.
Hausierer von Verbänden wie das DRK oder der Malteser u.a. klingeln auch schon seit Tagen an den Türen.
Auch dudeln im Fernsehen wieder die Tränendrücker-Spendengalas und Verbände fordern in Werbespots auf, für arme Menschen zu spenden oder Lose zu kaufen.
So wie am Mittwoch, den 24.11.2007, als im ZDF eine „Spendengala” mit dem hochtrabenden Namen „Die schönsten Weihnachts-Hits” mit der volksmusikirritierten Carmen Nebel stattfand.
Spenden für arme Menschen sind sehr wichtig.
Es ist ausnahmslos ehrenhaft zu spenden und zu Spenden aufzurufen.
Das soll nicht in Abrede gestellt werden.
Es wurden ein paar Projekte vorgestellt, die von Misereor und „Brot für die Welt” betreut werden, aber auch Schülergruppen wurden genannt, die Projekte gestartet hatten.
Was mir missfiel, war die Art und Weise, wie mit dem Thema „Spenden und Armut” umgegangen wurde.
Die aufgesetzt-fröhliche Carmen Nebel riss mehrmals stumpfe Gags, über die nur sie selbst lachen konnte.
Die Gäste waren außer André Rieu und dessen Orchester nicht der Hit.
Aber das nur am Rande erwähnt.
Carmen Nebel und die Vertreter von „Brot für die Welt” und Misereor haben es „meisterlich” geschafft, dass Spenden (nur) etwas mit Weihnachten zu tun hat.
Die Armen und Ärmsten der Welt brauchen nicht nur zur Weihnachtszeit Spenden, um aus ihrer Misere herauszukommen.
Sie benötigen diese immer.
Dies zu vermitteln, ist in der „Spendengala” leider nicht gelungen.

Eva Herman wurde vorige Woche bei der Aufzeichnung zu Johannes B. Kerners Talkrunde nach knapp einer Dreiviertelstunde ausgeschlossen.
Nach einer Woche (!!!) meldete Eva Herman sich nun zu Wort.
Eva Herman machte einzig und allein Kerner für den Ausschluss verantwortlich, denn sie sagte, Kerner sei überfordert gewesen. Angeblich habe sich Eva Herman aber auch selbst schon wesentlich früher überlegt, die Talkrunde von sich aus zu verlassen.
Sie sagte: „Aber ich befürchtete den Vorwurf, dass ich ausweichen oder mich nicht stellen würde.”
Frau Herman hat definitiv ausweichend geantwortet und hat sich der Kritik nicht gestellt, denn das, was sie von sich gegeben hat, war nur Wischiwaschi und Verallgemeinerungen, wie Rechtspopulisten sie auch benutzen, um ihre „Thesen” zu rechtfertigen.
Die Antwort darauf, ob sie ihre These vom hohen Ansehen der Mütter in der Nazi-Zeit wiederholen würde, blieb sich auch zum x‑ten Mal schuldig und verstrickte sich lieber in zusammenhangloses Zeug, wie, dass man Autobahnen ja auch benutze, obwohl diese in der Nazi-Zeit gebaut worden seien.
Eva Herman bleibt allerdings noch eins, um sich politisch reinzuwaschen.
Sie sollte keine Autobahnen mehr benutzen.