„In der D‑Mark-Zeit hat jede Bank Geld gewechselt“, sagte die alte Frau zu mir, „Und man bekommt auch nichts mehr zu kaufen. Regen-Pelerinen gibt es nicht mehr. Die gab’s in der D‑Mark-Zeit überall für zwei Mark.“
Als nächstes sagt sie mir, dass eine Busfahrkarte „in der D‑Mark“ nur achtzig Pfennig gekostet habe und jetzt knapp einen Euro: „Und das sind zwei Mark.“.

Wer kennt diese – nicht nur alten – Menschen nicht, die immer und immer wieder Euro-Preise in Deutsche Mark umrechnen, um zum Beispiel zu wissen, dass der Preis einer Pizza, die 4,50 Euro kostet, in D‑Mark neun Mark sei.

Und das ist teuer!

Was bezwecken diese Menschen damit? Was hat man davon, wenn man seit der Einführung des Euros Preise in die nicht mehr existente Währung Deutsche Mark umrechnet?

Es ist die Erinnerung an die „gute alte Zeit“, von der man vermeintlich glaubt, sie wäre besser gewesen.

Nach der Jahrtausendwende war vielleicht einiges besser, vielleicht das eigene Leben noch in Ordnung. Knapp 17 Jahre später hat sich vieles geändert, womit sich viele nicht zurechtfinden. Die Umrechnung hat keine Bewandtnis, außer dem Sich‑Ärgern, dass alles irgendwie besser, schöner, toller etc. war.
Das Festhalten am Alten kann weh tun!

Das Fatale an der Umrechnung DM zu Euro ist, dass die Leute die DM-Preise von (vor) 2002 nehmen und diese mit den nun aktuellen vergleichen.
Ein Liter Diesel, der Ende 2001 noch 90 Pfennig gekostet hatte, kostet nun 1,20 Euro. Das ist umgerechnet, das ca. Zweieinhalbfache, doch die Löhne sind auch seit Ende 2001 gestiegen.

Nach dem Ersten Weltkrieg kostete ein Brötchen zwei Pfennige, heute liegen wir bei 40 Cent.

Das ist das Achtzigfache! 

Bildquelle : Pixelio.de/Grossi1985 (M. Grossmann)

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