Wenn Menschen, die mit einem extrem begrenzten geistigen Horizont ausgestattet sind – und das ist meistens der Fall, da sie in ihrer eigenen, wunderbar abgeschotteten Fantasiewelt leben – anfangen zu träumen, dann ist man auf wahre „geistige Höhepunkte” gefasst.

Für diese illustre Menschengruppe beginnt das Leben praktisch mit einer universellen Rückrufaktion.
Schon bei der Geburt wird das „Produkt Mensch” auf eine lange und vielleicht nie endende Liste von Dingen gesetzt, die zurückgerufen werden müssen, weil sie nicht den Standardanforderungen entsprechen.

Ein Paradebeispiel für diese Spezies sind die sogenannten Job-Plus-Maßnahmen.
In diesen sagenhaften Programmen dürfen die Auserwählten zwei achtwöchige Praktika durchlaufen, die angeblich als Sprungbrett in den mythischen „ersten Arbeitsmarkt” dienen sollen.
Dies wird von den Jobcentern mit einer Überzeugung gepredigt, die beinahe schon religiöse Züge annimmt.

Und dann gibt es da diesen einen „Tiefflieger”, dessen intellektuelle Reife ihn in der rekordverdächtigen Zeit von gerade mal vier Monaten dazu befähigte, ein Praktikum von sage und schreibe EINEM EINZIGEN TAG zu absolvieren. 

Der Typ muss wirklich ein Genie in der Kunst des Nichtstuns sein!

Natürlich könnte man auch erwähnen, dass unser „Tiefflieger” eine bemerkenswerte Unlust hat, sich mit dem Gedanken an Arbeit auseinanderzusetzen, aber das wäre fast schon zu banal.
Es könnte auch als seine innovative Methode interpretiert werden, die Welt vor der harten Realität des Arbeitslebens zu schützen.

Wenn der Job-Coach schließlich den Raum betritt und ihn freundlich nach möglichen Arbeits- oder Praktikumsperspektiven fragt, kommt von unserem Helden die glorreiche Antwort, dass er demnächst „Urlaub” habe. 

Ja, Urlaub!

Ein großes Thema, das anscheinend wichtiger ist als das banale Streben nach Arbeit.

Auf die Bemerkung hin, dass man wohl kaum sofort in den Genuss von Urlaub kommen kann, wenn man gerade erst eine neue Stelle antritt, entfaltet unser „Tiefflieger” seine vollendete Logik: „Wenn jemand Urlaub machen will, muss der Chef eine Vertretung einstellen.”

Man muss schon tief Luft holen, um die unfassbare Brillanz dieser Argumentation zu begreifen. 

Die Vorstellung, dass der Chef mal eben auf Zuruf eine Vertretung engagieren soll, um dem „Urlaubsanspruch” unseres Protagonisten gerecht zu werden, ist schlichtweg ein Meisterwerk des gediegenen Zynismus. 

Bravo!

Der „Tiefflieger” hat es tatsächlich geschafft, das Arbeitsleben in ein grandioses Theaterstück der Absurdität zu verwandeln.
Hier wird jeder Arbeitstag zu einer grotesken Komödie, und die Rolle des Helden übernimmt ganz eindeutig unser genialer Träumer.

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