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„Nehmen Sie doch ‚Cuprum D23‘!“, sagte der Apotheker zum Kunden und reichte ihm ein kleines Fläschchen.
Etwas verdutzt wehrte der Kunde ab und meinte: „Ich möchte ein Naturpräparat. Sie scheinen mir nicht zugehört zu haben.“
„Homöopathie ist das Gleiche.“

Diesen Irrglauben verfallen immer wieder viele Leute, die zum Beispiel die Nasennebenhöhle verschleimt oder vereitert haben, auf ein pflanzliches Produkt setzen, und Kügelchen gereicht bekommen.

Was ist dran an der Naturheilkunde und an der Homöopathie?

Am 12. Jahrhundert erforschte die Nonne Hildegard von Bingen die Wirkungsweise von pflanzlichen Extrakten und Inhaltsstoffen. Viele ihrer Entdeckungen, wie man Fieber senkt oder wie die Wundheilung beschleunigt wird, sind heutzutage immer noch aktuell. Sie zerstampfte Wurzeln und Blätter und gab sie „pur“ zu essen oder machte daraus eine Paste oder einen Sud und beobachtete die Wirkungen. Dies hielt sie in mehreren Büchern fest.
So hat sie beispielsweise die Inhalation bei Erkältungskrankheiten entdeckt. Auch heute inhalieren viele Menschen und diese Vorgehensweise hat nichts verloren seit knapp 850 Jahren.
Nach den Vorgaben von Hildegard von Bingen werden heute noch Medikamente hergestellt, die man in der Apotheke oder in der Drogerie erstehen kann.

Im 18. Jahrhundert kam der medizinische Schriftsteller Samuel Hahnemann auf die Idee, das man die Medizin reformieren musste. Zu der Zeit gab es noch die Devise „Je mehr Medizin, desto besser.“.
Diese Drastika, wie die Medizin hämisch genannt wurde, forderte viele Tote.

Hahnemann verdünnte daraufhin Stoffe mit Wasser und Alkohol, das sog. „Potenzieren“ oder „Verdünnen“.
Anhand von Chinarinde glaubte er, entdeckt zu haben, dass Chinarinde die gleichen Symptome wie Malaria verursache. Sein Selbstversuch, sich mit potenzierter Chinarinde gegen „Malaria“ zu heilen, funktionierte. Daraus entwickelte er das Ähnlichkeitsprinzip, das aussagte, dass etwas, das eine Krankheit verursache, in potenzierter Form diese heilen könne. Auf diese Beobachtung gründete er die Homöopathie.
Lachs könnte man sagen. Wenn jemand einen flauen Magen bekommt, weil er Käse gegessen hatte, würde der flaue Magen geheilt, indem man Käse in einer Potenz von „10 hoch 23“ verabreicht „10 hoch 23” wäre eine 1 mit 23 Nullen dahinter.

Das Fatale an der Homöopathie ist, dass Hahnemann vor dem Chemiker Avogadro gelebt hatte, der Moleküle und Atome „gewogen“ hatte und entdeckte, dass die Potenz „10 hoch 23“ statistisch gesehen keinen Inhaltsstoff mehr enthalten konnte, wenn man etwas verdünnte. Somit ist die „Potenzierung“ hinfällig geworden, weil es Homöopathika mit wesentlich höheren Potenzierungen gibt.
Zudem ist das Chinarinden-Malaria-Experiment sehr fragwürdig, da Hahnemann glaubte, sich mit dem Verzehr von Chinarinde mit Malaria angesteckt zu haben.
Homöopathische Mittel bestehen aus dem verdünnten „Krankmacher“, der auf einem Trägermaterial wie Zuckerkügelchen gegeben wurde. Dadurch würde das Mittel nochmals verdünnt.
Wenn Avogadros Gesetz – einfach ausgedrückt – aussagt, dass in einem Liter Material „10 hoch 23“ Moleküle enthalten sind, kann andersherum in einer „10 hoch 23“ verdünnten Lösung kein Heilstoff mehr enthalten sein.
Die Idee, Drastika zu verharmlosen, scheiterte also an der Chemie.

„Hausmittel“ wie das Inhalieren beim „Nase freimachen“ wirken, weil sie Heilmittel enthalten.
Aufgrund des Avogadro-Gesetzes können Homöopathika also nichts enthalten, was wirken könnte, da das Heilmittel so weit verdünnt wurde, dass es „weniger“ als Null enthält.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser das nächste Mal ein Heilmittel benötigen und nicht unbedingt Medizin möchten, nehmen sie ein Naturheilpräparat und nicht ein Homöopathika, dass nichts enthält und zudem noch sehr teuer ist!

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