
Wir hatten kurz berichtet, dass Nina Schulabschluss hatte, und hatten eine Foto- bzw- Dia-Show davon auf der Webseite erstellt.
Nun werden wir berichteten, wie die „Abschlussfeier“ war.
Als Erstes stieß uns auf, dass alle 137 Abschlussschüler pro Kopf fünfzehn Euro berappen mussten, obwohl die Feier in der Aula der Städtischen Realschule Würselen stattfand. Angeblich fiel das Geld für die (wenigen) Getränke an, die nach der Feier gereicht wurden und für das Schmücken der – wohlgemerkt eigenen – Aula.
Ebenso waren alle Anwesenden sehr irritiert durch die seltsam anmutende Sitzordnung, die leider nicht sofort ersichtlich war. Im Nachhinein war klar, dass die Schüler klassenweise zusammen sitzen sollten, um besser ihre Zeugnisse vom Direktor entgegennehmen zu können.
Viele Eltern und Angehörige hatten leider keine Sitzplätze und mussten stehen.
Bevor alle sich – kurz vor 17 Uhr – gesetzt hatten bzw. sich eingefunden hatten, wurden die Schüler „nach oben” gerufen zum gemeinsamen Foto. Das hätte man auch vorher machen können.
Nachforschungen ergaben, dass dies eine spontane Idee war.
Als dann wieder kurz nach Fünf die Anwesenden so gut wie saßen, begann die Bongo-Trommler-Gruppe Kankouran „Cou Cou“ zu spielen.
Vom Rhythmus Afrikas waren wir einiges Anderes gewöhnt.
Kankouran spielte noch mal nach dem ersten Redebeitrag – Herrn Witschens, dem stellvertretenden Schulleiter – das Stück „The Rhythm“.
Wir bekamen von einigen Schülern heraus, dass diese zum hohen mehrheitlichen Maß entschieden hatten, dass Kankouran nicht auftreten sollte.
Dass sie auftrat, hatten neben einigen Ungeklärtheiten die Lehrer gegen die Schüler entschieden.
Nach dem Hören der beiden Trommel-Stücke war uns auch klar, warum die Schüler dies nicht wollten!
Wir haben den Rhythmus Afrikas gesucht, aber (leider) nicht gefunden!
Herr Witschen, stellvertretender Schulleiter, glänzte durch Zitieren von sich selbst.
Dass die Schüler ihren großen Tag hatten, war für ihn nicht wichtig, denn er redete lieber von den ach so guten Lehrern und beweihräucherte sich und die Seinen.
Auch die Eltern, die er kurz als „Begleiter der Kinder auf der Schule“ erwähnte, waren ihm auch nicht wichtig. Er laberte lieber noch abfällig über den Abschluss-Slogan „Game over – Level Ten finished“, wobei er nicht lobte, dass die Schüler etwas erreicht hatten, sondern nur am Anfang stünden und noch Levels – Schuljahre auf den weiterführenden Schulen oder Prüfungen in der Ausbildung – nicht erreichen würden.
Herr Birmann, erster Beigeordneter der Stadt Würselen, redete ebenfalls für die Schüler belangloses Zeug, erwähnte mehrmals, dass die Schüler ehrenamtlich in Vereine „für die Gesellschaft“ tätig werden sollten. Er sagte aber nicht, was er genau meinte.
Das „Grußwort“ der Stadt ging armselig in die Hose.
Ein Highlight folgte am Klavier. Marvin Krüger intonierte auf dem Klavier „Let her go“ von Passenger und bekam dafür frenetischen Applaus.
Dann sprach der Schulleiter Himself, Herr Hellmann und bewies, dass er nichts zu sagen hatte, ebenso wie die beiden Vorredner. Er lobte die sog. „Zehner-Lehrer“, also die Lehrer, die die Abschlussklassen (Klassen 10 a bis 10 e) zum Abschluss geführt hatten.
Er fand es auch witzig, Einträge aus den Klassenbüchern vorzulesen, wobei dies aber eher ein Denunzieren war, als Anekdoten-Vorbringen. Er lobte die Schüler nicht einmal. Er entmutigte sie, genauso wie Herr Witschen, indem er dessen Schwarzmalen von nicht erreichten Zielen beschwor.
Die Intonierung von „Lass uns gehen“ – Original von „Revolverheld“ – durch Julia Rapp an der Geige und Mona Schwier (Klavier) wirkte eher hoffnungsvoll zynisch und sarkastisch nach den miesmachenden Reden.
Und man wünschte sich wirklich, man könne gehen.
Ein „verbales” Highlight war die Rede des Schulpflegschaftsvorsitzenden, Herrn Holtz.
Er redete frei und wirkte nicht gelangweilt wie seine Vorredner.
Er sprach den Schülern Mut zu und definierte „Es ist nett, wichtig zu sein, aber wichtiger nett zu sein“ als Motto, das die Schüler immer im „Hinterstübchen“ behalten sollten.
Bravo!
Die Ehrung „besonders verdienter Schüler“ durch den Vorsitzenden des Fördervereins, Herrn Roß, wirkte nicht überzeugend, sondern eher wie hingeworfen.
Zum Schluss gab es die Zeugnisübergabe durch Herrn Hellmann an jeden Schüler mit Handschütteln.
Dies wirkte wie eine Proforma-Veranstaltung – mehr nicht.
Wir waren sehr enttäuscht von dieser sog. Abschlussfeier.
Permanent war Murmeln und Turscheln zu hören, als die Lehrer ihre selbstherrlichen Reden hielten, was ein Indiz dafür war, dass niemanden interessierte, was sie erzählten und vor allem, wie sie es machten.
Die Schüler hatten und haben mehr Achtung verdient!






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