
Heute habe ich den Fernseher eingeschaltet, und dort lief „Immer wieder sonntags”.
Ich hielt knapp fünfzehn Minuten aus, bis ich umschaltete.
Was dort im elektronischen Programmführer als „ohne Altersbeschränkung” deklariert war, ist eher das Gegenteil.
Dort wurden Leute mit „Schlager” und realitätsfernen Dingen malträtiert.
Stefan Mross sieht zwar jung aus, in seinem Oberstübchen scheint aber Karl Moik zu wohnen.
Was dort dargeboten wird, ist seit entfernt von der Realität.
Mross agiert – aus Überzeugung ??? – wie ein Über-Achtziger, erzählt irgend etwas, was nicht in diese Zeit passt und fühlt sich anscheinend gut dabei. Die Zuschauer, die mindestens so alt sind wie der Geisteszustand von Mross, jubeln, schunkeln und gehen voll mit.
Es singen Milchbubis Schmusesongs, die gar nicht zu ihnen passen, Mädchen trällern Möchtegern-Schlager und hoffen wohl auf den großen Erfolg.
Ein Mädchen singt das Kufstein-Lied.
Bei „Immer wieder sonntags” wird die Darbietung gefeiert ohne Ende, obwohl das Mädchen dafür in der Schule ein Mangelhaft oder Ungenügend bekommen hätte und die Versetzung gefährdet wäre.
Kurz bevor ich umschaltete, gab es ein sog. „Generationen-Quiz”, bei dem eine Familie gegen sich selbst in zwei Gruppen spielte. Mross beschloss, dass alle gewonnen hätten, weil sie ja sowieso alle eine Familie seien und lobte das „Quiz” als „lustig”.
Das Statement, das sich in mir während der fünfzehn Minuten immer und immer manifestierte, ist:
„Der Mross will nicht ernst genommen werden!”






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