
Erdstrahlen sind ein umstrittenes Thema, das seit Jahrhunderten die Gemüter erhitzt.
Viele Menschen glauben, dass Erdstrahlen eine unsichtbare Strahlung sind, die von verschiedenen geologischen Strukturen wie Wasseradern, Verwerfungen oder Gitternetzen ausgeht und die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen, Tieren und Pflanzen beeinflusst.
Andere Menschen halten Erdstrahlen für einen Aberglauben, der auf falschen Annahmen und fehlender wissenschaftlicher Grundlage beruht.
Was ist also dran an den Erdstrahlen? Sind sie eine reale Bedrohung oder eine Einbildung?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns zunächst anschauen, was Erdstrahlen überhaupt sind und wie sie entdeckt werden sollen.
Was sind Erdstrahlen?
Erdstrahlen sind nach der Vorstellung der Radiästheten, also derjenigen, die sich mit der Wünschelrute oder dem Pendel beschäftigen, eine senkrecht gerichtete Strahlung, die von verschiedenen geologischen Strukturen ausgeht.
Diese Strukturen sind:
Wasseradern:
Unterirdische Wasserläufe, die sich in verschiedenen Tiefen und Richtungen durch das Erdreich ziehen.
Verwerfungen:
Bruchstellen in der Erdkruste, die durch tektonische Bewegungen entstehen und Spannungen im Gestein erzeugen.
Gitternetze:
Regelmäßige Muster von Linien, die die Erdoberfläche überziehen und nach ihren Entdeckern benannt sind, wie zum Beispiel das Benker-Gitter, das Curry-Gitter oder das Hartmann-Gitter.
Diese Strukturen sollen eine Strahlung verursachen, die sich negativ auf die Lebensenergie auswirkt, die auch als Chi, Prana oder Od bezeichnet wird.
Die Stärke der Strahlung soll in der Einheit Bovis gemessen werden, die jedoch wissenschaftlich nicht anerkannt ist.
Die Strahlung soll vor allem an den Kreuzungspunkten der Linien oder über den Wasseradern und Verwerfungen am stärksten sein. Diese Punkte werden als Störzonen bezeichnet und sollen vermieden werden, da sie Krankheiten, Schlafstörungen, Unruhe, Depressionen, Konzentrationsschwäche, Unfruchtbarkeit oder sogar Krebs verursachen können.
Besonders kritisch sollen die Störzonen sein, wenn sie sich im Schlafbereich befinden, da der Körper dann besonders empfindlich und regenerationsbedürftig ist.
Um sich vor den Erdstrahlen zu schützen, werden verschiedene Methoden empfohlen, wie zum Beispiel:
Das Ausmessen des Wohnraums mit einer Wünschelrute oder einem Pendel, um die Störzonen zu lokalisieren und zu vermeiden.
Das Umstellen oder Umziehen von Möbeln, Betten oder Arbeitsplätzen, um die Störzonen zu umgehen oder zu minimieren.
Das Anbringen von Abschirmgeräten, Schutzamuletten oder Heilsteinen, die die Strahlung neutralisieren oder umlenken sollen.
Das Durchführen von energetischen Reinigungen, Harmonisierungen oder Segnungen, die die Atmosphäre verbessern oder die Strahlung transformieren sollen.
Wie werden Erdstrahlen entdeckt?
Erdstrahlen sollen mithilfe von Wünschelruten oder Pendeln entdeckt werden können.
Eine Wünschelrute ist ein gebogener Zweig oder ein Draht, der in beiden Händen gehalten wird.
Ein Pendel ist ein Gewicht, das an einer Schnur oder einer Kette befestigt ist.
Beide Instrumente sollen auf die Strahlung reagieren, indem sie sich bewegen oder ausschlagen.
Die Bewegung soll vom Rutengänger oder Pendler interpretiert werden, um die Lage, die Richtung, die Stärke und die Qualität der Strahlung zu bestimmen.
Die Wünschelrute oder das Pendel sollen jedoch nicht nur auf Erdstrahlen reagieren, sondern auch auf andere Strahlungsquellen wie Elektrosmog, Funkwellen, Magnetfelder oder kosmische Strahlung.
ußerdem sollen sie auch von der Intuition, der Erwartung, der Stimmung oder dem Unterbewusstsein des Rutengängers oder Pendlers beeinflusst werden.
Was sagt die Wissenschaft zu Erdstrahlen?
Die Wissenschaft lehnt die Existenz und die Wirkung von Erdstrahlen ab.
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für die Strahlung selbst oder für ihre Auswirkungen.
Die geologischen Strukturen, die als Ursache für die Strahlung gelten, sind entweder falsch oder irrelevant.
Wasseradern können für die meisten Regionen ausgeschlossen werden, weil das Grundwasser meist flächig vorkommt und nicht in unterirdischen „Adern“ fließt.
Verwerfungen sind zwar real, aber nicht überall vorhanden und nicht immer aktiv.
Gitternetze sind willkürlich erfunden und haben keine physikalische Grundlage.
Die Strahlung, die von diesen Strukturen ausgehen soll, ist weder definiert noch messbar.
Die Einheit Bovis ist eine Erfindung ohne wissenschaftliche Gültigkeit.
Die Wünschelrute oder das Pendel, die die Strahlung nachweisen sollen, sind unzuverlässig und subjektiv. Die Bewegung der Wünschelrute oder des Pendels kann schon seit dem 19. Jahrhundert durch unwillkürliche Muskelzuckungen des Rutengängers oder Pendlers erklärt werden.
Die Wirkung der Strahlung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden kann durch Placebo- und Nocebo-Effekte erklärt werden, also durch die Erwartungshaltung und die Einstellung des Betroffenen.
Die Methoden, die zum Schutz vor den Strahlung angeboten werden, sind unwirksam und nutzlos.
Sie dienen nur dazu, Geld zu verdienen oder Angst zu schüren.
Fazit
Erdstrahlen sind ein Mythos, der auf esoterischen und nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen beruht.
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für die Existenz oder die Wirkung von Erdstrahlen.
Die geologischen Strukturen, die als Ursache für die Strahlung gelten, sind entweder falsch oder irrelevant.
Die Strahlung, die von diesen Strukturen ausgehen soll, ist weder definiert noch messbar.
Die Wünschelrute oder das Pendel, die die Strahlung nachweisen sollen, sind unzuverlässig und subjektiv.
Die Wirkung der Strahlung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden kann durch Placebo- und Nocebo-Effekte erklärt werden.
Die Methoden, die zum Schutz vor der Strahlung angeboten werden, sind unwirksam und nutzlos.
Erdstrahlen sind also eine Realität, die nur in der Vorstellung der Radiästheten existiert.






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