
In der quirligen Welt des Gymnasiums, wo die Jugend von heute die Welt von morgen gestalten sollte, gab es ein kleines, aber bedeutendes Drama, das sich jeden Tag zur großen Pause abspielte.
Es war ein Schauspiel, das die Tragik und Komik der modernen Abhängigkeiten aufzeigte.
An der Selbstbedienungs-Bäckertheke des nahe gelegenen Supermarktes tummelten sich die Schülerinnen und Schüler, um sich mit den köstlichen Brötchen für die Pause einzudecken.
Die meisten von ihnen waren mit dem einfachen Akt des Broterwerbs beschäftigt, doch eine von ihnen, nennen wir sie Lena, stand heraus – allerdings nicht wegen ihrer Fähigkeiten, sondern wegen ihrer Unfähigkeit.
Lena, eine junge Dame der Generation Z, stand mit einem leeren Blick in den Augen und einer leeren Brötchentüte in der Hand da.
Ihr Smartphone, das sie fest umklammert hielt, schien ihr ganzes Bewusstsein in Beschlag zu nehmen.
„Kann mir jemand mit den Brötchen helfen?”, fragte sie mit einer Stimme, die zwischen Verzweiflung und Gleichgültigkeit schwankte.
Die Ironie der Situation war so dicht, dass man sie hätte schneiden können.
Lena hatte zwei funktionierende Hände, von denen eine jedoch durch das Smartphone blockiert war.
Sie hatte Taschen in ihrer Hose und eine Umhängetasche, die groß genug gewesen wäre, um das Smartphone sicher zu verstauen, doch die Vorstellung, ihr Smartphone auch nur für einen kurzen Moment abzulegen, schien für sie unerträglich.
Ihre Mitschülerinnen, die bereits ihre Brötchen in den Händen hielten, schauten sie mit einer Mischung aus Mitleid und Belustigung an.
Eine von ihnen, Klara, seufzte tief und nahm Lena das Smartphone sanft aus der Hand.
„Hier, ich halte das für dich”, sagte Klara und legte das Smartphone in Lenas Umhängetasche, „Jetzt kannst du dir deine Brötchen nehmen.”
Lena schien wie aus einem Traum zu erwachen.
Sie blickte verwirrt umher, als wäre ihr gerade ein großer Dienst erwiesen worden.
„Oh, danke”, murmelte sie und griff nach den Brötchen, als wäre es eine neu entdeckte Fähigkeit.
Die Szene war ein Sinnbild für die moderne Zeit.
Während die Welt um sie herum voller Möglichkeiten und Abenteuer war, schien die größte Herausforderung für Lena darin zu bestehen, ihr Smartphone für ein paar Sekunden loszulassen.
Die Tragik lag nicht in der Unfähigkeit, Brötchen zu greifen, sondern in der Unfähigkeit, die Welt jenseits des Bildschirms wahrzunehmen.
Und so ging die Pause weiter, mit Lena, die schließlich ihr Brötchen aß, während ihr Smartphone sicher wieder in der anderen Hand hielt – zumindest bis zum nächsten digitalen Impuls.






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