Meine Nachbarn haben mir gerade erzählt, was ihnen bezüglich sogenanntem „Halloween” passiert ist und das nicht nur einmal.
Familie Winter freut sich, wenn sie Kinder zu „Halloween” beschenken kann.

Der Halloween-Horter

Es war Halloween-Abend, und in der sonst ruhigen Nachbarschaft war alles in ein mystisches Licht getaucht.
Kürbisse funkelten vor den Haustüren, und Gespenster aus Bettlaken hingen von Bäumen und Wäscheleinen. 

Bei Familie Winter (reale Namen bekannt) gab es eine neue Regel: 

Die große Schüssel mit Naschereien stand dieses Jahr draußen, damit die Katze, die jede Gelegenheit nutzte, um in die Freiheit zu schlüpfen, sicher drinnen bleiben konnte.

Der Abend begann ganz friedlich. 

Kinder in aufwendigen Kostümen huschten von Tür zu Tür, begleitet von quietschenden Schuhen und Freudenschreien. 

Die nicht-sichtbare Kamera, die die Winters letztes Jahr installiert hatten, zeichnete alles auf: die Hexen, die Zauberer, die Zombies – jedes Kind durfte sich bedienen und zog zufrieden weiter.

Nach etwa 20 Minuten blieb jedoch ein Junge länger vor der Kamera stehen. 

In einem umgedrehten Baseballcap und einem Kostüm, das eher improvisiert wirkte, schaute er sich vorsichtig um.

Er war kein Fremder; die Winters hatten Louis (realer Name bekannt) im vergangenen Jahr schon einmal gesehen – er war der Trick-or-Treat-Taktiker, wie sie ihn damals insgeheim getauft hatten. 

Er zögerte keine Sekunde und fing an, die Süßigkeiten eilig in seine Jackentaschen und einen mitgebrachten Stoffbeutel zu stopfen. Die Kamera hielt jeden Handgriff fest, als er die Schüssel leerte und schnell um die Ecke verschwand.

Später sahen die Winters sich die Aufnahmen an und konnten kaum glauben, was sie sahen. 

Wieder derselbe Junge, mit derselben Masche. 

Kein armer Trick-or-Treater, der zu spät gekommen war oder den anderen nachhinkte, sondern ein wohlgenährter – um nicht zu sagen: fetter – Nachbarsjunge, der sich alles unter den Nagel gerissen hatte – zwei Jahre in Folge.

Einfach alles in eine große Plastiktüte gekippt.

Die Frustration lag schwer in der Luft, aber da kam Familie Winter eine Idee. 

Nächstes Jahr, beschlossen sie, würde die Schüssel nicht leer sein – zumindest nicht so, wie der Junge es erwartet. 

Eine andere Art von Leckerbissen würde auf ihn warten – eine Schüssel voll Rosenkohl und Karotten, vielleicht eine Prise Blumenkohl. 

„Süßes oder Saures” würde für den Halloween-Horter eine ganz neue Bedeutung bekommen.

So schmiedeten sie ihren Plan, und die Kamera würde auch beim nächsten Mal bereitstehen, um den großen Moment festzuhalten.

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