
Acht Wochen Ankommen – ein Bericht aus dem Alltag
Acht Wochen sind keine lange Zeit. Und doch reichen sie manchmal aus, um zu merken, dass sich etwas Grundlegendes verändert hat. Für meine Frau, unsere Hündin Hazel und mich sind diese acht Wochen in unserer neuen Wohnung in Eppelheim genau das gewesen: ein langsames, stilles Ankommen – körperlich, emotional und im Alltag.
Der Umzug selbst war kein Neuanfang aus Euphorie, sondern eher eine notwendige Bewegung weg von etwas, das sich über längere Zeit als belastend erwiesen hatte. Kurz vor dem Auszug aus der alten Wohnung kam es zu einem Schimmel-Debakel, das rückblickend vieles erklärt. Nicht nur baulich, sondern auch gesundheitlich. Dieses diffuse Gefühl von ständiger Erschöpfung, wiederkehrendem Unwohlsein, kleinen Infekten und einer permanenten Grundspannung hatte offenbar einen sehr konkreten Ursprung. Erst jetzt, mit Abstand, wird spürbar, wie sehr uns das belastet hat.
In der neuen Wohnung ist davon nichts mehr da. Keine feuchten Ecken, kein Misstrauen gegenüber Wänden, keine Sorge, ob „da wieder etwas ist“. Stattdessen Licht, trockene Räume und ein Raumklima, das sich von Anfang an gut anfühlte. Nach einigen Wochen merkten wir beide unabhängig voneinander: Wir sind weniger krank. Wir schlafen tiefer. Die morgendliche Schwere ist verschwunden. Es ist kein plötzlicher Effekt, sondern ein leises, aber konstantes Besserwerden – so, als würde der Körper endlich aufhören, permanent gegen etwas anzukämpfen.
Auch Hazel hat sich schnell eingelebt. Hunde spüren Veränderungen oft früher als Menschen. Sie ist ruhiger, ausgeglichener, neugieriger. Spaziergänge fühlen sich entspannter an, besonders früh morgens oder abends. In der alten Umgebung waren diese Zeiten oft von einem unterschwelligen Gefühl der Enge begleitet – wenig Raum, wenig Licht, gelegentlich ein ungutes Gefühl. Hier ist das anders. Mehr Weite, mehr Ruhe, weniger innere Wachsamkeit. Das tut uns allen gut.
Was uns besonders überrascht hat, ist die soziale Atmosphäre. Die Menschen hier sind offen, freundlich, zugewandt – ohne aufdringlich zu sein. Gespräche entstehen einfach. Man wird angesprochen, grüßt sich, tauscht ein paar Worte aus. Es ist eine Selbstverständlichkeit, die wir so nicht kannten. Diese Mischung aus Offenheit und respektvoller Zurückhaltung schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit, ohne dass man sich erklären oder beweisen muss.
Auch unsere Wohnung wächst langsam zu einem Zuhause. Gardinen, die Licht hereinlassen und gleichzeitig schützen. Kleine Entscheidungen, die den Alltag angenehmer machen. Bald kommt die Einbauküche – ein weiterer Schritt weg vom Provisorium hin zu etwas Dauerhaftem. Jeder dieser Schritte fühlt sich nicht wie „Einrichten“ an, sondern wie Verwurzeln.
Rückblickend lässt sich sagen: Wir haben uns nicht nur räumlich verändert, sondern auch innerlich. Die Zufriedenheit ist zurückgekehrt. Nicht als lauter Zustand, sondern als ruhige Gewissheit. Wir sind entspannter, gelassener, mehr bei uns. Die Dinge des Alltags haben wieder ihr richtiges Gewicht, berufliche Querelen verlieren an Bedeutung, weil das Private wieder trägt.
Acht Wochen sind vergangen. Und wir merken: Das hier ist kein Übergang.
Das hier ist Ankommen.






Schreibe einen Kommentar