Dettenhausen

In ein paar Stunden kann ich Devil wieder in den Arm nehmen.

Meinen treuesten, liebsten, bravsten Freund!

Ich fahre zweiwöchentlich nach Beckum, komme freitags spät gegen 22 Uhr in Beckum an, verbringe dann den ganzen Samstag und den Sonntagmorgen mit Devil und fahre dann am Sonntag gegen 13 Uhr, 13:30 Uhr wieder Richtung Dettenhausen.

Freitag ist hier in Dettenhausen wie jeden Tag um 17:30 Uhr Feierabend.

Ich bin immer froh, wenn ein „langes Wochenende” bevorsteht, wie es z.B. an Ostern war.
Am Gründonnerstag fuhr ich zu Devil und brauchte erst wieder am Osternmontag zurück nach Dettenhausen.
Um den 1.Mai ist auch ein „langes Wochenende”.

In der Woche, in der Frohleichnam ist, besuchen mich meine Eltern und bringen Devil mit nach Dettenhausen.
Dann kann der „Kleine” sehen, wo ich „immer” bin …

Kamera, Handy und Spion

Montagabend kam ich von der Arbeit zurück.
Es befand sich etwas Wasser vor der Fensterbank mit den Blumen.
Die Vermieterin hatte mal wieder Blumen gegossen.

Die Vermieterin macht sauber, aber es war so besprochen, dass sie das an den Wochenenden macht, wenn ich nicht da bin, d.h. wenn ich nach Beckum fahre, um Devil zu besuchen.

Ich habe mich kurz umgezogen, frisch gemacht und dann bin ich nach Tübingen zum Einkaufen gefahren.
Gegen halb neun kam ich zurück.

Ich habe eine alte kleine Web-Cam zum Testen seit knapp zwei Wochen auf einem Stativ auf meinem Schreibtisch stehen.
Ich teste bei verschiedenen Lichtbedingungen und mit Mustern und Farben, ob sie noch korrekt geht.
Das mache ich seit knapp zwei Wochen.

Ich kam also von Tübingen zurück und wollte im Gehen nach SMS auf dem Handy schauen, während ich die Treppen hochstieg.

Mein neues Handy reagiert auf Hand- bzw. Finger-Gesten, weil es ein Touch-Display hat.
Steuern lässt es sich mit leichtem Drücken und / oder Gesten auf dem Display.
Es hat keine Tastatur mehr, ist so ähnlich wie ein Apple iPhone, nur besser und billiger.

Ich war im Dateimanager des Handys, als ich die Treppe hochging.
Die Vermieterin kam mir von oben (!!!) entgegen.

Kurze Begrüßung.

Ich öffnete den Foto-Ordner auf dem Handy und wählte ein Bild oben aus, also von dort, wo ich wohne.
Das habe ich zum Testen der Handy-Kamera gemacht, als ich das Handy neu hatte.
Ich drehte das Handy in ihre Richtung und zeigte es ihr.
Sie schaute sich das Bild an und war leicht überrascht.

Ich sagte etwas lauter zu ihr: „Das ist ja toll. Man kann mit dem Handy Bilder per Funk von meiner Kamera empfangen.”

Die Vermieterin hatte plötzlich keine Zeit mehr und zog wortlos von dannen …

Aha!

Heute in der Bäckerei in Dettenhausen:

Nachdem ich Brötchen geordert hatte, schaute ich, ob ich noch etwas nehmen sollte.
Mein Blick fiel auf etwas Gebackenes.
Die Bedienung fragt: „Noch etwas?”
„Ja”, antwortete ich und zeigte auf ein gedrehtes Gebäck, „So eine Stange, bitte!”
Während die Bedienung das Gebäck einpackte, schaute ich mir die Schilder am Tresen an.
Dort standen schwäbische Wörter wie Burlis, Weckle, Zwiebele, Knausern etc.
Ich fragte: „Wie heißt dieses Gebäck?” und wartete auf einen schwäbischen Ausdruck.

Die Bedienung sagte: „Gedrehte Käsestange mit Sesam.”

tief-sw

Gestern bin ich von Dettenhausen wieder nach Beckum gefahren, um hier Ostern – vor allem mit Devil – zu verbringen.

Mein Chef hat mir erlaubt, dass ich wegen des Osterreiseverkehrs schon um 14:30 Uhr fahren durfte.

In der Nähe von Stuttgart war ich im Stau, dann wieder beim Kreuz Leonberg etwas weiter entfernt.
In Pforzheim wieder …
Insgesamt waren es – trotz Umfahrungen – sechs Staus.

Auf der A45 machte ich Halt an einer Raststätte im Siegerland, wo der Kaffee teuer war.
Als ich wieder auf der Autobahn weiterfuhr, begann es erst zu regnen – das dachte ich. Es war aber Schnee, der in starkem Maße zunahm und dafür sorgte, dass Matsch und Schnee sowie stellenweise Eis auf der Autobahn herrschte.
Auf der Autobahn waren Leuchtschilder mit dem Eis-Symbol (Eiskristall mit roten Dreieck) eingeschaltet.
Man konnte maximal sechzig bis achtzig km/h fahren, manchmal auch nur 50.
So tröpfelte die Zeit dahin.

Wegen eines Staus von 21 Kilometern auf der A1 machte ich einen Schlenker und war dann im Dunkeln in Beckum.

Um 22:30 Uhr!

„Dank” des Osterreiseverkehrs und des „Winters” …

Kleiner Freund - Devil

Seit ungefähr anderthalb Stunden sitze ich wieder in meiner Bude in Dettenhausen … ganz allein … traurig.

In Beckum habe ich zu Mittag gegessen, dann noch einen Kaffee getrunken und mich von meinem liebsten, treueste, bravsten Freund verabschiedet – Devil.

„Ich verreise wieder, Kleiner”, sagte ich zu ihm, während er vor mir saß und mich anstrahlte, und noch nichts verstand, was ich aber änderte, als ich sagte: „Dann tschüss, Kleiner, ich komme bald wieder.”
Da ließ er sein kleines Köpfchen noch unten sinken und war traurig.

Wir schmusten noch etwas, dass ging ich … wieder für zwei Wochen.

Unerreichbar für den Kleinen!

Er schaute mir nach von seinem Stuhl vom Balkon, meine Eltern winkten.

Ich setze mich in Bewegung, den Koffer und andere Sachen im Kofferraum des Autos.

Von unterwegs meldete ich mich, als ich ungefähr die Hälfte geschafft hatte, bei meinen Eltern.
Sie waren gerade mit Devil vom Spazierengehen wieder gekommen und Devil raste wie jedesmal nach dem Spazierengehen im Wohnzimmer hin und her. Keine Ahnung, warum er das macht!
Als ich ankam, sagte ich ebenfalls bescheid, und gab auch Freunden per SMS bescheid, dass ich angekommen war.

„… und wieder zwei Wochen ohne Devil”, beendete ich die SMS.

Dann wurde ich traurig. Ich fühlte mich leer. Und vor allem einsam.
500 Kilometer von meinem besten Freund, von der Familie und von Freunden und Bekannten entfernt!

Mit vielen Leuten halte ich ja E‑Mail- und Telefonkontakt, aber der Abschied von Devil stach mir nach knapp viereinhalb Stunden tief im Herzen.

Dieses Wochenende – im Prinzip den ganzen Samstag und ein paar Stunden am Sonntag – war intensiv. Devil zeigte mir, wo er mit meinen Eltern war, was er neu entdeckt hatte.

Das geht so: Devil bleibt stehen und schaut mich an. Ich bleibe stehen, dann schaut dorthin, wo er etwas entdeckt hat bzw. was er mir zeigen will. Dann schaut er mich an und wieder seine „Entdeckung”, z.B. Vögel im Baum. Ich sage dann anerkennend z.B.: „Da sind Vögel im Baum”. Dann macht Devil die Schnauze leicht auf und signalisiert mir, dass er sich freut, dass er „es” mir gezeigt hat und ich es gesehen habe.

Mein Freund Devil!

Ich bin traurig, auch nach dem Duschen noch.

Gut, wenn ich ihn besuche, bekommt er ein neues Spielzeug von mir und wir unternehmen viel, was wir beide genießen, doch es sind im Prinzip nur ein Tag, der Samstag.

Man sagt sich immer, dass man darüber wegkommt, über den Abschied.
Das stimmt, doch diesmal war es anders.

Als ich am 31.1.2008 nach Dettenhausen gezogen bin, ganz allein, einer ungewissen, aber hoffnungsvollen Zukunft entgegen, musste ich mich sehr beherrschen, um nicht einen breiten Fluss auszulösen, doch die vorigen Male war es nicht schlimm, aber diesmal.

Dieses Strahlen in Devils Augen, als ich den Rucksack heute mittag aufsetze – „Wir gehen spazieren”, hat Devil gehofft, doch dann ließ er sein Köpfchen hängen, weil er wusste, dass mal wieder die Abschiedsstunde geschlagen hatte.

Sowas tut weh!

„Man kommt darüber hinweg”, sagt man, doch Devil versteht nicht, warum ich ihn immer wieder verlasse, er weiß, dass das wieder passiert.

Kurzer Besuch, Kuscheln, Freude, dann Abschied, Traurigkeit!

„Das ist doch nur ein Tier”, sagen manche Leute, allerdings haben diese kein „Tier”.
Dann wüssten sie, was ein „Tier” empfindet und was man für ein „Tier” empfinden kann …

Freitag hatte ich um 17:30 Uhr Feierabend.
Nachdem ich noch mit dem Chef und einigen Kollegen kurz gesprochen hatte, machte ich mich gegen zehn vor sechs auf den (weiten) Weg nach Beckum.
Wegen eines Staus war ich dann viertel vor zwölf in Beckum, und wurde stürmisch von Devil begrüßt.
Devil wich mir nicht von der Seite. Ich nahm ihn auch fast überall mit hin. Zum Einkaufen in Lebensmittelläden konnte er nicht hinein, also blieb er im Auto.

Gleich, kurz nach Mittag, zwischen dreizehn und vierzehn Uhr, mache ich mich wieder auf den ca. 500 km langen Weg nach Dettenhausen.

Devil wird mir wieder fehlen und ich ihm.

Gründonnerstag fahre ich wieder nach Beckum und werde bis Ostermontag bleiben.

Devil, freu dich schon darauf!

Nachdenklich

Am 1.2.2008 begann ich meine Tätigkeit bei einem IT-Unternehmen in Dettenhausen, Schwaben, Baden-Württemberg.

Als Westfale hatte ich anfangs Probleme mit dem schwäbischen Dialekt, doch das legt sich langsam. Man muss nur genau hinhören. Einiges kennt man aber auch schon. Ab und zu ist es einfach ein Kauderwelsch. Dann fragt man nach und seltsamerweise können die meisten dann Hochdeutsch oder zumindest angenähert …

Die Arbeit macht Spaß, der Chef und die Kollegen sind sehr nett und zuvorkommend. Wir sind wie eine große Familie.

Momentan arbeite ich (allein) an einem Programm für einen Kunden. Es geht gut voran, auch wenn ich manchmal (sehr schwere) Probleme habe. Diese lösen sich aber kurze Zeit später auf …

Ein Problem gibt es doch!
In Schwaben scheint man gut, oft und viel zu essen.
Die Portionen sind riesengroß. Abends esse ich meistens nur noch ein Brötchen.

Der Umzug hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Unwetter

Am Samstag machte ich mich gegen zehn Uhr auf den Weg nach Stuttgart.
Im Radio SWR 3 wurde den ganzen Morgen über das Orkantief „Emma” berichtet.

Als ich durch Waldenbuch, Nachbarstadt von Dettenhausen, durchgefahren war, wurde im Radio darauf aufmerksam gemacht, dass das Orkantief momentan über Stuttgart ziehe.
Nachdem ich Steinenbronn hinter mir gelassen hatte, wechselte der Regen in ein heftiges Graupel- und Hagelschauer. Ich fuhr instinktiv langsamer. Ich hatte auch Angst, dass Bäume bzw. Äste auf die Straße vor mir oder auf mein Auto fallen könnten.
In Leinfelden-Echterdingen angekommen, machte ich in einem Café Pause, um das Graupel- und Hagelschauer abwarten. Der Wind wurde auch heftiger.
Nach knapp dreißig Minuten hatte sich das Schauer verzogen, aber es war kälter geworden. Der Regen war auch weg.
Ich entschloss mich, weiter Richtung Stuttgart zu fahren.
Auf der Bundesstraße 27 hatte es einen Unfall gegeben. Ein Kombi war einem Kleinwagen vorne hineingefahren. Der Kleinwagen hatte die Kotflügel und die Motorhaube verloren.
Ab Stuttgart-Degerloch bis ins Zentrum von Stuttgart hatte sich der Graupel bzw. Hagel als knapp drei Zentimeter dicke Schicht auf die Straße gelegt.
Autofahrer ohne M+S-Reifen hatten stellenweise massive Probleme mit dem Lenken und Fahren, da man von oben in Stuttgart hineinkommt und Stuttgart selbst in einem Tal liegt.
In Stuttgart angekommen, fuhr ich in ein Parkhaus nahe der Landesbank und begab mich erstmal zur „Arnulf-Klett-Passage”, einer unterirdischen Einkaufspassage.
Als ich nach knapp einer halben Stunde die Passage verließ, war das Unwetter weg.
Ich trank in einem Café einen Cappuccino.
Als ich wieder auf der Einkaufstraße war, kam ab und zu die Sonne durch.

Das war mein kleines Erlebnis mit bzw. im Orkantief „Emma” …

Nach zwei Wochen Abstinenz von Devil geht es am Wochenende wieder nach Beckum, um meinen liebsten, treuesten, besten Freund zu besuchen.

Leider kann ich ihn nicht nach Dettenhausen holen, weil er hier eingehen würde. Er wäre den ganzen Tag alleine. Das kann ich ihn nicht antun. Bei meinen Eltern geht es ihm besser. Schließlich kennt er sie ja sehr gut. Wie ich erfahren habe, geht es ihm gut bei Ihnen.

Aber werde ich auch versuchen, Freunde und Bekannte zu besuchen.
Meine Zeit ist allerdings eng bemessen. Freitag ist um 17.30 Uhr Feierabend. Also bin ich frühstens gegen halb elf abends in Beckum, vorausgesetzt, es ist nirgends Stau …

Devil, freu Dich!

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