Dettenhausen

Gleich geht es wieder Richtung Süden nach Dettenhausen.
Devil schleicht den ganzen Morgen hinter mir her. Er merkt irgendwas …
Nachdem in der ersten Woche die erste Schulung absolviert ist, geht es ab morgen, 11.2.08, zu einer Firma, um die Produktion zu begleiten.
Dies wird bis Freitagnachmittag bzw. – abend gehen.
Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen.

Nach der ersten Woche in Dettenhausen fahre ich heute nach Feierabend in die Heimat (Beckum), um Devil, Freunde, Familie und Bekannte zu besuchen.
Es gibt viel zu erzählen, obwohl es Firmengeheimnisse gibt, die ich nicht ausplaudern werde (und nicht ausplaudern darf).
Am Sonntagnachmittag fahre ich zurück nach Dettenhausen.

Heute ist der vierte und gleichzeitig der letzte Tag der ersten Schulung.
Die Schulung war stellenweise sehr hart. Es ist ja, wie bereits erwähnt, das erste Mal seit langer Zeit wieder das Arbeiten mit technischen Zeichnungen.
Mein erster Ausbildungsberuf ist ja Bauschlosser. Zeichnungen sollte man dann schon lesen können, das gehört dazu.
Nun muss ich aus den Tiefen meines Gehirns wieder längst Vergrabenes hervorholen.
Es hat bis auf weniges geklappt.
Ab und zu hatte ich Probleme, doch die legten sich wieder. Man darf sich nur nicht zwingen, irgendwas, was momentan nicht greifbar ist, mit Brachialgewalt hervorzuholen.
Nun komme ich mit dem Fräs-/Zeichenprogramm gut zurecht.
Nächste Woche geht es zu einen Kunden, der hier in der Nähe ist. Wir werden die Produktion eine Woche lang begleiten.

Heute, Montag, den 4.3.2008, beginnt die erste Schulung.
Die Firma hat neben mir noch einen Kollegen am vorigen Freitag, den 1.3.2008, eingestellt.
Dieser absolviert bis zur elften Kalenderwoche die gleichen Einführungen wie ich.
Wir sind aber nicht die Einzigen, sondern es nehmen noch Kunden der Firma an der Schulung teil.
Ich werde nach der elften Kalenderwoche (Das ist die Karwoche.) nach Stuttgart gehen und mit dem Programmieren anfangen. Natürlich werde ich nicht sofort auf die Hauptprodukte losgelassen, sondern werde eingearbeitet.
Die Programmierung in der Sprache C++ werde ich hinbekommen. Sie ist ja sehr ähnlich zu PHP und Java. Ich habe auch schon C++ programmiert, nur ist dies ein paar Jahre her.
Es kann nur besser werden.

Nun habe ich das erste Wochenende im Süden Deutschlands hinter mir.
Ich habe die nähere Umgebung erkundet, bin auch extra mal irgendwohin gefahren, wo ich nicht hin wollte, denn nur so lernt man die Gegend kennen und so lernt man auch, wie man von hier nach dort kommt.
Ich habe mir sowohl kleine als auch große Orte angeschaut.
Von Stuttgart kommt man hervorragend nach Dettenhausen. Man muss nur die Bundestraße 27 folgen und dann den Pfeilen nach Waldenbuch und Dettenhausen folgen. Von Dettenhausen ist es auch nicht sehr weit bis nach Tübingen, Böblingen oder Reutlingen.
In Reutlingen ist übrigens die Kneipe „The Other Place“, in der donnerstags A.R.E. live spielt.
Dettenhausen habe ich verkehrstechnisch einigermaßen im Griff. Ich weiß, wie man von wo nach wo kommt und kenne auch schon einige Alternativrouten.
Natürlich habe ich meinen beste, liebsten, treuesten Freund vermisst. Ich habe jedoch erfahren, dass es ihm gut geht. Er vermisst mich verständlicherweise auch.

In Dettenhausen bin ich gestern gut angekommen.
Einiges an Organisatorischem wurde noch durchgeführt, z.B. der Arbeitsvertrag etc.
Das Zimmer ist riesengroß und möbliert.
Gestern Abend waren wir zum Einstand in einer Rockerkneipe namens „The Other Place”.
Diese Kneipe wird von den Hells Angels bewirtet.
Dort spielt A.R.E. unplugged bis knapp 1 Uhr morgens.
Ich habe den Chaffeur gemimt, und die Leute nach Hause gefahren.
Das war ein schöner Einstand – mit Blues, Soul und Rock’n’Roll.
Heute war Einrichtung des Arbeitsplatzes angesagt.
Einige Vorbereitungen für die am Montag beginnenden Schulungen mussten noch getroffen werden.
Danach habe ich mich etwas in das Zeichenprogramm eingearbeitet.
Gleich beginnt das Wochenende.
Was Devil wohl macht?
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Gleich geht es los …
Zwischen fünf und sechs Uhr steige ich mich in mein Auto und werde mich Richtung Stuttgart in Bewegung setzen.
Ich wohne in Dettenhausen, zu anfangs in einem möbelierten Zimmer.
Die IT-Firma, für die ich arbeiten werde, ist in Dettenhausen ansässig.
Mir ist schon etwas mulmig bei dem Gedanken, dass ich alles hinter mich lasse.
Devil bleibt bei meinen Eltern.
Da war er ja auch, wenn ich arbeiten musste.
Leider kann ich ihn nicht mitnehmen, denn ganz alleine den langen Tag in einer Bude in fremder Umgebung ist er nicht gewöhnt.
Er hatte immer Leute um sich, meine Eltern, Nachbarn, mich … (mich ja nicht mehr)
Vor allem die Trennung von Devil liegt mir schwer im Magen.
Es ist ja kein Abschied für immer. Ich werde ja alle zwei Wochen zurück nach Beckum kommen und Devil sowie meine Eltern besuchen.
Der Kleine hat es gut bei meinen Eltern.
Von innen drücken die Tränen, um sich einen Weg nach außen zu bahnen.
Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer wird, ohne Devil um mich herum.
Alleine schon der Gedanke, auf meinen besten und treuesten Freund verzichten zu müssen und ihn nur noch ab und zu – beim Vorübergehen – zu sehen.
Er ist bei meinen Eltern gut aufgehoben. Er kennt sie ja, solange er auch mich kennt.
Die Freundschaft ist ja nicht aufgehoben.
Ich werde das Foto, auf dem er und ich am Strand von Norden-Norddeich sitzen, mitnehmen.
Ich muss dadurch. Ich habe keine andere Wahl. Auch wenn es unendlich weh tut, einen Freund zu verlassen, den liebsten, besten, treuesten Freund.
Wir sehen uns ja bald wieder, zwar nur für knapp einen bzw. zwei Tage, aber wir sehen uns immer wieder.
Am 15. Februar komme ich ja für ein Wochenende wieder!
Armes Kleinchen!
Wenn du doch verstehen könntest, warum das alles so ist!
Ich habe dich unendlich lieb.

Man hört es ja in den Medien, vom Hörensagen und ähnlichem …
Nun ist es auch mir passiert bzw. passiert mir am 1. Februar 2008.
Am 31. Januar siedele ich über in die Nähe von Stuttgart.
Ich bin traurig, dass ich meinen kleinen wuscheligen Freund Devil nicht mitnehmen kann, auch nicht später, aber er ist ja bei meinen Eltern auch glücklich.
Schlimmer wäre es, wenn er in ein Tierheim müsste.
Das brächte ich nicht übers Herz. Dann bliebe ich in Beckum.
Mitnehmen kann ich ihn nicht. Er ist es nicht gewöhnt, den ganzen Tag alleine zu bleiben und ab und zu Gassi zu gehen und das in ungewohnter Umgebung.
Er würde eingehen.
Bei meinen Eltern fühlt er sich ja wohl, und er kennt die Gegend. Als ich arbeiten musste, war er ja auch mit meinen Eltern zusammen. Er kennt es nicht anders.
Aber Freunde bleiben er und ich ja. Ich werde alle zwei, drei Wochen nach Beckum kommen.
Es wird eine harte Zeit dort im Süden. Einarbeitung in neue (alte) Themen.
Ich muss ein CAD-System kennenlernen. Das werden die ersten drei, vier Wochen sein.
Mit dem System kann man Aluminium-Profile „zeichnerisch bearbeiten”, also technische Zeichungen anfertigen, z.B. Löcher bohren, Langlöcher, Sägeschnitte, Aussparungen für Schlösser, Scharniere etc.
Diese Zeichnungen werden dann umgerechnet und als Programm an eine CNC-Fräse gesandt.
Das technische Zeichenprogramm (CAD) generiert aus den Bearbeitungsfolgen (Bohren, Fräsen, Schneiden) Arbeitsanweisungen für eine Fräse.
Die Fräse arbeitet dann automatisch die CNC-Arbeitsanweisungen ab.
Im ersten Beruf bin bzw. war ich Bauschlosser und habe auch CNC gelernt.
Mittels CNC kann man eine Fräse oder andere Maschine programmieren. Dann drückt man eine Taste und die Maschine legt los. Einige Zeit später ist das Teil fertig bzw. nach den CNC-Anweisungen bearbeitet.
Das ist fast zwanzig Jahre jetzt her bei mir, doch Befehle wie „Mache eine Bohrung mit dem 6‑Millimeter-Bohrer 20 Millimeter tief. Beginne 100 Millimeter von rechts und 30 Millimeter von unten.” verlernt man nicht.
Dann muss ich das „Innerste” des Zeichenprogramms lernen – welche Programmteile was machen.
Ich werde Code lesen lernen, diesen lernen anzuwenden.
Dann werde ich betraut sein, die Codes weiterzuentwickeln.
Ein harte Zeit!
Heimweh!
Denken an meinen kleinen Freund, dem ich hoffentlich nicht so sehr fehlen werde und der hoffentlich nicht so leiden wird.
Es ist ja kein Abschied für immer. Ich werde ja alle zwei Wochen freitags nach Beckum fahren und sonntags wieder in den Süden zurück.
Wenn ich Urlaub habe, werde ich Devil ja ein paar Wochen besuchen.
Ein Sprung ins kalte Wasser, für alle Beteiligten!