Natur

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Am Radio hörte ich gestern Abend eine Sendung, bei der es um Atomkraftwerke ging.
Zuschauer konnten anrufen und Statements abgeben oder Fragen stellen.
Eine Frau aus Gundremmingen erzählte, dass sie in der Nähe des Kernkraftwerkes wohne und Angst habe, wenn Verrückte einen Terroranschlag verübten.
Sie stellte eine berechtigte Frage an einen im Studio sitzenden Physiker:
„Wo sollen wir uns verstecken, wenn jemand einen Bombenanschlag auf das Kernkraftwerk verübt?”.
Der Physiker sagte lapidar, dass dies gar nicht passieren könne.
Die Frau hakte nach und stellte dar, dass auch niemand damit gerechnet haben konnte, dass Terrorristen die Twin-Towers in Schutt und Asche gelegt hätten.
Der Physiker, der wegen eines Seitenhiebes der Frau betonte, nicht der Atomlobby anzugehören, betonte abermals, dass dies nicht möglich sei.
Nun intervenierte die Frau abermals und fragte, was passierte, wenn jemand ein Flugzeug entführte und dies auf das Kernkraftwerk stürzte.
Jetzt holte der Physiker richtig aus und erklärte, er wohne in der Nähe eines Braunkohlekraftwerkes und würde mit der Frau gerne tauschen, denn ein Kohlekraftwerk sei nicht so sicher wie ein Kernkraftwerk. Er lobte, wie sicher Kernkraftwerke gegenüber Kohlekraftwerke seien und verwies auf die massive Bauweise.
Mir ist ja schon Dummheit bezüglich Tschernobyls vorgekommen, aber dieses Gequake schlägt dem Fass den Boden aus.

In unserer Nähe sollten vor Jahren vom (damaligen noch) Atomkraftwerk Uentrop abgebrannte Brennstäbe ins „Zwischenlager” Ahaus geschafft werden.
Atomkraftgegner hatten die Eisenbahngleise blockiert, um dies zu verhindern.
Was hätte der o.g. „Physiker” gesagt?
Bestimmt dies: „Die Bevölkerung mag das Atomkraftwerk so sehr, dass sie die Brennstäbe behalten möchte.”

Wenn man von Erdstrahlen hört, denkt man sofort an schädliche Wirkung, obwohl Erdstrahlung nichts anderes als natürliche Radioaktivität ist, die überall und immer auf der Erde auftritt und sehr sehr schwach ist.
Die Erde ist eine riesige Kugel aus Mineralien u.ä., also chemischen Elementen, zu denen bekanntlich auch radioaktive gehören. Diese strahlen sehr niedrig.
Nun könnte man Glauben machen, dass „Erdstrahlung die Summe der natürlichen aus der Erde aufsteigender Strahlung” sei und manchen Menschen, die sensibel sind, Schaden zufügen könne.
Die Pseudo-WissenschaftRadiästhesie untersucht solche kausalen Zusammenhänge.

In einer Anzeige wird nun Reklame für Kupfermatten gemacht, die man unter dem Bett legen soll, um Erdstrahlen abzuschirmen. So kann man laut der Anzeige wieder ruhig schlafen und Schmerzen verschwänden.
Die Kupfermatte hat eine Besonderheit aufzuweisen. Sie ist aus einem 2800 Meter langen Faden gewebt.

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