Taxi, Mietwagen mit Fahrer, Personenbeförderung etc.

Wenn bei der morgendlichen Verteilung von Tageszeitungen etwas Unvorhersehbares passiert, sind manche Verlage aufgeschmissen. Ein Taxifahrer erzählt, wie ein Verlag andere Wege gegangen ist.

„Am Morgen ist der Auslieferungsfahrer auf Eis gerutscht und dabei ist der LKW umgefallen“, sagt Torben, „ein paar hundert Leser wären leer ausgegangen, aber der Verlag hat dann bei unserer Taxizentrale angerufen.“

Torben fährt seit Jahren Taxi und hat so etwas noch nicht erlebt.

Er erzählt, dass der Verlag gewährleisten wollte, dasss die Leser doch ihre Zeitung bekommen sollten. Dazu habe man einige Taxifahrer einbestellt, um die Bezirke, die wegen des Unfalls erstmal nicht beliefert werden konnten, doch noch mit Zeitungen zu versorgen.

„Was die uns bezahlt haben, war der Hammer“, bringt es Torben auf den Punkt, „wir bekamen die Fahrt, also die Kilometer bezahlt und auch noch eine Pauschale pro Zeitung. Es hat sich finanziell wirklich gelohnt.“

Er erzählt von seinen Erlebnissen, wie er im tiefen, kalten Winter im Schwarzwald mit seinem Taxi von Ort zu Ort fuhr und Zeitungen nach Liste ausgeliefert hatte.
Die Orte kannte er, doch er musste oft mit Navigationssystem fahren, um Häuser zu finden.
Zudem kam auch der Schnee oder das Eis, durch das er auch zu Fuß unterwegs war, wenn Wege oder Straßen nicht geräumt oder vom Eis befreit waren. Steile und verschneite oder vereiste Wege wollte er nicht unbedingt mit dem Auto befahren.

Aber er erzählt auch vom Unmut der Menschen, die ihn beschimpften, dass die Zeitung zu spät käme und ihren Tagesablauf durcheinander brächte.

„Was die Leute mir um die Ohren gehauen haben!“, erzählt Torben, „Stellenweise sehr frech. Sie wollten meine Namen, damit sie sich beschweren können. Das war noch harmlos. Ich sollte mir meinen Wecker richtig stellen, meinten manche, oder ich könnte weiter mein Märchen vom umgestürzten LKW erzählen. Kaum jemand zeigte Verständnis, dass man heute ausnahmsweise warten musste. Die Leute können froh sein, dass sie die Zeitung überhaupt bekommen. Ob früh oder bis mittags. Hauptsache sie kommt.“

Er schüttelt den Kopf und kann es noch nicht fassen, wie die Leser es für selbstverständlich erachten, dass morgens früh die Zeitung kommt und es als „Provokation“ vonseiten des Austrägers ansehen, wenn sie nicht zum passenden Zeitpunkt kommt.
Sie haben ihn aus ihrer Unzufriedenheit heraus beleidigt, nur weil es an diesem Tag anders lief als sonst. Auch berichtete er, dass man nicht ernstnahm, wenn er darauf zu sprechen kam, dass ein LKW verunglückt sei, der Fahrer verletzt sei, der Verlag Zeitungen neu gedruckt habe und er diese nun verteile, damit die Leser diese in den Händen halten könnten.
Man warf ihm vor, er würde Ausreden und Lügen benutzen, um davon abzulenken, dass er verschlafen hätte.

Viele wissen nicht zu schätzen, wenn man Extraarbeit für sie leistet.

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