
Am 21.1.2015 fand im Klinikum Böblingen ein Vortrag von Professor Benz zum Thema „Lebertumoren“ statt.
In seiner Einführung ging Professor Benz darauf ein, welche Unterschiede es zwischen Viszeral-Chirurgen und Internisten gibt, die ja beide für den gleichen Körperbereich zuständig seien.
Auch wurde kurz erklärt, dass die Aufgaben der Leber der Blutabbau (im Sinne einer der Tätigkeiten der Bluterneuerung), Entgiftung, Energiebereitstellung und der Fettstoffwechsels sei.
Die Leber kann als einziges Organ nachwachsen und die vollständige Funktion wiedererlangen.
Dann begann der eigentliche Vortrag, in dem viel Wissenswertes steckte.
Die „eigentlichen“ Lebertumoren treten in der Regel mit ca. zehn Prozent nicht oft auf, woraufhin die Lebermetastasen neunzig Prozent der Lebertumoren ausmachen.
Zu den Lebermetastasen – sog. „Strahlenkrebs”, der sich in andere Organe festsetzt („strahlt”) – gehören Metastasen des Darmkrebs, des Nierenkrebs, des Brustkrebs, des Magenkrebs und des Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Die Erfolgschance der Entfernung und Operierbarkeit der Metastasen nimmt in der Aufzählung ab, d. h. Darmkrebsmetastasen sind mit eher hoher Erfolgschance zu entfernen. Bei Metastasen des Magenkrebs sind die Chancen deutlich geringer und bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Operation nicht sinnvoll.
Weswegen gerade Metastasen in die Leber gelangen ist noch unklar, man schätzt aber, dass durch die Reinigungs- und Entgiftungsfunktion der Leber – Pro Minute zirkuliert ca. ein Liter Blut durch die Leber. – hier eine Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt.
Lebertumoren kann man mit bildgebenden Diagnostiken wie (vornehmlich) dem Ultraschall oder der Computertomografie – ggf. als 3D-Darstellung – erkennbar machen.
Wenn die Metastasen nun erkannt sind, müssen diese vollständig entfernt werden, wozu das Wissen über den „Bauplan“ der Leber sehr wichtig ist.
Lebertumoren kann man veröden, mittels Chemotherapie und Strahlentherapie behandeln und operativ entfernen, wobei die Operation die höchsten Heilungschancen verspricht. Günstig ist hierbei dass die Leber das einzige Organ ist, das nachwächst, wobei ca. 500 Gramm erhalten bleiben müssen, damit es mit dem Nachwachsen klappt.
Die Leber besteht aus acht Segmenten, die über „Versorgungsleitungen“ versorgt werden.
Man kann also Segmente entfernen, muss nur darauf achten, wie sie mit „Nährstoffen“ versorgt werden und kann so die Tumoren entfernen. Die Leber wächst ja nach.
Durch dieses Vorgehen haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Der Vortrag von Professor Benz war sehr interessant, auch für Personen, die nicht aus dem medizinischen Bereich kommen.
Bitte mehr davon!
Weiterführendes
- Professor Doktor Stefan Rolf Benz
- Kliniken Böblingen






Schreibe einen Kommentar