
Für morgen, den 8. Januar 2024, zeichnet sich erneut eine Phase der Behinderungen ab, diesmal durch Traktor-Demos und blockierte Straßen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Proteste der Bauern auf mehr Verständnis zu stoßen scheinen als die der Klimaaktivisten.
Die Bauern mobilisieren sich, besonders gegen die Sparpläne der Bundesregierung, die Subventionen in der Landwirtschaft kürzen will. Für den Start der Woche sind landesweite Proteste angekündigt, mit der Absicht, Autobahnauffahrten zu blockieren.
Trotz dieser absehbaren Verkehrsbehinderungen scheint unter den Bewohnern bisher wenig Empörung zu herrschen.
Im Gegensatz dazu stoßen die Blockaden der Klimaaktivisten, die seit längerem Aufmerksamkeit für ihre Anliegen erregen wollen, oft auf Wut und vereinzelt sogar auf Gewalt.
Ein möglicher Grund ist, dass die Landwirte erfolgreich verdeutlichen können, wie ihre Belange den Alltag jedes Einzelnen unmittelbar betreffen. Steigende Kosten für Agrardiesel und höhere Steuern könnten sich auf die Preise regionaler Lebensmittel auswirken und möglicherweise das Angebot verringern.
Zudem könnte im schlimmsten Fall ein Betrieb wie der Spargel‑ oder Erdbeerbauer, bei dem viele gerne einkaufen, schließen, weil er nicht mehr rentabel ist. Dieser Effekt wird auch Autofahrern, Motorrad‑ oder LKW-Fahrern bewusst, wenn die Spritpreise steigen. Dadurch entsteht ein schmerzliches Mitgefühl für die Landwirte bei jedem Tankvorgang.
Im Gegensatz dazu haben es Klimaaktivisten, wie etwa die Vertreter der „Letzten Generation“, schwerer, die Menschen emotional zu erreichen. Obwohl die meisten den Klimaschutz als wichtig erachten und der Klimawandel jeden betrifft, erscheint die drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes vielen als abstrakte Forderung. Die Forderung, bis 2030 aus Öl, Gas und Kohle auszusteigen, könnte sogar als bedrohlich wahrgenommen werden, da die Energiekosten bereits bedenkliche Höhen erreicht haben und die Befürchtung besteht, dass sie weiter steigen könnten.
Die Akzeptanz von Straßenblockaden hängt auch davon ab, ob Pendler sich darauf einstellen können.
Die Bauernverbände haben bereits angekündigt, welche Autobahnauffahrten blockiert werden, was es den Menschen ermöglicht, sich darauf vorzubereiten.
Im Gegensatz dazu geschehen die Aktionen der „Letzten Generation“ meist unvermittelt und die Dauer ist ungewiss, was oft zu Unmut führt.
Im vergangenen Jahr fanden nicht angemeldete Protestaktionen der „Letzten Generation“ statt, während es bei den Bauern nur vier solcher Aktionen gab. Die Polizei griff bei den Bauernprotesten weniger ein, im Gegensatz zu den Klimaaktivisten, bei denen die Protestaktionen aufgelöst wurden und viele Strafverfahren eingeleitet wurden.
Es wird aber auch so sein, dass das Verständnis für die Bauern sinken könnte, wenn sie über einen längeren Zeitraum Straßen blockieren würden. Aktuell könnten die Bauern noch auf gewisse Sympathie zählen, auch aufgrund der als planlos wahrgenommenen Kürzungen ihrer Subventionen.






Schreibe einen Kommentar