In Deutschland wird eine Tradition aus Spanien übernommen, bei der in der Silvesternacht zwölf Weintrauben im Klang der Kirchenglocken verzehrt werden. Die Überlieferung besagt, dass das Essen dieser zwölf Weintrauben in dieser Nacht Glück für jeden Monat des folgenden Jahres verheißt, da jede Traube symbolisch für einen Monat steht.

Der Ursprung dieser Tradition reicht zurück ins Jahr 1882 und differiert von den gängigen Annahmen. Zu dieser Zeit pflegten die Adligen in Madrid, sowie auch an anderen Orten, Sekt zu konsumieren und Weintrauben zu essen während der Silvester‑ und Neujahrsfeiern. Die Verwendung von Weintrauben war zu jener Zeit ausschließlich den Adligen vorbehalten, was von der aufstrebenden Bürgerschaft, der Bourgeoisie, satirisch behandelt wurde. Unter Verwendung der Weintrauben und im Einklang mit den Glockenschlägen versammelten sie sich am königlichen Postamt in Madrid, um die Klassenschranken, insbesondere während der Vorweihnachtszeit, zu betonen und die aristokratischen Bräuche zu verspotten.

Obwohl heutzutage der symbolische Gehalt der Weintrauben mit Überfluss assoziiert wird, war die ursprüngliche Absicht dieser Aktion eine andere.
Es handelte sich um eine subversive Geste, welche die gesellschaftlichen Unterschiede aufzeigen und die Bräuche der Aristokraten ironisieren sollte. Diese Darstellung einer symbolischen Handlung bleibt bemerkenswert, jedoch entfernt sie sich von ihrer ursprünglichen Intention.

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