Undercover Incognito ::: 434320_R_B_by_johannes vortmann_pixelio.de

Man muss nicht (wirklich) alle Folgen gesehen haben …

In der Fernsehreihe „Undercover-Boss” wollten Manager „ganz unten” in der Firmenhierarchie arbeiten, um zu sehen, wie es dort zugeht und ob man Prozesse optimieren kann.

Das wollte man uns zumindest Glauben machen!

Die „Undercover-Bosse” arbeiten ingonito als Lagerarbeiter, Küchenhelfer und Zimmermädchen bzw. Roomboy.
Niemand wusste, wer die Neuen wirklich sind und so konnten sie sich umschauen, wie es „ganz unten” aussah.

Die „Undercover-Bosse” hatten nach ein paar Tagen alles gesehen und riefen die „Kollegen” zum Rapport.
Die „Kollegen” erfuhren dann, mit wem sie gearbeitet hatten.
Es gab Lob, und die Mitarbeiter wurden geehrt.
Es gab einen Kochkurs, eine Reise, mehr Lohn und eine Beförderung, nicht zu vergessen der Lob!

Das war es auch schon!

Was sich so toll anghört hatte, entpuppte sich als heiße Luft.
Die „Undercover-Bosse” redeten vor laufender Kamera davon, wieviel die Mitarbeiter leisteten.
Laut eigenem Bekunden hatten sie viel gelernt über die Arbeitsabläufe.
Was es aber genau war, blieben sie schuldig.
Sie übten sich in Standard-Floskeln, die jeder kennen sollte und schon zum Repertoire jedes Verantwortlichen gehören und die man schon unendlich oft gehört hatte.

Die naiven Mitarbeiter waren beeindruckt von den „tollen Chefs”, die extra zu ihnen gekommen waren und von denen sie unabhängig voneinander sagten, dass es schön wäre, dass sie nicht kontrolliert worden seien, um dann bestraft zu werden, sondern genossen es laut eigener Aussagen, in gepflegter Runde zu reden.

Die angespannten Gesichter, als sie in den Foyers der Chefs warteten, und dann das Aufatmen, als sie erfuhren, worum es „wirklich” ging, war schon von vornherein klar.
Man kann es sich schnell klarmachen.
Ein „kleines Licht” wird nach „ganz oben” zitiert und hat erstmal Angst.
Die Anpannung ist sichtbar, und die Erleichterung ist einer Erlösung gleichzusetzen.

Was an der Resummèe-Folge schade war, ist, dass die Chefs nur abgedroschene Phrasen von sich gaben und in keinster Weise konkret wurden, was sie denn nun gelernt hatten und was sie nun ändern wollten.
Es kam keine Bemerkung wie z.B.: „Das Zimmermädchen bekommt mehr Zeit, um die Zimmer auf Vordermann zu bringen.” oder : „Wir werden mehr Personal einstellen.”.

Sehr schade!

Die Intention der Serie wurde nicht deutlich, ebenso wenig wurden Versprechen eingehalten.

 

Bild: Piexelio / Vortmann

One Response to Undercover als Boss unterwegs

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