
Heute, 1.2.2014, waren wir bei einer Bunkerführung des Vereins „Schutzbauten Stuttgart e. V.“ im Spitzbunker nahe dem Bahnhof Stuttgart-Feuerbach.
Von Herrn Mäule, Mitglied im o.g. Verein wurde in knapp anderthalb Stunden die Funktion des Spitzbunkers, dem man auch nach seinem Erfinder Winkel-Turm nennt, erklärt. Gleichzeitig erfuhren wir vieles aus der Zeitgeschichte des 1938 erbauten Spitzbunkers. Man hatte schon zu dieser Zeit den Bunker gebaut, weil abzusehen war, dass es zum Krieg kam.
Der Spitzbunker wurde benutzt, um die Zivilbevölkerung während es Zweiten Weltkriegs vor Bombenangriffen zu schützen.
Der Spitzbunker konnte ca. 300 Personen fassen. Auf den Treppen des Bunkers saßen die zu Schützenden, sehr eng.
Wer hineindurfte, wurde vom sog. Blockwart kontrolliert. Koffer mit persönlichen Unterlagen mussten eine bestimmte Maximalgröße haben.
In dem Bunker war eine gute Luftzirkulation. Bei einem Gasangriff konnte dieser hermetisch abgeriegelt werden.
Der Spitzbunker steht übrigens in Bahnhofsnähe, wie die drei anderen in Stuttgart, damit Reisende bei einem etwaigen Luftangriff schnell in Sicherheit gebracht werden konnten bzw. könnten.
Um den Bunker – bei allen Bunkern – mussten Kinderwagen aus Sicherheitsgründen einen Abstand von fünfzig Metern halten.
Wir lernten u. a. auch, dass es Anti-Gas-Jacken – im Gegensatz zu den Gasmasken der Erwachsenen – für Kinder gab, die mit Blasebalgen von den Eltern bedient werden mussten, damit die Kinder Frischluft bekamen.
Warum jeder Deutsche eine Gasmaske tragen musste, wurde uns auch erklärt.
Hitler war während des Ersten Weltkriegs einem Gasangriff ausgesetzt und hatte ein Trauma erlitten, weswegen er anordnete, dass jeder Deutsche eben Gasmasken tragen musste.
Das Tragen von Gasmasken war übrigens Pflicht und wurde kontrolliert.
Wir erfuhren auch, dass der sog. Blockwart auch die Aufgabe des Spitzels hatte, der die Bevölkerung auf ihre „politische Orientierung“ aushorchen und melden sollte.
Systemkritische Personen mussten bei der Gestapo erscheinen, es wurde mit ihnen „geredet“. Falls sie ihre Meinung nicht änderten, kamen sie ins KZ, den sog. „Umerziehungslagern“, wie die Nazis diese nannten.
Die Führung war sehr informativ und sehr kurzweilig.
Das kurioseste Exponat, das im Spitzbunker ausgestellt ist, ist eine Gasmakse für Pferde.
Wer sich für das Thema interessiert, kann sich an den Verein „Schutzbauten Stuttgart e. V.“ wenden.






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