hoihler-kopf-alpenidylle

Die Ehegattin kommt zu ihrem Gatten ins Zimmer gestürmt und raunzt ungehalten: „Der Huber hat mir einen Heiratsantrag gemacht.”
Ihr Mann, der gerade Briefmarken sortiert, schaut kurz hoch und macht: „Aha!”
„Und er hat die gleichen Worte benutzt wie Du vor Jahren”, wirft die aufgebrachte Frau in den Raum.
„Das kann nicht sein”, erwidert er und betrachtet weiter seine Briefmarken.
„Doch, doch”, keift sie und wird etwas lauter dabei, „haargenau wie bei dir. Also hast du die Worte aus einem Buch.”
Er legt die Briefmarken an die Seite und kontert: „Natürlich waren das meine eigenen. Du glaubst doch wohl selber nicht, dass ich sowas auswendig lerne.”
Sie schüttelt energisch den Kopf, atmet tief ein und sagt absolut ruhig: „Da hast du Recht. Ich habe nie an dir gezweifelt.”
„Na, siehste”, sagt er, allerdings in der bayrischen Variante „noa, siäksts!”.
Für ihn ist wieder die Welt in Ordnung, sodass er sich wieder den Briefmarken zu wendet. Seine Frau zeiht ein zufriedenes Gesicht. Drei Sekunden später ist wieder Zorn in ihren Augen und sie meint schnippisch, dass der Huber keine Skrupel habe, sie anzubaggern, obwohl er wisse, dass sie glücklich verheiratet ist.
Er, wieder in seiner heilen Briefmarken-Welt vertieft, brummt beiläufig: „Sie doch froh, dass du so attraktiv bist!”
Sie regt sich darüber auf und schreit ihn wütend an, dass sie ja wohl zumindest verlangt habe, dass er sich über den „dreisten Huber” aufrege. Er, der immer noch Briefmarken anschaut und in irgendeinem nichtdurchsichtigen, nur ihm bekannten System zusammenlegt, redet abwesend wieder von ihrer Attraktivität, die den Huber wohl zu dessen Heiratsantrag veranlasst habe, worauf sie noch mehr ausrastet und ihn angiftet: „Ich hätte schon etwas mehr Engagement von dir erwartet., wo ich doch deine Frau bin und du mein Mann. So ein Hallodri macht mir einen Heiratsantrag und die zeigt nicht mal einen Funken Eifersucht.”
Als sie begonnen hatte, lauter zu schreien, hatte er seine Briefmarken beiseite gelegt und war aufgestanden.
Nun verfiel er der bayrischen Mundart und blaffte: „I woaß gar net, woas du di so aufregn tatst. Ich woaß, dass mir verhoaratet sann und uns nix possieren kooo.”
So geht es dann weiter. Bayrisch vom Allerfeinsten!
Sie beklagt weiterhin energisch, dass er so ruhig bleibt und er beschwichtigt weiter, dass beide verhoaratet sind. Sie solle schließlich froh sein, sooo attraktiv zu sein.

Mir ist schon ziemlich viel Schwachsinn im Fernsehen vorgekommen, aber dies ist (vorerst) unvergleichlich.

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