
„Wir sind gekommen, um zu bleiben.”
Dies ist das Motto des Vereinigungsparteitags zwischen der WASG und der PDS zur Partei „Die Linke”.
Seltsam mutet an, dass niemand „Die Linke” ernst nimmt, aber alle darauf herum hacken.
Wenn man nichts zu befürchten hat, muss man doch nicht Kontra machen …
Oskar Lafontaine, der zu SPD-Zeiten zusammen mit bekannten Größen wie Willi Brandt das SPD-Programm entworfen hat, hat irgendwann mit der SPD gebrochen. Ein Grund unter vielen war, dass die SPD sich immer mehr aus dem Thema „Soziale Gerechtigkeit” verabschiedete. Das wollte Lafontaine nicht mehr mittragen.
Dass Lafontaine sich nun mit Lothar Bisky den Parteivorsitz der „Linken” teilt, tut den ehemaligen Genossen in der SPD natürlich weh.
Warum die WASG sich als linke, arbeitnehmernahe Partei gründete, ist bekannt.
Die SPD hat sich – vermehrt noch, seitdem sie mit der CDU in die „große Koalition” einstieg – immer weniger um soziale Gerechtigkeit und um Arbeitnehmerrechte gekümmert. Aus der „Arbeiterpartei” wurde (in einer langen Entwicklung) eine alte Katze, deren Zähne ausgefallen sind, die aber ab und zu noch zischt, aber nicht die Knochen hochbekommt, um zu kämpfen.
Aus enttäuschten Sozialdemokraten und linken Gewerkschaftern hat sich aus dem Verein WASG e.V. schließlich die Partei WASG gegründet. Der Verein WASG hatte die sich die Bekämpfung der „Hartz-Reformen” auf die Fahnen geschrieben.
Irgendwann stieß Oskar Lafontaine hinzu und brachte sie durch seine Bekanntheit „groß” heraus.
Die PDS ist eine „reformierte” SED, die 16 Jahre „Vergangenheitsbewältigung” hinter sich hat und nicht wirklich glaubwürdig ist, wenn sie behauptet, dass sie nicht die SED ist.
Zu meiner Zeit auf der Universität, Ende der 1980er-Jahre, war ich einige Jahre im Marxistischen Studentenbund Spartakus (MSB) organisiert und war im Anfang überzeugter Sozialist, bin aber enttäuscht ausgetreten, weil sich der MSB, abhängig von der DKP, nie von der DDR-Diktatur distanzieren konnte bzw. wollte.
Nein, ich bin kein Mitglied der PDS, der WASG oder der „Linken”.
Ich bin in keiner Partei organisiert.
Ich kann trotz meiner Erfahrung mit Kommunisten und Sozialisten nicht wirklich nachvollziehen, warum sich die PDS und WASG zusammenschlossen.
Ist es linker Populismus?
Nun gibt es eine neue Linke in Deutschland, auf dessen „Gründungsparteitag” Delegationen vieler internationaler, linker und linksradikaler (kommunistischer) Parteien und Oragnisationen anwesend waren.
Irgendwie ist mir dieses Gehabe vom MSB und den DKP-Parteitagen von früher bekannt.
Eine neue linke Partei neben der SPD war notwendig. Aber kann eine Partei, die aus der SED hervorgegangen ist bzw. sich mit deren „reformiertem” Nachfolger verbrüdert hat die linke Wahlalternative eines „demokratischen Sozialismus” darstellen?
Die anderen Parteien über CDU, SPD, FDP und Grünen spucken momentan auf „Die Linke”, obwohl sie „Die Linke” nicht als „Bedrohung” sehen.
Also erkennen sie sie doch an!
Lächerlich mutet es an, wenn gerade Westerwelle mit populistischem Geschwafel die FDP als Henker der „Linken” bezeichnet.
Die CDU ist gegen „Die Linke” und skandiert Parolen aus der Zeit des Kalten Kriegs und fordert die SPD auf, sich eindeutig von der „Linken” zu distanzieren.
Die SPD ist gespalten. Die einen sehen keinen Handlungsbedarf, irgendetwas gegen „Die Linke” zu tun, weil sie ja in deren Augen sowieso keine Chance hat hochzukommen. Andere Sozialdemokraten sind einfach sauer auf Lafontaine und spielen die beleidigte Leberwurst. Es gibt aber auch welche, wie z.B. Minister Steinmeier, die sich inhaltlich mit der „Linken” auseinander setzen wollen.
„Die Linke” sagte, sie sei gekommen, um zu bleiben.
Ist sie überhaupt schon gekommen?
Falls sie irgendwann „richtig” gekommen ist, kann sie dann auf Dauer bleiben bzw. bestehen?
Warten wir es ab!





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