Jeder kennt die weißen Streifen, die Düsenflugzeuge hinter sich herziehen. Diese entstehen dadurch, dass der Treibstoff verbrannt wird und die Abfallprodukte Wasser und Ruß entstehen. Das Wasser kondensiert – gefriert – in der kalten Atmosphäre und es entstehen Streifen am Himmel

Um diese Kondensstreifen ranken sich Gerüchte und Verschwörungstheorien.
Anhänger davon glauben, dass die Kondensstreifen gar nicht aus Wasser (und Ruß) bestehen, sondern dass Geheimorganisationen Gifte und Chemikalien versprühen, um die Bevölkerung zu dezimieren, das Wetter zu manipulieren oder die Menschen zu manipulieren.

Diese Verschwörung ist unter dem Namen „Chem Trails“ bekannt.

„Chem Trails“ kann man als „Chemikalienstreifen“ übersetzen, denn die Weltverschwörungsgläubigen glauben, dass es keine wasserhaltigen, sondern chemikalienhaltige Streifen sind. Beweise gibt es von deren Seite allerdings nicht, sondern wie es bei jedem Dogma so ist, benötigte man diese nicht, da das „reine Wissen“ reicht.

Ausgangspunkt dieser Theorie ist die Verschiedenheit der sogenannten „Chem Trails“. Da manche sich länger, manche sich kürzer halten, manche breite sind und manche schmaler, werden diese „Unregelmäßigkeiten“ als Schwadronierargument genommen.
Besonders wichtig sind dabei „gitterförmige“ Streifen. Das sind Streifen, die sich überkreuzen und zum Beispiel ein Muster wie ein Maschendrahtzaun bilden.
Ob sich dieser Streifen wirklich überlappen oder überschneiden, kann man nicht sagen.
Man stelle sich vor, man sehe in 50 Meter Entfernung einen Garten in der Nachbarschaft.
Dort stehe eine Holzlatte aufrecht und daran eine schrägverlaufende.
Dies kann ein „schräges Kreuz“ sein.
Wenn man nun näherkommt und vielleicht auch noch die Betrachtungsrichtung etwas ändert, sieht man, dass die Latte, die schräg verläuft, ein paar Zentimeter hinter der aufrechten steht und diese sich nicht berühren. Man ist einer Täuschung aufgesessen.

Mit Düsen betriebene Flugzeuge fliegen meist in einer Höhe von fünfzig Kilometern.
Dort kondensieren die Abgase und gefrieren. Es bilden sich kleine Wasserkristalle, aus denen die Kondensstreifen bestehen.
Je nachdem, wie feucht es dort oben ist und wie viel Wind dort weht, verflüchtigen sich die Streifen mal schneller, mal langsamer. Diese Faktoren, zu denen auch die Temperatur gehört, haben einen Einfluss auf die Größe und die „Haltbarkeit“.
Bei den sogenannten „Gittern“ können auch Kondensstreifen von Flugzeugen, die von Osten nach Westen fliegen, ein paar Kilometer hinten denen der Flugzeuge, die von Norden nach Süden fliegen, liegen.

Unabhängige Messungen und Interviews sowie Fragebögen haben ergeben, dass man in lufitger Höhe in den Kondensstreifen keine sonstigen Stoffe nachweisen konnte, die nicht zu den Abgasen gehören.
Dies interessiert aber nicht die „Chem-Trail-Gläubigen“, denn sie brauchen keine Beweise und Gegenbeweise zu ihrer „Theorie“. Der reine Glaube reicht.

Wie immer bei Weltverschwörungsjüngern gibt es „geheime Organisationen“, die dafür sorgen, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangt.
Die Frage ist, warum dann die „Geheimorganisationen“ nicht auch die „”Chem-Trail-Gläubigen“ unter Druck setzen und deren Nachrichten zum Beispiel im Internet löschen. Warum gerade die „Chem-Trail-Jünger“ nicht dazu genötigt werden, zu schweigen, beantworten diese damit, dass diese sich bei ihnen eben nicht trauten.

Kurios wird es bei Agrarflugzeugen oder bei sogenannten „Hagel-Fliegern“.
Um Hagel zu vermeiden, gibt es zum Beispiel am Flughafen Stuttgart Piloten die losfliegen, wenn Hagel über dem Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen oder in den Werken in Stuttgart und Umgebung gemeldet wurde. Diese versprühen Silber-Iodid-Aceton-Mischungen, um Hagel zu vermeiden. Sinn und Zweck dahinter ist, dass viele fabrikneue Autos im Freien stehen und bei Hagel beschädigt werden können.
Agrarflugzeuge versprühen Dünger oder Mineralien über große Flächen.

Diese Flugzeuge sich nicht in der Betrachtung der „Chem-Trail-Gläubigen“.
Auch scheint niemand von den „Chem-Trail-Gläubigen“ wirklich zu wissen, welche Chemikalien oder Mittel sich in den „Chem Trails“ befinden. Ab und zu hört man von Aluminium oder Barium, aber das schwankt von Gruppe zu Gruppe.
Man könnte einen Wetterballon starten und sich die Daten der Messung während des Aufsteigens übermitteln lassen.
Diese Apparaturen gibt es schon für 500 Euro, aber das würde ja Beweise schaffen, dass ihre „Lehre“ nicht stimmt.

Die Weltverschwörungstheorie „Chem Trails“ passt genau in die Kategorie: „Wir wissen, dass es so ist, aber wir wissen nicht, was es ist und wir brauchen keinen Beweis für unseren Glauben liefern, weil wir recht haben.“


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